cikek. Rumänien schickte seinen Gesandten in Sofia, der längere Zeit beurlaubt war, mit neuen Instruktionen. Dieser erzielte, wie ^ie Blätter melden, bereits ein Uebereinkommen über die bulgarischen Transitgüter.
Zwei englische Kriegstransporte verloren.
Aus englischen Schiffahrtskreisen wird nach Meldungen aus dem Haag gemeldet, daß der englische Dampfer „City of Middland", der mit Kriegsmaterial von Toronto unterwegs war, auf hoher See durch Feuer zerstört worden ist. Lloyds meldet ferner, daß der englische Dampfer „Frederick", von Nenyork mit Kriegsmaterial nach Archangelsk unterwegs, überfällig ist
Das Wrack der „Tnbantia".
Nach der „Köln. Ztg." erfährt der Berliner Mitarbeiter des Amsterdamer „Handelsblad", daß die deutsche Regierung, wenn auch nicht offiziell, gegenüber der holländischen Regierung sich dahin ausgesprochen habe, es sei wünschenswert, das Wrack der „Tubantja" zu untersuche«. Der königl. holländische Lloyd hat in verschiedenen Booten der „Tubantia" kleine Metallstückchen gefunden. Diese Stückchen sind dem Marineministerium zur Untersnchnng übergeben worden.
Sechs LreniWMtle der Schlacht im Osten.
Die Schlacht im Osten hat wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, allmählich eine gewaltige Ausdehnung angenommen, sowohl was die Anzahl der eingesetzten Kräfte, als auch was die Zahl der Brennpunkte aubetrifft. Nachdem schon am 21. März zum ersten Male von unserem Generalstab eine Ausbreitung der russischen Angriffsfront nach Norden mit Richtung auf Riga festgestellt worden war, haben in der Zwischenzeit die russischen Unternehmungen eine immer weitere Ausdehnung und Heftigkeit des Stoßes erfahren. Dadurch bestätigt sich unsere Annahme bei Eröffnung der Angriffe, daß die „Entlastung" des französischen Heeres nicht Selbstzweck der russischen Maßnahmen gewesen sein dürfte, sondern daß der russische Generalstab zugleich die starke Inanspruchnahme der deutschen Heeresmacht im Westen dazu benutzen will, um die ungeheuren Niederlagen des Jahres 1915 ein wenig auszugleiHen. Die Entlastung Frankreichs sollte daneben als mühelos gewonnene Frucht der russischen Heeresleitung in den Schoß fallen.
So sehen wir allmählich das Anwachsen der Kämpfe in ganz planmäßiger Weise über eine Front, die ungefähr eine Länge von 300 Kilometern aufweist. Von Riga im Norden bis hinunter zum Narocz-See int Süden setzten die Russen bisher gewaltige Massen an Menschen und Munition ein, und es hat den Anschein, als ob in jeder Beziehung wieder die Riesenmaße erreicht werden, die die Schlacht im Sommer des vorigen Jahres angenommen hatte. An sechs hauptsächlichen Brennpunkten tobt der Kampf. Der stärkste Anstnrm erfolgt nach wie vor nordwestlich von Postawy, zwischen Wiüsy und Postawy. Hier setzte der ganze Angriff ein, und hier machen die Russen auch weiter die heftigster^ Anstrengungen, um zu einem Erfolge zu kommen. Zugleich aber hat das russische Heer hier auch Verluste zu verzeichnen, von denen der deutsche Generalstab sagt, daß sie eine selbst für den russischen Masseneinsatz ganz außerordentliche Höhe erreichten. Das will bei den Russen, bei denen wegen ihrer ungeheuren Bolkszahl und wegen ihrer rücksichtslosen Angriffsweife die Verluste stets unverhältnismäßig hoch! sind, viel besagen. Außer bei Widsy sind noch Hauptstellen des Angriffes bei Riga, ferner bei Friedrichstadt, bei Jakobstadt, bei Dünaburg und beim Narocz-See zu verzeichnen.
