mäßig verschanzen. Sie hätlen den Befehl, einem etwaigen Vormarsch der Italiener energischen Widerstand entgegenzusetzen. An der Grenze hätten Reibungen zwischen griechischen und italienischen Grenztruppen be- ---------■. Der Entschluß, Nordepirus nötigenfalls mit -gemalt zu behaupten, errege große Genugtuung
gönnen. ____ _ Är"“w
Das bedrängte Kut el Amara.
i Die Entsetzungsversuche kosteten den Engländern bisher 7000 Tote.
Konstantinopel, 31. März. (WTB.) „Tasvir-i-Ef- fiar" veröffentlicht Erklärungen von jüngst von der Irakfront zurückgekehrten Persönlichkeiten, die sich über Kut-el-Amara folgendermaßen äußerten: Die beiden Versuche General Ablmers, Kut-el-Amara zu entsetzen, haben den Engländern 5000 und 2000 Tote gekostet, während die Gesamtverluste der Türken 350 Mann nicht überschritten. Ein gefangengenommener Major der englischen Artillerie sprach seine Bewunderung über die Genauigkeit des türkischen Artilleriefeuers aus.
Wie groß ist das neue russische Sssensiv-Heer?
Das russische Heer hat, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, nach den Berichten unseres Generalstabes und den österreichisch-ungarischen Verlautbarungen nun den Angriff auf die ganze Front ausgedehnt. Ueberall treten die Feinde mit sehr starken Kräften auf, trotzdem ihre Verluste schon in den ersten Tagen ihrer Offensive im Norden der Front ganz ungewöhnlich hoch waren. In mehreren Berichten wies bereits unser Generalstab ausdrücklich auf die große Berlustziffer der Russen hin. .Wurden doch an zwei kleinen Stellen der Front allem am 19. und 21. März fast 13 000 Tote gezählt. Wenn die russische Heeresleitung wieder zu ihrem alten Grundsatz der Magenver- fchwendunq von Menschen zurückgekehrt ist, den wir aus den ersten Monaten des Krieges kennen, und außerdem den Angriff auf die ganze Front ausgedehnt hat, dann muß sie wieder über ein starkes Heer verfügen.
Es fragt sich nun, wie groß das russische Heer augenblicklich ist. Der russische Kriegsminister hatte vor kurzer Zeit in der Duma mitgeterlt, daß augertblrckllch rund 1% Millionen neue Mannschaften ausgebildet würden. Ein großer Teil von ihnen dürfte bereits zur Auffüllung der Lücken verwendet worden fein, die das russische Heer in den Feldzügen der beiden Jahre 1914/1» erlitten hat, wenn sie auch nicht im entferntesten ausreichen, die großen Ausfälle dieser beiden Jahre zu decken. Von einem neutralen Blatt wurde jüngst unter Berücksichtigung aller veröffentlichten Zahlen ausgerechnet, daß das russische Heer bis zum 1. Sanitär 1916 rund 5,5 Millionen ständige Ausfalle durch Tote, Verwundete, Dienstuntaugliche und Gefangene gehabt hat. Was nach Wegfall dieser ungeheuerlichen Zahl von Dienstfähigen noch an wirklich brauchbarer Mannichast übrig blieb, kann man sich leicht ausrechnen, denn auch das volkreiche Rußland verfügt nicht über unerschöpfliche Quellen an wirklich dienstbrauchbaren Mannichas- ten. Bon dem alten Stamm der 18 Jahrgange der „ersten Linie" ist wiederum ein grotzerTeil für den Etappen- und Garnisondienst unabkömmlich. Dazu kommt noch, daß die jüngste russische Offensive gegen Czernonntz das russische Heer wieder um ein beträchtliches Maß verkleinert hat. 9(He diese unwiderleglichen Einzelheiten er- ,'-^^RÄt^-^JIlH^TIftt^Ä^sAE t^kiT. 2jH>^jA V£}11' 0^~Ti (i^^O pC 4?C^ 111 f ftfCyt-ll- Heeres zu machen, wenn auch bis ins Einzelne gehende Zahlen naturgemäß bei der Verschiebung und ständigen Erneuerung der Heereskörper nicht gefunden werden können. Fest steht aber die Tatsache, daß der Nachwuchs, von dem der russische Kriegsminister mit preisenden Worten sprach, nur ein Viertel der Verluste betragt.
