Einzelbild herunterladen
 

MMM

Amtlicher Anzeiger

Bezugsprebr vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld. ^- ......... - - ...................

Nr. 68,

NmtWer Teil.

Hersfeld, den 26. Februar 1916.

Der Kreisausschuß hat am 25. Februar 1916 be- schlossen, kleineren Landwirten und Tierhaltern im Kreise Beihilfen zur Beschaffung von Ferkeln im Höchstbetrage von 20,00 Mark für ein Ferkel zu ge­währen, falls sich der betreffende Landwirt verpflichtet, das Schwein nach erfolgter Mast im Mindestgewicht von 100 kg dem Kreise zum Zwecke der Verwertung innerhalb des Kreises zur Verfügung zu stellen. Der Kreis verpflichtet sich demgegenüber, dem Landwirt den am Tage der Abnahme geltenden Höchstpreis zu­kommen zu lassen.

Die Beihilfe wird auch in solchen Fällen gewährt, in denen Landwirte, die sich bereits nach dem 1. Februar 1916 Ferkel beschafft haben, sich bereit er­klären, obige Verpflichtung einzugehen. Anträge wegen Gewährung der Beihilfen sind an das Land- ratsamt zu richten.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

I. A. No. 2280. J. V.:

v. Hedemann, Neg.-Assessor.

Hersfeld, den 15. März 1916.

Es haben sich in letzter Zeit nach Mitteilung der Königlichen Eisenbahndirektion in Frankfurt 6 M. die Fälle erheblich vermehrt, in denen auf unbewachten Wegeübergängen Fuhrwerke überfahren wurden, die von ortsunkundigen Leuten, Kriegsgefangenen usw. gelenkt wurden.

Die Fuhrwerksbesitzer usw. werden auf diese Ge­fahren mit dem Ersuchen aufmerksam gemacht, in dieser Beziehung die größte Aufmerksamkeit walten zu lassen.

I. I. 2396. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemanv. Reg.-Assessor.

WWWMWMSWM

Verordnung

über das Verbot der Einfuhr entbehrlicher Gegenstände.

Vom 25. Februar 1916.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, Kömg von Preußen rc.

verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zu- stimmuna des Bundesrats, was folgt:

§ 1

Der Reichskanzler wird ermächtigt, die Einfuhr entbehrlicher Gegenstände über die Grenzen des Deutschen Reichs bis auf weiteres zu verbieten und die zur Durchführung des Verbots erforderlichen Maßnahmen zu treffen.

§ 2

Der Reichskanzler wird ein Verzeichnis derjenigen Gegenstände veröffentlichen, deren Einfuhr nach § 1 verboten ist.

Er ist ermächtigt, Ausnahmen von den Bestimm­ungen im § 1 zu gestatten.

§ 3

Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver- kündung in Kraft.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und betgedrucktem Kaiserlichen Jnsiegel.

Gegeben Großes Hauptquartier, den 25. Febr. 1916.

(L. s.) Wilhelm.

Delbrück.

Bekanntmachung, betreffend Verbot der Einfuhr entbehrlicher Gegenstände.

Vom 26. Februar 1916.

Auf Grund der Verordnung über das Verbot der Einfuhr entbehrlicher Gegenstände vom 25. Februar 1916 tReichs-Gesetzbl. S. 111) bestimme ich folgendes:

Die Einfuhr der in der Anlage aufgeführten Gegenstände über die Grenzen des Deutschen Reichs wird bis auf weiteres verboten.

§ 2

Die Zollbehörden werden ermächtigt, bet einem bestehenden Veredlungsverkehr sowie im Ausbesser- ungs- und Rückwarenverkehr insoweit Ausnahmen von den Verboten des § 1 zuzulassen als sie zur Zu­lassung des genannten Verkehrs zuständig find.

Falls der Wert der einzuführenden Sendung fünfzig Mark «licht übersteigt, find die Hauptzollamter bezw. die von ihnen an bezeichneten Zollämter,

falls der Wert der Sendung fünfhundert Mark nicht übersteigt, find die ZoNdirektivbehörden er= mächtiät, in unbedenklichen Fallen Ausnahmen von den Einfuhrverboten zu gestatten.

§ 4

Diese Bekanntmachung tritt sofort in Kraft.

Die Hauptzollamter werden ermächtigt, die Ein­fuhr von Gegenständen der in der Anlage bezeichneten Art zu gestatten, falls der Nachweis erbracht wird,

Weite

für den Kreis Hersfeld

^ ÄreisHatt

Dienstag, den 21. März

daß die Ware beim Inkrafttreten der Bekanntmachung bereits bezahlt war.

Berlin, den 26. Februar 1916.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers.

D elbrück.

Anlage.

Lebende Pflanzen, Erzeugnisse der/ Ziergärtnerei der Tarifnnmmern X Mandarinen......

