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zogen E Sei NMMtMng, Satz Me Amerikaner ge­nügen- gewarnt seien und daß das Borhaudenseiu seiner Entschließung den diplomatischen Verhandlungen hin­derlich sein könne. Wenn es die Umstände erforderten, würde er die Entschließung wieder einbringen. So hosse er, daß die Meinungsverschiedenheiten in freundschaft­licher Weise beigclegt werden würden.

Einer Meldung aus Washington zufolge haben die Vereinigten Staaten Eualand um eine Abschrift der uer= traulichen Anweisungen an die Kommandanten der bri­tischen HandelsschUse ersucht. Wie verlautet, ist das Er­suchen durch den britischen Botschafter übermittelt wor­den. Dies ist der erste Schritt, den die Vereinigten Staa­ten Unternommen haben, seitdem die amtlichen Regte- nmgskreise begonnen haben, die vervollständigte deutsche Denkschrift zu studieren.

! Ein Erfolg der Deutsch-Amerikaner.

Wie sie die Anleihe der Verbündeten zu Fall brachten.

Ein Deutsch-Amerikaner schreibt, wie wir in der vTägl. Rösch." lesen: Als die berüchtigte Anleihe der Verbündeten ausgenommen werden sollte, wurde von ihnen eine Milliarde Dollars verlangt. Wir Deutschen von atlantischen bis zum pazifischen Ozean erhoben in Schrrst und Wort, Eingaben und großen Versammlun­gen Einspruch dagegen und veröffentlichten überall, daß Amerika nur zwei Milliarden Dollars in Gold habe, und daß die Hälfte alles unseres Goldes, wenn es nach England und Frankreich ginge, uns so sehr fehlen würde, daß Not und Elend und allgemeiner Bankerott die Folge sein würde. Die Strömung wurde so gewaltig, daß John P. Morgan und Genossen den Verbündeten nur noch eine halbe Milliarde Dollars zusicherten. Jetzt aber kamen als unsere Bundesgenossen Herr Wm. N. Hearst, der große Zeitungsbesitzer, uns zu Hilfe, mit ausgezeichneten großen Leitartikeln in allen seinen Zeitungen und er­klärte es für ein Staatsverbrechen, diefe Anleihen zu gewähren. Auch Bryan widersetzte sich stark,- aber ein Hauptfaktor gegen die Anleihe erstand in dem vielfachen Millionär, dem Philanthropen und Friedensapostel Henry Ford, der erklärte, daß er 35 Millionen Dollar auf den Banken des Landes habe, und daß er aus jeder Bank feine Millionen in Gold herausnehmen würde, wenn eine von ihnen die Anleihe unterstützte. Nun plötz­lich holten die Deutschen und Jrländer ihr Gelder aus den England freundlich gesonnenen Banken und legten diese Gelder in deutschen oder irländischen Sparbanken nieder. Jetzt brach die ganze Anleihe zusammen. Es wurde nun von Morgan bekanntgemacht, daß kein Gold nach England oder Frankreich gehen solle, man wolle damit nur für die Waffen und Munition der Verbünde­ten bezahlen. Aber auch da zeichnete niemand außer den Waffen-, Munitions- und Pulverfabrikanten und diese für weniger als 300 Millionen Dollar — ihr eigenes Gold. Das war ein großartiger Sieg der Deutschen in Amerika.

Aus der Schlacht bei Betitle.

Zur Schlacht bei Verdun verbreitet nach der „Köln. Ztg." die Havas-Agentur folgende Meldung:

