Drei große
Der stufige Stand her Singe vor Verdun.
Die französischen Zeitungen, die jetzt zwar schon die Bedeutung unterer Angriffe vor Verdun zustehen, können es sich, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, aber nicht versagen, täglich daraus hinzuweisen, daß wir die Festung bisher noch nicht, genommen haben. Jeder Einsichtige ist sich zwar darüber klar, daß eine Festung, die einen so gewaltigen Stütz- punkt in einer Schlacht bietet, nicht so schnell genommen werden kann, und daß unsere bisherigen Erfolge vor Berdun angesichts der besonderen militärischen Ver- hültnissc die größtmögliche Leistung davstellem Aber der Hinweis auf die sogenannte „Unemnchmbarkelt" von Berdun wirkt doch immer tröstend und erfrischend. Wir wollen es ganz dahin gestellt sein lassen, wie wett die Uneinnehmbarkeit der Festung reicht und die Beantwortung dieser Sondersrage der Zukunft getrost überlassen, können uns aber trotzdem darüber klar werden, wie weit unser Ziel vor Berdun schon jetzt erreicht ist, trotzdem die Franzosen die Festung selbst noch halten.
Das Ziel eines Krieges besteht bekanntlich darin, das feindliche Heer unschädlich zu machen. Festungen sind an sich ohne Bedeutung, sie gewinnen sie erst durch ihre Geeignetheit dem Heere einen Stützpunkt und eine Zuflucht zu bieten, sowie unter Umständen als Ausfalltor zu dienen. Wir haben erst jüngst gehört, daß die große französische Offensive gegen Metz — mit dem Stützpunkt in Berdun, dem „Anti-Metz" — am 15. April ins Werk gesetzt werden sollte, mit dem Ziel, Elsaß- Lothringen zu erobern. Der 15. April ging vorüber, ohne daß etwas von der „großen Offensive" verlautete. Schon aus diesen anscheinend unzusammenhängenden Gegenüberstellungen kann man erkennen, wie weit unser Angriff aus Berdun bisher unserem Hauptziel nahe- gekommen ist. Das Ausfallstor des feindlichen Borgehens hat nämlich nicht nur seine Rolle vollkommen eingebützt, sondern es ist sogar bereits zu dem Verteidigungswerk des von mehreren Seiten hier zusammen- gejagten und scharf bedrängten Feindes geworden. Von der Offensive von Verdun aus kann also unter diesen Umständen keine Rede mehr sein, zumal noch dazu kommt, daß die Verteidigung dieses Tores, das jetzt unteren Vormarsch in das Innere Frankreichs sperren soll, schon ungeheure Truppenmassen ausgezehrt hat, deren Fehlen auch die Aufnahme einer Offensive unmöglich macht.
Hier fft nun bereits ein zweites Ziel erreicht worden, das oben dahin gekennzeichnet wurde, daß es die Unschädlichmachung des feindlichen Heeres bedeute:. Wie dieser wichtige Erfolg erreicht wird, hängt von der zufälligen Lage des Krieges ab. Das Zeichen großer Heerführer ist es aber, nicht nach einem alten, abgebrauchten Schema F vorzugehen, das vielleicht mal vor Jahrhunderten wirksam war, heut aber ohne Erfolg bleiben müßte, sondern mit klarer Ersaffung der Lage dasjenige Mittel zu wählen, das in diesem besonderen Falle zum Ziele sicher führt. Die Lage an der Westfront mit der ungeheuer langen und stark befestigten Front war ganz ungewöhnlich und erforderte darum ein Auge, das selbst dem Neuesten und Unerwartetsten aeaenüber ferne Blickn «beiden bewahrt. Der Heurige Stand der Dinge vor Verdun zeigt, daß unsere Führer mit Unfehlbarkeit den richtigen Weg gegangen sind. Unsere Erfolge vor Berdun werden aller Voraussicht nach noch weiter ausgebaut werden und noch köstlichere Früchte tragen. als bisher schon. Bis zu welchem Ziele einmal dieser Angriff führen kann und wird, sei uner- örtert.
