Einzelbild herunterladen
 

Urberlehends würden aüfgefiM. Man glaubt, daß der aus 9 Mann bestehende Rest der Besatzung ertrunken ist.

Lyoner Blatter melden aus Paris, daß der Schiffs­verkehr zwischen Frankreich «nd England auf der Linie DieppeNewhavn bis auf weiteres vollständig einge­stellt worden ist.

Die Amerikaner von derSussex".

»--- Rotterdam, 28. März. (T. U.) DerNieuwe Notterdamsche Courant" meldet aus London: Man glaubt, daß der Psychologe Baldwin, einer der größten Amerikanischen Gelehrten, sich unter den Toten der Sussex" befindet. An Dover wurden 24 der Ueber- lebenden gelandet, in Boulogne 250 Mann. Es werden noch etwa 100 Mann vermißt. Betont wird, daß die Snssex" nicht einmal eine Signalkanone an Bord hatte. Das Schiff hatte auch in seiner Ladung nichts, was für die Alliierten von Wert gewesen wäre.

Die amerikanische Botschaft teilt dagegen nach einer Londoner Reuter-Meldung mit, daß alle Amerikaner vom DampferSussex" gerettet wurden; einige seien verwundet.

- Sie dsppelle Schiln-mg se« Heims.

Schon während vieler Jahre vor dem Kriege starb die Kathedrale von Reims, dies stein- und glasgewor- dene Wunder des mittelalterlichen Frankreichs. Ihre Henker waren der Fanatismus und die kulturelle Stumpfheit desjenigen Volkes, das heute für Ideale zu streiten vorgibt. Trotz der verzweifelten Hilferufe weni­ger Franzosen verrichteten die Henker ihre Arbeit Jahr für Jahr. Als der Krieg ausbrach, ward die tötende Gleichgültigkeit gegenüber diesem Werk zu dessen be­wußter Schändung: Die Kathedrale mußte als bequemer und, wie man hoffte, sicherer Beobachtungspunkt des französischen Heeres dienen. Wie wir jetzt aus bester Quelle erfahren, begnügte man sich nicht hiermit, sondern man wandelte das Asyl des Friedens zur Stätte des Mordes, der man nur um den Preis des Lebens ent­rinnen konnte. Man lese, was ein durchaus glaubwür­diger Austauschgefangener über sein Erlebnis in Reims während dessen Beschießung erzählt:

Ich habe bis zum 16. direkt in der Kathedrale von Reims gelegen, als die Beschießung so schlimm war, und Ihr werdet wohl hiervon in den Zeitungen gelesen ha­ben. Das war mein Schlimmstes, was ich überhaupt mit­gemacht habe. Wir sämtlichen Verwundeten in Reims wurden in die Kathedrale geschafft, damit wir unter der Beschießung leiden sollten. Wer nun den Qualm nicht ertragen konnte und aus der Kathedrale fliehen wollte, wurde niedergeschossen. Die höheren Geistlichen von Reims sonnten schließlich diese Grausamkeit nicht länger mit ansehen und forderten uns auf, ihnen zu folgen, weil sie es versuchen wollten, uns unter ihrem Schutze ins Freie zu befördern, was auch gelang."

Diese Schandtat entspricht zu sehr dem, was wir über die Grausamkeit der Franzosen bei der Behandlung un­serer gefangenen Soldaten wissen, als daß man an ihr zweifeln könnte. Auch sprechen die Einzelheiten für die Wahrheit dieser Schilderung. Also aus Wut darüber, daß wir die erste Schändung der Kathedrale entdeckten, wurde die zweite begangen, indem man wehrlose und ver­wundete Menschen in ihr dem Erstickungstode aussetzte und sie niederschoß, wenn sie sich retten wollten. So bar­barisch war dies Tun, daß die eigenen Landsleute der Mörder es nicht länger mit ansehen konnten und ver­suchsweise einschritten. Heute ist die Kathedrale von Reims tot. Aber ihre Ruine wird der lebende Zeuge

Skiegsalterlei.

Eine amtliche englische Falschmeldung.

Nach amtlichen englischen Veröffentlichungen über den Fliegerangriff auf die holsteinische Westküste vom 25. März, in der behauptet wird, daß von englischen Torpedobootszerstörern 10 deutsche bewaffnete Patrouil­lenboote versenkt worden seien, erfahren wir von zu­ständiger Stelle, daß diese Behauptung unzutreffend ist. Wie im amtlichen deutschen Bericht bereits gemeldet, sind zwei auf Vorposten befindliche deutsche Fischdampfer verloren gegangen.

Die Ententevertreter in Paris.

