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lita nach Italien kam,wurde ihm, dem „Nutzkoje Slowo" zufolge, zu verstehen gegeben, daß ferne Ankunft, be­sonders aber sein Verbleibeil in Rom uuerwünscht sei. Deshalb sei laut „Birschewija Wjedomosti" Nikita nach Lyon weitergereist. Nach dem „Rutzkoje Slowo" werde jetzt Nikita über sein ganzes Verhalten und über die unerwartete Kapitulation Montenegros den Alliierten Erklärungen abgeben müssen. Von diesen Erklärungen fei das weitere Schicksal Montenegros, ja dasjenige des Königs Nikita und der Dynastie Njegosch, abhängig. Die „Birschewija Wjedomosti" will schon im voraus wissen, daß König Nikita auf keine, nicht einmal auf eine äußerliche Rehabilitierung in den Augen der Verbün- deten rechnen dürfe. Gegenwärtig sollen in Paris zwi­schen dem montenegrinischen Ministerpräsidenten Minschkowitsch und dem kürzlich neuernannten russischen Gesandten in Cettinje, L. W. Jslawiu, die Vorbespre­chungen in dieser heiklen Frage stattfinden. Nach dem „Rußkoje Slowo" beabsichtige Oesterreich-Ungarn, ser­bische und montenegrinische Länder unter der Dynastie Njegosch zu vereinigen, und der „Rußkija Wjedomosti" zufolge habe König Nikita gerade wegen dieser dynasti-

bische ui

Njegosch l _______________ ■

zufolge habe König Nikita gerade wegen Wen Aussichten sich so taktlos verhalten.

Am Wardar.

^ Amsterdam, 14. Februar. (T. U.) Gegenüber den Meldungen des „Petit Paristen" und des „Journal" über einen Vormarsch der Franzosen von Saloniki auf das Westufer des Wardarflutzes besagt nach der „Voss. Ztg." eine Drahtmeldung von Reuter aus Saloniki, daß keine, Besetzung von Jenidze und von Verria stattge- funden habe, es habe sich lediglich um eine Aufklärung durch Kavallerie gehandelt.

Türkischer Erfolg in Mesopotamien.

Dex, amtliche türkische Bericht vom 13. Februar un deutsches Unterseeboot torpedierte am 8. : auf der Höhe von Beirut das französische Linien- chi^Suffreu", das in zwei Minuten unterging. Bon den 850 Mann der Besatzung hat niemand gerettet wer­den können. — An der Jraksront zerstörte eine zur Auf­klärung in Richtung auf Cheik Said vorgesandte Kolonne die Telegraphenlinien des Feindes in der Umgebung und zwang durch ihr Feuer ein feindliches Motorfahr­zeug zum Rückzug. Bei Felahie und Kut-el-Amara zeitweise unterbrochenes Infanterie- und Artilleriefeuer. Unsere Freiwilligenabteilungen griffen am 7. Februar ein feindliches Lager westlich von Korns an. Der Kampf dauerte bis in die Nacht hinein. Der Feind wurde ge- zwuugen, in südlicher Richtung zu fliehen. Er ließ da­bei eine Menge Tote zurück. In diesem Gefecht wurden dem Feind einige Gefangene, eine Menge Waffen, Mu­nition und Saumtiere abgenommen. An der Kaukasus- front auf dem linken Flügel Artilleriefeuer ohne Wir­kung. Im Zentrum dauern die Vorpostengefechte an. Der Feind, der eine unserer Stellungen besetzt hielt, wurde durch einen Gegenangriff daraus vertrieben. Er­ließ eine Menge Tote zurück.

Schwierige Lage der Engländer bei Aden.

Die Telegraphenagentur Milli meldet: Die in der Umgebung von Aden verschanzten Engländer wurden von unseren tapferen Soldaten angegriffen. Sie haben sich an einzelnen Punkten in die Feuerzone ihrer Kriegs­schiffe zurückgezogen und sie verharren dort seit Mona­ten unter dem fortwährenden Drnck unserer Truppen, ohne sich zu rühren.

Unzufriedenheit mit Wilsons Politik.

