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Hit» gänzlich unverständlich «nd ««begründet. ES hat Nie die Absicht bestauben, von den in der Denkschrift an- gekündigten Maßnahmen abzuweichen. Die energische Führung nnseres u-Bootkrieges nach den Grundsätzen der Denkschrift wird z«m ««gesetzten Zeitpunkt ve, ginne«.

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Einem Mitarbeiter derFrankfurter Zeitung" ge­genüber äußerte sich ein Höherer Seeoffizier über bic <rrage des N-Krieges und was damit zusammenhängt, folgendermaßen: Es gibt zwei verschiedene Ansichten: die eine wird von der Mehrheit der Staatsmänner ver­treten und geht dahin, daß ein völliger Bruch zwischen Deutschland und Amerika sehr bedenklich wäre: nicht wegen der militärischen Macht der Bereinigten Staaten, sondern aus andern Gründen. Die andere 9(niW wird von der Mehrheit unserer Seeoffiziere vertreten und geht dahin, daß im Gegenteil dann der Krieg viel früher siegreich zu Ende geführt werden könnte aber nur unter der Voraussetzung, daß man aus dem Bruch auch alle entsprechenden Konsequenzen ziehe. Um dies zu verstehen, will ich Ihnen die beiderseitigeil Gründe an- führen. Die Staatsmänner sagen: Amerika könnte im Falle eines Bruches 1. unsere dort liegenden Handels- S, deren Wert an eine Milliarde betragen soll, be­nahmen, und so würden wir des Kerns unserer Handelsflotte beraubt, während umgekehrt Amerika da­durch in den Besitz einer schönen Handelsflotte käme. Dies wäre für die erste Zeit nach dem Frieden verhäng­nisvoll, weil sich dann Amerika des bisherigen deutschen Seehandels bemächtigen könnte. 2. Könnte die Union den Feinden einige Dutzend Milliarden zur weiter« Kriegführung vorstrecken. 3. Könnte sie doppelt so viele Kriegsbedürfnisse an den Feind liefern als bisher. 4. Würde das Beispiel Amerikas vielleicht auf Rumänien und Griechenland ungünstig einwirken.

Dagegen sagen wir aber folgendes: Sobald wir auf die Union keine Rücksicht mehr zu nehmen brauchen, können wir den Seekrieg mit derselben Rücksichtslosig­keit führen, wie die Briten bisher tun und gleich diesen uns unser Seerecht selbst aufstellen. Wir könnten somit ganz Großbritannien und Irland sofort als blockiert er­klären und anzeigen, daß jedes Schiff, was immer für eine Flagge, das noch versuchen wollte, in einen eng­lischen Hafen einzulaufen, beim Betreten des Kriegs­gebiets als Blockadebrecher betrachtet und vernichtet wer­den würde und zwar ohne Warnung, um der bisherigen Heimtücke auszuweichen, besonders, weil nach den bis­her gernachten Erfahrungen jedes Handelsschiff bewaffnet ist. Dies steht zwar mit den Bestimmungen, die bisher geltend waren, im Widerspruch, aber da sich die Briten lelbst schon seit Beginn des Käsieges um keine der bis­her gegolten habenden Seerechts- und Völkerrechtsbe- stimmungen gekümmert haben, steht uns genau das gleiche Recht zu, ein solches für uns aufzustellen. Die natürliche Folge davon wäre, daß in den ersten Wochen Hunderte von Schiffen vernichtet würden, die in englische Häfen einlaufen wollten und dies würde binnen wenigen /Wochen bewirken, daß kein Schiff mehr es wagen würde, das große Risiko eines Blockadebruchs zu wagen. Eng­land wäre damit tatsächlich von jeder Zufuhr abgeschnit­ten und da berechnet wurde, daß in Friedenszelten die Lebensrnittel nur auf drei Wochen reichen würden, kann man annehmen, daß es jetzt, wo England dank unserm Zögern über Hals und Kopf Vorräte anhäuft, vielleicht irr zwei Monaten ausgehungert wäre.

