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auf die Kommandobrücke entfernte. Sie glauben, daß er von der Gewalt der Explosion zerrissen wurde. Die Ein- richtungen der Funkentelegraphie würben zerstört. Es vergingen mehrere Stunden, bevor der Schaden soweit ausgebessert war, daß Hilferufe ausgesandt werden konnten.

^ Genf, 27. März. (T. U.) Die Pariser Radikalen streben, wie derB. L.-A." berichtet, eine sofortige par­lamentarische Untersuchung desSnssex"-Falles an, Der die gesamte Bevölkerung mit Besorgnis darüber erfüllt, ob nicht infolge der mehrmonatlichen Ruhe im Aermel- Kanal eine Erschlaffung der Wachsamkeit eingetreten fei. Briand bietet alles auf, damit die ernste Angelegen- Heit vorläufig nur in den Kommissionen erörtert werde.

Bessarabren und Ostgulizren.

Aus dem Kriegspressequartier wird demB. L.-A." unterm 25. März gemeldet: In den letzten Tagen haben die Russen erfolglose Versuche untchrnonnnen, an unserer Front in Betzarabien und Ostgalizien verschiedene Vor­stöße zu unternehmen. Es erscheint ausgeschlossen, daß es den Russen jemals gelingen wird, durchzustoßen, wenn sie auch die größten Kraftanftrengungen unter- nelimeu würben. Diese Ueberzeugung gewann auch ein Offizier eines neutralen Staates, Der vor einigen Ta- gen unsere dortigen Frontstellungen besichtigte und seine größte Arierkennung und Bewilnderung für alle Arbei­ten, die dort geleistet wurden, kundgab. Er erklärte, daß es Wunder der Energie find, die da in so kurzer Zeit unter Den größten Schwierigkeiten geschaffen wurden. Obwohl an der wolhynischeu Front derzeit relative Ruhe herrscht, krachen doch täglich Die Geschütze Der Russen, ohne aber größeren Schaden zu verursachen. Man über­zeugt sich fast täglich, daß die japanischen Granate«, mit Denen die russische Artillerie jetzt versorgt wird, nicht immer das beste Fabrikat find, und daß die japanische Freundschaft für Rußland einen etwas anrüchigen Bei­geschmack hat. Die Russell versuchen durch verschiedene, oft kindische Listen Spionage zu treiben, aber immer enden die Mätzchen mit einem Niißerfvlg. Verkleidete russische Unteroffiziere hatten in letzter Zeit versucht, hinter unsere Linien zu gelangen, um Telegraphen und Brücken zu beschädigen. Sie wurden immer abgefangen und der Bestrafung zuaeführt. Größere Overationen sind derzeit an der russischen Front ansgeschlosfe«, da in dem sumpfigen, weglosen Terrain jede Möglichkeit für solche fehlt.

Megsalierlei.

Zwei Hapag-Dampfer alsgute Prisen"

Das Londoner Prisengericht hat die beiden Dampfer der Hamburg-Amerika-LiniePrinz Adalbert" (6000 T.) undKronprinzessin Cecilie" (8000 T.), die sich bei Aus­bruch des Krieges in Falmouth befanden, für gute Prise erklärt.

Die englische Dienstpflichtfrage.

w> Haag, 27. März. (T. U.)Daily Mail" ist laut B. T." der Ansicht, daß Asquith nicht mehr umhin könne, sich zu entscheiden, ob die allgemeine Dienstpflicht entgegen seinem Versprechen eingeführt werden müsse oder nicht. DerDaily Telegraph" berichtet, daß über diese Frage Meinungsverschiedenheiten im Kabinett be­ständen, umsomehr als das Kriegskomitee der liberalen Partei sich überraschenderweise für die allgemeine Dienst­pflicht ansgesprochen habe.

Amerika und die Ubootfrage.

?-$ Haag, 27. März. (T. U.) DerDaily Telegraph^

Ubootkrieg veröffentlichen.

, Der deutsche Standpunkt, daß alle bewaffneten Han­delsschiffe als Kriegsschiffe behandelt werden sollen, wird, wie es heißt, von der amerikanischen Regierung nicht angenommen werben._________________________

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3m englischem Sold.

