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Pollen- und

Amtliche Meldung des Admiralstabs.

Berti«, 26. April. (Amtlich WTB.) Nur 25. April ist das englische U-BootE 22" in der südli­chen Nordsee bnrch unsere Streitkräfte versenkt wor­den. Zwei Mann gerettet nnd gefangen.

Ein U-Boot erzielte an demselben Tage »n- in derselben Gegend auf einen englischen Kreuzer der Arethusa"-Klasse eine« Torpeöotreffer. "

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Furcht vor deutschen U-Booten.

Aus Rotterdam erfährt dieNationalztg.": Die amerikanische Presse weist darauf hin, das? gegebenen­falls durch die deutschen Unterseeboote die Zufuhren von Kriegsmaterial und Getreide für die Vierverbands- Mächte unterbunden werden könnten. Bereits vor ei­niger Zeit haben die englischen Ozeandampfer die War­nung erhalten, in amerikanischen Küstengewässern vor den deutschen Unterseebooten auf der Hut zu sein. Im Journal of Commerce" wurde behauptet, daß der Ak­tionsradius der neuen Fahrzeuge so groß sei, daß sie die Munitionstransporte außerhalb des Neuyorker Ha­fens abfangen könnten.

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^ Berlin, 26. April. (Amtlich. WTB.) Am 25. April mit Hellwerden haben Teile unserer Hochsee­streitkräfte die BefestigungsWerke und militärisch wich- tigen Anlagen von Great Yarmouth und Lö­we st oft mit gutem Erfolg beschossen. Da­nach haben sie eine Gruppe feindlicher kleiner Kreuzer und Torpeöobootszerstörer unter Feuer genommen. Auf einem der Kreuzer wurde ein schwerer Brand beobachtet. Ein Torpeöobootszerstörer und zwei feind­liche Vorpostenschiffe wurden versenkt. Einer der letzteren war der englische FischdampferKing Ste- ph e n", der wie erinnerlich sich seinerzeit weigerte, die Besatzung des i« Seenot befindlichen deutschen Luft­schiffesL 19" zu retten. Die Besatzung des Fischdam­pfers wurde gefangen genommen. Die übrigen feind­lichen Hilssstreitkräfte zogen sich zurück. Auf unserer Seite keiueVerlnste. Alle Schiffe sind unbeschädigt zurückgekehrt.

Gleichzeitig mit dem Vorstoß unserer Seestreitkräfte griff in der Nacht vom 24. zum 25. April ein Marine­in f t sch i ff g e fch w ad er die östlichen Grafschaften Englands an. Es wurden Industrieanlage« von Cam­bridge und N o r w i ch, Bahnanlagen bei Bin - colm, Batterien bei Winterton, Jpswich, N o r w i ch und H a r w i ch sowie feindliche Vorposten­schiffe au der englischen Küste mit gutem Erfolg mit Bomben belegt. Trotz heftigster Beschießung sind sämt­liche Luftschiffe unversehrt iu ihrem Heimathafen gelandet.

Flugzeuge unserer Marine-Feldflieger-Abtei- lung in Flandern haben am 25. Slpril frühmorgens die Hafenanlagen, Befestigungen und den Flugplatz von Dünkirchen Wirkungsvoll mit Bomben be­legt. Sie find sämtlich unversehrt zurückgekehrt.