» Haag, 14. Februar.

(T. lt.) Londouer Blätter

Ministers Garrison und des Unterstaatssekretärs Brek- kinridge gelte als schlechtes Omen für die Wiederwahl

Wilsons. Man vermute, daß noch mehr hohe Beamte demissionieren werden, weil sie mit Wilsons auswär­tiger Politik nicht zufrieden seien. Man glaube in Washington, daß sich die amerikanische Regierung mit der neuen deutschen Erklärung, daß bewaffnete Handels­schiffe als Kriegsschiffe anznsehen sind, stillschweigend einverstanden erklären werde.

Aus Washington wird gemeldet: Die diplomati­schen Vertreter der Entente erhoben mündlich bei Staatssekretär Lansing Vorstellungev über die amerika­nische Denkschrift betreffend die Entwaffnung der Kauf­fahrteischiffe. Obwohl das Staatsdepartement nicht wil­lens ist, etwas über die Art der Vorstellungen bekannt zu geben, heißt es im allgemeinen, daß Lansing in Kennt­nis gesetzt worden sei, daß die enteilte nicht geneigt sei, den Borschlag anzunehmen.

Garrison und Wilson.

Rotterdam, 14. Februar. (T. U.) Der zurück- getretene amerikanische Kriegsminister Garrison hat nach dem „B. L.-A." an Wilson einen Brief geschrieben, wo­rin er sagt: „Es ist klar, daß wir über grundsätzliche Fragen verzweifelt uneinig sind, die Ueberzeugungen gehen nicht nur auseinander, sondern lassen sich niemals miteinander versöhnen." — In amerikanische« Blättern heißt es nach Reutermelönngen, daß Garrison Wilsons Haltung als zu schwächlich ansehe und die Vernachlässi­gung der Verteidigung der Philippinen als einen Feh­ler betrachte.

Sriessallerlei.

Der. Flieger Graham White schwer verwundet.

In Hazebrouck wurde der Fliegerleutnant Graham White schwer verwundet. Im Laufe einer Uebung platzte eine Granate in den Händen des englischen Offiziers, wodurch fünf Personen getötet und 24 verwundet wur-

Mackensen in Monastir.

Nach einer Havas-Meldung aus Florma ist Macken­sen am 9. Februar zur Besichtigung deutscher und öster­reichisch-ungarischer Truppen in Bitolta (Monastir) etn- getroffen und weitergereist, um noch andere deutsche Garnisonen iit Serbien zu besichtigen.

Seegefecht im Atlantischen Ozean.

Der Pariser „Matin" meldet aus, Network, daß in den Gewässern der Bermuda-Jnseln an Seegefecht zwi­schen dem englischen Panzerkreuzer „Drake" und einem deutschen Kriegsschiff stattgefunden habe. Ueber den Ausgang des Kampfes und die Art des deutschen Schiffes

Man wir?dieser Matin-Meldung zunächst mit einem gewissen Mißtrauen begegnen müssen.

Zeppelinalarm in Ronen ««6 Havre.

Die Agence Harms meldet: In Rouen wurde Sonn­abend abend 8 Uhr 50 Minuten auf

S»?Ä °N°BS L % 10 Uhr 40 Minuten beendet, du ^»«roitt^ ?"s gleichen Anlässe alarmiert. Man Slaubt. daß der Zep­pelin unverrichteter Sache wieder umgekehrt ist.

Kriegsgefangene Deutsche aus Kamerun s ! aus »er „Wpain".

