Erhöhte Tätigkeit unserer Unterseeboote.
tiikusware» aus dem Ausland.
Das Verbot der Einfuhr entbehrlicher Gegenstände.
Unter den Verordnungen wirtschaftlicher Natur, die mit dem 1. März in Kraft getreten sind, nimmt das Ver- vor der Einfuhr entbehrlicher Gegenstände der Bedcu- tnna nach wohl die erste Stelle ein. Tas Verbot trifft nicht nur die Verbraucher der in der Verordnung namhaft gemachten Gegenstände, sondern zweifellos auch eine Reihe von deutschen Gewerbebetrieben, die bisher durch den Absatz jener Gegenstände Verdienste fanden. Die Schädigung dieser Gewerbebetriebe bildet das einzige Mißliche in der in Rede stehenden Verordnung. Von einer, den Verbrauchern zustehenden Riicksichtnahme kann keine Rede sein. Man braucht aus der umfangreichen Liste der von dem Einfuhrverbot betroffenen Gegenstände nur eine Anzahl Waren zu ermähnen, um sofort die Frage hervorzurufen, wie es überhaupt nrög- lich gewesen ist, daß sich in dieser Kriegszeit, wo das deutsche Volk um sein Dasein ringt, bei uns noch immer Abnehmer für solche Luxuowaren gefunden haben. Wenn wir in der Liste Erzeugnisse von Ziergärtnerei, Ananas, Vanille, Kaviar, Vanauften. Schmuekfedern, Likör, Schaumwein, künstliwe Riechstoffe, Riech- und Schönheitsmittel finden, so dürfen, wir wohl dem Erstaunen Ausdruck geben, daß bisher immer noch trotz des Krieges gutes deutsches Geld für solche Dinge ins Ausland gewandert ist. Es war wirklich au der Zeit, daß dem ein Riegel vorgeschoben wurde, beim es ist klar, daß durch eine solche höchst überflüssige Einfuhr unsere Zahlungsbilanz und unsere Valuta ungünstigst beeinflußt werden mußten.
Neben der guten finanzpolitischen Wirkung, die das Einfuhrverbot zur Folge haben wird, dürfte aber auch der in dem Verbot liegende Hinweis auf den oaterlänöi- schen Ersatz der verbotenen Gegenstälide nicht unbeachtet bleiben. Die deutsche Wissenschaft und Technik, der deutsche Erfindungsgeist und der deutsche Gewerbe- fleiß haben im großen Kriege derartige Leistungen zu Gunsten der Unabhängigmachung Deutschlands vom Auslande vollbracht, daß man wohl damit rechnen darf, daß mehr als einer der in der Verbotsliste enthaltenen Gegenstände für immer von unserer Einfuhrliste verschwinden wird. Wir haben erst in diesem Kriege für manche deutsche Erzeugnisse die richtige Wertschätzung gewonnen. Wenn das Einfuhrverbot dazu beiträgt, die Reihe dieser heimischen Werte zu erweitern, so wird man das nur dankbar begrüßen können. Je unabhängiger sich Deutschland vom Auslande macht, desto besser; die Wertschätzung des inneren Marktes, die bei uns m den letzten Fahrzehuten in einem recht bedenklichen Maße gesunken war, kann bei aller Anerkennung der Notwendigkeit und Wichtigkeit unseres Außenhandels, gar nicht genug gestärkt und gehoben werden.
Zunächst und vor allem freilich enthält die jetzt in Kraft gesetzte Verordnung eine dringende Mahnung zur Einschränkung des Verbrauches von Luxuswaren im allgemeinen, einen eindringlichen Ruf zu einer einfacheren und sparsameren Lebensführung. Auch ganz abgesehen von dem ausländischen Ursprünge der in der Verordnung angeführten Gegenstände wird man ihrer Kennzeichnung als „entbehrlich" nur beipflichten können. Diese Kennzeichnung aber enthält in der Zeit, in der wir leben, einen Tadel für Jeden, der nicht Entschlußkraft genug besitzt, auf den Gebrauch oder Genuß der „entbeorlicheu Gegenstände" M verzichten. Wahrlich es gibt heute dringendere und edlere Zwecke des Geldausgebens, als die Befriedigung eitler Begier- ben oder gar von Gaumenfreuden. Die Klage, daß manche Kreise bei uns in ihrem Leben und Gehaben noch immer ferne Spur von dem Ernste der Zeir erkennen lassen, ist nicht ganz unbegründet. Es wäre unseres Trachtens ganz erwünscht, wenn die besprochene Verordnung darin nachhelfen würde.
