Neue Forderungen an Griechenland.
Die „Frkf. Ztg." berichtet aus Athen über neue Forderungen der Entente, die sich auf den Betrieb der mazedonischen Eisenbahn, den Rückzug der griechischen Trnppen in der Gegend von Florina und Kavalla, die Besetzung der Ein- und Ausfahrt des Kanals von Ko- rinth und die Errichtung einer Funkenstatiou daselbst beziehen.
Dem „B. Lok.-Anz." zufolge meldet der „Corriere d'Jtalia" aus Athen: Die griechische Regierung hat den Gesandten der Ententemächte eine Note in bezug auf die Beschlagnahme eines griechischen Dampfers überreicht, der 200 Bulgaren nach Kreta beförderte. Das Schiff wurde von einem englischen Kriegsschiff angehalten und untersucht und die Bulgaren als Kriegsgefangene in Milo festgehalten. Griechenland fordert ihre Freilassung mit der Begründung, daß die Bulgaren aus Griechrfch-Mazedonten stammen und daher griechische Untertanen sind.
Ententearbeit in Rumänien.
** Sofia, 4. März. (T. U.) Von wvhlinformierter Seite wird nach dem „B. T." berichtet, daß die Entente in letzter Zeit mit besonderem Eifer darauf hinarbeite, einen Konflikt zwischen Rnmänien und Bulgarien her- vetzuführen, um sich auf diese Weise die langersehnte militärische Unterstützung Rumäniens zu sichern.
Beruhigende Zahlen.
Ihrer vielbeachteten Schrift „Die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands" läßt die Dresdner Bank jetzt eine sehr fesselnde Ergänzung unter der Ueberschrift „Die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands im Kriege" folgen, die in kurzen statistischen Tabellen ein umfassendes Bild von der Entwicklung Deutschlands im Vergleich mit jener Englands und Frankreichs gibt. Sie kommt dabei zu dem hier überzeugend dargelegten Schluß, daß sich Deutschlands Wirtschaftskräfte im Kriege glänzend und in einer selbst für viele Deutsche überraschenden Weise bewährt haben. Die Zahlen reichen bis Ende November bezw. Dezember 1915. Das Volksvermögen betrug nach den neuesten Schätzungen vor dem Kriege in Deutschland 330 bis 390, in Frankreich 200 bis 260, in Großbritannien und Irland 300 bis 360 Milliarden Mark. Die erste Zahl bedeutet die niedrigste, die zweite die höchste Schätzung berufener Fachleute. Die deutsche Sparkraft während des Krieges betrug von August 1914 bis Ende 1915 2958 Millionen in Gestalt der Zeichnungen auf die beiden ersten Kriegsanleihen und außer Bern 660 Millionen als Reinzuwachs der Sparguthaben, zusammen also 3618 Millionen Mark. Wahrhaftig, ein ganz außerordentliches Ergebnis. Die Lebensmittelteuerung wird für Deutschland zwischen 50 und 60 Prozent, in England und Frankreich auf etwa je 50 Prozent geschätzt, ist also in diesen Ländern, obgleich ihnen der Weltmarkt offen steht, fast ebenso groß wie in Deutschland. Die täglichen Kriegskosten werden für die Zentralmächte auf 120 Millionen, die unserer vereinigten Gegner auf 245 Millionen geschätzt. Die Enteilte gibt also täglich doppelt so viel für den Krieg aus wie die Zentralmächte.
Die neue Kartoffel-Regelung.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Dr. Del- brück, gibt die neuen Preisfestsetzungen und Verkaufsregelungen für Kartoffeln bekannt, durch welche die Stockungen in der Kartoffelversorgung der Bevölkerung beseitigt werden sollen. Die Landwirte erhalten eine Erhöhung der Höchstpreise. Sie haben, je nach den ver allerdings müssen sie verkaufen. Denn wenn sie es auf die Enteignung ankommen lassen, so erhalten sie für die Tonne 30 M. (für den Ztr. 1,50 .M weniger. Die vom Reich festgesetzten Kleinhandelshöchstpreise von 4 «^ werden aufgehoben. Die Neufestsetzung von Kleinhandelshöchstpreisen unterliegt den Gemeinden, die hierbei nach freiem Ermessen verfahren können: zur Festsetzung selbst sind sie jedoch verpflichtet. Die ganze Neuregelung tritt am 15. März in Kraft. Ueber das Vorhandensein der für die Bevölkerung nötigen Kartoffelmengen im Lande brauchen wir uns bekanntlich keinerlei Sorge zu machen.