Die bereits gemeldeten Vorpostengefechte vor der flandrischen Küste vom 24. April wurden am 25. April fortgesetzt. Dabei wurden durch unsere See- fiterstarrte ein englischer Tdrp^oboötszekstore^tzMK beschädigt und eiu Hilfskreuzerverseukt, dessen Besatzung gefangen nach Zeebrügge eingebracht worden ist. Unsere Streitkräfte sind auch von diesen Unter­nehmungen unbeschädigt zurückgekehrt. Der Feind hat sich aus dem Gebiet der flandrischen Küste wieder zurückgezogen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Die Toten desL 19" sind gerächt. DerKing Stephen", der die Schiffbrüchigen ihrem Schicksal über­ließ, ist von deutschen Seehelden versenkt und seine Besatzung gefangen gesetzt worden. Die Tat des Ka­pitäns desKing Stephen" ist noch in frischer Erinne­rung. Er lehnte die Aufforderung der Besatzung des havariertenL 19", der Hilflos in der Nordsee trieb, zur Rettung ab, weil er fürchtete, die Schiffbrüchigen könnten sich zu Herren seines Schiffes machen. Jetzt stand derKing Stephen" deutschen Seestreitkräften gegenüber, die ihn schnell abtaten. Aber die Deutschen haben das feige, ehrlose Verhalten des Kapitäns nicht vergolten, sondern die Besatzung des englischen Fisch- dampfers ausgenommen und zu Gefangenen gemacht. DeutscheBarbaren" handeln anders wie diefür Kul­tur und Gesittung" dämpfenden Engländer. Im üb­rigen ist dieser Vorstoß gegen die englische Küste von gutem Erfolg begleitet gewesen. Auch unsere Marine­flugzeuge haben wieder gute Arbeit geleistet.

Unter feindlichen Lahnen.

Mus den Erlebnissen einer alten Blücherhusaren von Ludwig Blümde.

38) (Nachdruck verboten.)

Wir sind verloren!" seufzte ich. Nicht einmal einen Stecken besitzen wir als Waffe. Doch der Mann mit dem Barte hegt keinerlei feindliche Absichten, nur Mitleid malt sich in seinen verwitterten Zügen.Habt Er­barmen", redete Golz, der das Russische schon recht gut beherrschte, ihn an.Wir sind nicht Untertanen des Kaisers Napoleon, sondern Preußen, die ihm gezwun­gen folgen mußten."

Da trat der Mann dicht an uns heran, schüttelte sein mächtiges Haupt, das durch das wohl nie geschorene Bart- und Kopshaar noch massiger wirkte, und erwiderte mit tiefer Stimme:

Wenn Ihr auch Feinde meines Vaterlandes wä­ret, so seid Ihr in meinem Elend doch meine Brüder um des Heilands willen. Kommt, folget mir in meine Hütte. Haus und Hof besitze ich nicht mehr, aber Gott hat mich dennoch nicht umkommen lassen mit den Meinen." s

Er schritt uns samt den Hunden voran und der Bursche, ein hübscher, junger Mensch mit frischem, offe« nett Gesicht folgte uns. Den Raum, den wir betraten, nachdem wir eine kurze Stiege hinabgeklettert waren, erwies sich als durchaus nicht so klein, wie ich geglaubt Mtte. Eine alte Frau und ein Mädchen, das sich an einem Kessel mit brodelnder Suppe zu schaffen gemacht, Hauten uns mehr verlegen und mitleidig als über­rascht an. Sie mochten wohl schon öfter Jammerge- 'talten, wie wir es waren, gesehen haben. Freundlich nötigte der Alte uns, auf einem großen Bärenfelle nahe »er Feuerstelle Platz zu nehmen. Ich sah ein Kruzifix m der sonst nur mit Hausgerät, Netzen und Werk- trugen verschiedener Art behängten Wand und ein auf-

Aus dem großen Hauptquartier

s-H Großes Hauptquartier, 26. April 1916. (Amt­lich. WTB.) (Eingegangen 5,30 Uhr nachmittags.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südlich des Kanals von L« Bassee wurde der An­griff stärkerer englischer Slbteilunge« gegen von uns besetzte Sprengtrichter nach heftigem Nahkampfe abge­schlagen. Der M i n e n k r i e g wir- von beiden Sei­ten mit Lebhaftigkeit fortgesetzt. Westlich von Givenchy- en-Gohelle besetzten wir die Trichter gleichzeitig ge- sprengter deutscher nnd englischer Stollen, machten einige Gefangene rnd erbeuteten ein Maschinengewehr.

Erfolgreiche Patronillenunternehmnugen unserer­seits fanden zwischen Vailly nnd Craonne statt.

Ein erwarteter französischer Teilangriff gegen den Wald südwestlich von Ville-aux-Bois wurde abge- f ch a g e n. Es sind 60 Franzosen gefangen genommen und ein Maschinengewehr erbeutet.

