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Zeit hereingebrochenen strengen Winter mit seinen star­ken Schueesällen wesentlich veeirrträchtigt war, brachten gestern bei zwei an verschiedenen Punkten angefetzten Angriffen hübsche örtliche Erfolge. In beiden Füllen handelt es sich um Aktionen gegen unangenehme gegen die eigene Front vorragende Gräben des Gegners. In Wolhynien vertrieben Stnrmtruppen der Armee des Generalobersten Erzherzog Josef Ferdinand russische Abteilungen aus den Borstehnngen bei Karpilvwka. Es handelt sich hier um einen Kampfabschnitt im Bereiche des Ueberganges der Bahnlinie Kowel-Rowna über die Putilowka. Schon mehrfach bei den Kämpfen um das Festungsbereich und bet den Gegenangriffen der Russen ist in diesem Raume heftig gerungen worden.

Von den türkischen Fronten.

^ Konstautinopel, 8. März. (WTB.) Das Haupt­quartier meldete gestern: An der Jrakfront wurden die Versuche des Feindes, sich den Stellungen im Abschnitte Fellahie zu nähern, verhindert. Bei Kut el Amara keine Veränderung. An der Kaukafusfront herrscht offen­sichtlich Ruhe. Feindliche Kriegsschiffe, unterstützt von »lugzeugbeobachteru, eröffneten zeitweilig ein Demon­strationsfeuer gegen die Dardanellenenge, das unwirk­sam blieb. Zwei feindliche Kreuzer wurden getroffen. Unsre Flieger verhinderten von feindlichen Flugzeugen unternommene Erkundungsversnche.

Aus Aegypten.

Die Konstantinopeler Zeitung „Tanin" bringt einen Bericht über die gegenwärtige Lage in Aegypten, nach dem trotz aller Vorkehrungen der Engländer die Nach­richten von der Zurückziehung der englischen Truppen von den Dardanellen sowie über die englische Schlappe an der Jrakfront in breiten Volksschichten bekannt ge­worden seien und die größte Freude hervorgeruren Hüt­ten. Außerdem Wtten die Ereignisse an der Westgrenze von Aegypten einen überaus großen Eindruck gemacht,' denn es sei jetzt bestätigt worden, daß auch bekannte höhere englffche Offiziere, wie der Küstenkommandant Hunter Pascha, in den Kämpfen gegen die Senussi ge- Mllen seien, und daß sich die Senussi nunmehr dem Nil­tal nähern. Mehrere Stämme hätten sich bereits den senussi angeschlossen. Im Sudan habe der englische Kommandant die Hilfe der Eingeborenenstämme begehrt, sie sei ihm jedoch verweigert worden. Seither sollen die Engländer den Druck gegen die einheimische Bevölkerung verdoppeln und die Port Sudanbahn überwachen und eiligst verstärken lassen. Das Erscheinen von deutschen u-Booten an der ägyptischen Küste und die Torpedterung von englischen und ägyptischen Schissen innerhalb der agyptrschen Territorialgewässer habe auf die Aegypter die größte Wirkung gehabt.

etitöft ver U-Booten

von en!

Wilson und der Kongreß.

Der Berichterstatter der „Köln. Ztg." meldet durch Funkspruch aus Washington: Die Lage ist undurch­dringlich. Die Republikaner sind nicht willens, sich für Wilson stark zu machen, die Demokraten nicht geneigt, ihre Partei spalten zu lassen, sodaß fast sicher erscheint, daß die Abstimmung zugunsten einer Warnung minde­stens eine starke Minderheit finden würde.

Englische Haudelsdantpfer als Kriegsschiffe.