Ein Offizier, der an den Kämpfen im Bois des Caures (nördlich Douaumont), unter Oberst Driant, teilgenommen hatte, gibt folgende Schilderung dieses Kampfes, der einen der ruhmvollsten aus der Schlacht um Verdun darstellt: Die Deutschen begannen die Vor­bereitungen des Angriffes am 20. Februar um 7 Uhr- morgens mit einer Flut von Feuer, die unsere wider- standsfähiqsten Unterstände völlig zerstörte. Allein un- i^a Qattia niAnF^n ntrM innhern feiAtett hie ^erifaT- kling unserer Stellungen unter eiüem D'rkan von Eisen fort. Zwischen 2 und 6 Uhr nachmittags waren die Wir­kungen der Beschießung bereits derart, daß auch nicht ein Unterstand mehr unversehrt bliebt. Ein Driant beige- gebener Offizier wurde verwundet. Viele Jäger wur­den getroffen. Die feindliche Artillerie vergrößerte dre Tragweite ihres Feuers. Deutsche Soldaten, bekleidet mit'Mänteln und Armbinden, die den unsern glichen, (das ist sicher eine Lüge), versuchten nach Haumont vor- zudringen. Tro tzunseres Widerstandes Mangelten ite sich in unsere Schützengräben der ersten Linie ein, wo der Handgranatenkampf die ganze Nacht über fortdauerte. Am 22. Februar setzte die Beschießung abermals ein, die die Gräben einebnete, die Verbindungsgräben zer­störte, und eine große Strecke Waldes niederlegte. Un­sere kaltbliitig verharrenden Jäger bemerkten gegen Mittag große feindliche Abteilungen, die sich gegen das Gehölz von Haunwnt wandten. Sie bogen gegen das Bois des Caures ein und suchten dre Graben zweiter Linie zu durchschreiten. Der Angriff wurde immer hef- tiaer ^Ein Leutnant sprang an die Spitze seiner Kom­pagnie, um ihn abzuwehren. Er fiel tödlich verwundet nüt dem Ruf „Vorwärts". Ein anderer Offizier sprang vor, er wurde von einer Kugel durchbohrt. Jnde^ hiel- tPn mir Aitg allen Kräften stand, obwohl wir zahlen­mäßig im Nachteil waren. Wir verfügten bloß über zwei Bataillone gegen eine Brigade. .. ,

Gegen 3% Uhr nachmittags wurde die Lage äußerst kritisch. Die Deutschen hatten Kanonen herbeigeführt, die unsere Stellung unter Sperrfeuer nahmen. Die^Ein- freifinta schloß sich immer enger. Dann wurde ich zu Oberst ^Driant besohlerr, der seit Beginn ,des Angriffes deu Widerstand leitete. Ich sah ihn auf fein Gewehr ae ebm A an seiner Seite. Ich war be- ^rnisen von dem tiefen Ernst, der aus seinen energischen Zügen sprach Er erklärte: ,,Einige Minuten noch, und werden entweder sterben, oder uns gefangengeben müssemW^ versuchen einige dieser m^enen üeute zu retten". Nach einer eindrucksvollen Beratung, wobei einer der Hauptleute wohl den Gedatt- ken aller aussprach, als er sagte. ^Es Halt schwer, hier Ä» 8 ÄS^ Ä ä des Feindes geraten können: Plane. Akterl usw. Dann wurden den Kompagnien der teilt. Die Bewegung begann auf der F durch eine Abteilung Jäger. Dw Spitzen der Kolonnen teuer der feindlichen Mafchinemeweine ^enou^

letzten abziehen wollte, wurde zum letzten Male von ei­nem Jäger gesehen der neben iwn^ ehten

SSSn ® 6m au Auf Wiedersehen, viel Glück! w^bemerkte now daß' der Rest seiner Leute den Wald te®»Ä»Ä Mw«§ ,ü ä heit zu bringen.

Sriegsalieriet.

j Für 2,3 Millionell Pf«Nd Z^vAi«sch<ch^r. nÄÄÄÄ an^PBvateigm

tum, der durch den letzten Zeppelinangriff verursacht wurde, auf 2,300,000 Pfund Sterling geschätzt.

Amerikanische Anerkennung für die „Möwe".

