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Die neue itulienifdje Sssensive am Zsonzo

Abbruch der Beziehungen zwischen

Oesterreich und Portugal.

Das Wiener Kvrr.-Bureau meldet: Infolge des Eintritts des Kriegszustandes zwischen dem Deutschen Reich und Portugal wurde der k. u. k. Gesandte in Lissa­bon angewiesen, von der Regiernnq der Republik Por­tugal seine Pässe zu verlange« und mit dem Personal der Gesandtschaft das Land zu verlassen. Dem hiesigen portugiesischen Geschäftsträger werden gleichzeitig die Pässe zugestellt werden.

Auch Brasilien will Schiffe beschlagnahmen?

Wie Havas lautFrkf. Ztg." aus Rio de Janiero meldet, hatte der Präsident von Brasilien Besprechungen mit dem Minister des Auswärtigen wegen der Trans- portschwierigkeiten. Die brasilianische Regierung soll ent­schlossen sein, mit den interessierten Regierungen wegen der Charterung der deutschen Fahrzeuge oder wenigstens wegen ihrer Verwendung für den Küstenverkehr zu ver­handeln.

Clemenceau gibt Verdun verloren.

Einer Rotterdamer Meldung zufolge wird aus Paris berichtet: Clemenceau hat im Senat, von Charles Humbert sekundiert, erklärt, daß die Regierung ver­pflichtet sei, in amtlichen Verlautbarungen der Bevöl­kerung mitzuteilen, daß angesichts der Wucht des deut­schen Angriffs Verdun auf die Dauer nicht behauptet werden könne. Diese Ankündigung sei notwendig, um auch nur den Schatten eines Vorwurfes von der Armee Frankreichs abzuwehren.

DerZürcher Tagesanz." schreibt: In Frankreich glaubt man nicht medr, daß nach der Berduner Schlacht die frühere defensive deutsche Kriegsführung wieder ein- träte, sondern man ist überzeugt, daß jetzt der große Kampf auf Leben und Tod entbrannt sei, und daß die deutsche Offensive ebenso kräftig und wohlvorbereitet wie letztes Frühjahr gegen Rußland eingesetzt habe.

Ausbreitung des deutschen Feuerbereichs auf dem westlichen Maasufer.

Aus Genf wird demTag" berichtet: Die Voraus­sicht des Generals Berthaut nnb anderer Pariser Fach- kritiker, daß die französische Tätigkeit aus dem Westufer der Maas sich auf gelegentliche Störungsversuche gegen­über den deutschen Bewegungen beschränken müsse, findet ihre Bestätigung in den amtlichen Berichten vom Mon­tag, die überdies zum erstenmal bekannten, daß nebst dem berühmten Mort Homme auch das in den bisherigen ministeriellen Ergänzungsnoten für kaum minderwich- tig erklärte Bourrus-Gelände unter heftigstem Feuer der deutschen schweren Geschütze steht. Damit ist die Reichweite der deutschen Geschütze um etwa 45 Kilo­meter über Cumidres nach Süden und Südwesten zu hinausgerückt.

Warum tun die Engländer nichts?!

Der radikalePetit Havre" vergießt Zornestränen über die Untätigkeit der Engländer und stellt die naive Frage, warum Joffre, der Oberbefehlshaber über die französisch-englischen Streitkräfte, nicht die Offensive der Engländer verlange. ImTelegramme de Pas de Ca­lais" ist von einemBerdun-Saloniki" überschriebenen Artikel nur der Titel übriggeblieben. (Woraus zu schließen, daß er von Freundlichkeiten für die lieben Bundesgenossen überströmte.)

