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Griechenland will weilere Eingüsse der Entente abwehren.

Die Heimkehr der 45jä6tigtn aus dem Leide

DieErschöpfung" des deutschen Heeres.

In München war, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben wird, vor einigen Tagen ein Ereignis zu verzeichnen, das im übrigen Deutschland nur «ehr wenig beachtet worden ist, trotzdem es für die gesamte Kriegslage ungewöhnliche Bedeutung hat. Die Jahrgänge 1869 und 1870 sind nämlich aus dem Felde in die Heimat zurückgekehrt, da man auf die Mann­schaften Verzicht leisten kann, die im Verlauf des Krieges daS 45. Jahr vollendet haben. Der Kriegsminister hatte bereits am 31. März in einer Ausschußsitzung im Reichs­tage auf diese erfreuliche Lage unseres Heeres hinge- wiesen.

Dieser Vorgang muß aus mehreren Gründen mit voller Berechtigung als ungewöhnlich bedeutsam und für die günstige Lage unseres Heeres kennzeichnend genannt werden. Unsere Feinde, Asquith an der Spitze, haben bei Beginn des Krieges leichtherzig erklärt, daß der Ausgang des Ringens nur ein Rechenexenwel fei. Da der Vierverband über viel mehr Menschen verfügt, als die Mittelmächte, so ist die Frage des endgültigen Sieges des Bierverbandes schon beantwortet. Er hat damit bewiesen, daß er von den Dingen des Krieges gar nichts versteht. Schon die Niederlagen der ge­waltigen Perserheere hätten ihm zeigen können, daß die Zahl der im Felde stehenden Menschen für den Sieg nicht ausschlaggebend ist und nie sein wird. Jetzt nach 20 Monaten ist dasselbe Deutschland, das von den ge­waltigsten Machten der Welt bekriegt wird, imstande, seine alten Jahrgänge aus dem Felde zurückzuziehen und der friedlichen Beschäftigung wieder zu geben, während unsere über Millionen gebietenden Feinde die größten Anstrengungen machen müssen, um den not­wendigen Heeresersatz heranzuschaffen.

So sieht dieErschöpfung" der deutschen Heeres­kraft und dieUeberlegenheit" unserer Feinde aus! Da aber der Vierverband tatsächlich über viel mehr Menschen verfügt, als Deutschland und seine Bundesgenossen, so ist die Frage am Platze, wie diese gewaltige Ueber- legenheit Deutschlands auch auf dem Gebiet des Sol­datenmaterials zu erklären ist. Die einzige umfassende Erklärung bildet nur die Ueberlegenheit unserer Heeres­leitung, die alle Einzelgründe in sich einschließt. Die hauptsächliche Ursache für unsere Ueberlegenheit auf die­sem Gebiete ist die Kunst unserer Führer, mit möglichst geringen Verlusten die möglichst größten Erfolge zu er­zielen, und zwar nicht nur durch die Verteidigung, sondern auch durch die richtige Durchführung des An­griffes. Infolge derVerntchtungsstrategie" Hinden- burgs sind die Verluste der Russen ganz ungeheuerliche geworden. Sie wurden noch durch die Fehler des russischen Generalstabs bedeutend vergrößert, der an aussichtslosen Stellen, z. B. in den Karpathen gewal- tige Frontalangriffe mit ungeheuren Verlusten unter­nahm. So kam es, daß heute das russische Heer nach jüngsten Berichten insgesamt über 5 Millionen Men­schen verloren hat. Aehnlich verhält es sich auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Hier machten die Franzosen mehrere Male große Frontaloffensiven, die natürlich ungeheuer viel Menschen kosteten. Als wir aber bei Berdun zum Angriff schritten, verstand es unsere Hee- resleMM W Lag? meifer, sondern der Verteidiger, der auf einen kleinen Raum zusammengedrückt wurde, die größten Verluste hat.

