Zranzösische Slurmvecsuche völlig zusammengebrochen.
Die große Schlacht westlich der Maar.
Zu den ergebnislosen Gegenangriffen der Franzosen auf beiden Ufern der Maas wird der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben: Die Einzelkämpfe westlich der Maas haben sich allmählich zu einer großen Schlacht entwicfelt, für deren Beurteilung alle bisherigen Vorgänge zu unseren Gunsten sprechen. Auf einer Gesamtfront von 20 Klm. wird auf beiden Seiten mit stärksten Kräften und zähem Mut um die Palme des Sieges gerungen. Die Front der Schlacht verläuft in fast wagrechter Linie, die von Avocourt aus gegen Osten vorschreitet. Die Hauptbrennpunkte der Schlacht werden durch die Kampflinie Avocourt — südlich Haucourt — nördlich Höhe 804 — Höhe „Toter Mann" — Turnieres bezeichnet. Von unseren Stellungen südlich des eroberten Haucourt aus geht die Front fast gradlinig von Westen nach Osten. Dagegen ist der erste Teilabschnitt, der von Avocourt—Waldecke Avocourt— südlich Haucourt reicht, ein flacher Bogen, der sich im letzten Abschnitt nach Norden aufreckt und gegen Nord- westen öffnet. Von Haucourt aus geht unsere Front parallel dem Kreuzwege Esnes—Ebattancourt, der die letzte französische Stellung vor dem eigentlichen Festungsgürtel von Verdun darstellt.
Ueber die einzelnen Abschnitte der Schlacht, die zugleich die Einleitung des gewaltigen Gesamtringens bilden, und die in den Rainen unserer Erfolge Malan- court, Haucourt, Termitenhügel, Bethincourt zum Ausdruck kommen, ist schon alles Notwendige gesagt worden.
Die Zusammenfassung der ganzen Teilkämpfe zu einer großen Gesamtbandlung zeigt aber, welche Grotz- züaigkeit des Schlachtenplanes in den Kämpfen vor Verdun zum Ausdruck summt. Der französische Bericht der Havas-Note spricht von einer „Gelegenheitstaktik" unserer Heeresleitung, die überall da ohne Rücksicht auf den Wert der Stellung angreifen lasse, wo ein Erfolg zu erwarten wäre. Damit wäre aber ein Enderfolg nicht zu erzielen. Abgesehen davon, daß bisher noch stets das Zeichen eines großen Feldherrn darin zu erblicken war, daß er an einer für fein Heer günstigen Stelle zum Angriff schreite, wo der Erfolg sicher fei, dieser Vorwurf der Havas-Note also nur ein Lob unserer Heeresleitung bedeutet, zeigt aber auch die Entwickelung der Schlacht, wie unsinnig dieses Gerede ist.
Unsere Front ging hier vor Beginn der Schlacht von dem Walde bei Avocourt gegen Norden, zog sich in großen Bogen über die Linie Malancourt—Vethin- court, um den „Toten Mann" zu erreichen. Nach der Eroberung von Malancourt und Haucourt bildete sie eine nördlich von Bethincourt spitz zulaufende krumme Linie, die sich verhältnismäßig lang ausöehnte. Sie hatte aber schon durch die flankierende Stellung unserer Truppen zu Bethincourt den Keim zu einer wetteren Verbesserung unserer Front in sich. Dieser Keim war schon ganz planmäßig durch die Anordnung der bisherigen Kämpfe gelegt worden. Nun nach der Av- schnürung und Eroberung von Bethincourt ist unsere Front zu der günstigen Form gelangt, die für die glückliche Durchführung einer großen Festungsschlacht von größter Bedeutung ist.
Die Schlacht, die sich hier entwickelt hat, wogt au- ’e bereits von mehreren Seiten umfaßt ist, und hat ihre Stoßkraft gegen Osten und Süden. Immer enger wird der Ring, der sich mit unwiderstehlicher Gewalt gegen den inneren Fortgürtel von Verdun heranschiebt, trotzdem die Franzosen über vorbildliche Befesttgungswerke verfügen, die bf vorragende Stützpunkte in dieser Festungsschlacht öc stellen. Der nächste Ansturm der Schlacht gilt der Hohe 304. Auch über ihr Schicksal dürsten wir vertrauend in die Zukunft blicken. (OKM.)
