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Feindliche Pressestimmen zur Kanzlerrede

Hindenburg als Jubilar.

Ein huldvolles kaiserliches Glückwunschtelegramm.

^ Großes Hauptquartier, 7. April. (WTB.) Seine

Generalfeld-

Majestät der Kaiser und König richtete an General marschall von HindeNburg folgendes Telegramm:

Mein lieber Feld mar scha ll! Bor dem Feinde feiern Sie heute den Tag, a» dem sie vor 50 Jahre« aus dem Kadettenkorps dem 3. Garderegiment zu Fuß überwiesen wurden. Mit Befriedigung und Stolz dürfen Sie auf Ihre Dienstzeit zurückblicken. Die in der Jugend gesammelten Kriegserfahrungen ha­ben Sie tn langer treuer Friedensarbeit zu vertiefen und mit hervorstechendem Erfolg der Schulung von Füh­rern und Trappen nutzbar z» mache» gewußt. Insbe­sondere erinnere ich mich hierbei Ihrer langjährige» Tätigkeit a» der Spitze des IV. Armeekorps. Der Geist, »essen Pflege sie sich z«r Aufgabe gesetzt hatten, hat sich auch im gegenwärtige» Kriege herrlich bewährt. Ihnen selbst aber war es beschiede», den schwersten nnd höchsten Aufgaben, die einem Heerführer tm Felde gestellt werden könne», mit beispiellosem Erfolge gerecht zu werden. Sie haben einen an Zahl weit über­legenen Feind mit Mächtigen Schlägen ans den Grenz­marken vertrieben, durch geschickte Operattonen weiteren Einfällen vorgedengt, in siegreichem Vordringen ihre Stellnngeu weit in Feindesland vorgeschoben und ge­gen den stärksten Ansturm gehalten. Drese Taten gehören der Geschichte an. Ich aber weiß mich eins mit der Armee und dem gesamten Vaterlande, wenn ich Ihnen am heutigen Tage mit wärmsten Glückwünschen versichere, daß Dank und Anerken- nnug für das, was Sie geleistet, niemals verlöschen werden. Als äußeres Erinnerungszeichen ver­leihe ich Ihnen mein Bildnis in Oel, daß Ihnen heute zugehen wird.

gez. Wilhelm I. R.

Englische und französische Stimmen zur Kanzlerrede.

Von englischen Blättern sagt dieMorning- p o st" zur Rede des deutschen Reichskanzlers u. a.: Der Kanzler hebt hervor, daß, so stark die Drohungen von fetten der Verbündeten seien, die deutschen Schläge eben­so hart sein würden. Aber über den Ausgang dieses Kaurpfes ist kein Mißverständnis möglich. Solche Droh­ungen haben keinen Wert, wenn man sie nicht in Tar- sachen umsetzt. Von den zwei Gegnern wird einer ver­nichtet werden. DieTimes" schreibt: Die Rede des Kanzlers war für drei Gruppen bestimmt. Einmal war es seine Absicht, das deutsche Volk zu ermutigen und zu­frieden zu stellen, wobei seine Leistungen gebührend an­erkannt werden. Ferner beabsichtigte er, die zögernden Neutralen von der Mäßigung Deutschlands zu über- aen. Schließlich hatte seine Rede den Zweck, Ein-

E zu erwecken auf die Dummheit einer Handvoll von Friedensfreunden in England. Derjenige Tell der Rede, in dem von Verdun gesprochen wird, ist ein schla­gendes Beispiel für die Wahrheit der BethnmnnsHen Ausführungen. Er fagt, daß die Operation nach gründ­licher Ueberlegung eingeleitet worden sei und von Er­folg zu Erfolg geführt habe. Die Welt weiß jedoch, daß das Ergebnis dieser Operation ein Verlust von Zehn- tausenden gewesen ist. Nennenswerte Vorteile sind da­gegen nicht erzielt worden.