der Düna auf der Mitte der Front Riga-Dünaburg rufen die Kämpfe des vorigen Jahres an den gleichen Stellen wieder in Erinnerung, wo die Russen oft die ungeheuerlichsten Anstrengungen machten, um den Druck der deutschen Truppen zu beseitigen. Wieder sind es jetzt dieselben Stellen, wo sie ihre Kräfte — allerdings ebenso vergeblich wie früher — einsetzen. Jetzt erschien ihnen die Gelegenheit günstig, so günstig, wie niemals wieder! Aber wiederum müssen sie erkennen, daß die deutsche Wacht an Widerstandskraft nicht das Geringste gegen das Vorjahr eingebüßt hat. Es kommen nun (loch die Angriffe gegen die südlichen Teile unserer Ostfront hinzu. Unsere Truppen machen erfolgreiche Gegenangriffe und bringen ansehnliche Massen von Gefangenen mit nach Hause. Der russische Soldat ist eben im Laufe des Krieges nicht tüchtiger zum Angriff geworden, als er es bei Beginn des Krieges war. In der Verteidigung zeigt er schätzenswerte Eigenschaften der Zähigkeit und Ausdauer, im Angriff feült ihm aber das moralische Element der Selbständigkeit des Denkens und der Begeisterung. , „
Hierbei fei noch der bemerkenswerte Umstand festgestellt, daß die russische Heeresleitung in ihren Berichten bisher stets von den deutschen Angriffen gesprochen hat, niemals aber soweit der Wahrheit gefolgt ist, daß sie von ihren eigenen Angriffen berichtete. Man kann darum nur annehmen, daß sie das Volk geflissentlich rm Unklaren über ben wahren Charakter der Kampfe lassen will, damit im Falle des Znsammenbruchs der langst angekündiaten russischen Offensive der Mut des Volkes nicht vollkommen dahinfchwindet. (OKM.)
«riegsallerlei.
Kaiserliches Handschreive« a« Flieger-Oberlentnant Boelke.
Eine weitere Anerkennung seiner glänzenden Erfolge im Luftkampfe hat Oberleutnant Boelke durch das taemiebenbe Handschreiben des Kaisers gefunden: „Wie mir aemeldet wird, sind Sie wiederum aus dem Kampf gegen feindliche Flugzeuge mit einem vollen Erfolge zurückgekehrt. Ich habe Ihnen bereits unlängst durch Verleihung meines höchsten Kriegsordens, des Ordens Pour le mörite, gezeigt, rvelche Bedeutung rch den Ergebnissen Ihres Wagemuts betmesse. Den jetzigen Zeitpunkt aber, in dem Sie mit dem zwölften Flugzeug nunmehr insgesamt zwei feindliche Fliegerabteilungen außer Gefecht gesetzt haben, will ich nicht vor'ttbergehcn lassen, ohne Ihnen aufs neue meine vollfte Anerkennung für Ihre vortrefflichen Leistungen im Luftkampf auszu- sprechen. Großes Hauptquartier, den 20. März 1916.
Gez. Wilhelm."
Eine Hindenburg-Juviläumsspeude.
GeneralfeldmarsclMll v. Hindenburg feiert am 7. Murti sein öOjähriges Milüardieustjubilänm. Aus diesem Anlaß wird zu einer Hindenburg-Jubiläumsspende in einem Ausruf aufgefordert, in dem es u. a. heißt: Ein ichtbares Zeichen der Liebe und des Dankes soll in der BeburtSstadt Findenburgs in einem Museum ent- 'tehen Wandel und Gewerbe, Industrie und Landwirt- ahaft gfürHidi bewahrt vor vernichtenden Schlägen, mögen ein Schcrslein in Sonn einer Hindenburgspeuoe beitragen zur Schaffung «nes Hindenburg-Krlcgs- museumS in Posen. An der Spitze des vorläufigen Ar- beitsaußschusses steht der Oberpräsideirt v. Eisenhardt- Rvihe.
Schärfere Strafbestimmnugen gegen den Wucher.