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Der „günstige Augenblick" für die Franzose«.
»§- Genf, 13. April. (T. U.) Auffallend kleinmütig im Tone ist die gestrige Havas-Note, die den Mangel an Initiative des französischen Oberbefehls bei Verdun mit folgenden Worten zu bemänteln sucht: Unsere Chefs beherrschen ihre Ungeduld, den Eindringling zu vertreiben. Sie sparen das Menschenmaterial für den Ort und die Stunde auf, da ihnen der Augenblick zum Beginn einer allgemeinen Gegenoffensive günstig erscheinen wird.
1044 Zeppelinopfer in England.
w> London, 13. April. (T. U.) Nach einer in der Festlandsausgabe der „Daily Mall" vom 7. April enthaltenen Zusammenstellung beträgt, wie dre „Boss. Ztg." berichtet, die Anzahl der Opfer der Zeppeline in England vom 19. Januar 1915 bis 5. April 1916 1044 und zwar: 325 Tote und 519 Verwundete. Dazu kommen an Opfern von Wasserflugzeugen 17 Tote und 43 Verwundete, zusammen 1104 Opfer.
Unter feindlichen Fahnen.
Aus den Erlebnissen eines alten Blücherhusaren von Ludwig vlümcke.
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(Nachdruck verboten.)
Ich blieb, nachdem ich die mit Pulver gewürzten Kartoffeln verzehrt hatte, bis zum nächsten Morgen im warmen, geschützten Keller und fühlte mich dann wieder leidlich marschfähig.
Da gewaltige Schneemassen gefallen waren, so kam ich von der Heeresstraße bald wieder ab und geriet schon nach wenigen Stunden in gleiche Bedrängnis wie die Tage zuvor. Nach Hunderten zählende Dohlenscharen krächzten über mir, wo ich ging und stand, das Heulen der Wölfe drang immer schauerlicher an meine Ohren und nirgends winkte ein Rettungshafen in diesem Meer des Jammers. Noch trug ich meine Waffen, den vorzüglichen, gezogenen Karabiner, mit dem ich schon so manchen guten Schutz getan, und den Säbel, der sich ebenfalls wiederholt bewährt hatte. Aber heute fühlte ich mich so ermattet, daß ich schon daran dachte, es den vielen, die alles, das sie drückte und ihnen unbequem war, von sich geworfen hatten, gleich zu tun, um mir Erleichterung zu schaffen. Allein, mein doch nicht ganz erloschenes soldatisches Ehrgefühl verbot mir das. Darum schleppte ich mich weiter mit den Sachen. Von ein paar Leidensgefährten, die ich traf und denen ich mich für eine kurze Strecke anschlotz — sie ermüdeten bald gänzlich und mußten zurückbleiben — erfuhr ich, daß der Rückmarsch durch das bereits auf dem Hermarsch passierte Gebiet gehen sollte. Warum der Kaiser das gewollt, war nicht klar.
Lag es ja doch auf der Hand, daß in den schon damals gänzlich ausgeraubten Ortschaften nun überhaupt nichts mehr zu kriegen sein würde. Welch' gräßliche Bilder boten sich jetzt beständig meinenBlicken. Da grüßte mich mit wahnwitzigem Lachen ein Korporal der Killten
[ Aus dem großen Hauptquartier J
w- Großes Hauptquartier, 12. April 1916. (Amtlich. WTB.) (Eingegangen 2,50 Uhr nachmittags.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei L« Boiselle (nordöstlich von Albert) brächte eine kleine deutsche Abteilung von einer nächtlichen Unternehmung gegen die euglische Stellung ohne eigene Verluste 29 Gefangene und ein Maschinengewehr zurück.
Westlich der Maas griffen die Franzosen vergeb- lich unsere Linien nordöstlich von Avocourt an, beschränkten sich im übrigen aber auf lebhafte Feuertätigkeit ihrer Artillerie. Anf dem Ostufer brachten drei durch heftigstes Fener vorbereitete Gegenangriffe am Pfefferrücken dem Feinde «nr große Verluste, aber keinerlei Vorteile. Zweimal gelang es den Stnrm- trnppeu nicht, den Bereich ihres Sperrfeuers zu überwinden. Der dritte Anlauf brach nahe vor unseren Hindernisse« im Maschinengewehrfeuer völlig zusammen. Im Caillette-Walde gewannen wir der zähen Verteidigung gegenüber schrittweise einige« Boden.