Als Ergänzung sei dazu die Mitteilung der „Times" angeführt, daß Rußland bei seiner neuen Offensive ungefähr 160 Divisionen einsetzen könne. Von diesen kommen ungefähr 60 Divisionen auf unsere »rront bG zu dem Gebiet der Rokitno-Sümpfe, eine Zahl, die von deutschen Berichten auch bestätigt wird. Der Rest soll für die Offensive gegen die österreichisch-ungarische Front, für die Kämpfe im Kaukasus und m Persten, so- wie für Reserven verwendet werden. Das neue russische Angriffsheer dürfte demnach ungefähr 2 Millionen Mann umfassen. Wenn man bedenkt, mit welchen Kräften Rußland in den Krieg eingetreten ist, ohne den geringsten Erfolg erbeten zu können, und wie das rus- sische Heer trotz seiner ungeheuren Ueberzahl und trotz des starken Schutzes, den die großen trestungen ihm gewährten, von Niederlage zu Niederlage getriebeli wurde, dann wird man sich eine Vorstellung davon njüchen können, welche Erfolge ihm jetzt geschieden sein können. Selbst wenn angenommen wird, daß diese Zahl nicht codotiltia ist sondern daß der russischen Heeresleitung fräste zur Verfügung stehen würden, so würde diese Tatsache auch nicht die geringste Aenderung in den Aus- silbten der Russen hervorrufen. Sie haben mit stärkeren KM Äffigt sie werden mit den Ersatzleuten die Ueberlegeiiheit erst recht nicht gewinnen können. iSK..c.'
SriegsaBerlei.
Rumänien muß abwarten.
Ueber die zukünftigen »*™ 88»«^ ÄÄ^gÄi ihm keine Initiative verlangen könne ANes hmtge da ttii^ vur dann ^^Wvenieren wenn der Bierverbcrnd eine allgemeine Offensive unternimmt und diese von Erfolg begleitet ist.
Die hölzernen Abmehrkauouen.
nen Dingen, die der englische -----")lte, ge-
anonen
Flieger Pemberton Älling im Unterlaufe erzähl 3orte auch die Mitteilung, daß $ ^^^ ^^ )urd) die Straßen der englischen Stüftuntabtc gefahren wurden, um die Bevölkerung zu Meningen, und zwar Mefpfhet1 »mei durch alle Städte. Schließlich erhielt eine große Stadt iKlge ihrer Beschwerde eine dieser Ab- mehrkanonen ganz für sich allein. Die Kanone wurde i tf ^ der Sadt aufstellt. Sie war die einzige Kanone zur -lbwehr M dieser großen Smdt, und . . sie war aus Holz. .Dies sei kein chlechter Witz, saale Peurperton Billing, sondern er verbürge sich dafür mit seinem Ehren loorr. 91 uf eine Frage, wie man es wagen konnte zwei Wisente Kanonen unter voller militärischer Bedeckung durch die Straßen EirglandS Parade fahren »h lassen und so die Oeffentlichkett zum Rarreu zu halten, antwortete Unter-staatssekretär Ten- mnt- .Mm: wolüe vielleicht die Deutschen damit fov» > Dal-iel rief: nein, die foppt man nicht, die viel au ant unteMchtet!"
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Ein Kampf mit den Russen.
Was der Vizefeldwebel Ladzynskt erzählt.