In seiner Sitzung vom 23. hat der Bundesrat eine Verordnung beschlossen, durch die die Strafvorschriften
des HöchstpreisgesetzeS und der Pretswucher-Berors- unna so umgestaltet werden, daß Ueberschreitungen von Höchstpreisen und Preistreibereien wirksamer verhindert werden sonnen. Insbesondere sollen fortan die zu er- . Nennenden Geldstrafen grundsätzlich auf das Doppelte des erzielten Gewinns bemessen werden. Um einen Ueberblick über die vorhandenen Viehbestände zu haben, ist ferner die Veranstaltung einer Viehzählung am 15. April vom Bundesrat beschlossen worden.
Zum 70. Geburtstage des Generalfeldmarschalls v. Bülow
(24. März) schreibt der „B. L.-A.": In seiner Heimat- stadt Berlin feiert heute einer unserer hervorragendsten und verdienstvollsten Heerführer seinen siebzigsten (9e= burtstag. In den zehn Jahren, die er als Kommandierender General an der Spitze des dritten Korps stand, hat er seine Brandenburger zu einzigartiger Tüchtigkeit herangebildet, die sich jetzt wieder in den Kämpfen um Verdun so glänzend bewährt. Unter seinem Oberbefehl wurde Lüttich genommen und fiel fast ganz Belgien in unsere Hand. Er war der Sieger von Namur, St. Quentin und stieß mit seinen Tapferen bis ins Herz Frankreichs vor.
Noch lange nicht am Hungertuch!
Im „Berner Tagblatt" schildert ein „Berner" die Reise zur Leipziger Liesse und seine dortigen Eindrücke und stellt dabei fest, daß die Messe sehr gut besucht sei und daß die Aussteller mit Aufträgen geradezu über- häuft worden seien. Er habe bei seiner ohne jede Unannehmlichkeit verlaufenen Reise die feste Ueberzeugung gewonnen, daß das deutsche Volk noch lange nicht an der Hungersnot angelangt fei und daß dieser Wunsch der Gegner niemals verwirklicht werden könne. Dafür sei die Einteilung der Nahrungsmittelversorgnng viel zu großartig, ja einfach bewunderungswürdig.
Der Gouverneur von Riga verläßt die Stadt.
Nachdem bereits vor einiger Zeit eine Anzahl russischer Behörden die Stadt Riga verlassen und sich im Innern Livlands niedergelassen hatte, ist nunmehr auch, wie die „Rigaische Rundschau" vom 9. März meldet, der Gouverneur mit seiner Kanzlei nach dem etwa 100 Kilometer nordöstlich Rigas belegenen Kreisstädtchen Wenden übergesiedelt.
Jeulsche Hel-estale».
Im Walde bei Brzuza wurde am 28. Oktober 1914 der Unteroffizier d. Res. Schmidt aus Friedland, Kreis Falkenberg, von der 7. Kompagnie mit einer Gruppe des ersten Zuges als Patrouille entsandt. Er Hatte den Befehl in nordöstlicher Richtung vorzugehen und die linke Flanke des Bataillons zu sichern. Kurz nach dem der Entsendung folgenden Vormarsch der Bataillone zum Angriff verlor der Unteroffizier Schmidt die Verbindung mit der Kompagnie. Nach längerer Wanderung in den ausgedehnten Waldungen kam er mit seiner Gruppe an ein erleuchtetes Haus, welches von 38 Russen besetzt war. Die Patrouille nahm zunächst die Russen gefangen und schritt dann zu der Einziehung der feindlichen Doppelposten, deren Standort von einem deutschsprechenden Manne der Feldwache gezeigt wurde. Nach Vornahme der nötigen Sicherungen benutzte die Patrouille das Haus als Nachtquartier und führte am anderen Morgen die 40 Mann starke feindliche Feldwache als Gefangene mit. Unteroffizier d. Res. Schmidt erhielt als Führer der Patrouille für diese Tat das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
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Bei der großen zweiten Herbstofsensive der Fran-