Traubenrosinen Ananas ......

Ingwer, Vanille.

Kaviar und andere Waren der rifnummer . . . . .

Langusten .....

Schmuckfedern .

Vogelbälge und deren Teile .

Likör......

Schaumwein .

Zuckerwerk und andere Waren Tarifnummer .

La­

der

Der Anzeiger.preis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig im amtlichen Telle 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder- ; gelungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags, t

1916

Nummer des Zolltarifs vom 25. Dezcmb.

1902

38, 39 4144

51

53

55, 219

67

118

123, 124, 219

148, 531

149, 531, 563, 566

178, 179

181

Alabaster, Marmor)

Waren daraus.....j

Künstliche Riechstoffe, Riech- und Schönheitsmittel

Waren aus Seide der Tarifnummern^ Baumwolltüll..... Kleider, Putzwaren und sonstige genähte Gegenstände, ganz oder teil­weise aus Seide der Tarifnummer Kleider, Putzwaren und sonstige ge­nähte Gegenstände aus anderen Ge-

202

234, 680, 682, 683

685, 686, 687, 691

692

354 bis 358

402 bis 404

406, 408, 410, 411

452

MMMMmmM^^

Spitzen oder Stickereien bestehen, der Tarif-Nummer .... 518520

Künstliche Blumen und Teile davon^' ^0-672

Schuhe aus Gespinstwaren, ganz oder

teilweise aus Seide . Menschenhaare und Waren Fächer.....

Hüte, Mützen

Hutstumpen aus Filz . .

daraus

Handschuhe ganz oder teilweise aus Leder ....... Pelzwaren...... Ausgestopfte Tiere, Teile davon. . Waren aus tierischen Schnitzstoffen

der Tarifnummer .

Waren aus Zellhorn u. andere Waren der Tarifnummer .

Ausländische Brief- und Wvhltätig- keits- (Wohlfahrts-) Marken .

Gemälde......

Edelstelsteine der Tarifnummer

Bildwerke aus Steinen aller Art, Luxusgegenstände aus Stein

Gold- und Silberwaren

Feine Eisenwaren, Kunstschmiedear­beiten .

Schreibfedern aus Stahl .

Waren aus unedlen Metallen der

deutschen Volkes. Sie können es auf den Schlacht­feldern nicht besiegen, deshalb wollen sie es durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch zum Erliegen bringen. Und das wird ihnen nicht glücken, solange es noch eine deutsche Reichsmark gibt.

Die Ehrenpflicht ist mit so großen Annehmlich­keiten ausgestattet, daß es keine Ueberwindung innerer oder äußerer Schwierigkeiten gibt:

Der kleinste Betrag ist unterzubringen; denn die Stückelung der M« Reichsanleihe und der 412" 0 Reichs­schatzanweisungen reicht bis zu 100 Mark.

Man braucht nicht sofort bares Geld; denn die Einzahlung braucht erst am 18. April zu beginnen und erstreckt sich über drei Monate bis zum 20. Juli.

Der Zeichner hat die Wahl zwischen Reichsanleihe und Reichsschatzanweisungen. Im Wert dieser Papiere besteht kein Unterschied. Im Preis sind die Schatz­anweisungen um SW0 billiger als die Reichsanleihe, weil ihr Zinsschein auf IVAn lautet, während die Reichsanleihe mit 5°/» ausgestattet ist. Die Schatzan­weisungen werden aber nach durchschnittlich 11 Jahren zum Nennwert zurückbezahlt. Der Besitzer gewinnt dabei den Unterschied zwischen dem Ausgabepreis (95° 0) und dem Nennwert und wird dadurch für den geringeren Zins der Zwischenzeit entschädigt.

Die Unkündbarkeit bis 1924 bei der Reichsanleihe

bedeutet nicht, daß der Zeichner bis dahin nicht über sein Kapital verfügen kann; er ist in keiner Weise gebunden, kann seine Anleihe veräußern, verpfänden usw. Die Unkündbarkeit bedeutet nur, daß das Reich bis dahin den Zinsfuß nicht herabsetzen kann, das Papier also sicher bis 1. Oktober 1924 den Zinsfuß von 5 Prozent genießt. Will das Reich am 1. Oktober 1924 oder später den Zinsfuß herabsetzen, so muß es die Anleihe kündigen und den Inhabern die Wahl lassen, ob sie sich mit geringer verzinslichen Papieren begnügen oder das Kapital bar und zwar zum Nenn­wert zurückgezahlt erhalten wollen.

Wer erst nach Monaten über Barmittel verfügen ''..... " ' it Hilfe der Darlehens-

517

527

528 bis 530

532, 602, 604, 606

533

bis 542, 565 514, 540

562

564, 565

566

601 bis 608

640

657, 658, 673

677

678 -

690, 692

771, 776

836, 837

840

Tarifnummern..... 883888

Maschinen, Werkzeuge und andere

Waren der Tarifnummer ... 891

Maschinen und Teile davon der Ta­rifnummern ...... 895-897

Webstühle....... 900

Tonwerkzeuge..... 937944

Kinderspielzeug..... 946

* $ *

Wird veröffentlicht.