In diesen Tagen, in denen H Behandlung der eng. titschen Insassen der gLkaverten „Apvam" durch die bM- 6 ...

sche Prisenmannschaft unter dem Marineoffizier Berg allgemein, anerkannt wird, ist es nicht ohne Interesse, zu erfahren, welch anders geartete Behandlung in den Mo- naten November und Dezember 1914 Deutschen aus Ka- mermi, darunter Frauen und Kindern, die — obwohl am Kampfe unbeteiligt - als Kriegsgefangene auf der damals noch englischen „Appam" von Duala nach Liver­pool gebracht worden sind, von feiten der englischen Schiffs- und Bewachungsmannschaft dieses Dampfers zuteil geworden ist. Wenn die auf der nunmehr deut- scheu „Appam" 31t Gefangenen gemachten Engländer sich einer rücksichtsvollen Behandlung durch die deutsche Pri- senmannschaft erfreuen durften, so haben — im Gegen­satz hierzu — die deutschen Gefangenen auf der eng­lischen „Appam" durch ihre Besatzung Entbehrungen, Demütigungen, Roheiten und Schikanen aus stehen müs­sen, durch welche für diese Gefangene» die etwa fünf Wochen dauernde Fahrt von Duala nach Liverpool zu einer wirklichen Leidensfahrt wurde. Verschiedene von ihnen sind aus der Gefangenschaft nach Deutschland zu­rückgekehrt und wissen nach dem „B. L.-A." über ihre Leiden folgendes zu schildern:

„Die Unterbringung auf der „Appam" ivar zum Teil lehr schlecht und sehr eng. Im Eßsaal mußte ein Teil der Männer ohne Decken auf dem Boden, mit den Kra­ken zusammen, nächtigen,' etwa 50 Männer waren in einem Raum von 8 :10 Meter zusammengepfercht — ein in den heißen Tropen unerträglicher Zustand.

Mit der Waschgelegenheit auf der „Appam" war es schlimm bestellt. Es war den Frauen verboten, Wasser in ihre Kabinen zu bringen,- sie mußten sich in ein und demselben Waschbecken auf der Damentoilette waschen. Für 40 Personen war nur eine einzige Waschgelegenheit bestimmt. Das Wasser war braun und dick und mußte in diesem Zustand auch zum Waschen der Wüsche be­nutzt werden. Handtücher und Seife gab es nicht. Auch für einen Teil der Männer war nur eine Waschaelegen- Heit vorhanden. Die Gefangenen waren am Waschen ihrer spärlichen Leibwäsche, die vielfach nur in dem be­stand, was sie bei der Gefangennahme auf dem Leibe getragen haben, häufig behindert, weil die Stewards die Hähne abdrehten und die Schlüssel zur Wasserleitung Wegnahmen.

Dem in den Tropen besonders hervortretenden Badebedürfnis der Gefangenen war auf der „Avpam" nur durch je eine Badewanne für die Frauen und Män­ner Sorge getragen. Zum Baden wurde nur Seewasser gegeben, so daß die Gefangenen, besonders die Kinder, unter Hautkrankheiten zu leiden hatten.

Höchst verwerflich waren die Abortverhältnisse. Die Stewards haben die Röhren der Wasserklosetts verstopft, so daß auf dem Boden der Abortrcmme oft mehrere Zen­timeter hoch Kot und Urin umherflossen. Zur Reini­gung erklärten sich die Stewards gegen Bezahlung be­reit. Trotzdem ihnen aber 160 Mark Trinkgeld von den Gefangenen ansgehänüigt worden war, kamen sie ihrer Pflicht doch nicht nach. Auch die Anordnungen des Schiffsarztes wurden von dem Personal sehr selten ausgeführt.

Sehr schlecht, ja ungenießbar, n pam" die Beköstigung. Während

war auf der „Ap- . __________________j die Schwarzen

Schweinebraten, Kartoffeln und Pudding erhielten, mußten sich die deutschen Männer mit einer nach Qua­lität und Quantität völlig unzureichenden Kost abfin- den. Zum Austeilen des Essens waren für 250 Gefan­gene, die sich in langen Reihen mit Tellern aufstellen mußten, nur vier Stewards tätig,' oft gingen bei dieser Verteilung 20—30 Männer leer aus. Auch für die Frauen war die Beköstigung nngenügend, Trotz REWeu unterschlugen die Stewards Etzwaren von

er Rücktritt des Krieas- «EPheit unterschlugen die Stewar-s Eßwaren von inÄÄBiSÄ öen für die Frauen bestimmten Borräten und gaben

diese veruntreuten Nahrungsmittel für teures Geld an die Gefangenen wieder ab. Dazu war das gelieferte Essen oft verdorben, so daß es vor Ekel nicht zu ge­nießen war.

