Goldaten die furchtbaren Verluste an Toten und Verwundeten sahen. In wilder Flucht ging es zurück. In diesem Augenblick stürzte der Fähnrich bewußtlos zusammen und als er wieder zur Besinnung kam, sah er, daß er sich als verwundeter Kriegsgefangener in einem österreichischen Lazarett befand.
Millionenziffern der russischen Verluste.
Aus einer Zusammenstellung aus russischer, schwedischer und französischer Quelle werden, nach einer Meldung der „D. Tagesztg.", folgende russische Verlust- ziffern vom 4. August 1914 bis zum 1. März 1916 be- kanntaegeben: 2 500 000 Tote, 1500 000 kriegsuntaug- liche Invalide, 1500 000 Gefangene und zwei bis drei Millionen Leichtverwundete nnd Kranke, zusammen also die Riesenziffer von 7% bis 8% Millionen Menschen.
Russische Regsamkeit in den Häfen am Schwarzen Meer
^ Czernowitz, 13. April. (T. U.) Ein geflüchte- ter Kaufmann meldet laut „B. L.-A/f, daß in sämtlichen Häfen des Schwarzen Meeres, welche Stützpunkte der russischen Flotte sind, besonders aber in Sebastopol, große Vorbereitungen zur Instandsetzung eines möglichst großen Dampferparkes gemacht worden sind. Im Februar und März wurde eine große Anzahl Matrosen von der baltischen Flotte dort untergebracht. Außerdem sei eine große Zahl der Marinearsenalarbeiter von den nordischen Werften nach denen des Schwarzen Meeres befördert worden. Ferner werden Schiffe älterer Jahrgänge einer großen Umarbeitung unterzogen.
Berlin und die Stimmung in Iransteich.
Ein „neutraler Kenner des französischen Volks" schreibt der „Reiten Freien Presse" über die gegenwärtige Stimmung in Frankreich u. a.:
„Es war nicht gleichgültig, ob Verdun sich selbst überlassen wurde oder erst nach wochenlanger heroischem Widerstand des Feldheeres vom Feinde aus der Front herausgerissen werden konnte. Die Doktoren der französischen Republik fürchten für das Leben Frankreichs eine chronisch verlaufende Krankheit viel weniger als ein hitziges Fieber oder eine glückliche Amputation. Und sie kennen ihr Volk, sie wissen, daß es traft seines femininen Einschlages befähigt ist, latent verlaufende Krisen gut zu ertragen, sie kennen auch die unverwüstliche Defensivkraft des französischen Heeres, das besonders befähigt ist, feste Stellungen zu behaupten und sich in kurzen Gegenstößen Luft zu machen, raumgrei- fenden Operationen aber nicht gewachsen ist und vor strategischen Rückzügen scheut, weil ihm dabei leicht der Halt verloren geht.
Alle diese Erwägungen forderten von der französischen Regierung und Heeresleitung als Ergebnis eine starke, durch Häufung von Reserven gespeiste Verteidigung der Verduner Front. Dadurch gewannen die Pariser Zeit, sich zu erholen. Sie konnten sogar daran gewöhnt werden, daß Verdun bestimmt war, die deut- iche Offensivkraft zu schwächen, und daß man eigentlich von Consenvoye bis Douaumont „rückwärts siege". So fanden die Verbündeten ZeU, sich zu Entlastungsoffensiven aufzuraffen. Endlich aber wurde dadurch die Herrschende Oligarchi aus der ärgsten Bedrängnis gerettet und Zeit gewonnen, ein neues Ministerium in der Kulisse bereitzustellen. Dieses sollte und soll im Notfalle als zweite Garnitur das Stück zu Ende spielen, wenn Briand sich zurückziehen müßte. Der Mann, der hierzu ausersehen ist, nennt sich Barthou, bekanntlich einer der skrupellosesten Politiker der dritten Republik.