Schon durch die Ueberschriften, die die Pariser Blät­ter, wieMatin",Petit Journal" undPetit Part­sien", ihren Besprechungen der Kan^lerred- len, gibt sich M Mficyr ruttä, der deutschen Reichsregie- rung allerlei Pläne unterzuschieben, von denen die Reichstagsrede auch nicht die geringste Andeutung ent­hielt. Der Kanzler habe, meint derMatin", die Ver- Mndeten mit 1 einen vorjährigen Friedensanbahnun- gen in eine FMe locken wollen, und wenn er heute an Frankreichs Adresse die Schmeichelei richte, daß sich der iranzöstiche Soldat opfermutig schlage, so stecke auch hinter diesem Kompliment eine hinterlistige Absicht, nämlich die, einen Gegensatz zwischen Frankreich und seinen Verbündeten zu schaffen. Besonders scharf habe es Herr von Bethmann auf England abgesehen, das er als den eigentlichen Urheber und Störer aller Versuche, den Frieden wiederherzustellen, beschuldige. Der Temps" und dasJournal des Debats" geben ähn­lichen Anschauungen Ausdruck.Journal des Debats" stellt fest, daß schon die wenigen Punkte, die der Reichs­kanzler als die Grundlagen des künittgen Friedens ve- kanntgebe, die Unüberbrückbarkeit der dies,eiligen und der jenseitigen Auffassungen einleuchtend machten. Der Artikel des Blattes schließt mit dem Hinweis, mit un» erbitterlnyer Notwendigkeit die Waffen entscheidend zu führen.

Mitte? feindlichen Lahnen.

Uns de« Erlebnissen eines alten Blücherhujaren von Lndwiz ViSmS».

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(Nachdruck verboten.)

Murat hatte nun, dem Feinde gegenüber, bei Tscher- nischna ein Lager bezogen, in dem wir 14 Tage verblie­ben. Da die Gegend fruchtbar war, so brauchten wenig­stens unsere Pferde einmal nicht Mangel zu leiden. Für uns Mannschaften aber blieb es bei dem bisherigen Elend, da keinerlei Lebensmittel bis zu uns gelangten. Mit kleinen Handmühlen, die an alle Truppenkörper verteilt wurden, mußten wir uns selber Getreide mah­len, und die Not macht mehr noch als die Liebe erfin­derisch. Wir lernten Gerichte bereiten, die vordem wohl niemand gekostet hatte. Beitreibungen aus der wetteren Umgegend waren stets mit den größten Gefahren ver­knüpft und konnten nicht mehr von einzelnen Regtmen- tern wegen der geringen Zahl ihrer noch Waffenfähi­gen ausgeführt werden, sondern immer nur von meh­reren gemeinsam. Während der letzten 14 Tage habe ich auch nicht eine einzige ruhige Nacht gehabt. Die russische leichte Kavallerie, vor allem aber die gesürchteten Ko­saken, peinigten uns beständig, so daß an Ruhe nicht zu denken war. Unsere Truppenzahl sank in den 2 Wochen von 23 000 Mann auf 20 000 herab. Dagegen erhielt der Feind beständig Verstärkung aus den noch nicht ver­heerten Gauen seines großen Vaterlandes.

Was Napoleon noch immer mit Moskaus Trüm­mern hielt, das wußte r jemand von uns. Seine Hoff­nungen auf einen Frieden, zu dem er schweren Herzens dem Zaren Alexander die Hand geboten, waren geschei­tert. Warum zögerte er nur noch? W>r fanden keine Antwort auf b'ese brennende Frage.

Mit jeder Nacht sank das Thermometer tiefer, fchan- rtoe Stürme brausten durch die Wälder, in denen wir WräMg das Heule» bgr Wölfe hörten, das letzte, fahle

[ Aus dem großen Hauptquartier ]

** Großes Hauptquartier, 7. April 1916. (Amt­lich. WTB.) (Eingegangen 3,25 Uhr nachmittags.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Durch einen sorgfältig vorbereiteten Angriff setzte» sich unsere Truppen nach hartnäckigen Kämpfen in den Besitz der englischen, jetzt von kanadischen Trup­pen besetzten Trichterstellungen südlich von St. Eloi.

In den Argon»en schlösse« sich an französische Sprengungen nördlich des Four de Paris kurze Kämpfe an. Der unter Einsatz eines Flammenwerfers vorge­drungene Feind wurde schnell wieder zurückgeworfen.

