Einzelbild herunterladen
 

Nutzlose italienische Opfer an der Zsonzosront

Nach dem Stfolg beimloten Mann

M

Schon aus den französischen Generalstabs berichten hatten wir erfahren, daß unsere Truppen westlich der Maas weitere Fortschritte gemacht hatten, wenn auch diese Mitteilungen durch die französische Heeresleitung nur sehr stark durch die Blume und auf allerlei Um­wegen gemacht wurden. So erfuhren wir, daß die Höhe Toter Mann" und das Bois de Bourrus von unserer Artillerie beschossen wurde. Die HöheToter Mann", die in den letzten Kriegsberichten eine große Rolle gespielt hat, ist südlich des vielfach erwähnten Platzes Bethin- court und westlich von Cumieres gelegen. Sie hat ihre« grausigen Namen schon aus alten Zeiten, da die ge­waltiger! Kämpfe im Rabenwalde ausgefochten wurden, die später den Stoff für manches Heldengedicht abgaben. Durch ihre Lage zu dem nördlichen und besonders nord­westlichen Teil des Festungsgürtels von Verdun stellt sie ein wichtige Vorstellung für diese Festung dar, zu­mal sie auch durch Kunst und Natur zu einer gewalti­gen Verteidigungsfront umgeschaffen worden war. Sie deckt den Zugang zu dem Bois de Bourrus, das glei­cherweise wie diese Höhe in den jüngsten Generalstabs­berichten vielfach erwähnt worden ist.

Das Bois de Bourrus, der Wald von Bourrus, liegt ungefähr 5 Kilometer südlich von der HöheToter Mann". Es ist dies eine bewaldete Anhöhe, die gleich­falls den Franzosen als Verteidigungsstellung diente. Wichtig ist, daß dieses Gehölz nicht verwechselt werden darf «nt dem Fort, das von diesem Walde den Namen bat, nämlich Fort de Bois Bourrus. Während das Bois Bourrus geradenwegs südlich von der HöheToter Mann" gelegen ist, liegt das Fort im Anschluß an die Waldhöhe nach Osten südöstlich von HöheToter Mann", ungefähr 2 Kilometer östlich von Bois Bourrus. Unser Vorstoß gegen diesen Teil des befestigten Borgeländes von Verdun, der in den letzten Tagen erfreuliche Fort­schritte gegen Süden gemacht hat, hatte schon mit der Eroberung des Waldes von Cumieres, der am west­lichen Ufer der Maas sich hinzieht, auf diesem Ufer er-

ie Fort-

heblich an Boden gewonnen und die französische Front trotz tapferster und mit stärksten Mitteln durchgeführter Gegenwehr unaufhaltsam vor den Deckungen, welche die Flüßgeüölze gewähren, sowie von den Verbindungen des Kusies zurückgedräugt. Durch die weiteren Erobe­rungen südlich von Forges, der Stellungen im Raben­wald und auf der HöheToter Mann" wurden die Fran­zosen immer weiter aus ihren Vorstellungen nordwest­lich von Verdun gedrängt und gezwungen, sich auf ihre Hauptverteidigungslinie hinter dem Bois Bourrus zu- rückzuziehen.

Diese erste Hauptverteidigungslinie nordwestlich von Verdun läuft, worauf wir schon hingewiesen haben, von dem Walde von Bourrus über das Fort Bois-Bourrus und das Fort Marre bis zum Fort Charny im Winkel der Maas. Nach dem jüngsten Bericht des französischen Ge­neralstabes können wir lesen, daß unsere Angriffe in die­sem Raume abgeschlagen worden sind, trotzdem gibt er aber nebenbei in einem Nebensatz die Hauptsache zu, daß unsere Truppennur an 2 Punkten" zwischen Bethiu- court und Höhemort homme" in die französischen Stel­lungen ein dringen konnten. Wenn der französische Be­richt hier schreibt, daß unsere Truppenan dieser Stelle

