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Lausenden von Männern und Frauen, die sich gegen die Einstellung von Knaben unter 19 Jahren wenden, sind in Bayern an der Tagesordnung. Der Aufruhr wurde so heftig, daß Truppen aufgeboten werden mußten; die Soldaten aber weigerten sich, auf das Volk zu schießen, und mehrere Bataillone empörten sich. Um die Verbrei­tung der Meuterei zu hindern, wurden die Soldaten zu Hunderten erschossen. In Elsaß-Lothringen zerstört das Volk die Eisenbahnen,' in Westfalen ist eine mächtige Verschwörung zu gleichem Zwecke entdeckt worden. Trotz aller Kundgebungen und trotz des Einspruches der Unt- versttätsprofessoren von Bonn, Jena und Heidelberg hat die deutsche Regierung Tausende voll Knaben unter 17 Jahren ihren Eltern entrissen."

Diesen blauen Dunst erfinden und verbreiten Be­trüger und glauben unzählige Narren. Dasselbe gilt von einer andern Neuyorker Meldung, für deren Glaub­würdigkeit diplomatische und militärische Kreise in Lu- 8ent (!) und Bern und überdies ein Berichterstatter der United Preß, William G. Shepherd, bürgen sollen und die in derTimes" die geschmackvolle UeberschriftGe­wissensbisse eines Hunnen" erhält. Also:

Tirpitz ist ein körperliches und geistiges Wrack in­folge Trübsinnes wegen des Todes ganzer Scharen sei­ner Freunde in der deutschen Flotte. Seit Kriegsbeginn ist er tausend Tode gestorben,' Hunderten von glänzen­den jungen Seeoffizieren hat er Lebewohl gesagt, die elend unter dem Wasser umgekommen sind. Ein unge­schriebenes Gesetz verlangt von den deutschen Tauchboor- offizieren, daß sie sich erschießen, wenn die Lage ihres Bootes hoffnungslos wird. Tirpitz hat sich nach seiner besondern Geistesanlage zu viele schreckliche Unterwasser­geschicke seiner Freunde ausgemalt. Es ist über allen Zweifel erhaben, daß er ein Leben in einer Welt voller Schrecken führte; selbst der Kaiser war nicht imstande, feine Selbstvorwürfe zu beschwichtigen. Nach dem Un­tergang derLusitania" und ihrer hilflosen menschlichen Ladung ließ er sich drei Tage lang in der Admiralität nicht sehen. Jedes neue versenkte Personenschiff ver­mehrte seine Niedergeschlagenheit. Seine Untergebenen machten es sich zur Gewohnheit, ihm den Verlust eines Unterseeboots so lange zu verheimlichen, bis er selbst Nachrichten über dieses Boot verlangte. Der Druck, der auf ihm lastete, wurde zu schwer. Tirpitz war vor dem Kriege ein Hüne, nun aber ist er einfach zusammenge­brochen!"

Das ist so verrückt, als wenn man etwa Hindenburg wegen der Verluste, ohne die nun einmal kein Sieg zu erringen ist, als ein Opfer der Verzweiflung darstellte; Amerikaner und Engländer aber wird bei demerschüt­ternden Seelengemälde" ein wollüstiges Grausen über­laufen.

Die künftigen Handelsbeziehungen.

Die LondonerNation" wendet sich in einem Ar­tikel gegen diejenigen, die nach dem Kriege einen Boy- kott deutscher Güter einführen wollen. Man müßte ja an der Zukunft der Welt verzweifeln, führt das Blatt aus, wenn man annehmen müßte, daß die Welt weiter­hin in zwei Parteien gespalten sein würde wie vor dem Kriege. und daß Deutschland weiterhin als ein bewaff­neter Gegner angesehen werden müsse. Was das Ende des Krieges sein wird, weiß man nicht; aber was Deutschland jetzt ist, weiß man ganz genau. Mit diesem neuen Deutschland wird man auf wirtschaftlichem Ge­biete zu rechnen haben. Es würde eine schwere Ge­wissenslast für England bedeuten, wenn Britannien die Ursache wäre, daß der Krieg mit einem Frieden endigte, ^^^^^^lLr^^wL^üae^oaltet^^ü^erar- qütih über das künftige Europa gesagt hat,' daß nach seiner Meinung eine Staatengemeinschaft und nicht ein Schlachtfeld zwischen der Entente und den Zentralmäch- ten sein soll. Auch nach dem Kriege wird es einen wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen Deutschland und England geben. Aber wenn wir die materiellen und geistigen Kräfte Englands zu retten wünschen, kann es nur geschehen, innern wir uns auf den Gebieten der Chemie, des Unterrichts, der guten Verwaltung und der vernünftigen Staatseinsicht zu vervollkommnen suchen, und nicht durch Schutzzölle und Boykott.