Auf der Höhe von Vauquois nordöstlich von Avo- conrt nnd östlich vonToter Mann" waren Kämpfe mit Handgranaten im Gange. Angriffsabsichten des Feindes gegen unsere Gräben zwischenToter Mann" und Caurette-Waldes wurden erkannt und durch Feuer gegen die bereit gestellten Truppen vereitelt.

Oestlich der Maas entwickelten die beiderseitigen Artillerien sehr lebhafte Tätigkeit.

Nordwestlich von Colles (Vogesen) brächte uns ein sorgfältig vorbereiteter Angriff im Besitz der e r st e n und zweiten französische« Linie auf und vor der Höhe 542. Bis in den dritten Graben vor- gedrungene kleinere Abteilungen sprengten dort Zahl­reiche Unterstände. An unverwnndeten Gefangenen sind 84, an Beute zwei Maschinengewehre und ein Minen- werfer eingebracht.

Abgesehen von anderen Fliegerunternehmungeu, belegte eines unserer Flugzeuggeschwader östlich von Clermont die französischen Flugplätze Brocourt und den stark belegten Ort Jnvecourt mit einer großen Zahl von Bomben. Zwei feindliche Flugzeuge sind über Flenry (südlich von Douanmont) nnd östlich davon t m Luftkampfe abgeschossen.

Deutsche Heeresluftschiffe haben nachts die engli- fajcn Befestlgnngs- und Hafenanlagen von London, Colchester (Black Mater) und Ramsgate sowie den fran­zösischen Hafen und die großen englischen Ansbildnngs- lager von Etaples angegriffen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

A« der Front keine wesentlichen Ereignisse.

Ein deutsches Flugzeuggeschwader warf ausgiebig Bombe« ans die Flugplätze von D ü n a b u r g.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

Dom Ssterr^u»Mr.^eneräma2W

Wien, 26. April. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:

Russischer und südöstlicher Kriegs­schauplatz.

Keiue besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Am Südwestrand der Hochfläche von Doverdo kam es wieder zu heftigen Kämpfen. Oestlich von S e l z war es dem Feind gelungen, in größerer Frontbreite in unsere Stellung einzudringen. Als er aber den Angriff fortsetzen wollte, schritten unsere Truppen zum Gegenangriff, jagten ihn bis in seine alten Gräben zurück und vertrieben ihn auch aus diesen in erbittertem Handgemenge. Somit sind auch hier alle unsere ursprünglichen Stellungen in unserem Besitz. 130 Italiener wurden gefangen genommen. Das Ar­tilleriefeuer war an vielen Punkten der küstenländischen Front sehr lebhaft. An der Kärtner Front war die Ge- fechtstätigkeit gering.

Am Col di Lana setzten unsere schweren Mörser ihr Feuer fort. Die Tätigkeit der feindlichen Artillerie hat nachgelassen.

geschlagenes Gebetbuch auf dem Tisch. Die Leute mein­ten es also wirklich christlich mit uns. O, wie atmeten wir in dieser Erdhöhle erleichtert auf! Wie schmeckten uns Brot, Käse und Bärenschinken, von dem uns reich­lich vorgesetzc wurde, vorzüglich! Auch Ziegenmilch be- kamen wir zu trinken. Und dann durften wir auf ivei- chen Fellen sorglos schlummern, bewacht von guten Menschen, die auch das Elend und der Verlust ihrer Habe nicht grausam gemacht. Für ihren Liebesdienst nahmen die Guten am nächsten Tage, als rvir neugestärkt weieter wandern wollten, nicht einmal einen Franken an. Es sei ukn des Herrn willen geschehen, sagte der Hausherr feierlich und begleitete uns dann noch bis zu einer von vielen Fuhrwerken passierbar gemachten, nach Wilna führenden Straße.