Die Agence Havas meldet unterm 27. März: Heute vornrittag wurde im Ministerium des Auswärtigen die erste Zusammenkunft des gemeinsamen Rates der Alli­ierten abgehalten. Es waren vertreten: Italien, Eng­land, Rußland, Japan, Serbien, Portugal, Frankreich. Der Inhalt der Beratungen wird natürlich geheimgehal- ien. Immerhin kann mitgeteilt werden, daß die Bertre- ler bei diefer ersten Sitzung sich hauptsächlich mit den militärischen Mitteln r«r Herveiführnng des endgültigen Sieges befaßt haben.

Wie dieTimes" Deutschland schädigen will.

DieTimes" schreibt: Die beste Weise, um Deutsch­lands auswärtige Entwicklung zu schädigen, ist, zu er­bieten, daß es auf eine bestimmte Frist Kapital in den alliierten Ländern anlege.

""Flucht der bürgerlichen Bevölkerung aus Baloua.

Aus Amsterdam berichtet dieKöln. Ztg.": DieTi­mes" vernimmt aus Athen: Aus Epirus wird gemeldet, daß die bürgerliche Bevölkerung Valouas Anstalten trifft, auf griechisches Gebiet überzusiedeln, weil der An­griff der Oesterreicher aus die italienischen Stellungen er­wartet wird.

Politische Rundschau.

Die U-Bootfrage im Ausschuß streng vertraulich. Die Verhandlungen über die U-Bootfrage im Reichs- hanshalisausschusse des Reichstages werden, wie die Post" erfährt, ganz vertraulich sein. Durch die Form der Einleitung ist zum Ausdruck gelangt, daß sogar die übrigen Mitglieder des Reichstages als Zuhörer nid)t zugelassen werden sollen. Dem Vernehmen nach hat der Reichskanzler Vertrauensmänner der Fraktion schon vorher zu einer vertraulichen Besprechung elugeladen.

Die Elektrizität im künftigen Wirtschaftsleben. Ober­präsident v. d. Schulenburg empfahl in der Sitzung des brandenburgischen Provinziallandtages die Elektrizitäts- pläue der Staatsregierung, indem er sagte, auf die Kriegszeit werde eine Zeit der äußersten Anspannung aller wirtschaftlichen Kräfte folgen müssen, um die Wun­den, die der Krieg dem Wirtschaftsleben geschlagen, zu heilen. Die elektrische Kraft werde für jede Zeit der schärfsten wirtsclmsslichen Arbeit ein unentbehrliches Rüst­zeug sein.

Eine Reichsfleischstelle.

Zur Sicherstellung des Fleischbedarfs des Heeres und der Marine sowie der Zivilbevölkerung hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 20. März 1916 die be­reits anaekündigte Verordnung über die Fleischversor- mna erlassen. Danach wird w das gesamte Reichs­

gebiet die Bildung einer Reichsstelle für die Versorgung mit Vieh und Fleisch (Reichsfleischstelle) vorgesehen. Sie hat die Aufbringung von Vieh und Fletsch tm Reichsgebiet und deren Verteilung sowie die Ver­teilung des aus dem Auslande eingeführten Schlachtviehes und Fleisches zur Aufgabe und ist zu diesem Zweck mit einer Reihe von Machtbefugnissen ans- gestattet. Sie bestimmt den Umfang der für die Ge­meinde oder den Kommunalverband zuzulassenden ge­werblichen Schlachtungen und die Anrechnung der Haus- und Notschlachtuugen auf den Anteil. Sie regelt den Fleisch- und Flejschwarenversand aus einem Sommunat- verband in den eines anderen Bundesstaates. Den Landeszentralbehörden ist die Verpflichtung auferlegt, für die rechtzeitige und vollständige Beschaffung des Be­darfs an Schlachtvieh zu sorgen. Ist freihändiger An­kauf nicht möglich, so erfolgt die Aufbringung notfalls im Zwangswege durch die Kommunalverbände und Ge­meinden. Endlich sind die Gemeinden zur Ausführung einer Berbrauchsregelung für Fleisch und Fleischwaren verpflichtet worden.

Jn Verdi;« Während der Leschießung.

