MsWeu kaM"Mrd die vorkorunren dürften. — Der Minister des Innern empfing die Deputierten und versprach ihnen, daß die Regierung sich mit der Lösung dieser Frage beschäftigen wird. In der Gewerkschaftsleitung „La Bataille" vom 8. April veröffentlicht der Arbeiterführer Jouot einen alarmierenden Artikel über den gleichen Gegenstand. „Die Stunde ist ernst," schreibt Jouot, „das Matz ist voll. Die passive Haltung der Massen ist zn Ende."
Rußland droht Rumänien.
Die „Wiener Allgemeine Zeitung" meldet aus Sofia: Der „Mir" erfährt aus unterrichteten Kreisen, daß die russische Regierung dem rumänischen Ministerium des Aeutzern offiziell mitteilen ließ, daß, wenn Rumänien die Warenlieferung und die Getreideausfuhr an die Mittelmächte nicht sofort einstelle, die diplo- matrschen Verbindungen zwischen Rußland und Rumänien eingestellt werden und die Donau durch Flutz- minen gesperrt wird. Rußland stelle Rumänien die Erfüllung seiner nationalen Wünsche sicher, ohne daß Rumänien in den Krieg eingreifen müßte. Auch sei Rußland bereit, Rumänien Kohlen zu liefern, aber alles nur unter der Bedingung, daß Rumänien jeden Verkehr mit den Mittelmächten abbreche und sich offen für eine den Verbündeten wohlwollende Neutralität erkläre. Der rumänische Ministerrat soll einstimmig beschlossen haben, die bisherige Haltung unverändert beizubehalten.
Gewaltakt auf Kreta.
^ Zürich, 20. April. (T. U.) Ententeschiffe fuhren laut „B. L.-A." in den Hafen von Kanea aus Kreta ein und versuchten den deutschen und österreichrsch-ungari- schen Konsul sowie die deutschen Untertanen zu verhaften. Der Versuch mißlang. Die deutschen Untertanen flohen in das Innere Kretas.
Immer neue Forderungen an Griechenland.
Das Wiener Volksblatt meldet aus Lugano: In auffallender Weise bringen die italienischen Blätter Nachrichten von Schritten Italiens zur Besetzung des von den Griechen emverleibten Nordepirus. Dem „Corriere della Sera" zufolge fordert die Entente von Griechenland die Zurückziehung seiner Trupen aus Nordepirus und die Auslieferung der in Griechenland aufhältlichen Militärpflichtigen der Mittelmächte.
Der Sturm in der Venizelisten-Tagung.
es» Genf, 20. April. (T. U.) Eine Athener Son- dermeldung des „Petit Journal" besagt nach dem „B. T.", daß in der zweiten Venizelisten-Konferenz, die vorgestern stattfand, Schüsse gewechselt wurden. Man spricht von 40 Toten. Andererseits wird berichtet, daß Venizelos Kandidatur für die nächsten Wahlen in My- tilene aufgestellt wird.
Das Schicksal der russischen Deutschen.
Von Hans nnd Hof vertriebe«.