Mehrfache feindliche Altgriffsversuche gegen unsere Waldstellungen nordöstlich von Avoconrt kamen über die ersten Ansätze oder vergebliche Teilvor­stöße nicht hinaus. Auch östlich der Maas konnten die Franzosen ihre Angriffsabsichten gegen die fest in un­serer Hand befindlichen Anlagen im Caillette-Walde nicht durchführen. Die für den geplanten Stoß bereit gestellten Truppen wurden von unserm Artillerie- feuer wirkungsvoll gefaßt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Südlich des Narocz-Sees wurden örtliche, aber heftige russische Angriffe zum Scheitern gebracht. Die feindliche Artillerie war beiderseits des Sees lebhaft tätig.

DalLankriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Dom österr.-ungar. Geueralstab ]

S^ Wien, 7. April. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:

Russischer und südöstlicher Kriegs­schauplatz.

Keine besondere» Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der küstenländischen Front unterhielt der Feind gestern «achmitag ein lebhafteres Artillerie- fener, das gegen den Tolmeiner Brückenkopf auch nachts anhielt. Der Nordteil der Stadt G ö r z wurde wieder aus schweren Kalibern beschossen. Ueber Adels­berg kreuzten zwei italienische Flieger, von denen einer erfolglos Bomben abwarf.

Im Tiroler Grenzgebiete kam es an mehreren Stellen zu kleineren Kämpfen. Am Ranchkofl-Rücken (nördlich des Monte Cristallo) war es einer feindlichen Abteilung in den letzten Tagen gelungen, sich auf einem Sattel festzusetzen. Heute «acht säuberten unsere Truppen diesen vom Feinde, »ah««^E^ Italiener, darunter GE ^Offtzkere, gefangen nnd erbeuteten zwei Maschinengewehre. Nördlich des Snga- »a-Tales griffen stärkere italienische Kräfte unsere Stellungen bei St. Oswald an. Der Feind wurde z u - rückgeschlage« und erlitt große Verluste. Das­selbe Schicksal hatten feindliche Angriffsversuche im Ledro-Tal-Abschnitt. Nördlich des Touale-Passes wur­den einige neuaugelegte Gräben der Italiener heute nacht durch Mitten zerstört.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Die italienische Presse antwortet sehr erregt aus die Rede Bethmann Hollwegs, daß die geforderten Garantien für die Stellung Belgiens und Polens die deutsche Herrschaft bedeuteten. Das offizielleGiornale d'Jtalia" meint, der Frieden könne erst eintreten, wenn die Entente den Briganten Europas die Lust ausge­trieben hätte, die Welt für den Triumph des deutschen Geistes rot zu färben.Tribuna" bezeichnet die Rede des Kanzlers als höchste Fanfare eines Krieges ohne Pardon und Begrenzung, warauf die Entente sich vor­bereiten müsse.

Laub wehte von den Bäumen, und schon am 15. Okto­ber hüllte eine dicke Schneedecke die Landschaft in ein weißes Bahrtuch ein. Das war ein Ereignis, das den uns wahnwitzig scheinenden Cäsaren unbedingt zwingen mußte, den Rückzug zu beschleunigen. Und dann kam noch die Niederlage bei Winkowo am 18. Oktober hin­zu. Rettete Murat auch den Umständen nach genug von seinen Truppen, so war er doch besiegt in offener Feld- fchlacht und der Feind gewann neuen Mut. Obwohl unser Regiment nur ganz geringen Anteil an dem Ge­fecht genommen, so büßte es doch noch weitere zwei Offiziere, 11 Mann und 21 Pferde ein.