Trotz alleöem ist am Schluß der Reise in Liverpool das schriftliche Anerkenntnis abverlangt worden, daß die Beköstigung die für Kriegsgefangene übliche gewesen sei.

Die natürlichen Folgen der Mängel in Unterbrin­gung und Ernährung waren, daß der allgemeine Ge­sundheitszustand außerordentlich schlecht war. Es traten auf der „Appam" insbesondere Hautkrankheiten, Ge­schwüre und Furnutel auf. Auch waren Unterleibs­krankheiten und Durchfall nicht selten.

Dazu war das Verhalten des englischen Schiffs­und Bewachungspersonals roh und demütigend. Bei der Einschiffung auf der „Appam" waren die Gefange­nen gezwungen, von dem Boot, das sie zürn Danrpfer brächte, auf diesen entweder zu springen oder sich von Negern herüberheben zu lassen,' das Schiffspersonal hielt es nicht für nötig, eine Brücke vom Boot zum Bord des Dampfers herüberzulegen, eine besondere Roheit einer gefangenen Frau gegenüber, die ihrer Niederkunft entgegensah. Während die „Appam" unter den Tropen fuhr, wurde das Deck während der ersten Stunden des Vormittags abgeschlossen, so daß die Ge- fangenen in den heißen Gängen unten im Schiffsraum sich aufbalten mußten. Als das Schiff aber in die kalten Gewässer fam, sind die Gefangenen, obwohl sie nur not­dürftig bekleidet waren, schon früh auf das Deck gejagt worden. Besonders erniedrigend war, daß die Gefan­genen stets durch schwarze Soldaten bewacht wurden und deren Weisung Folge leisten mußten. Schließlich waren die Gefangenen der Willkür, der Schikanen und Beschimpfungen der Stewards ausgesetzt. Diese be­nahmen sich unverschämt und rüpelhaft, redeten die Ge­fangenen mit „German Swine" an und behandelten sie teilweise wie Herbrecher.

VermiMites.

Eine „Zentralstelle für Gemüsebau im Kleingarten" ist dieser Tage ins Leben gerufen worden. Die Zen­tralstelle, die in Berlin iBebrenstraße 21) ihren Sitz hat, und deren Tätigkeit sich auf das ganze Reichsgebiet er­strecken soll, hat die Aufgabe, Hand in Hand mit Gemein­den, Verbänden und Vereinen den Anbau solcher Ge­müse zu fördern, die für die Vvlksernührung während des Krieges besonders wichtig und bedeutungsvoll sind. Zur Erreichung dieses Zweckes bedarf es zunächst, fo= weit dies in einzelnen Gegenden noch nicht geschehen sein sollte, der Bereitstellung geeigneter Ländereien, fei es unentgeltlich, sei es gegen möglichst geringe Vergü­tung. Den Besitzern von Kleingarten werden ferner zu mäßigen Preisen geeignete Sämereien, Pflanzen, Dün-' ger usw. zur Verfügung gestellt werden müssen. Endlich sollen überall die Interessenten sachverständig beraten werden, und wo es an anSreichenden Arbeitskräften fehlt, soll auch für solche nach Möglichkeit gesorgt wer­den. In allen diesen Fragen will die «euc Zentralstelle Rat und Auskunft erteilen.

Die Gemahlin des Prinzen Oskar von Prengen, Gräfin Ina von Ruppin, begab sich zum Besuch ihres 'Gemahls, der in einem Lazarett der Ostfront seit seiner Verwundung behandelt wird, nach dem Operationsge­biet. Die Nmhricht von einer alsbaldigen Uebersiedlung nach Berlin oder vorn bereits erfolgten Antritt der Reise wird von der Hofstaatsvenvaltung des Prinzen als un- aitireffend bezeichnet. , „