Hier stießen wir auf einen Trupp bayerischer In­fanteristen, dem wir uns, da mir uns kräftig genug fühlten, anschlossen. Es ginge gegen den Feind, sagte uns der Führende, und wenn wir noch ein Gewehr zu führen vermöchten, dann sollten wir uns bewaffnen. Jede Kugel dürfte wertvoll sein. Bald hatten wir irns je eine Flinte und eine Patronentasche von am Wege liegenden, wahrscheinlich im Gefecht gefallenen ande­ren Bayern angeeignet. Heftiges Schießen hörten wir bereits seit dem frühen Morgen. Doch fam es zu kei­nen? weiteren Zusammenstoß. Ich sah aber feindliche Reiter wiederholt vor und neben uns außer Schußweite. Kurz vor Wilna wagte am nächsten Morgen ein Kosaken­pulk, uns zu attackieren. Eine Salve genügte, ihn zu zerstreuen und zu eiliger Flucht zu bewegen, obwohl kein Reiter gefallen war.

Am 9. Dezember gelangten wir nach Wilna, und hier sollte es mir endlich vergönnt sein, meine Kame­raden vom preußischen Husarenregtment, die noch lebten, wiederzusehen. Keiner von ihnen hatte es für möglich gehalten, daß ich noch auf Erden weilte. Wir umarmten

aus die englische Offlifte.

Im Sugana-Abschnitt räumten die Italiener am ihre Stellungen zwischen Botto und Roncegno, in denei viel Kriegsmaterial gefunden wurde, nnl zogen sich nach Noucegno zurück.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Die Nitglichkeilen der mneriksnischen Hefe

In einem längeren Artikel derKreuzzeitung", der wie sie hervorhebt, von einem genauen Kenner öe, amerikanischer! Verhältnisse stammt, heißt es zum Schluß:

Wer die Persönlichkeit und Anschauungsweise Wil- sons richtig beurteilt, der konnte sich von vornherein deZ Verdachtes nicht erwehren, daß er auf jede Nachgiebig­keit Deutschlands nur mit weiteren Forderungen am- worten würde, bis man in Berlin das Wort sprechen müsse: bis hierher und nicht weiter. Wenn man sich verständigen will, sendet man diplomatische Schrift­stücke dieser Art schwerlich. Will man die Freundschaft erhalten, so fordert mau keine demütigende und be­schämende Unterwerfung vor der ganzen Welt.

Trotz alledem können wir immer noch nicht an Krie^ glauben nnd dürfen wohl darauf Hinweisen, daß sich während des ganzen Krieges unsere amerikanischen Vor, aussagen als zuverlässig erwiesen haben. Ansgeschlos- sen ist der Krieg ja nicht, aber nach unserem Dafür­halten sehr unwahrscheinlich. Wir glauben, daß nicht einmal Wilson den Krieg will. Ganz bestimmt ist der Kongreß dagegen: in beiden Häusern sind zwei Drittel der Mitglieder sichere Anhänger des Friedens. Der Kongreß ist aber durchaus kein willenloses Werkzeug in den Händen des Präsidenten, dem selbst seine eigene Partei nur zum Teil kaum die Hälfte folgt. Zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen mag es kom­men, weil die Amerikaner sich davon besondere Handels- vorteile versprechen, aber weiter wird man nach un­serer Meinung nicht gehen, selbst wenn die Jingopresse kräftig die Trommel rühren sollte, um uns einznschüch- tern. Die diplomatischen Beziehungen haben indessen längst eine Gestalt angenommen, daß an ihrem Ab­bruch wenig gelegen ist.

DieKöln. Ztg." sagt in einem Berliner Tele­gramm zur deutsch-amerikanischen Spannung: Was un­sere Gegner erhoffen, das lassen bei aller Vorsicht die vorliegenden französischen und englischen Pretzstimmeu erkennen: Sie hoffen auf eine ihnen günstige Wendung ihrer verlorenen Sache. Es liegt aus der Hand, daß die Männer, die über die deutsche Entscheidung beraten, auch diese feindlichen Erwartungen und jede Möglichkeit ih­rer Erfüllung oder Nichterfüllung ebenso sorgfältig in Betracht ziehen, wie alles, was Deutschland zur Durch­führung seiner schweren Aufgabe nützt.

