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Mteinzulasseu, ist Euer Geheimnis. Eine solche- Utuftsmusik mag den leichtgläubigen Franzosen in den Ohren klingen, wir sind realere Töne gewöhnt! Dann kommen die bekannten Bangemachereien, daß un­ser Handel abgeschnitten werden soll und sich schon jetzt die Verbündeten einrichten, um uns in unseren indu­striellen Errungenschaften den Rang abzulaufen. Ban- gemachen gilt nicht, weder im Kriege noch in Friedeus- zeiten. Deutsche Arbeit kann nie ganz ersetzt werden. Sogar unseren Mädchen wird gedroht, keine französische Familie wird ein deutsches Zimmer- oder Kindermäd­chen je wieder in Dienst nehmen. Recht so! Man hat sich vor dem Krieg Mühe genug gegeben, unsere Töchter vor Annahme einer Stellung im Auslande zu warnen. Unzählige haben es bitter bereut. Schutzlos waren sie den laxen französischen Gesetzen preisgegeben und oft nicht besser daran, als die Fremdenlegionäre. Daß den Deutschen nach dem Kriege derangenehme" Dienst in Algier verwehrt wird, davon steht in derFeldpost" nichts zu lesen. Vielleicht verzichtet Frankreich auch in Zukunft auf diese Kälber. Weiter werden uns enor­me Steuern angedroht. Das wixd in Frankreich und England nicht anders sein trotz der stolzen Behauptung, Frankreichs und Englands Reichtum wäre unerschöpf­lich. Glückliche Länder! Wenn nur der Pferdefuß nicht wäre, der sicher nachkommt. Die übrigen Bemerkungen, daß unsere Spargelder eingezogen werden, daß kein Gold mehr im Lande ist und dergleichen sind zu kindisch, um näher daraus einzugehen. Nichts Neues enthält die Behauptung, daß die deutsche Regierung dies fürchter- lche Ringen der Welt aufgezwungen hat, dagegen ist das vorsichtige Zugeständnis interessant,daß die deutsche Armee vielleicht noch einige Erfolge erringen wird." Sehr richtig, dafür stehen wir hier antzen: ob wir mit einigen" Erfolgen zufrieden sind, wird sich zeigen.

Die weiteren Feldpostberichte stellen die allgemeine Lage recht harmlos und für Frankreich günstig dar. Drei Tage vor Erscheinen derFeldpost", am 18. Ok­tober haben wir den Franzosen, als sie wichtige Stütz­punkte znrückholen wollten, die wir ihnen wenige Tage vorher genommen, etwa 5000 Mann Verluste beige­bracht und dabei den Grundsatz hochgehalten: Auf einen Deutschen fünf Franzosen. Von diesem Erfolg heißt es in der Feldpost kurz:In Lothringen hestige artilleri­stische Kärnpfe" und die Behauptung: die Franzosen und Engländer haben ihre Ueberlegenheit glänzend be­währt. Wir an der Front sind allerdings vom Gegen­teil überzeugt. Die übrigen Artikel behandeln den öst­lichen Kriegsschauplatz, auf dem die armen Deutschen vorwärts dringen und die mutigen Russen krebsen. Das heldenmütige Serbenvolk wird beweihräuchert und die Drohung Englands verkündet, mit den deutschen Schif­fen kein Erbarmen mehr zu haben, nachdemes bisher die englischen Seeleute nicht übers Herz gebracht ha­ben, die feindlichen Schiffe mir nichts Dir nichts in den Grund zu werfen." Schließlich wird noch von Ueberfluß an Nahrungsmitteln in Frankreich gefaselt, die nur durch die erhöhten Frachtkosten eine geringe Preissteige­rung erfahren haben.

Auch eine Weihnachtsnummer derFeldpost" kam im lachenden Krühlingssonnenschein geslogen. Ihr Zweck, uns Heimwehgedanken am deutschen Familien­fest einzuimpfen, kommt reichlich sechs Wochen zu spät. Uebrigens haben wir Weihnachten in unserer Feuer­stellung recht hübsch und stimmungsvoll verbracht. Sie wird uns unvergeßlich bleiben. Auch von der geschilder­ten großen Not haben wir nichts gemerkt: wir haben von daheim Liebesgaben in Hülle und Fülle erhalten.

