Sie deutsche Muskete im Stiege.
Gemessen au den Leistungen der Industrie der uns feindumeci Länder, iu sonnte mit Recht der Abgeordnete von Hasset bei den Verhandlungen im preußischen AV- geordnerenhanse feststeUeu, nimmt unsere heimische Industrie eine überragende Stellung ein. In keinem anderen Lande bat sich eine Industrie so schnell in die durch den Krieg veränderten Berhältnisse gefunden. Die deutsche Industrie steht kriegstechnisch und kriegsfinanziell unerreicht da. Wie aus allen anderen Gedieten, so ist auch auf dem industriellen, aus dem Gebiete der Versorgung von Heer und Bevölkerung mit Munition, Ausrüstungsstücken und Bedarfsartikeln aller Art keine Lücke einaetreteru
Englands Versuch, unsere Gewerbetätigkeit durch die Abschueibung der Rohstoffe zu vernichten, ist dank dem deutschen Gewerbefleiß, der, auf tSinenWu't und Technik gestÜLt, alle Kräfte einfeßte, gescheitert. Besteht auch an gewissen Rohstoffen kein Ueversluß, so ist doch durch sparsamen Verbrauch und durch eine für die wichtigsten Rohstoffe unter staatlicher Mitwirkung geschaffene Organisation Vorsorge getroffen, daß die Kriegführung auf keinem Gebiete unter Mangel au Rohstoffen leiden wird. Auch die Unterbindung der Ausfuhr deutscher Fabrikate mich überseeischen Ländern kann Deutschlands wirtschaftliche Stellung nicht erschüt- tern; der Absatz im eigenen Lande, bei Verbündeten und Reuiralcn kann nicht verhindert werdem Schon in Friedenszeile n lag der Rückhalt der soliden deutschen Industrie aus dem beimischen Märkte, indem nur ein Sechstel ihrer Erzeugnisse für ausländische S,bnehmer bestimmt war. Weiln manche Industrie während des Krieger- auch an Beschäftigung eingebutzt hat, so haben andere Industriezweige an BesäKinignng gewonnen, so lmt sich beispielsweise die Förderung von Eisen und Kohle seit Kriegsbeginn fast ununterbrochen vermehrt, und die Einnahmen aus dem Eisenbahnverkehr, in denen sich in gewisser Hinsicht die allgemeine wirtschaftliche Lage widerspiegelt, betrugen im Juli 1915 102,80 v. H der Einnahmen im Juli 1914 (nur 7,39 v. H. stammten aus Milftärtransporten.) Der Sieg der deutschen Heere ist zugleich ein Sieg der deutschen Industrie. Andrerseits wird dadurch, daß die Leistungs- säbigkeit der deutschen Industrie uns unabhängig vom Auslande macht, eine Schwächung der Finanzkraft des Landes, wie wir sie bei unsern Gegnern bemerken, vermieden. Das Geld, das der Staat für den Ankauf von Kriegsmaterial aufwendet, fließt den inländischen Unternehmern zu und bleibt dem Lande erhalten.