Die Enteignung der deutschen Kolonistenbauern Rußlands nimmt immer teuflischere Formen an. Im allgemeinen wird folgende Methode gehandhabt: Der Gouverneur stellt eine Liste der nach Sibirien abzu- schiebenden Bauern auf und schreibt ihnen einen Termin (ein bis zwei Wochen) vor, bis zu dem sie ihr Land (ohne Entschädigung!) zu räumen haben. Da ist es begreiflich, daß diese Unglücklichen durch Verkauf eines Teiles ihrer Habe — natürlich zu Schleuderpreisen — sich wenigstens gewisse Barmittel für die Zukunft zu retten suchen. Nun
auch Hier einen Riegel vorgeschoben. Unter Androhung schwerster Strafen wird ihnen (Nowoje Wremja vom 16./26. März) verboten, „totes und lebendes Inventar zu verkaufen, Wald auf ihren Besitzungen zu fällen, ihre Anpflanzungen, Gebäude usw. zu vernichten". Bettelarm, Sein Hungertode preisgegeben sollen sie fort. Das ist die Absicht der Regierung. Welch herzzerei- ßende Szenen — man denke, wie der Bauer an seinem Besitztum hängt — sich da abspielen mögen, erhellt aus einer Notiz der Nowoje Wremja (21. März/3. Aprrl), wonach die Kolonisten vielfach nicht freiwillig ihren Hof verlassen, sondern „mit Gewalt, unter Zuhilfenahme der Polizei" fortgeschleppt werden müssen. Und dabei sind es russische Untertanen, deren Söhne, Väter, Brüder in den Reihen des russischen Heeres känwfen! Aber selbst der Tod für Rußland Befreit ne in den Augen der russischen Regierung noch nicht vom Makel ihres Deutschtums. So haben viele Familien Gesuche um Belastung auf ihrem Eigentum eingereichtz mit. dem Hinweis, Satz ein Sohn in diesem Kriege als russischer Soldat gefallen sei. Der Ministerpräsident Stürmer hat diese Gesuche an den Senat weitergegeben, mit der Bemerkung, daß „die dokumentarischen Beweise für die Wahrheit der Behauptungen fehlen." Welcher Zyms- mus, wo Rußland überhaupt keine amtlichen Verlustlisten von Mannschaften herausgibt, amtliche Bescheinigungen mithin gar nicht beizubringen sind! Sollte der Senat trotzdem zugunsten der Kolonistenbauerii entscheiden, dann ist es natürlich schon zu spat, und die Petenten sind schon längst nach Sibirien abgeschoben, ihr Besitztum in fremden Händen!
Das ist Rußlands Kampf für Kultur und Zivilisation!
Der Krieg zur See.
91 Schiffe in anderthalb Monaten.
Unter der Ueberschrift „John Bulls Schiffsraum- sorgen" gibt die StmftcrMmer „XtiB" vom 16. April die Ausführungen und Borschlage de^ ürftischen Parlamentariers Houston zum drohenden Schiffsraum- mangel der britischen Handelsflotte wieder und bemerkt dazu: „Die Zeit, wo über die Tätigkeit der Ubootege- spottet und jede Woche trinumhierende Berichte über Hunderte von Kauffahrteischiffen veröffentlicht wurden, die in englischen Häfen eingelaufen oder aus ihnen aus- gefahren waren, ist vorbei! Vom 1. März bis zu dem Augenblick, wo wir dies schreiben, sind uns die Namen von nicht weniger als 91 Handelsschiffen bekannt geworden, die durch Torpedos oder Minen zum Sinken
gebracht
wurden.*
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Der
'eine endgültiger! icm Friedensschli teresse sich nrit de
Auch Italien will sich nicht binde,».
. italienische Ministermt beriet seine Stellung- nahme zu der bevorstehenden wirtschaftspollttschen Konferenz des Vierverbandes. Die Konferenz wird ......... .i Beschlüsse über die Verhältnisse nach ..^lt vmv^uAuß fassen, zumal das italienische Interesse sich mit dem seiner heutigen Verbündeten wenig
deckt.
Bezeichnender Fall russischer Disziplinlosigkeit.
Wie dem „Tag" aus Stockholm gedrahtet wird, er- rignete sich bei der kaiserlichen Parade über die Rekru- :en an der russischen Südwestfront infolge eines kühnen klngrtffs eines österreichischen Fliegers ein Borfall von beispielloser Disziplinlosigkeit. Der Zar schritt mit General Brussilow die lange Rekrutenfront ab, als ein Memrerkt gebliebener österreichischer Fliege« zahlreiche
Bomben abwarf und auch einen Volltreffer auf sie Truppenmassen erzielte. Die des Feuers noch ungewohnten Rekruten stürzten in wilder Flucht davon, wobei der Zar fast zu Schaden gekommen wäre. Die Peinlichkeit der Lage wurde noch dadurch erhöht, daß der Zar selbst völlig die Fassung verlor. Er ergoß feinen ganzen Zornesanfall über den General Brussilow, der den Schutz gegen Fliegerangriffe ungenügend organisiert habe, und berief telegraphisch den eben verabschiedeten Iwanow ins südwestliche Hauptquartier zurück.