Jüngst stand in einem schwedischen Blatt, daß die deutsche Angriffsmethode vor Berdun vorbildlich sei, da die Angriffe unter größter Schonung der Soldaten fast ausschließlich mit der Artillerie ins Werk gesetzt und durchgeführt würden. Auch hier wieder auf unse­rer Seite geringe, auf der feindlichen schwerste Verluste. Brankreich verlor dadurch bisher 2 Millionen Menschen, us der oben erwähnten Tatsache der Entlassung der 45jährigen geht deutlich hervor, daß es sich bei unseren Ausführungen nicht um Schönfärberei handelt, sondern um Wirklichkett. Die deutsche Feldherrnkunst bedeutet Sparsamkeit mit Menschen", die feindliche bedeutet Verschwendung. Dort größte Schonung, hier größte Rücksichtslosigkeit, die aber trotzdem ständige Nieder­lagen nicht vermeiden konnte. So wird unsere Ueber- legenheit und Siegesgewitzheit von Tag zu Ta^ größer.

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Die Eingeschloffeuen in Kni el Amara.

DasJournal de Geneve" berichtet aus London, daß die Lage der tu K»t el Amara eingeschlosienen Trup­pen des Generals Townshend außerordentlich beun­ruhige. Ihnen Hilfe z« bringen sei nicht möglich, und ob sie sich selbst helfen könnten, wisse man nicht.

rtnteV fdnMld^n Lahnen.

Kits den Erlebnissen eines allen Blücherhusaren von Ludwig Vlümckt.

251 (Nachdruck verboten.)

Ich verstand ihn vollkommen, denn auch ich war ja mit ganz anderen Hoffnungen Soldat geworden. In einem verödeten, fast niedergebrannten Dörflein in der Nähe von Borodino ließen wir das Bäuerlein halten, da wir der beschwerlichen Fahrt auf teils verschneitem, sehr unebenem Wege bei grimmer Kälte herzlich über- drüfsig waren. Hier mußten noch geordnete franzö­sische Truppen liegen, denn ein Grenadier in voller Uniform marschierte am Eingang als Schildwache stramm auf und ab.

Unser Fuhrmann erhielt reichlichen Lohn, küßte uns die Hände und schuckelte auf seinem Wägelchen seelenvergnügt wieder ab. In der Hoffnung, auf eine noch nicht aufgelöste Truppe der Großen Armee zu stoßen, sollten wir uns indessen gründlich getäuscht ha­ben. Der Grenadier bildete die einzige Ausnahme, alles, waS wir sonst in dem armseligen Dorf sahen, war waffenlos, sieches Volk in Lumpen, wie wir. An der ersten Feuerstelle sah ich zwei Kerle mit einer dicken Schmutzborke auf den knöcheren Gesichtern, die um einen abgenützten Hundekopf in Streit geraten waren und mit Knütteln aufeinander einhieben. Wie ich spä­ter erfuhr, hatte der Stärkere den Schwächeren nachher wegen dieses Zankobjektes erschlagen. Ach, ähnliche Szenen sollte ich noch oft erleben. Was mir in unserm Sack trugen, teilten wir gern mit einem Teil fast Ver­hungerter, und ich habe selten fröhlichere Gesichter ge­sehen, als in jener Nacht. Wie wenn ich Tote lebendig gemacht hätte, kam ich mir vor. Den« als verschiedene wie leblos am Boden Liegende unser von den mitge- brachten Sachen schnell bereitetes Mahl rochen, da er-

Kt sie sich mit verklärte» Gesichtern und priesen uns

[ Aus dem großen Hauptquartier

»e* Großes Hauptquartier, 14. April 1916. (Amt­lich. WTB.) (Eingegangen 3,10 Uhr nachmittags.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Abgesehen von stellenweise lebhaften, im Maasge- biet heftigen Feuerkämpfen ist nichts Wesent­liches zu berichte«. Angriffsversuche auf dem linken Maasufer erstürben unter unserem Artilleriefeuer schon in den Ansgangsgräbe«.