Sriegsalleriei.

Englische Geschwader in der Nordsee.

Verschiedenen Berliner Blättern zufolge hat ein in Bergen eingelaufener Personendampfer mehrere große englische Geschwader gesehen, darunter eines von 15 Schlachtschiffen, die gegen Süden steuerten.

Roosevelt läßt von sich hören.

LautB. T." ist Roosevelt von einer Jagdexpedi­tion, auf der er eilten neuen Vogel entdeckte, nach Neu- nor/ zurückgekehrt und hat erklärt, er werde eine Kan­didatur für die Präsidentschaft nur annehmen, wenn er wisse, daß Amerika zu einer heroischen Handlung be­reit sein.

Die lebende Brücke.

Der große Durchbruch in Rußland war erfolgt; auf der ganzen Linie ging es vorwärts, doch ungezählte Wasserläufe erschwerten das Vorkommen. Alle Brücken hatten die Russen gesprengt oder abgebrannt. Mit Ge­walt mußte an jedem Wasserlauf der Uebergang den zähen russischen Nachhuten erst abgerungen werden. Doch jede Stunde war kostbar, es galt den Feind nicht zur Ruhe kommen

So war das

1915 wieder an einen l Dorfe wurden aus einigen

zu lassen.

Pionier-Bataillon Btitte September Fluß aekonimen. Im letzten

____________en Balken und Brettern leichte Brückenteile zusammengeschlagen. Etwa 400 Meter ging es mit den Brückengliedern auf der Schulter im Marich- marsch vor, denn die russische Artillerie hatte sich gut eingeschossen. Im Flußtal war etwas Deckung,' schnell wurden die Flöße zu Wasser gebracht und es ging stromab zu der befohlenen Bruckenstelle. Da kam glich schon unsere Infanterie. In wenigen Sekunden waren die Glieder zu einer Brücke aneinanderaekoppelt. Doch als die ersten Leute hinübereilten, drohte der leichte Steg

"nri ©ff sprang der führende Pionier-Unter- imnicT Franke aus Alt-Zeschdorf. Kreis Beeskow, von der 1 Kompagnie Zug Röchling, ilt das herbstkalte Was­ser und packte die schwankende Brücke ; ihm folgten die Moniere Breschtna aus Radnitz, Kreis Krassen und Käske aus Neuendorf, Kreis. Krassen, von.demselben

sie hielten

Pioniere Breschtna aus Radnitz,

Käske aus Neuendorf, Kreis KiiV._,. Pionierzuge. Sechs brandenburgische Faust .,------- den Steg Die drei Pioniere hielten ihn, Lis an die Brust im Wasser stehend, von felndMt Kugeln um- schwirrt, über eine Stunde. Ein ganzes Bataillon In­fanterie und Maschinengewehre S WN tiber d e lebende Brücke hinüber und warfen die russische Nachhut zurück.

Politische Rundschau.

Die Uvootfrage im Reichstag. Auf Veranlassung bei nationalliöeralen Abgeordneten Bassernmnn fan- -en sich laut ,$, UMM- W& ÄS VfiMans-

schuß-Sitzung im Reichstage am Dienstag einige bür­gerliche Parteiführer zu einer neuerlichen vertraulichen Besprechung zusammen. Man nimmt an, daß es sich dabei um die Erwägung von Möglichkeiten handelt, die ein einheitliches Vorgehen der Nationalliberalen und Konservativen in der Ubootskriegsfrage und wenn an­gängig eine Annäherung an das Vorgehen des Zen- trums ebnen könnten.

