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S^Ä M wenn diese MMttgungen erfüllt find, etc Luftschrffe für bestimmte Leistungen viele Vorteile über alle anderen Luftfahrzeug-Typen haben. Das Geschrei nach Wiedervergeltung jedesmal, wenn ein Zeppelin- angriff stattgefunden hat, ist unvernünftig. Die Schreier vergessen die weit häufigeren Fliegerangriffe der Ber- bitndeten gegen die Feinde, die bet weitem wirkungs­voller waren, als es umgekehrt der Fall war. Die Deut­schen selbst bezeichnen oft die Zeppelinangriffe als Ver­geltungsmaßnahmen. Unsere Leistungsfähigkeit im Bau von Luftfahrzeugen muß bis aufs äußerste ange­spannt werden.

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Russische Mißstimmung gegen England.

DieNowoje Wremja" bringt derFrkf. Ztg." zu­folge einen Leitartikel über die Friedensgerüchte. Sie nennt die russische Stimmung gegen England andau­ernd aufgebracht. Als sich die Engländer in Gallipoli festsetzten, sagte alles:Wir werden dort bleiben und dauernd die Meerengen verschließen." Später kam in Rußland die Redensart auf:Die Engländer kämpfen bis zum letzten russischen Soldaten". Die Abkühlung habe sich ständig gesteigert. Jetzt ist ein neues Gerede im Umland wonach allgemein geglaubt wird, die Eng­länder planten Verrat; Englaüd schlüge Deutschland einen Separatfrieden vor.

Wfidenl Vilfm.

Seine Politik und seine Wahlaussichten.

Der frühere Vertreter der nordamerikanischen Uni­on in München, Konsul Gaffney, ist von seiner Reise nach Washington zurückgekehrt und hat einem Vertre­ter derMünchner Zeitung", der ihm entgegenreiste, ausführliche Mitteilungen über Wilsons Politik ge. macht. Die Bekenntnisse Gaffneys sind von großer po­litischer Wichtigkeit und lassen sich, wie dieTgl. Rdsch." mitteilt, in folgenden Sätzen zusammenfassen:

Es ist ein Unglück für die Vereinigten Staaten, daß in dieser großen Zeit an der Spitze der Vereinigten Staaten sich ein Mann besindet, der wohl den guten Willen, aber leider nicht die staatsmännischen Fähig­keiten hat, um die günstige Gelegenheit zur Förderung der amerikanischen Interessen zu benutzen. Das Ge­heimnis der amerikanischen Mißerfolge besteht darin, daß Wilson der Lage nicht gewachsen ist. Sobald er in sein Amt trat, war zu erkennen, daß der Theoretiker in der Praxis völlig versagte.

Amerika muß vorwärts kommen und deshalb darf es die günstige Gelegenheit nicht versäumen. Dieses wurde dem Präsidenten Wilson klar gemacht. Es wäre nun seine Aufgabe gewesen, klug und geschickt dafür zu sorgen, daß Amerika nach allen Seiten arbeite und nach allen Seiten Erfolge erzielt. Das ist aber Wilson nicht gelungen.

Die englische Einseitigkeit Wilsons hat dazu ge­führt, daß die Vereinigten Staaten während des Welt­krieges in eine völlig schiefe Stellung gerieten und so sich selbst schweren Schaden zufügten. Wilson bleibt starr und eigensinnig bei der Ansicht ,datz alles, was er tut, gut und richtig sein muß, weil es aus gutem Willen und ehrlicher Ueberzeugung kommt. Die Amerikaner fordern aber selbstverständlich Freiheit und ihr Recht in allen Dingen und wollen weder Wilsons Theorien noch seine Moralpredigten länger mit anhören.