Wegen Unterschlag»«« von Mündelgeldern zn sie­

ben Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Schwurgericht ti Rybnik in Oberschlesien verurteilte den Amtsgerichts- oberfetretär Tschenschke wegen jahrelanger fortgesetzter Unterschlagung von Mündelgeldern im Amte un (ste- samtbetrage von 34 000 Mark zu sieben Jahren Zucht­haus, 3600 Mark Geldstrafe und Ehrverlust auf die Dauer von zehn Jahren. 4 m er- . - Büste Anweisun­gen auf Auszahlung von Mündelgeldern und ließ sich die Beträge durch den Gerichtsdiener abholen. In den Akten wußte er die Unterschlagungen geschickt zu ver­tuschen und eingehende Beschwerden fing er ab. In ei­nem Falle, als auf eine Beschwerde, die ihm entgangen war, eine Untersuchung eingeleitet werden sollte, drang er in das Richterzimmer ein und stahl die Akten.

-estsche Heldeulsle«.

Bericht des Musketiers Rietdorf (nunmehr Unter­offiziers aus Golsdorf (Kreis Schweidnitz).

„Bei Souchez wurden feindliche Handgranaten- angriffe abgewieseri," so berichtete unsere Oberste Heeres­leitung im August. Aus diesen Kämpfen will ich kurz einige Erlebnisse schildern:

Am 31. Juli rückte unsere Kompagnie bei Anbruch der Dunkelheit in die neue Stellung bei Souchez, um ab- zulösen. Wohl kannte jeder von uns Souchez und das umliegende Gelände aus den Kämpfen um die Zucker­fabrik im Juni, doch es blieb noch manche Frage, die wir uns im Stillen verlegten, unbeantwortet. Kaum hatten wir Shtgreo verlassen, da scholl von Souchez lebhaftes Gewehrfeuer herüber. Dazwischen krepierten in immer kürzeren Zwisthenräumen Handgranaten. „Jetzt ist wie­der ein Angriss. An diese Stelle kommen wir." Die fran­zösische Artillerie legte lebhaftes Sperrfeuer auf dy Laufgräben. Als wir Souchez erreicht hatten, wurde das Feuer weniger heftig, und verstummte fast ganz, als wir in den Laufgraben kamen. Jeder war reichlich mit Handgranaten versehen, die in Sandsäcken getragen wurden. In dem engen Graben behinderten sie das Vorwürtskommen sehr. Endlich hatten wir unser Gra­benstück, den Abschnitt A des Regiments erreicht. Vov den Kameraden der Kompagnie, die wir ablösten, wurden rcoch schnell einige Erkmrdungen eingezogen. Unser Un­terossizier unterrichtete uns schnell: „Der Feind liegt etwa 25 Meter entfernt. Er hat 20 Meter rechts von hier eine Sappe vorgetrieben. Von unserer Sappe, die der feindlichen gegenüberliegt, betrügt die Entfernung vom Gegner 10 Meter. Vier Mann sind Posten in dem vorgetriebenen Graben. Wird einer von diesen Leuten verwundet so muß sofort ein Ersatzmann in die Sappe gehen." Jeder nahm seinen Platz an der Schießscharte ein; die Handgranaten wurden aus den Sandsäcken herausgenommeil und bereitgelegt.

Es war 11 Uhr, als die Franzosen begannen, Hand­granaten itad) unserer Sappe zu werfen. Sofort begann ein lebhaftes Gewehrfeuer, denn jedermann wußte, daß jetzt wieder ein Angriff erfolgte. Vom vielen Schießen war mein Gewehrlauf glühend heiß geworden. Plötzlich wurde ich von einem heftigen Luftdruck rücklings in den Graben geworfen. Unwillkürlich griff ich nach meinem Kopf, doch ich war unverletzt. Eine Handgranate war dicht vor meiner Schießscharte krepiert und hatte die Sandsäcke, die auf der Brustwehr lagen, zerrissen und in den Graben geworfen. Da mein Gewehr unbrauchbar geworden war, warf ich Handgranaten. Der Kampf stei­gerte sich zu ungeheurer Heftigkeit. Ringsum fielen die feindlichen Wurfgeschosse nieder. Wohl wurden fort­während Leuchtkugeln abaeschosien, doch konnte man nichts erkennen, weil der Qualm der Handgranaten alles verdeckte. „Es ist niemand mehr in der Sappe, alle sind verwundet!" Kaum hatte ich von rechts diesen Ruf gehört, da begab ich mich dorthin. Ueber Tote und Ver­wundete mußte ich hinwegschreiten. Ein Kamerad (Mus­ketier Conrad aus Güsten, Kreis Bernberg) der Nach­bargruppe ging mit mir. Auf keinen Fall durfte der Feind in die Sappe eiitdringen können, der ganze Gra­ben wäre dann verloren gewesen.

