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Französische Sorgen wegen der Lage bei Verb«.

Die Zucht vor deutschen Plänen.

Während wir Deutschen mit unerschütterlichem Ver­trauen auf herrlichen Ausgang die Sümpfe um Verdun verfolgen, da wir wissen, daß unsere Heeresleitung mit eiserner Energie, aber ohne äußere Ungeduld und ohne sich durch das Geschrei der Feinde aus ihren wohlüber­legten Plänen drängen zu lassen, den Ring um die französische Feste enger und enger zieht und ohne große Verluste das erreichen wird, was sie bei weniger hu­maner Schonung ihrer Soldaten rascher vollenden könn­te, werden unsere Gegner von Tag zu Tag nervöser. Zwar ballen die täglichen Stimmungsberichte der fran­zösischen Blätter, welche die amtlichen Kriegsberichte be­gleiten, von Siegesfreude und völligen» Vertrauen in die gänzliche Niederwerfung der Deutschen vor Verönn wider, doch spricht aus den Militärkritiken der Blätter ein ganz anderes Gefühl, nämlich eine ziemliche Ner­vosität gegenüber den dunklen Plänen der deutschen Hee­resleitung. Teils fordern die Blätter auf, nicht zu sehr ruf ein Einstellen des Vorstoßes zu vertrauen wie Lemps, der es angesichts der deutschen Zähigkeit für weiser hält, nicht an ein Anhalten der deutschen Offen­sive zu glauben, teils ergehen sich die Kritiker in Mhllosen Fragen nach dem Zweck des Wechsels zwischen Ruhe und neuen Angriffen. Wollen sie uns zwingen, unsere Reserven zu zeigen, oder uns drrrch beständige Beunruhigung ermüden? fragt Oberst X. im Journal. Im Petit Journal stellt ein anonymer Militärkritiker fest, daß die Teilangriffe zur Zeit eine neue Einleitung bedeuteten, um weitere große Stürme vorzubereiten. In­folge des ständigen Abröstens, meint der Kritiker, würde es nichts Erstaunliches sein, wenn die Deutschen anders­wo einen schwachen Punkt des Panzergürtels suchten, jedenfalls sei sicher, daß die Deutschen gar nicht daran dächten, auf Angriffe zu verzichten.

So schreibt General Berthaut inPetit Journal": Wir dürfen heute nicht glauben, daß die Deutschen ver­zichten werden. Die vielfachen mächtigen Gründe, aus denen die Teutschen sich in dieses Abenteuer (!) gestürzt haben, bestehen immer noch." Von einer Zusammenhang- losigkeit der deutschen Kampfhandlungen will Berthaut nichts wissen: höchstens könne man angesichts der jüngsten Artillerietätigkeit ohne Jnfanterieangriffe und der ver­schiedenen Angriffe überall und ohne Verbindung unter­einander davon sprechen. Berthaut führt fort:Bisher meine ich, daß alles, was seitens der Teutschen geschah, logisch war und aus folgerichtiger Ueberlegung hervor- ging. Tie Angriffe auf dem linken Maasufer zwangen uns zurückzugehen und so ihrer Artillerie Stellungen für die Längsbestreichung unserer Positionen auf dem rech­ten Maäsuser zu verschaffen. Die Angriffe auf Douau- mont waren ebenso logisch in ihrer Entwickelung wie gegen Vaux, welche mögliche Gegenangriffe gegen den Rücken des Touaumontplateans verhinderten. Ueber- 1H natürliche Entwicklung, die immer demselben Ge­dankengange entsprang."

Wie der General allerdings dazu kommt, ein Un­ternehmen, das erlogisch und folgerichtig vorbereit^t" nennt, dem er nachrühmen muß, daß es den Deutschen "chon große direkte Vorteile eingebracht hat einAben- euer" zu nennen, wird uns wohl immer ein Rätsel Aeiben. Das läßt sich höchstens aus der gallischen Tia- eftif erklären, der auch die französischen Generale un- erworfen sind. Auch der Soldat hat MenMvMken Eigentümlichkeiten. Das beweisen die verschiedenen Armeeberichte. Die deutschen sind klar und sicher, Resul- nte ernst abgewogener Sachkenntnis und Wahrheits­siebe. die französischen a la Poincaree frisiert, mit der Wahrheit in stetem Kamps! Und da wir Deutschen das wissen, so vertrauen wir auf unsere Nachrichten. Ihnen ganz allein! Wir wollen nicht durch Worte berauscht, sondern durch Taten überzeugt werden. Und in diesem Vertrauen sind wir nie getäuscht worden und sehen des­halb der nächsten Zukunft vor Verdun mit innerer Ruhe und stärkstem Vertrauen entgegen. Die Furcht unserer Gegner vor deutschen Plänen vor Verdun wird sich er­füllen, des sind wir gewiß!