Das Interesse der Amerikaner an den Kriegsliefe- rungen hat sich abgekühlt. Das ist auch die Ursache der großen Wahlmißerfolge in Amerika. Es ist eine Tat­sache, daß Rußland schon seit einiger Zeit kein Kriegs­material aus Amerika erhält, weil es nicht in der Lage ist,

aber die amerikanische Finanz abgelehnt. Aehnluh steht es mit Italien und, wenn auch nicht so schlimm, mit Frankreich und England. Der Optimismus des jungen Morgan hat nur noch wenige Anhänger in Neuyork. Die Morgangruppe möchte allerdings, daß das Waffen- geschäft weiter geht und der Krieg in die Länge gezogen ^Wilsons Wiederwahl ist ausgeschlossen, wenn er nicht in letzter Stunde seine Politik vollständig ändert. In Amerika ist natürlich alles davon überzeugt, daß die Politik demütigen Gehorsams gegenüber England vorüber sein muß und daß Wilson, einerlei, ob ihm das zu Herzen geht oder nicht, für die Rechte des ame­rikanischen Handels gegenüber den entließen Ueber- qriffen einzutreten hat. Präsident Wilfon hat nuri plötz­lich, um sich Luft zu schaffen, denLusitama"-Fall her­vorgeholt. Ich kann ausdrücklich erklären, daß die öffent­liche Meinung Amerikas mit diesem Hervorzerren pein­licher alter Geschichten nicht das geringste zu tun hat, und daß auch weder der Kongreß noch der Senat Wll­son in diesem Falle unterstützen werden. Es handelt sich einfach darum, daß Wilsons gekränkte. politische Eitel­keit einen Ausweg fließt. Die großzügige deutsche Po­litik wird schon Mittel und Wege finden für eine gol­dene Brücke, besonders jetzt, wo sich chr 10 viel Ge­legenheit bietet, sich die Dankbarkeit des amerikanischen

Der^KmcsulMloß mit der Erklärung, er komme nach Deutschland zurück mit der Ueberzeugung, daß eine Neu- Zns^g Ser amerikanischen Politik bevorstehe.und daß damit die Grundlagen für die so dringend nötige Einverständigung mit Deutschland gegeben werde.

Krlegsallerlel.

Zar Ferdinand reist nach Deutschland.

Die bulgarische Telegraphen-Agentur meldet unterm o xbebruar'Der König ist gestern abend in Begleitung deÄntfteS Äadvslawow, des Generalissi­mus Schekow, des sivfmarschalls General «awow und eines kleinen militärischen Gefolges nach dem pc«M Großen Hauptquartier abgereist, um Kaiser Wilhelm ei­nen Besuch abzustatten. Bon dort wird er dem Armee­oberkommandanten des österreichisch-urigarMen Heeres Erzherzog Friedrich ebenfalls eimn Besuch abstatten. Darauf werden Ministerpräsident Rado^lawow und Ge- neralissimns Schekow nach, Bulgarien zurückkehren, während der König sich mit seinem Gefolge nach Koburg begeben wird. In der Abivesenheit des Königs wird die Regentschaft durch den Ministerrat ausgeübt wer­den.

Ein japanischer Protest i« Washington

DerFrkf üta." zufolge meldet derDjeu" aus Tokio, daß der tonische Gesandte in Washington den Auftrag erhielt, gegen die neue amerikanische Maßregel zur Beschränkung der japanischen Einwanderung Pro- test einzulegen.

Politische Rundschau.

Die Lage des Handwerks. Der letzte Teil der Be- ratungeil der Staatshaushaltskommission des Abgcord- netenbauses über wirtschaftliche Krtegsf^ bezog sich auf die Lage des Handwerks. Der Haudelsmintster er­klärte, daß die Heranziehung des Handwerks zu den Heereslieferungen recht erfreulich gewesen sei. So habe allein die Feldzeugmeisterei durch Vermittelung des Deutschen Handwerks-- und Gewerbekammer-Tages für

rund 37 Millionen Aufträge dem Hanowerr zugervenoer. Eine umfassende Organisation sei auf Anregung der Handwerks- und Gewerbekammern im Werke. Die Staatsregierung bringt diesen Bestrebungen ein teil­nehmendes Interesse entgegen, das auch gelegentlich durch die Gewährung von Beihilfen zum Ausdruck kommt.

Die amerikanischen Rüstungen. Aus Washington, 8. Februar, meldet Reuter: Auf Antrag des Staats­sekretärs für die Marine bewilligte das Repräsentanten- haus 500 000 Dollars, um die Reparaturwerft der Kriegsmarine auf Mare Island bei San Francisco für den Bau von Schlachtschiffen einzurichten und die Neuyorker Werft so auszubauen, daß ihr Produktions­vermögen verdoppelt wird. Es liegt in der Absicht der Regierung, 5 Werften für den Bau von Schlachtschiffen verfügbar zu haben. __________________________

Sie Besteig 6er kaMeruN-Verleidiger.

