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Aus dem großen Hauptquartier

Beruhigungspillen der Ioffrenoten

Dasfreiwillig geräumte" Bethinconrt.

** Genf, 11. April. (T. U.) Die im Schlußsatz der gestrigen Jvffrenote enthaltene Mitteilung, daß die Ge- iamtfront der zweiten französischen Verteidigungslinie dem deutschen Geschützseuer ausgesetzt sei, bietet einen gewissen Behelf zur Würdigung des Ergebnisses der vorgestrigen Sümpfe an den beiden Ufern der Maas. ImPetit Journal" hatte General Berthaut diese me­thodischen, breiten deutschen Angriffe Vorausgesehen, aber nicht die Art, wie die deutschen Truppen gleich im ersten Simons bis gegen Annieres Vordringen würden. Mit der von General Petain nach tagelangem Schwan­ken gegebenen Weisung, Bethiucourt im Laufe der Nacht zu räumen, erkläre sich die Fachkritik einverstan­den. Sie betont dabei, daß die Hauptstürke der fran­zösischen Verteidigung viel weiter südlich, also etwa zwischen dem Esnes-Walde und in Gegend von Chat­taucourt zu suchen sei. Dieser Trost kann aber über die allgemeine-Lage nicht hinwegtäuschen.

Die deutsche« Verlust-Hckaiomben".

Zu den Schlagworten der französischen Tagesbe­richte und der sie ergänzenden Havasnoten gehört auch das von densürchlerlichen Hekatomben gleichenden deutschen Verlusten". Wiederholt ist diese verlogene Berichterstattung festgenagelt worden, ein charakteristi­scher Fall wird jetzt in einem derFranks. Ztg." über- sandten Feldpostbrief wie folgt gekennzeichnet:Ich kann es nicht unterlassen, Ihnen mitzuteilen, mit wel­chem Schrminzeln der französische Kriegsbericht vom 3. April, 11 Uhr abends von unseren Leuten gelesen wurde. Was da von einemkräftigen Angriff der Deutschen zwischen Bethincourt und Haucourt gegen die franzö- stichen Stellungen auf dem Nordufer des Forgesbaches" alles gesagt wurde! Die Sache war in Wirklichkeit so: Das Abbauen der Franzosen wurde von uns als Wir­kung der deutschen Fortschritte in den Nachbarabschnitten erwartet. Zur Feststellung fühlten Patrouillen vor, die ohne einen Schuß zu erhalten, die vollständig geräumten Stellungen durchstreiften. Daraufhin entwickelte sich zwischen der alten deutschen Linie und diesem Abschnitt der französischen Stellung ein reckt friedliches Hin und Her von einzeln und grupvenweise vorgehenden Deut­schen. Dasüberraschende französische Feuer" war nicht stärker mrd nicht schwächer als das täglich übliche; er­wartet war es eigentlich auch, wie in jeder neu besetzten französischen Stellung. Diebedeutenden Verluste" be­standen aus 0 (Null) Toten und 0 (Null) Verwun­deten und 0 (Null) Vermißten!"

So wie in diesem Falle, ist es in Hunderten ähn­lichen auch, so daß sich in Zukunft niemand mehr über die Havas-Hekatomben zu beunruhigen braucht.

Bilder aus dem brennenden Verdun.

Die Hyäne« der Stadt".

Aussagen und Tagebuchaufzeichnungen französischer Gefangener, namentlich von Offizieren, die noch kurz vor ihrer Gefangennahme in den brennenden Stadt­teilen Verduns sich aufgehalten hatten, bestätigen, wie Kriegsberichterstatter Scheuermann den Blättern meldet, die Tatsache, daß sich von der alten französischen Trutz­feste an der Maas das Schicksal Uperns nicht mehr ab­wenden läßt. Sie enthalten aber außerdem sehr be­merkenswerte Mitteilungen über das Schicksal der un­glücklichen, von chren Bewohnern verlassenen Stadt. Danach haben die FerreriErleute und die ihnen zur