Die französische Berichterstattung arbeitete schon von jeher mit traurigen Mitteln. Am 24. Oktober meldete Innre in unserem Abschnitt die Eroberung eines Schüt- «w3e«a®ftfee»ÄgSBe»$äe®es^^ vordersten Schützengraben war, habe ich von einer sol­chen Tat nichts wahrgenommen. Die Franzosen wollen eben angelogen sein, so war es 1870, so ist es noch heute. Uns genügt die Tatsache, daß wir mit unseren Verbün­deten demüberlegenen" Feind ein Gebiet abgeknöpft haben, das annähernd der Größe Deutschlands ent­spricht. Dieses Faustpfand gehört vorläufig uns. Wir halten durch, trotz der Berichte der französischenLust- Feldpost."

Kriegsallerlei.

Was die gefangenen Mpenjäger erzählen.

Wie die Basler Blätter melden, wurden am Sonn­tag in Mülhausen nach längerer Pause achtzig franzö­sische Alpenjäger eingebracht, die bei den Gefechten bei Obersept in deutsche Hand gerieten. Sie erhielten in Mülhausen die erste Verpflegung nach der Gefangen­nahine. Die Gefangenen erzählten, daß sie während zweier Tage völlig ohne Lebeusmrttel geblieben seien. Die gewaltigen Schneestürme in den letzten Tagen der vergangenen Wochen hätten den Franzosen jede Lebens­mittelzufuhr unmöglich gemacht: es mußte bereits dre eiserne Ration angebrochen werden. Von Belfort aus hatten die Lebensmittelzufuhreu schon vor längerer Zeit versagt. In Straßburg gefeilten sich zu diesen gefan­genen Alpenjägern noch etwa fünfzig französische In­fanteristen, die bei den Kämpfen von Badonviller in deutsche Gefangenschaft gerieten. An diesen ist der lange Aufenthalt im Schützengraben ebenfalls nutzt spurlos vorttbergegaugen. Sie sehen recht verwildert aus und erhoben die gleiche Klage wegen des Mangels an Le­bensmitteln. Bei dieser kleinen Gefaiigenengruppe konnte man alle Altersklassen vom aktiven Soldaten bis zum Landsturmmann vertreten sehen.

Diegesphrasen desTemps".

Der PariserTeurps" bezeichnet die beabsichtigte Sozialistenzusammenkunft in Holland als eme vergeb­liche Agitation, da bekanntlich nur dre Einflüsse der deut­schen Sozialdemokratie dahinter steiften, ©er Frieden könne nur aus dem Siege entstehen.. Wir werden sie­gen. so meint das Blatt, und dem Fetndc; Bedingungen diktieren, die die Kulturwelt gegen die Rückkehr deut­scher Barbarei schützen werden.

Die Einfuhr von Käse.

DerReichsanzeiger" veröffenili.cht eine 'wr 20. März in Kraft tretende Bekanntmachung »der die Einfuhr von Käse, derzufolgo aus den: Auslande eingeführter Käse nur durch die Zentraleinkaufsgesellschast in Berlin oder mit ihrer Genehinigiliig und der von ihr vorgeschriebe- KnzeiNng als Auslandspässe stl den Verkehr gemacht werden darf.

Eine veoentsaine Verlobung.

Nach einer Drabtung derWiener Allgenreineir Zei­tung" aus Budapest berichtet die Juternattonale Tele- graphenggentur aus Bukarest: »Echo de Valcau ver- ~ er Drahtnachricht, derzusolae die liess der griechischen KönigSsaint- auS dem rumänischen Herrscher-

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Die ZieiWarie auf dem Marsch.