Ätan furtum von etnenzM^MMnm lösung des Kabinetts Briand, falls die,- ^----------- verbraucht. Ein Kabinett Barthoun wäre vermutlich gleichbedeutend mit einem Verbleiben Poittcarees im ^Unterdessen werden die Pariser und die Leser der Provinzen über die militärische Elltwicklung der Dinge durch geschickte Seiltänzereien hirlweggetäuscht. Auf den Mangel an Tatsachensinn und das flüchtige Gedächtnis von Monsieur und Madame Tont le Monde vertrauend, werden alle Stellungen und Stützpunkte, die man vor Verdun bestüt, als uneinnehmbar gepriesen, um am Saue darauf, wenn sie verloren gingen, als wertlos be-
ünis
von
Tage darauf, wenn sie verloren gingen, als wertloL zeichnet zu werden. So ging es mit den Wäldern
Beaumont und Ornes, mit dem Louvemont mrd Fort Donaumont, mit den Dörfern Douaumont und Vanx, den Orten Forges und Malancourt und dem Gehölz von Avocourt, so wird es auch mit der Höhe 804 und Bros und zuletzt mit der ganzen Positron gehen, wo Frankreichs Reserven zusammengeiercht sen Wochen ihr Blut verspritzen. Aber so geschickt die publizistische Mache auch ist und so wertvoll der Zertgewrnrr bleibt, den die Pariser Machthaber sich durch ihre tapfere, opfer- mutige Armee erkämpfen lassen, miß in richtig die darauf basirende politische Kalkulation auch erschienen mag — im Grunde hilft dieses Tenrporisieren doch mcht zum Enderfolg, und wenn auch eine Ehokwirkung verune- öen worden ist, so ist die militärische Verblutung bei ™ ' o stark, daß früher oder später, direkt oder
Rückschlag eintreten muß, der in seiner
Verdun doch so 1
indirekt, ein bm«.^^^ mu»»».. «~» —- •" i—— Wirkung einem tödlichen Chok gleichkommt.. Ob man in Paris auch damit rechnet, läßt sich nicht sagen, wir möchten aber auf Grund gewisser Indizien die Behaup- - ~ - - - Zersetzung der Stimmung in
Wochen viel weiter vorgeschrit-
tung aufstellen, daß die Zersetzung der Stimmung in Frankreich in den letzten Wochen viel weiter vorgeschritten ist als auf den ersten Blick und angesichts der hervorragenden Verhaltens der französischen Armee sichtbar
wird. „ t ,
Eiligst sind englische Tritonen aus.dem Orient zu- riickbefohlen worden, um die Lücken zu stillen. Die englische Front reicht heute südlich Arm» bis über die Summe. Aber Alt-England greift nicht an, sondern enthält sich jeder aktiven! Entlasstrng des schwer rmgen- den, sein letztes Blut oersprivenben Bundesgenossen, um methodisch das eigene Interesse voranzustellen. Diese auffällige Ruhe mag ihren Grund m großen Plänen Haben, die auf operative Neugestaltung der Lage durch Laudungsmanöver an der Nordseeküste obsteten; gewiß, aber sie wird von der französischen. Bevölkerlmg mit tiefer Erbitterung besprochen und tragt zur Zersetzung der Stimmung sehr viel bet.
Kriegsallerlei.
Schädigung Rußlands durch die WirtschaftspEttk der Alliierten.
Nach Meldungen aus Petersburg über Kopeuhggen wird dort laut „Köln. Zig." amtlich b^ russische Reicdskontrolleur so mit Arbeiten überlastet
W er an der Pariser WirtschastsLonferenz nicht eilnebmcu könne. Es verlautet aber, der tvahrc Grmid seines Fernbleibeus liege in seiner WWW toS aas von den Alliierten erstrebte Ziel, Dentsthland zu isolieren, nur zum Schaden Rußlands erreicht werden könne, und er wolle in Paris nicht gegen sein besieres Wisteil handeln.
Stimmungsbild aus Rumüttieu.