Hilfeleistung beigegebenen Gendarmen beinahe mehr als mit dem Kampfe gegen. die Elemente mit der Ab­wehr von räuberischem Gesinde! zu tun, welches von weither, selbst aus den Ayachenvierteln von Paris, den Weg in die beschostene Stadt gefunden hat und in den leerstehenden Wohnungen von Reichen und Armen in der schamloseste« Weise stiehlt und plündert, ja sogar im Verdachte steht, die Ausbreitung der Fe«ersbrüüste zu Begünstigen, um die Spuren seines verbrecherischen Treibens zu verwischen. Ein gefangener Offizier hat das von ihm selbst beobachtete Treiben dieserHyänen von Verdun" als die größte Schmach bezeichnet, mit der das in heldenmüttgem Kampfe stehende Frankreich sich selbst beflecke. Von einem anderen Gefangenen stammt die Aeußerung: Diesmal wird es uns ichwer fallen,

die

die Aeußerung: Diesmal wird es uns ichwer fallen, diese barbarischen Verwüstungen denBoches" in die Schuhe zu schieben denn soviel ich weiß, haben die Deut­schen Verdun noch nicht betreten. Während wir uns Sttrn gegen Stirn mit einem offenen Feinde messen, haben wir im Rücken einen ebenso schlimmen Feind, gegen den die Waffen des Soldaten machtlos sind.

Zwölf Millionen Zeppelinschaden in London.

Holländische Bankkreise erhielten aus London die Nachricht, daß nach dem letzten Zeppelinangriff Scha­denersatzansprüche in Höhe von zwölf Millionen Mark angemeldet wurden.

Unkt feindlichen Fahnen.

Aus den Erlebnissen eines alten Blücherhusaren von Ludwig vivmckt.

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(Nachdruck verboten.)

Ich ritt am Saume eines Tannenwäldchens vor­sichtig näher und wurde einen Volkshaufen gewahr, der sehr erregt zu sein schien und in der Mehrzahl aus kei­fenden, mit langen Stöcken bewaffneten Frauensperso­nen bestand. Die Männer, ihrer Tracht nach Bauern, trugen Heugabeln, Dreschflegel, Picken und einige auch Gewehre. Ich drückte mich hinter die Tannen, hielt an und beobachtete ihr Treiben mit wachsendem Interesse; nur zu bald wurde mir alles klar: Zwei unglückselige Nachzügler der Großen Armee mußten von der erbitter­ten Horde beim Plündern oder beim Furagieren auf­gegriffen worden sein und sollten nun den Lohn ihrer Tat empfangen. Wiederholt schon hatte ich von scheuß­lichen Greueltaten gehört, die an solchen unglücklichen Opfern verübt worden waren. Und jetzt mußte ich Zeuge so einer Lynchjustiz werden, ohne Helfen zu dürfen. Was konnte ich gegen hundert Menschen ausrichten? Fast al­ler Kleidungsstücke entblößt, wurden die jammernden und fleherrden Franzosen, an Händen und Füßen ge­fesselt, auf einen schneebedeckten Strauchhaufen gebun­den; dann bildeten die Leute einen Kreis um sie, stimm- deu einen Nationalgesang an, setzten sich tanzend in Be­wegung und hieben einer nach dem anderen am er- btttertften die Weiber, wie es mir schien mit Stöcken, Heugabeln, Dreschflegeln usw. aus die nur zu bald Ver­stummten Gefangenen ein.

Wie nahe konnte ein solches Ende auch mir bevor, stehen Ein Schauder durchrieselte mich, ich wandle mich ab, ritt tiefer in die Tanne«, um nicht bemerkt zu wer- den, und sprengte" dann, so schnell meinPserb anSlangen konnte, über ein verschnetteS Ackerfeld weiter gen We­ste«. Allzrrsern konnte ich den Trümmern derGrotzeuAr-

w- Großes Hauptquartier, 10. April 1916. (Amt­lich. WTB.) (Eingegangen 4,00 Uhr nachmittags.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In den gewonnenen Trichter stellnngen südlich von St. Eloi wiesen unsere Truppen Wiedereroberungsver- snche feindlicher Handgranatenabteilungen restlos ab.

Die Minenkämpfe zwischen dem Kanal von La Bassee und Arras haben in den letzten Tagen wieder größere Heftigkeit angenommen.