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I Einführung der Fleischkarte als «nerlätzlich erscheinen. D:e Erwägungen darüber sind noch nicht zum Abschluß gebracht, es steht deshalb auch uoch nicht sest, ob eine einheitliche Regelung für das Reichsge­biet nach Art der Brotkarte durchgeführt wird, oder ob man sie den Gemeinden, wie bei der Butter und den Kartoffeln, überlassen wird. Für die letztere Form spre­chen mancherlei Gründe. Jedenfalls aber wird es zu einer Regelung kommen, die eine fühlbare Berbrauchs- einschrünkung erzielt, nachdem die Einführung der fleisch­losen Tage den erhofften Erfolg nicht gebracht hat. Auch eine Vermehrung der fleischlosen Tage würde die um- weudige Einschränkung des Fleischverbrauchs nicht er­reichen, weil keine Gewähr dafür geboten ist, daß die privaten Haushaltungen, die der behördlichen Kontrolle entzogen sind, an den vorgeschriebenen Tagen auf den Fleischgenuß auch tatsächlich verzichten.

DeutschMnd war bis zum Kriege durch seine großen Viehbestände für die Fleischversorgung nahezu unav- hängig vom Ausland. Ein Krieg von längerer Dauer müßte naturgemäß bei dem Mangel an ausländischen Futtermitteln, auf die unsere Viehzucht in hohem Maße angewiesen ist, die Durchhaltung dieser Viehbestände in Frage stellen. Trotzdem hat unser Rindviehbestand im ersten Kriegsjahr nur eine Einbuße von 7 v. H. er­litten. Seitdem ist aber ein stärkerer Rückgang einoe- treteu, der zwar noch nicht beunruhigend ist, aber dem Anlaß bietet geeignete Mittel zur Vermeidung eines noch weiter ansteigenden Rückganges in Anwenduug zu bringen. Als ein solches Mittel darf die Fleisch- karte angesehen werden, die jedem Verbraucher eine bestimmte Menge Fleisch zumeist, die in ihrer Gesamr- Heit im richtigen Verhältnis zu den verfügbaren Schlacht- viehbeständen steht.

Selbstverständlich werden daneben alle Maßnahmen durchgeführt werden, die der Aufzucht des Jungviehs dienlich sind. Dazu gehört beispielsweise der im preu­ßischen Landtag erörterte Austausch der Magerviehbe- stände, bei dem Provinzen mit reichen Weiden, die jetzt aus den eigenen Viehbeständen nicht voll besetzt werden können, aus anderen Provinzen, deren Viehzucht im we­sentlichen auf gekauftem Futter beruht, Magervieh zur Aufzucht erhalten. Der Landwirtschaftsminister hat die Unterstützung dieser Bestrebungen nach Möglichkeit zu­gesagt.

Uermifchtss.

Schwere Lawinennnfülle in Italien. Mailänder Blätter melden aus Bergamo: Im Val Seriana ist eine große Lawine niedergegangen: vier Gehöfte wurden ver­schüttet, 10 Personen getötet. In Longarone ging eben­falls eine ungeheure Lawine nieder, wobei 14 Häuser verschüttet und zwei Personen getötet wurden. Im Val Canonica wurden acht Straßenarbeiter durch Lawinen- sall getötet.