Bisher 63 000 Mann französische Verluste bei Verdun.
»e* Amsterdam, 2. März. (T. U.) Aus London wird nach der „Bl. Mp." gemeldet, daß nach dort eingetroffe- nen zuverlässigen Privatmeldungen aus Paris die französischen Verluste bei Berdu« bis znm 28. Februar auf 63 000 Man« geschätzt werde«.
An der Front bei Armentieres.
»-* Haag, 2. März. (T. U.) „Het Vaderland" meldet naef) der „Tgl. Rdsch." aus London: An der Front zwischen Armentieres und der Gegend südlich von Albert herrscht lebhafte Kampftätigkeit. Die deutsche Artillerie beschießt mit außerordentlicher Heftigkeit die französischen Stellungen. Die Franzosen sind sich jedoch ihrer Kraft wohl bewußt und nehmen die Bejchießung mit Ruhe hin. Ihre Artillerie beantwortete das deutsche Feuer mit gutem Erfolge.
Das Tal der Liebe.
Erzählung von Ellen Svala.
9) (Nachdruck verboten.)
Wie leer die Welt nur ist! Düsteren Schleiern gleich liegt es über dem Walde und der sonst so sonnigen Wiese! In mir ist eine Gleichgültigkeit und Oede, die ich vorher nie empfunden habe, und es drängt mich ein Verlangen, mich zurückzuleben in die jüngste Vergangenheit, die er belebte, so daß ich zu Tante Linas Verzweiflung und hellem Zorne ganze Tage tatenlos verbringe.
Zu Wilmas Hochzest sehe ich ihn wieder,--die Ungeduld verzehrt mich, wäre der Augenblick doch erst da!
Wie kühl und erfrischend der Wind daher streicht, auf seinen Flügeln ganze Wolken vom Dufte der wll- den Blumen, und vom taubespritzten Moofe der klaren Waldesquellen tragend! Campanulen, große weifte Mar- gueriten, mauvefarbige Scabiosen und das zarte, an seinen Spitzen hie und da noch rötliche Laub der Eichen, bilden sich unter meinen Händen zum Kranze. Ich grübele und sinne und vor meinen Augen erstehen, Visionen gleich, Bilder der Vergangenheit und Träume der Zukunft und plötzlich zerfließen Vision und Traum in eine beglückende Wahrheit: — aufschauend sehe ich Artur raschen schrittet den Waldweg entlang kommen--ein Schrei--ein Ausruf des Entzückens--wir liegen uns wortlos in den Armen, den Zauber des unerwarteten, unuerftofften Wiedersehens wie die Ehrfurcht vor etwas Heiligem und Hohem in uns verspürend.
„O Du," sagt er und hebt mein Antlitz zu sich empor. „Du, deren Bild mich Tag und Nacht verfolgte, daß
' Mas dem groben Hattptquartler ^
■te* Großes Hauptquartier, 1. März 1916. (Amtlich. WTB.) (Eingegangen 2,45 Uhr nachmittags.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Artillerietätigkeit war auch gestern a# vielen Teilen der Front sehr rege, besonders auf feindlicher Seite. An mehreren Stellen verfolgte der Gegner damit freilich nur Tänschungszwecke. Dagegen schien er im Usergebiet, in der Champagne sowie zwischen Maas und Mosel bestrebt zu sein, uns ernstlich zu schädige«. Er erreichte das Ziel nicht.
Im Luftkampfe wurde ein euglischer Doppeldecker bei Menin bezwungen, die Insassen sind gefangen. Zwei französische Doppeldecker holten die Abwehrgeschütze herunter, den einen bei Bezaponin, nordwestlich von Soissons, Insassen gefangen, den anderen dicht südwestlich von Soissons, Insassen wahrscheinlich tot. — Ein von dem Leutnant d. R. Kühn geführtes Flngzeng, Beobachter Leutnant der Reserve Haber, brächte einen militärischen Transportzug auf der Strecke Besa«co«- Jussey durch Bombenabwurf zum Halten nnd bekämpfte die ansgestiegene Transportmannschaft erfolgreich mit seinem Maschinengewehr.