Im Parteiansschutz der Sozialdemokratie fand am Montag eine Aussprache statt. Der Ausschuß stimmte mit allen gegen sechs Stimmen einem Aufruf an die Partei zu, der imVorwärts" veröffentlicht wird. Da­rin wird das Verhalten der achtzehn Sondergenossen noch einmal scharf getadelt, weil es dazu angetan sei, das organisatorische Gefüge der Partei auseinanderzu- sprengen. Zum Schlüsse der Erklärung heißt es: Ge­nossen und Genossinnen! Eure heilige Aufgabe ist es, die Arbeiterbewegung vor schwerster Zerrüttung an be­wahren. Schützt die Partei! Schließt die Reihen! Von der Minderheit wird imVorwärts" gegen die Art, wie die Mehrheit erneut die Einheit zu wahren sucht, entschiedenster Widerspruch erhoben.

3m Ftugreug über Verbs».

DieOsnabrücker Zeitung" veröffentlicht folgendes interessante Stück aus dem dort eingetroffenen Briefe eines jungen Fliegers:Heute morgen habe ich einen feinen Flug, meinen dritten, über Verdun gemacht. Um 9% Uhr bei schlechtem Wetter aufgestiegen, flog ich über Gravelotte, Amanweiler, St. Privat, St. Marie aux Chenes über der berühmten Pappelallee und Briey an der Maas, dann südlich über Verdun, wo ich 20 Minuten gekreist bin und meine Bomben abgeworfen habe, Herunter nach Tupuv. Etain und nach .... zurück, wo ich um 12 Uhr landete. Es war die ganze Zeit über sehr bedeckter Himmel, wdatz ich, wenn ich etwas sehen wollte, sehr niedrig fliegen mußte. Ich war nie höher als 2000 Meter, und über Verdun einmal sogar 1800 Meter. Es war ein eigenes Gefühl für mich, wie ein König, mit Bomben beladen, über dasselbe Ge­lände zu fliegen, wo mein Vater schon vor 46 Jahren gekämpft und sich das Eiserne Kreuz erworben hat! Ich konnte jedes Haus von St. Privat ganz deutlich sehen, jeden Baum an der Chaussee nach St. Marie erkennen, und das alt; berühmte Schlachtfeld lag wie ein Spiel­zeug unter mir. Wenn ich meine Bomben geworfen hätte, hätte ich das halbe Dorf kaput machen können! Ueber Verdun wurde ich sehr stark beschossen ich hatte zwei Treffer von Schrapnellkugeln im rechten Tragöeck, wie ich hernach festgestellt habe. Ich warf alle meine Bomben wohlgezielt ab und sah, wie sie unten aus- einanderkrachten! Dann zählte ich noch die Brücken über die Maas und flog glücklich nach Hause. Noch nie in meinem Leben habe ich etwas so Herrliches erlebt! Ueber alles Irdische erhaben, ruhig und sicher dahin- fliegend, kommt man sich wie ein Gott vor! Tief unten auf der Erde lag es wie ein Kranz von Rauch um die Stadt; nichts als krepierende Granaten. Die Brände lohten zum Himmel auf, die ganze Erde war zerwühlt und aufgerissen ein schauriger Anblick! Sonst sieht die Erde wie ein Spielzeug aus, grüne Wiesen und Wälder wechseln mit dem braunen Acker, und darin liegen die Dörfer wie weiße und rote Flecken. Hier ist alles öde und grau, als ob ein Strom von Lava über das Land geflossen wäre. Auf der Erde Loch bei Loch, in den Dörfern Rauchsäulen,' das Aufblitzen der platzen­den Geschosse folgt unmittelbar dem Feuerschein und Getöse der großen Geschütze, und überall Dampf, Rauch u^.^^.^ -.....

Vermischtes.