Ist dann England jenem Schicksal verfallen, das es zuerst uns Bereiten wollte, d. h. steht es vor dem Hunger­tods so ist es gezwungen, sich bedingungslos zu unter- »iw>«»jBH^iifiM*iii^^

Englands fallen aber auch Rußland und Frankreich ebenso automatisch zusammen, wie die Glieder eines Körpers, dessen Herz durchbohrt wurde. Dann bleibt eben Amerika isoliert und muß gleichfalls jede Bedin­gung annehmen, die wir stellen.

Die Arbeit unserer Uboote.

Die Agence Havas meldet: Nach einer Mitteilung des Marineministers ist der untergegangene englische DampferFastnet" im westlichen Mittelmeer von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung wurde von einem französischen Schiff gerettet. Der Kapitän der Fastnet" erklärte, er habe dasselbe Unterseeboot vor­her das schwedische SchiffTornborg" versenken sehen. Das Unterseeboot habe die Rettungsboote desTorn- borg" geschleppt.

Reuter meldet: Die britischen DampferDeudby" undT«mmel" Wurden versenkt. Fünf Ueverlebeuoe derTummel" wurden gerettet, sieben werden vermißt. Der britische DamPferDido" ist gleichfalls versenkt worden. Nur ein Teil der Besatzung wurde gerettet. Der belgische FischdampferPetite Henriette" wurde laut Meldung desPetit Journal" bei Vlissingen von einem deutschen U-Boot versenkt. Die Mannschaft konnte

sich retten.

Ueber die Tätigkeit unserer U-Boote im Mittelmeer wird weiter aus Marseille gemeldet: Hier ist die Nach­richt von der Torpedierung eines Dampfers eingetrof- fen. Es dürfte sich um den DampferWestoorby" han­deln. Der DampferTreverlcyn" hat ein Boot mit 15 Mann angetroffen und die Insassen gerettet. Eine zweite Bootsbesatzung ist vou einem unbekannten Dam­pfer geborgen worden. Nach Mitteilungen eines Man­nes von derWestoorby" wurde der Sampfer durch das Geschoß in zwei Teile zerbrochen.Nach einer Ha- vasmeldung schleppte ein französisches Torpedoboot ein Boot des SegelschiffesRousine" ein, das am 23. Fe­bruar im Mittelländischen Meer von einem feindlichen Unterseeboot torpediert wurde. In dem Boot befanden sich sechs Mann Besatzung.

Englischer 12000 Tonnen-Dampfer vor

Dover gesunken.

Reuter meldet: Das englische PaketbootMaloja" ist auf der Höhe von Dover untergegange». Es soll auf eine Mine gelaufen sein. Der Dampfer hatte 57 Fahr- güste an Bord. Er befand sich auf der Fahrt nach Bom­bay .Die Unglücksstelle befindet sich zwei Meilen von Dover. Die heftige Explosion ließ die Hanser in der Stadt erzittern. Ein anderer Dampfer, der de« Schiff- britchigcil z« Hilfe eilte, lief gleichfalls auf eine Mine n«d verschwand.

Die untergegangeneMaloja" war ein Paketdam- pfer von 12 431 Tonnen. Drei Leichen sind in Dover gelandet worden. Die Verwundeten sollen auf ein Hospitalschiff gebracht worden sein. Der Dampfer, der auf eine Mine lief, als er derMaloja" zu Hilfe eilte, war dieEmpreß of Fort William" (2181 Tonnen). Diese sank innerhalb einer halben Stunde. Die Be­satzung ist gelandet. Die Besatzung derMaloja" ist zum größten Teile gerettet worden.

Ei« weiteres Minenopfer.

Der PostdampferMecklenburg" (2885 Tonnen) der Zeelandlinie ist aus der Reise nach Vlissingen anf eine Mine gelaufen. Das Schiff ist verloren. Die Fahrgäste und die Besatzung derMecklenburg" würben an Bord des holländischen DampfersWesterdyk" übernommen. Auch die Post konnte in Sicherheit gebracht werhM

Ueber die Katastrophe ist nichts näheres bekannt. Es heißt, daß die Zeelandgesellschaft den Dienst vorläufig ausgeben wird.