Der französische Senator und ehemalige Artillerie­offizier Humbert ist in Berdun gewesen, das er im S>- nat vertritt: er schildert, wie wir derStratzb. Post" entnehmen, im PariserJournal" (vom 17. und 18. März) seine Eindrücke folgendermaßen:

' Ich habe die alte Festung und ihre Umgebung drei Tage lang besucht. Ja, ich habe sie gesehen, wie sie stoßch alle Martern unter den deutschen Geschossen er­trug. Auf meinem Weg habe ich all die Wagenladungen beobachtet, die nach Berdun gehen, um die Heere mit allem Nötigen zu versorgen, ich habe Soldaten getrof­fen, die in den Kampf ziehen und aus dem Kampf kom­men, ich habe große und kleine Teilnehmer an dem gigantischen Drama ausgeforscht, ich habe mich unter sie gemengt, bin Zeuge ihrer tiefen Erschütterung ge­wesen und habe ihren Seelenzustand begreifengelernt. Dann habe ich auch die ungeheure militärische Maschine bei der Arbeit beobachtet und kehre nunmehr tief er­schüttert von der tragischen Majestät des Schauspiels und voller Bewunderung für die Heldenhaftigkeit un­serer Soldaten heim.

Das deutsche Bombardement.

Davon kann man sich gar keine Vorstellung machen, nicht einmal eine entfernte Vorstellung, wenn man dem Schauspiel nicht in unmittelbarer Nähe beigewohnt, wenn man die Bomben nicht hat fallen sehen, wenn man ihre Wirkungen nicht mit eigenen Augen festgestellt hat. Hier hat das ganze moderne Deutschland mit seinen Fabriken, Kasernen, Arsenalen, mit seinen 60 Mil- liouen Bewohnern, die seit vier Jahrzehnten von der fixen Idee beherrscht sind, der ganzen Welt den Krieg zu erklären, dieses Deutschland mit seinen Arbeitern, Soldaten, Minen, seinen Hochöfen, Laboratorien, Essen, hier hat das wissenschaftliche, industrielle und militärische Deutschland seine höllischen Erzeugnisse, sein todbringendes Material auf uns ausgeschüttet. Unter dem

Hagel von Geschossen

wollte ich die alte Maasstadt wiedersehen. In Beglei­tung von drei Freunden in Uniform bin ich durch die verödeten Straßen der Stadt hindurchgeeilt. Ich habe die Truppen in ihren Unterständen besucht. Nirgends verleugnet der Soldat seine Todesverachtung. Ich habe nicht wanken noch weichen. Sie leben dort, ich weiß nicht wo und weiß nicht wie. Ich bin bis zum alten Rathaus gegangen. Dort habe ich die Kompagnie Feuerwehrleute mit ihrem Führer gesehen, die in der bombardierten Stadt nach wie vor ihren Dienst tun. Gerade wie ich ihnen meine Anerkennung ausspreche, schlägt ein 30,5er Geschoß dicht vor uns ein. Das gab ein furchtbares Krachen. Die Feuerwehrleute ziehen mich in ihren Keller. Ich habe die Denkmäler und die Häuser gesehen, in denen ich vor einigen Monaten meinen Freunden die Hand gedrückt hatte. Jetzt fehlt hier eine Mauer, dort ein Dach. Der anmutige Blick auf das Maasufer ist dahin. Alle Gebäude, die den Fluß einrahmten, find ins Wasser gestürzt. Das Thea­ter in dem eben noch Wohltätigkeitsfeste veranstaltet wurden, ist zur Hälfte zerstört. Im Augenblick, wo wir über die Brücke gehen, pfeift ein neues Geschoß durch die Luft, es schlägt durch das Dach eines Hauses, und das ganze Gebäude ist wie weggeblasen. Schwar­zer, dicker, erstickender Ranch erfüllt die Straße. Posten gehen hier und da und wachen über der toten Stadt, um zu verhüten, daß sich Plünderer in die verlassenen Räume einschleichen. Der Geschoßhagel wird immer schöner. Schlag auf Schlag fallen acht Geschosse auf einen Häuserblock von weniger als hundert Metern Seitenfläche. Ein Geschoß saust so nahe an uns vorbei, daß wir bei der darauffolgenden Explosion gegen die Mauer geschleudert werden. Bei dieser Gelegenheit konnte ich die

. methodische Genauigkeit und Treffsicherheit der feindlichen Artillerie

bewundern. Dann habe ich die alte Stadt verlassen. Niemals war sie mir so schön und großartig erschienen. Denn unter den deutschen Bomben kam sie mir vor wie das Bild des französischen Widerstandes.

Vermischtes.

Die Schultafel im Dienste der englischen Kriegs- sparsamkeit. Wie sehr die einst auf ihren Reichtum so stolzen Briten sich genötigt sehen, jetzt an allen En­den und Ecken zu sparen, beweist ein Bild in derDaily Mail", das englische Kinder in der Schule zeigt, die unter Aufsicht der Lehrerin die neuen Spargebote für die Jugend auf die Tafel schreiben:Ich soll in Zukunft keine Süßigkeiten mehr essen!" besagt das erste Gebot: das zweite lautet:Ich soll meinen, Tee fortan ohne Zucker trinken!" Und das dritte heißt:Ich soll meine Schuhe nicht kaput machen!" Wie dieser Schultafel zu entnehmen ist, scheint man jenseit des Kanals auch nicht gerade im Ueberstluß zu schwimmen . . .