gleichen Stelle hinzuzuftigen, so sönnen wir daraus auch mit Befriedigung feststellen, daß von einem erfolgreichen Gegenstoß der Franzosen hier nicht die Rede sein kann. Unsere Truppen haben diese Stellung fest in der Hand> um von hier aus weiter vorzudringen. Es waren sehr schwere und erbitterte Kämpfe, die hier den Ruhm unse­rer Soldaten vermehrt haben, denn es ging gegen einen zähen und gut verteidigten Gegner. Die Tatsache aber, ratz diese glänzend ausgerüsteten Vorstellungen der Ver- eidigungswerke nicht im Stande waren, das Vordrin­gen unserer Truppen aufzuhalten, gibt uns das Ber- trauen, datz auch der weitere Fortgang der Kämpse sich planmäßig und erfolgreich vollziehen wird. (OKM.j

Joffre Nachfolger Gallieuis?

Laut derKöln. Volksztg." erfährt dieJtalia" aus Paris, als Nachfolger Gallienis sei Joffre ausersehe«, den Petain als Generalissimus ersetzen solle.

Die Daily Mail meldet: Der französische General- stab habe bei Fortdauer der erbitterten deutschen An­griffe eine allgemeine Rückzugsbervegung beschlossen, als Vorläufer einer strategischen Umgruppierung im Raume von Verdun und Reims.

£iffabon»

Ein Stimmungsbild von Georg Persich.

(Nachdruck verboten.)

Seit uralter Zeit spiegelt sich ihr weißes Antlitz in den grünen Fluten des Tajo, das Antlitz eurer Königin.

sahen es Römer, Deutsche, Araber, und sie ran­gen um den Besitz der Schönen und vergossen ihr Blut darum.

Und wer sie erkämpft hatte, gab ihr neuen Schmuck, und immer stolzer erhob sie das Haupt. Sie freute sich noch an ihrem Spiegelbild in dem Wasser des Flusses, aber ihr Blick schweifte weiter, gen Sonnen­untergang, wohin die grünen Fluten rauschten, wo sie sich in die blauen Tresen des Ozeans stürzten, des Unermeßlichen, Gewaltigem Nach ihm ging ihre Sehn­sucht.

Herrschen wollte sie über ihn, und würde er ihr auch nie zu Füßen liegen, ihrer Macht sollte er sich beugen. Dann erst würde sie wahrhaft eine Königin sein.

Darum sandte sie ihre Söhne aus, daß sie das Meer bezwängen. Ehrgeiziger Wünsche voll, aber auch mit heimlichem Bangen verfolgte sie die ausfahrenden Masse, bis die Mastspitzen verschwanden. Würden sie wiederkehren?

Sie kehrten wieder, Prinz Heinrich der Seefahrer und keine kühnen Kapitäne: Pedro Alvarez Cabral, Diego Cao, der gelehrte und mutige Deutsche Martin Bebaim und der junge Genueser Christosero Columvus, und nach langer, langer isnhrt auch Vasco da lvama, der um das Kap der Stürme herum bis nach Indien gelangt war.

Die Königin triumphierte. Die Hälfte der Welt war ihr eigen geworden. Fast wäre ihr auch die an­dere zugefallen, wenn nämlich Columbus tu ihrem Dienste verblieben wäre und nicht für die Spanier das große neue Indien im Westen entdeckt hätte. Aber dafür nahmen Portugiesen Besitz von dem Wunder- ^^e Schätze ttMeu W die KaraveLm MJW

£ Aus dem großen Hauptquartier j

h Großes Hauptquartier, 16. März 1916. Amt­lich. WTB.) (Eiugegangen 3,30 Uhr nachmittags.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In Flandern, besonders in der Nähe der Küste nahmen die A r t i l l e r i e k ä m p f e merklich an Heftig­keit zn, sie steigerten sich auch in der Gegend von Rioye und von Bille-anx-Bois (nordwestlich von Reims.)

In der Champagne machten die Franzosen nach starker aber unwirksamer Artillerievorbereitung gänzlich erfolglose Angriffe auf unsere Stellungen süd­lich von St. Sonplet und westlich der Straße Somme PuSonains, die uns wenige, ihnen sehr zahlreiche Leute kosteten. Wir nahmen außerdem dabei zwei Offi­ziere, 150 Mann ««verwundet gefangen und erbeu­teten zwei Maschinengewehre.