Wir hatten Befehl erhalten, hartnäckig verteidigte Waldstellungen der Russen und im Anschluß daran ein Dorf zu stürmen. Gegen 9 Uhr begann unsere Artillerie zu feuern, Schutz auf Schutz folgte, immer heftiger werdend. Schrapnells, Granaten wechselten in stetiger Reihenfolge. Auch der Feind war nicht müßig und sandte uns manchen Feuergruß zu, ohne uns aber sonderlich zu stören, denn wir lagen in gut angelegter Deckung. Wir beobachteten scharf und hatten unsere Helle Freude, unsere Geschosse in der vorderen Stellung der Russen einschlagen zu sehen.
Ungefähr zwei Stunden mag dieses Feuerduell an- gebalten haben, als wir den Befehl erhielten: „Zum Sturm fertig!" Rasch wurden die Drahtverhaue von den Pionieren zerschnitten und los ging es, heraus aus dem Schützengraben dem Feind entgegen. Die Gruppenführer trotz des Kugelregens immer 10 bis 20 Schritte voraus genau wie bet einer Gefechtsübung im Frieden. Und alles folgte, keiner zögerte auch nur eine Minute. Vor uns lag eine ungefähr zwei- bis dreihundert Meter große Waldlichtung, die überschritten werde u mußte. Infolge des anhaltenden Artilleriefeuers hatten die Russen'die erste Gefechtsstellung geräumt. Neben uns links lag die 8. Kompagnie, rechts die 1. Kompagnie, die Anschluß an eine Kompagnie Oesterreicher hatte. Vereint mit diesen gelang es uns in geordneterSchwarm- linie die Waldlichtung im Sturmschritt zu überschreiten. Die gut angelegten Drahthindernisse waren im Nu beseitigt oder zerstört und vorwärts ging es, ohne viel Besinnen. Die ersten Ueberläufer und Gefangenen kamen uns schon hier mit hochgehobenen Händen entgegen. Der plötzliche Angriff mag dem Feind sehr überraschend gefommen sein, denn wir sahen vorerst nur flüchtende Russen. Ein Maschinengewehr, in erster Stellung liegend, wurde stürmend genommen, ohne uns Verluste zugefügt zu haben. Und weiter ging eS( 1000 Meter, 1500 Meter, als wir die ersten Salven erhielten. Die zweite Schützenstellung der Russen war erreicht, und schnell mußten wir Deckung nehmen. Ein verlassener Schützengraben bot die beste Gelegenheit. Die Russen hatten sich gesammelt und machten heftige Gegenangriffe. Lange konnten uns diese aber nicht aufhalten und vorwärts ging es mit lautem „Hurra!"
Die links seitwärts in den Sumpf eingedrungenen Truppen, ungefähr 20 Mann, hatten den ganzen Tag die allerheftigsten Kämpfe zu bestehen. Als Rangältester übernahm ich das Kommando. Mit größter Mühe gelang es uns unter heftigem feindlichen Feuer den Sumpf zu durchfchreiten. Als wir freien Ueber- blick hatten, erkannten wir, daß wir der russischen Haupt- stellung vor dem Dorfe in die Flanke gekommen waren. Mit lautem „Hurra" rollten wir den Russengraben bis zum Weg nach dem Dorfe auf. Hierbei machten wir 150 Gefangene, erbeuteten ein Maschinengewehr und besetzten das eroberte Grabenstück. Wir saßen nun zwar in der russischen Hauptstellung, aber links von uns im selben Grabeir die Russen, vor uns im Dorfe die russischen Reserven und rechts von uns über den Sumpf, im Walde ebenfalls Russen. Es war etwa 1 Uhr nachmittags und ich hielt uns für verloren. Fünfmal versuchten uns die Russen vom Dorfe ans zu stürmen, wurden aber mit heftigem Feuer zurückgeschlagen. 9luu versuchte der Feind uns rechts zu umgehen, was wir durch Feuern auf den Ausgang des Dorfes zu verhindern fuclUen, uns aber nicht
Hatten wir noch eilst furchtbares Artilleriefeuer auszu- halten. Durch Abschießen mehrerer Leuchtkugeln nach unserer alten Stellung gelang es uns, uns mit den Unseren zu verständigen. Unsere Artillerie verlegte ihr Feuer weiter in das Dorf in die russischen Reserven, die nun versuchten, in bett dahinter liegenden Wald oder in die vor dem Dorfe liegende Stellung zu kommen. Durch unser lebhaftes Feuer wurde dieses Vorhaben sehr erschwert. Unser Versuch, die links von uns noch im Graben liegenden Russen zur Streckung der Waffen zu bewegen, gelang nicht; unsere Lage wurde immer schwieriger, da wir bemerkten, daß uns die Russen auch von rechts umgangen hatten. Auch die Munition war uns bereits ausgegangen, wir mußten mit den im Graben. liegen gebliebenen Russengewehren und russischen Patronen die Angriffe des Feindes zurückweisen. Als die Not am größten war, bemerkten wir, kurz vor An- bruch der Dunkelheit, daß unser 2. Bataillon und Nachbar-Regiment links von uns, aus dem dahinter liegenden Walde zum Sturm vorgingen. Wir unterstützten den Angriff durch lebhaftes Flanlenfeuer: der Angriff hatte den Erfolg, daß sich fast sämtliche russischen Re- serverr und die links neben uns liegenden, zusammen etwa 800 Mann gefangen gaben.