BtiessanetleL
Das Befinden des Zaren Ferdinand.
Ueber das Befinden des Königs Ferdinand der Bulgaren wurde am Freitag der folgende Bericht ausgegeben: Die Erscheinungen der BronchUis ftitB bis auf kleine Reste zurückgegangen. Puls und Temperatur sind wieder normal. Seine Maiestat bedarf noch werterer Schonung und kann seine Gemächer nicht verlassen.
Die Opfer der „Provence".
Die „Provence" war laut „Köln. Ztg." für die Beförderung von 400 Fahrgästen erster Klasse 204 zweiter und 900 Fahrgästen dritter Klasse eingerichtet und konnte im ganzen, einschließlich der Bedienungsmann Hast, 1900 Personen befördern. Sie hatte diese Zahl reichlich an Bord, so daß, da die Zahl der Geretteten auf 870 an- gegeben wird, gegen 1200 Mann mit dein Schiff untergegangen sind.
Der Ruf nach Artillerie.
Oberstleutnant Rousset unterstreicht im „Petit Pa- risien" die Notwendigkeit, eine furchtbare Artillerie mit Munition zur Verfügung zu haben, und sagt: Davon werden wir erst genug haben, wenn wir Ueberfluß haben. Darum müssen wir unablässig und unermüdlich arbeiten, bis der Ueberfluß da ist
Ein „furchtbarer Feind".
Das Amsterdamer „Handelsblad" schreibt: Daß die Teutschen den Augenblick bestimmten, um im Westen diese gewaltige Offensive zu uNtertrehmen und dadurch ihren Gegnern, deren Offensive sich rtM immer auf die Ankündigungen beschränkt, zuvorkamen, beweist, wie falsch die Nachrichten der Alliierteu-Pres e sind, wo immer nur von einer Erschöpfung der deuntheil Heere an Material und Mannschaften gesprochen wird. Nach neunzehn Kriegsmonaten ist Deutschland twch immer militärisch ein furchtbarer Feind und der Versuch, im Westen den Stellungskrieg wieder in da» Stadium des Bewegungskrieges zu bringen, zeigt, daß seine mili- mrische Kraft durchaus noch nicht gebrochen ist.
Stimmungsbilder uns Frankreich.
(Auf Grün dfranzösi scher Originalbriefe.)
(Schluß.)
Ueber den Mangel an Menschen
liest man in einem Schreiben aus der Vendee: „Mir scheint, es soll dieser Krieg kein Ende nehmen. Die Soldaten werden im nächsten Jahre noch einmal alle auf Urlaub kommen: aber Du mußt wissen, ich glaube, wenn der Krieg noch so lange dauern sollte, we ß Gott, es würde keine Soldaten mehr geben. Was täglich fällt, das ist entsetzlich" — und in einem solchen an« Tours:
„Immer länger und länger wird die Liste, ich glaube, der Krieg wird aus Mangel an Kämpfern aufhören."
Die sich häufenden
wirtschaftlichen Schwierigkeiten
in Frankreich lassen einen Briefschreiber klagen: „Wieder ist Allerheiligen und ich habe noch keine Hand voll Getreide gesät.... Wie oft hatten Allerheiligen viele die Aussaat beendet. Man verreckt oder schuftet bis zum Ende dieses verfluchten Krieges, der so unzählig viele in Kummer und Trauer stürzt und gar manche Familien ins Elend für immer." Ein Landwirt aus La Planche schreibt im November über das gleiche Thema: „. . . . Alles ist ansgehvbeu .... wenn das noch lange dauert, frage ich mich, was aus uns werden soll, denn innerhalb eines Monats wird die Jahresklasse 1917 ausrücken und ebenso die Klassen 1887 und 1888, man hat sie bisher zur Aussaat zurückgehalten." Denselben Faden spinnt ein Briefschreiber aus der Vendee: „. . . . Diese jungen 18jährigen Leute unter den Fahnen zu sehen, das bedeutet der Ruin der Welt und vor allem der Heimat. Dieser Mangel au Arbeitshänden bewirkt für die Zurückbleibenden eine große Teuerung . . . . Viele Güter, die kein Kapital haben, lassen sie einfach brach liegen .... ich fürchte, im nächsten Jahr wird es noch schlimmer werden."