Links der Maas sind weitere Versuche des Feindes, uns den Besitz der HöheToter Mann" und der Waldstellnngen nordöstlich davon streitig zn machen, im Keime erstickt worden.

Zwischen Maas und Mosel hat sich die Lage nicht verändert.

Südlich von Niederaspach drangen unsere Patrouil­len »ach wirkungsvoller Beschietznng der feindlichen

Gräben in diese vor, zerstörten Verteidigungsanlagen nnd brachten einige Gefangene und Beute mit zurück.

Im Luftkampfe wurde ein französisches Flug­zeug südöstlich von Beine (Champagne) ahgeschosseu.

Die Jnsaffe« sind verbrannt.

Feindliche Flieger wiederholten heute nacht einen

Angriff auf deutsche Lazarette in Labry (östlich von Conflans). Der erste Angriff war in der Nacht zum

13. März erfolgt. Militärischer Schaden ist nicht verur­sacht; von der Bevölkerung sind eine Frau schwer, eine

Frau und zwei Kinder leichter verletzt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Patrouillenkämpfe an verschiedenen Stellen

Front. Keine besonderen Ereignisse.

DalLanLriegsschauplatz.

Nichts Neues.

der

Oberste Heeresleitung.

Vom österr.-ungar. Generalstab

l ------------------------------------------------a

Wie«, 16. März. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:

< u i > i m iw......1

Bei der Armee Pflauzer-Baltin und der Heeres­gruppe Boehm-Ermolli beiderseits erhöhte Artil­lerietätigkeit. Nordöstlich von Kozlow an der Strypa wiesen unsere Sicherungstruppe» russische Vor­stöße ab.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Angriffstätigkeit der Italiener au der Jsonzofrout war gestern schwächer. Zwei Versuche starker Kräfte, gegen die Podgorastellnng vor- zugehen, wurden durch Artilleriefeuer verhindert. Am Nordhang des Monte San Michele wurde ein feindlicher Angriff blutig abgewiesen. Die Geschützkämpfe dauern vielfach nachts fort. Auch au der Kärntner Front hält das Artillertefeuer im Fellach-Abfchnitt au.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant.

aus den fernsten Reichen der Erde kamen Fürsten und Völkergesandte, ihr zu huldigen.

Und sie spottete ihrer Neider. Zwar wurden es im­mer mehr der Schiffe, die von den kalten Nebelläudern England und Holland Her an der Tajomiindung vorbei südwärts steuerten, doch sie führten nichts feindliches im Schilde. Als zwei starke Orloggeschwader vorbeifegelten, galt es Spanien. Im Hafen von Cadix zerstörten die vereinigten Engländer und Holländer die spanische Flotte, Cadix wurde in Brand geschossen und ging in Flammen auf.

Die Königiu am Tajo trauerte nicht bei der Kunde. Nein, ein schadenfrohes Lächeln glitt über ihre Züge. Nun würde sie auch das lästige Band zerreißen können, das sie seit kurzem mit dem hispanischen Nachbar ver­knüpfte.*). Aber sie mußte sich gedulden. Trübe Tage brachen an. Als ihr endlich die Sonne glücklicherer Zei­ten wieder leuchtete, waren die besten der ostindischen Kolonien an die Holländer verloren gegangen und auch an der brasilianischen Küste hatten die kecken Eroberer aus dem Norden die Herrschaft an sich gerissen.

Sie war älter geworden miö durch die Schule schmerzlicher Erfahrungen gegangen, die stolze, noch im­mer schöne Königin.Wie das Wasier, so fließt die Zeit dahin," dachte sie philosophisch.Es ist nichts beständig, und was mir genommen wurde, kaun mir zurückgege­ben werden." Die heitere Sorglosigkeit des Südens ge­sellte sich zu dieser Hoffnung und bald hatten sie das letzte Wölkchen des Kummers verscheucht.