Ich war im Begriff mit meiner tapferen Schar aus dem Graben zu steigen, um in das Dorf vorzudringen, als wir plötzlich rechts aus dem Sumpfe von etwa 150 Russen gestürmt wurden, genau so, wie wir vor einigen Stunden die Russen gestürmt hatten. Nach einigen Augenblicken der Verwirrung gelang es mir, mit meinen Leuten einen Seitengraben zu besetzen und den Sturm aufzuhalten. Auch eilte Leutnant Behring von der 5. Kompagnie mit einigen Gruppen, mit denen er das Dorf gestürmt hatte, herbei. So gelang es uns, durch Geaen- sturm die Russen in den Sumpf zurückzuwerfen. Der größte Teil wurde dabei gefangen genommen.
Es war bereits Abend geworden. Der Hauptzweck war erreicht, nämlich das Dorf zu besetzen. Am anderen Morgen ging unser Regiment in breiter Schwarmlinie vor, jedoch fiel kein Schutz mehr; der Russe hatte nach dem Verluste des Dorfes den Rückzug angetreten.
Vermischtes.
Freier Schulbesuch für Kinder Gefallener. Die Ge- ureindevertreter von Tre^tom haben in ihrer letzten Sitzung den Gemeindevoritand ermächtigt, in Fällen der Bedürftigkeit das Schulgeld für den Besuch der Höheren Schulen bet Kindern^ deren Väter im Kriegsdienst gestorben sind, ganz oder teilweise zu erlassen, soweit diese Kinder die Schule schon zu Lebzeiten des Vaters besucht haben.
Ein Kriegswahrzeichen an den Dardanellen. Der Senat der türkischen Volksvertreiung hat beschlossen, an den Dardanellen ein Denkmal für die Gefallen-rc zu errichten, vor dem jedes Schi?? her türkischen Kriegsmarine bei der Durchfahrt die Eyrenbezeugung erweisen soll.