Oestlicher Kriegsschauplatz. ,

Bei der

Heeresgruppe des GenMeldmarslWs von Hindenburg wurden in der Gegend von Garbnnowka (nordwestlich von Dünaburg) und südlich des Narocz-Sees begrenzte feindliche Vorstöße blutig abgewiesen. Ebenso blieben bei der Heeresgruppe des GeneralseldNürsANs Prinz Leop. v. Datiern

Unternehmungen russischer Abteilungen gegen die Stellungen Serwetsch nördlich von Zirin erfolglos.

Dalbaukriegsschauplatz.

Die gegnerische Artillerie war gestern östlich des Barbar zeitweise lebhaft tätig.

In der Nacht vom 12. zum 13. April warfen feindliche Flieger erfolglos Bomben anf Gjev- gjelt und Bogorodica östlich davon.

Oberste Heeresleitung.

C Vom österr.-ungar. Generalstab

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e#* Wie«, 14. April. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:

Russischer Kriegsschauplatz.

Gestern standen unsere Linien an der unteren Strypa, am Dnjestr und nordöstlich von Czernowitz unter heftigem Geschützfeuer. In der Nacht kam es im Mündungswinkel der unteren Strypa und südöstlich von Bnczacz z« starken Vorfeldkämpfe«, die teilweise noch fortdauern. Im südlichsten Teile des Ge- fechtsfelöes wurde die Besatzung einer vorgeschobenen Schanze in die Hauptstellnng zursickgenomme«. Nord­östlich von Jaslowiec drang der Feind gleichfalls in eine unserer Vorstellungen ein, wurde aber durch einen raschen Gegenangriff wieder hinausgeworfen, wobei wir einen russischen Offizier, drei Fähnriche und 100 Mann gefangen nahmen. An der von Bnczacz nach Czortkow führenden Straße bemächtigte sich ein österreichisch-nn- garisches Streifkommando durch Ueberfall einer russi­schen Borposition. Auch gegen die Front der Armee des etäMt^ Artillerie erhöhte Tätigkeit.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das beiderseitige Geschützfeuer wurde, soweit es die Sichtverhältnisie erlaubten, auch gestern fortgesetzt. Am Mrzli Vrh bemächtigten sich unsere Trnppen einer Vorstellnng und schlugen wiederholte Gegenangriffe unter schweren Verlusten der Italiener ah. Bei Flitsch und Pontebba nahm unsere Artillerie die feindlichen Stellungen unter kräftiges Feuer. An der Tiroler Front schritt der Feind an mehreren Stellen znm Angriff. Seine Versuche, sich im Sugana-Abschnitt un­serer Stellnnge« anf den Höhen beiderseits Novaledo zu bemächtigen, wurden abgewiesen. An der Ponale- Straße räumten unsere Truppen heute nacht die Ber- teidigungsmaner südlich Sperone und setzten sich in der «ächsten Stellung fest. Im Adamello-Gebiete besetzte« Alpini den Grenzrücken Dosion di Genova. Südlich des Stilfser Joches scheiterte ei« feindlicher Angriff auf den Monte Scorlnzzo.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes,

v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Am nächsten Morgen brachen wir mit etwa zwölf andern mehr als fünfzig mußten, da sie sich nicht mehr zu gehen vermochten, ihrem Schicksal überlassen blei­ben unter Führung des unverwüstlichen Grenadiers auf. Der Mann hieß Bertelot, stammte aus der Bre- tagrie und hatte bereits in zwanzig Schlachten mitge­fochten, wie es hieß. Er sprach recht gut deutsch, da seine Mutter Rheinländerin war, und ich unterhielt mich lange mit ihm. Daß ihn alle Strapazen so gar nicht angefochten zu haben schienen, imponierte mir gewaltig an diesem seltenen Menschen. Wie aus Stahl geschmie­det, kam er mir mit seinem kraftvollen, sehnigen Kör­per vor. Ein anderer Franzose teilte mir über ihn mit, daß er wegen eines schweren Verbrechens in des Kai- fes Ungnade gefallen sei und seine Schuld nun durch unnatürliche Leistungen zu sühnen suchte.