Das japanische Marinebudget angenommen.
Während im japanischen Parlament das Budget des Kriegsministeriums auf lebhafteste Opposition stieß, da der Kriegsminister zu große Forüeruugen an das Volk für den Ausbau der Landmacht Japans stellte, ist laut „National-Ztg." das Budget des Marinemintste- riums ohne Streichungen durch die Hände der japanischen Volksvertreter gegangen. Die Marinewerften erhielten darauf vom Marineminister große Aufträge zu beschleunigter Lieferung übermittelt.
Musterung des österreichische« Landsturms.
Aus Wien wird gemeldet: Die Landfturmpflichtigen der Geburtenjahrgänge 1897 bis einschl. 1866 werden ohne Rücksicht auf frühere Musterungstermine einer neuerlichen Musterung in der Zeit vom 22. Mai bis 29. Juli unterzogen. Die dem zweiten Aufgebot Angehörigen werden bis auf weiteres lediglich im Hinterland und in den Etappenräumen verwendet werden.
Sein Leben für die Rettung eines Feindes geopfert.
Berliner Blätter entnehmen einem Feldpostbrief aus einem Schützengraben der Westfront, daß ein deutscher Leutnant, der einen schwerverwundeten französischen Soldaten aus einem feindlichen Drahtverhau befreien wollte, von einem französischen Scharfschützen durch einen Kopfschutz sofort getötet wurde. Hernach bekam der Leutnant noch einen Hals- und einen Brustschutz. Der französische Soldat war von seinen Landsleuten schmählich im Stich gelassen worden.
Vermischtes.
Der Gouverneur von Köln gegen Modeauswüchse.
Vor kurzem hatten 35 Kölner Frauenvereine an den Gouverneur von Köln eine Eingabe gerichtet, die sich mit der Bekämpfung der Modeauswüchse beschäftigte. Darauf antwortete jetzt der Gouverneur v. Zastrow: „Ich bin mit der nationalen Frauengemeinschaft darin einig, daß Auswüchse der Mode schon wegen der damit verbundenen volkswirtschaftlich schädlichen Materialverschwendung von allen berufenen Stellen bekämpft werden müssen. Deshalb habe rch die Polizeibehörden angewiesen, solche Schaufensterausstellungen, die Aergernis erregen und aufreizend wirken können, im einzelnen Falle zu verbieten. Eine Reihe von Schaufensterauslagen wurde bereits entfernt. Zukünftig werde ich, soweit angängig, die mir zustehenden Machtmittel anwenden, um die Erregung öffentlichen Aegernisses durch Modetorheiten zu verhindern."
Traurige Folgen einer Schießerei. In Neu-Oels- Lurg (Braunschweig) wurde aus Unvorsichtigkeit ein 14jähriger« Knabe erhoffen. Der Dreher Kuring hatte eine kleine Kanone gebaut. In seiner Abwesenheit lud sein 15jähriger Bruder die Kanone mit einer Kapsel mit Pulver und Papier. Dann legte er eine Zündschnur daran und öffnete den Verschluß. In demselben Augenblick entzündete sich das Pulver; die Kapsel wurde heraus geschleudert und traf einen in
Knaben an den Hals, so daß die Kehle uns Schlagader durchgerissen wurden. Kuring entfloh ins Holz und ist noch nicht wieder zurückgekehrt.