Der Titrkenkrieg.

Der russische Bericht über die Beute von Erzerum.

Der amtliche russische Bericht vom 26. Februar mel- det von der Kaukasusfront: Das Endergebnis der Ope­rationen bei Erzerum, die wir mit verhältnismäßig ge­ringen Verlusten durchgeführt haben, bedeutet einen großen Erfolg für uns. Wir haben 235 türkische Offi­ziere, 12 735 Soldaten gefangen, 9 Fahnen, 323 Ge­schütze erbeutet. Außerdem sind uns in Erzerum, einer Festung ersten Ranges, große Depots an Waffen, Mu­nition, Vorräte aller Art, wie sie für große Truppenau- sammlungen nötig sind, Trains usw. in die Hände ge­fallen.

Die Ablieferung der Kartoffeln.

Amtlich wird aus Berlin gemeldet: Die Reichsleituttg hat, um alle etwaige Widerstände bei der Ablieferung von Kartoffeln brechen zu können, eine Bekanntmachung erlassen, die die K a r t o f f e l e r z e u g c r veranlassen soll, alle in ihrer Wirtschaft nicht erforderlichen Kai­toffelvorräte auf Erfordern abzugeben und es nicht auf die Enteignung aukommen zu lassen. Sie hat zu diese in Zweck folgende Verordnung erlassen: Jeder Kartofsel- erzeuger hat auf Erfordern alle Vorräte abzugeben, die zur Fortführung seiner Wirtschaft bis zur nächsten Ernte nicht erforderlich sind. Im Falle der Enteignung sind dem Kartoffelerzeuger, sofern der Bedarf nicht ge­ringer ist, zu belassen: 1. Für jeden Angehörigen seiner Wirtschaft einschließlich des Gesindes sowie der Natural- berechtigten, insbesondere Altenteiler und Arbeiter, so­weit sie Kraft ihrer Berechtigung oder als Lohn Kar­toffeln zu beanspruchen haben, für den Kopf und Tag eineinhalb Pfund bis zum 15. August 1916; 2. das un­entbehrliche Saatgut bis zum Höchstbetrag von 20 Dop­pelzentnern für den Hektar Kartoffelanbaufläche des Erntejahres 1915, insoweit die Verwendung zu Saat­zwecken sichergestellt ist. Außerdem sollen im Falle der Enteignung dem Kartvffelerzeuger die zur Erhaltung des Viehes bis zum 31. Mai 1916 unentbehrlichen Vor­räte belassen werden. Diese Bestimmung, die in ein­schneidender Weise diejenigen benachteiligt, welche es zur Enteignung kommen lassen, wird, wie zu erwarten steht, den gewünschten Erfolg haben. Als Ergänzung hierzu sind weitere verschärfende Maßnahmen in Aussicht ge­nommen.

StieasanedeL

Einziehung freiwilliger Krankenpfleger zum Waffendienst.

Eine kaiserliche Verordnung vom 19. Februar aus dem Großen Hauptquartier besagt:Ich bestimme, daß die kriegsverwendungsfähigen männlichen Personen ber Freiwilligen Krankenpflege in den Etappen und in den Gebieten des Generalgouvernements zunächst bis höch­stens 50 Prozent der gesamten Kopfstärke für den Waf­fendienst verfügbar gemacht und durch militärisches Per­sonal ersetzt werden. Ob ausscheidende Delegierte ersetzt werden sollen, überlasse ich der Vereinbarung zwischen meinem Kommissar- und Militärinspekteur der freiwilli­gen Krankenpflege und dem Chef des Feldsanitätswesens. Bet dem Ausscheiden einer so großen Zahl von Per­sonen aus der Freiwilligen Krankenpflege ist es mir >«n >^^^2 ^1^ ^»^ Ai"rfr^w^Silr« die bisher in so hohem Maße bewiesene Opferwilligkeit und ihr durch langjährige sorgfältige Friedensarbett vorbereitetes segensreiches Wirken zum Besten der verwundeten und kranken Krieger auszusprechen."