Der Sonderberichterstatter des „Az Estt berichtet aus Bukarest: Neben einem ausfallenden Luxus, den
größte Teuerung. Die Lebensrnittel und die Industrie- artikel Europas haben phantastische Preise. Die Ge- schäste beschäftigen sich mit Spekulation, die vielfachen Verdienstmöglichkeiten haben eine Atmosphäre geschaffen, in der das Geld völlig wertlos ist. Der Anschaffungspreis eines Anzuges beträgt 250—300 Lei, ein Menü im Gasthaus kostet 20 Lei, eine Spule Zwirn 2 Lei, ein Meter Stoff 50 Lei. In der Stadt halten sich eine Unmenge englischer, französischer und russischer Agenten auf, deren Beschäftigung größtenteils durch einen anderen Beruf verdeckt wird.
neu
Politische Rundschau.
Bei Beratung des Kriegsgewinnsteuergesetzes nahm der Hauptausschutz des Reichstages zu § 14 einen Zentrumsantrag an, der als Mindestgrenze des als Mehr- einkommen zu berücksichtigenden Einkommens anstatt 10 000 Mark 3000 Mark festsetzt. Ferner wurde ein fortschrittlicher Antrag angenommen auf Heranziehung des Einkommens der Offiziere im vollen Umfang.
Im preußischen Staatshauhalt für 1916 befindet sich diesmal ein eigenartiger Posten. Der 1910 verstorbene Verwaltungsgerichtsdirektor Flener von Groow zu Köslin hat dem Staate 10 000 Mark mit der Dc- stimmung vermacht, daß dieses Kapital zinsbar anzu- legen und gesondert zu verwalten ist, die Zinsen aber solange zum Kapital zu schlagen sind, bis dies den Betrag der Staatsschulden erreicht. ■
Der Soltzkekler der Reichsdank.
Die jugendlichen Goldfammler Berlins, die sich aufopferungsvoll bemüht haben, das im Verlauf befindliche Gold wieder der Reichsbank zuzuführen, durften kürzlich als Lohn für die Mühe die große Mäste des aufgestapelten gelben Metalls besichtigen. Jeder Schüler, der seit Beginn dieses Jahres 1000 Mk. abgeliefert hatte, durfte durch die Goldkammern der Reichsbnnk spazieren. Einer Schilderung dieses Besuchs von Professor R. Meyer im „Berliner Tageblatt" — es war das erste Mal seit der Reichsgründung, daß Schüler die Golökeller betraten — entnehmen wir folgende Zeilen:
Zunächst besichtigten wir im Lichthof die dort aufgestellten Automaten: eine Geldrollmaschine, in die der Beamte oben die Münzen hineinschob, die dann nach kurzer Frist unten in festverpackten Geldrollen heraus- fielen. Eine zweite Maschine zählte automatisch Mark- stticke in Beutel ab. Dann begann der Gang unter die Erde. Wir standen bald vor einer Riesentür, in deren abenteuerlich dicker Wand drei Schlüssel verschwanden. Sie sprang auf, das elektrische Licht blendete plötzlich, und wir standen in einem kahlen Querflur — dem Pa- pierflur, wie sich später herausstellte —, von dem mehrere Längsflure sich links abzweigten. Dann wurde in einem Goldflur haltgemacht. Hier lagen die einzelnen Goldkammern von verschiedener Größe, zumeist etwa 1% Meter breit und 2% Meter tief. In jede dieser Kammern konnte man von außen hineinsehen, da sie vom Flur durch ein starkes Drahtgeflecht gesondert war. Auf Gestelleu, die an den Wänden der Kammer um- liefen, lagen die Goldsäckchen, in jedem 10,000 ^; immer zu Fünfer- und Zehnergruppen übersichtlich abgetrennt, so daß man mit dem ersten Blick 100,000 X mit dem 8weiten eine Million Überschlagen konnte. An jeder Kammer hing ein weißes Schild, auf dem der