Westlicher und Balkan-Kriegsschauplatz.^ Nichts von besonderer Bedentnng.
Oberste Heeresleitnng.
Ein französischer Minensucher versenkt.
Genf, 2. März. (T. u.) „Petit Parisien" meldet nach der „Tgl. Rdsch." aus Le Havre: Am Sonnabend vormittag bemerkte ein französischer Minensucher ein feindliches Unterseeboot, auf das er ohne Erfolg schoß. Als es gegen 2 Uhr nachmittags wieder ««stauchte, nahm es der Minensucher unter Feuer, wurde jedoch gleich darauf von einem Torpedo getroffen und versenkt. Die Besatzung, von der zwei Matrosen verwnndet sind, wurde gerettet.
Der Ubootkrieg ein Akt der Notwehr.
*^ Kopenhagen, 2. März. (T. lt.) Der Berliner Vertreter der „Politiken" ist der „Voss. Ztg." zufolge im Auswärtigen Amt von Freiherrn von Stumm empfangen worden, der über den künftigen deutschen U- Bootkrieg u. a. ausführte: Die Maßnahmen, die von der deutschen Regierung in der Denkschrift über die Behandlung bewaffneter feindlicher Handelsschiffe angc- kündigt wurden, sind im neutralen Auslande, namentlich von Amerika, falsch verstanden worden. Ich kann Ihnen versichern, daß das ganze oeutsche Volk einig »st in der Ueberzeugung der Notwendigkeit der Durchführung der angekundigten Maßnahmen. Wir sind dazu gezwungen worden durch das Vorgehen unserer Feinde, die ihre Handelsschiffe völkerrechtswidrig mit Waffen ausgerüstet haben. Unsere Maßnahmen stehen auf dem Boden öes Völkerrechtes. Sie »ind tm6 von neuem als Notwehr aufgezwungen worden. Die Abrechnung, die wir jetzt zwischen uns und unseren Feinden vornehmen, weil wir um unsere Existenz kämpfen, beweist, daß wir uns bestreben, auf die Interessen der Neutralen alle möglichen Rücksichten zu nehmen.
Erhöhte Tätigkeit der deutschen U-Boote.
Der „Matin" meldet aus Le Havre, daß das französische Schiff „Au Revoire" von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde. Der Kapitän des in Marseille eingetroffenen Postdampfers „Duc d' Aumale" berichtet, daß er sich vor der Verfolgung durch ein feindliches Unterseeboot im Mittelmeer nur durch längeren Aufenthalt an einem Zufluchtsort retten konnte. Lloyds meldet: Der britische Dampfer „Thornaby" soll versenkt worden und die ganze Besatzung umgekommen sein. Reuter bringt eine verspätete Meldung aus Marseille, daß der britische Dampfer „Denaby" im Mittelmeer versenkt wurde. Der „Daily Telegraph" meldet, daß der Fischdampfer „Reaich" gesunken sei.
Der Untergang der Provence.
r-c Genf, 2. März. (T. U.) Das französische Ma- ruieamt wird, wie der „Bl. L.-A." berichtet, erst heute die Liste der Zivil- und Militärpersonen veröffentlichen, die nach dem Sinken des Hilfskreuzers „La Provence" geborgen wurden. Ueber die Ursache des Unterganges
ich ohne Unterlaß gereist bin, um Dich wiederzusehen, Du, die Einzige, die mich zu bannen vermag, willst Du, kannst Du die Meine werden?"
„Der Vater", stammele ich, betäubt von Glück und Seligkeit.
„Es trieb mich heraus vor Tau und Tag. Als Du noch schliefest, ging ich bereits mit dem Vater den Weg zu den Holzfällern entlang--er willigte ein, wenn --wenn Du willst."
„Ob ich will, Tu fragst noch?"
„So komm, meine Mutter erwartet Dich!"
„Jetzt gleich?" sagte ich erschrochen, „in diesem verwaschenen weißen Kleide?"