Die amtliche Meldung, daß es fast allen in Kamerun noch befindlichen Deutschen gelungen ist, sich nach anderthalbjährlichem Ringen den Einkreisungsversuchen der feindlichen Uebermacht durch Uebertrilt aus neutrales Gebiet zu entziehen, wird in ganz Deutschland Befriedigung hervorgerusen haben. Selten ist we s ein Kampf mit so ungleicher Verteilung der Kräfte so lange und heldenmütig geführt worden, wie der Kampf um Kamerun, der nun einen in Anbetracht der Umstände ungewöhnlich rühmlich zu nennenden Abschluß gefunden hat. Durch die Unterbindung jedes Schiffsverkehrs usw. war Kamerun seit dem 25. August 1914 Don jeder Verbindung mit der Heimat völlig abgeschnitten und ganz auf sich allein gestellt. Unsere Feinde traten in Kamerun mit außergewöhnlicher Uebermacht auf. Die wenigen Deutschen hat­ten nur die tapfere und treue Farbigentruppe zur Verfügung, mit der sie den Verbündeten ungeheuren Schaden zufügte.

Zuerst wandten sich die Feinde gegen die Küste- Auch hier traten sie mit.großer Uebermacht auf. Um Duala zu nehmen, das sich am 27, September zur Vermeidung unnützen Blutvergießens ergab, mußten die Verbündeten nicht weniger als einen eng­lischen und einen französischen Kreuzer, einen Schlepper und 14000 farbige Soldaten auswenden. Am 8. Oktober erschienen die Engländer auf mehreren Fahrzeugen und mit schweren Ge­schützen vor Iabaffi und erlitten hier nach siebenstündigem Kampf eine Niederlage. An der Ostgrenze von Alt- und Neu-Kamerun gelang es unsern Verteidigern anfangs auch, große Erfolge über die Verbündeten zu erzielen. Erst als die Engiänder beträchtliche Verstärkungen erhielten, konnten sie hier Fuß fassen. An der Südostgrenze gelang es der Abteilung Heigelin sogar, im Ok­tober 1914 einen Borstoß in französisches Land zu machen. Unseren Feinden i am außer ihrer großen Ueberlegenheit und der Möglichkeit, für Nachschub zu sorgen, noch der Umstand zu statten, daß sie die verräterische Unterstützung der Duala erhielten. Trotzdem haben unsere Truppen in bewunderungswürdiger Weise jeden Zoll Bodens verteidigt und unseren Feinden beträchtliche Verluste zugefügt. Besonders die Tage vom 24.31. Dezember 1914 waren für die Franzosen ungeheuer verlustreich. Die Er­oberung Buea z. B. erfolgte von 2060-8000Mann gegen einen Ver­teidiger in Stärke von 200 Mann. Von anderen rühmlichen Taten sei noch der Rückzug aus Edea am 25. Oktober genannt. Am 27. Oktober rückten die Feinde in Edea ein.

Die Besetzung dieser Stadt ruft die Erinnerung an die scham­lose und schmachvolle Kriegführung wach, welcher sich dieKul-- turvölker" Engländer und Franzosem in den Kolonien befleißigten. In Edea haben die sranzösischen Soldaten und Unteroffiziere wie wilde Völker gehaust. Sie zerstörten deutsches Eigentum, ließen die Weißen von den Farbigen mißhandeln und die Missions- Gotteshäuser beschmutzen. Aehnlich betrugen sich die Verbündeten auch in Duala, wo sie den deutschen Bezirksamtmann 'in der schmachvollsten Weise durch schwarze Soldaten behandeln und be­wachen ließen. Die geringe Bewaffnung unserer Truppen, die schon ein Zeugnis für unsere Friedfertigkeit bei Ausbruch des Krieges ist, war auch nicht geeignet, den tapferen unb ruhmvollen Widerstand MMMe^Lev erwacht nochMnger-- itu^i-mnteit. oa die lange Dauer des Krieges der beste Bundesgenosse für Eng­länder und Franzosen war. So gelang es unseren Feinden lang­sam in das Innere der Kolonie vorzudringen. Die Gefangen­nahme unserer tapferen Verteidiger, die ihr Ziel war, konnten sie aber trotz ihrer Ueberzahl nicht erreichen. Die endgültige Ent­scheidung über das Schicksal dieser Kolonie ist aber damit nicht gefallen, da auch diese Frage nur mit der Gesamtheit der Kriegs­fragen gelöst werden wird und kann. <Z.)