Auf dem Westufer der Maas wurden B e t h i n - court und die ebenso stark ausgebauten Stützpunkte Alsace und Lorraine südwestlich davon abgeschnürt. Der Gegner suchte sich der Gefahr durch schleunigen Rück­zug zu entziehen, wurde von den Schlesier« aber noch gefaßt und büßte neben schweren blutigen Ver­lusten 14 Offiziere und rund 700 Mann au unver- wundeten Gefangenen, zwei Geschütze und 13 Ma­schinengewehre ein. Gleichzeitig räumten wir nns un- beqneme feindliche Anlagen, Blockhäuser nrrS Unter­stände an verschiedenen Stellen der Front ans, so dicht nördlich des Dorfes Avoeourt und südlich des Rabeu- waldes. Auch bei Emzelnuternehmungen gelang es, die Franzosen ernstlich zu schädigen; an Gefangenen verloren sie außerdem mehrere Offiziere, 276 Mann.

Rechts der Maas wurde tu ähnlicher Weise eine Schlucht am Südwestrande des Pfefferrückens gesäubert. Vier Osfiziere, 184 Mann und Material blieben in un­seren Händen.

Weiter östlich und in der Woevre fanden lediglich Artilleriekämpfe statt.

Im Luftkampfe wurden südöstlich von Dam- loup und nordöstlich von Chateau-Salius je ein fran­zösisches Flugzeug abgeschossen. Die Insassen des er­steren sind tot. Je ein feindliches Flugzeug wurde im Absturz in das Dorf Loos und in den Caillette-Wald beobachtet.

Festlicher und Balkan-Kriegsschauplatz^

Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.

Oberste Heeresleitung.

^ Vorn österr.-ungar. Generalstab

V

Ä

** Wie«, 10. April. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:

Russischer und südöstlicher Kriegs­schauplatz.

Unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Im G ö r z i s ch e n hielt die feindliche Artillerie die Ortschaften hinter unserer Front unter Feuer. Ein Caproui-Flugzeug wurde nach seiner Landung nächst übrigen Front dauern die gewöhnlichen Artillerie- kämpfe fort. Im Sugana-Tal schössen die Italiener Caldonazzo in Brand. Auf Riva warfen feindliche Flieger Bomben ab. An der Ponale-Sttaße gelang es dem Gegner, sich in einigen vorgeschobenen Gräben süd­lich Speroni feftznsetzen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Deutsche schwere Haubitzen für die Schweiz.

Die Leistungsfähigkeit der deutschen Waffenindusttie.

Zürich, 11. April. (T. U.) Wie dieZürcher Post" erfährt, trifft in den allernächsten Tagen dre erste Rate der von Deutschland an die Schweiz zu liefernden schwere«-Zentimeter-Haubitzen nebst Munitton ein. Es handelt sich um neue modernste Geschütze, die bei der deutschen Armee in Gebrauch sind und sich nach den bisherigen Erfahrungen des Krieges ganz hervorragend bewährt haben. Die hervorragende Tätigkeit der deut­schen Waffenindustrie, führt das Blatt weiter aus, die nicht nur imstande ist, für den ungeheuren Bedarf des eigenen Landes zu sorgen, sondern auch noch die Mög­lichkeit besitzt, schwere Artillerie ans neutrale Ausland abzugeben, kommt hierbei deutlich zum Ausdruck. An-

sangenen. Nein, ich befand mich in ihrer Nähe, ich hatte die Straße, die sie passiert hatte, gesunden. Das deuteten mir die am Wege liegenden Leichen an, die abgezogenen, geschlachteten Pferde, und allerlei Ausrüstungsgegen- stänöe, die man fortgeworfen hatte, um bequem marschie­ren zu können: Handmühlen, Kochgeschirre, Gewehre, Tornister, Helme, Tschakos usw. Und wieder gellen Angstrufe an meine Ohren, rechts von mir muß ge- kämpft werden. Ich höre Schüsse fallen, höre Rufen, Schreien. Bei dem Glatteis stürzte mein Kosakeupferd, als ich es zu schnellerer Gangart antreiben wollte, und brach ein Bein. Ich versetzte dem Tier, das mir un­schätzbare Dienste geleistet, mit meinem Säbel schweren Herzens den Gnadenstoß, um ihm unnütze Qualen zu ersparen.