„Wenn Du nur wüßtest, wie schön Du bist in diesem Kleide," sagt er enthusiastisch und zieht mich wieder und wieder an sein Herz, um dann plötzlich, wie von Angst ergriffen, hinzuzusetzen: „Du wirst es nie bereuen, die Meine geworden zu sein, Elisabeth?"
„Bereuen?" fragte ich erstaunt, „bereuen, wie kommst Du darauf?"
Er fährt sich über die Stirn, so, als wolle er einen unangenehmen Gedanken verscheuchen und dann lächelte er etwas gezwungen und sagt: „Dummheit, ich sehe immer schwarz."
Hand in Hand gehen wir durch den Walld nach dem Schlößchen — die Sonne funkelt in Millionen von Tauperlen, jede Blume, jedes Gläschen trägt eine diamantene Krone, das Girren der wilden Taube, der Gesang der Vögel, das Wasserplätschern und Jnsekten- fummen scheint Musik geworden, wunderbare, nie gehörte Musik, und von ferne nur dröhnt in dumpfen Mißakkorden der kurze, harte Schlag der Axt an den Bäumen.
In den Park einbiegend, gehen wir denselben Weg dem Schlößchen zu, den wir an jenem Ballabend entlang
ist man in Paris bisher nur auf Vermutungen angewiesen. Das Wahrscheinlichste ist jedenfalls eine Explosion im Schifssiuneru. Laut Marseiller Depeschen von der Cykladeninsel Milos dürfte die Zahl der Ueber- lebenden 900 überschreiten, da die sogenannten Patrouil- lenfchiffe mit den Geretteten noch unterwegs sind. Den Passagieren soll genügend Zeit geblieben sein, die Rettungsboote zu besteigen.
Eine „gewisse Anzahl" Schiffe verlöre«.
** Genf, 2. März. (T. lt.) Auf eine Anfrage an zuständiger Stelle in Paris, wie viel Schiffe bei Be- kalmtwerden des Unterganges des Hilfskreuzers „La Provence" schon verloren gemeldet wurden, wurde dem. „B. L.-A." zufolge geantwortet, im Aermelkaual, in der Nordsee und im Mittelmeer habe« die Verbündete« eine gewisse Anzahl Schiffe durch Torpedierung eingebüßt.
Vielsagende Zahlen.
»-^ Rotterdam, 2. März. (T. lt.) Nach einer Mit- teilung des Liverpooler Versicherungsvereins hat die Gesellschaft im Januar d. J. Schiffe im Werte von 2 441500 Pfund verloren, davon 1583 500 Pfund infolge des Krieges. Im Januar 1915 betrug der Verlust 1674 500 Pfund, davon infolge des Krieges 297 500 Pfund. Der Wert der verlorenen Segelschiffe im Monat Januar 1916 betrug 168 000 Pfund gegen 106 000 Pfund im gleichen Monat des Vorjahres.
Gegen $e Lsles Lorrmnes.
Die aus der Woevre-Ebene zurückweichenden französischen Truppen werden, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, gegen die Cotes Lorraines gedrückt, deren Fuß von Osten her unsere Truppen nach dem Berichte unserer obersten Heeresleitung bereits am 28. Februar erreicht hatten. Die Franzosen berichteten zwar, daß sie ihre Front in der Woevre-Ebene „ungestört" von unseren Truppen Zurücknahmen. Wenn unser Generalstab aber bemerkt, daß unsere Front gegen den. Fuß der Cotes Lorraines rüstig kämpfend fortschreitet, so wissen wir, was wir von dem amtlichen Bericht des französischen Generalstabes zu halten haben, zumal in der Kriegslage an dieser Stelle nicht die geringste Begründung für ein tatenloses Zufchanen unserer Truppen zu finden ist. Täglich beweist dagegen unsere Heeresleitung, daß sie nicht gewohnt ist, den weichenden Feind in Frieden ziehen zu lassen.
