M der belgischen Küste.
«-^Rotterdam, 26. April. (T. U.) Ueber eine erneute Beschießung der belgischen Küste durch feindliche Kriegsschiffe werden Sem „Nieuwe Rotterdamschen Cou- rant" laut „Dtsch. Tgztg." folgende Einzelheiten gemeldet: Aus Vlissingen kommt die Nachricht, daß gestern nachmittag die belgische Küste erneut bourbardiert wurde. Man konnte von Vlissingen aus mit bewaffnetem Auge deutlich die Kriegsschiffe, erkennen, die ihre Geschosse gegen die deutschen Stellungen am Meere schleuderten. Die deutschen Batterien erwiderten das Feuer kräftig. In dem Rauch und Qualm, der die feindlichen Kriegsschiffe einhüllte, sah man die deutschen Granaten tüchtig platzen, was bewies, daß die deutschen Batterien gute Treffer gemacht haben «»atzten. Wie lange der Kampf dauerte, wird nicht berichtet.
Englische Klagen.
lv-r- Haag, 26. April. (L.-A.) Der englische „Labour Leador" klagt über die Art, wie man mit den Leuten verfahre, die sich aus gewissen Gründen weigerten, Dienste zu nehmen. Das Blatt weist ferner darauf hin, daß verschiedene radikale Blätter in letzter Zeit nachgewiesen hätten, daß nicht der Mannschaftsmangel, sondern die «rangelnde Ausbildung der Offiziere und Unteroffiziere an dem Ausbleiben militärischer Erfolge schuld sei.
Lloyd George droht mit Rücktritt.
Lloyd George wolle, einer Londoner T. U.-Meldung zufolge zurücktreten, wenn die Liberal«» mit ihren Angriffen auf ihn nicht aufhören sollten, zumal auch sein Streben, bei dem Problem der Dienstpflicht nur seinen eigenen Willen durchzusetzen, bei einigen seiner Mt- nisterkollegen viel Bitterkeit hervorgerufen habe.
Der Türkenkrieg.
Die nahestehende Katastrophe von Kut el Amara.
Aus London verlautet nach dem „Hbg. Frdbl.": Infolge des unglücklichen Gefechtes am Ostersonntag gilt K«t el Amara für verlöre«. Die Lebensmittel gehen auf die Neige. Die englische Presse bemüht sichj, hervorzuheben, daß General Paget durch die Fesselung bedeutender feindlicher Streitkräfte sich ein großes Verdienst erworben hat.
Nach der „Frkf. Ztg." meldet der „Corriere öella Sera": Der Fall von Kut el Amara mit 10 000 Mann Besatzung wird als ««mittelbar bevorstehend angesehen, nachdem die letzten Ausfälle der Besatzung nicht einmal die türkischen Hauptstellungen erreicht haben, sondern bereits vor den Vorstellungen abgeschlagen worden sind.
Rumänien und Griechenland.
Die endgültige Stellungnahme Griechenlands bevorstehend.
Die im allgemeinen gut unterrichtete „Hestia" schreibt einer Athener T. U.-Meldung zufolge: Die endgültige Stellungnahme Griechenlands gegenüber dem Stiege sei in den nächsten Tagen zn erwarten, die Entscheidung reife heran.
Die rumänische Königin über den Krieg.
Für eine von dem Vizepräsidenten der Kammer- Ion Filipescu neu gegründete rumänische Zeitschrift hat Königin Marie einer Bukarester T. U.-Drahtung zufolge einen Beitrag geliefert, der folgendermaßen lautet: „Im gegenwärtigen Kriege rächt sich die Ma- - K'HR WiMHWWi^ findungen, um ihm «och einmal zu zeigen, wie nein er in Wirklichkeit jetzt einer Macht gegenttbersteht, die er selbst entfachte und nun nicht mehr beherrschen kann. Es gibt keinen Menschen von Fleisch und Blut, und sei er ein noch so großer Held, der sich mit dem messen könnte, was menschliches Gehirn geschaffen hat, um den Mitnreuschen zu vernichten^. Sein eigenes Werk erhebt sich gegen ihn und entreißt seiner Hand den Sieg. Der Mensch hat Dinge erfunden, die stärker sind als seine Macht .Heute lernt der Mensch öre ewige Wahrheit kennen, daß seine eigene Kraft eine beschränkte ist.