Drei große Ziele sind erreicht: Berdun ist nicht mehr Aussallpiorie einer Offensive und ein großer Teil des französischen Heeres ist völlig dem Kriege entzogen, zum Test auf einem sehr kleinen Teil der Front gebunden. Und drittens endlich sind durch unsere bisherigen erfolge alle Vorbedingungen geschaffen, um das bisher Erreichte systematisch weiter auszubauen, ohne daß der Feind trotz aller Kraftanstrengungen uns stören kann, den einmal begonnenen Weg zu Ende zu gehen. (OKM.)
Das „Journal des Debats" kennzeichnet die Kriegslage bei Verdun und schreibt kurz: „Die erste Linie oer Festung Berdun ist verloren gegangen."
300 000 Kanadier unter Waffen.
w Amsterdam, 18. April. (T. U.) Der kanadische Premierminister teilt laut „B. T." mit, daß Kanada jetzt mehr als 300 000 Mann unter den Waffen habe. Es sei ein Gesetzentwurf in Vorbereitung, um der sehr unter Arbeitermangel leidenden Industrie zu helfen.
Ltnter feindlichen Fahnen.
Aus den Erlebnissen eines alten Blücherhujaren von Ludwig viümckt.
27) (Nachdruck verboren.)
Zwei goldene Uhren steckten in den Westentaschen, die beide, wie die Inschrift angab, aus Moskau stammten. Jetzt wußte ich auch ganz genau, daß im Wagen keine Leiche lag, und ich machte mich sofort daran, diesen mit Golzens Hilfe zu öffnen. Bertelot und noch zwei andere griffen ebenfalls mit zu, und bald lag der ganze Inhalt vor uns. Ein weißgestrichener Sarg war allerdings vorhanden, doch klang uns aus diesem, als er zur Seite fiel, so etwas wie ein Ton von edlem Metall an die Ohren. Auch war er so schwer, daß fünf Mann ihn nicht heben konnten. Bertelot öffnete kopfschüttelnd den Deckel und stieß dann ein langgedehntes „Ah!" aus. Lagen da ja doch wohlgeordnete Schätze ausgestapelt, für die wir unter anderen Verhältnissen wer weiß was hingegeben haben würden. Zwei Silberbarren in der Form von Mauersteinen, eine goldene Ampel, drei maywstl- berne Leuchter, ein goldenes Kruzifix, verschiedene sehr kunstvolle silberne Trinkgeräte, kostbare Waffen, wohl zwanzig goldene Uhren und ebenwoiele Ringe. Aber nicht nur für uns in unserer augenblicklichen Lage wert- tofe Gegenstände fanden wir, es lagen im Wagen auch ein paar Brote, etwas Rauchfleisch, ein Kätzchen Branntwein und allerlei Kleidungsstücke, die wir sehr gut gebrauchen konnten. So sollte Heinrich Rabe mir nach seinem Tode noch einmal einen Dienst erweisen, zu dem er sich bei Lebzeiten ganz gewiß niemals bereit erklärt Hütte. Bon den mühelos mitzu führenden Wertsachen nahm jeder verschiedenes an sich. Ich steckte drei goldene, mit Brillanten besetzte Ringe zu mir, und Bernhard Golz nahm zwei Uhren, die ihre 200 Tlr. wert waren. Weit wertvoller, als meine Ringe, waren mir &£ hie dicke« Strümpfe, die ich mir ebenfalls an geeig
Ziele vor Verdun erreicht.
' Aus dem großen Hauptquartier ]
»-#> Großes Hauptquartier, 17. April 1916. (Amtlich. WTB.) (Eingegangen 2,50 Uhr nachmittags.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
An der Front kein Ereignis von besonderer Bedeutung.
In der Gegend von Pervyse (Flandern) wurde ein feindliches Flugzeug durch unsere Abwehrgeschütze dicht hinter der feindlichen Linie zum Absturz gebracht und durch Artilleriefeuer zerstört. — Oberleutnant Ber- thold schoß nordwestlich von Peronne sein fünftes feindliches Flugzeug, einen englischen Doppeldecker, ab. Der desselben ist tot, der Beobachter schwer ver-
Führer mundet.
Die
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Rüste« zeigen im Brückenkopf von Dünaburg
lebhaftere Tätigkeit.
Dalkankriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Rekrutierungssorgen in England.