Die Zahl unserer Kriegsblinde». Auf der Tagung für KrregsblindenfÜrsorge in Berlin führte der Ver­treter der Heeresverwaltung nach derTägl. Rdsch." aus: Eingehende Nachforschungen haben ergeben, daß die Zahl der Kriegsblinden noch nicht viel über 1000 beträgt. Bis Ende Februar sind sogar wenig über 900 Kriegsblinde listenmäßig festgestellt worden, und zwar 15 Offiziere und 1 Sanitätsoffizier, 45 höhere Beamte, 152 aus der Landwirtschaft, 482 aus Industrie und .Handwerk, 163 aus Handel und Verkehr, 16 aus häus­lichen Diensten, 32 aus freien Berufen. Es soll auf Kosten des Reiches natürlich alles getan werden, was die Verwendung eines Sehrestes erleichtern kann. Es ist strenge Vorschrift der Heeresverwaltung, daß jedem Erblindeten im Lazarett nicht nur ärztliche Behandlung und seelische Tröstung, sondern auch baldmöglichst Un­terricht zuteil wird.

Der prophetische Londoner Bankier. Nun hat auch London seinen Kriegspropheten, und derExeelsior" weiß hierzu Näheres zu berichten. Ein Offizier in Lon­don, der sich an die Front begeben wollte, stattete seinem Bankier, mit dem ihn eine persönliche Freundsclmft ver­band, vor seiner Abreise im Herbst 1915 einen Abschieds­besuch ab.Sie werden nicht lange von England weg­bleiben," bemerkte der Bankier;in kurzer Zeit werden Sie mit einer leichten Verwundung an der Hand zu- rückkehren." Und wirklich wurde der Offizier bereits nach wenigen Wochen an der rechten Hand verletzt. Als er sich nach der Heilung wieder von dem Bankier ver­abschiedete, sagte dieser:Diesmal werden Sie längere Zeit im Felde sein, dann aber werden Sie ziemlich schwer am rechten Bein verwundet werden." Als der Offizier, der am rechten Bein von einem Geschoßsplitter getroffen wurde, zum zweiten Male nach London kam, fragte er den prophetischen Geldmann:Da Sie mir meine Verwundungen so richtig voraussagten, werden Sie mir wohl auch verkünden können, wann der Krieg zu Ende sein wird?" Worauf bet Prophet erwiderte: Der Krieg wird am 17. 3n«i 1916 beendet sein. Aber ich werde den Frieden nicht mehr erleben, da ich kurz nach Neujahr sterben iverde." Und der Bankier starb auch wirklich am 2. Januar 1916. Seit feinem Tode spricht man in ganz London davon, daß der Krieg nur bis zum 17. Juni dauern werde . . . DerGaulois" aber, der dieses Geschichtchen jetzt wiedergibt, fügt mit unfreiwilliger Offenheit hinzu:Also Gott sei Dank nur noch drei Monate!"

Die einfache Speisekarte im Gasthof. Nach der Kreuzzeitung" hat dieser Tage im Reichsamt des In­nern eine Besprechung zwischen Vertretern der Regie­rung, der Gasthäuser, Gastwirtschaften usw. stattgefuu- den, in der die Grundlagen für eine einschneidende Ver­einfachung der Speisekarte in allen öffentlichen Lokalen vereinbart wurden. Die entsprechende Verordnung wird im Laufe des April herauskommen. Rein äußer­lich wurde zunächst beschlossen, daß die Speisen zur Er- sparung von Fett nicht mehr auf Platten, sondern all- aemeht nur noch auf Tellern verabreicht werden dürfen. Die Auswahl der Speisen selbst wird stark beschränkt, j Es dürften auf der Speisekarte nur noch erscheinen: i zwei Suppen, zwei Vorspeisen und zwei Fleischspeisen, : doch darf dem Gast nur je eine davon verabreicht wer- den. Der Wnditifd) wird nicht beschränkt werden da da­für kaum eine Notwendigkeit besteht. Etwas reichhal- tiger als die Mittagskarte wird die Abendkarte sein, ' weil die kalte Küche nicht beschrärfft wird. i

Deutsche Heldentaten.