Erlebnisse eines Amerikaners in englischen Kriegsdiensten.

Die unter dem Vorsitz von I. 2L O'Leary stehende amerikanische Gesellschaft zur Verbreitung der Wahrheit veröffentlicht eine Schrift, m der die beeidigten Aussagen ^res Amerikaners wiedergegeben werden, der sich arg­los von den englischen Werbeagenten, die in allen ame­rikanischen Städten an der Arbeit sind, für das englische Acer hatte anwerben lassen. Die aufsehenerregenden Mitteilungen werden in den Vereinigten Staaten wie in Deutschland gleichermaßen interessieren. Der Wieder­gabe der Aussagen ist das Protokoll der Vereidigung des Gewährsmannes mit der Unterschrift des Beamten beigefl^ei ^ Wallace, ein 32 jähriger Amerikaner, wurde, als er in Neuyork arbeitslos durch die Straßen ging, von einem englischen Agenten angehalten, der ihn fragte, ob er Beschäftigung suche. Auf seme bejahende Antwort führte ihn der Agent zürn britischen Konsulat. Unterwegs empfahl ihm der Agent, wenn er gefragt würbe, ob er schon im britischen yeere gedient habe, dieie Frage, ebenso wie die Frage, ob er Engländer sei, mit Ja zu beantworten. Wallace folgte diesem Rat. Die Unterhandlung auf dem Konsulat wurde von einem eng­lischen Hauptinanu Roach in Gegenwart des britischen Konsuls geführt. Niemand verlangte von Wallace ein Zeugnis seiner Staatsangehorigke t Nachdem Wallace untersucht war, erhielt er ein SchifiSbillct und 10 Pfund. Aus die Frage, wieso er dazu gekommen sei. sich anwer- ben zu lassen, erklärte Wallace, er habe tu Zeitungen von den deutschen ©ronfamteiten gelesen, imd das Habe in ihm den Entschluß geweckt, gegen die Deutschen zu kämpsen. Außerdem hatten ihn dle/Agenten unter reich­licher Getränkezufuhr in den Haß gegen Deutschland hineingehetzt. .

Mitte Januar erfolgte die Abrelle. Nach der An­kunft in Liverpool wurde Wallace nach London gebracht, dort noch einmal untersucht nnö sodann nach Leeds ver- dracht. Dort wurde er in ein Regiment emgereiht, nach­dem sich ein Offizier wider besseres Wissen dafür ver­bürgt hatte, daß Der neue Rekrut Engländer ser. Nach fünfwöchiger Ausbildung wurde Wallace zur Front ge­schickt und nahm an den Gefechten an der Marne und bei Neuve Chapelle teil. Hier wurde er verwundet. Ueber seine Behandlung durch die Engländer sagt er aus:Man verweigerte mir ärztliche Hilfe und zwang mich, acht Tage mit einem verletzten Fuß zu marschieren. Als ich austreten wollte, stieß mich eins Offizier mitten nem Säbel. Mein Fuß blutete und.ich litt furchtbare Schmerzen. Schließlich konnte ich »rüst mehr weiter, fiel nieder und wurde zurückgelayen. Dann wurde ich von Deutschen aufgefunden. Von ihnen wurde mir so­fort sachgemäße ärztliche Hilfe zuteil. Sie behandelten mich genau wie ihre eigenen Leute. Danach wurde Wallace, als die Deutschen sich zilrückzvgen, von den Engländern wieder aufgefunden lind nach einiger Zeit nach Paris geschickt. Von da gelang es ihm, mit einem französischen Kanadier zu eiUfnehen. ,

