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Mische Heldevlalen.

Nächtliche Erkundung in KmlanS.

Im Oktol>er 1915 war das 3. Bataillon eines Land- wehr-JnmMerie-Reglments angesetzt, eine starke Fsld- befestigung der Rüsten in Kurland zu nehmen. Infolge heftigen feindlichen Infanterie- und Maschinengewehr- feners kam das Bataillon nirr langsam vorwärts,- Sie 1. Kompagnie sollte darum nach Einbruch der Dunkel­heit in die Schntzennnie des 3. Bataillons eingeschoSen tverden um den Angriff weiter vorzutragen. Irr diesem Augenblick hörte das bis dahin sehr heftige Feuer plötzlich auf, was darauf schließen ließ, daß der Gegner- Sie Dunkelheit zum Rückzüge benutzt hatte. Um festzu­stellen, ob der russische Graben noch besetzt sei, erbot sich der Unteroffizier Sieracki aus Stadtke, Kreis Wirsitz, der Führer eines an die Chaussee vorgeschobenen UN- Leronizierspostens, mit den Landsturmleuten Koch und Goranszcz weiter vorzugehen, um nähere Erkundungen einznzienen. Als sie sich dem russischen Graben näher­ten. iahen sie im hellen Mondschein, daß der Graben nicht vollständig geräumt, sondern streckenweise besetzt war. Sie gingen trotzdem mutig auf den Graben zu. Durch das forsche Auftreten der Patrouille eingeschüch- tert, wagten die Russen keinen Widerstand zu leisten. Sie kamen aus ihrer Stellung und gaben sich gefangen. Die nur drei Mann starke Patrouille konnte sich darauf mit achtzehn russischen Gefangenen zu ihrer Kompagnie zurückbegeben. Für ihr tapferes Verhalten wurden die braven Leute mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Ein tapferer Unteroffizier.

Am 25. September 1915 griffen die Feinde die Stellung des Infanterie-Regiments von Winterfeldt (2. Oberschlesischesi Nr. 23 an, wurden aber an allen Stellen blutig abgewiesen. Erst nach mehrmaligen Bor­stößen gelang es dem Gegner, am linken Flügel der 11. Kompagnie mit sehr starken Kräften einzuoringen. Der ' Unteroffizier Gryger (aus Cwiklitz. Kreis Pleß), welcher mit nur wenigen Leuten bis zum letzten Augenblick auf den ein drin gen den Gegner feuerte, sah sich plötzlich von vielen Feinden umringt. Durch einen kühnen Sprung itBer die Rückenwehr konnte er sich noch in Sicherheit bringen. Auf Umwegen gelang es Gryger, obwohl ihm der Feind sehr lebhaft nachschoß, bis zur Bereitschafts­stellung zu kounnen, wo er Verstärkung erbat. Von hier begab er sich zurück auf den rechten Flügel der Kom­pagnie und feuerte dort durch fein Beispiel solange seine Kameraden zum Ausharren an, bis der feindliche An­griff abgeschlagen war.

Ein schneidiger Zugführer.

In der Champagneschlacht, am 28. Februar 1915, be­merkte der Offizier-Stellvertreter Eichner aus Breslau von der 1. Kompagnie eines Schien sehen Infanterie- Regiments, die auf dem rechten Flügel des Bataillons lag, daß der Feind beim rechten Nachbar-Regiment durch- gebrowen war, sodaß die Kompagnie in Gefahr schwebte, rbgeschnitten zu werden. Eichner meldete dies sofort und ging mit fernem Zuge hinter der Stellung entlang, dem in immer dichteren Kolonnen durchdrängenden Feind in die Flanke. Trotzdem die Franzosen ein ra­sendes Feuer auf den ausgeschwärmt über die Ebene vorgehenden Zug, dem sich noch ein Zug der 3. Kompag- are anschlotz, eröffneten, ging Eichner mit geschwungenem Degen unter Hurrarufen, seinem Zug weit vorauseilend, legen den überlegenen Feind vor, um feinen Kamera- ant aller Kraft wieder auf und stürmte, seine Leute an- euernd, mit erhobenen Degen wieder vor. Da ereilte hn ein zweites Geschoß und verwundete ihn schwer an leiden Oberschenkeln, sodaß er nicht mehr weiter konnte.

EWnsr erhielt bereits imOktover 1914 das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Anstriche in Mnnlenegr«.

Der ungarische Korespondent desNieuwe Rot- kerdamsche Courant" schreibt aus Cettinje unter dem 19. März im Abendblatt B vom 11. April: Nachdem Oesterreich Besitz von Montenegro ergriffen hat, ist dort wieder Ruhe eingekehrt. Der Verkehr zwischen den Of­fizieren beider Armeen ist zwar nicht freundschaftlich, aber durchaus korrekt. Die Soldaten haben die Waffen mit wenig Ausnahmen in Ruhe abgeliefert, so daß kein Montenegriner mehr eine moderne Waffe hat.