o-£ Berlin, 15. März. (T. U.) Der Kriegsbericht- erstatter desB. L.-A." meldet unterm 14. März: Leb­hafter gestalten sich jetzt die Verhältnisse an der weniger empfindlich von Naturgewalten hermgesuchten Jsonzo- front, an der es immer mehr den Anschein nah, als entwickelte sich nach der monatelangen Untätigkeit des Feindes eine Unternehmung großen Umfanges. Nicht unbewußt gebraucht derCorriere della Sera" hierfür den Ausdruck:Reaktion auf Verdun". So viel bisher darüber bekannt geworden ist, hält sich diese Reaktion in dem üblichen Rahmen italienischen Vorgehens: Smrke Artillerievorbereitung gegen einzelne Abschnitte der Front, unterstützt durch vortastende Jnfantera'vorstöße, wird zum Massendurchbruchsieuer gesteigert, Das den Weg für die Divisionen, dir zum entscheidenden Angriff eingesetzt werden, ebnen 'oll. Rkit Rücksicht auf den Zustand der Stellungen unserer Truppen, die im Laufe der Wochen verhältnismäßiger Ruhe nach Kräften ver­stärkt worden sind, ist zu erwarten, daß den Italienern dasselbe Geschick beschieden wird, wie in den vorange- gangenen Schlachten am Fuße unseres Alpenlandes.

Barzini meldet imCorriere", ganze italienische Ba­taillone seien unter dem Schnee begraben. Ebenso fän­den in den Alpen ununterbrochene Lawinenstürze statt, die bedeutende Opfer an Menschenleben forderten und die Hauptkommunikationen unpassierbar machten.

£ Aus dem großen Hauptquartier ]

h* Großes Hauptquartier, 14. März 1916. (Amiich.

WTB.) (Eingegangen 3 Uhr nachmittags.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Im allgemeinen keine Veränderung der Lage.

Ein kleineres Gefecht bei Wielrse nordöstlich

von

Ypern endete mit der Z n r ü ck w e r f u n g der Eng­länder.

Je ein englisches Flugzeug wurde östlich von Arras und westlich vonBapäume von Leutnant I mmel man v abgeschossen. Die Insassen sind tot. Leutnant B o e l ck e brächte zwei feindliche Flugzeuge hinter der französischen Linie über der Feste Marre und bei Malancourt (nord­westlich von Verdun) zum Absturz; das letztere wurde von unserer Artillerie zerstört. Damit haben beide Offi­ziere ihr zehntes und elftes feindliches Flugzeug außer Gefecht gesetzt. Ferner wnrde ein englischer Doppeldecker nach Lnftkampf westlich von Cambraj znr Laudnng ge­zwungen; die Insassen sind gefangen genommen.

Yestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. ?

Nichts Nenes.

Oberste Heeresleitung.

England vor der allgemeinen Wehrpflicht?

Ein Amsterdamer Blatt meldet aus London: Es bestehe eine zunehmende Strömung für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.

Vom österr.-ungar. Generalstab '

>-£ Wien, 14. März. Amtlich wird verlautbart:

Russischer und südöstlicher Kriegs­schauplatz.

Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der J so «zo front beginnen sich große Kämpfe zu entwickeln. Seit gestern greifen die Ita­liener mit starken Kräften an; sie wurden überall a t^g e w i e s e n. Aur Tolmeiuer Brückenkopf beschränkte sich die Tätigkeit des Feindes ans ein sehr lebhaftes Feuer. Im Abschnitte von Plava scheiterten seine Ver­suche, unsere Hindernisse zu zerstören. Aur Görzer Brückenkopf wurden zwei Angriffe anf die Podgora- stellung, einer auf die Brückenschauze von Luciuico z u - rückgeschlage». Der Nordteil der Hochfläche von Doberdo wurde von starke« Kräfte« zu wiederholten Male« angegriffen. Bei St. Martina schlug das Szege- derer-Jnfanterieregiment Nr. 46 sieben Stürme ab.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.

Der U-Bootkrieg in vollem Gange.

Amtlich meldet WTB. aus Berlin: In weiteren Kreisen der Bevölkerung wird immer wieder das Ge­rücht verbreitet, daß der verschärfte U-Bootkrieg, wie er in der bekannten Denkschrift der Reichsregierung an die neutralen Mächte angekündigt worden ist, nicht durch- geführt oder anfgeschoben werden würde. Diese Ans- strenungen sind vollständig unwahr. Niemals und bei keiner verantwortlichen Stelle ist eine Verzöge­rung oder ein Unterlassen dieses U-Bootkrieges in Be­tracht gekommen. Er ist i n v o l l e m G a n g e.