Und nun kamen wir an die Stätte des Grausens, wie sie schauerlicher nicht zu denken ist. Meine Feder vermag den Eindruck nicht zu schildern, den der An­blick des Schlachtfeldes von Borodino, das wir jetzt zum zweitenmal passierten, auf mich machte. Da lag die eine der Schanzen, um die so viel Ströme Heldenbluts ge­flossen sind, dicht vor mir, eine starre, schneebedecÄe Masse, einem riesigen Grabhügel gleich. Und in den Schluchten, Gräben, auch mitten auf ebenem Felde, überall sah ich unter Trümmern noch unbestattete Lei­chen, teils braun und verdorrt wie Mumien, teils als abgenagte Skelette. Ein Rudel Wölfe verließ den Ort des Grausens, als unsere einem Leichenzug nicht un­ähnliche Schar langsam vorttberwankte, und in den Wipfeln der von Kugeln zerrissenen und durchbohrten Baumstämme krächzten hungrige Dohlen, die von wett her gekommen sein mochten, um hier willkommene Beute zu finden. Uebrigens waren die nicht Begrabenen meist gefallene Russen. Die Franzosen und deren Ber- Mnbeten hatten die meisten ihrer Toten in Massengrä­ber» geborgen. Bernhard Bolz, mit dem üb Arm in

Das entschlossene Griechenland.

Jede weitere Gewalttätigkeit der Entente soll abgewiesen werden.

o-#= Athen, 15. April. (T. U.) Die politische Lage ist, lautBerl. Lok.-Anz.", unverändert. Die

Entente hat, da Skulu-is erklärre, nicht ein­mal im Prinzip über eine etwaige Besetzung der Eisenbahn PatrasAthen und AthenLarissa durch die Enteute in eine Diskussion eintreten zu wollen, von neuen Schritten abgesehen. Die der Entente freundliche Venizelistenpresse läßt verlauten, daß die Entente von ihrem Vorhaben angesichts der starken griechischen Op­position absehen wird. Die Presse betont fast einstim­mig, daß Griechenland, falls es weiter beschränkt werde, mit jedem Mittel, wenn nötig mit Gewalt, jeden Ver­such einer militärischen Besetzung im Interesse Griechen­lands abweisen müsse.

_ Aus Athen berichtet dieKöln. Ztg.": Nach Mel­dungen aus Saloniki entführten die Verbündeten zwangsweise alle griechischen Gendarmen aus den Dör­fern an der Grenze. Sie entwaffneten sie vor den Augen der Bewohner und schieben sie unter Bedeckung nach dem Innern Mazedoniens ab.

Keine Ministerkrise in Athen.

Offiziell verlautet, eine Ministerkrise stünde nicht be­vor, da zwischen Krone, Regierung und Kammer rück­haltloses Einvernehmen darin bestehe, die bisher be­folgte Neutralitätspolitik rücksichtslos mit größter Ent­schiedenheit durchzuführen.

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Der englische Druck auf Holland.

s* Haag, 15. April. (T. U.) Die Abschneidung der Zufuhr von Getreide und anderen Stoffen nach Hol­land, dw in England zum System geworden ist, wie aus dem Anhalten mehrerer holländischer Getreideschiffe her- vorgeht, deren Ladung sogar an die holländische Regie­rung adressiert war, wird lautB. L.-A." in hol­ländischen Kaufmannskreisen mit Empörung besprochen. Man meint, dies geschehe, um Holland durch den absicht­lich hervorgerufenen Mangel an Lebensmitteln soweit zu bringen, daß es eine noch Weitergehende Kontrolle über Hollands Ausfuhr und den gesamten Handel durch den von England eingesetzten Uebertrust gestatte.

Die Gegensätze auf der Pariser Konferenz.