400 000 Mann Mehrbedarf.
s-s- Haag, 18. April. (T. U.) Aus London wird laut „Tgl. Rdsch." gemeldet: Es scheint, daß die letzte Konferenz des Kabinetts die Regierung z« der Ueberzeugung gebracht hat, daß die militärischen Anstrengungen Englands noch immer nicht genügend sind, nm auf den einzelnen Kriegsschauplätzen, namentlich auf der Westfront, etwas Entscheidendes auszurichten. Man erachtet deshalb Sie Einstellung von etwa 400 000 Mann neuer Truppen als driugenv notwendig. Ueber die Art und Weise, wie dieses neue Heer ausgestellt werden soll, gehen die Ansichten im Kabinett auseinander. Man ist in den letzten Tagen nur zu einer teilweisen Uebereinstimmung gekommen.
Inzwischen setzt in England der große nationale Verband der verheirateten Männer mit allen Mitteln seine Propaganda zur genauen Einhaltung der den Verheirateten gegebenen Versprechen fort. Die Folge dieser Propaganda ist, daß die Werbuugsergebnisse unter den verheiratete« Mannschaften seit einiger Zeit in auffallender Weise zurückgegangen sind. Die Regierung befindet sich infolge aller dieser Umstände in einer schwierigen Lage, wenn auch die fortgesetzt noch um= laufenden Gerüchte über eine Kabinettskrise sich als unbegründet erwiesen haben. In parlamentarischen Kreisen hat man das Gefühl, daß in der Regierung große Unsicherheit herrscht.
Die schwindenden Reserven Frankreichs.
Dem „Tag" wird von anscheinend militärisch gut unterrichteter Seite mitgeteilt: Die Notwendigkeit, nach- einander 30 Divisionen, die über eine Stärke von 450 000 Mann^si^u^bei ^^dnn eins^^en^^i^r^datz^ön: Nehmen wir die Stärke des französischen Korps jetzt auf ungefähr 45 000 Mann an, so sind zehn Armeekorps von den Franzosen schon eingesetzt worden. Bei dem immer mehr schwindenden Menschenmaterial in Frankreich, bei den ungeheuren Verlusten, die diesem Lande der Krieg bisher gekostet bat, ist es eine glatte Unmöglichkeit, daß Joffre noch über eine starke Reserve z« verfügen hat. Durch den Willen der deutschen Heeres- sührung, durch die Tapferkeit der deutschen Soldaten fft diese große Hoffnung, dieses Heiligtum der Franzosen, die gewaltige Heeresreserve Joffres, auf gerieben, ohne überhaupt zu ihrem eigentlichen Ziel zu kommen, nämlich zur Verteidigung einer der stärksten Festungen Frankreichs den Ansturm unserer Truppen aufzuhalten.
Der Hilferuf an England.
„Das Gebot gegenseitiger Hilfe".
Senator Humbert richtet, wie es auch Clemenceau in seinem leidenschaftlichen Warn? und Hilferuf an England getan hat, mit Zensurzulassung einen neuen Appell an England, den Leiden Frankreichs endlich ein Ende zu machen durch sofortige Aufnahme einer allgemeinen Offensive gegen die Deutschen. „Wir wollen endlich mit unserem Menschenmaterial sparsam umgehen. Frankreich hat tapfer genug gekämpft und wertvolles Blut vergossen. Fordern wir jetzt von unseren Verbündeten die Erfüllung des Gebotes gegenseitiger Hilfe."
net hatte, und ein Päckchen reiner Wäsche. Ach, seit wann hatte ich meine Leibwäsche nicht mehr wechseln dürfen! Während der nächsten beiden Tage litten wir keine Not, da die im Wagen gefundenen Speisevorräte ausreichten. Wenn nur die Kälte nicht immer grimmiger geworden wäre!
Smolensk lag vor uns, soweit es nach der Schlacht noch bestand. Hier und da standen im Schnee vernagelte Kanonen, die von der Artillerie wegen Pferdemangels nicht weiter hatten mitgenommen werden können.