Unteroffizier Mettendorf von der 1. Kompagnie des Bayer. 4. Infanterie-Regiments König Wilhelm von Württemberg, gebürtig aus Zweibrücken, Rheinpfalz, meldete sich am 17. 9.1914 freiwillig zu einer Patrouille, die erkunden sollte, ob das vorliegende Dorf frei vom Feinde fei. Er durchsuchte mit seinen Leuten das Dorf, und als er es leer fand, ging er so weit vor, bis er den Feind beobachten konnte. Plötzlich sah er im Rücken 1215 Gegner daherkommen. Kurz entschlossen befahl er seinen Leuten, sich hinzulegen und sich ruhig zu ver­halten, bis der Feind nahe genug wäre. Als nun der­selbe herangekommen war, eröffnete die Patrouille auf das Kommando Mettendorss das Feuer, wobei 4 Mann abgeschossen wurden, die arideren ergriffen die Flucht.

Als dann einmal der 8. Zug der 1. Kompagnie in Gefahr geriet, abgeschnitten zu werden, schickte der Zug­führer einige Mann nacheinander, die sich freiwillig mel­deten, zurück um Hilfe herbeizuholen. Sämtliche Leute fielen oder wurden schwer verwundet.

Da erbot sich Unteroffizier Mettendorf zurückzusprin-- gen. Er kam zu einem Zug der 12. Kompagnie, den er sofort an die gefährdete Stelle führte, verlängerte den 3. Zug der 1. Kompagnie nach rechts, und es gelang ihm, den Feind durch wirksames Feuer zurückzutreiben.

Unteroffizier Mettendorf wurde durch die Königl. Bayer. Goldene Militär-Verdienstmedaille ausgezeichnet.

Am 30. Mai 1915 flankierte ein Maschinengewehr aus seiner Stellung innerhalb des Abschnitts eines Re­serve-Regiments die dem stürmenden Bataillon gegen­überliegende französische Front. Das in der zunehmen­den Dämmermig deutlich sichtbare Mündungsfeuer zog heftiges feindliches Artilleriefeuer auf das Maschinen­gewehr. Um Verlusten möglichst vorzubeugen, entließ der Gewehrführer Unteroffizier Thoms aus Gnoien in Mecklenburg auf eigene Verantwortung alle entbehrliche Bedienungsmannschaft in die bombensicheren Unter­stände, bediente mit dem bei ihm verbliebenen Teil der Besatzung unter mehrfachem selbsttätigen Stellungswech­sel mit guter Wirkung sein Maschinengewehr. Das wohlgeleitete und wirksame Maschinengewehrfeuer trug wesentlich dazu bei, daß die befohlene Linie rcrfch und mit verhältnismäßig nur geringen Verlusten erreicht uno festgehalten wurde. Unteroffizier Thoms erhielt für sein kaltblütiges und verantwortungsfreudiges Verhalten und selbständiges Handeln das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

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Für die Nacht vom 11. zum 12. Juli war der Sturm befohlen. Der Unteroffizier Poludnick befand sich im 3. Zuge der 7. Kompagnie des 4. Meöerschlesischen In­fanterie-Regiments Nr. 51. Gleich zu Beginn des Stur­mes beim Verlassen des ersten Grabens, wurde der Zugführer, Offizier-Stellvertreter Riemer, tödlich ver­wundet.

Als jüngster Unteroffizier des Zuges übernahm Poludnick ohne weiteres das Kommando und stürmte an der Spitze seiner Leute bis zum feindlicheir Graben vor. Sofort wurde der eroberte Graben ausgearbeitet um einem etwaigen Gegenstoß wirksam entgegentreten zu können. Für sein tapferes Verhalten erhielt Polud­nick das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Ein feindlicher Angriff wurde von dem Unteroffizier Poludnick mit feiner Gruppe solange mit Handgranaten und Gewehrfeuer zurückgehalten, bis Verstärkung aus dem Unterstandsgraben herankam. Auch, bei dem von der 7. Konwagnie am 28. September ausgeführten Ge­genstoß zeichnete sich Poludnick durch besonderen Schneid aus. Er Myrte seine ^enke, gege-WSss^SpaldMen vor, »er Feind wurde daraus vertrieben und Sie Stellung konnte gehalten werden.