Hinoenburgs Dank an die Eisenbahn. An den Generalfeldmarschall v. Hindenburg hatte der Minister der öffentlichen Arbeiten, Dr. v. Breitenbach, ein Glückwunschtelegramm gerichtet. Daraufhin antwortete der Generalfeldmarschall mit folgendem Danktelegramm: „Eurer Erzellenz danke ich verbindlichst für die gütigen Glückwünsche zu meinem Dienstjubiläum. Ich benutze die Gelegenheit gern, Eurer Exzellenz erneut auszu- sprechen, einen wie wesentlichen Anteil die preußische Eisenbahnverwaltung an den von meinen Armeen errungenen Erfolgen hat."
Eine australische Krtegsprophezeihung. Da England, Franreich, Rußland und Italien sich einer mehr oder minder großen Schar von Kriegspropheten rühmen können, wollen auch die Australier nicht hinter ihren europäischen Bundesgenossen zurückstehen. So ist es den vereinigten Bemühungen der alliierten Blätter gelungen, auch die australische KriegSprophezeihung zu entdecken, die aus dem Jahre 1909 stammt und nach dem „Journal des Dsbats" den folgenden Wortlaut hat: „Eine gewaltige Katastrophe wird in naher Zukunft die Erde treffen. Die europäischen Mächte werden sich in einen ausgedehnten Kampf verwickeln. Schließlich aber wird die Gerechtigkeit siegen. Die Fürsten des Friedens, wie Eduard VII., Viktor Emanuel und der Prüsidem der französischen Republik werden glorreich Hervorgehen und eine allgemewe Abrüstung ins Werk setzen." Da der „Friedensfürst" Eduard aber inzwischen gestorben ist, scheint auch diese austtalische Prophezeihung ihrer Sache nicht allzu sicher zu sein.
Deutsche Heldeulaleu.
Mustergiltjges Verhalten eines Maschinengewehr-Schützen.
Der Landsturmuiann Heinrich Riepe (ein Bergmann aus Bottropp bei Miwlheim/Ruhr) von der Preutz. Fepungs-Maschinen-Kompagnie Nr. 6 bediente bei der Erstürmung einer Höhe in vorgeschobener, vom Feinde hart bedrängter Stellung mit äußerster Ruhe und Kalt- blüttgkeit gegenüber überlegenem feindlichem Angriffe das Maschinengewehr in wirksamster Weise. Als die vorübergehende Zurücknahme der schwachen eigenen Truppen »mvermeidlich wurde, deckte Riepe durch sein wohlgezieltes Maschinengewehrfeuer diese Loslö- ung vom Gegner und ermöglichte die Ausführung der chwierigen Bewegung. Als dann auf Befehl des Gewehrführers nach restloser Erfüllung der Gefechtsaufgabe auch das Niaschinengewehr zurückgenormnen war, eilte Riepe unter äußerster Gefährdung des eigenen Lebells noch einmal in die verlassene vorderste Lmie, um dort zurückgebliebenes, zur Kampfbereitschaft des Maschinengewehrs unentbehrliches Gerät nicht in die Hände des nachdrängenden Feindes fallen zu lasten. Riepe wurde für sein tapferes Verhalten mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
Mut und Ausdauer.
ein lebhaftes
Es war am 5. April 1915, der zweite Ostertag. DaS 8. Bataillon Infanterie-Regiments König Ludwig IIL von Bayern (2. NieöerscklesifHes) Nr. 47 sollte in der nächstfolgenden Nacht abgelöst werden, als um 10 Uhr morgens die feindliche Artillerie plötzlich ein lebhaftes Feuer eröffnete. Dieses steigerte sich nach mtö nach zu einem Trommelfeuer, es mußte daher mit einem An- ariff der FranLoleu aerechnet werd«. Der an die 11.