Wir verließen nun unsere Stellung und Napoleon faßte endlich den Entschluß, über Kaluza und Smlensk zurückzugehen, wo wir überwintern sollten. Am Abend des 19. Oktober ließ ich mich, von einem uner­träglichen Hunger gequält und gänzlich ermattet, zum erstenmal bewegen, Pferdefleisch zu verspeisen. Ver­schiedene meiner Kameraden hatten es schon lange nicht mehr verschmäht, und Fritz Steffen, ein Rostocker Kind, der sich auf diefeine Küche" vorzüglich verstand, wie er uns oft versicherte, bereitete in der Tat mit den ein­fachsten Hilfsmitteln ein vorzügliches Ragout und eine kräftige Brühe. Wäre mir beides in einem heimischen Wirtshaus vorgesetzt worden, so würde ich beim Genuß niemals an Pferdefleisch gedacht haben. Sein Rezept verriet er uns leider nicht.

Als ich eben die ersten Bissen verschlungen hatte, der Heißhunger ließ uns die letzte Spur von Wider­willen und Vorurteil schwinden, da krachten im Birken­gehölz, an dessen Rande wir ein Feuer angezündet, drei Schliffe, und pfeifend sauste eine Kugel gerade in un­seren Kessel mit der brodelnden und dampfenden Suppe. An die Pferde!" kommandierte der nächste Offizier, und schweren Herzens mußten wir, wollten wir nicht in Gefangenschaft geraten, unser üppiges Mahl wieder ein-

Der Sturm gegen Haucourt.

Aus dem Großen Hauptquartier meldet der Kriegs^ berichterstatter Scheuermann den Blättern über die Heldentat von Haucourt: Die große Zahl von Gefange­nen, die. der Feind nach sehr blutigen Verlusten an To­ten in unserer Hand gelassen hat, beweist, daß er ent­schlossen war, die von drei Seiten umschlossene Haucourt- Stellung ebenso zu halten wie das hart bedrängte Be- thincourt, eine Tatsache, die übrigens durch die Aus­sagen der Gefangenen und die bei ihnen gefundenen Befehle bestätigt wird. Es lag ihm eben alles daran, den deutschen Vorstoß nicht bis zur Höhe 304 gelangen zu lassen, denn in einem Gelände, wie diesem, fallen Gewinne oder Verluste von wenigen hundert Metern für die endgültige Entscheidung ins Gewicht. Dem Ver­teidiger kommt die Formation der Landschaft sehr zu statten. Der Angreifer «mtz frei über ganz offene- gelrücken stürmen, die von undurchdringlichen Wald­stücken flankiert sind. Diese sind mit Drahthindernissen, Astverhauen, Jnfanteriestellungen und sehr geschickt einbetonierten Maschinengewehren gespickt. Von Gra- natlvch zu Granatloch, dem einzigem was einige Deck­ung bietet, muß der Angriff schrittweise vorwärts stre­ben. Ich komme soeben aus dem Kampfgelände zurück und habe erneut den Eindruck gewonnen: was jeder einzelne Mann mib was die Führung leistet, das grenzt an das Wunderbare. Nur ein Volk von Helden kann in einem solchen Kampfe von Erfolg zu Erfolg vor­wärtskommen.

Trostworte der Havasnote».

s-e- Parts, 8. April. (T. U.) Zur Bemäntelung der Schlappe bei Haucourt läßt die französische Heeres­leitung lautB. T." in einer Havasnote mitteilen, daß dieses nur aus zerschossenen Häusern bestehende Dorf, das nur eine Fortsetzung voll Malaneourt sei, absicht­lich keinen Widerstand geleistet hätte, eine Auffassung, die mit der hartnäckigen Verteidigung dieser Ortschaft durch die französischen Kräfte durchaus nicht zusammen- zureimen ist. Ebenso übereilt spricht sich die Havasnote über die beut andauernden Kreuzfeuer von Cuisy und Forges ausgesetzte Bethincourt-Stellung aus. Die Ha­vasnote weist auf die außerordentlich starke Sicherung der zweiten französischen Verteidigungslinie zwischen dem Esnes- und Bonrus-Gehülz hin. Der Gegner werde dort fast unüberschreitbare Hindernisse vor­finden.

Clemenceau schreibt, der mehrfache Einbruch der Deutschen in die französische Front komme einer Kata- strophe gleich, wenn Verdun nicht gehalten werde. Die deutschen Vorstöße schienen die Entschlußfähigkeit der französischen Machthaber gelähmt zu haben.