Es herrscht im Lande Unzufriedenheit darüber, daß man keinen endgültigen Frieden geschlossen hat und infolgedessen das Land von österreichisch-ungarischen Truppen besetzt bleibt. Für die Flucht des Königs fehlt dem Volke das Verständnis. Kaum, nachdem er seinem General Janko Woekotits erklärt hatte:Ich will mit meinem Volke sterben oder siegen!" verließ er fein Land. Die Wut des Volkes wird dadurch gesteigert, daß der Ministerpräsideut Lazar Mijoeskovitz mit dem König floh und das Volk in den Glauben versetzte, als als ob sämtliche Generale und Minister geflüchtet seien. Prinz Mirko war hierüber so aufgebracht, daß er eine Gegenerklärung unterzeichnete. Die zurückgebliebenen Minister und die Majorität der Kammer wollten den König absetzen und den Prinzen Danilo als König ausrufen. Das wurde durch Oesterreich inhibiert, um im Auslande nicht den Glauben zu erwecken, als ob dies auf Befehl Oesterreichs erfolgt sei.

Schon vor dem Kriege war man mit dem König nicht ganz zufrieden. Er war körperlich und geistig geschwächt. Seine dreißigjährige Tochter Xenia mit dem wenig beliebten Sekretär des Königs, Peter Plance- nats, führten die Zügel der Regierung. Das Volk verstand auch nicht, daß der Kronprinz Danilo seinem Vater nicht half. Vater und Sohn vertrugen sich nicht. Bei AusbruÄ des Krieges kam der Kron­prinz ins Land, verließ es aber bald wieder. Bisher war Prinz Mirko der Abgott des Volkes. In ihm sah man die Zukunft des Landes. War er doch verheiratet mit einer serbischen Prinzessin, die ihm drei Kinder gebar, während Danilos Gattin. eine Mecklenburgerin, kinderlos blieb. Doch hat Mirko derartig ausschwei­fend gelebt, daß seine Gemahlin sich von ihm zurück­gezogen hat und er selbst jetzt ein gebrochener, tranter Mann ist, der alles Ansehen im Volke verloren bat. Man wollte ihn schon selbst mit Zustimmung des Va­ters aller Würden entkleiden. Nur der jüngste Sohn Peter führte während des Krieges ein eigenes Kom­mando, besitzt aber absolut keine Willenskraft. Ebenso ist die Königin vollständig bedeutungslos, so daß schließ­lich alles unter dem Einfluß der Prinzessin Pensa und ihrer in Rußland verheirateten zwei Schwestern stand.

Die Stimmung in der Armee war bereits vor der Flucht sehr gedrückt. Bei der letzten Rede des Königs an sein Heer riefen die Soldaten:Gib uns Brot, sonst können wir nicht sümpfen!" Die Flucht des Kö­nigs war gut vorbereitet. Der König verließ Podgoritza in der einen Richtung, Prinz Peter in der anderen. Man traf sich in Plavnitzi am Meer vor Skutari und suchte gemeinsam das Weite.

Heute ist die Stimmung so, daß das Volk seinen König nicht zurückhaben will. Die Bevölkerung hat kei- bezahlt. Wer arbeiten will, findet Arbeit. Der Tage­lohn beträgt drei Kronen. Lebensmittel können die Montenegrrner aus den Militärmagazinen kaufen, zu denselben Preisen, wie die Höchstpreise in Oesterreich

sind. Nur die Geldfrage macht Sorge. Es sind 17 Mil­lionen Papiergeld in Umlauf, womr dre Deckung.fehlt. Oesterreich studiert die Frage nnt Sorgfalt,- man glaubi sie lösen zu können. r .,

Die Montenegriner glauben nicht, daß Oesterreich ihr Land annektieren wird. Mit einer gewissen Ab­hängigkeit wird man sich absurden, wenn Montenegro Skutari und das Gebiet von Jpek und Diakova be­kommt. Vor allem will Montenegro nach dem langen Kriege Ruhe haben. Es hat keine Angst vor der Ab­hängigkeit: denn auch vor dem Krrege war das Land nicht frei, sondern abhängig von Serbien, welches wohl das Heer bezahlte, aber für das Volk Nichts tat. Jetzt, unter Oesterreich, kann das Volk Geld verdienen.

So herrscht in Montenegro nicht nur Ruhe, das Volk sieht auch mit Vertrauen in die Zukunft.

WalSweide bei ZWeinen.

Kürzlich wurde mitgeteilt, daß der Landwirtschafts­minister in diesem Jahre die Staatsforsten erneut in entgegenfommendfter Weise für den Eintrieb von Wei­devieh zur Verfügung gestellt hat. Im Hinblick hierauf find die im vorigen Jahre mit der Waldweide bei Schwei­nen gemachten Erfahrungen von Interesse, die Oekono- mierat Zollikofer-Hannover in den Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft" ausführlich dar- legt.