Im Lnftkampfe wurde ein französisches Jagdflugzeug bei Ornes (in der Woevre) abgeschossen. Der Führer ist tot.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Bei Garbnuowka (nordöstlich von Dünaburg) wurden russische Nachtangriffe mehrerer Kompagnien abgewiesen.
Dalkankriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Die „Times" über Verdun.
«^ Amsterdam, 13. April. (T. U.) Die „Times" erhalt laut „B. T." folgenden aus zuverlässiger Quelle stammenden Bericht über die Lage bei Verdun: Der Kampf steht jetzt in der Hauptsache nördlich der Höhe 304 und östlich von Mort Homme, ohne daß der Feind hier wesentlich weiter kommt. Die andauernd sehr ernst gemeinte Beschießung des Geländes hinter Douaumont und Vaux scheint mit Sicherheit die Erwartungen derer zu bestätigen, die an eine neue Offensive des Feindes glauben, sobald seine Pläne am Mort Homme, die er gegenwärtig mit großen Opfern weiter verfolgt, er-
Großbelgische Träume.
«-£■ Zürich, 13. April. (T. U.) Die zahlreichen in Genf wohnenden belgischen Flüchtlinge haben sich dem „B. T. zufolge zu einem Verbände zusammengeschlossen. Sre wollen alle heute im Auslande lebenden Volksgenossen zu einem Großbelgischen-Bunde vereini-
dre jungst viele Flüchtlinge en.„„,... _________, _ Vuu einem Großbelgien bis ins deutsche Reichsgebiet trüu- men.
Deutschlands Antwort auf Amerikas „Snffex"-Anfrage.
Ei« veutfchcs Avgebot.
~ Auf die Anfrage der Regierung der Vereinigten Staaten wegen der Angriffe auf den Dampser „Sussex" und andere Schiffe hat der Staatssekretär des Auswärtigen v. Jagow dem amerikanischen Botschafter in Berlin am 10. b. M. eine ausführliche Antwort erteilt, der folgendes zu entnehmen ist:
Ein Dampser, der möglicherweise der „Verwind Vale" gewesen ist, wurde von einem deutschen Unterseeboot an der irischen Küste angetroffen und versenkt, nachdem die Besatzung in die Boote gegangen war. Das Schiff war erst beschossen worden, nachdem es den Versuch gemacht hatte, zu entkommen. Der englische Dampfer „Englishman" ist in der gleichen Weise versenkt worden. Ob der englische Dampfer „Manchester Engt- neer" von einem deutschen Unterseeboot angegriffen worden ist. konnte von deutscher Seite nicht festgestellt werden. Der englische Dampfer „Eagle Point" wurde an der irischen Küste von einem deutschen Unterseeboot in der gleichen Weise versenkt, wie die oben genannten beiden Schisse. Die Feststellung, ob der Kanaldampfer „Sussex" von einem deutschen Unterseeboot beschädigt
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von einem
Garde", der Lumpen um seine erfrorenen Füße gewickelt hatte und anstatt des Waffenrocks einen grellroten Weiberunterrock trug. Hinter ihm L'rein schleppte sich ein Kürassier mit wallendem Haarschweif am verrosteteil Helm mühsam auf Krücken vorwärts. Und dann folgte ein mit zwei elenden Kleppern bespannter Schlitten, in dem drei Schwerverwundete lagen, die jämmerlich klagten und von ihrem Wärter so roh behandelt wurden, daß ich es nicht mit ansehen konnte und dem Kerl gründlich, soweit meine französischen Sprachkenntnisse reichten, die Wahrheit sagte. Ob es genügt hat, weiß ich nicht, für den Augenblick benahm der Bursche sich wenigstens menschlicher.