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Zuerst wurde uns eine Kammer n ______ deutschen Gold ausgeschlossen. Inhalt: 20 Millionen. Einige Söckchen wanderten zur Prüfung des Gewichts von Hand zu Hand. Dann ging es zu einer Kammer mit ungemünztem Gold. Der kleine Raum enthielt nicht weniger als 21 Millionen in Goldbarren, das heißt 600 Barren zu je 35,000 X Die Barren waren etwa 35 Zentimeter lang, 7 Zentimeter breit, 2—3 Zentimeter hoch. Auch sie wanderten von Hand zu Hand. Dann ging's im gleichen Flur zurück, vorbei an den Kammern mit fremdem Gold, französischem, japanischem und aurerikanischem. Von dort schwenkte der Zug in den Silberflur, der zugleich Kupfer und Nickel birgt. Die Einrichtung entsprach im wesentlichen der der Gold- kammern. Dann ging es zurück in deu Eingangsflur, der das Papiergeld enthält, aber nicht in Kammern, sondern Gelöschränken. Der Schränk der Tausendmarkscheine sprang auf. Inhalt 260 Millionen; je 500 solcher Scheine, also eine halbe Million, zu einem un- scheiulmren Päckchen zusammengeschlossen. Und — vielleicht das einzige fötal im Leben — hatten wir die Freude, eine halbe Million prüfend in der Hand an wiegen. Die kleineren Banknoten machten auf uns dann natürlich keinen Eindruck urehr.
Dann kam der größte Augenblick unserer FMrung: ■ an der Mittelkammer dieses Flures hing ein Schild mit der kurzen Inschrift: S. M. S. „Möwe". In dickwandige kleine Holzkisten verpackt lagen da 15 Goldbarren — in jeder Kiste ein Barren, in einer zwei — hatten sie im Geldschrank der „Appam" gestanden. Ihrem Stempel nach stammten sie teils aus Süd-, teils aus Westafrika. Graf Tohua ließ sich nach Erbeutung des feindlichen Schisses unter seinen Schreibtisch bringen. So gelangten sie nach Deutschland. Ich fragte einen Beamten, ob sie unter besonderen Vorsichtsmaßregeln aus dem Hasen nach Berlin iiberqeführt worden seien. „Nein, einfach durch die Post." Auch hier wanderten die Barren von Hand zu Hand. Jeder wollte diese Zeugen deutschen Heldenmutes in der Hand halten. Swet Kästchen enthielten weißen Goldstaub, etwa von der Farbe der' Zigarreuasche, der 5 Prozent Goldstaub enthält. Eine Probe davon wurde uns in einer Glasflasche gezeigt.
Vermischtes.
Der Rüste kommt nicht wieder! Die Stadt Gum- binnen hatte Generalleutnant Ludendorff zu ihrem Ehrenbürger ernannt und der Regierungspräsident Graf Lambsdorff hatte aus diesem Anlaß an den Gefeierten einen herzlichen Glückwunsch gesandt. Ludendorff erwiderte mit folgendem Schreiben: „Sehr geehrter Herr Graf! Ich bedanke mich herzlich für Ihre gütigen Glückwünsche. Der Entschluß der Stadt Gumbin- nen war eine grotze Freude für mich. Ich bin nunmehr auf das Engste verbunden mit Ihrem Regierungsbezirk, der wie kein anderer die Kriegsnot empfunden hat und der einem neuen Leben entgegen gehen samt Der Russe kommt nicht wieder! Ich lsitte, Ihre Hauptstadt zu grüßen. Ludendorff."
Gefärbte Ostereier i« Bayer» verboten. Aus Mün- chen wird gemeldet: Das stellvertretende Generalkommando des 1. bäuerischen Armeekorps macht bekannt, daß der Verkauf von gefärbten Ostereiern sowie das sogenannte Hstereierverstecken, eine VolkStünrlichk.cit, die zu Ostern besonders bt Bauern beliebt ist, verboten ist. LuvMKrVcmdlmmev werden mit Gefängnis bis zu ei-
uem Jahr oder urit Geldstrafe bis zu 1500 Mark geahndet.