Die Teueruugsfrage
behandelt ein Brief aus Falgoux Ende Oktober 1915: v. > . . Ich weiß nicht, wie ichs machen soll, denn die Männer sind Bier recht dünn gesät: das Leben ist sehr teuer und alles steht hoch im Preise. Wenn das so weiter geht, was soll aus uns werden? . . . ."
Ein Pariser Brief schildert die Not der Arbeiterklasse wie folgt: „. . . . Die Stellungen sind sehr schlecht und schlecht bezahlt: man sollte sich endlich gegen diese Baude von Kapitalisten, die aus dem Elend Vorteil ziehen, inBem sie die armen Arbeiterinnen ausbeuten, offen empören. Die Männer lehnen sich gegen einen achtstündigen Arbeitstag auf, uns armen Frauen aber sind sie unverfroren genug, 10 Stunden Arbeit zu- zumuten, und uns dabei kaum mehr als den nackten Lebensunterhalt verdienen zu lassen. Geht das so fort, so wird das, glaube ich, schlimm endigen: denn 10 Stunden Arbeit sind das Minimum, öfters gibt es auch den 13- und 15 stündigen Arbeitstag."
Ueber den
amtlichen Nachrichtendienst
und das französische Zeitungswesen schreibt ein Einwohner aus la Corvee als einer unter vielen: „. . . ich werfe nur einen Blick auf die amtlichen Kriegsdepeschen, wie gewöhnlich jeden Abend. Marie fragte mich, was es Neues gebe, und ob die Zeitung immer wieder diese berühmten Lügen bringe. Voll Zorn nahm sie mir dieselbe weg und warf sie in den Ofen, indem sie zu mir sagte, daß dies für die Blöden gut wäre. In der Tat glaubt man den Zeitungen nichts mehr, wenn man die Soldaten aus den Schützengräben hat erzählen hören. Sie sagen die volle Wahrheit und sind glaubwürdig aber das Papier läßt sich ruhig bedrucken."
Die allgemeine Kriegsmitdigkeit
in Frankreich geht aus nachstehenden brieflichen Ergüssen hervor, die nach der Front gerichtet waren,
Draguignan, 11. 11. 15.
„. . . . O, daß dieser Krieg doch schnell zu Ende ginge. Es ist jetzt genug . . . ."
Albanne, 14. 11. 15.
mmMMMMM^ fretung, wo man sich in guter Gesundheit wieöersey» kann, und es ist zu wünschen, daß dieser schreckliche Krieg, der uns so viele Tränen verursacht, so schnell als möglich zu Ende gehe . . . ."
len
Dole, 27. 11. 15.
„. . . . Wenn doch nur das Ende dieses Krieges käme! denn Ihr müßt doch jetzt sehr müde sein und Ihr habt schon so viele Leiden ausgestanden seit so langer Zeit. Es wird gewiß viel mehr Kranke gehen als Tote. Wir ersehnen lebhaft das Ende dieses Alpdruckes . . . ."
Epiual, 28. 11. 15.
...... Dieser Krieg wird doch auch einmal ein Ende nehmen: ich bin seiner recht überdrüssig, wie jedermann hier. Das Elend wird auf dem Lande bald Platz greifen, wenn es noch so weiter geht. . . ."
Den Reigen dieser Stimmen aus dem Volke möge ein interessantes Gegenstück zu den Klagen über das elende Aussehen der französischen Soldaten beschließen. In der „Oeuvre" vom 15. 2. sind zwei amtliche Schreiben des ersten Bezirkschefs des verschanzten Lagers von Paris an die Generaldirektion des Proviantwesens abgedruckt, in denen es bezüglich der Mehllieferungen an die Militärmagazine unter anderem lautet. „Es wird empfohlen, das schlechteste Mehl zu liefern" und „Da es sich um militärische Müllereien handelt, ist es zulässig, die ßieferititgen in einer Qualität auszuführen, die an bürgerliche Müllereien nicht geliefert werden könnte."
Der hier wiedergegebene Auszug möge für diesmal genügen: er ließe sich um Dutzende weiterer Beispiele vermehren. Eines besonderen Kommentars bedürfen die in Uebersetzung angeführten Briefe als Selbstbekenntnisse aus französischem Munde nicht, da Zusätze deren Wirkung nur abzuschwächen vermöchten.