Wieder wühlte der Heißhunger in meinen Eingeweiden und trieb mich von der Straße fort in entlegenere Gegenden, von denen ich hoffte, daß sie noch nicht ganz so ausgesaugt wären, wie die nächste Umgebung. Natürlich mußte ich rote ein von Häschern Verfolgter im Schutz der Wälder schleichen, um Bauern oder Kosaken nicht in die Hände zu fallen. Es sollten, wie ich gehört hatte, besondere Belohnungen auf den Kopf noch wasfen- tragender Gefangener gesetzt sein. In der Nähe eines einsam, inmitten großer Waldungen gelegenen Bauerngehöftes kroch ich, als es dunkelte, in den Backofen, um darin die Nacht abzuwarten. Das Brüllen der Rinder, das Blöken der Schafe, schnatternde Enten und gackernde Hühner bewiesen mir zur Genüge, daß hier noch kein Beitreibungskommando und keine Plünderer gewesen waren. Wer hätte sich auch hierher verirren sollen?! Mich hatte ja auch nur ein Zufall an diese Stätte geführt.
Durch einen Spalt der Tür sah ich mir, soweit es bei der beginnenden Dunkelheit noch möglich, genau an, wo Schafe und das Gestügel untergemacht waren. Hunde schienen zum Glück nicht vorhanden -r. sein. Aber was ist da? Da rücken plötzlich drei mck^Ä'ich gekleidete,
würbe, ist sehr erschwert, weil keine genauen Angaben über Ort, Zeit und Beglertumstande der Versenkung bekannt waren, auch ein Bild dieses Schiffes bis zum 6. April nicht erlangt werden konnte.
Am 24. März ist in der Mitte des englischen Kanals ein Fahrzeug ohne Flagge von emem deutschen Unterseeboot angegriffen worden, weil der Kommandant es für einen neuen englischen Minenleger gehalten hat. Der Torpedo traf und rief im Vorschrff eine fo schwere Explosion hervor, daß das ganze Vorschiff bis zur Brücke abritz. Die besonders starke Explosion läßt mit Sicherheit darauf schließen, daß an Bord große Mu- nitionsvorräte vorhanden waren. Die Vergleichung einer vom Kommandanten angefertigten Skizze und eines in einer englischen Zeitung erschienenen Bildes der „Sufsex" zeigt, daß letztere mit dem angegriffenen Fahrzeug nicht identisch ist. Hiernach muß die deutsche Regierung annehmen, daß die Beschädigung der „Sussex" anf eine andere Ursache als auf den Angriff eines deutschen Unterseebootes zurückzuführen ist. Die deutsche Regierung ersucht die amerikanische zur Prüfung bei Angelegenheit um weiteres Material und erklärt sich im Falle von Meinungsverschiedenheiten bereit, den Tatbestand durch eine gemischte Untersuchungskommission feststellen zu lassen.
Gemeinsamer Protest der Neutrale« in London?
„Rußkoje Slowo" will nach der „Rationalztg." aus bester Quelle erfahren haben, daß sämtliche am Ueber- seehandel interessierten neutralen Staaten demnächst et= nen gemeinsamen Schritt in London unternehmen und dort der englischen Regierung einen Kollektivprotest gegen die Verschärfung der Blockade überreichen werden. In politischen Kreisen Petersburgs fürchtet man, daß eine Spannung zwischen den Neutralen und England eintreten könne, die sowohl wirtschaftlich als auch politisch für die Entente von Nachteil sein könne.
Eine Flottenbasis der Entente auf Kreta.
«^ Haag, 13. April. (T. U.) Laut einer Londoner Meldung kann nach dem „B. L.-A." eine Landung bei Alliierten auf Kreta als unmittelbar bevorstehend angesehen werden. Die Alliierten wünschen dort eine Flottenbasis zu errichten, um Sie Uboote im Mittelmeer wirksamer bekämpfen zu können. Die Engländer glauben, daß sich auf der Insel Versorgungsstationen für Uboote befinden und werden jede Bucht an der Küste genau untersuchen. Falls Griechenland gegen die vorübergehende Besetzung der Insel, die keine Beeinträchtigung der griechischen Souveränität bedeutet, keine Beschwerde erhebt, wird es vielleicht unnötig, andere Ionische Inseln für derartige Zwecke zu besetzen.
Was ein russischer Fähnrich erzählt.
Von den Kämpfen an der beffarabischen Front.