Wirtschaftliche Au«äher«na zwischen Bulgarien und Rumänien.
Die rnffophile Bukarester „AMunea" schreibt: Zwischen RuMnien und Bulgarien sind Verhandlungen wegen eines wirtschaftlichen Abkomnrens im Gange. Anscheinend ist sich Vratianu über die Stellungnahme Rumäniens nunmehr schlüssig geworden und hält die Zentralmächte für die endgültigen Sieger.
Erinnerungen an von der Goltz.
Die „Frkf. Ztg." meldet aus Konstantinopel: „Ich werde wohl kaum mehr aus Mesopotamien zurückkehren. In so hohem Wer bezahlt man solche klimatischen Luftveränderungen meist sehr teuer. Aber die heilige Pflicht steht obenan." Das waren die letzten Abschieds- worte, die der große Stratege und glühende Freund des osmanischen Volkes uns zurief, als wir einige Tage nach dem Hinscheiden des Botschafters Baron von Wan- genheim dem Marschall v. d. Goltz-Pascha auf dem Bahnhof von Haidarpascha das Geleite gaben. Während das Ehrenbataillon falutierte und die Fahnen sich senkten, trat der greise Feldmarschall nochmals auf das Ilus- sichtsaMeil seines Salonwagens. Nach dreiwöchentlicher Reise durch Syrien, Palästina und Arabien, während der das osmanische Volk überall in ehrlichen, großartigen Huldigungen wetteiferte, trat v. d. Goltz-Pafcha in Bagdad gleich an seine bedeutungsvolle Tätigkeit heran.
Die Trauer um den Verstorbenen ist eine wahr- bafte, das ganze Land umfassende. Sie gelangt dadurch zum Ansdmck, das beschlossen wurde, im Mfttelpuukie Stambuls einen prächtigen Monumenialbrunnen zu seinem immerwährenden Andenken zu errichten, ferner daß feine große Büste im Gebäude des türkischen Ge- ncralstabes ausgestellt wird. Ueber den Transport der irdischen Hülle siud noch keine, Anorimungen getroffen. Sowohl der kaiserliche Hof wie ine Regierung wollen ihre Dankbarkeit diesem größten Freunde der Türkei auch nach denr Tode dauernd bewahren und ihm in der Hauptstadt des Kalifats eine würdige Ruhestätte bereiten.
Im Kampf mit einem Uboot.
Warum der „Golb«louth" verseukt wurde.
Ueber die Versenkung des bewaffneten englischen Dampfers „Goldawuth" am 81. Marz erfährt die „Telegraphen-Uuton" an zuständiger Stelle „folgendes: Lte Besatzung des $>anuW wurde zunächst durch Mgualschutz zum Verlassen des Schiffes aufgefordert. Da der Dampfer diese Ausfm-derung unbeaMet lietz, wurde ein Warnungsschutz gefeuert. Hierauf eröffueje der Dampfer sofort das Feuer auf das U-Boot. Es entspau« sich ein halbstündiges VerfolgunssMecht, in Dessen Verlauf der Dampfer acht Treff«, erhielt. Alsdann veätetz die Besatzung das Schiff, das darauf versenkt wurde. Von der Besatzung, deren Leben der Kapitän in Besolgung der Anweffuua der englischen KWtiU rücksichtslos aufs Spiel Ä Wie, wurde
Er Mann schwer verwundet. Die Geschütze des Dampfers wurden durch zwei Matrosen der englischen Kriegsmarine bedient. Der Kapitän des Dampfers, der es unternommen hatte, ein deutsches Kriegsschiff anzu- greifen, ist als Gefangener eingebracht worden.