eine Schanze geaen erneute englische Angriffe zu verteidigen. Es war der Morgen des 17. Oktober. Die feindliche Artillerie hatte die ganze Nacht ein Höllenfeuer auf unsere Gräben unterhalten. Da plötzlich gegen Morgen wurde das Artilleriefeuer schwächer. Man hatte das Empfinden, der Feind wird jetzt etwas unternehmen. Es dauert auch nicht lange, da kommen sie. In einem Hano- granatenangriff versuchen sie in unsere linke Sappe, die von einer Gruppe der 10. Kompagnie unter Führung des Unteroffiziers Ruhrmann aus Eversberg, Kreis Meschede, besetzt ist, einzudringen. Unsere Leute in der Sappe wissen wohl, daß es jetzt ihr und das Leben aller Kameraden im Graben gilt, denn der Feind, einmal in unsere Sappe eingedrungen, bedroht unsere ganze Kompagnie, ein Zurück gibt es nicht! Sie wissen es und stehen wie eine felsenfeste Mauer, gegen die die feindlichen Wellen zerschellen. Ein hinreißendes Beispiel gibt Ihnen ihr Gruppenführer, der Unteroffizier Ruhrmann. AIs dieser sieht, daß der feindliche Angiff stockt, sttirzt er, begleitet von dem Gefreiten Witte, aus der Sappe hervor,- Handgranaten vor sich hinwerfend, treibt er die Engländer zurück. Damit aber nicht genug. Auf dem Grabenrand der feindlichen Sappe geht er weiter vor und säubert diese Sappe vorn Feinde. Manche Handgranate hat er schon geworfen und große Verwirrung bei dem Feinde verursacht. Da wird seinem heldenhaften Vorgehen ein plötzrickes Ende gemacht. Eine feindliche Kugel trifft ihn und tödlich getroffen sinkt er nieder. Er starb als pflichttreuer Soldat, seinen Kameraden ein leuchtendes Vorbild.
Vermischtes.
I» eine exemplarische Strafe nahm das Kölner Schöffengericht einen Monteur und einen Kaufmann, die ein Erzeugnis als Salatöl in den Handel brachten, dessen Herstellungskosten für den Liter 14% Psg. betrug, während die Verbraucher für die Schundware 1,70 .//. bezahlen mußten. Zudem ging das Fabrikat leicht in Fäulnis über und wirkte dann gesundheitsschädlich. Der Kaufmann erhielt 1 Jahr Gefängnis, 2000 Geldstrafe und 3 Jahre Ehrverlust, während der Monteur zu 8 Monaten Gefängnis und 2 Jahren Ehrverlust verG- teilt wurde. Mehrere andere Angeklagte wurden an Gefängnisstrafen bis zu 2 Wochen genommen.
Der weite Rock. Ein Leser erzählt der „Straßb. Post" die folgende hübsche Geschichte: „Wieine Frau wollte ganz sicher keinen weiten Rock mehr. Und keine hohen Stiefel mehr. Diese Verschwendung an Stoff und Leder, bei diesen Zeiten! Solch eine unnötige Ueberlastung des Textilgewerbes! Das war doch unpatriotisch. In jeder Zeitung stand's in jedem . . . nein, in den Modeblättern stand's noch nicht. Aber kurz und gut, der neueste Grundsatz meiner Frau lautete: Keinen weiten Rock mehr! Vorläufig beglückte sie unsre Augen mit einer Robe, die mindestens so viel Stoff verlangt hatte, wie alle Röcke der seligen Schlangenmode zusammen,- einer Robe, mit der meine Großmutter» in der Blüte des Biedermeiers Ehre eingelegt hätte. Aber der besagte Rock war meiner Ehehälfte verleidet, und schon war der große Augenblick da: Meine Frau stand bei der Schneiderin. „Ich wünsche keinen weiten Rock mehr!" Große Pause. Wortloses Erstaunen. Ich befürchtete für die Schneiderin einen Ohnmachtsanfall. Meine Frau nochmals: „Ich wünsche seinen weiten Rock mehr!!" Tue Kleiderkünstlerin er- holte sich langsam. Dann griff sie achselzuckend zu einem schon etwas ältlich aussevenden Modealbum: „Wenn
gnädige Frau durchaus verzichten wollen, modern zt! sein und bewundert zu werden. . ." Heute trägt meine Frau ein Kleid! ... Ich will nur eins verraten: Urtiere Wohnzimmertür mußte erweitert werden!"