Unteroffizier Poludnick ist aus Groß-Särchen ge­bürtig.

GemSse im hausgarien.

Selbst ein mäßig großer Garten samt für eine Familie das ganze Jahr hindurch das Gemüse liefern, sofern er richtig behandelt, jedes Fleckchen ausgenützt und jedes abgeerntete Beet sofort wieder bepflanzt wird. Gewiß hat man in Friedenszeiten schon darauf gesehen großen Nutzen aus dem Garten zu ziehen, aber jetzt ist es eine Pflicht, alles aufzubieten, um die Ertragsfähig- feit auf das höchste zu steigern.

Vorausgesetzt, daß im Laufe des Winters die rich­tige Bearbeitung rind Düngung des Bodens erfolgt ist, können wir jetzt schon bei frostfreiem Wetter und offe­nem Boden einige Sämereien der Erde anvertrauen und zwar wählen wir für die Frühaussaat Beete in sonniger Lage. Zunächst säen wir Spinat, Mohrrüben und Zwiebeln, denen wir bald dicke Bohnen, Erbsen und Schwarzwurzeln folgen lassen. Auch kann man es schon mit Rupffalat probieren. Mas ein sehr feines Ge­müse uwchte ich hier aufmerksam machen. ein Ge­müse von Radieschen. Die äitßere Schale schneidet man ab, die kleinen weißen Rübchen kocht man in leichtem Salzwasser weich und macht sie dann, wie Blumenkohl, mit einer holländischen Tunke fertig.

Gemüsepflanzen selbst heranzuzrehen, lohnt sich bei einem kleineren Garten nicht man müßte dann über ein Mistbeet verfügen. Sobald ein Feld abgeerntet ist, soll es keinen Tag brach liegen, sondern sofort wieder benützt werden. Manche Beete samt man auch schon gleich bei der ersten Anlage mit zweierlei Gemüse be- pflanzeif, z. B. zwischen Kopfsalat Pflänzchen von Kohl­rabi. Der Salat ist fiüber zum Verbrauch und der Kohlrabi HM sich inzwischen so entwickelt, daß seine Knollen auch bald geerntet werden können. So gibt es noch einige Gemüsearten, die sich auf demselben Beet gut vertragen, ohne einander zu schädigen.

Dies find so einige kleine Winke für die erste Be- pflanzung des Hausgartens. Rechtzeitig damit an­fangen. den Boden gut bearbeiten, nur gute Sämereien benutzen, die Beete von Unkraut frei halten und öfter behacken, baß die Erde loser bleibt. Luft und Wärme und Feuchtigkeit gut eindrivgen könueu, dann wird man mit Freude fehem wie schön sich alles entwickelt und man wird den Lohn seiner Mühe ernten, indem man immer frisches, schönes Gemüse auf den Tisch bringen kann und mit der Menge nicht so sparsam umzugehen braucht. Und das ist jetzt ganz besonders wichtig, daß wir reich­lich Gemüte haben bieten Sommer und auch für Seit kommenden Winter uns mit Vorrat versorgen können-

Weitere Drahtnachrichten.

Fünf Schiffe auf der gleichen Stelle gescheitert.

-r-r- Cbristiania, 29. März. (T. 11.) Am 27. Mar^ kam lautBoss. Ztg." in Bergen der einzige überlebend« btorweyer des BiermastersDrotleburgü" an, der am 35. März auf der Reise von Cbile nach England mit Salpeter vor der irischen Küste scheiterte. Von den 25 Mann der Besatzung sind nur 10 gerettet. Elf Ertrun­kene. darunter der Kapitän und seine Frau, waren Nm- meger. Gleichzeitig scheiterten an der gleichen Stelle ein englisches, ein portugiesisches, ein amerikanisches und das norwegische. Schiff «Anna Marie".