Japans Stellung im fernen Osten.
Das russisch-japanische Uebereinkommen.
B« Besprechung der Meldung von dem russisch- lapanrschen Uebereinkommen erklärt, wie die „Kölnische Zeitung" meldet, die „Jöea Nazionale", Japan habe von den außerordentlich günstige« Bedingungen, die ihm zum ersten Male volle Handlungsfreiheit im Osten verichaffen, ausgiebigen Gebrauch gemacht. Schon bei der Einnahme Krautschous. habe es sich der Vorherr- ichaft und handelspolitischer Beziehung in den südlichen Provinzen Chinas bemächtigt. Nachdem es die Entwaffnung russischer Küstenbefestigungen sowie die wichtige Eisenbahnkonzession erlangt, sei es klar, daß, wenn einmal Friedensschluß erfolge, Japan Sie unbe- dttigte Vorherrschaft im äußerste« Osten an sich reiße. Deshalb sei das neue Abkommen von einer gewaltigen Tragweite.
Die chinesischen Wirre».
Die „Schlesische Zeitung" meldet: Nach Pekinger Nachrichten der holländischen Zeitungen besteht kein Sweffel darüber, daß die fortgesetzte Revolution in Hina das ausschließliche Werk Japans «nd Rußlands ist, von denen sie auch finanziert werden. Beide Mächte wollen die vollständige Entfernung Juanschikais aus China, weil sie davon die Gelegenheit erwarten, im Trüben zu fischen.
Kriegsatterlei.
Spanische Kriegsmaterialbestellungen in Amerika.
Die spanische Regierung hat, wie . das Neuyorker „Journal of Commerce" erfährt, in den Vereinigten Staaten große Mengen Kriegsmaterial, besonders Maschinengewehre und Munition bestellt. Ein Teil der Bestellungen ist bereits ausgeführt.
Rene Russenlaudung in Marseille.
Eine Havas-Meldung aus Marseille besagt: Ein Postdampfer mit einer neuen russischen Tr«ppe«abtei- lung ist Hier eingetroffen.
Ueber die Wirkung der deutsche« Zeppelinangriffe gehen dem „B. T." Aeußerungen eines in Hull lebenden schweditzh-englischen Kaufmanns zu, die u. a. besagen, daß sich auf die Dauer die Geduld der Bewohner erschöpfe. Die Verheerung durch die Flugschiffe wirke verstimmende Das Kriegselend habe angefangen sein Haupt zu erheben.
Husarenfeldwache.
An einem Septembermorgen wurde die im Walde bei X. liegende Feldwache der 5. Eskadron des Hufaren- Regiments Königin Wilhelnsina der Niederlande (Hannoversches) Nr. 15 um 5 Uhr morgens überfallen. Es war dem Gegner gelungen, durch das dichte Unterholz, dicht an das Gehöft, in dem die Feldwache lag, heranzukommen und es teilweise zu umgehen, um es dann beim Morgengrauen zu stürmen. Die kleine Seldwache versuchte sich zu verteidigen, wobei der ührer, Unteroffizier Bdckmann, fiel, mußte aber dann der Uebermacht weichen. Dem Husaren Wangelin aus Spoigendorf bei Plaaz, der den Rückzug der Kameraden durch Ausharren an seinem Platze bis zum letzten mKUE-btick. L»«ÄtzM!Ssl»«g es- mit noch sich auf einen Dachbalken über dem Hausboden zu retten, wo er den ganzen Tag den Nachforschungen der Feinde verborgen blieb. Gegen Mitternacht, als alles im Hause ruhig war, kletterte er von seinem Dachbalken herunter, schlich sich durch die am Boden schlafenden Gegner hindurch ans Fenster, sprang hinaus und entkam trotz heftiger Verfolgung.________
Amerikas Kriegsflotte.