Die englische Presse zur Lage.

w> Amsterdam, 27. April. (T. 1t.) Die englischen Blätter enthalten sich, wie dieVoss. Ztg." Berichtet . immer noch jeder redaktionellen Besprechung der durch die amerikanische Itote an Deutschland geschaffenen Lage. Ihre Berichterstatter in Amerika sehen sie indes doch schon viel ruhiger an und geben aus amtlicher ameri­kanischer Quelle eine optimistischere Stimmung wieder.

Die jüngsten Erfolge unserer Waffen vor Verdun haben, wie der KorrespondenzHeer und Politik" ge­schrieben wird, gezeigt, daß die Einschnürung der Fe­stung immer werter erfreuliche Fortschritte macht. Die Franzosen werden immer weiter gegen den Kern Ber Festung zu gedrängt, wo der eigentliche Gürtel der Forts in Wirkung tritt. Aber noch vorher haben die Franzosen durch rechtzeitige Vorsorge allerlei Möglich­keiten geschaffen, unter Ausnützung des Geländes Bern siegreich vordringenden Feinde Hindernisse aller Art entgegenzutürmen. Die neue und künftige Verteidi­gungsstellung der Franzosen in dem nordwestlichen Teile des Festungsraumes ist uns bereits durch die Mitteilungen der französischen Blätter bis in die ge­nauesten Einzelheiten kund gegeben worden. Wir wis­sen, daß hinter der Stellung mit der Höhe 304 als Mit­telpunkt eine neue Stellung von Ilvocourt über Höhe 310 mit Richtung nach Nordosten bis zum Fort Marre geschaffen worden ist. Von hier aus geht die künftige Stellung der Franzosen weiter nach Osten über die Linie Charny Bras. Hier befindet sich eine eigenar­tige Gestaltung des Festungsringes, der bekanntlich dem Gelände angepaßt ist und aus diesem Grunde südlich dieser Linie' einen tiefen Bogeneinschnitt anfweist, der bis zum Fort Belleville reicht.

sarass®

einander mit den gemischten Gefühlen von Freude und Schmerz, und keiner rnochte dem andern eingestchen, wie elend er sein Aussehen fand. Wandelnde Leichen, Skelette in Lumpen waren wir ja alle noch. Da Golz von seinem Regiment nirgends etwas erfahren hatte und vermuten mußte, daß es ganz ansgerieben sei, so schloß er sich uns an mit» blieb einer der Unsern. In einem recht einladenden Onartier, in dem wir warm und trocken saßen, erfuhr ich so manche erschütternde Einzel­heit über frühere, nun nicht mehr leidende Kameraden. Unser Oberst v. Czarnowsky, der, obwohl todtkrank, sein Regiment doch noch selber in tadelloser Ordnung über die Brücke der Beresina geführt hatte, stab bereits tags darauf. Der Leutnant v. Bonin geriet an des Obersten Sterbebett in Gefangenschaft und wurde, nachdem Ko­saken ihm alles geraubt, in Wilna ins Gefängnis ge. worfen. Sein treuer Bursche, der Husar Heinrich, bet­telte für ihn anf der Landstraße, um ihn vor dem Hun« gertode zu schützen. Das war Beutfcbe Treue, die auch der Jammer und das Elend des Krieges nicht zu töten vermocht hatte. Leutnant v. Bonin und sein Bursche durften, wie ich nicht unerwähnt lassen möchte, später ihre Heimat Wiedersehen.

Hier erfuhr ich auch, daß Napoleon am 5. Dezem­ber Rußlands Schneegefilde bereits verlassen hatte. Un­erkannt sollte er im Schlitten geflüchtet sein. Wie es hieß, war seine Anwesenheit in Paris wegen einer zu befürchtenden Verschwörung dringend notewengig Dort hatte vor wenigen Wochen noch niemand geahnt, wie es um dieGroße Armee" in Wirklichkeit stand. Es wurden glänzende Feste gefeiert, und immer neue Lügen schürfen das Feuer der Begeisterung für Kaiser und Armee zu den hellsten Flamnien, bis dann, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, jenes berühmte Bulle­tin eintraf, das dein entsetzten Volke die völlige Ver- nichtung des ganzen, gewaltigen Heere» verkündete.

Fortsetzung folgt