Ein Bruderdrama vor Gericht. Ein Drama zwi­schen zwei Brüdern, das sich vor ca. 2% Jahren auf dem fernen Boden Siams abspielte, unterliegt zurzeit der gerichtlichen Nachprüfung durch das Schwurgericht des Landgerichts III in Berlin, das gegen Seit früheren Ge- meindeschvffen von Weitzensee, Dr. Max Richard Pape wegen Totschlags verhandelt. Der Angeklagte wird be­schuldigt, im Oktober 1913 in Bangkok seinen Bruder Curt Pape vorsätzlich erschossen zu haben. Der Ange­klagte siedelte, nachdem er hier Schiffbruch gelitten, nach Siam über, wo sein Bruder Curt in der Hauptstadt Bangkok ein Medizinalwaretr-Geschäft betrieb. Dr. Pape trat in das Geschäft als Teilnehmer mit einer Einlage eines Rechtsanwalts beim deutschen und österreichischen Generalkonsulat. Die Ausübung seiner Tätigkeit soll verhältnismäßig lohnend gewesen sein. Das Verhältnis der beiden Brüder zu einander gestaltete sich mit der Zeit sehr schlecht. Der Angeklagte, ein sehr ausgeregter Mensch, war der Meinung, daß er in dem Geschäft nicht den Ein­fluß ausüben dürfe, der ihm nach Dem Vertrage zustand. Infolgedessen kam es verschiedentlich zu sehr stürmischen Auftritten zwischen den Briidern, wobei auch Schußwaf­fen eine Rolle spielten. Der letzte Zwist, der einen so tragischen Ausgang nehmen sollte, ereignete sich am 22. Oktober 1913. Der Angeklagte Dr. Pape betrat das Ge- schästslokal und verlangte verschiedene geschäftliche Auf­klärungen. Im Laufe der Auseinandersetzungen gab Dr. Pape zwei Schüsse ab, die aber niemanden trafen. Als jetzt Curt Pape auf seinen Bruder eindrang, schoß der Angeklagte zum dritten Male und traf den Bruder tödlich. Der Angeklagte wurde verhaftet und nach Deutsch­land überführt. Zum Prozeß sind nur wenig Leute ge­laden: dagegen eine große Reihe von Protokollen über Aussagen der Zeugen, die in Siam vernommen worden sind zu verlesen. Bei seiner Vernehmung behauptete der Angeklagte, daß er in Notwehr gehandelt habe.

Keine einheitliche Regelung der Bierpreise. Der Deutsche Gastwirtsverband hat sich in einer Eingabe an das preußische Kriegsministerium gewandt, um Klarheit zu bekommen, wie weit die Verhandlungen der Zentral­behörden wegen der Preisfestsetzung des Bieres gedie­hen seien. Er nahm dabei Bezug aus frühere Mitteilun­gen einzelner Generalkommandos, die auf eine einheit­liche Regelung der Angelegenheit durch die Reichsregie­rung hingewiesen hatten. Auf die Aufrage ist nun fol­gende Antwort des Reichskanzlers eingegangen:Die große Mannigfaltigkeit der örtlichen Verhältnisse läßt eine einheitliche Regelung der Bierpreise von Reichs we­gen als unzweckmäßig erscheinen. Es hat bisher auch noch kein besonderer Anlaß vorgelegen, von Reichs we­gen zu der Frage der Festsetzuug von Höchstpreisen für Bier grundsätzlich Stellung zu nehmen, ©te Prüfung, ob es notwendig ist, Höchstpreise für Bier festzusetzen, bleibt, wenn der Bundesrat nicht eingreift, gemäß § 5 Absatz 1 Satz 2 des Gesetzes betreffend Höchstpreise vom 2. Anglist 1914 den Landeszentralbehörden oder den i von ihnen bestimmten Behörden überlassen." i

In welchem Alter heiraten die preußischen Prinzen? In wenigen Tagen, am 11. März d. J., findet die Ver­mählung des jüngsten Kaiser-sohnes, des Prinzen Joa­chim von Preußen, geboren am 17. Dezember 1890, mit der am 10. Juni 1898 geborenen Prinzessin Marie Augnste von Anhalt statt. Die junge Braut ist bekannt­lich das älteste Kind aus der Ehe des Prinzen Eduard von Anhalt und der Prinzessin Luise von Sachsen-Alten- burg. Der Prinz steht im 26. Lebensjahre. Erscheint dieses Alter für einen Ehemann, nach bürgerlichen Ge- pflogenheiten, als ein verhältnismäßig junges, so darf man nicht vergessen, daß die Fürsten allezeit dem Grund­satz gehuldigt Hallen:Jung gefreit hat niemand gereut." Besonders die Söhne unseres Kaiserpaares sind sämt­lich reckst früh ht den Stand der Ehe getreten. Der Kronprinz heiratete, genau wie sein Vater, kurz nach Vollendung des 22. Lebensjahres. Von seinen Brü­dern waren bei ihrer Vermählung Prinz Eitel Fried­rich 28, Prinz Adalk>ert 80, Prinz August Wilhelm 21 und Prinz Oskar 26 Satire alt. Von den Vorjahren unseres Kronprinzen bis zurück zum ersten Hohen- zollernscheu Kurfürsten vw Brandenburg waren bei ihrer Verheiratung 6 noch jünger an Jahren, als der jetzige Erbe der deutschen Kaiser« und preußischen KümaSLroNL und »au thue« Wuta Friedrich Wilhelm L