300 000 französische Kriegsgefangene.

Nach den in derGazette des Ardennes" veröffent­lichten Gefangenenlisten betrug bisher die Zahl der tu deutscher Gefangenschaft befindlichen Franzosen etwa 289 000. Durch die in den letzten Tagen vor Verdun gemachten Gefangenen, die nach dem Tagesbericht vom Sonntag fast 15 000 betragen, ist also die Zahl von 300 000 Kriegsgefangenen erreicht und überschritten worden.

Vermischtes.

Jst's wahr, seid Ihr der Herr Kronprinz?" Beim letzten Besuch des Kronprinzen im Oberelsatz spielte sich in der Mühle bei Schönenbuch, also zwischen Hagerthal und Hegenheim, eine hübsche Begebenheit ab. Sie wird denBasler Nachrichten" wie folgt erzählt:Die Autos hielten vor der Mühle, in nächster Nähe der Schweizer Grenze, und der Kronprinz begab sich mit den Offizieren ins Innere des Hauses. Dort setzten sie sich auf die Ofenkunst, um sich zu erwärmen. Die alte Müllersfrau erkannte den hohen Herrn nicht, da sie aber verfroren aussahen, gab sie ihnen ein Gläschen Schnaps, und der Kronprinz verschmähte das Getränk nicht. Indessen hatten sich draußen, durch die Automobile angezogen, einige Leute angesammelt. Man erkannte den Kaisersohn und benachrichtigte die Müllerin. Diese eilte ins Zimmer.Jst's wahr, seid Ihr der Herr Kronprinz?" Der Angeredete bejahte. Frisch nahm die Frau die Ge­legenheit beim Schöpf und klagte nun in allen Tönen, wie hart es für die alten Müllersleute sei, die Wirtschaft durchzuhalten, da ihr Sohn im Kriege fei.Der Herr Kronprinz könnte mir einen großen Gefallen tun, er könnte mir meinen Sohn heimschicken." Der Gast notierte sich die Adresse des Gewünschten und versprach der Frau, daß sie ihren Sohn bald Wiedersehen werde. Aufs freund­lichste verabschiedete er sich von der Alten. Draußen schüttelt er allen Knechten und Fuhrleuten herzlich die Hand, sprach und lachte mit ihnen. Er schien in bester, fröhlichster Laune zu sein und gab sich ganz un­gezwungen^_________________________________

Furchtbares Unglück beim Hantieren mit Explosivkörpern.

X Kassel, 28. Februar. Ein grauenhaftes Unglück ist wicber einmal durch die unvernünftige Sucht mancher Feldgrauen,Feldandenken" in Gestalt von Explosiv­körpern heimzubringen, entstauben. Sonnabend abend gegen 9 Uhr saß im Hause Wilhelmshöher Allee 167 der 21jährige Musketier im Reserve-Jusanterie-Regiment 134 Georg Wasmuth im Familienkreise am Küchentisch und gab den gespannt Lauschenden an Hand eines mit­gebrachten Artilleriegeschosses und zweier Handgranaten eine Schilderung des Schützengrabenkrieges. Beim Han­tieren mit einer der Handgranaten schoß plötzlich aus dieser eine Stichflamme hervor und ehe Wasmuth zum Fortwerfen des Sprengkörpers Zeit fand, erfolgte eine gewaltige Detonation, deren Wirkungen geradezu ent­setzlich waren. Wasmuth wurde zu Boden geschleudert, beide Hände wurden ihm abgerissen und die Halsschlag­ader durchschnitten. Der Tod trat sofort ein. Dem fünf- iäbrigen Reffen des Getöteten zertrümmerten Spreug- stücke die Schadeldecke. Das Kind verschied in den Armen seiner in die Küche zurückkehrenden Mutter. Ein als Ausbelfer tu der Wasmutbsmen Bäckerei tätiger I2jüb-