Sie gelangten auf einem Schift von .Viavietue. von dem sie irrtümlich angenommen hatten, es ginge nach den Bereinigten Staaten, nach AlcxandAa, wo Wallace fest­

genommen, von einem Kriegsgericht zum Tode verur­teilt, aber bald darauf begnadigt wurde. Er wurde ei­nem australischen Regiment zugeteilt und nach Galli- poll geschickt. Aus dieser Zeit berichtet Wallace Wahr- nehmungen, die bezeichnend für Geist und Verhalten englischer Offiziere und Soldaten sind, und die außer den Methoden der englischen Kriegsführung auch noch den wütenden Haß der Engländer gegen die Amerikaner in ein Helles Licht stellen. Die englischen Soldaten pflegten die amerikanischen Matrosen in AlexandriaBankee- Schweine" zu nennen. Wallace sah, wie amerikanische Leeleute in Alexandria von englischen Soldaten Über­fällen wurden.Ich sah, wie die Soldaten mit Flaschen nach ihnen warfen miD sie verletzten. Ich sah, wie ame­rikanischen Seeleuten mit Flaschen und Steinen die Köpfe blutig geschlagen wurden. Ich sah, daß die eng­lischen Soldaten den Amerikanern ihre Taschentücher, auf denen kleine amerikanische Flaggen abgebildet wa­ren, Wegnahmen, darauf herumtrampelten und darauf spien!" Der Gewährsmann stellt fest, daß die englischen Offiziere nicht eingriffen. Die englischen Soldaten pfleq- ten Den Amerikanern vorzuwerfen, daß sie Feiglinge sei­en, weil sie England nicht betstünden.

Besonders bemerkenswert sind die Mitteilungen Wallaces über Den Mißbrauch der Lazarettschiffe dur die Engländer au Den Dardanellen. Wallace hat g^ sehen, wie die Engländer 200 wehr- und waffenlose Tür­ken töteten. Er hat ferner gesehen, daß gefangene deut­sche Offiziere auf Befehl Der englischen Offiziere von englischen Soldaten mißhandelt und angespien wurden.

Wallace sagt:Was ich von den Deutschen sah, zeigt mir, daß sie anständige Leute sind, aber die britische 9(r= mee ist von den Offizieren abwärts verkommen bis ins Mark . Ich könnte erzählen, wie englische Soldaten ihre eigenen Offiziere niederschossen. aber ich will niemand ins Unglück Bringen. Ich habe genug gesehen, um Drei Bis­cher zu füllen. Es tut mir leid, daß ich nicht alles sagen kann, was ich weiß."

Vermischtes

Achtzehn Mitglieder der Familie von Wedel vor dem Feinde gefallen! Im Auftrage des Verbandes der Familie von Wedel bestätigt jetzt der Königl. Kammer- Herr und Landrat Carl von Weöel-Piesöorf, daß nicht weniger als 18 Grafen und Herren von Wedel bisher im Weltkriege den Heldentod für Kaiser und Vater­land erlitten haben. Es sind zwei Grafen und sechzehn Herren von Wedel und ihrem militärischen Range nach vier Hauptleute, drei Oberleutnants, neun Leutnants, ein Fähnrich und ein Unteroffizier.

Gegen Ungeziefer im Felde teilt eine Soldaten- mutter in denL. N. N." folgendes Mittel mit: Ein schmaler, langer, aus fester Leinewand genähter Schlauch, etwa 810 Zentimeter breit, lose mit Naphthalin gefüllt, wird von dem Soldaten auf dem Unterzeuge, also der Unterhose, rings um den Leib mit Sicherheitsnadeln be­festigt. Es ist dieses mit Erfolg ausprobierte Mittel

Unterhose, rings um den Leib mit Sicherheitsnadeln be­festigt. Es ist dieses mit Erfolg ausprobierte Mittel billiger als alle auDeren, Die noch dazu nichts helfen. Ich sandte bereits den vierten solchen Schlauch ins Feld, unb zwar auf wiederholte Bitten.