Einen neuen Beweis dafür, daß die englischen Schiffe als Kriegsfahrzeuge betrachtet werden müssen, liefern der „Dtsch. Tgsztg." zufolge die Angaben der Besatzung des englischen Dampfers „Baron Netry" über ein Gefecht, das ein Schiff mit einem deutschen Untersee­boot gehabt haben will. Nach einer Meldung der „New Wörter Smatszettung" begegnete der Dampfer aus

Fahrt von Alexandrren nach New Orleans 150 Meilen östlich von Malta einem deutschen Unterseeboot, das den Dampfer beschoß. Das Feuer wurde von dem Dampfer, da er ein dreizölliges Geschütz an Bord hatte, erwidert, und es kam zu einem Feuergefecht,, das über eine Stunde währte. Dank dem Geschütz soll es dem eng­lischen Schiffe gelungen sein, das Unterseeboot am Ge­brauch von Torpedos zu hindern, und mit seiner Schnel­ligkeit zu entkommen.

Betäubende Gase gegen Kriegsgefangene-

Der Landwehrmann P. L. aus V., der sich am 16. September 1915 bei T. auf Patrouille befand und in rus­sische Gefangenschaft geriet, hat, nachdem es ihm gelun­gen war, in der Nacht vom 8. zum 9. November 1915 zu entfliehen und die österreichische Stellung zu errei­chen, seine Erlebnisse geschildert und sie vor einem deut­schen Kommandanturgericht unter Eid wiederholt.

Ueber die barbarische und dem Völkerrecht hohn- sprechende Behandlungsweife der deutschen und öster­reichischen Gefangenen durch die russischen Peiniger führt L. aus, daß die Gefangenen anfangs November eines Nackts vor die russische Front geführt und gezwungen

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Nachts vor die russische Front geführt und gezwung wurden, dort im deutschen AAlllerlefeuer Erdarbert' zu verrichten. Drahtverhaue, Wolfsgruben und Flatter- minen wurden angelegt, die den eigenen Landsleuten zum Verderben gereichen sollten.

Die Herstellung von Gasminen schildert unser Ge­währsmann auf folgende Weise: „In ein 60 Zentimeter tiefes Loch mußte ich eine 50 Zentimeter lange Ballrm- flasche von etwa 50 Zentimeter Durchmesser stellen. In dem Flaschenstopfen war ein etwa 10 Zentimeter aus der Erde herausragender Messingstreifeu befestigt, an dem ein elektrischer Kontakt angebracht war. Dre Lei- tunqsdrähte führten hinter die Drahtverhaue nach dem Schützengraben. Solche Gasminen wurden m Zivlschcrl- räumen von 0 Metern gelegt. Die Wie Wirkung dieser Gasminen wurde während unserer Arbeit an uns Ge­fangenen zweimal ausprobiert, indem sie von der Stel­lung aus in Tätigkeit gesetzt wurden. Hierbei machte sich zunächst ein leichtes, nur in nächster Nahe vernehm­bares Puffen bemerkbar, sodann strömte die Flasche ein Gas aus, das süßlich roch und die Arbeiter zu betäuben begann. Bis zu unserer Bewußtlosigkeit^ den Versuch allerdings nicht chrst denn die menschen- freundlicken russischen Militärärzte, die mit der. Uhr in der Hand die Wirkung des Gases an uns Bermchsob- jekten beobachteten, ließen die Gefangenen, sobald sie sichtlich schlapp wurden unb dem Umfallen nahe waren, brtschaffen. Was aus diesen bedauernswerten Menschen nachher geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis."

Frankreich und der Militarismus.

Die Pariser „Libre Parole" nennt die Behanptung llSquiths, der preußische MilitariSnms nrüste vernichtet