Ich steckte den Lederbeutel mit den Rubeln zu mir, verspeiste den Rest von Brot und Wurst, leerte die Flasche bis auf den letzten Tropfen und stapfte zu Fuß weiter. In der Ferne brannte ein Wachtfeuer. Da mußten, wie ich bestimmt annahm, Muratsche Soldaten lagern. Also vorwärts, auf dieses verlockende Ziel los! Wieder fegte ein rauher Nordwind über die Fluren und dunkle Wolken, die von den Wäldern heranjagten, ließen mich neue Schneemassen befürchten. Am Feuer schien indessen eine gehobene Stimmung zu herrschen. War das nicht sogar Gesang?

Nun bin ich auf hundert Schritte heran. Aber das sind nicht französische, nicht deutsche Laute, die ich höre, das sind nicht Soldaten der Großen Armee, die ich jetzt erkenne Kosaken mit struppigen Bärten kauern um das Feuer und lasten eine wohl zwei Liter haltende SchnapSflasche kreisen.

Ruhe winkte mir also noch nicht und dabei war ich zum Umfallen müde. Im Bogen schlich ich mich um das Feuer und wankte weiter, jetzt ohne Hoffnung, wäh­rend der nächsten Stunden einen Unterschlupf zu finde«. Echo« kam mir der Gedankr:Lege dW neben bM

esichts der Tatsache, daß beim Vierverband Munition^ )tgen noch immer in erster Linie stehen und in London iaris und Petersburg eigene Munitionsministerien ge­bildet werden, muß die Tatsache dieser Waffenlieferung ganz besonders überraschend wirken. Hierzu bemerken dieNeuen Zürcher Nachrichten", daß diese Haubitzen zuerst bei den französischen Creusot-Werken in Auftrag gegeben werden sollten, daß diese jedoch ablehnten, mit der Begrünöicng, sie seien jetzt nicht in der Lage, Waffen ins Ausland zu liefern.

Deutsches Feuer auf Reims.

, Laut derKöln. Ztg." meldet über die jüngste Be- ichießuna von Reims dasParis Journal": Seit un­gefähr drei Wochen hat der Feind mit systematischer Hartnäckigkeit die Beschießung von, Reims rvieder aus­genommen. Auf die am meisten gefährdete Vorstadt ffeleu oft 300 Granaten am Tage, «tauchmal sogar 1000 Genosse verschiedener Größe. An einem einzigen Tage wurden hierdurch vier Personen getötet und 32 ver­wundet. Infolge dieser neuen Kampftätigkeit der deut­schen Artillerie hat der Präfekt verschiedene Schutzmaß­nahmen durchgeführt. So wurde ein Altersheim, das von drei Granaten getroffen wurde, geräumt, die 84 In­sassen sind jetzt in Paris auMkommen und sollen in an­deren Heimen der Provinz untergebracht werden.

Das deittsche Rbosts-RäLsel.

Tauchboote ohne Periskop?

Verschiedentlich laufen Gerüchte um, sagt der Temps", daß es den Deutschen gelungen sei, Unter­seeboote ohne Periskop zu bauen. Hierzu ist zu bemer­ken, daß bei zahlreichen Torpedierungen in der letzten Zeit viele Männer wohl den Schaumstreifen eines Tor­pedos, aber kein Periskop des angreifenden Tauchbootes gesehen haben. Daß dies Gerücht nicht nur eine Ver­mutung ist, beweist ein marinetechnischer Aufsatz in der bollmidischen ZeitschriftLandstorm", der von solchen Booten spricht. Eine sinnreiche Anbringung von Linsen und Spiegeln am Schiffskörper erlauben dem Komman­danten, die notwendigen Beobachtungen zu machen, um sein Tauchboot zu steuern. Zwar müßten solche Boote Nch tnehr an der Oberfläche aushalten, doch werde dies durch den Vorteil ausgewogen, daß sie durch das Fehlen der Periskops nicht die Aufmerksamkeit ihnen begegnen­der Schiffe auf sich zögen.

Eine neue Liste der Versenkten.

Lloyds meldet, daß der britische DanrpferSilk- worth Hall" (4777 Tonnen) versenkt wurde. Der Kapi­tän und 30 Mann wurden gerettet. Der Dampfer Glenalmond" (2883 Tonnen) wurde ebenfalls versenkt. Die Besatzung wurde gerettet. Beide Schiffe waren un- bewaffnet. Der britische unbewaffnete DampferNonne" (früherTastalia") würbe versenkt, die aus 50 Mann bestehende Besatzung gerettet. Der brttische Dampfer Zafia" wurde versenkt, ebenso der unbewaffnete Dam- pferEaseru City".