Der Orion Ms Lebensretter. Wie wichtig die Kennt­nis des Sternenhimmels für die Orientierung auch im Kriege werden kann, zeigt folgender Brief eines Feld­grauen, der im Mürzhest desSirius" veröffentlicht wirD:Es war Nacht. Ein wichtiger Marsch sollte ge­macht werden. Die letzte Karte war verloren gegangen. Ich marschierte auf gut Glück weiter. Da hob sich am Himmel an der einzigen lichten Stelle der Jalobsstab über Dem Horizont. Wir wären in der eingeschlagenen mrw 6ti1ÄÄ|iäÄ

Heiteres vom Tage Scherzfrage.Was bedeutet denn das, Londoner Abkommen?"Meine Hieve Deine Hiebe!" Die freundlichen Brüder. Der russische Tagesbericht vom 9. März schließt mit den Worten: Das russische Heer verfolgt mit fieberhafter Spannung die Erfolge der tapferen französischen Sirmee." In Petersburg.lief daraufhin folgendes Telegramm ein: Haben wir geulkt, als Dampfwalze rückwärts lief?!? Q-aßt Euch gefälligst an Euere Tataren-Nase!!" Joffre. (MünchnerJugend".) Ein Mißverständnis.Haben Sie schon die neuen Erdkarten gesehen?"Was? Erdkarten gibt's jetzt auch schon?" Felöpostware. Sol­dat:Was ist denn eigentlich in Der großen Tube, Die Du im Feldpostpaket erhalten hast?"Die Aufschrift ist verschwunden und ich konnt' noch nicht herauskriegen, ob 's Senf oder Honig ist?" Der musikalische Onkel. Onkel (zu dem musikstudierenden kleine» Neffen, der unablässig Die Tonleiter spielt):So hör' endlich auf, Franzl . .. wieviel Verse Hat denn eigentlich das Lied?" Damit das Verhältnis gewahrt bleibe.Und Sie sind im Ernst für die weibliche Wehrpflicht? Sie als Frau?" Nur aus Egoismus. Damit im Falle eines Krieges doch auch grad soviel Frauen weniger werden."

(Meggenöorfer Blätter".)

Ein geglitfler Streich.

Schon lange hatte der aus Berlin gebürtige Leut­nant Stephan von der 1. Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 95 (Gotha) nach einer Gelegenheit ge­sucht, vom Feinde Gefangene einzubringen. Da er­kannte er zusammen mit dem zu Jtzehoe geborenen Kriegsfreiwilligen Ralfs derselben Kompagnie deutlich die Stellung eines französischen Unterosfizierpostens nebst einem noch weiter vorgeschobenen Posten. Sofort entschloß er sich, am Abend diesen vorgeschobenen Horch- posten auszuheben. Fünf Freiwillige fanden sich auch gleich in der Kompagnie zu diesem Unternehmen: der Gefreite Liniger aus Meiningen, der obengenannte Kriegsfreiwillige Ralfs und der aus Rauenstein in Sachsen-Meiningen stammende Musketier Trumpp, Musketiere Kaiser aus Eisenach und Kühn aus Gerns-

Dorf in Sachsen-Meiningen.

Kaum war es dunkel geworden, krochen Die sechs über das flache Land an das breite Drahthindernis her­an. Mühsam arbeiteten sie sich im Dunkeln durch das Wirrnis von Stacheldrähten und erreichten glücklich den Verbindungsgraben, der von Der Hauptstellung zu dem Horchposteu vorführte, schnitten Diesem also den Weg ab. Nun sprangen Leutnant Stephan und Musketier Trumpp in den Graben herunter, während die anderen unter Führung des Gefreiten Liniger zu deren Siche­rung am Grabenrand liegen blieben. Gleich darauf be- kamen sie auch schon Arbeit: denn herbeigelockt durch den beim Sprung in den Graben entstandenen Lärm, kam der ganze feindliche Unteroffizierposten in dem Verbin­dungsgraben angelaufen. Die ersten wurden niederge- schossen, Der Rest im Rahkampf zurückgeworfen. Kaum waren diese aber erledigt, als auch schon eine neue Gruppe über das flache Land Herangclauken kam. Sind) > diese wurden in kurzem Rahkampf geworfen. Jnzwi- i schon hatte Der Horchposteu versucht, durch den Verbin­dungsgraben nach der Hauptstellung zu entkommen, war dabei aber auf Leutnant Stephan und Musketier Trumpp gestoßen, die Den ersten gleich niederschossen. Der andere wurde nach verzweifelter Gegenwehr durch einen Pi- ; stolenschuß des Leutnant Stephan kampfunfähig gemacht.