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Ä TBÄSfc Bä&SK ranz verloren gehen könne und bu JlntimUrtariften Lasier auf ihre Mühle bekommen könnten. „Störe Pa- inif" ist überbaust der Ansicht, es dürfe von Frieden mr nickt aeret!t werden, weil dieses Gerede nur deutsch. Erf1 Eine ^?Ä laifrh wie töricht ist Dann meint es, dieses Friedens- » ÄÄ W WWW im tenWM‘

ster, sich zur Höhe der Situation zu erheben, worüber die „Libre Parole" schon ein richtigeres Urteil abzu- geben vermag. Die Minister verfielen deshalb in leere Phrasen. So habe Asquith wieder die abgebrauchte For­mel von der Vernichtung des preußischen Militarismus wiederholt. Das sei Blödsinn. Man könne Deutschland besiegen, aber nicht den preußischen Militarisinus. Die­ser sei, wenn auch in entstellter Form, nur der gedank­liche Ausdruck einer überlegene» militärischen Kraft. Bilde man sich denn ein, eine Denkart umwerfen zu können? Die Phrase sei aber nicht nur blödsinnig, son­dern auch gefährlich. Die Deklamationen gegen ben pren- ßischen Militarismus verbergen nur mangelhaft die An­griffe gegen den Militarisinus überhaupt. Und dieser sei unentbehrlich: denn er ist nichts anderes als der na­tionale Ausdruck eines großen nud ewigen Lebensprin- zips. Solange Menschen und Völker von Leidenschaften beherrscht werden, muß man rüsten. Die Unterdrückung des Militarismus nährt den Wahn derer, die von einem goldenen Zeitalter träumen.

StleassnetieL

Der Führer der „Möwe" beim Kaiser.

- Der Kommandant S. M. S. „Möwe", Korvetten­kapitän Graf Dohna-Schlodien ist zum Bericht über seine Reise ins Hauptquartier zum Kaiser befohlen worden. Der Kaiser hat ihm seine besondere Anerkennung aus­gesprochen und ihm persönlich den Orden Pour le Me- rite überreicht.

Ein Besuch in Berdun.

6-«^ Genf, 8. März. (T. U.) Seine eben beendete Panzerautofahrt durch die zerstörten Stadtteile Berduns bis zur Zitadelle sowie die tieftraurigen Zustände der nächsten Umgebung Berduns schildert laut „B. L.-A." der Schriftsteller Benjamin. Er vergleicht die Stadt Ver- dun mit einem entkräfteten Greise, der das Haupt vorn­übergebeugt sein Schicksal erwartet.

Frankreichs Kriegskosten.

Aus Genf wird berichtet: Im Kannnerausschutz teilte Ribot mit, daß die Kriegsausgaben bis 1. März 1916 rund 45 000 Millionen Francs betragen, darunter 5000 Millionen als Darlehen zur finanziellen Unter­stützung der Verbündeten, nämlich 4200 für Rußland, 600 für Belgien und 200 Millionen für Serbien. Trotz­dem bezeichnete der Fiuanzminister die Lage als zu­friedenstellend.

Serbische Heeresreste in Frankreich?

Nach einer der „Frkf. Ztg." über Bern zugegan­genen Meldung aus Athen sind von den auf Korfu ver­sammelten Resten des serbischen Heeres 15 000 Mann nach Marseille abtransportiert morben.

Die Engländer verbrennen neutrale Postsachen.

Wie verlautet, werden große Mengen der von eng­lischen Behörden auf neutralen Dampfern beschlagnahm­ten Post in England vernichtet. In einem Zensuramt in England sind an einem Tage im Februar über 300 Briefe, fast sämtlich aus neutralen Ländern nach Ame­rika gerichtet, verbrannt worden.

3a den Sperrsorts von Verdnn

Ein dänischer Berichterstatter, der im vorigen Herbst au einem Besuch der französischen Front und dabei auch

härm" einen

U|

sten Verteidigungsstellungen der Festung gemacht hat:

Wir haben das erste Ziel unseres Ausfluges er­reicht. Es ist eine Stelle zwischen Baux und Douanmont, südlich der Front bei Ornes. Da die Deutschen jetzt das Fort Douamnont erobert haben, kann ich die Stelle so einigermaßen angeben; denn ich nehme an, daß das Ge­schütz entweder längst, vernichtet, erobert oder fortge- schafst ist. Welche Mühe muß es gemacht haben, es fortzuschaffen! Unterhab eines Hügels, in einer Art Kiesgrube, in der stellenweise etwas Unterholz wuchs, hatten die Franzosen eine Geschützstellung gebaut. Es war keine gewöhnliche kleine Spielzeugkanone, sondern ein Monstrum, ursprünglich für einen Dreadnough be­stimmt, die größte, die ich je gesehen habe.