Die wichtigste Grundlage unserer Industrie bilden die in großer Ausdehnung im Lande vorhandenen Eisenerz- und Kohlenlager, von denen die Kohlerrlager mehr als doppelt so groß sind wie die Frankreichs und Englands. Wedrobnosse bringt Deutschland zwar wenig hervor, aber die großen, bei Kriegsausbruch vorhandenen Bestände oder die in Feindesland vorgefundenen Borräte decken auf lange Zeit hinaus die Bedürfnisse der Heeresverwaltung. Außerdem ist eine Wrederver- arbeitung bereits gebrauchter Stoffe durch die chemische Wisienschast und Industrie ermöglicht. Zahlreiche Stoffe werden durch Erneuerung und Auffrischung dem Verbrauche wieder zugeführt, und durch Herstellung von Ersatzstoffen wird aus manchen Gebieten die Einfuhr von Rohstofen aus dem Auslande möglichst entbehrlich gemacht. Gerade der Erfolg unserer Wissenschaft, zahlreiche Rohstoffe, die wir nicht mehr herein bekom- mcn, durch einheimische Stoffe zu ersetzen, wird dem feindlichen Auslande nach dem Kriege noch lange zu denken geben. War die Arbeiterfrage durch die Einbe- rufung gerade Bei f!Ä nstb kräftigsten Arbeiter auch teilweise schwierig, so ist es durch ine verschiedensten Maßnahmen, wie Beurlaubung fachkundiger Arbeiter. Einstellung von Gefangenen und Frauen, ge
lungen Ersatz zu schaffen, ebenso durch erhöhte Arbeitsleistungen dank der Opferwilligkeit des deutschen Arbeiters. Wenn einst die Geschichte dieses Krieges ge- schrieben werden wird, dann wird neben der deutschen Landwirtschaft der deutschen Industrie ein besonderes Kapitel zu widmen sein. „Deutschlands Industrie, Arbeitgeber wie Arbeiter, haben in diesem Kriege das Beste gegeben, was sie irgend zu geben vermochten, für ihr Vaterland."
wie fleht es um die französische Landwirtschaft?
Ein zusammensassender Bericht, den der „Platin" über den Kriegszustand der französischen Landwirtschaft veröffentlicht, läßt trotz verschiedentlicher Verschleie- rungsvermche erkennen, daß die Landwirtschaft in Frankreich durch den Krieg in außerordentlicher Weise gelitten hat. Die Fehler, die durch allzu hastige Rot- gesetzgebung und Schwächen der Verwaltung im ersten Kriegstahre begangen wurden, hatten schwere Verluste zur Folge; und wenn man auch manches durch neue Verfügungen, durch Ueberlassung von Soldaten zum Ackerbau usw. wieder wettzumachen suchte, so war es doch unmöglich, dgs Verlorene zu ersetzen und den weiteren Rückschritt aufzuhalten.
Die Zahl der für landwirtschaftliche Arbeiten zeitweise freigegebenen Soldaten, sagt der „Matin", entspricht keineswegs den Bedürfnissen, und wenn man den schlechten Erfolg der Herbstsaaten überwunden zu haben meint, so irrt man sehr. Es wäre falsch, sich der Hoffnung hinzugeben, da6 die Frühlingssaat einen Erfolg zeitigen könnte, der geeignet wäre, die Verluste auszugleichen. Im inneren Frankreich hat der Regen vielfach großen Schaden »»gerichtet, stellenweise die Arbeit lahmgelegt und die Vorbereitungsarbeiten gehindert, so daß man sich allgemein der Jahreszeit gegenüber im Rückstände befindet. Die am besten bestellten Landstriche im Zentrum Frankreichs sind um ungefähr 12 Prozent weniger ertragreich als im Jahre 1913. Besonders erschwerend fällt in der Laudwirtschaft ins Gewicht, daß die Phosphate und verschiedene Düngemittel so hoch im Preise gestiegen sind, daß der einfache Landmann sie nicht mehr erschwingen kann. Hierzu kommt noch der Mangel an Beförderungsmitteln, besonders an Eisenbahnwagen, und die Notwendigkeit, alles sofort bei Lieferung zu bezahlen. Darum wurde nur unzureichend gedüngt, manche Landstriche wurden überhaupt ohne Düngemittel bestellt.