Merkwürdig, daß gerade die versenkten britischen Dampfer hinterher stets unbewaffnet sind.

Ein Grieche über dieSussex".

Das Schiff nicht torpediert.

** Athen, 11. April. (T. U.) Ueber den Unter­gang derSussex" liegt hier lautVoss. Ztg." nach ei­nem Bericht eines griechischen Marineoffiziers folgendc

den, sodatz für den griechischen Offizier kein Grund zurr Schonfarben vorlregt. Der Offizier erzählt, keinen An- Halt dafür zu haben, daß dieSussex" torpediert wurde. Das Sauff sei nnbedrugt auf eine Mine gelaufen, di« auch eine englische gewesen sein könnte. Das Schiff, das mit französischer Besatzung fuhr, hatte im ganzen 4 Rettungsboote an Bord, die natürlich nicht genügten. Es war ohne Geleit von Kriegsschiffen auf die Ueber- fahrt geschickt worden. Bet der Erplosion wurde der Kapttan auf der Stelle getötet. Der erste Offizier verlor in der Verwirrung den Kopf und gab drahtlose Signale mit unrichtiger Bezeichnung der Unfallstelle auf. Die un­richtige Bezeichnung der Unfallstelle verzögerte die Ret­tung und hat die Schuld an den Opfern.

Sie LiirzWMeu 1916.

Die Kämpfe an der Maas stellen im Mittelpunkte der gesamten kriegerischen Operationen seit dem histo­rischen 21. Februar. Alle anderen Kämpfe bilden ihnen gegenüber teils Begleit-, teils Folgeerscheinungen.

An der gesamten Westfront machte sich vor und mti dem Einsetzen unserer Offensive an der Maas eine ge­steigerte Gefechtstätigkeit geltend. Besonders ist der Sturm der Sachsen auf die Ville-aux-Bois-Stelluno nordwestlich Reims zu verzeichnen, welcher wichtige

deutschen Landsmann, der hier so sanft auf weicher Schneedecke den ewigen Schlummer schläft, schließe die Augen und vergiß alles Elend!"

Aber dann trat wie eine Engelsgestalt aus lichten Höhen das tapfere Kolberger Soldatenkind vor meine Seele und rief mir mit glockenreiner Stimme zu:Sei ein deutscher Mann und harre aus in Trübsal, wie wir es getan! Vertrau' auf Gott und er wird dir hel­fen!" Ich fühlte auf meiner Brust Trudchens Gebet­buch, aus dem ich oftmals Trost geschöpft.

Da erhoben sich plötzlich die Kosaken, wie ich deut­lich sehen konnte, bestiegen ihre Pferde und fprengten davon. Was hinderte mich jetzt, Kehrt zu machen und an ihrem noch recht hell lodernden Feuer zu rasten? Mochte kommen, was da wollte, ich mußte schlafen. Zurück also! Zwei bleiche Totengesichter starrten mich an, als ich ein paar Holzscheite in die Glut steckte, und ich empfand meine Verlassenheit doppelt schmerzlich. Einer der beiden in meiner Nähe Ruhenden mußte sein Leben teuer verkauft haben, denn seine Brust war durchschossen und die Stirn wies eine tiefe Hiebwunde auf. Fast bis aufs Hemd hatten die Kosaken ihn ge­plündert. Vielleicht fanden sie reiche Beute bei ihm und befanden sich deswegen in so gehobener Stimmung. Der andere Tote trug einen alten, an mehreren Stel­len ungebrannten Schafpelz. Ihm konnte dieses wert­volle Kleidungsstück nichts mehr nützen, wohl aber mir. Darum eignete ich es mir unverzüglich am Ein riesen­großer Mann mußte den Pelz früher besessen haben, denn für mich war er, trotzdem ich nicht zu den Kurz­gewachsenen zählte, als ich den Kragen über den Kops geschlagen, wie Abrahams Schoß und fühlte mich, zu. mal das Feuer auS Buchen- und Btrkenkloben eine recht wohltuende Wärme auSstrüntte, sehr behaglich. Dennoch fand ich nur wenig Schlaf, weil sich in dem warmen Kleide noch andere Gäste wohlfühlten und gar lebndig wurdxn. Mrffetzung folgt.-,