Ein amerikanischer General über die eigene Flotte.
Wie die vom amerikanischen Senat beschlossene Ausgestaltung der Armee der Vereinigten Staaten — über deren Zustand und Leistung das mexikanische Unternehmen soeben ein herbes Urteil gefällt — ist auch die Möglichkeit der Betällgung der amerikanischen Flotte in den europäischen Gewässern heute noch ein Stück Zukunftsmusik. Kein Geringerer als der Präsident der Militär-Akademie, Konteradmiral Austen Knigth, ist es, worauf die „Kölnische Zeitung" hinweist, der im Flottenausschuß des Repräsentantenhauses entwickelt hat, daß die amerikanische Marine heute nicht mehr imstande sei mehr als 50 Prozent ihrer Schiffe und Kanonen zum Einsatz zu bringen, da es für mehr an Mannschaften mangele. Selbst wenn man Schiffe und deren Bemannung qualitativ denjenigen jeder andern Flotte als ebenbürtig betrachte — was wir bei Zahl, Leistung und Bemannung der Unterseeboote nicht als zutreffend ansehen — bedürfe die Marine einer sofortigen Steigerung des Mannschaftsstandes um 25 000 Köpfe. Sollte — so führte der Admiral aus — die atlantische Flotte jetztplötzlich den Auftrag erhalten, die ganze atlantische Küste vor Angriffen zu schützen, so würde Mangel an Mannschaften ihr nicht erlauben, alle ihre Schiffe zur Verwendung zu bringen. Mangel an Aufklärern und großen Schlachtkreuzern würde sie zwingen, dem Feinde „mit verbundenen Augen" entgegenzugehen. Was aber für die Verteidigung zutrifft, gilt erst recht doppelt für eine Offensive. Nach den Ausführungen Knigths hält es der Admiralstab für unerläßlich, die amerikanische Flotte bis 1925 zu befähigen, es mit der stärksten Flotte der Welt aufzunehmen und dazu zwei Flotten für nötig. Eine im Atlantischen Ozean, prächtig genug, um jedem Feinde entgegenzutreten, und eine im Stillen Ozean, welche an Stärke der britischen nur wenig nachstehen dürfte. Im ganzen würde also die als nötig betrachtete Seemacht die britische noch überholen müssen, um die Vereinigten Staaten gegen alle denkbaren internationalen Verwicklungen schützen zu können. Davon ist sie heute an Material, Bereitschaft, Stützpunkten und Bemannung noch weit entfernt.
Vermischtes.
Ein Erholungsheim für kriegsverletzte Turner wird non Leipzig aus erstrebt. Wie sich der Ausschuß für das Grabdenkmal JahuS 1857 im Allgemeinen Turnverein zu Leipzig bildete, so ist es auch jetzt eine Bereinigung älterer Turner desselben Vereins, die tatkräftig und . werbend für das Erholungsheim eintritt Und wiederum hat mau an Freyburg a. U. gedacht. Die Mittel für das Erboluugsheim sollen durch den Verlaus von Goetzbil- deru, Marken und Goetzkarten innerhalb der Turuer- schaft ausgebracht werden. v . „
Tragischer Tod eines ArtiUcrlehauptmanns. Der in Erlangen auf Urlaub befiudlrche Artilleriehauptmamr Em. Rofenberger wurde, als er bei der Einfahrt des Baurberger Zuges zu nahe am Gleis stand, von der Maschine am Mantel erfaßt, unter den Zug gezogen ruid sofort getötet. Die Frau, dw er am Arm hatte, konnte eben noch gerettet werden.
Sommer-Mittagsschlntz in den Kolonialwarenge- schäfien. Der Verband der Grotz-Berliner Kolonialwaren-- und DelikatesseMindler hat den sreiwilliaen «Schluß der Kolonialwarengeschäfte in den Monatsn Mai, Jum
Kriegsmarine bedien
Juli und August in der Zeit zwischen 12 bis 2 Uhr vs schloffen.