Und die Hoffnung schien sich wider Erwarten schnell erfüllen zu solle«. England mißgönnte den Niederlan­den das Errungene, aus den Freunden wurden Feinde. Der eiserne Cromwell vollzog den Bruch und Englands Admiral Monk sprach das rücksichtslose Wort:Was kommt es auf diesen oder jenen Grund zu«! Kriege an? Wir müssen ein Stück mehr von Hollands Handel haben!" Man lieferte sich blutige Schlachten, einmal bedrohen die Holländer London, dann die Engländer Amsterdam: auf und ab fchrvankte die Wage des Steges, bis sie sich mit

) Nach dem Aussterben der sogenanntenunechten buraundischen Linie" im Jahre 1580 fiel Portugal an &R» ÖVÄ *"**

Ueber die fünfte Schlacht am Isonzo. meldet derB. L.-A.": Nach ihrer alten Methode opfer­ten die Italiener wieder Bataillon auf Bataillon, wag­ten fünf bis sieben Stürme hintereinander mit immer neuen Mannschaften und stellten die Abstoßkraft unserer ©rabeninfanteric auf die höchste Probe. Wieder ver­suchte die italienische Infanterie, überall gegen unsere Stellungen am Plateaurande von Doberdo und gegen den Görzer Brückenkopf vorzustotzen, aber es gab für sie nur nutzlose Opfer und schon in den zwei ersten (je« fcchtstagen gewaltige Meuschenverluste.

* * *

Wie Berdn« mit Munition versorgt wird. >

Der Vertreter der englischen Presse bei der fran­zösischen Armee berichtet lautB. L.-A.", daß zur Ber- forgung Verduus mit Artilleriemimitiou täglich zwan- zigtauseud Motorwagen die nach der Festttttg sühren- öe« Straßen befahren. Die englische Regierung hat lautBaSler Nachrichten" 8000 Güterwagen der eng­lischen Eisenbahnen «ach den französischen Häfen ver- Ichicken lasse«, um die französische« Staatsbahue« zu ent­lasten. Ztmerikanische Krieasmunition wird jetzt dem gleichen Blatt zufolge täglich im Werte von zwei Mil- lionen Dollar nach Europa auSgefiWrt, und nach amt­lichen Angaben steigt die Ziffer noch. Das Handels- departemeut in Washington schätzt den Gesamtwert der bisherigen Munitionsaussuhr auf 250 Millionen Dollar.

Einigkeit und Vertrauen.

Im Anschluß an die Mitteilung über die in Berlin itattgehaöte Sitzung des Bundesratsausschusses für aus­wärtige Angelegenheiten bringt dieBayrische Staats- Settung" unter der ÜberschriftEinigkeit und Ver­trauen" einen Artikel, in dem gegen eine seit einiger Zeit betriebene schädliche Agitation Stellung genommen und auch gegen die Versuche protestiert wird, die Reichs­freudigkeit der Bevölkerung dadurch zu beeinträchtigen, da« Besorgnisse ins Land getragen worden find, als ob wegen Mangels an Festigkeit und Entschlossenheit der Reichsleitung die vorhandenen Kriegsnuttel nicht oder mcht genügend angewandt würden. Die Sitzung des Bundesratsausschusses für auswärtige Angelegenheiten habe den beteiligten Bundesregierungen erneut die Möglichkeit gegeben, die Reichsleitung des vollen Ver­trauens zur politischen und militärischen Führung des Krieges z« vergewissern. Wer die Zuversicht unseres Volkes zu erfchütteru unternimmt, der versündigt sich am Vaterland.

Der 140v0-TonNerr-DampferTubantia" gesunken.

Besatzung und Passagiere gerettet.