Eine Leidensgeschichte aus seiner englischen Gefangenschaft erzählte der 51 Jahre alte Tischler Gustav Werner, der vor der 4. Strafkammer des Berliner Landgerichts wegen mehrerer Falle des Betruges zur Ver- antwortung gezogen wurde, die sechs Jahre zurück! legen. Der Angeklagte ging 1910 nach Fehlschlagen seiner Iln= wrnchmungeit nach Holland und von dort nach Loudon. Dort arbeitete er sich langsam wieber empor und betrieb Meßlich ein eigenes Geschäft bis zum AuSbruch des KrtegeS. Werner kam in das JnternierungSlaaer von ÄL und wurde, wir er öä am L »uaftli 1914 aus
ein Schiff gebracht, wo er tm Kohlenraum Untertun! fand. Beim Weitertransport in das Innere des Landes der Ende August 1914 erfolgte, und zwar nach Lancester war er mit den anderen Internierten paarweise an- einandergeketret: Offiziere, Beamte, Kaufleute, Dockarbetter, alles bunt durcheinander. Von der Menge wurden sie beschimpft und mit Kot beworfen, auf der Eifen- bahnfahrt wurden ihnen die Fenster im Eisenbahnzuge eingeworfen. Am 22. Dezember 1914 hatte er das Glück, ausgetauscht zu werden, und zwar weil der lange, weiße Bart, den er sich während der Jnternieruna hatte stehen lassen, ihn um zehn Jahre hatte älter erscheinen lassen, als er in Wirklichkeit war. Bei der Meldung in Berlin wurde er auf Grund des seinerzeit gegen ihn erlassenen Haftbefehls festgenommen und kam so zwar nicht vom „Regen in die Traufe" aber doch von der „Traufe in den Regen". In der Betrugssache selbst verurteilte das Gericht den Angeklagten zu 4 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft und hob den Haftbefehl auf.
Die Vereinfachung der Speisekarten. Nach den Besprechungen zwischen den Vertretern der Gastwirtsverbände über die Vereinfachung der Speisekarten gilt die Einführung einer auf zwei Fleischspeisen zurückgeführten Speisekarte als völlig sicher, ebenso die Neuerung, daß fortan die Fleischgerichte nur unmittelbar auf dem Teller darzureichen sind und nicht mehr auf Platten, wodurch eine heute nicht zu verantwortende Verschwendung mit Fettstoffen veranlaßt werde. Voraussichtlich werden die neuen Bestimmungen über die vereinfachten Gasthaus- speisekarten schon mit dem 15. April in Kraft treten. Neue Beschränkungen sind, wie gesagt, nur für Fletsch vorgesehen. Im übrigen ist die Gestaltung der Speisekarte hinsichtlich Gemüsespeisen und dergleichen frei.
Londoner Hotelidyü. Ein amerikanischer Reisender, der sich geschäftlich in London aüfhielt, ging in das bekannte Hotel Cecil, wo man ihm ein Zimmer im obersten Stockwerk anwies. Als er am ersten Morgen erwachte, klingelte er vergeblich nach dem Ziurmerkellner. Hierauf ergriff er wütend den Hörer des Zimmertele- phons, um sich mit dem Portier in Verbindung zu setzen. Und als auch da niemand sich meldete, eilte der so arg vernachlässigte Gast die Treppe hinab, um sich zu beschweren. „Was ist denn los", schrie er zornig ein Stubenmädchen an. „Ach, mein Herr, es war ein Zeppelinangriff gemeldet, und darum wurden wir alle in die Keller beordert." „Was!" schrie der Amerikaner, „und ich, der ich unterm Dach wohne, wurde nicht gewarnt?" „Das war nicht nötig, lautete die Antwort, „für Sie ist ja die Angestellkenversicherungskasse des Hotels nicht haftbar!"
Lei der Feuerwehr in Zerium.
„ Im „Journal" (vom 23.) schildert laut „Köln. 3tg/ Paul Erika einen Besuch, den er bei der Feuerwehr Berduns gemacht hat: Bom Nkorgen an waren etwa 46 Granaten auf Verdun gefallen, und die Feuerivehrleute hatten die getroffenen Stadtteile durcheilen müssen; ich kam gerade m dem Augenblick im Rathause an, wo einige Wachleute dem Hauptmann Martin Bericht über die von ihnen vorgenommene Besichtigung erstatteten. Es war nrchts Schlimmes vorgekommen: einige Dächer waren durchlöchert worden, ein schon vorher sehr windschief ge- ichossenes'Haus war völlig eingestürzt, aber eine Feuersbrunst war nirgends ausgevrochen. Als Hauptmann Martin, der in seinem Zivilberuf (die französischen ö-euerwehrfcmpagnien bestehen aus Handwerkern unter
r«^ feiner 62 Jahre noch als Baumerster tätig ist, einige Augenblicke Zeit hatte Mhrte er mich in den Keller, wo er seine Leute untergebracht hat. Ich werde nicht verraten, wo der Unterstand liegt; aber ich kann versichern, daß er seinen Bewohnern völlige Sicherheit bietet, und daß sie ihn sich auch wirk- ltch bequem eingerichtet haben.