Nun wurden dem Toten die Brieiiackren und der Wal-

senrock abgenommen und dann ging es zurück, lebhal vom Gegner verfolgt. Unversehrt kam die Patroutlb trotz des wütenden Feuers der erbitterten Feinde ir die deutschen Gräben zurück.

*

Bei den schweren Käurpsen des Grenadier-Regt- ments König Wilhelm II. (1. schlesisches) Nr. 10 befand sich der Unteroffizier der Reserve Knappe aus Sorgau, Kreis Wald^nburg i. Schl. auf dem rechten Flügel der 3. Kompagnie: er führte die Handgranatentrupps, die den in den Verbindungsweg und in die Stellung der Re- ferve-Koinpagnie eingedrungenen Gegner zurücktrieben. Unter seiner Leitung wurde im Schützengraben unter schwerstem feindlichen Feuer eine Barrikade erbaut, die ihn mit seinen Leuten vm den eingedrungenen Feinden trennte. Um dieie Barrikade entspannen sich in den näch­sten Stunden heiße Kämpfe, in denen sich Knappe durch Unerschrockenheit und überlegtes Handeln in ganz her­vorragender Weise auszeichnete. Ihm ist es vor allen Dingen zu verdanken, daß die Stellung gegen kolossale Uebermacht gehalten werden konnte. Knappe besitzt be­reits seit dem 4. April 1915 das Eiserne Kreuz 2. Klasse welches ihm für hervorragendes Verhalten bei einer ge- waltsamen Erkundung verliehen wurde._____________

Ein süMMgcs ValnuWenmlernehmeii lber hie Aisse.

Leutnant der Reserve Baurmann aus Aachen, Feld­webelleutnant Traut (gebürtig aus Melteruich. zuletzt wohnhaft in Koblenz), Unteroffizier der Reserve Hirst (gebürtig aus Barlebeti, zuletzt wohnhaft in Magde­burg) und Musketier Toedt aus Hamburg, alles gute Schwimmer faßten den Entschluß, den schon oft miß­glückten Versuch zu machen, einen auf dem anderen Aisne-Ufer stehenden französischen Posten gefangen zu nehmen, um dadurch den feindlichen Truppenteil sestzu- stellen.

Nachdem der Plan und seine Aussührung genau durchdacht waren, setzten die vier, vom Gegner unbe­merkt, in einem Kahn über die Aisne. Unteroffizier Htrst durchschnstt sofort das an der hohen Uferkante entlang laufende französische Drahthindernis, kroch hindurch und legte sich etwa 15 Mtr. vom Ufer entfernt ins Gras. Er sollte dem französischen Posten für den Fall der Flucht den Rückzug abschneiden. Leutnant Baurmann und Feldwebelleutnant Traut blieben im Ufergebüsch dicht an der Aisne liegen. Nach Einbruch Der Dunkelheit kam eine 7 Mann starke feindliche Patrouille auf 3 Meter an dem platt im Grase liegenden Unteroffizier Hirst vorbei, ohne ihn zu bemerken und näherte sich schnell und gebückt gehend dem Ufer, wo sie 2 Mann als Po­sten zurückließ, während sich die übrigen 5 Mann wieder entfernten.

Kaum streckte der erste zurückgelassene Posten den Kopf vorsichtig spähend über die Uferböschung, als Feld­webelleutnant Traut Hinter ihm eine Handgranate warf, die gleichfalls zwei an unserm Ufer ausgestellten Ma­schinengewehren das Zeichen gab, ihr Feuer zu eröff­nen, um die weiter rechts und links stehenden Posten niederzuhalten. Schnell entschlossen sprangen nun Leut­nant Baurmann und Feldwebelleutnant Traut durch die Lücke im Drahthindernis vor, ergriffen den am Bo­den liegenden und zunächst sich sträubenden Franzosen, trugen ihn in den Kahn, den Musketier Toedt am Ufer festgevalten und bewacht hatte, und legten ihn auf den Boderr nieder. Das alles war das Werk weniger Mi­nuten. Nachdem alle Beteiliqten das Boot wieder be­stiegen hatten, suchte man eiligst das deutsche Ufer wie- "Ser 51t erretwiw.- irener-^^^ ^ spannt, an dem Traut den Kahn wieder herüberzieben wollte.