Die verräterischen Bügelfalten. Z» den Kämpfen bei Berdun ist hinsichtlich des Einsatzes neuer Truppen durch die Franzosen nicht uninteressant. daß dort franzö­sische Offiziere zu Gefangenen gemacht wurden, deren elegantes Aeutzeres auf ihre direkte Abberufung von den Pariser Boulevards, die sie zwei Tage vorher noch bevölkert hatten, schließen liest. Sie zeigten als schönsten Schmuck frischeBüchstfalten. Die Herren vertauschten schon nach drei Tagen ihren Pariser Aufenthalt mit dem Ge­fangenenlager in Mainz.

Bor Freude gestorben. Eine Kriegersfrau in Gel- scnkirchcn, deren Mann seit längerer Zeit vermißt wurde, begegnete diesem unerwarteter Weise aus der Straße. Die Freude der Frau über das unverhoffte Wieder scheu war so groß, daß sie einen Herzschlag erlitt und tot zu Boden sank.

10,6 Milliarde«, wieviel ist das? Z« vidser au! Anlaß des Ergebnisses der vierten Kriegsanleihe wie­derholt aufgeworfenen Frage wird denL. N. N." aus Lehrerkreisen geschrieben: Im Oktober 1913 kostete 1 Kilogramm sein Gold in Barren 2784 Mk., 1 Kilogramm Silber 81,75 Mk. In reinem Golde würde die Kriegsan- leihe 34 482,8 Doppelzentner wiegen oder soviel wie 34487t Kubikmeter Wasser oder wie ein Goldwürfel von 3(4 Meter Länge, Breite, Tiefe. In reinem Silber hätte die Anleche das ansehnliche Gewicht von 1 296 636 Dop­pelzentner, d. i. ein Silberwürfel von etwa 50 Meter Länge, Breite und Tiefe. In 20-Markstücken wiegen b^ 10,6 Milliarden 42 400 Doppelzentner, in Einmarkstücke" 593 600 Doppelzentner. Im ersteren Falle könnten £ lange Eisenbahnzüge von je 53 Wagen zu 1000 Kilo­gramm Ladefähigkeit die Anleche von einem Ort zum andern bringen, tm letzteren Falle hingegen benötigt mag schon 119 Züge mit durchschnittlich 50 Wagen. In Pa­piergeld (Einhundertmarkscheinen) wiegt die Kriegsan- leihe 159 000 Kilogramm und könnte in 32 Eisenbahn­wagen von je 5000 Kilogramm Ladefähigkeit unterge­bracht werden. Ein Zehnmarkstück hat einen Durchmesser von 19,5 Millimeter. Die vierte Kriegsanleihe in Zehn­markstücken aneinandergelegt ergibt ein Band von 19,5 Millimeter Breite und 20 670 Kilometer Länge. Mit der doppelten Länge ließe sich ein goldener Reif um den Aequator Herumlegeu. Die Kriegsanleche in Zwanzig­markscheinen aneinandergelegt ergibt ein Band von 72 080 Kilometer Länge.

Heiteres vom Tage. Heimatsgrütze.Mutti, schreib doch Papa, während der Osterferren braucht er keinen Krieg zu machen. Da ist auch ohne seine Siege schul­frei." In Zossen. Gefangener Franzose: Bei uns in Frankreich ist die Luft bedeutend besser. Landwehr­mann: Kunststück! Sie wird ja von unseren Fliegern täglich gereinigt.

Sie Kleintierzucht.

Die Kleintierzucht bietet neben dem Kleingartenbau die einzige Möglichkeit für größere Teile der Bevölke­rung, sich an der Erzeugung wichtiger Nährstoffe zu be­teiligen. Die Kleintierzucht umfaßt die Zucht der Zie­gen, der Kaninchen, des Geflügels, der Bienen und in gewissem Grade auch die Schweinehaltung, da gerade der Erzeugung von Schweinefleisch im Kleinbetrieb große Bedeutung beizumessen ist.

Die Bedeutung der Kleintierzucht liegt in der Ver­sorgung des eigenen Haushalts mit Milch, Eiern, Fleisch, Honig usw., dann aber in der restlosen und so­fortigen Verwendung von Abfällen aus Küche und Haushalt, sowie in der volkswirtschaftlichen Erziehung der Tierhalter, die aus ihren Erfahrungen heraus zu einem Verständnis für wirtschaftliche Fragen und land­wirtschaftliche Produktionsverhältnisse gebracht und vor einseitiger Beurteilung bewahrt werden.