W. T. B.
Vermischtes
Auslätchisches Speisefett. Der städtische Obertierarzt Dr. Junark in Berlin berichtet in der „Deutsch. SchlaHt- und Vichhof-Ztg." folgendes: Bor einigen Tagen kaufte ich in einem Laden des Berliner Ostens, in dem nur mit dieser Ware gehandelt wurde, ein Viertelpfund der Mir verdächtig erscheiuenöeu und als Leberschmalz ver- kanften Ware zu dem Preise von 45 Pfg., eine Pfund- dose kostete 1,60 .//„ und in dieser kostete also das Mund Leberschmalz 1,92 Mk., da sie nur 400 Gramm Ware enthält. Das Präparat stellte eine bräunliche, leicht schmierbare, fade uud nur stark gepfeffert schmeckende Ware dar. Die Aualnsc bestätigte den Verdacht in vollstem Umfange. Der Trockeusubstanzgehalt wurde zu 22 v. H., der Fettgehalt wurde zu 4 v. H. ermittelt. Der Wert der für 45 Pfg. gekauften Ware ist höchstens 5 Pfg., ist also neunmal so teuer bezablt! — Dre Konservendosen trugen keine volle Firmenbezeichnung, sie stammten nach meinen sonstigen Erfahrungen wahrscheinlich aus Dänemark. Wahrscheinlich ist die Ware in großen Mengen nach Deutschland gelangt.
Einen Aufruf an die Frauen und Mädchen erläßt der Königl. Landrat in Hannover, Graf v. Wedel. Er lautet: Die zum Heere eingezogenen Männer stehen tn heißem Kampfe und können deshalb zur Frühjahrsbestellung nur vereinzelt auf Urlaub kommen. Pflicht jeder gesunden Frau, jeden gesunden Mädchen ist es, sich
für die Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. An dir, Frauen und Mädchen ergeht daher der Ruf: „Hinaus ins Feld zur Arbeit für die Volksernährung l"
Feldgrauer Humor. Frühe Vorsicht. „Was du Ben, gel, bist erst fünfzehn Jahre alt, und hast schon ein Stelldichein?" „Na, wo doch 'ne Junggesellensteuer in Sicht isl" — Glaubhaft. „Etwas hab' ich amal gauz bestimmt schleichen sehen. Entweder 's war a Franzos' oder a Sau. A Sau wär' mir glei' über." — Einzige Erinnerung. Lehrer (der mit der Zusammenstellung einer Torf, chronik beschäftigt ist): „Wissen Sie sich nod) auf Vorgänge aus Ihrer Jugendzeit zu erinnern, Frau Huber?" Greisin: „O na, Herr Lehrer, dafür ist's Gedächtnis halt ichott zu schwach g'worden . . . . i weiß nur noch, daß i a sehr hübsches Madel g'wesen bin!" (Meggend. Bl.)
Heuttokr Besuch im Achilleion.
Eine Amsterdamer T. U.-Drahtuilg besagt: Dr. v Tienhoven, der im „Handelsblad" Teile aus seinen Tagebuch unter dem Titel: „Bei den Serben in Albanien" veröffentlicht, schreibt unterm 6. Februar u. a.: Bevor ich Korfu verließ, wollte ich das Achilleion, das Schlagdes deutschen Kaisers, noch besuchen. Am Schloßtor stehen französische Alpenjäger und an der Fahnenstange, von der man die Kaiserkrone entfernt hat, flattert die französische Flagge. Auf den Nebengebäuden weht die Fahne des roten Kreuzes. Die Wache erzählte uns, daß der Eintritt verboten fei, aber als ich ihr mit- terlte, wer ich war, rief sie den diensttuenden Offizier, der mich von Frankreich her kennt, und mir den ganzen Palast mit den Nebengebäuden zeigte. Niemand hat die Privatgemächer des Kaisers oder der Kaiserin betreten, diese sind vielmehr sorgfältig versiegelt. Abgesehen von der schönen Marmortreppe und dem Gemälde, das den Siegeszug des Achilles darstellt, sowie ein paar größeren Sälen und einer Galerie mit Marmorbildern und Mosaiken, ist das Schloß nicht viel mehr als ein großes Hotel. Viele Zimmer sind mit einfachen Möbeln ausgestattet. Dasselbe gilt vom Nebengebäude, nur sind hier die Zimmer kleiner. Durch zwei Badezimmer und andere Bequemlichkeiten auf jeder Etage ist das Schloß ganz besonders für ein Krankenhaus geeignet. Es war noch nicht in Gebrauch genommen, doch war man mit dem Aufstellen von Betten beschäftigt. Das Schloß liegt in einem Park mit vielen Marmorbildern. Die große Marmorstatue des erschlagenen Achilles ist ein Prachtstück der Bildhauerkunst. Gewaltig ist das bronzene Riesenstandbild des Achilles in voller Waffen- rüstung, das nach der Seite des Meeres steht und durch zwei Scheinwerfer beleuchtet werden kann. Vom flachen Dache des Schlosses aus kann man einen großen Teil der Insel übersehen und hat die herrlichste Aussicht in die Ferne.