Wenn ich mich recht entsinne, war sie 15 Meter lang und die Ladekammer hatte einen Durchmesser von 1% Bieter. Jeder einzelne Schutz kostet 1000 Franken, und bisher hatte das Geschütz 350 Schuß abgegeben. Die ganze Aufstellung war interessant. Das Geschütz stand auf einer soliden Betonunterlage und war sorg­fältig in einen mächtigen Regenmantel eingepackt. Da­rüber war ein Haus mit Zementmauern gebaut, dessen Dach mit Zweigen und Laub bedeckt war, sodaß das Haus, von einem Flugzeug aus gesehen, an einen kleinen Busch erinnern mußte.

Das ganze Hans stand auf Schienen und konnte binnen weniger Minuten fortgerollt werden. Um diese Geschützstellung herum waren mächtige Wälle aus Sand- säcken und Zement aufgeführt. Enge unterirdische Gänge führten zum Innern großer, bläulich aussehender, sorg­fältig zementierter Höhlen, deren Kammern mit Manns­hohen Granaten zu 1000 Frs. das Stück gefüllt waren. Auch die Geschosse waren mit Laubwerk zugeöeckt. Gegen 50 Marinesoldaten hatten mit dem Ungeheuer zu tun. Jetzt ist es, wie gesagt, vernichtet, erobert oder sortgeschafst. Aber es wieder aufzustellen, kostet einen Monat Arbeit. Diese Riesenkanonen, ein paar Meilen hinter der Front, bedeuteten mehr für Berduns Ver­teidigung als seine berühmten Forts. Aber wir sollten ja auch ein Fort sehen und fuhren deshalb von Baux nach Moulainville.

Mein stärkster Eindruck in diesen! Fort, das wie eine kleine Stadt war, waren die Artilleristen. Selten habe ich so dicke Männer gesehen! Sie quollen über, ihre Uniformen waren dicht am Platzen, und es bestand für uns kein Zweifel, daß mit das Behaglichste, was einem Soldaten geschehen kann, der Dienst in einer Festung ist. Hier, schläft man lange, ißt gut und hat sehr wenig zu tun. Gemeinsam aber allen diesen dicken Artilleristen war ihr würdiger, verantwortungsvoller Ausdruck. Sie lebten noch in einer Vorstelluna aus der Zeit vor dem Kriege, daß sie uneinnehmbar wären.

Mit großem Ernst demonstrierten sie erst die Aus­sicht von der Bastion. Hiervon übersieht man das ganze Woevre, das immer eine Hochebene genannt wird, das mir aber als ein nnermeßlick trostloses Tiefland erschien, in dem der Regen, der beständig niederging, elleuhoch in den Schützengräben sammeln muß. Die Wege ver­laufen ivie meiste Stricke nach Osten durch die Landschaft, der eine nach Metz, ivas man bei klarern Wetter ahnt, ein anderer nach Etat«, das im Besitz der Deutschen ist. Aus der ganzen unendlichen Ebene steht man kein ein­ziges lebendes Wesen. Dann wurden wir durch einige liefere Gänge mit fußdicken Mauern geführt, die an die Kasematten von KronHorg erinnerten, und plötzlich stan­den wir im „Turm", wo eine sinnreiche Maschinerie die Panzerkuppel genau so viel Sekunden hebt und senkt, wie erforderlich sind, um die GesMtze abzufeuern.