Wo ist die Kleintierzucht am Platze und in welchem Umfange ist sie zu betreiben? Die Möglichkeit, Klein- tiere zu halten, ist allen denen geboten, die über einen Stall, etwas Hofraum oder Garten verfügen. Die Gründe, weshalb diese Gelegenheiten noch viel zu wenig ausgenützt werden, sind Zeitmangel, ein gewisses Be- quemlichkeitsgefüül, Vorurteile und der Mangel an Kenntnissen über die Ansprüche und Pflege der Tiere. Tiefe Hemmnisse müssen jetzt während der Kriegszeit beseitigt werden, denn die Notwendigkeit, die Erzeugung

«oerwieal alle

zögernden Bedenken. .

Die Wahl der Tiergattung hat sich nach den vor­liegenden Verhältnissen zu richten. Für kinderreiche Familien ist die Ziege der Milch wegen das wichtigste Haustier. Sind Stallungen vorhanden und genügend Futter, so ist Schweinehaltung und Mast sehr zu em­pfehlen. Hühner bedürfen immerhin besonderer Ein­richtungen, besonders eines Auslaufes, in dem sie scharren und im Sande bilden können. Die geringsten Ansprüche bedingt die Kaninchenhaltung, deren An­sprüche an Unterbringung und Futter wohl in jedem Hausstand befriedigt werden können.

Die Fütterung der verschiedenen Kleintiere muß in erster Linie aus selbst erzeugten Futtermitteln geschehen und so weit als möglich aus Abfällen aus Kliche und Haushalt, aus dem Garten, aus Gemüsehandlungen, Marktstandvlätzen und Markthallen erfolgen, sowie aus sonstigen Gelegenheiten befriedigt werden, die Feld und Wald, Bau- und Brachland in überreichem Maße bieten.

Den Futterquellen ist die Zahl der Tiere anzu- passen, denn ohne die Jnnehaltuna dieser Regel ver­teuert sich die Tierhaltung, der Erfolg bleibt aus und Mißmrst und Aerger treten an die Stelle erhoffter Ge­nugtuung.

Die Kleintierzucht ist für die Frage des Durcl>- Haltens von größter Bedeutung. Möge daher das Streben, sie neu zu beleben und überall da, wo es mög­lich ist, einzuführen, erfolgreiche Anhänger finden.

Weitere Drahtnachrichten,

Graf Zeppelin reist ins Hauptquartier.

&-> Berlin, 28. März. (T. U.) Graf Zeppelin, der kürzlich beim Reichskanzler speiste, ist, wie dieMor- . genpost" hört, ins Große Hauptquartier abgereist.

Die neue Kampffront im Osten.

o-*> Amsterdam, 28. März. (T. 11. Die russische Offensive erstreckt sich jetzt lautB. T." nach dem in London vorliegenden Petersburger Bericht, auf die ganze Front von Riga bis Polesie. Am heftigsten sind die Angriffe und Gegenangriffe bei Jakobstadt, Tüna- Lurg, Wiösy, im Ilbschnitt von Gluborki und der Swient- sani-Eisenbahn.

Masierchafte Vergiftungsfälle in Petersburg.

»* Frankfurt a. M.. 28. März. (L.-A.i Nach der Franks. Ztg." niedren sich in Petersburg die Fälle von Vergiftungen durch verdorbene Nahrungsmittel, mei- stenieils verdorbene Margarine, Fleisch und Fische. Ein einziges Krankenhaus habe an einem Tage mehr als 350 Fülle behandelt.

Handel sind Verkehr.

Die deutschen Sparkasse«. Auch im Februar war der Zufluß zu den Sparkassen ein gewaltiger. Das Amtsblatt des deutschen Sparkassen-Verbandes, die Sparkasse", berechnet die Kapitalvermehrung der deut­schen Sparkassen für Februar mit 240 Millionen Mark.

Die Laudwirtschaftliche Zeulrar-Darlevuskasse für Deutschland zu Berlin, die Zentral-GeldauSgletchstelle der Raiffeisenschen Genosienschaftsorganisanon, hat auf die vierte Kriegsanleihe für sich und die ihr angeschlos- fetten Kreditgenossenschaften nach dem nunmehr festste­hende« Endergebnis 127 Millionen Mark gezeichnet. An den bisherigen Kriegsanleihen ist sie für sich und ihre Genossenschaften insgesamt mit 267 Millionen Mark be­teiligt. . ......