Der 14. April und der Biervund. Der 14. April ist ein historisches Datum von besonderer Art: Er bringt die Kalendereinheit des Vierbundes. In Bulgarien ist es erstmals der Tag, den man im Verkehr mit Mittel- europa nicht mehr schreibt: 1./14. April, sondern schlechtweg: 14. April. Auf der Strecke Hamburg-Bagdad gibt es keinen „alten Stil" mehr. Der 14. April ist der 14. April in Hamburg, Berlin, Wien, Budapest, Belgrad, Sofia, Konstantinopel, Bagdad. Bulgarien überspringt im Kalender die Zeit von seinem 31. März bis zu seinem 13. April und läßt auf den 31. März sofort den 14. April folgen, womit es den Anschluß an den „neuen Stil" erreicht. Nicht ohne Kampf und nicht ohne äußerliche Konzessionen, aber schließlich doch mit vollem Erfolge hat das Ministerium Radoslawow Bulgarien in die Bahnen des neuen Kalenders gelenkt. Das bedeutet eine nicht unwesentliche Erleichterung des Verkehrs mit den Verbündeten und in gewissem Sinne eine neue Niederlage Rußlands auf dem Balkan. Mit dem 14. April fällt abermals eine Schranke zwischen Abendland und Morgenland.
Niedergang eines Riesenmeteors am Bodensee. Gegen 1 Uhr früh wurde am Mittwoch im Bodensee- gebiet ein heftiger Donnerschlag vernommen, der zunächst auf eine Explosion schließen ließ. Ihm folgte ein etwa eine Minute dauerndes unheimliches Rollen, während dessen die Nacht taghell erleuchtet war. Wie es sich herausstellte, ist diese Naturerscheinung auf das Platzen eines Meteors zurückzuführen, das in der Umgebung von Lindau oder Bregenz herabgefallen sein muß. Das Getöse, das die Explosion begleitete, die meilenweste Entfernung, in der die Himmelserscheinung wahrgenommen wurde, wie die Helligkeit des Meteors lassen auf einen sehr großen Körper schließen.
Für 19 000 Mark Schweineschmalz in Leipzig ver- schmunden. Eine Nachricht über einen Diebstahl, die fast wie ein Aprilscherz anmutet, wenn sie nicht amtlich chre Bestätigung fände, kommt aus Leipzig. Dort sind nämlich nach einer polizeilichen Bekanntmachung am 5. oder 6. April aus einem Girterwagen, der an der Ladestelle der Lagerhofgesellschaft beladen und darauf mit Plombenverschluß versehen worden war, 16 Fässer Schweineschmalz abhanden gekommen. Ob Diebstahl dieser umfangreichen Sendung, die tells nach Oelsnitz i. V., teils nach Planen abgehen sollte, vorliegt, hat sich noch nicht zweifelsfrei feststellen lassen. Da jedes Faß durchschnittlich fast vier Zentner wiegt, beziffert sich der Schaden auf über 19 000 Mark.
Erfrorene Kartoffel«. Eine Berliner Korrespondenz hatte die Meldung verbreitet, nach den Ermittlungen der Reichskartoffelstelle seien allein im November v. I. 450 000 Zentner Kartoffeln durch Frost verloren gegangen. Wie wir von amtlicher Stelle erfahren, ist die Nachricht, der die Reichskartoffelstelle völlig fernsteHt, falsch. Der festgestelltc Frostschaden be- läust sich höchstens auf einen Bruchteil der angegebenen Menge.
Eine hei-eumüirge Krünlenlräger- patrsutSe.