Die Franzose» erstreben eine günstigere Front.

»-* Kopenhagen, 24. März. (T. U.)Berlingske Lidende" meldet aus Paris:Petit Parisieu" hält es der ,Ttsch. Tgsztg." zufolge für möglich, daß die französische Heeresleitung es für zweckmäßig ansehen wird, Malan- ronrt anfzngeven, um dadurch eine gradlinigere tyront zu erzielen, die von Avocourt über Höhe 304 bis zum Toten Mann" geht. Dieser Beschluß wird nur gefaßt werden, um den französischen Flügeln größere Wider­standskraft zu geben, doch liegt Bestimmtes darüber noch nicht vor.

Hntet feindlichen Fahnen.

Uus den Erlebnissen eines alten Blücherhusaren von Ludwig Vlümckt.

6) (Nachdruck verbotenst

Wir fetzten unsern Marsch über Golap, Oletzko und Stallupönen fort, überschritten am 16. Juni ,ie polnische Grenze und erreichten am 23. Juni die Ge­gend von Kowno. Hier teilte Napoleon die Korps, die nnter seinem unmittelbaren Befehl stehen sollten, fol- zenden Feldherrn zu: Das 1. Tavoust, das 2. Oudinot, das 3. und das 1. und 2. Kavalleriekorps Ney. Die Ge- amtstreitmacht betrug 222 400 Mann. Unser Husaren- regiment wurde dem ersten Kavallerie-Korps unter Ransouty zugeteilt. Trotzdem wir von den französischen Reiterregimentern an Glanz und Prunk zweifellos weit ibertroffen wurden, ernteten wir in unseren kleidsamen Uniformen im Polnischen doch allgemeine Bewunderung and Anerkennung.

Von den stolzen französischen Kavalleristen, den rie- enhaften Kürassieren mit blanken Harnischen und wal- Jenden Roßschweifen an den ehernen Helmen, die wie Ritter aus alten Zeiten auf ihren gewaltigen Rossen aßen, wurden wir freilich einstweilen auch ganz und zar nicht für voll angesehen. Sie sollten uns erst ken­nen lernen. Ihre Meinung über uns änderte sich spä­ter gar gewaltig. Wie konnten wir nach den Tagen von Jena und Auerstädt denn auch auf Ansehen bei unseren ruhmredigen Siegern rechnen?!

Gegen die Mitte des Junimonats stand die gesamte mobileGroße Armee" in weitausgedehnter Stellung bei Königsberg, vor Kowno, bei Warschau und Lublin zum Dreinschlagen bereit. Den rechten Flügel gedachte Napoleon staffelförmig zurückzuhalten und mit dem ver­stärkten linken den feindlichen rechten durchzubrechen. Die Russen standen unter Barclay de Tolly und Ba-

Aus dem großen Hauptquartier

** Großes Hauptquartier, 23. März 1916. (Amt­lich. WTB.) (Eingegaugen 3,10 Uhr nachmittags.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Erfolg beim Walde von Avocourt wurde durch Inbesitznahme der französischen Stützpunkte auf den Höhenrücken südwestlich von Haucourt vervollstän­digt. Es wurden etwa 4 5 0 Gefangene eingebracht.

Im übrigen hat das Gefechtsbild keine Verände­rung erfahren.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Ihre Hanptangriffstätigkeit verlegten die Russen auf die gestrige» Abend- und Nachtstunden. Mehrfach brachen fie mit starken Kräften gegen unsere Stellungen im Brückenkopf von Jakobstadt beiderseits der Bahn Mitau-Jakobstadt, viermal gegen unsere Linie nördlich von Widsy vor. Während sie auf der Front nordwest­lich von Postawu, wo die Zahl der eingebrachten Ge­fangenen auf 14 Offiziere, 889 Mau» gestiegen ist, wohl infolge der übermäßigen blutigen Verluste von größeren Angriffsversuchcu Abstaud nahmen, stürmten sie wiederholt mit »ener Gewalt zwischen Narocz- nud Wischniewsee an. Der hohe Einsatz an Menschen und Munition hat auch in diesen Angriffen und in mehrfachen Einzelunternehmungen an anderen Stellen deu Russen »richt de». kleinster» Vorteil gegen­über der unerschütterlichen deulf&eu Verteidigung bringen können.

BalkanLriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

£ Vorn österr.-ungar. Generalstab '

Wien, 23. März. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart: Auf allen drei Kriegsschanplätzen keine beson­dere» E r e i g »r i s s e.

Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabes:

v. H o e f e r, Feldnlarschalleutvant.

Außergewöhnlich große italienische Verluste.

Schweizerische Blätter schreiben über die letzte ita­lienische Offensive am Jsonzo, daß der schnelle Abbruch der Offensive durch die ganz außergewöhnlich großen Verluste notwendig geworderr war. Die Verluste der viertägigen Offensive übersteigen verhältnismäßig die­jenigen aller voraufgegangenen Vorstöße. Zwei ihrer Verwendung hinter der Front harrende Regimenter Genietruppen wurden durch eine» schnellen österreichi­schen Gegenstoß fast ganz anfgerieben.

Der Vormarsch gegen Valona.

w> Zürich, 24. März. (T. u.) Nach Schweize­rischen Blättermeldungen sind lautDtsch. Tgztg." die Oesterreicher an der letzten Flußbarriere, die Valona schützt, augekommeu. Die zurückgeworfenen Italiener machten große Avstrengnngen, um das engere Valona unter allen Umständen z« halten, dessen Bedrohungs- finnde jetzt gekommen sei. Die italienische Flotte sei vor Valona konzentriert.

Französische Beruhigungsnote über Verdun.

g-#> Genf, 24. März. (T. U.) Eine vonAgence Ha- vas" veröffentlichte Note über die deutschen Angriffe bei Avocourt führt lautB. T." aus: Die Stellungen des Mort Homme werden hierdurch nur dann bedroht, wenn es den Deutschen gelänge, die Höhe 304 und die süd­licher gelegene zwirchen Esnes und Montzeville zu er­steigen. Nordwestlich der Linie Avocourt-Malancourt seien die Franzosen zur Zurücknahme ihrer Linien um einige hundert Meter gezwungen worden» da sonst der Hügel Haucourt, der ganz exponiert gewesen wäre, von den Deutschen genommen worden wäre. Das Bombarde­ment gegen die Stellungen bei Malancourt nud Höhe 304 dauert mit alter Heftigkeit an. Desgleichen in dem Abschnitt Touaumont-Damloup. Auf jeden Fall er­warten die Franzosen besten Muts den Feind, denn, wenn sie ihn auch nicht immer verhindern sönnen, lo­kale Erfolge zu erzielen, so wären sie doch imstande, ei­nen Gesantterfolg der Deutschen vor Verdun anzuhalten.

WiiMra^waHMa^^ r 1 wr^v nwi^iaiii 'am, Hirn!!* »w

Am 23. Juni hatte Napoleon selber die Gegend um Kowno genau erkundet und in der Nacht wurden ver­schiedene Brücken über den Njemen geschlagen. In aller Frühe begann dann am nächsten Tage der Uebergang. Murat mit der Kavallerie und das Tavoust'sche Korps gingen als erste vor. Erst am Nachmittag kam unser Re­giment an die Reihe. Die Sonne bräunte mit sengender Glut vom Himmel und finstere Wolken zogen herauf, ein schweres Gewitter ankündigend. Bald durchzuckten denn auch flammende Blitze das Firmament und dröh­nende Donnerschläge übertäubten die rauschenden, weit­hin schallenden Siegeshymnen der vielen Kavallerieka­pellen.

In Strömen rauschte der Regen herab und nie­mand hatte mehr ein Auge für das imposante militä- rifche Schauspiel, das eben noch aller Blicke gefesselt. Ein zerlumptes Zigeunerweib aber, das bettelnd unter einer Weide stand, rief uns in gebrochenem Deutsch zu:

Das ist ein böses Vorzeichen! Glänzend ist der An­fang und sehr traurig das Ende."