In der Kampffront. In der „Neuen Zürcher Zei- tung" schreibt ihr Kriegsberichterstatter Karl Müller nach Mitteilungen eines bayerischen Artillerieoffiziers: In der deutschen Kampffront ist eine neue Kriegsindustrie, man kann sie Schützengrabenindustrie nennen, entstanden. Aus den Schrapnellbleikugeln, die die Franzosen herübersenden, gießen die Deutschen Bleisoldaten. Die Formen dazu lassen sie sich aus Deutschland kommen. Andere feilen aus Granatsplittern hübsche, kunstvoll geformte Brieföffner oder Falzmesser. Wenn dann diesen Industriearbeitern im Schützengraben oder Unterstand zuweilen der „Rohstoff" ausgeht, so erhebt sich ein lustiges Streiten. Wir sollten doch den Franzosen sagen lassen, sie möchten uns wieder einige Schrapnells herüber- schicken, meint der eine, der Bleisoldatengietzer. Nein, Granatsplitter sollen sie senden, erwidert der andere, der Fabrikant von Brieföffnern. Der Humor ist unversieg- lich im Kriege. Und es ist wohlgetan. Von einer noch hübscher« Episode wurde mir in Metz erzählt. Man erinnert sich, daß zwischen den sich auf Rufweite gegenüberliegenden deutschen und französischen Schützengrä- benbesatzungen an nmnchen Orten eine fast gemütliche Unterhaltung und Kameradschaft entstanden war, die hie und da zu weit ging, so daß beiderseits Verbote erlassen wurden. Eine gegenseitige Unterhaltung aber ist nicht verschwunden und nicht verboten: das ist die Musik im Schützengraben. Davon eine allerliebste Probe. In einer deutschen Stellung liegt, hart vor der französischen Linie, ein Offizier, der ein ausgezeichneter Geiger ist und seinen deutschen Kameraden oft in seinem Unterstand oder im Schützengraben seine Weisen aufspielt. Dann wirds auch drüben stille und die Franzosen hören den wunderbaren Klängen, die der Deutsche seinen Saiten entlockt, mit gespanntem Ohre zu.
Witze vom Tage. Der leutselige General. Exzellenz fährt von der Stellung zurück, bemerkt unterwegs einen in gleicher Richtung marschierenden Landwehrmann, läßt halten und lädt Usn ein, neben ihm Platz zu nehmen, nachdem er gehört, daß er in das nahe Städtchen müsse. „Nun, was tun Sie in Gruski?" fragt nach längerer Zeit der leutselige General. „Ich gehe zur Entlausung, Exzellenz." — Unverfroren. Gast: „Wie können Sie es gestatten, daß man hier von dem zudringlichen Kerl angebettelt wird?!" Wirt (gutmütig): „Na, geben Sie ihm nur a Kleinigkeit — was er stiegt, das versaust er ja auch alles bei mir!" — Ermahnung. Hochstapler (zum Sohne): „Auf vier Sachen mußt ö' immer halten — daß du die hast: AM goldenen Ring mit Bril- lauten, Zylinder, Pelz und einen guten Verteidiger!"
(„Fliegende Blätter".)
Aegierungserlaß über Sie IlelschkiiW-heil.
Einschränkung im Verbrauch vo» frischem Fleisch.