Die Schwierigkeiten der Neutrale«.

**= Rotterdam, 15. März. (L.-A.) Die englische Blockade wird für das neutrale Holland immer lästiger. Seit einiger Zeit werden keine Apfelsinen mehr einge­führt. Auch herrscht empfindlicher Mangel an Kakao. In einigen Tagen soll eine Konferenz des holländischen Handelsministers mit einem Ausschuß der Kakaofabri­ken und dem Vorstände der niederländischen Uebersee- trust-Gesellschaft stattfinden, um einen Ausweg aus die­sen Schwierigkeiten zu beraten.

Die Eingeschlossenen in Knt el Amara.

Verzweifelte Lage der Besatzung.

<>-*> Amsterdam, 15. März. (T. 11.) Wie aus Lon­don nach derBl. Mp." berichtet wird, hat das englische Kriegsamt ein Telegramm des Generals Aylmer er­halten, das mitteilt, es bestehe nur geringe Aussicht, die Truppenlager des Generals Townshend in Kut el Ama­ra zu erreichen. Der letzte aus dem Lager gekommene Flieger meldet, daß die Truppen große Entbehrungen litten, aber mit ihrem Kommandanten bis zum letzten Augenblick ausharren wollten. General Townshend, der mitteilt, er müsse in einigen Wochen entweder durch- zubrechen versuche» oder sich ergeben, erhielt von Gene­ral Aylmer den Bescheid, daß der Dnrchbrnchsversnch vergeblich sei» würde. Munition ist nur noch wenig vor- handen, sodaß sehr sparsam damit urngegange» wird. Die Lsdeus^»^<'tvvl' »ce Nutz erschöpft, sodass die Pferde bereits zur Hälfte geschlachtet wurden.

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Griechisch-englischer Zwischenfall.

«M'- Genf, 15. März. (T. U.) Die griechischen Zei­tungen besprechen nach derTgl. Rdsch." lebhaft einen .zwischen Griechenland und England entstandenen Zwi­schenfall. Das Mitglied der englischen Gesandtschaft Tal- bot wurde in Begleitung eines seiner Freunde, eines ehemaligen griechischen Marineoffiziers, verhaftet, später aber wieder freigelassen. Die englische Gesandtschaft pro­testierte aus Anlaß dieses Falles bei der griechischen x Regierung.

Ein französischerLuftangriff".

Frühlingssonnenschein lachte an einem der letzten cz-ebrnarfonntage über dem lothringischen Städtchen M. Wer dienstfrei hatte, erging sich auf der Landstraße ober genoß auf Feldwegen die reine Frühlingsluft. Es ist ja das Bestreben unserer Vorgesetzten, den in Ruhe­stellung hinter der Front liegenden Truppen die Sonn­tagsruhe wie die Sonntagsheiligung nach Blöglichkeit zu gewähren. Freilich, Mars regiert die Stunde; er kennt zwischen Sonn- und Werktagen keinen Unterschied. Im Gegenteil, in Festzeiten müssen wir erst recht bereit sein. Meine Arbeiten ließen am fraglichen Sonntage eine kurze Unterbrechung zu und so habe auch ich mid) zu einem kleinen Spaziergang über die Felder aufge­macht. Da läßt sich so schön das Erlebte in die Erinne­rung zurückrufen: die Gedariken eilen heim an den häuslichen Herd. Nur die Flieger stören die ruhige Ein­kehr. Sie sind heute besonders geschäftig: deutsche und sranzösische Flugzeuge durchschwirren in riesigen Höhen die Luft. Plötzlich flattern unzählige Blätter auf die Er'de hernieder. Unsere Soldaten und besonders die Kinder haschen nach diesen papierenen Geschossen.

Es sind Exemplare einer französischen Zeitschrift La Voix du Pays" (Die Stimmen des Landes). Der Inhalt setzt sich aus den bekannten Schimpfereien aus Dentschland und aus Lobeshymnen auf Frankreich und seine Verbündeten zusammen. Nur schade, daß die Nummern Ladenhüter ans ben Monaten Oktober, No­vember und Dezember darstellen. Das Jahr 1916 hat offenbar in seinen Anfängen noch keine Beachtung qe- fnnben.