Der BudapesterHirlap" veröffentlicht lautB. L.-A." aus Genf eine, wie er angibt, aus zuverlässiger Quelle stammende Nachricht über die Vorgeschichte und den Verlauf der Pariser Konferenz. Aus diesen Mittei­lungen geht hervor, daß unter den Teilnehmer« und überhaupt im Lager des Ententeverbandes nichts weni­ger als Einmütigkeit herrscht. Die Konferenz war als letztes Mittel gedacht, um wenigstens nach außen hin das langst gestörte Einvernehmen unter den Alliierten zur Schau zu tragen. Die meisten Schwierigkeiten machte es, Rußland zur Teilnahme zu bewegen. Auf der Kon- ferenz selbst entwickelten sich zwischen Asquith und dem russischen Delegierten Silinskt feindliche Szenen. Die Debatte wurde schließlich so ertWf daß sie itttteMWMkf" werden mußte.

Französische Wirtschaftspläne für die Zukunft.

, r^ London, 15. April. (T. U.) Der parlamenta­rische Mitarbeiter desDaily Telegraph" berichtet laut Tgl. Rösch.", daß die parlamentarische Kommission für die wirtschaftliche Ausdehnung Frankreichs kürzlich eine erste Sitzung abgehalten hat, zur Besprechung einer et- waigenfalls einzuschlagenden Kartells- und Syilöikats- politik. Bedeutende Politiker, Fabrikanten, Kauflente und Großgrundbesitzer waren anwesend.

Der deutsche und der englische Kaufmann.

DieTimes" veröffentlicht lautFranks. Ztg." ein Interview ihres Korrespondenten mit dem Präsiden­ten der Republik Portugal, Machade, in weichem dieser u. a. dem deutschen Kaufmann folgendes Zeugnis aus- stellt: Die friihere Politik setzte Deutschland rn den Stand in Portugal ebenso wie andererseits kaufmännisch dit Oberhand auf Kosten Englands zu erreichen, wodurch sich ein widerspruchsvoller Zustand bildete: Das libe­rale England hielt an seinen traditionellen und ver­alteten Handelsmethoden fest, während das autokratischc Deutschland die modernen Mittel be«ntzte. in die Ha«- delswelt einzndringen. Die deutsche Regierung unter­stützte die deutschen Kaufleute in jeder Hinsicht. Diese boten ihren Kunden alle möglichen Vorteile, bedienten sich der portugiesischen Sprache in threrr Preislisten und Korrespondenzen und benutzten auch das moderne Maß­system.

Arm marschierte, damit einer am andern Halt fände, wies mir auch zwei solche langgestreckte Erdhügel, in denen preußische Brüder ruhten. Ein schmuckloses, aus einem Balken und einem quer darangenagelten Brett bestehendes Kreuz bestätigte, was er mir sagte. In fast verwischter Schrift stand die Zahl der Begrabenen da­rauf. Es waren mehrere Hundert. Ich dachte meines treuen Freundes Gustav Schmidt, der mit unter ihnen ruhte, und Trauer erfüllte mein Herz, Trauer und Er­bitterung.

v.

Ein treuer Kamerad.

Hier und da fragte ich Leute, die sich im Laufe des Tages unserem Zuge anschlossen, nach dem preußischen Husarenregiment. Einer wollte das nach seiner Ver­sicherung gar nur noch aus einem Dutzend Reitern bestehende Fähnlein in der Morgenfrühe vorübermar­schieren gesehen haben. Die Richtung wußte er mir nicht genauer anzugeben. Wir stießen auf verschiedene mit Verwundeten beladene Wagen und einige aus un­serm Trupp stürzten sich wie Banditen den Pferden in die Zügel, forderten die Kutscher unter Drohungen auf, sie mitzunebmen und suchten sich einen Platz in den überfüllten Fuhrwerken zu erkämpfen. Wenigen ge­lang das. Freilich befanden sich nicht immer nur Ver­wundete in solchen, die Landstraße passierenden Schlit­ten, Karossen, Equipagen, Baueruwagen usw. Häufig bargen sie auch wertvolle Beutestücke aus Moskau, die spekulative Köpfe auf solche Weise am einfachsten und sichersten über die Grenze zu bringen hofften. Gegen Abend des heutigen MarschtageS fiel mir ein schwarz- behängter, mit zwei Rappen bespannter Wagen auf, an dem ein silbernes Kreuz angebracht war, ein Lei- chennmgen also natürlich, was denn anderes?

«Fortsetzung folgt.)