Witze vom Tage. Zeitgemäß. „In deinem Verein werden doch jetzt so oft Vorträge gehalten, — worüber denn?" — „Nun — gestern über die Frau von heute, morgen über die Frau von gestern, heute über die Frau von morgen und übermorgen über die Frau von vorgestern!" — Letzte Hoffnung. Junge Hausfrau (bei der Zubereitung des Essens): „9hni weiß ich nicht, muß der Hering geschuppt werden oder nicht? Das Kochbuch schweigt sich auch darüber aus! Geh, Paul, schau doch mal nach ... vielleicht steht's im Konversationslexikon!" — Gut gemeint. „Wollen Sie nicht diesen Abend eine Tasse Tee bei mir trinken, Kollege, damit ich Ihnen meine Frau mal vorstellen kann?" — „Recht gern! Ich habe auch morgen Zeit ..." — „Ach, kommen Sie lieber heute schon. . . . Dann haben Sie's hinter sich." — Ein gemeiner Kerl. „Es ist doch schon über die Zeit, warum geben Sie denn nicht das Abfahrtszeichen!?^— „Weil's mi' freut, daß dort der Herr Assessor von feiner Schwiegermutter immer wieder 'n Abschiedskuß kriegt!"
(„Fliegende Blätter".)
Hellnn'ot zweier Kanoniere.
Es war am Nachmittag des 2. Oktober 1915, zur Zeit der''zweiten großen französisch-englischen Offensive als die 3. Batterie eines Feldartillerie-Negiments wieder einmal unter schwerem feindlichen Feuer law Mehrere Batterien mittleren und schweren Kaliber, hatten ihr Feuer auf die Batterie vereinigt und über schütteten sie mit Granaten und Gasgeschossen.
Ungeachtet des feindlichen Granathagels ist die Ber dienung, mit Gasschutzmasken vor dem Gesicht, in wenigen Sekunden an den Geschützen und ein rasendes Schnellfeuer begrüßt den Feind, der sich eben anschickt, aus den Sappen und vordersten Gräben vorzugehen. Plötzlich schlägt eine schwere Granate dicht hinter den: linken Flügelgeschütz ein. Wie durch ein Wunder ist keiner der Kanoniere verletzt, doch weißer Rauch steigt auf, und rasch aufeinander folgende Detonation und das Umherfliegen von Geschossen lassen von weitem erkennen, daß die neben dem Geschütz liegende Munition entzündet worden ist. Nun heißt es so schnell als möglich den Brand löschen, denn die Batterie befindet sich in großer Gefahr.
Schlagen die umherfliegenden brennenden Kartu- scheu und Geschosse in die Munitionsnischen ein, so kommt die gesamte Munition zur Explosion und die Batterie ist verloren. Dieser Gefahr ist sich der Geschützführer, Sergeant Heinrich Birgel aus Hennersdorf, sogleich .bewußt. Beherzt springt er mit dem Kanonier Bernhard Strauch aus Gottesberg, während das Geschütz weiter feuert, herbei, und sie werfen, da Wasser zum Löschen nicht zu erreichen ist, mit dem Spaten Erde auf die brennende Munition, um das Feuer zu ersticken Immer wieder schlagen Granaten in ihrer nächsten Nähe ein, immer wieder explodiert die brennende Munition und wirft die Erde von neuem auf. Doch unerschrocken und pflichttreu setzen die beiden Artilleristen ihr Rettungswerk fort.
Fast ist die Arbeit getan und die größte Gefahr bereits beseitigt, da krepiert plötzlich eine schwere feindliche Granate zu ihren Füßen, sie mit dickem schwarzen Rauch uuchüllend. Als der Rauch sich verzogen hat, liegt Birgel tödlich verwundet und Strauch bereits tot am Geschütz. Freudig hatten sie ihr Leben eingesetzt, um die Batterie zu retten.