Der Neuyorker 38293=93 er tretet meldet: Die gesamte Presse widmet den Heldentaten der „Möwe" ausführliche Leitartikel, in denen sie ihre uneingeschränkte Anerken­nung und Bewunderung ausdrückt. Alle Blätter stim­men darin überein, daß die „Möwe" die bisl -r größte Tat des Krieges ausgeführt habe. Die St. X uis Re- publican spricht von „einem unsterblichen Ruhine", den sich die „Möwe" erworben habe. Der Cleveland Plain Dealer erklärt, die „Möwe" habe scheinbar Unmögliches geleistet. Einige Blätter fragen ironisch, wo die britische Blockadeflotte gewesen sei.

Politische Rundschau.

Bayern gegen direkte Reichssteuern. Der Finanz­ausschuß der bayerischeil Abgeordnetenkammer hat am Sonnabend mit großer Mehrheit den Antrag des Zen­trums angenommen: Die Staatsregierung ist zu ersu- cheu, mit allem Nachdruck im Bundesrat darauf hinzu­wirken, daß bei der bevorstehenden Erschließung neuer Einnahmequellen im Reiche jeder weitere Eingriff der Reichsgesetzgebung auf dem Gebiete der direkten Besteue- rung von Vermögen oder Einkommen vermieden wird, und daß den Bundesstaaten die Möglichkeit, auch in Zu­kunft ihren wichtigen kulturellen Aufgaben gerecht zu werden, ungeschmälert erhalten bleibt.

Ein wichtiger Tag in der französischen Steuerge- schichte ist der 1. März gewesen, an dem — im Kanonen­donner von Verdun fast unbemerkt — das Gesetz über die persönliche Einkommensteuer in Kraft getreten ist.

Vor der neuen Reichstagstagung. In der „Na- tionalzeitung" sagt der Reichstagsabgeordnete Schiffer: Die bevorstehende Tagung des Reichstages unterscheidet sich von früheren durch eine Fülle schwieriger und be­deutungsvoller Arbeiten, deren Bewältigung gerade m gegenwärtiger Zeit an die Kraft und den Eifer, aber auch an die Selbstbeherrschung der Volksvertreter große An­sprüche stellt.

ZeuWe tzeidevlalen.

Ein Reserve-Jnfanterie-Regiment hatte Anfang September 1915, nach den Kownoer Tagen, für längere Zeit eine Stellung zu halten. Damit die Arbeiten zum Ausbau dieser Stellung durch feindliches Feuer nicht be­hindert werden konnten, waren in das hügelige Vorge- lände etwa auf 1 Kilometer an geeianeten Stellen Un= teroffizierposten vorgeschoben mit dem Auftrage, jede feindliche Annäherung aufzuhalten und zurückzumelden.

Auf einem solchen, llicht gerade geruhsamen Posten, lag in der Nacht vom 3. zum 4. September der Unter­offizier Lübcke aus Marienilreß, Kreis Saatzig, mit den Grenadieren Wachhausen aus Einbeck t. H., Dunker aus Elerde, Kreis Altena t. W., Rethagen aus Ernst­dorf, Kreis Siegen, Löll aus Aßlar, Kreis Wetzlar, Frank aus Magdeburg und Weber aus Ulm, Kreis Wetzlar, sämtlich von der 1. Kompagnie. Alle Leute wa­ren in gespannter Aufmerksamkeit. Die ersten Stunden der Nacht waren ruhig verlaufen. Da, noch vor Tages­grauen, gegen 3% Uhr, tauchte eine feindliche Schützen­linie von 40 bis 50 Mann im Dunkel auf; sie besetzte eine etwa 20 Meter vor dem Posten liegende Höhenwelle und eröffnete sofort ein heftiges Feuer. Dieses hätte die kleine Schar auf so nahe Entfernung gegen dre sechs­fache Uebermacht nicht lange durchzuhalten vermocht.

MosfeuMlirgie'M gefolgt von feinen Leuten,

mit aufgepflanztem Seitengewehr und mit Hurra aus den Feind. Dieser Hielt dem kräftigen Ansturm nicht stand und räumte eilig die Höhe. Sie wurde von den Unsrigen ohne Verluste besetzt. Hinter die Fliehenden sandten sie ein lebhaftes Verfolgungsfeuer. Die Höhe hielten sie dauernd inne und die Russen haben nicht wieder versucht, dort anzugreifen.