1. 2625.

Hersseld, den 2. März 1916.

Der Landrat.

J. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Die letzte» Zeichnungstase.

Am Mittwoch, den 22. März, mittags 1 Uhr, werden die Zeichnungslisten der vierten deutschen Kriegsanleihe geschlosien. Nur noch wenige Tage stehen dem deutschen Volk zur Verfügung, um eine Ehrenpflicht gegen das Vaterland zu erfüllen.

Die Beteiligung an den Kriegsanleihen ist eine Ehrenpflicht, weil das Geld dazu dient, die Fort­führung des Krieges bis zum siegreichen Ende zu er­möglichen: weil die tapferen Krieger, die den stählernen Wall zum Schutze des Vaterlandes bilden, nicht um die Früchte ihres Ringens gebracht werden dürfen; weil es gilt, das Deutsche Reich, das vor 45 Jahren zusammengeschmiedet wurde und sich seitdem zu Macht und Ansehen erhob, in seiner Größe zu er­halten. Die Feinde lauern auf die Erschöpfung des

leren

Darlehenskassen beleihen die älteren Kriegsanleihen und andere deutsche Staatspapiere mit 75 Prozent des Wertes, sonstige gute Wertpapiere mit einem etwas geringeren Prozentsatz. Die jährlichen Kosten betragen nur 51« Prozent (gegen 5* - für Darlehen, die nichts mit der Kriegsanleihe zu tun haben), und die Darlehenskassen drängen den Kunden nicht mit der Rückzahlung.

Es dars keine Bedenken geben, die von der Zeichnung zurückhalten. Die vierte deutsche Kriegs­anleihe muß Zeugnis ablegen von der Siegeszuver­sicht und der ungebrochenen Widerstandskraft des deutschen Volkes. Deshalb: Auf zum Sieg!

Bus der Heimat«

* (Feindliche Machenschaften gegen die vierte Kriegs ante ihe.) Die verzweifelten englischen Versuche, unseren Anleiheerfolg zu beein­trächtigen, hat der Reichsschatzsekretär in seiner Reichs­tagsrede mit folgenden Worten gebrandmarkt: Unsere Feinde wissen, was es heißt, wenn uns mit der neuen Kriegsanleihe der vierte Schlag gelingt, ehe der stärkste von ihnen, ehe England zum dritten Schlage auszuholen vermag. Unfähig, uns gleich­zukommen, arbeiten sie diesmal mit allen Mitteln, unseren neuen Erfolg zu vereiteln. Ihre Press- organisation verbreitet überall, soweit britischer Drah- und Funkspruch und nicht zu vergessen britisches Geld reicht, die wahnwitzigsten Lügen über unsere Finanzlage. Zahlungseinstellungen von Winkelge­schäften werden zum Bankerott von Welthäusern gemacht. Banken, die vor Jahr und Tag liquidiert oder fusioniert haben, und angesehene Firmen, die un­versehrt dastehen, werden bankerott gesagt. In Deutschland selbst werden, offenbar von feindlichen Agenten und Spionen, Gerüchte in Umlauf gesetzt, die unsere Bevölkerung Kopfscheu machen und von der Zeichnung auf die Kriegsanleihe abhalten sollen, Erfindungen, deren Urheber und Verbreiter garnicht derb genug am Kragen gepackt werden können, wo immer sie sich zeigen. Allen diesen Treibereien wird es nicht gelingen, dem deustchen Volke den Kopf zu verwirren. Das Deutsche Reich hat für seine An­leihen sein Wort und seinen Kredit verpfändet. Das deutsche Volk selbst mit feiner ganzen Tüchtigkeit und Arbeitskraft, der deutsche Boden mit seinem ganzem Reichtum stehen hinter unseren Kriegsanleihen und sind für unsere Kriegsanleihen.

§ Hersfeld, 20. März. f.K ri egsan leihe und K riegsda u e r.> WahrscheinlichdurchAuslandsagenten veranlaßt, wollen in Land und Stadt Gerüchte im Umlauf sein, daß Zeichnungen auf die Kriegsanleihe den Krieg verlängern würden. Das Gegenteil ist wahr! Je allgemeiner und ausgiebiger tür diese An­leihe Beträge gezeichnet werden, um so kräftiger wird nnferen Gegnern zum Bewußtsein gebracht, daß die Macht und Entschlossenheit des deutschen Volkes, den Sieg zu erringen, auch im Wirtfchaftskampfc unüber­windlich ist. Nur dadurch können unsere Feinde über zeugt werden, daß eine Fortführnng des Krieges für sie aussichtslos ist.