<m= Amsterdam, 17. März.. (T. U.) Bei der Direk­tion des Niederländischen Lloyd liegen lautB. T." fol­gende Nachrichten über den Untergang derTubantia" vor: Der Dampfer wurde gestern morgen kurz nach 2 Uhr beim Noordhinder Feuerschiff durch ein unbekann­tes Fahrzeug torpediert. (?) DieTuva«tta" war am Achterschiff getroffen und sank nach drei Stunden. An Bord befanden sich außer den 294 Mann Besatzung nur 42 Passagiere erster und 39 Passagiere zweiter Klasse, die sämtlich gerettet wurden. DieTubantia" war erst 1914 bei der Reederei Stephen in Glasgow vom Stapel gelaufen. Sie faßte 14 200 Tonnen und 2000 Passagiere.

nach Vlissingen und Ymuiden eingebracht. Die^11= bantia" hatte vorgestern Amsterdam mit Buenos Aires als Ziel verlassen. Die Passagiere waren in der Haupt­sache Deutsch-Amerikaner und Deutsche.

Im Gegensatz zu diesen Nachrichten läßt der bei dem niederländischen Marineministerium vorliegende Bericht die Möglichkeit offen, daß dieTubantia" auf eine Mine gestoßen ist. Die Gewässer um das Nooro- hinder-Feuerschiff sind wegen Minengefahr berüchtigt. Der Wert des Dampfers wird auf 4 Millionen Gulden geschätzt, wovon 1600 000 Gulden durch Versicherung ge­deckt sind.

»-> Amsterdam, 17. März. (T. u.) Nach dem Bericht des Kapitäns soll lautBl. Mp." der DampferTuban- tra" torpediert worden sein. Ueber die Nationalität des Ubootes wird keine Vermutung ausgesprochen.

Wie aus Vlissingen gemeldet wird, wurde bei der Explosion die Kommandobrücke weggcrissen. Ladung und Post seien verloren. Als dieTubantia" getroffen wurde, lagen die Fahrgäste noch in ihren Betten. Es entstand eine Panik, doch gelang es, Ordnung zu schaffen und 34 Boote auszusetzen. Zur Zeit des Unfalles be- fand sich kein einziges Schift in der Umgebung.

as

«äs

Hülfe Frankreichs endgültig zu Gunsten Englands neigte.

Und nun belohnte England das hülfretche Frankreich indem es sich gegen dessen Flotte wandte, und ruhte nicht eher, als bis sie vernichtet war.

Die spanische, holländische, französische Seegewalt hatten die Engländer zerstört, die dänische Flotte durch Ueberfall und Raub an sich gebracht. Es gab nur noch eine Meerbeherrscherin sie thronte an der Themse.

Die Königin, die es einst gewesen, war nun wirk­lich alt geworden und fühlte ihre Schwäche. Am liebsten träumte sie von der Vergangenheit.

Aber hatte sich das Antlitz der Welt auch noch so sehr verändert, das Antlitz der weißen, königlichen Stadt am grünen Wasser des Tajo war schön geblieben, mär­chenhaft schön. Niemand, der es gesehen, vergaß es wieder.

Nur wer schärfer hinsah, bemerkte die Spuren des Verfalls. Durch die Straßen Lissabons rasten Aufruhr und Bürgerkrieg, schlich der Mord. Und wandelte der Mist Englands der Geist der Knechtung und Aus­beutung.

Im Gefühl ihrer Ohnmacht und um das Letzte zu retten, hatte die ehemalige Herrscherin über die Hälfte des Erdballs sich an die starke Nachfolgerin im Norden angelehnt, und sie fand ihren gnädigen Schutz. Aber um den Preis der Selbsterniedrigung.

Ein Sturmwind rüttelte plötzlich an den Pfosten der englischen Weltherrschaft, daß sie erzitterte und wankte,

Bleich vor Angst, rief das hochmütige Albion um Hilfe und Beistand. Und auch die es betrogen, blutig geschlagen und gedemüttgt hatte, ließen sich betören.

Und die ihn, verpflichtet waren, mußten helfen.

Am Tajo erging englisches Machtgebot:In dei­ner Obhut befindet sich fremdes Eigentum, Schisse, die dem Feinde Englands gehören. Nimm sie! Für Eng­land!"

Die alte Königin zauderte.

Nimm sie!" erscholl es drohender.Stiehl sie für uns!"

Da krümmten sich die Finger, die sich Kronen aufs Haupt gesetzt, die sich gebietend über eine Welt gestreckt hatten - und stahlen!