Aber auch deutsch gedruckte Flugblätter kommen angeschwirrt. Sie tragen als Titel das uns allen so ver- tränte WortFeldpost". Während überLa Voix du MMbmww schwarz-weiß-rotes Band hält. Zu liebenswürdig, uns den aufgeblasenen krähenden Hahn neben unserem stol­zen Reichswappen mit der Kaiserkrone vor Augen zu führen und zu einem Vergleich herauszuforvern. Mir spielt der Wind eineFeldpost" vom 18. Oktober in die Hände. Erwartungsvoll ziehe ich mit meinem Rauhe ab. Schade,'daß das Blättchen so alt ist. Plan liest in unserer Zeit der raschen und vielseitigen BMchter- - stattung nicht gerne alte Zeitungen. Aber diese Feld­post ist ja aus einigen tausend Mtetcru Lufthöhe gekom­men. Das ist immerhin ein Vorzug.

Erster Aufsatz. Neberschrift:Was Euch der Zensor verheimlicht".Wißt Ihr, daß die verbündeten Mächte beschlossen haben, den Krieg mindestens bis zuni Soni- mer 1916 fortzusetzen, wenn es fein muß, auch länger?" Wenn es bei demmindestens" bleibt, sind wir mit Freuden einverstanden, anderenfalls sind wirauch länger" dabei.Wißt Ihr, daß an einen Frieden nicht zu denken ist, bis der letzte Deutsche von französi­schem und belgischem Boden verschwunden ist?" Dann dauert der Krieg allerdings noch sehr lange, denn so fest der Reichsadler über dem Titel das Band in den Kral­len hält, so fest sitzen wir auf Eurem Grund und Bo­den. Wie Ihr Franzosen Euch unser Verschwinden denkt, nachdem Ihr es trotz enormer Opfer nicht fertig gebracht habt, uns gar nicht erst in Euer schönes Land

Das Cal der Liebe.

Erzählung von Ellen Svala.

20) (Nachdruck verboten.)

Wieder führe ich den Leser in einen Saal, in einen großen, lichtdurchfluteten, bis auf den letzten Platz ge­füllten Konzertsaal.

Ist es der Name meiner Mutter und sein noch nicht verklugener Ruf,sind es meine eigenen Schicksale, die ein jeder weiß, ist es die Neugierde, mich zu sehen und zu hören, daß alles, was sich zu den Gebildeten und Kunstverständigen rechnet, hierhergeströmt ist?

Mir klingt und singt es in den Ohren und die Knie zittern mir. Zum ersten Male singe ich vor einem gro­ßen, auserlesenen Publikum, ein fürchterliches Lampen- fieber hat mich befallen und WUma, die vor mir einige ihrer eigenen Komposstonen und die russische Legende spielen wird, und an solche Massen von Menschen ge­wöhnt ist, sucht mich zu beruhigen, wie sie ja auch schwe- Serlich versucht hat, mir über die schrecklichen Ereignisse Jer vergangenen Zeit hinauszuhelfen.

Und dann, Elisabeth," sagt sie,Du weißt es ja, es muß sein. Artur, wenn er wiederkommt, nnrö Dir Dank wissen, ihm ein Heim offen gehalten zu haben. Von dem heutigen Abend hängt das Schicksal Deines ferneren Lebens ab!"

Das ist das Endargument und ihr siegendes:Ar­tur, wenn er wiederkommt," beruhigt mich; denn um seinetwillen würde ich barfuß hinauswandern in den Schnee und die Winterkälte, würde Not und Entbehrung leiden und das letzte, was ich aus dem Zusammenbruche unserer kurzen Existenz gerettet, opfern, nur um ihn wiederzufinden, ihn, von dem keine Nachricht kommt, und von dem wir nicht einmal wissen, ob er tot oder

Ee mtL auf und spreche mir selber Mut zu.

und während ich zum hundertsten Male meine Noten zurechtlege und die Blumen in meinem Haar ordne, bringt mir Alwin einen Brief in Vaters großen, ener­gischen Buchstaben. Es sind nur wenige Zeilen und beim Lesen derselben werden mir die Augen feucht.