Kompagnie ergangene VesM, Re Mette Stellung Bei Abschnittes zu besetzen, gelangte nicht bis zu der Gruppe des Unteroffiziers Mauritz aus Wüllen, Kreis AhauS in Wests., die sich am äußersten Flügel der Kompagnie befand. Mauritz ging daher mit seiner Gruppe weiter vor und erreichte trotz des heftigen feindlichen Artilleriefeuers den vordersten Graben. Die Wirkung des feindlichen Feuers hatte Biesen an verschiedenen Stellen bereits vollständig zugeschüttet. Mauritz konnte fest- stellen/ daß die Franzosen in der gegenüberliegenden Sappe dicht gedrängt auf 5 bis 6 Meter herangekommen waren. Sofort eröffnete er mit seiner Gruppe ein wohl- gezieltes Schützenfeuer, dessen Wirkung die Anführen- oen der stürmenden Franzosen zum Opfer fielen. Inzwischen war der Feind links in die Stellung eingedrungen. Von der Gruppe Mauritz waren bereits drei Mann gefallen und einer verwundet. Die übriggebliebenen 4 Mann verjagten mit Handgranaten den Feind, der sich fluchtartig in seine alte Stellung zurückzog.
Inzwischen war es dunkel geworden. Der Feind mußte wissen, daß das von der Gruppe Mauritz gehaltene Grabenstück schwach besetzt war. Mauritz forderte deshalb sofort Verstärkung an, die auch bald in Stärke eines Zuges einer anderen Kompagnie eintraf. Das besetzt gewesene Grabenstück wurde nun näher untersucht. Hierbei konnte Mauritz noch 32 Franzosen, die sich in einen verschont gebliebenen Stollen geflüchtet hatten, gefangen nehmen. Beim Morgengrauen begann die feindliche Artillerie wieder lebhaft zu feuern. Nachdem gegen 10 Uhr morgens die Gruppe abgelöst war, erstattete Unteroffizier Mauritz seinem Kompagnieführer Meldung über alles Geschehene.
Dem tapferen Manne, der bereits bei einer früheren Gelegenheit durch das Eiserne Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden war, wurde eine schöne Belohnung zu Teil: Der Divisions-Kounnandenr heftete ihm selbst das Eiserne Kreuz 1. Klasse an die Brust.
AahrungsmillelsSlschmgen und Ersatznührftoffe.
In der Kriegszeit ist mehrfach über das gewinnsüchtige Treiben gewissenloser Personen geklagt worden, die bei der Teuerung und Knappheit vieler Nahrungsmittel die Notlage ausnutzen und Nahrungsmittelverfälschungen vornehmen, um ihre Taschen M füllen. Wiederholt sind in der Oeffentlichkett Ersatznährstoffe mit den wortreichsten und kühnsten Empfehlungen angepriesen worden, die sich bei näherer UMer- suchung als völlig ungeeignet und ohne jeden Nährwert, dagegen aber als recht teuer herausstellten. Leider war es den Anfertigern solcher Ersatznährstoffe oder ihren Vertreibern oft möglid), ihre Waren in den Handel zu bringen, ehe das Publikum in der OeffeM- lichkeit hinreichend vor dem Ankauf gewarnt werden konnte. In das Treiben solcher betrügerischer Nahrungsmittel-Erfinder und Nahrungsmittel-„Berbesse- rer" leuchtete kürzlick in der Sitzung der Deutschen Pharmazeuttschen Gesellschaft der Leiter des Pharmazeutischen Instituts der Berliner Universität, der Geheime Regierungsrat Prof. Dr. Thoms, hinein.
Das Pharmazeutische Institut der Berliner Universität, an dessen Spitze der Vortragende steht, hat während der Kriegszeit die Untersuchungen für einen Vorort mit 100 000 Einwohnern übernommen. Seine Ergebnisse lassen daher wohl Schlüsse allgemeiner Art zu. Von 209 Milchprobew " MMMMMI marin gebläut. Recht viel ..—^„ .,..— ^ ^...y- rungsnntteln „Erfindungen" von sich reden, so daß Ge- Heimrat Thoms meint, man sollte hier dem Beispiel einer Militärbehörde folgen, die eine Tafel anbrachte mit der Aufschrift: „Erfinder werden nicht anaenonr- men." Am schlimmsten sieht es wohl auf dem Gebiete der Fette aus; jetzt bekommt man ja schon Butter gar nicht erst zur Untersuchung, aber auch schon zu Kriegs- begmn zeichnete sie sich manchmal durch recht hoben Way'ergehalt aus. Ein „Deutsches Salatöl aus Erdnuß" enchielt Alylsenföl, und es ist geradezu mlver- antwortlich, ein solches Erzeugnis als Speiseöl in Verkehr zu bringen. Zur Fettgewinnung werden Kirschkerne, Weintraubenkerne, Lindensamen empfohlen.