und Kurfürst Joachim I. Mit 18 Jahren die jüngstere Nilr ein Jahr älter war der Prinz August Wilhelm, jener Bruder Friedrichs des Großen, von dem das heu- tige preußische Königshaus abstammt. Friedrich der Große und sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., zähl­ten bei ihrer Vermählung 21 Jahre, währe ' Wilhelm lir. im 24., Friedrich Wilhelm Wilhelm l. im 32. und Kaiser Friedrich ii standen. Wenn wir von den beider: rw Ehen preußischer Prinzer: absehen, deren i mals 43jährige Prinz Albrecht Vater 1853 von Rauch und deren andere der 39jährige bert 1850 mit Therese Elster schloß, hat nur Prinz der königlichen Linie des Geschlechtes

-ollern später geheiratet als mit 32 Jahren, nämlich Prinz Albrecht, der Regent von Braunschweig, der be­reits das 35. Lebensjahr zurückgelegt hatte, als er die Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg 1873 heim« suhlte.

Bei englische Sirasiamleilsseldzug.

Am 1. März 1916 fand, nach einem längeren Bericht derTimes", in der Londoner Guildhall eine große Versammlung statt, an der mehrere Minister, der Erz­bischof, von Aork, der katholische Kardinal Bourne, der Lordmayor und eine große Zahl von hervorragenden Persönlichkeiten des Reiches teilnahmen. Der Finanz­minister Mc Kenna betonte mit großer Eindringlichkeit, daß England in ganz anderer Weise, als man bisher ge­dacht habe, werde sparen müssen, wenn es den Krieg gewinnen wolle.

Su normalen Friedenszeiten spart England jährlich ein Sechstel seines Nationalvernwgens: während des Krieges wird jedoch zunächst dieses Einkommen voll­ständig aufgebrancht. Weiter hat die Nation große An­leihen aufnehmen müssen: es läßt sich jedoch nicht allzu­viel durch auswärtige Anleihen aufbringen, denn die meisten großen und reichen Nationen sind in den Krieg verwickelt, und nur die Bereinigten Staaten stehen als auswärtiger Finanzmarkt offen. Es kommt als Finanz- auelle daher im wesentliche:: die eigene Finanzkrasi der Nation in Betracht. Auch die gesamte Friedensarbeit der Nation muß für den Krieg in Anspruch genommen wer­den. England muß sich klar machen, daß sein Kapital und seine Arbeitskraft nicht genügen, um alles, was Eng­land braucht, zu beschaffen. Die Nation muß sich enr- scheiderr, ob Kapital und Arbeitskraft in erster Linie für den Krieg oder für den Frieden in Anspruch ge­nommen werden solle::. Es ist die Ilusgabe jedes Ein­zelnen, noch in ganz anderer Weise als bisher zu sparen. Es wird die Pflicht der Reichen sein, alle Luxusausgaben aufs gründlichste zu beschränken. Aber auch die ärmeren Klassen sind von dieser Pflicht nicht befreit. Ihre Lage wird allerdings verständnisvoll berücksichtigt werden müssen: viele Familien, die noch nie zuvor in der Lage gewesen sind, über Geld zu verfügen, verdienen jetzt mit einem Male das Vier- oder Fünffache ihres Friedens­einkommens, und es ist nur ruenschlich, wenn sie jetzt nicht aus Sparen denken. Trotzdem ist es nötig, chnen klarzumachen, daß sie im Interesse der Nation ihre Aus­gaben, die ihnen jeder von Herzen gönnt, bis nach dem Friedensschluß aufschieben müssen. Sollte der Sparsam­keitsfeldzug, den diese Versamrnlung einleiten will, kei­nen Erfolg haben, so wird nichts anderes übrig bleiben, als eine schroffe Besteuerung durchzuführen: aber der Finanznnnister trägt Bedenken, diesen Ausweg in er­ster Linie zu wählen, weil keine Einkommensteuer im­stande ist, die individuellen Verhältnisse so genau zu 111111^11^ um-