ES war ein imposanter Augenblick, alS die Kupp 6 sich über unseren Häuptern hob und wir die Geschütz« Mündungen auf einen unsichtbaren Feind gerichtet iahen. Der würdige Artillerist, der dort die Maschinerie handhabte, verzog keine Miene. Er erinnerte mich an einen Schütze« bruder, der bei der gefüllten Ente Reden auf das Vaterland hält. Aber als die Kuppel sich wieder gelenkt hatte, glitt ein wohlwollendes Lächeln über sein glänzendes Gesicht.

„Ein niedliches Spielzeug," sagte der uns begleiten» de Onizrer. „Und ein sehr kostbares Spielzeug. Wir haben sie behalten, weil wir sie einmal hatten und weil sie vielleicht trotzdem bet irgendeiner Gelegenheit von Nutzen sein können. Aber wir bauen unsere Verteidi­gung nicht mehr auf diese Festungen auf. Bereits nach dem Falle von Maubeuge wußten wir, was unser« sperrsorts wert sind." („Post")

Vermischtes.

Die Entziehung der Brotkarte als Schreckmittel gegen Arbeitsscheue ist der Grundgedanke eines Er- laßes, den das bayerische Bezirksamt Tölz an die ihm unterstellten Beamten herausgegeben hat. Dieser Er­laß, der wohl bisher einzig dasteht, sagt u. a.: Die Be­sorgung der notwendigen Arbeit in Feld, Wald und Wieie ersvrüert ein Zusammenwirken aller verfügbaren Arbertskraste des Bezirks. Kein Arbeitsfähiger darf sich ausschließen, sondern alle, ob alt oder jung, arm oder rerch, müßen mit Hand anlegen. Arbeitsscheuen Per­sonen muß entgegengetreten werden. „Wer nicht ar- veitet, soll auch nicht essen." Dieser Grundsatz kann jetzt, da Brotkarten eingeführt sind, leicht durchgeführt werden. Die Gemeinden dürfen daher arbeitsscheuen x^lvneu so lange keine Brotkarten verabreichen, als sie dre Arbert ohne berechtigten Grund verweigern. Er­sparte Brotmarken können schwer Arbeitenden zuge­wandt werden.

, Der Tod des größten Zigarrenkeuners". Die eyg- lrichen Blatter widmen warm empfundene Nachrufe dem eben verstorbenen Mr. William Klingenstein, der das Haupt des größten englischen Zigarren-Jmportgeschäf- tes war und als der „größte Zigarrenkeuuer" gepriesen wurde. Selber müssen sie ein gestehen, daß auch dieser „führende Mann Englands" — ein Deutscher war. Klrngenstein stammte aus Miudenberg in Bauern, kam in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach London und gründete hier seine Firma, die das größte Zigarren-Jmportgeschäft Englands wurde und 70 Pro­zent des ganzen Handels monopolisierte. Klingenstein galt als unbedingte Autorität auf dem schwierigen Ge­biete der Havanna, und es war sein Stolz, daß er bei der Schätzung des Preises einer Zigarre, die er geraucht, sich nie irrte. Er war ein leiöenichaftlicher Raucher unb hüllt sich nur an die „schwärzesten der schwarzen Zi­garren, die selbst die an schwersten Tabak gewöhnten Durchschnittsraucher nicht vertragen konnten."

Witze vom Tage. Verraten. Geschäftsfreund: „Wenn durch die Hände Ihres Kassierers so ungeheure Summen gehen, wie Sie sagen, da müssen Sie doch immer in Sorge sein, daß er Ihnen mal durchbrennt?" — „Der wird sich hüten.... er hat mir ja hundert Mark Kaution ge­stellt!" („Fliegende Blätter".)--Ich sprach heute am hiesigen Oberlyzeum im englischen Unterricht über die Reise Gullivers nach Lilliput, dem Lande der Zwerge. Die Schülerinnen fanden heraus, daß ein Enwohner so

groß wie unser Finger gewesen

t

gen/' bemerkte eine Schülerin Wrer Nachbarin, die ihren Finger als Ltlltputaner auf die Bank stellte, „denn die Engländer haben lange Finger." („Jugend".)