Wie vorsichttg man hier bei Annahmen sein muß, die sich auf literarische Angaben stützen, beweisen neueste von Thoms angestellte Untersuchungen über „Fettbäume", zu welchen auch die Linde zu rechnen wäre. Zu 10 Prozent wurde hier der Fettgehalt angenommen. Eine 12 Jahre alte Linde des Botanischen Gartens wurde geopfert, und ein Fettgehalt von 1,65 Prozent war das Ergebnis. Dazu sammt noch, daß auch die sonsttge Beschaffenheit das Oel ungeeignet macht. Man wird also schon gut tun, sich lieber mit dem Anbau von Lein, Mohn, Sonnenblumen zu befassen. Bon dem großen Gebiet Eiweiß, also Fleisch und Fleischwaren, so äußerte sich Prof. Dr. Thoms weiter, ist wenig zu sagen, denn was sich manchmal schamvoll in einer Wursthülle verbarg, verschweigt des Sängers Höflichkeit.
In der anschließenden Erörterung teilte ein Dttt- glied der Preisprüfungsstelle mit, daß auch hier ähnliche Erfahrungen gemacht wurden, Margarine mit Senföl, markenfreies Brot mit reichlichem Holzzusatz. Derselbe Herr verlas auch ein chemisches Gutachten über einen Fettersatz, in dem gesagt wurde, daß dieser Ersatz viermal so viel Fett enthalte als Milch, aber nicht gesagt wurde, daß Milch 30 Pfennig, der Fettersatz 6 Mark koste. Solche das große Publikum irreführende Gutachten sollten nicht abgegeben werden.
ssticht oft genug kann darauf hingewiesen loeröeit, daß der Verbraucher, rvemc er deutlich erkennbare Fälschungen wahrniumrt, diese zur Anzeige bringen muß, damit gegen die Nahrungsmittelverfälscher eingeschritten lverden kann und andere Käufer vor dem Betrüge bewahrt werden.
Der Verbraucher darf nicht vergessen, daß er sich gegenüber nicht üblichen Nahrungsmitteln, die nach einem besonderen von ihm schwer zu prüfenden Verfahren bergestellt und mit Hilfe großer Reklame abgefetzt werden, vorsichtig verhalten muß. Es wird für tim das beste und meistenteils auch das billigste sein, wenn er, sowett möglich, die natürlichen und handelsüblichen Nabrungsunttel und nicht die nach Stenge und Güte unkontrollierbaren Ersatznährstoffe verwendet.
Weitere Drahtnachrichten
Ein Bittgottesdienst für den Frieden in Italic«.
«s* Lugano, 20. April. (T. lt.) Am Karsrettatz wird laut „Boss. Ztg." in der Mailänder Basilika Sau Marco unter Teilnahme des Kardinals Erzbischof Ferrari und der gesamten Geistlichkeit der Stadt ein feierlicher Bittgottesdienst abgebalte», um das Ende des
licher Bittgottesdienst abgebalte«, furchtbaren Krieges und die Rü«t . . -------- .
Friedens zu erstehen. Die heilige Handlung ist uack
Worten der „d'Jtalia" als eine Huldigung gedacht die Anschauungen des Papstes, wie er sie jüngst i«
>ie Rückkehr des ersehnten
den
stirbt_____________ I ________
einer Ansprache ausgedrückt hat.