Für ihr tapferes und entschlossenes Verhalten er­hielten Lübcke und seine sechs Grenadiere das Eiserne Kreuz. Eine große Freude wurde ihnen noch dadurch zuteil, daß der Kommandierende General in einem Be­fehl ihre kühne Tätigkeit hervorhob und ihnen seine be­sondere Anerkennung aussprach.

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Anfang Oktober 1915 begannen die Franzosen die Stellung durch äußerst lebhaftes Trommelfeuer für ih­ren Sturm vorzubereiten. Der Feind beschoß nicht mir die vorderste Linie, sondern auch sämtliche Anmarsch­straßen derart, daß es für unsere Feldküchen unmög­lich war, Essen und Kaffee nach vorn zu bringen. Das Bataillon bestimmte einige Leute und als ihren Führer den Gefreiten Middendorf von der 7. Kompagme aus Weese, Kreis Versenbrück, die in einem Holzhäuschen etwa 300 Meter hinter dem Graben, Kaffe kochen sollten.

Die kommandierten Leute wußten, welch' schwere Aufgabe ihrer harrte, da die Küchenanlage ziemlich un­geschützt unter starkem Feuer der schwersten feindlichen Geschütze lag. Das Wasserholen an sich war schon jedes­mal ein Wagnis, denn französische Flieger hatten den Brunnen erkannt und alle 5—10 Minuten tags und nachts kam eine Granate in unmittelbare Nähe des Brunnens. Dies alles ließ die braven Leute nicht zö- genr, getreu ihre Pflicht zu erfüllen. Die Kameraden Besamen so des Nachts, wenn das Feuer etwas nachge­lassen hatte, den ersehnten Trunk, und noch einmal so frisch hielten sie weiter treue Wacht fürs Vaterland, die deutschen Truppen mürbe geschossen zu haben. Das Bataillon hielt nach langem, wechselndem Nahkampfe stand. Links brachen die Franzosen durch und nahmen die Leute in der Küche gefangen. In der Nähe befind­liche Bayern stürmten mit gefälltem Bajvllctt auf die nachdräilgenden Franzosen. Als Middendorf das sah, ergriff er die erste beste Waffe, einen am Wege liegenden Knüppel und schlug in die Franzosen hinein. Mit öcur Gewehr eines seiner Feinde beteiligte er sich weiter am

Nmt kam der Tag, an dem die Franzosen glaubten, Kampfe, bis sich die durchgebrochenen Franzosen, 50 wa­ren noch übrig, ergaben. Darauf meldete sich Niiddendorf bei der Kompagnie und bat, weiter mitkümpfen zu biirfeit. o ,

Für sein entschlossenes Handeln und bewiesenen Mut wurde Middendorf zum Unteroffizier befördert,- das Eiserne Kreuz hatte er sich schon in früheren Käm- pferl erworben.____________________

Vermischtes.

Die Fleischkarte in Sicht? Im Fremdenverkehrs- Rat des Vereins zur Förderung des Fremdenverkehrs in Mlinchen und im bayerischen -Hochland teilte ein Ver­treter derRegiernngmit, daß dre Einführung der Fleisch­karte nicht nur für Bayern bevor,tehe, sondern nach den mit den übrigen süddeutschen Bundesstaaten geflogenen Berhairdlungen sei zu erwarten, daß die gleiche Einrich­tung auch in Württenrberg, Baden und wahrscheinlich auch in Sachsen getroffen werden würde. Die Verhält- ttiffe würden in kurzer Zeit voraussichtlich dazu führen, daß die Fleischkarte überhaupt in ganz Deutschlarid ein­

geführt werde, und zwar sei dabei bis Freizügigkeit Me­ier Karte in Aussicht genommen.