riger Schüler Etgenbrodt trug starke Berdreuttuugel «nd eine so schwere Rückgratverletzung davon, daß et gestern früh im Krankenhause verstarb. Schwere Ver­letzungen erlitten auch die Mutter der Frau Wasmuth, Witwe Rothe sowie Fräulein Lina Rothe und der Bäckergeselle Pecher. Die gleichfalls in der Küche wei­lende zwanzigjährige Erna Brockmann kam mit dem Verlust des Gehörs davon. Einzig das dreijährige Töch- terchen der Frau Wasmuth, deren Mann in einer Feld- lntckerei in Rußland arbeitet, entging ben Sprengstücken. In der Küche waren Decke und Fußboden durchschlage«, der stnchcnschrank zertrümmert, die Fensterscheiben durch den Luftdruck hinansgeslegen. Heroeieilenüe Nachbarn leisteten die erste Hilfe. Ein herbeigerufener Arzt ließ die Schwerverletzten in das Krankenhaus übernihren. Polizisten sperrten die Unglücksstätte ab, die die Nacht hindurch von Neugierigen umlagert war. Nachts erschien Kriminalkommissär Kundt mrd nahm den Tatbestand auf. Nach Slnkunft militärischer Vertreter wurde gestern früh die Leiche des Urhebers dieses gräßlichen Unglücks treigegeben und zunächst irrs Garnisonlazarett verbracht

Allerlei oon derAppam."

Ein echter Pechvogel befindet sich unter den eng. lrichen Matrosen, die auf dem erbeuteten DampferAp- vam" nach Amerika gebracht worden sind. DieNew Dorker ^taatszeitung" berichtet darüber:

Unter den von den britischen Mannschaften erzähl­ten Geichrchten ist die des Obermaschinisten Wm. James Gow von dem DampferDromouoy" eine der intercs- saMesten. Er sagt, er war auf drei Schiffen, die von den Dentichen versenkt wurden, und war Fahrgast auf ei­nem anderen, welches mit knapper Not zwei Tauch­booten entging. Bei der Beschießung von Hartlepool, leiner Heimatstadt, wurde sein Haus getroffen, und bei einem Zeppelin-Ueberfalle fiel eine Bombe in der Nähe Kiltes Hauses nieder. Gow war zuerst Obermaschinist auf dem britischen DampferColby", der am 27. März von dem deutschen HilfskreuzerKronprinz Wilhelm" verienkt wurde, und wurde in Newporr News gelandet. Dann war er Fahrgast auf dem britischen SchiffeCas- landra", welches einem Tauchboot entging, als die vom Kronprinz Wilhelm" an Vord genommenen Leute, die in Newport News freigelassen wurden, auf der Rück­fahrt nach England waren. Später wurde er Ober­maschinist des britischen DampfersCadsbn", der, mit einer Ladung Pferde aus Canada kommend, im Kanal torpediert wurde. Die Mannschaft wurde aufgefischt und nach Irland gebracht. Dann wurde er Obermaschi­nist derDromouoy", die am 13. Januar von dem Ka­perschiffe versenkt wurde, welches dieAppam" nahm.

Wir glauben, Gow wird ftarne; Kick lächeln, wenn er die Reden der englischen Staatsmänner von dem meerbeherrschenden Albion" liest.

Eine andere Erzählung lautet folgendermaßen:

Leutnant Berg war gestern abend dienstlich von Bork gekommen. Als er wieder heimfahren wollte, war die gemietete Barkasse verschwunden. Alles Suchen Hals nichts. Er entschloß sich also, an Land zu bleiben. Aber auch die Hotelsuche war erfolglos. Ein Auto, in dem er von Hotel zu Hotel über das unwirtliche Pflaster gondelte, verlor drei Räder nnb stellte den weiteren Be­trieb ein, worauf der Seefahrer voll Entschlossenheit selbst dem Stäben zusegelte, um noch einmal dort sein Heil und seine Barkasse zu suchen. Kurz vor dem Staden- aufbau trat plötzlich eine ärmlich gekleidete Gestalt aus dem Dunkel, auf den Offizier zu, zog den Hut, drückte vor, den sie anscheinend schon länge auf dem -Herzen hatte. Der Mann gehörte zur Besatzung eines der von der Möve versenkten Dampfer, und er hatte in dem un­wirtlichen Wetter draußen auf den heimkehrenden Kom­mandanten derAppam" gewartet, um von ibm Ab­schied zu nehmen und ihm für die Art zu danken, wie er alle Menschenleben sicher nach Amerika herüberge­bracht und trotz der widrigen Umstände für das Wohl­ergehen der ihm Anvertrauten gesorgt hatte. Stockend, unbeholfen kam das alles heraus. Aber man spürte hin­ter den Worten den guten Willen, und als der Mann endlich schüchtern seine Hand vorstreckte, griff Leutnant Berg mit herzhaftem Druck zu und schüttelte sie. Die paar Dankesworte im Dunkel der Straße waren, weil sie freiwillig und ehrlich gemeint waren, mehr wert, als alles Lobesgehuöel der Presse.