Ich wünsche Dir Glück, teures Sind möchtest Du die Höhe der Kunst erreichen, auf der Deine Mutter stand", heißt es am Schlüsse.

Da drinnen erklingen die Harfentöne, dann ein Klatschen und Rufen, ein erneutes Spiel, derselbe Applaus, dann erscheint Wilma voll strahlender Befrie­digung unter der Portiere und zu gleicher Zeit tritt Professor R., mein Lehrer, auf mich zu.

Die Reihe ist an Ihnen, Gnädigste!--Mut! Vor einer solchen Stimme wie der Ihrigen beugt sich alles."

Es ist toten--totenstill im Saal!--Nur ein leises Rauschen wie von seidenen Gewändern, ein Surren wie von flammenden Lichtern ist hörbar. Ich bin Hinausgetreten, ich habe mid) verneigt,-- da fällt ein Blumenkranz, ein zweick-r.---ein dritter vor mir hin, ein Klatschen und Rufen folgt, ganz in meiner Nähe höre ich den Namen meiner Mutter, noch einmal verneige ich mich. Ich habe verstanden, die Erinnerung au Maria HZuar ist es, die deren Toch­ter den Eintritt in die Kunst Scgrchst. Das Lampenfieber vergeht, wie eine schöne Eingebung überkommt es mich, ich vergesse alles,---die nagende, aualvolle Pein der Ungewißheit,---das Seinen und Verlangen der Liebe,---Schmerz, Verzweiflung und Trauer gehen unter, mir wird die Seele frei und ich singe singe--!!

Und der Erfolg dieses ersten KonMiobends ist ein großartiger. Zahllose »litmenü;enden mc.brn auf dem Podium gereicht und der Jubel will nicht enden, ich muß einige Lieder zugeben. zuletzt M-s «eine, süße LiebeÄied, der Mutter Liebt

Ich habe alle Strophen gesungen, aber nach der letz­ten ist mir die Kraft gebrochen und an Professor N.s Arm bin ich unter dem Jubel und Hochrufen hinausge­eilt und weinend in Mama Werns Armen znsammcn- gebrochen.

Mein Schicksal Hat sich entschieden! Meine Karriere ist gesichert, das Glück hat meine Mutter der Kunst entführt, mich gibt das Leid ihr zurück.

Ich Habe das große, schöne Haus verlassen und die Dienerschaft verabschiedet. Alwin nur und eines der Stubenmädchen ist mit mir in die kleine, helle Wohnung im Gartenhause der Pragerstraße gezogen. Die reichsten Möbel, Bilder und Kunstsachen sind verkauft, um einen Teil der Schulden zu decken, das andere bezahlte Papa Wern. Tag um Tag geht er wieder seinen Geschäften nach, sitzt an seinem Pult und rechnet und schreibt. Mama Wern ist in den Unterstock ihres Hauses gezogen; der Oberstock mit dem schönen Saal ist vermietet. Sie brauchen ihn nicht mehr, die Feste sind vorüber, die Trauer ist eingezogen und die ehemals so blühende, im­mer noch hübsche Frau ist plötzlich alt und grau gewor- den. , , ,

Wir suchen und suchen nvch immer vergeblich.-- Oft kommt mir der Gedanke, daß Artrir tot ist, aber ich hoffe und warte. Nächtelang sitze ich, von Gram ver­zehrt, in einem Fauteuil am Fenster; es ist totenstill um mid), kein Laut dringt in das abgelegene Hinter­haus und nach Abenden, wo ich gesungen und in die Stille und Einsamkeit zurückgekehrt bin, ist mir, als müsse das Herz mir brechen vor Sehnsucht und Heimweh nach dem Geliebten. . .

Immer und überall bleibt mir der Erfolg treu, die Seit vergeht, die Wochen und Tage fliege«; ein großes Wohltätigkeitskonzert bereitet sich zu Mitte März vor. Man hat mich gebeten, dort zu fingen; die «»gebotene Summe ist hoch, ich willige ein und studiere die Lieder, die ich singen will. (Fortsetzung folgt)