Aengstliche Gemüter waren derselben Meinung. Hier und da Hatte ich in gar nicht weiter Entfernung bär­tige Reiter mit Pelzmützen und Picken auf kleinen, strup­pigen, langschwänzigen Pferden beobachtet, die außer­ordentlich gewandt und schnell schienen. Es sollten Ko­sakenposten sein. Doch sehr bald waren diese ersten uns ' zu Gesicht kommenden Feinde wieder in den sich rings- i herum ausdehnenden Laub- und Nadelwäldern ver- ! schwunden, und es schien, als dächte niemand daran, uns i am Weitermarsch zu hindern. Wa^c denn das überhaupt das gefürchtete Zarenreich, das öde Land mit den endlosen Steppen, von dem man uns unterwegs so viel erzählt ' hatte? Ich traute meinen Augen nicht. Fruchtbares Wie- ; senland, saubere, weißgetünchte Häuser, ebene Straßen ; mit Wegweisern und Schlagbäumen, ordnungsmäßige i Posthaltereten, wogende Kornfelder, liebliche Wälder in *

DieVoss. Ztg." meldet über Genf: Der Ton der Pariser Militärkritiker über die Lage bei Verdun ist wesentlich herabgestimmt. Sogar der von Oberstleut­nant Rousset bisher bekundete Optimismus scheint recht erschüttert. Bor allem hat sich die in der jüngsten fran­zösischen Hauptquartiersnote wiedergegebene Tatsache, die den deutschen Erfolg westlich der Maas verächtlich als einen lokalen Erfolg einschätzt, angesichts des neuen Geländegewinns der Deutschen als unrichtig herans- geftcHt, zumal da die Deutschen gerade dort zu einer großzügigen artilleristischen Aktion ausholten. Oberst­leutnant Rousset gesteht deshalb freimütig ein, daß er nur seine Fachkollegen bei den Vermutungen über die Ab­sichten der deutschen Heeresleitung irregegangen seien Dieses Zugeständnis ist umso wertvoller, wenn man es den zu beginn dieser Woche veröffentlichten beschwich­tigenden kriegsministeriellen Ergänzungsnoten gegen- überstellt. Auch derTeuips" warnt eindringlich vor übertriebenen» Optimisums.

Die hoher» französische»» Offiziersverluste.

Die den Kämpfen am linken Ufer der Maas gewid­meten nichtamtlichen französischen Darstellungen bestäti­ge»», wie aus Genf gemeldet wird, auf Grund der Be­obachtung vor» Augenzeuge»» die aitßcrgewök'Nlich Hohe Zahl der französischen Offtziersverluste. Zur Erklärung wird bemerkt: Wenn eine verhältnismässig so beträcht­liche Anzahl französischer Offiziere in Feindeshand ge­fallen sei, so müsse man bedeuten, daß die enormen Schwierigkeiten des Geländes eine Menge seither.unhalt­bar gewordener Beobachtungsposter» erfordert hätten. Aber tröstend wird hinzugefügt, daß General Pötain mit bewährter Umsicht und Tatkraft daran arbeite, die Lücken im Offtzierkorps auszufüllen.

Fürchterliche Verluste der Russen.

Das erste sibirische Korps existiert nicht mehr.

Bon» Narotsch-See meldet der Kriegsberichterstatter derFrkf. Ztg." unterm 22. März: Der Angriff in den Abendstunden des 20. März zwischen Narotsch- und Wischnierv-Sce wurde glatt ungehalten. Es blieb irr der Nacht zum 21. März im Norden in der Gegend von Postawy verhältnisrnäßig ruhig. Die russische Artillerie schoß zwar ohne Unterlaß, es fand aber nur leichteres Vorsühlen der Infanterie statt. Kurz nach 12 Uhr nachts steigerte sich die Artillerietätigkeit der Russen im Raume zwischen Narotsch- und Wischniew-See z»» einem außerordentlich heftiger» Trommelfeuer, das bis 5 Uhr morgens undatierte. Dort führte unsere Linie vo»» dem Dörfchei» Blisniki nach dem Orte Mokryza in der un­gefähren Breite von einem Silometer ziemlich weit vor- fpringend und bog dann wieder zurück. Dieses Stück­chen der ersten Stellung war namentlich das Ziel des russischer» Feuers und konnte von den Russen konzen­trisch gefaßt werden. Um unnötige Verluste zu ver- tneideu, wurden die Gruppen dort in die zweite Stel­lung zurückgenommen. Die Russell folgten in dicken Massen. Ihr Versuch, unsere zweite Stellung zu be- rernten, brach im Sperrfeuer der Artillerie blutig zu­sammen. Die entstandene Verwirrung benutzte die In­fanterie zu einem Gegenstoß, der sie leicht wieder nach Blisniki gelangen ließ. Darauf gingen wir wiederum planmäßig in die zweite Stellung zurück. Diesmal folgten aber die Russell nicht wieder.