Aus diesem Grunde mehr noch, als aus Mangel an Arbeitskräften, wird die Ernte des Jahres 1916 einen großen Rückzug aufzuweisen haben. Außerdem bringt das Unwesen desWiederverkäufer großenSchadeu. Sie drücken die Landbevölkerung, kaufen überall auf und verkaufen zu hohen Preisen. So kommt es, daß man in den Dörfern alles, was man nicht selbst erzeugt, nicht minder teuer bezahlen muß wie in Paris. In den kleinen Ortschaften und Flecken ist der Preis für das Dutzend Eier von 1 Fr. 10 auf 2 Fr. 20 gestiegen. Auch Butter und Hühner sind im kleinsten Flecken doppelt so teuer wie im Frieden. Vielfach sind die Bauern die Opfer der gewissenlosen Spekulanten, die noch immer ziemlich ungehindert ihr Wesen treiben. Durch die Spekulanten ist auch der Hafer von 18 und 20 Fr. in Friedenzeit auf 30 und 40 Fr. im Kriege gestiegen. Außerdem machen die Spekulationsankäufer sich auch untereinander Konkurrenz, wodurch die Preise andauernd noch mehr hinauf getrieben werden. Schweine im Gewicht von 50 Kilogramm, die im Frieden * und 50 Fr. kosteten, sind jetzt knapp für 115 Fr. zu erstehen.
Höchst bedenklich ist auch der allgemein gewordene spekulative Auftauf von Waldungen, der sich auf um
fangreiche Gebiete erstreckt. Es kst MvsivsrstündlrH, daß diese Spekulationen den landwirtschaftlichen Betriot sehr herabdrücken. Auch werden durch die von den Spekulanten ungeordneten Arbeiten weitere ArbeitS- lräfte den dringlichsten Geschäften der Landwirtschaft eittsogen. Dies sind die Verhältnisse int Innern Frankreichs, das heißt in jenem Teil des Landes, der nirgends direkt vom Kriege berührt wurde. Erwägt man, welch große und fruchtbare Gebiete der französischen Landwirtschaft entzogen wurden — teils durch deutsche Besetzung, teils dadurch, daß sie Sauplatz der Kämpfe sind —, so ergibt sich ein Bild, das schlecht zu dem Stolz des Blok- kierenden und Aushungerers patzt, dessen Rolle Frankreich im Verein mit England spielen wollte.
was isl eine unverzinsliche
Schatzanweisung? Jf-
In den Bilanzen der Banken findet matt häufig die Bezeichnung „unverzinsliche Schatzanweisungen". Der Unkundige wird leicht durch den Ausdruck „unverzinslich" irregeführt und denkt, derartige Anweisungen feien vollständig zinslos. Bestärkt wird er in seiner Ansicht durch die Tatsache, daß ein Teil der ersten Kriegsanleihe 5 %ige Schatzanweisungen ausgegeben wurden. Allerdings fehlen der unverzinslichen Schatzanweisung die Zinsbogen, die der fest verzinslichen anhaften; trotzdem aber verzinst auch jene sich, da nämlich derjenige, welcher eine solche etwa nach drei Monaten fällige Sduitimuueifuug erwirbt, dafür weniger zu bezahlen hat, als er nach drei Monaten, bei Fälligkeit der Schavanweisnng vom Reiche gezahlt erhall. Er darf sich die Zinsen für die drei Monate gleich abziehen, ähnlich wie dies beim Ankauf eines Wechsels geschieht. Diese Verzinsung unterliegt im Gegensatz zu der der fest verzinslichen Schatzanweisung den Schwankungen des Geldmarktes. Ein weiteres wesentliches Merkmal ist das Fehlen eines Kurses bei der unverzinslichen Schatz- anweisung, — Kursverlust also nicht möglich! — sowie ihre kurze Laufzeit. Alles dieses macht sie besonders geeignet zur Anlage von vorübergehend flüssigen Geldmitteln. In vielen Fabriken und Geschäften liegt heute bei der fast ganz gesperrten Einfuhr das Geld tot da, weil die Möglichkeit fehlt, Waren einsufaufen. Ganz fest anlegen kann