Das Erfiebnis der Kriegsanleihe.
e-^ Berlin, 24. März. (WTB.) In der heutigen
Sißnng des Reichstages teilte Schatzsekretär Dr. Helffe- rich mit, daß nach den bisherigen Feststellungen die Zeichnungen auf die letzte Kriegsanleihe
10,6 Milliarden
Mark betragen. Nicht eingerechnet die Feld- und die Anslandzeichnnugeu.
Beschlagnahmte deutsche Schiffe in Italien.
s-S’ Stockholm, 24. März. (T. It.) Nach einer Londoner Meldung des „Tagend Nyheter" hat, wie das ■ „B. T." berichtet Italien 36 deutsche Schiffe mit einem Tonnengehalt von 154 000 Tonnen beschlagnahmt. Die Beschlagnahme ging ohne Schwierigkeiten vor sich.
Streiks in ruflischen Staatswcrkstätteu?
w> Stockholm, 24. März. (T. II.) Obwohl die Pu- tilow-Werke, die größte Waffensabrik und Werft in Petersburg,, für die Dauer des Krieges verstaatlicht sind, dauert die Arbeiterbewegung dort noch fort Auf der Werft ist die Arbeit wieder ausgenommen, dagegen ruht der Betrieb in den Waffen- und Biunitionswerk- ftätten vollständig. Inzwischen hat sich die Bewegung auch auf die übrigen Waffenfabriken ausgedehnt. Bei der metallurgischen Abteilung bei den Werken der Gebrüder Nobel, bei Lesner und anderen Werken haben die Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Auch aus Tula, Moskau und Saratow, den Hauptplätzen der russischen Waffensabrikation, kommen beunruhigende Nachrichten.
Brand einer «ordamerikanische« Stadt.
w> Rotterdam, 2t März. (L.-A.) In Nashville (Tenneisee) sind 35 Häuserblocks im Wohnviertel im Werte von etwa sechs Millionen Dollars niedergebrannt.
Wochenbericht der Berliner Prodnktenbörfe.
Der Verkehr am Produktenmarkt bewegte sich in der am 23. März abgelanfcnen Berichtswoche in ruhigen Bahnen. Teils bevlmchteten die Käufer größere Zurückhaltung, teils fehlte es an genügendem Material von den hauptsächlich qewüuschten Artikeln. Lebhaft begehrt war Maismehl, das sich mehr und mehr räumt, für greifbare Mengen wurden hohe Preise bewilligt. Das Gleiche gilt für Gerstegraupen und Gerstegrütze. Von den Wiikiv und anderen Futterarten zeigen sich gehaltvollere Sorten nur noch wenig am Markte während geringere vernachlässigt sind. Die Kauflust für Spelzspreumehl hat ab- geubmmen und besonders grobe Wieble sind schwer verkäuflich. Ziemlich gutes Geschäft entwickelte sich in gepreßtem Heidekraut. Von Rüben blieben Runkelrüben angeboten, auch Steckrüben waren über Bedarf am Markte, dagegen konnte die Wachs rage nach Pserdemobren auch zu erhöhten Preisen nicht befriedigt werden. Das Geschäft in Saatgetreide ist sehr still geworden, auch Kleelaat wurde weniger verlangt, ba der Hauptbedarf gedeckt zu sein scheint. Im Gegensatz hierzu machte sich Hacker Begehr nach Kulturgräsern für Wiesen und Wei- den geltend um Teil infolge von größeren Meliorationen im Osten und in den Moorgegenden des nordwestlichen Deutschlands. Viele Sorten sind wieder knapp, besonders Wiesenrispengras, Fioringras und Kammgras. Im Kleinverkehr wurden nachstehende Preise nichtamtlich ermittelt: Spelzspreumehl 33- 34 X für 100 ka, Pferde- möhren 4 50 - 5,00 X für 1 Zentner. Runkelrüben 5,80 bis 6 .£ für 100 ku-