Durch die reichlichen Regengüsse Der letzten Wochen war die Aisne aber zu einem reißenden Strom ange- schwollen, und durch die Belastung mit 5 Mann hatte das kiellose Boot die Höchstgrenze seiner Ladefähigkeit erreicht.

Diese beiden Umstände wirkten leider zusammen, dem bisher glücklichen Unternehmen einen Ausgang zu bereiten, Den der Schneid und die Begeisterung, mit denen alle Beteiligten an das Unternehmen herange­gangen waren, wirklich nicht verdient hatten. Kaum 10 Meter vorn französischen Ufer, als die ersten feindlichen Schüsse fielen, kenterte das Boot, und sämtliche Insassen fielen ins reißende Wasser. Feldwebelleutnant Traut wird seit dieser Zeit vermißt. Mutmaßlich hat er, ob­wohl ein ausgezeichneter Schwimmer, den Tod durch Ertrinken gefunden. Leutnant Baurmann und Mus­ketier Toedt erreichten in den vollgesogenen Kleidern und Stiefeln schwimmend mit Mühe das deutsche Ufer und wurden ans Land gezogen. Unteroffizier Hirst aber, von dem Gedanken durchdrungen, nur die mühsam ge­machte Beute nicht entrinnen zu lassen, schwärmn mit dem Franzosen zusammen wieder ans Boot heran und drehte es rvieder um. Das Boot war nun allerdings mit Wasser gefüllt und dadurch noch kippeliger geworden. Hiachdern beide das Boot wieder bestiegen hatten, suchte Unteroffizier Hirst die darin befestigten Ruder zu lösen. Die Bewegung hatte das abermalige Kentern des Boo­tes zur Folge. Wieder drehten beide den Kahn in seine normale Lage, und wieder kippte er, nachdem sie wieder hineingeklettert waren und der Unteroffizier sich seiner nassen Kleider, die jede Bewegung stark behinderten, zu entledigen suchte, um. Jetzt verließen den Franzosen die Kräfte: er erreichte das Boot nicht mehr, trieb mit der Strömung ab und ist vermutlich, infolge feiner schweren Kleidung, auch ertrunken. Hirst schwaunn dem Ufer zu, das er völlig erschöpft mit Hilfe von Kameraden erkletterte. 1 8

Die mutige, zunächst so erfolgreiche Tat fand bei allen Vorgesetzten und Kameraden Lob und Anerken­nung. Im Namen Seiner Majestät des Kaisers verlieh Seine Exzellenz der Kommandierende General dem Un­teroffizier Hirst und Musketier Toedt das Eiserne Kreuz 2. Klasse, während dem Leutnant Baurmann, der sich schon im Besitze dieser Auszeichnung befand, Worte höch­ster Würdigung zuteil wurden.

Dem verminten Felkuvebelleutnant Traut, einem ebenso schneidigen wie beliebten Kameraden, ist ein ehrenvolles Andenken bei allen, die ihn kennen gelernt haben, gesichert.

Weitere Drahtnachrichten.

Das brennende Berduu.

w Genf, 27. März. (T. 11.) Ueber den Umfang des seit 24 Stmrden im ganzen Stadtgebiet von Verdun wütende» Brandes, dürfen demB. L.-A." zufolge die Pariser Blätter keine Einzelheiten melden.

Blitzschlag in ein englisches Lager.

^. Konstantinopel, 37. März (T. U.)SedaiiSlam" meldet nach demB. L-A." aus dem Irak, daß bei heftigem Gewitter im Frak der Blitz in das englische Hauptlager in Bedre ejuschlng und dort große ^trwfc stung hervorrief. Die Zahl der Opfer ist noch ««be­stimmt.