. Eine halbe Million für Jugendfürsorge. Fabrik, bentzer yrans Stock in Treptow hat der Gemeinde Treptow für Zwecke der Jugendfürsorge eine halbe Million Mark als Schenkung überrviesen. Es soll eine Anstalt errichtet werden, in der Kinder jeden Alters Aufnahme finden sotten.

Papiernot in Rumänien. Wegen der Papiernot hat das halbamtliche Abendblatt „La Roumante" sein Er- gtzeinen einftelleu müssen. Die Bezieher erhalten statt besten nur das amtliche Morgenblatt „Vittorul". Das Blatt „Politique" erscheint nur in halbem Umfange. Weitere Blätter sind völlig eingegangen.

Der Schutzmann als Kindesengel. Wie der Schutz­mann ein Kindesengel wurde, erzählt eine kleine Ge­schichte, die sich in der Listerstraße in Hannover ereignet hat. Dort fiel ein Kind vom zweiten Stock eines Hau- ,es herab auf die Straße, doch glücklicherweise nicht auf das Pflaster, sondern einem Schutzmann, der aus der Straße die Aufsicht hatte, auf die Schultern. Kind und «chutzmann kainen mit dem Schrecken und einigen Haut­abschürfungen davon.

Die Folge» der hohen Papierpreise machen sichjetzt auch im Fleischergewerbe fühlbar. So machen die Metz- gernlnungen in Fürth und Rosenheim (Bayern) be­kannt, daß infolge der hohen Papierpreise das Publi­kum das Einwickelpapier selbst mitzubringen habe.

Ein Kuchenbackverbot für acht Tage, vorn 13.—19. März, ist in Berlin erlassen worden. Und zwar, wie es in der Verordnung heißt, weil die Prüfung der Kla­gen über vorübergehenden Mehlmangel, die von einigen Bäckern erhoben sind, ergeben hat, daß an zahlreichen Stellen dort, wo Brot vermißt wurde, Kuchen in grö­ßerer Menge vorhanden war. Da dieses Mißverhältnis in der Bevölkerung als unbillig empfunden wird, und die etwa bestehenden Uebergangsschwierigkeiten am be­sten dadurch beseitigt werden, daß das zum Kuchen ver­wendete Mehl für das Brot vorübergehend ganz frei- gemacht wird, wird das Kuchelibackverbot verordnet.

Trumpf. Von der beßarabischen Front läßt sich die „Neue Wiener Ztg." folgende Kriegsanekdote erzählen: An einem schönen sonnenhellen Tage schoben die Russen eine Tafel vor ihre Schanze, auf der ein verlockender brauner Brotlaib und ein großes Stück frischen Specks angebracht war, als riefen sie zu uns heriiber: „Seht Ihr, so leben wir!" Itatürlich haben es die Unseren nicht versäumt, gleichsalls eine Tafel vor die Stellung zu schieben, von der ein mürber Kuchen und ein frischer Schinken zu den Russen hinüberlachte: „Wir leben noch besser!" Die Russen waren aber nicht faul und schoben ihre Tafel von neuem hinaus. Diesmal hing eine Kog­nakflasche daran. Die Unseren aber hatten irgendwo rasch eine Sektflasche aufgetrieben, und mit dieser über- boten sie nun die Russen. So kamen denn bei ihnen schließlich eine bessere Marke russischer, bei uns ägyp­tischer Zigaretten, bei ihnen ein Rubelstück, bet uns eine Hundertkronennote auf die Tafeln, und als die Russen nichts mehr bieten konnten, steckten sie die vier Könige des Kartenspiels aus, da sie wohl wußten, daß wir in der Stellung nicht Karten spielen dürfen. „Dummköpfe," sagte unser Zugführer, ihr habt nur vier Könige!", und klebte die vier Asse auf die Tafel.

Zu den KellergmAbe» üerdnns.