An einem Abend lief folgende Meldung eines rhei- tfischen Jufanterie-Regimenis ein: In dem Dorf L. sind laut Erkundung acht Schwerverwundete bei der Ablösung ihres Regiments in einem Keller zurückge-
Der auf dem TruppenverbandSpkatz am Fernspre wer weiterer Befehle darrende Führer einer Krauten trägerpatrouille der Sanisiitskouipaguie, UMeroffizier Otto Molly (gebürtig aus Hirzbach Kreis Altenkirchen, zuletzt wohnhaft in Oberbieber a. Rh.s, erhielt um 10 Uhr 30 Min. den Auftrag, mit 12 Krankenträgern seiner Patrouille die Verwundeten um jeden Preis zu holen. Im schnellsten Tempo wurde die Strecke bis zur Nord- ostspitze des Dorfes, teilweise im Laufgraben, teilweise über freies Feld, zurückgelegt. Im vordersten Graben um 12 Uhr 30 Min. nachts angelaugt, wurde ermittelt, daß der die Verwundeten bergende Keller vor einigen Nächten verloren gegangen war und nun innerhalb der von beiden Gegnern heißumstrittenen Zone gelegen sei. Ein Drahthindernis kam bei der Nähe des deutschen zum französischen Graben (etwa 10 bis 12 Meter) nicht in Betracht. Welcher Keller allerdings in dem Gewirr von Häuserruinen der gesuchte war, ließ sich nicht feststellen. Trotz der unmittelbaren Nähe des Feindes und der fast ununterbrochen wirksamen Scheinwerferbelenchtnng gelang es Molly schon innerhalb einer Stunde, den fraglichen Keller, zwischen den beiden Stellungen hin und her kriechend, zu ermitteln und seine Leute nach- zuführen.
Der Anblick, der sich darbot, war erschütternd. Seit drei Tagen und zwei Nächten lagen die Bejammerns- werten, säum notdürftig verbunden, ohne Speise und Trank, völlig erschöpft vor unserm Graben, dessen Besatzung hiervon nichts ahnte, und hatten längst jede Hoffnung aufgegeben. Während bis jetzt die Artillerie fast gans geschwiegen hatte, setzte um 2 Uhr 45 Minuten morgens schweres, aus die deutschen Gräben gerichtetes Feuer ein und trieb zur äußersten Eile. An irgend eine Wnndveriorgung oder einen oröturngsniätzigen Transport war nicht zu denken. Die Patrouille war darauf angewiesen, unbekümmert um alle Vorschriften, selbständig zu handeln. Kurz entschlossen band einer dem andern einen Verwundeten auf den Rücken fest. So ward kriechend und schiebend zunächst die schwerste Strecke bis zum vordersten deutschen Graben unter unsäglichen Mühen überwunden, bis dann der weitere Micktransport mit Hilfe von Zeltbahnen erfolgen konnte. Jeder tat sein bestes und gab seine letzte Kraft für das Retttmgswerk. Neben dem Patrouillenfü6rer, Unteroffizier Molly, zeichneten sich die Krankenträger Hubert Schmitt (aus Aachen). Gottfried Carll (aus Düren) und Johann Obrem (aus Blieshetm, .\tr. Eus- kirchen) durch iüre Aufopferung und Unerfchrockenheit im Feuer, besonders aus. Als der letzte Verwundete um 5 Uhr früh den schützenden Graben der zweiten Stellung erreichte, setzte von allen Seiten her ein erbitterter Häuserkampf ein, in dessen Verlauf dann die plan* mäßige Räumung des Dorfes P. und feine systema- lische Zerstörung durch unsere schweren Mörser erfolgte. Der Krankenträgerpatronille Molly gebührt somit das Verdienst, ihren Mververwundeten Kameraden in letzter Stunde Rettung gebracht zu haben.
Weitere Drahtnachrichten
Friedensschritte des Papstes?
w Amsterdam, 13. April. (T. Uü Der römische Korrespondent der Amsterdamer „Tod" erklärt laut „Bi. Mp." aus zuverlässiger Quelle zu wissen, der Papst erwäge anläßlich der Reden Bethmann HollwegS nn» «sanithS auf diplomafischem Wege Fragen zu stelle-
erwa.