Die Lemberger „Gazeta Wieczerna" veröffentlicht einer T. U.-Drahtung zufolge eine interessante Schilderung der letzten mißlungenen russischen Offensive ay der bessarabischen Front im Raume von Burkanow. Die Mitteilungen stammen von einem verwundeten russischen Fähnrich, einem Polen und Hörer der mebiaini= schen Fakultät der Universität in Kiew, welcher in österreichische Gefangenschaft geriet, und sich zur Zeit im
Werümvitz befindet. Der GewMW--- mann berichtrt u. a.:
Als unser Regiment den Befehl zum Vorrücken erhielt, donnerte von beiden Seiten furchtbar die Artillerie. Das Regiment war auf eine Kampffront von etwa einem Kilometer verteilt. Das Regiment sollte die erste Reserve unterstützen, welche bei dem Gegenangriff des Feindes nicht standzuhalten vermochte und zum Rückzüge gezwungen war. Während unseres Vormarsches fielen unausgesetzt Geschosse in unsre Reihen, die arg gelichtet wurden. Ein Geschoß schlug in ein Bauernhaus ein, in welchem sich viele russische Soldaten befanden, von denen die meisten getötet wurden. Das Bauernhaus selbst wurde in Brand gesteckt. Fortwährend erschollen die Rufe der Kommandanten „Vorwärts!", aber die Soldaten wollten nicht vorwärts gehe«, auch nicht, als die Unteroffiziere auf die Soldaten mit der Peitsche und die Offiziere mit dem flachen Säbel drein- schlugen. Nur mit großer Mühe gelang es trotz der riesigen Verluste, die Soldaten vorwärts zu bringen. Endlich kam es zum Bajonett- und Haudgranaten- kampfe. Als unsere Soldaten sich anschickten, bei den Verhauen den Stacheldraht zu durchschneiden, ereignete sich etwas Furchtbares. Wer sich den Drahthindernissen näherte, stürzte tot zusammen. Durch die Drähte war elektrischer Starkstrom geleitet. Da war kein Halten mehr. Der Soldaten bemächtigte sich ein furchtbarer Schrecken und es brach eine Panik aus, die nicht mehr zu bannen war, insbesondere, als die zurückweichcnden
mit langen Piken ausgerüstete Bauersleute auf den Hof, die einen an den Händen gefesselten preußischen Dragoner führen. Der Aermste hat den Kopf verbunden und sieht sehr elend aus. ,
„Sollte es dem Landsmann ebenso ergehen, wie neulich den beiden Franzosen?!" sagte ich in größter Erregung zu mir selber und vergaß meinen Heißhunger. Der älteste der Bauern pochte mit dem Schaft seiner Pike sehr derb an ein Fenster, worauf ein stetnaltes Männchen und ein gewiß nicht viel jüngeres Mütterchen draußen erschienen und lebhaft mit den dreien redeten. Verstand ich die Worte auch nicht, die da gewechselt wurden, so war ich doch bald über ihren Inhalt im Klaren: Man verlangte Fuhrwerk nach Moschaisk. Der Alte zog auch sofort zwei leidlich gute Pferde aus dem Stall und fchickte sich an, sie vor einen Strohwagen zu spannen.
Mein Herz pochte in wilden Schlügen, nicht vor Furcht, sondern im Kampf einander widerstrebender Gefühle. Zwei Stimmen regten sich nämlich in meinem Innern. Die eine sagte recht einleuchtend und schmeichelnd:
„Freue dich, du armer Dulder, jetzt winkt dir herrliche Beute! Der Bauer fährt mit den drei Bewaffneten und dem Gefangenen nach Moschaisk und das alte Weib- lein bleibt allein daheim. Da raunst du nach Herzenslust zulangen, dich vollständig sättigen und noch große Vorräte mit dir nehmen."
Aber streng und entschieden rief dagegen die andere:
„@ht Lump bist du, wenn du jetzt nur an dich denkst und nicht sofort hineilst, den deutschen Bruder au retten! Du hast eine Kugel im Rohr und die scharfe Klinge an der Seite, da wirst du dich doch wohl nicht vor den drei Schafpelzen mit ihren eroürmlichen Piken fürchten? Ein Husar von Vater Blüchers Regiment läßt seinen Kameraden im Stick. Vorwärts also!"
lFowetzunq folgt)