Den Unterschied im Charakter der englischen und der deutschen Seeleute kennzeichnet der Berichterstatter folgendermaßen:

Als dieAppanr" mit ihren Fahrgästen hier an- langte, war das erste, worum die britischen Soldaten batenWhisky". Als der Vertreter der Staatszet- tung als erster den seine Fahrgäste ausladenden Dam­pfer betrat, war das erste, wonach eine der deutschen Wachen ihn fragte, ein Wörterbuch, um die Sprache des Landes zu lernen!

Schließlich sei noch der Leitartikel hier wiedcrgegc- ben, worin die Staatszeitung das Ereignis erörtert. Er ist überschriebenAllerhand Menschliches" und lautet:

Die hohen britischen Beamten, welche Leutnant Berg auf dem DampferAppam" herübergebracht hat, nach­dem sie von den verschiedenen englischen Handelsschiffen, welche die Möve versenkt hatte, angenommen waren, haben sich herzlichst bei dem Kommandanten bedankt für die rücksichtsvolle Behandlung, welche ihnen auf der Fahrt von den Kanarischen Inseln bis Newport News zuteil geworden ist. Sogar ein armseliger Matrose wartete lange im unwirtlichen Wetter auf dem dunkeln Landuligsplatz, nur um dem deutschen Schiffskommau- danten feinen Dank dafür zu sagen, daß er trotz der widrigen Umstände so gut für das Wohl der ibm Anver- trauten gesorgt habe. Diese Dankbarkeit scheint aber erst spät erivacht zu sein. Laut der Darstellung eines der Fahrgäste haben die kriegsgefangenen Mannschaften und britischen Reisenden während der ganzen Ueberfahrt komplotticri, um Bei einem etwa sich bietenden Moment zu meutern, den Schiffskommandanten zu ergreifen, und die deutsche Prisenmannkchaft abzu^lackveu. auf daß sie sich dann des Dampfers wieder bemächtigen könnten. Nur die Wachsamkeit des Leutnants Berg und seiner Mannschaften, sowie die Furcht, dieser könne feine Droh­ung wahrmachen, und das Schiff in die Luft sprengen, hielt die Verschwörer von dem Versuch ab, ihre Pläne durchzuführen.

Eiu anderes Bild. Die Bemannung eines engli­scher! Fischdampfers trifft (so erzählen die Leute selbst» ein abgestürztes deutsches Luftschiff auf hoher See schwimmend an: ein paar Dutzend von der Bemannung, an das Wreack geklammert, bitten, daß sie gerettet wer­den mögen. Der Dampfer verweigert die Rettung. An­geblich weil man befürchtet hatte, daß die Geretteten stet später des Schiffes bemächtigen könnten. Natürlich müs­sen die Schiffbrüchigen ertrunken sein. Und als drittes Bild der Baralong-Fall. Hilflose, waffenlose Menschen, dem Tode des Ertrinkens nahe, im Wasser von den Pla- troseu desBaralong" kaltblütig erschossen! Humanität? Diese Beispiele beleuchten die Humanität der Briten.

Aus alledeur ist zu ersehen, daß das Erscheinen der Appam" in Amerika und die Haltung der deutschen See. taute die deutsche Sache sehr gefördert haben.