Unser Häuflein bestand nur noch aus vier Leuten, dem Grenadier, Golz, mir und einem Rheinbündler, namens Schwitz. In einer Lehmhütte mit abgedecktem Dach und schadhaften Wänden suchten wir für die Nacht einen Unterichlups, zündeten ein Feuer an und kochten aus dem letzten Rest von Pferdefleisch, Mehl und Reis, welch' letzteren wir noch besaßen, eine Suppe. Ein Land- ! mann mit verwegenem Gesicht trat herein, musterte uns i mit seinen kleinen unstete« Augen sehr genau, wünschte uns sehr höflich mit tiefer Verbeugung einen guten Abenö und bat uns, ja vorsichtig mit dem Feuer zu sein, da dieser Stall seine letzte Habe sei. Um uns eine Wohltat zu erweisen, reichte er uns ein Stückchen Schwarzbrot und etwas gedörrtes Obst. Mir gefiel der Mensch ganz und gar nicht, ich sehe noch heute die kleinen Augen, das ; Svitzbubengesicht mit dem lauernden Ausdruck. Aber ■ wir mußten ihm ja doch dankbar fein und fanden seine bescheidene Bitte nur zu gerechtfertigt. Sehr bald schliefen wir denn auf einer Streu von fauligem Stroh und Dung sanft ein; auch unser Held Bertelot, der sich die letzten Stunden vergebens bemüht hatte, sich als Ueber- menschen zu beweisen.
Auf einmal fühle ich einen Stoß in meine Rippen, fahre auf, sehe im Augenblick nur die knisternde, flak- fernde Glut des fast verglimmten Feuers und glaubte, geträumt zu habe». Tön dann — Himmel Ski# »in
Das Verhalten der Engländer angesichts der front zösischen Blutopser vor Verdun findet einen Verteidiger in dem Oberst Repington, der in der „Times" schreibt; „Wenn man in Frankreich Grund hat, den deutschen Einsatz vor Verdun als erwünschte Aufreibung zu begrüßen, so wäre es doch sehr töricht, zur gleichen Zeit an den englischen Linien zwei oder drei Engländer für einen Deutschen zu opfern beim Ansturm gegen großartig eingegrabene deutsche Divisionen."
Es ist leicht möglich, daß die Franzosen vor Verdun für diese überlegene spezifisch englische Strategie kein Verständnis haben.
*
Das englische Kriegsziel.
Das englische Arbeiterblatt „Labour Leader" kommt laut „B. T." im Zusammenhang mit der Erklärung Asquiths noch einmal auf die Reichskanzlerrede zurück und sagt, daß Asquith, als er die Vernichtung des preußischen Militarismus eine der Frieöensbedingun- gen Englands genannt habe, den Schein hervorgerufen habe, als ob das englische Volk mit dem Verlangen der Jingopresse, man solle Deutschland zerschmettern usw., einverstanden sei. „Dies ist," sagt der „Labour Leader", „weder das Ziel des englischen Volkes, noch der Tausende, die freiwillig den militärischen Dienst auf sich nahmen, um für die Freiheit zu kämpfen. Sollte dies aber tatsächlich das Ziel der Regierung sein, dann hat das Volk, das die Freiheit liebt, mit der Regierung nichts gemein."
Der neueste Gewaltakt gegen die Griechen.
Ein französischer Befehlshaber droht mit dem Gebrauch seiner Schiffskauouen.
<m> Athen, 17. April. (WTB.) Wie aus Pyrgos gemeldet wird, drang eine französische Militäravteilnug gewaltsam in Katakolon ein, nm nach Benzin zu suchen. Dem Gendarmeriechef, der dagegen Einspruch erhob, antwortete der französische Befehlshaber, daß er unter Umständen von seinen Schiffskanonen Gebrauch machen werde. Die Nachforschung verlief ergebnislos. Der Vorfall machte einen für die Franzosen höchst ««günstigen Eindrnck. Nur der Besonneuheit des griechischen Geudarmerieoffiziers war es zu danken, daß ein blu- ttger Zusammenstoß vermieden wurde.
Katakolon liegt an der Westküste des Pele- pones.
Die Wirkung des Tauchbootkrieges.
Steigende Besorgnis in England.