der Geschäftsmann das Geld auch nicht, da das Geschäft jeden Tag erneut aufleben kann. Hier soll die unverzinsliche Schatzanweisung helfend ein- greifen. Nehmen wir z. B. an, am 10. Januar 1916 gehen in einem Geschäft größere Gelder ein, für die es vor dem 29. Februar keine Verwendungsmöglichkeit zu geben scheint. Um das Geld nicht zinslos liegen zu la nen, kauft sich der betreffende Geschäftsmann eine unverzinsliche Anweisung fällig am 29. Februar über, nehmen wir an, JL 1000,—. Da der Zinsfuß an diesem Tage 4^ % beträgt und die Zinsen vom Tage des Anlaufs bis zum Fälligkeitstage, also für 49 Tage, gleich zurückvergütet werden, so zahlt der Käufer nur .// 994,22 und erhält am 29. II. 1916 1000 .//. bar ausgezahlt oder das Geld wird auf seinen Wunsch gleich an die Firma überwiesen, bei der er eine Zahlung zu leisten hat. Muß er das Geld plötzlich vor dem 29. Februar flüssig haben, so kann er die Anweisung wie einen Wechsel zum allgemeinen Banksatz verkaufen. Hat er am 29. Februar dagegen für das Geld noch keine Verwendung, so kann er sich eine neue, später fällige Anweisung kaufen. Irgendwelche Nebenkosten entstehen nicht Denn Ankauf derartiger Schatzanweisungen. Abgegeben werdest sie in Stücken von nicht unter 1000 ,/Z von der Neicysbank, bei der man sie sich auch durch Vermittlung anderer Banken besorgen lassen kann.
T)ie glückliche Geburt eines gesunden, kräftigen
Mächegz
zeigen hocherfreut an
£udwig ßraun u. prau t^edwig geb. ^immermaiw yerrfelä, den 10. Mir 1916.
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■|eBruchleidende* bedürfen kein sie schmerzendes Bruchband mehr, wenn sie mein in Größe verschwindend kleiueS, nach Maß u. ohne Feder, Tag und Nacht tragbares, auf seinen Druck, wie auch jeder Lage und Größe des Bruchleidens selbst verstellbares
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Telephon 515.
ßuchdruck-)\rbeiteq
KmiMliMlanz am 31. Styl* 1915.
Aktiva.
Kafsenbestand......M. 338,22
Guthaben bei Schuldnern . . . „ 5953,34
Bankguthaben.....„ 6199,28
Vorräte an Molkereierzeugnissen . . „ 174,30
„ „ Fabrikations u. Betriebshilfsmitteln ......„ 543,45
Grundstück u. Gebäude . . . . „ 10165,—
Maschinen u. Geräte..... 3179,—
Geschäftsguthaben bei Genossenschaften . „ 2800,—
M. 29352,59
Passiva.
Bankschuld ....
Guthaben der Milchlieferanten
Sonstige Gläubiger .
Geschäftsguthaben der Genöffen
Reservefonds ....
. M. 2520,—
. „ 3803,45
. „ 2977,01
. „ 6200,—
. „ 13852,13
M. 29352,59
für Geschäft und Familie
, fertigt prompt und billig
«Ludwig funks j^uchdruckerei.
Mitgliederstand am 31. Dezember 1914 . . 212
Zugang ........ —
Abgang ........ 1
Mitgliederstand am 31. Dezember 1915 . . 221
Niederaula, den 1. März 1916.
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Um MMg, Sei 14. Mrz, mittags 12 Uhr
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25 Fohlen
meistbietend gegen Barzahlung an Landwirte des Kreises verkauft, welche sich als solche durch eine bürgermeister- amtliche Bescheinigung ausweisen können.
Im Saale des Gastwirts Herr« Geheb in Scheuk- lengsfeld findet am
Sonntag, den 12. März, nachmittags 3 Uhr
eine
Besprechung
über Kriegsanleihe und andere Fragen der jetzigen Zeit statt, wozu sämtliche Bewohner im Kirchspiel Tchenk- lengsfeld hiermit eingeladen werden.
Schenkleugsfeld, den 9. März 1916.
Hetzet, Lehrer.
Der Vorstand.
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