Schnell griffen wir nach den Handgranaten und schleuderten sie nach der feindlichen Sappe hinüber. Neben uns lagen die Verwundeten, doch wir konnten uns nicht um sie bemühen. Nach % Stunden ließ der Kampf an Heftigkeit nach und es kamen nur hin und wieder einige Handgranaten in unsere Nähe. Wir wur- deit beide abgelöst und konnten nun die Verwundeten verbinden und. zurückbringen. Jetzt blieb es mehrere Stnnden lang ruhig bis 3 Uhr. Ich war diesmal ge­rade auf Posten in der Sappe, als der zweite Angriff erfolgte. Handgranaten lagen noch in genügender An­zahl neben mir. Aber wir nmtzten jetzt sparsam damit umgehen, denn im Graben fehlte es schon an ver­schiedenen Stellen daran. Erst als es dämmerte, flaute der Kampf ab. „Das war erst eine Nacht, wie sollen wir hier drei Nächte lang durchhalten'? Den ganzeil Tag über herrschte vollkommene Ruhe, es fiel kein Gewehrschuß und keine Handgranate flog zu uns herüber. Schlafen konnte niemand. Die Aufregung der vergangenen Nacht ließ niemand zur Ruhe kommen. In banger Sorge erwarteten wir die zweite Nacht. Es wurde noch toller als in der ersten. Viermal versuchte der Gegner, uns zu vertreiben, es gelang ihm auch diesmal nicht. Wir behaupteten nach wie vor unseren Platz. Am Morgen darauf kam unser Zug nach dem regsten Flügel der Stellung, Hier lag der Feind weiter entfernt und konnte mit Handgranaten unseren Graben nicht erreichen. .

Als wir nach drei Tagen wieder abgelvst wurden, atmete jeder erleichtert auf und dankte Gott, daß er ihn glücklich aus dieser Hölle befreit hatte.

Weitere Drahtnachrichten.

Elbassan besetzt.

Sofia, 13. Februar. (Amtlich. WTB.) Das Hauptquartier gibt bekannt: Die bulgarischen Truppe« haben gestern Elbassan besetzt. Die Bevölkerung be­reitete ihnen einen sehr warmen Empfang. Die Sta-jf ; war beflaggt.

Die Stimmung in Frankreich.

»-^ Zürich, 14. Februar. (T. II.) Von einer Pro­paganda, die auf eine Beendigung des Krieges gerich­tet' ist, war der „Bl. Mp." zufrstge schon seit längerer Zeit in etwas dunklen Andeutungen in einigen Parii« Blättern die Rede. Jetzt deckt die „Activ» fraucais^ auf, welcher Art diese Propaganda gegen den Krieg ist. Sie schreibt, in der Stadt und im Departement wiir- den Gerüchte verbreitet, daß das einzige Mittel, den | Krieg zu unterbinden die Nicatbearbeitung des Bodens sei. Denselben Geist atmen Briefe der Soldaten an der Front an ihre Fannlien. Sie empfehlen den Familien, die Landwirtschaft zu unterbrechen.

Französische Sorge um eine« Panzerkreuzer.

^ Paris, 13. Februar. (WTB.i Die Agence Ha- vas meldet amtlich: Das Marineministerium 'ü benu- ruhigt über das Schicksal des Panzerkreuzers „Admk.ra Charuer", der an der Küste Syriens kreuzt, und seit dem 8. Februar keine Nachricht gegeben bar einem Da- tum, an dem nach einem deutschen Telegrauun ein Un­terseeboot ein französisches Kriegsschiff versenkt haben soll. —