Die Verluste der Russen sind auch diesmal wieder geradezu fürchterlich gewesen. Unsere eigenen hielten sich in der erfreulich geringen Höhe. Namentlich nord­westlich von Postawy zwischerc den siebten Dörfern Mosheiki und Wileity, waren die russischen Angriffs­wellen besonders dies und ihre Verluste bementfpredjeiiö schwer. Es find bis jetzt mehrere hundert Gefangene gemacht. Wiederholt ist bemerkt worden, daß die Russe» Artilleriesperrfe»er hinter ihre eigenen Sirrrmliuien legte», um sie vora»»zutreiben. Aus Aussagel» Gefan­gener geht hervor, wie brutal und rücksichtslos die rus­sische»» Führer ihre Massen in den Kamps treiben. Von einem kriegsstarken Negiment, das bei Postawy anlief, sind kaum 250 Mann zurückgekehrt. Das erste sibirische Korps existiert sozusagen gar nicht mehr.

Bulgarisch-rumänische Armäherrmg.

In den rmnänisch-bulgarüchen Beziehungen ist in den letzten Tagen eine merkliche Entspannung, eingetre­ten. Die Festhaltung bulgarischer Transitgüter in Ru­mänien hatte in Bulgarien lebhaftes Mißfallen erregt, um so mehr, als es sich um Hunderte von Waggons hmi- delte, die teilweise seit Jahresfrist feftlagcu. Die Ange­legenheit wurde auch in der Sobranje besprochen, wo Radoslawoff der allgemeinen Mißstimmung Ausörnck gab. Vor kurzem entschloß sich die rumänische Regie­rung, den bulgarische»» Wünschen irr gewissen Wirt- schaftsfragen errtgegenzukornmer» und darüber hinaus ein Uebereinkommen mit Bulgarien auntftrcben. Es handelt sich besonders um den Austausch gewisser Ar-

stetem Wechsel von Buchen, Eicherr, Birken, Kannen und Föhren, alles weit schöner, als in Polen. Und da­zu kein Feind in der Nähe. War das der Krieg?

Ach, es sollte nur so bald anders werden! Die fruchtbare Gegend des Njernenufers nahm schnell ein Ende. Schon in den nächsten Tage»» haperte es mit der Verpslegung, da die höchst mangelhafte französische Ver- waltung bereits versagte. Es fehlte ihr eben jegliche Erfahrung, da die französischer» Truppe»» bisher nur in woljlbabenden Gegenden, die Lebeusmittel in Hülle und Fülle boten, gekämpft hatten. Besonders mangelte es an Pferdefutter. Jede Eskadron wurde darum mit einer Anzahl Sensen und Sicheln ausgerüstet und wir »nähten, wo nicht Gras genug war, noch grünes, un- ausgereiftes Getreide, so viel wir brauchten. Das sollte aber bald sehr üble Folgen haben, denn unsere Pferde vertrugen ein solches Futter nicht und es erfrauftcit viele. Immerhin durfte unser Regiment sich noch nicht über wesentliche Verluste beklagen. Bei der französische»» Kavallerie sah es wett schlimmer aus. Vor allein ließ bei dieser die Pferdepflege sehr zu wünsche»l übrig. Jede Schwadron besaß nach längerem Marsch eine Anzahl gedrückte Pferde. Und zwar war es fo arg damit, das die Rücke»» unter den Sätteln vielfach faulten und ver­westen. Man merkte das am üblen Geruch schon auj weite Entfernung. Daß so etwas in der preußischen Rei­terei geradezu »»»»denkbar sei, wollte Napoleon nicht glauben. Er ließ darum eines Tages zwei Eskadrons abfattelit und überzeugte sich mit eigenen Augen von dem tadellosen Zustand der PferderückeN. Er kargte denn auch nicht mit seinem Lob und zeichnete unsern Kom­mandeur durch sehr fdjmeidielliafte Worte aus. Uebri- gens war er Meister darin, sich Feinde durch Anerken­nungen und Schinelcheleier» gewogen zu »»rächen. Nun, hier war sein Lob jedenfalls voll berechtigt.

kFortsetzung folgt.).