Das rein Tatsächliche, daß unsere Front gegen die Cotes Lorraines vorwärts geht, beftreiten aber auch die Franzosen nicht einmal, und der Erfolg, der sich darin ansspricht, ist so bedeutungsvoll, daß wir auf alle Worr- spaltereien und Widerlegungen der feindlichen Lügeu- berichte verzichten sönnen. Es ist hier dasselbe Kampfgebiet, das schon im September 1914 in den ersten Tagen des Krieges eine erhebliche Rolle spielte. Der befestigte Bezirk von Verdun stellte sich dem siegreichen Vorwärtsschreiten unseres Heeres entgegen, da von Ver- öun bis hinunter nach Süden zürn Raume von Epinal und Belfort von den Franzosen an der Ostgrenze ein gewaltiger Festungsgürtel errichtet worden war, der dieselbe Rolle zu spielen hatte, wie die Festuugsmauer im Westen Rußlands. Um die Mitte des September 1914 begann der Kampf gegen die Sperrforts von Ver- dun, und am 22. September konnte unser Generalstav melden, daß der Angriff gegen diese Sperrfortslmte südlich Verdun siegreich den Ostrand der vorgelagerten, vom französischen 8. Armeekorps verteidigten Cotes Lorraines überschritten hatte. Das war der erste größere Erfolg, der im Raume der Cotes Lorraines errungen wurde.
Die Cotes Lorraines umfaßt auch den östlichen Festungsgürtel von Verdun. Der erste Erfolg unserer Waffen vom 22. September wurde wenige Tage später weiter vertieft durch die Erfolge, welche unsere Truppen am 24. September errungen haben. An diesem Tage wurde das erste Sperrfort südlich von Verdun, nämlich Camp des Romains, erobert. Unsere Truppen überschritten die Maas und gewannen den Westrand der Cotes Lorraines. Nun schreitet unsere Front weiter nördlich siegreich vorwärts. Diese Kämpfe bilden einen Teil der großen Feldschlacht, die sich in den letzten zehn Tagen vor Verdun entwickelt hat und hängen mit ihr eng zusammen. Da Verdun als Festung einen sehr großen Umfang besitzt, so müssen sich die Kämpfe auf dem Schlachtfeld, dessen Hauptstützpunkt für die Franzosen diese Festung darstellt, sich auch im Raume dieser Festung sehr weit ausdehnen. Die Besorgnis der Franzosen, daß man ihren Rückzug gegen die Cotes Lorraines nach ihrer Ansicht falsch anslegen könnte, ist darum in der Bedeutung begründet, welche diese Kämpfe für die Ge- samtschlacht im Raume von Verdun haben, und aus dieser heraus sind ihre krampfhaften Ableugnungsversuche
gegangen sind, und an jener Stelle, wo wir damals standen und nach der Oberförsterei gesehen haben, bleibt Artur stehen.
„Erinnerst Du Dich noch des Ballabends, Elisabeth? Damals schon schien mir das Leben ohne Dich leer, und doch reiste ich ab, ohne es Dir gesagt zu haben. Es war vielleicht gut, denn nun weift ich, daß mein Leben ohne Dich eine Unmöglichkeit ist."
Auf den Stufen der Terrasse steht Frau Weru. Sie hält die Hand über die Augen, um sich gegen das blendende Sonnenlicht zu schützen und besser sehen zu lömieu. Zögernd, von Artur mehr gezögert als geführt, schreite ich den Weg hinauf und nun — hat sie uns ersannt und kommt in ihrer flinken, lebhaften Weise, winkend und gestikulierend, uns entgegen.
„Mein Kind — mein liebes KUtül Seit Woc.'.eu schon erwarten wir diesen Augenblick," sagte sie gerührt nnd schließt mich in ihre ülrme. „Seien Sie willkommen in unserer Familie und mögen Sie recht, recht glücklich werden!"
Warrnn nur scheint auch da ein leichtes, angstvolles Zögern durch die Stimme zu zittern? Warur» nur wechseln Ptutter und Sohn einen so eigentümlichen, sprechenden Blick, dessen Sprache ich nicht enträtseln kann? Es ist ein großes Glück, das über mich gekommen ist. Was soll das seltsame Gefühl, das zu sagen scheint, das Glück sei zu groß, um vollständig ungetrübt zu sein? Es ist, als ob sich unter all dem Glänze etwas verberge, das ich jetzt noch nicht ergründen kann und das mich doch schon in ahnungsvollem Wissen ängstigt?
Gewaltsani raffe ich mich auf — ich sehe Gespenster: es ist alles licht und klar und auf Frau Werns und Ar- turs Antlitz liegt der Abglanz jenes Glückes, das ich selbst empfinde.
(Fortsetzung folgt.)