Eine furchtbare Nacht. *

„Wer noch nicht, und sei es im feuerfesten, sicher geschützten unterirdischen Verließ, eine 38er Granate neben oder über sich hat krepieren hören — der hat noch nichts aebört," So leitet Rem» Tubreuil im ..Nariier

„Und in der Nacht, von der ich erzählen will, kamen mindert und zwei dieser gräßlichen Dinger, Tod und Vernichtung über Verdun zu bringen. . . . Wir hatte,! uns schon darauf gefaßt gemacht. Schon seit Ntonaten hatten wir in unregelmäßigen Abständen Gelegenheit gehabt, die unangenehme Ueberraschung dieser fabel­haften Explosionen kennen zu lernen. Es gibt dabei nicht nur ein Hölleugetöse, sondern das Herz der Ptu- tigsten dreht sich dabei im Leibe herum, die Eingeweide der Tapfersten werden durcheinandergerüttelr und die stärksten Konstitutionen geraten genau so aus den Fu­gen, wie die festgefügtesten Häuser.

Um 3 Uhr abends kam der Befehl, sich in die Keller- gewölbe der Festung zu verfügen. Viertausend Men­schen fanden sich in diesen feuchten, aber sicheren unter« irdischen Gängen zusammen und wogten durch dieses Labyrinth, in dem die elektrischen Birnen einen end­losen Rosenkranz woben und das Wasser von den Wän­den troff. Und die tragische Nacht begann.

In den weiten Raum, der den Familien angewie­sen war, trugen gefällige Soldaten Strohsäcke hinein, die den harten Boden zu einem ein wenig weicheren Lager gestalten sollten. Angstvolle Mutter betteten ihre Klei­nen darauf und suchten unter stürmischen Liebkosungen das Donnergetöse zu ersticken, das grollend durch die dumpfen Gänge rollte, surrend von Wand zu Wand widerhallte und nur erstarb, um gleich darauf von neuem loszudröhuen. Alle Gesellfckaftsschichten waren auf die­sen Strohsücken durcbeiiinnbergewüilelt. Die elegante Weste des Rentners lag einträchtiglich neben dem gro­ben Baucrukittel und die feinen weißen Finger der an Nichtstun gewöhnten Damen verschlangen sich in der­selben inbrünstigen Bewegung wie die schwieligen Hände der Arbeiterfrau.

Und dann die Nachrichten und Gerüchte! Wie sie in diese kilometerlangen unterirdischen Gänge dringen, wer sie in solch einer Schreckensnacht untbringt, weiß kein Mensch. Genug, sie sind da und reißen nicht ab. Eben erst soll der General Castelnau vor über gegangen sein. Dann wieder hat mau den Schatz aus der Fe­stung gesclsteppt und fortgeschafft. Dann steht die Zita­delle im Feuer! Dann brietst die Kathedrale ein. Dann haben die Bochen das Gut Chambrettes erstürmt. Dann hat man sie auf der Seite von Scrmogneux zurückzu- drängen vermocht, immer wieder etwas Neues, Auf­regendes, während die Granaten ihren .Höllentanz un­beirrt weiterführen.

. Und so geht es weiter. Es ist fünf Uhr früh, und seine Aenderung der Lage. Der und jener riskiert es, in den seltenen Minuten, in denen es nicht krackt, die Nase herauszustecken. Aber vor den Granaten. Die in Schauern herabregnen, die Häuser umwerken, hundert­jährige Bäume entwurzeln, einen Wirbel von Steinen, Eisen, Holz und allen möglichen und unnröglicken Din­gen in die Luft schleudern, ziehen diese Vorwitzigen sich schleunigst in das sichere Verwahr saut zurück.

Kopf bock! Schrecklichere werden folgen. . ."

Weitere Drahtnachrichten.

Von Ubooten versenkt.

w> Genf, 14. März. (T. II.) „Petit Zartsten" mel­det nach der „Voss. Ztg." aus Marseille, daß im dortigen Hafen der Postdampfer „Duc de Bretagne" mit 33 Mann der Besatzung des englischen Dampfers „Helbridge", der von einem feindlichen Unterseeboote versenkt wnrde, eintraf. Der Kapitän der» „Helbridge" versicherte, daß am gleichen Tage der italienische Zweimaster „Elisa" von einem Unterseeboot versenkt wurde.