2000 französische Geschütze nach Verdun gebracht?

DemBelgischen Echo" zufolge sollen die Franzosen in den letzten Wochen nicht weniger als 2000 Geschütze nach dem Kanipfgebiet bei Verdun gebracht haben. Au­ßerdem seien etwa zehn Batterien schwerer englischer und kanadischer Geschütze bei Verdun in Stellung ge­bracht worden.

Griechenlands Interesse an den Verdnn-Kämpfen.

Die Entwicklung bet- Schlacht 'Lei Verdun wird MutZD. L.-A." in Athen mit großer Spannung ver­folgt. Es wird ihr größte Bedeutung beigemessen, nicht nur in militärischer, sondern auch besonders in politi­scher Natur. Die Kraftanstrengung der Franzosen, um im Balkan für sie günstige Nachrichten zu verbreiten, ist deshalb verständlich. Nie wurde in so gewissenloser Weise von Parts aus mit der Wahrheit umgesprungen, wie heute. Trotzdem ist unverkennbar festzustellen, daß die griechische öffentliche Meinung und die politisch und militärisch maßgebenden Kreise immer mehr davon überzeugt werden, daß die Operationen im Westen mit unerbittlicher Logik zur Niederlage der französischen Armee führen müssen. Eine der hervorragendsten poli­tischen Persönlichkeiten Griechenlands sagte dem Korre­spondenten derDeutfchen Kriegsztg.": Selbstverständ­lich wird der Ausgang der Frühjahrskämpfe in Frank­reich für die endgültige Bestimmung der rumänischen und griechischen Politik maßgebend sein.

Was die Entente von Griechenland fordert.

o-£ Budapest, 8. April. (T. u.)A Vilag" berich­tet nach derDtsch. Tgztg." aus Koustantuwpel: In der gemeinsamen Note, die dem Ministerpräsidenten Skulu- dis durch die Ententegesandten übergeben wurde, for­derten sie in erster Linie die griechische Regierung auf, mitzuteilen, unter welchen Bedingungen sie geneigt fei,

mal ungesättigt im Stiche lassen. Kaum saß ich im Sat­tel, als abermals, nicht weit von mir, ein Schutz krachte. Mein Rappe, der mir während der letzten Tage durch seine zähe Ausdauer vorzügliche Dienste geleistet hatte, sprang zur Seite und fiel gleich darauf auf die Knie. Er mußte getroffen sein, denn er schnaufte fürchterlich, erhob sich, als ich ihm die Sporen in die fliegenden Flanken drückte, nur sehr mühsam, um gleich wieder vornüber zu fallen. Ich sah ein, daß ich die Flucht schleunigst zu Fuß fortsetzen mußte. Also, herunter vom Pferde. Aber, ehe ich meinen Karabiner noch am Ha­ken gelöst habe, höre ich auch schon hinter mir eine hei­sere Stimme, die mir sehr laut etwas zuruft, von dem ich nur das WortPardon" verstehen kann. Eine Lan- zenspitze blitzte im Mondschein und ich sehe einen russi­schen Husaren zu Pferde in einer Entfernung von höch­stens zehn Schritten hinter mir halten. Mit einem Satz springe ich, um Deckung zu suchen, hinter die nächste Birke, reiße den Karabiner an die Backe und schieße den Gegner vom Pferde. Ob er tödlich getroffen, oder nur verwundet wurde, weiß ich nicht, jedenfalls fiel er wie ein Mehlsack zur Erde. Fünf Sekunden später sitze ich auf einem vorzüglichen Braunen, drücke dem Tier die Sporen in die Weichen und jage davon. Mit wahrem Jndianergehcul verfolgen mich fünf oder sechs andere feindliche Husaren. Es fallen verschiedene Pistolen­schüsse, doch ich bleibe, da bet der Dunkelheit ein Zielen nicht möglich, unversehrt.

Immer ferner tönten Lärm und Hufschlag, ich at­mete erleichtert auf und hoffte, die Unseren in wenigen Minuten erreicht zu haben. Oder sollte ich eine ver­kehrte Richtlmg eingeschlagen haben?

(Fortsetzung folgt.)