Aus
______ den letzten Meldungen englischer Blätter Wer den Unterseebootkrieg war unschwer zu entnehmen, welche Beklemmung die immer zahlreicher werdenden Verluste von britischen Schiffen im Vereinigten Königreich hervorrufen. Hat doch ein Blatt erklärt, diese Erscheinung errege die öffentliche Meinung in höherem Matze als die Frage der allgemeinen Wehrpflicht. In der „Times" beschäftigt sich der seemännische Mitarbeiter dieses Blattes in langen Ausführungen mit dem Tanch- bootkrieg. Der Verfasser findet, wie die „Köln. Ztg."
fo sei das auf die Tatsache zurückzusühren, daß an den U-Booten selbst Verbesserungen vorgenommen sein müßten. Die neuen U-Boote seien nicht nur größer uns schneller, sie feien auch für größere und stärkere Torpedos sowie für das Minenlegen hergerichtet, das seit einem halben Jahre mehr als früher betrieben werde. Im übrigen beruft sich der Schreiber auf Aeußerungen des amerikanischen Admirals A. W. Grant, der im se- bruar vor dem Marineausschutz des Abgeordnetenhauses zu Washington eine Ansicht über die deutschen Tauchboote vorgetragen hatte, die damals, wie er annahm, einen Verdräng von 750 T. an der Oberfläche und einen solchen von 900 T. beim Tauchen aufwiesen, und dann fortfuhr:
Monatelang haben sie sich 1350 Seemeilen von ihrer Basis Helgoland entfernt betätigt. Man nimmt an, daß sie eine Schnelligkeit von 20 Knoten entwickeln können: tatsächlich jedoch leisten sie im Karnpfe 17 bis 18 Knoten und für gewöhnlich legen sie an der Oberfläche 12 Knoten zurück: über die Schnelligkeit unter Wasser gibt es keine zuverlässigen Angaben. Diese Schiffe legten die Entfernung von der Basis und zurück — 270C Meilen — in neun Tagen zurück: sie waren 20 Tage in Tätigkeit, außer wenn ihre Torpedos und Geschosse aufgebraucht waren. Bei der Rückkehr in den Hafen wurde den 32 Mann und 6 Offizieren eines jeden U= Bootes zwölf Tage Erholung gegönnt: dadurch wurde
abscheulicher Verrat! Da steht ja der Bauer mit dem Halunkengesicht, ein Gewehr im Anschlag, und fünf oder sechs Kosaken in roten Mänteln sind bei ihm. Ich springe auf und will zu meinen Waffen greifen, die neben mir lagen. Sie sind fort. Eine Schlinge aus starkem Tau wird mir über den Kopf und Schultern geworfen, dann fest zugezogen, und ich bin machtlos. Auf mein Schreien erwacht nur Golz, dem es genau wie mir ergeht. Bertelot und Tchmitz müssen auch erst durch Stöße mit dem Pikeuschaft geweckt werden. Der alte Grenadier läßt sich aber nicht so leicht fangen, wie wir. Er brüllt wie ein Löwe, schreit nach seinem Gewehr und will sich dem Verräter an die Kehle stürzen, trotzdem er seine Flinte auf ihn gerichtet hat. Dann kracht der Schutz, Bertelot, unser Held, brichi zusammen, ein heller Blutstrahl stürzt ihm aus dem BkuuSe, er will noch rufen, wie es mir scheint: „Vive l Emvereur", kommt aber nicht über die erste Silbe, denn es ist aus mit ihm.
Und wie ich diesen Menschen, zu dem ich ganz unbegrenztes Vertrauen gesatzt hatte, sterben sah, da zweifelte ich nicht mehr daran, daß nun auch mein Schicksal besiegelt sei.
Von uns Bieren wüte nur Schwitz den Feinden entwischen. Dieses kleine, überaus gewandte Kerlchen benützte die günstige Gelegenheu, als der riesenhafte Berletot die allgemeine Ausmerksamkeit auf sich lenkte, sich davon zu machen. Der Kosak, der ihn halten wollte, wurde umgerannt und hinaus war er auch schon. Ihn i zu verfolgen, war zwecklos bei der finsteren Nacht.
„Warum durften wir nicht sterben, wie unser Führer!" seufzte ich und schaute den großen Grenadier mit neidischen Blicken an. Golz sagte nichts. ES blieb uns auch nicht Zeit zu trüben Betrachtungen, denn ; die Kosaken machten kurzen Purozetz mit uns.
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