„Der Raum ist uns etwas knapp zugemessen," bemerkte Hauptmann Martin, „aver wir haben hier wenigstens von den Bosch-Zuckerhüten nichts zu fürchten". Wir fetzten uns und plauderten. Sofort lobte Martin den Mut seiner Leute: „Die Leute sind prächtig. Die fünf elften Tage der Beschießung (21. bis 26. Februar) haben sie keinen Augenblick Ruhe gehabt. Von allen reiten wurden wir gerufen, um einen Brand zu löschen oder Leute aus den Trümmern zu retten. An einer einzigen stelle haben wir 17 Personen ausgegraben, von denen sieben unter den Trümmern buchstäblich begraben lagen. Brände haben wir etwa 20 gelöscht, wobei uns die Teutschen durch ihre andauernde Beschießung die Arbeit herzlich sauer machten. Am 26. Februar erhielten wir Rückzugsbefehl nach Bar le Tue. Aber schon
später erhielt ich die Weisung, mit den im Militarverhaltnis stehenden Leuten wieder in Verdun emzurücken. Die nicht militärpflichtigen, die den großen Haufen der Vertriebenen hätte vermehren können, wollten gleichfalls mit zurück.
Zu Anfang hatten unsere Gegner uns hauptsächlich mit 38em-Granaten beschossen. Jetzt werfen sie nur folche von 10,5, 13,3, 21 und 30,5cm. Bisweilen schießer ne zwölf Stmlden ununterbrochen, wie in der Nacht von 9. auf den 10."
Während wir sprechen, erschüttern ungeheure Schläge unsern Keller. Seelenruhig bezeichnet mir Martin die Stelle des vermutlichen Einschlags. Dann fährt er fort: „Obwohl die Stadt völlig geräumt ist, fehlt uns nichts. Verpflegt werden wir vom Heer. Pköge also kommen, was will, wir werden bis zum Ende in der Stadt aus- halten, deren Hut man uns anvertraut hat." Später begleitet Martin mich in die Stadt. Auf einem der Haupt- plätze sind mehrere Granaten geplatzt. Der Boden ist mit Fenstersplittern und Ziegel-rocken übersät, und alle Gebäude der Nachbarschaft sind beschädigt. Hauptmann Martin führt mich in die Stadtteile, die von der Beschießung am meisten gelitten haben. Welch trostloser Anblick! Allerdings sind nur wenige Gebäude geradezu zerstört; aber in einigen Straßen sind die Baulichkeiten äußerst selten, die gar nichts avbekommen haben. Einige scheinen zwar unbeschädigt: aber wenn man naher kommt, findet man, daß die Giebelmauern nur ein wuftes Durcheinander von Balken und Mauerwerk ver- decken. Beim Ptaaskanal zeigt mir der Hauptmann ein Haus, dessen Dach von einer ZOchem-Granate buchstäblich in Atome zerfetzt ulld daher ohne Spur vollständig verschwunden ist. Weiter öffnet sich auf der Landstraße ein ungeheures Loch. Eine 38em-Granate hat es ausgehöhlt. Im Stadtteil am Maaskanaf sind überhaupt die Wirkungen der Beschießung schrecklich: in vielen andern Vierteln, durch die ich gekommen bht. sind sie glücklicherweise fast verschwindend geblieben. Aber auf reden Fall sind die Schäden, die ich tu Verdun habe feststellen können, bedeutend.
Weitere Drahtnachrichten.
Die kommenden Reichsmgüverhandtnugen.
** Berlin, J. April. (T II.) Die Reichstag Satzung in der der Reichskanzler über oie konnuende KrieaS- und WinschaftSlaae sprechen mir-, findet, wie die ,81 Adp." härt am nächsten LMmoch stach