Sie Zuschläge zu den Noftgebähren

»-* Berlin, 7. März. (WTB.) Nach einem dem Bun­desrat vom Reichskanzler vorgelegten Gesetzentwurf soll mit den Post- und Telegrammgebühren eure außeror­dentliche Reichsabgabe nach folgenden Sätzen erhoben werden: Bon jeder Sendung: bei Briefen im Orts- und Nachbarortsverkehr 2 Pfg., im sonstigen Verkehr 5 Pfg., bei Postkarten 2 Pfg., bet Drucksachen bis 50 Gramm 1 Pfg.. bei Paketen bis zum Gewicht von 5 Kilogramm bis 75 Kilometer Entfernung 5 Pfg., bet allen weiteren Entfernungen 10 Pfg., beim Gewicht über 5 Kilogramm bis 75 Kilometer Entfernung 10 Pfg., auf alle weiteren Entfernungen 20 Pfg., bei Briefen mit Wertangabe bis 75 Kilometer Entfernung 5 Pfg., auf alle weiteren Ent­fernungen 10 Pfg., bei Postauftragsbriefen 5 Psg., bei Postanweisungen im Betrage von mehr als 10 bis 50 Mk. 5 Pfg., über 50 bis 100 Mk. 10 Pfg. und über 100 Mk. 20 Pfg., im Postscheckverkehr bei Beträgen von mehr als 10 Mk. auf Zahlkarten 5 Pfg. von jeder Zählkarte, bei Auszahlungen 5 Pfg. bei jeder Auszahlung und bei Ueberweisnngeu von einem Postscheckkonto auf ein an­deres 2 Pfg. von jeder Neberweisung, bei Telegrammen von jedem Telegramm im Stadtverkehr 15 Pfg., im son­stigen Verkehr 25 Pfg., bei Rohrpostbriefen und Robr- postkarten von jeder Sendung 5 Psg., bei Anschlüssen an ein Orts-, Vororts- oder Bezirksfernsprechnetz 20 % vor, jeder Pansch- oder Grundgebühr, bei Ortsgesprächen von Teilnehmeranschlüssen gegen Grundgebühr, Gesprächen im Vorortsverkehr, im Bezirksverkebr und im Fern­verkehr 20 % von der Gebühr für jedes Gespräch und bei FernsprechneM'nanschtüssen 20 % von der Gebühr für je­den Nebenanschluß.

Ferner ist in Aussicht genommen, den Fracktur - kundenstempel für Warenladungen im Eisenbahn- frachtverkehr zu erhöhen und einen Stempel für Stück­gut s v e r k c h r nach folgenden Sätzen einzuführen: Frachturkunden im inländischen Eisenbahnverkehr über Fracht-, Stückgut und Expreßgut 15 Pfg., Eilstückgut 30 Pfg., Frachtgut in Wagenladungen bei einem Frachtve- trage von nicht mehr als 25 Mk. 1 Mk., bei höheren Beträgen 2 Mk., Eilgut in Wagenladungen bei einem Frachtbetrage von nicht mehr als 25 Mk. 1,50 Mk., bei hö­here!, Beträgen 3 Mk. Die Steuersätze für Wagenladun­gen ermäßigen sich auf die Hälfte, wenn das Ladege­wicht des gestellten Wagens weniger als 10 Tonnen beträgt.

Weitere Drahtnachrichten.

Opfer einer Lawine.

»s^ Innsbruck, 8. März. Wie die „Merauer Zei­tung" meldet. wurde der Merauer Kurarzt Dr. Ale ran- der Walter das Opfer eines Lawinenunglücks in Jta- ltenisO-Tirol. Das Blockbaus in dem sich Walter be­fand, wurde von Sckneeumssen in die Tiefe gerissen, wobei Walter seinen Tod fand. Die Leiche ist geborgen.