Die Ursachen der augenblicklichen Fleischknappheil werden ausführlich in einem gemeinsamen Erlaß behandelt, den die preußischen Minister für Handel, Landwirtschaft und des Eimern an die Oberpräsidenten gerichtet haben. Ueber den jetzigen Fleischmangel heißt es darin:
„Wenn auch über den jetzigen Stand unserer Viehhaltung erst das Ergebnis der Viehzählung vom 15. April eilt klares Bild geben wird, so kann doch angenommen werden, daß die noch vorhandenen Bestände zur Deckung des Bedarfs des Heeres und der Zivil- bevölkerung bei entsprechender Mäßigung der Ansprüche genügen werden. In wenigen Monaten werden sicherlich wieder ausreichende Bestände schlachtreifen Viehs verfügbar sein. Für die nächsten Monate aber, bis etwa 1. Juli, muß aus naheliegenden Ursachen die Beschaffung des erforderlichen Schlachtviehs an vielen Stellen auf Schwierigkeiten stoßen. Infolge des großen Futtermittelmangols sind die Bestände an schlachtreifen Schweinen zurzeit außerordentlich gering, dagegen die Aussichten auf die Erzeugung zahlreicher Ferkel dank der getroffenen Maßnahmen für die nächsten Monate sehr günstig. Aus dem gleich«» Grunde haben die Landwirte von ihren Rindviehbeständen, was zur Schlachtung geeignet war, größtenteils in den letzten Monaten abgestotzen. Tieienigen Tiere aber, die sie bis jetzt durchgehalten haben, gerade jetzt, wo Weide und Grünfutter vor der Tür stehen, zur Schlachtbank zu führen, wäre unwirtschaftlich, weil sie infolge des Futtermangels meist sehr mager sind, während sie sich in einigen Monaten auf der Weide wieder gut aufge- füttert haben würden. Hieraus erklärt sich auch der Umstand, daß die B i e h h a n d e l s v e r b ä n d e gegenwärtig in den meisten Provinzen nur sehr geringe Breh- mengen freihändig erwerben können. — Diesen Verhältnissen wird, soweit es die Deckung des Fleischbedarfs irgend zuläßt, in den nächsten Wochen Rechnung getragen werden müßen. Wir hoffen, daß auch das Heer in Würdianng dieser Umstände seinen Bedarf für diese Zwischenzeit auf ein Maß einschränken wird. Verhandlungen mit dem Kriegsminister sind im Gaug^
Aber auch bei dem Verbrauche der Zivilbevölkerung wird die Zahl der zugelassenen Schlachtungen in der nächsten Zeit nicht immer voll erreicht werden können. Auch die Zivilbevölkerung wird sich hiermit, wie mit anderen Opfern, die der Krieg ihr auferlegt, abfinden müssen. Es wird die Einschränkung im Verbrauche von frischem Fleisch auch dadurch erleichtert werd«:, daß zum Ersatz auf die vielfach noch vorhandenen Vorräte an Fleisch und Fleischwaren, insbesondere auch an Fleischkonserven, aushilfsweise zurückgegriffen werden kann." t .
Zum Schluß werden die Oberpraydenten criudif, die BiebbandelSverbände in dem Bestreben nach Möglichkeit zu unterstützen, dem unbedingt notwendigen Bedarf des Heeres und der Zivilbevölkerung, besonders der schwer arbeitenden Bevölkerung in den Industriegebieten und Großstädten, zu dienen.
Weitere Drahtnachrichten.
Schwere Unruhen in Dublin.
6—i> London, 25. April. (WTB.) Der Chefsekretär für Irland gab im Unterhause bekannt, daß gestern in Dublin schwere Nnrnüen ausgebroche« seien. Soldaten seien angekommen, die jetzt die Lage völlig beherrschte». Etwa zwölf Personen, darunter vier oder fünf Soldaten, hätten ihr Leben verlöre». Das Haus hielt darauf eine geheime Beratung ab.
Eine russische Stimme über das Seutsck-rnmänisckc Abkommen.
** Stockholm, 26. April. (T. u.) Im Gegeusatz zu itctHentüben und englischen Emcmcmäucni erkennt dem „B. T." zufolge die „Rowoje Wr«uja" die Bedeu- tnug des rnmänisck-deulschen Abkommens an mit schreibt: Das Abkommen sei ein Meter D-blag für die Blockade und parallcsiere teilweise die Bemüdnnge« bet englischen Marine, die Getreideznfnhr nach Denffchianr zu verhinder«. _