Lord Kuchener richtet im Namen der Armee im Felde einen dringenden Ruf an die Zivilarmee in der Heimat, daß sie die Brüder da draußen nicht im Stich lassen soll. Er betont ebenso wie der Schatzkanzler, daß England sich entscheiden muß, ob die Interessen der Armee oder die der Zivilbevölkerung zuerst kommen sollen. Ohne Opfer der zurückbleibenden Bevölkerung, ohne härtere Arbeit und größere Sparsamkeit ist der Krieg nicht zu gewinnen, muß die Armee an Schietzbe- darf und anderen Dingen Mangel leiden. Besondere Sparsamkeit wird notwendig sein mit Bezug auf Kohle, Nahrungsmittel, alkoholische Getränke, Petroleum, Oele, Tee, Kaffee, Tabak und Kleidung aller Art, besonders Wöllsachen.

0er Heimsieg wieder beisammen.

Die Berliner Blätter besprechen die Aufgaben, die der am Mittwoch wieder zusammengetretene Reichstag in seiner Steuer-Session zu erledigen haben wird. Der L o k a l a n z e i g c r" sagt, gewisse Anzeichen deuteten darauf hin, daß die Meiüuna bestehe, dem Burgfrieden werde nicht im gleichen Umfange wie bisher Rechnung getragen werden können, doch werde durch Aufklanrugen im Ausschusse manches erregte Gemüt wieder beruhigt werden können, sodaß auch diesmal der Reichstag den rechten Weg zum Heil des Vaterlandes finden werde,

In:Vorwärts" heißt es, weitgreifende Gegen­sätze seien vorhanden und es sei zu erwarten, daß diese schon in den nächsten Tagen in scharfer Form zum Aus­druck gelangen würden. Es sei anzuneümen, daß die sozialdemokratische Partei in der Steuersrage wenigstens ihren alten Standpunkt einnehmen und d - Forderung erbeben werde, daß die Lasten dieses K reges durch direkte Steuern gedeckt werden müßten.

DieFreisinnige Zeitung" meint, daß Sie gesamten Gesetzentwürfe in wenigen Wochen nicht zu erledigen seien. Man werde sich freuen, wenn man den Etat außer den Steuerentwürfen bis zur Osterpause tmrdi die zweite Lesung gebracht haben wird.

Weitere Drahtnachrichten.

Die Unterbringung kranker Kriegsgefangener in der Schweiz.

w Berlin, 15. März. (T. II.) DieNordd. Allst Ztg." teilt mit: Die seit langer Seit schwebenden Ver­handlungen über die Unterbringung von minder schtver verletzten kranken dentschen und französischen Kriegs­gefangenen in der Schweiz haben jetzt einen befriedigen­den Abschluß gefunden. Einer von deurscher Seile vor. geschlagenen Ausdehnung der Verständigung auf Zivil- gefangene hat die französische Regierung gnindsatzlich bereits zugestimmt. Es steht zu hoffen, daß sich ihr- Durchführung gleichfalls unter Dirtwirkung der schu-eb zerischen Aerztekommisston Rrkd wird verrvtrklicherr lassen.

Die englische Zepxelin-Pauik.

w> Berlin, 15. März Zur englischen Zeppelin« Pmuk läßt sich tue Voss. Ztg? melden, mebr und mehr trete die beliebte Maske daß die ZeppLl!n--Angrtffe das Volk kalt ließen, gegen die Sorge zurück wie man aus dieser Gefahr aeretwi werden könne. Die Abwehrkrag« sei die Frage des Tages gemorixn und wirkliche Anasi und größte Sorge sprächen aus den ßeitariffele «ho Blüttrr.