Diese Erfahrungen dürfen als recht günstig bezeich­net werden. Durch den Weidegang wurde eine Futter­ersparnis erzielt, die in der futterknappen Zeit eine wichtige Erleichterung bot und wodurch nicht wenige Schweine der Zucht erhalten oder der späteren Mast An­geführt werden konnten, die sonst vorzeitig hätten ab­geschlachtet werden müssen. Am meisten Nahrung bietet sich in Laubwaldungen oder Waldungen mit gemischtem Bestand, doch empfiehlt sich auch der Eintrieb in reine Nadelholzwaldungen, da auch eine geringe Futtererspar- Nis ins Gewicht fällt und der Weidegang außerdem eine gute Einwirkung auf den. Gesundheitszustand der Tiere ausübt. Die Nahrung, die die Schweine im Walde fin­den, besteht aus einer Reihe verschiedener Gräser au lichten Stellen und an Wegen, aus frischem Laub von Buschwerk oder niederhängenden Zweigen, aus Futter- reißig, Kräutern, Wurzeln, Beeren, Insekten, Larven, Raupen, Würmern, Schnecken, Pilzen, ferner verschie­denen Baumtrüchten, besonders Eicheln und Bucheckern.

Bei der Neueinrichtung der Waldweide für Schweine werden die erforderlichen Schritte, wenn nicht andere dazu geeignete Organe vorhanden sind, zweck­mäßiger Weise von der Gemeinde aus getan. Ueber- all, wo ein gemeinsamer Austrieb stattfindet, sollte man darauf bedacht sein, eine genügend große Herde zu bil­den, da sich dann die Unkosten verhältnismäßig niedri­ger stellen. Freilich soll man schon mit 40 oder 5C Schweinen den Weidegang aufnehmen, doch bilden Her­den von 100 bis 150 Tieren den geeignetsten Durch­schnitt,- mit Unterstützung eines guten Hundes kann ein tüchtiger und geübter Hrrte bis zu 150 und noch mehr Schweine im Walde hüten, und keinesfalls werden die Unkosten ein Hindernis für die Einführung der Wald- weide sein, denn der Aufwand ist bei einer nicht gar zu kleinen Herde sehr gering im Verhältnis zu den Vorteilen. Bei einigermaßen ergiebiger Waldweide wird der Aufwand für das aus -der Hand zu reichende Futter beträchtlich vermindert. In manchen Fällen ist festgestellt, daß sich, abgesehen von der Zeit des Eichel- salles, die Hälfte oder auch bis % des sonst gegebenen

Waldweide nicht nur das Durchhalten der Zuchtschweine wesentlich erleichtert, sondern auch bei solchen jungen Schweinen, die man später in die Mast einstelleu will, großen Nutzen bringt.

MkurMsahm.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Gastwirts und Landwirts Justus Strippe! und seiner Ehefrau Anna Barbara geb. Hellwig in Obergeis ist in Folge eines von den Gemeinschuldnern gemachten

Vorschlags zu einem ZwangsvergleicheVergleichs- termin auf

den 15. Mai 1916

vormittags 9 Uhr vor dem Königlichen Amts­gericht in Hersfe ! d Zimmer Nr. 5 anbe- raumt.

Der Vergleichsvorschlag und die Erklärung des Gläubigerausschusses ist sind auf der Gerichts­schreiberei des Konkursge­richts zur Einsicht der Be­teiligten niedergelegt. I. N. 2e/14

Hersseld, den 22, April 1916. Der Gerichtsfchreiber des Königlichen Amtsgerichts

Abt. I.

Anderer Termin zur Versteigerung der in Hersfeld belegenen, im Grundbuchs von da Band 47 Blatt Nr. 2021, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsver­merks auf den Namen des Gastwirts Geisel Neuhaus in Hersfeld eingetragenen

Grundstücke:

1. Ktbl. A. Nr. 1325/538 Am Markt Haus Nr. 227

2 ar 70 qm groß

a. Wohnhaus mit

Hofraum

b. Waschhaus.

C. Holzstall

d. Abort mit Pissoir

2. Ktbl. A. Nr. 537 Hausgarten daselbst 6 ar 13 qm groß wird bestimmt aus den

22. Mai 1916, vormittags 9 Uhr

im Zimmer Nr. 5 des unterzeichneten Gerichts.

Hersfeld, den 19. April 1916.

Königliches Amtsgericht, Abt. IL

Danksagung.

Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben teueren Entschlafenen sagen wir allen, auch Herrn Pfarrer Scheffer für die trostreichen Worte, unseren tiefgefühltesten Dank.

Hersfeld, den 26. April 1916.

Die tieflrauernden Hinterhlieöenen Frau Marie Oito, geb. Dehnhard Berta u. Emilie Otto.

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Lanterbach, 20. April 1916.

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