Schivarzwälder Lauern im Feuer.
Das 1. Bataillon des Reserve-Jnfauterie-Regimetüs Nr. 109 war allein auf dem Vormarsch in einem nicht allzubreiten von bewaldeten Höhen umgebenen Tal. tu dem regellos zu Höfen und Blocks geformt, die am Abend zuvor von den Feinden verlassenen Gehörte lagen.
zwei solcher Häuserblocks ttoerwrnöenö, die Häuser von P. erreicht, als in Sie geschlossenen Kolonnen hinein von links, vorne und rechts Jnfanteriefeuer h'agelte. Nicht lange, so setzte auch Maschinengewehrfeuer' und Feuer sogar aus dem Rücken ein.
Vom Feind war nichts 311 sehen, da gab es nichts anderes als „Drauf" und Luft geschafft.
Die 2. Kompagnie setzte zuerst mit einem langen Sprunge gegen den Feind au. Von der Mühle aus konnte man ihn sehen.
Jetzt galt es heranzukommeu. Einzeln, zu Zweie,r mußte ein etwa 80 Meter langes, völlig freies Stück überwunden werden, durch einen 2 Meter breiten Bach ging der Weg.
Dem Ersten, dem Zweiten und Dritten glückte es. Da hatte der Feind die Absicht erkannt. Jedem weiteren schlug wildes Feuer entgegen Den Nächsten packte es, einen anderen schlug es in den Bach. Die Nebrigen stutzten.
Da sieht einer, wie der Totgeglaubte, der zuerst Gefallene, den Kopf hebt und ruft, — was, konnte nicht verstanden iverden. Aber das stekt fest, „Den müssen wir holen!" Wie er den Kopf hebt, prasselt ein neuer Hagel über ihn hinweg. Wer will's da wagen, ihn zu holten? über den breiten Bach weg?
Drei Leute sind es, die es unternehmen, der Wehr- mann Ntax Güntert aus Laufen, der Reservist Richarc Schlenker aus Obereschbach in Baden und der Reservist Carl Zimmermann aus dem gleichen Ort von der 2. Kompagnie des Reserve-Jnfanterie-Regiments Nr. 109 alle drei Bauern vom Sckjwarzwald.
Wie der Wind sind zwei von ihnen bei dem Verwundeten, liegen atem- und regungslos neben ihm, stehen langsam und vorsichtig auf und schwankenden Schrittes, umrast von einem Schauer von Geschossen, gehen sie ruhigen Blutes zum Hause zurück, über Ben Steg, den unterdessen der dritte, nicht nstnder beschossen, über den breiten Bach gebaut hatte. Der Verwundete rvar geborgen.
Nachdem nun die anderen sahen, daß es doch uoch ging, die freie Strecke zu überwinden, packte auch die wieder der alte Schueid und einer nach dem anderen stürmte durch das Feuer wieder vor. Vor ihrem Ansturm wich der Feind zurück, das arg bedrängte Bataillon hatte sich herausgehauen — und war gerettet.
Band@l und Verkehr»
Kriegsanleihezcicknunsc». Als erster Tag für die Zeichnungen auf die vierte Teutsche Knegsanleihe ist bekanntlich der 4. März festgesetzt worden. ^chon vorher liefen aber die Anmeldungen von gewaltigen Zeich- nungsbeträgeu ein, wie wir es auch bei den vorhergc- gangenen ü riegsanleihen gewöhn» waren. Die Firme Krupp in Essen wird 40 Millionen Mark von der neuen .Kriegsanleibe zeichnen. Von der Nastauischen Sparkaflc wird berichtet, daß sie für sich und ihre Sparer 20 Millionen Mark zeichnet, die Nafsanische Landesbank 5 Millionen Mark imd der Bezirksverband Wiesbaden ebenfalls 5 Millionen Mark. Die Landesversickerungsanstalt in Berlin wird aus die neue Kriegsanleibe 15 Millionen Mark zeichnen. Der Bezirksverband Kurbessen zeichnete wiederum OK Millionen Mark.