Vermischtes.

Bei Ueberjchrcitnng der Höchstpreise mache« sich auch die Käufer strafbar. Eine Lebensmittelhündlerin in Barmen hatte anfangs November an zwei Hausfrauen Kartoffeln zum Preise von 35 und 45 Pfennig für den Becher von 6 Pfund verkauft und damit den Höchstpreis von 27 Pfennig überschritten. Gegen die Händlerin rote auch gegen die beiden Ehefrauen war infolgedessen An­klage erhoben worden. Vor dem Schöffengericht machte die Händlerin geltend, daß sie für die Kartoffeln selbst 35 Pfennig habe zahlen müssen, und daß sie sie daher nicht billiger habe verkaufen können. Die beiden Ehe­frauen erklärten, daß sie bei der damailgen Kartoffel- knappheit überhaupt froh gewesen seien, Kartoffeln zu bekommen. Das Schöffengericht sprach sich dahin aus, daß die Händlerin sich nicht damit entschuldigen könne, daß sie Kartoffeln zu teuer gekauft habe; sie hätte mit einem Verlust rechnen müssen. Bei den Käuferinnen sei zu berücksichtigen, daß sie sich gewissermaßen in einer Notlage befunden hätten. In Anbetracht dieses Um- standes ließ es das Gericht bei den beiden Ehefrauen bei der geringsten Strafe von 3 Mark bewenden. Die Lebensmittelhändlerin wurde zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt.

Große Arbeiteraussperrung tu Dänemark. Die Köln. Ztg." berichtet aus Kopenhagen: Der dänische Arbeitgeververband hat die Aussperrung aller organisier­ten dänischen Arbeiter für den 16. Februar beschlossen, falls bis dahin keine Einigung erzielt wird. Es handelt sich um Arbeiter der verschiedenen Berufszweige von Handwerk und Industrie; die Aussperrung würde 80 000 Arbeiter umfassen.

Aus der Ehrentafel der deutschen Turucrschaft, die allwöchentlich in langen Spalten die Namen der im Kampf fürs Vaterland gefallenen Turner sowie der mit dem Eisernen Kreuze und anderen Kricgsvrden aus- gezeichneten Turner anführt, geht hervor, daß zu An­fang des Jahres 1916 24 590 Turner auf den Schlacht­feldern ihr Leben gelassen haben; unter den 27 694 Tur­nern, die sich das Eiserne Kreuz errungen haben, sind nahezu 350, die mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet sind. Einem der bekannten Kampfflieger, Leutnant Jmmelmann, Mitglied der A. T. B. Dresden, ist bekanntlich der Orden Pour le mörite vom Kaiser verliehen. Unter den einzelnen Kreisen ist am stärk­sten vertreten der sächsische Turnkreis mit 3478 Kriegs- auszeichnungen und 3664 Gefallenen, der allerdings auch weitaus die meisten zum Heere einberufenen Tur- ner aufweist. Von anderen Turnkreisen seien u. a. noch angeführt Thüringen mit 1047 Gefallenen und 1835 Rittern des Eisernen Kreuzes, Bayern mit 7792 bezw. 2207, Schwaben Mit 1598 bezw. 1890, Baden, Pfalz und Elsaß-Lothringen mit 1881 bezw. 2099, Rheinland und Hessen mit 2149 bezw. 2115, der Niederrheinkreis mit 1909 bezw. 2248, Westfalen mit 1714 bezw. 1803, die Brandenburger mit 103 bezw. 1876 und die Schlesier mit 1711 Gefallenen bezw. 1769 Rittern des Eisernen Kreuzes.

DeilWe heldenialen.

In einer Oktobernacht übersti-eg eine aus den Un­teroffizieren Rödicke, aus Zwebenoorf b. Hohenturm (Bez. Halle a. S.), Gottschalk aus Niederhermsdorf, Kr. Waldenburg und dem Gefreiten Krämer aus Westerhold i. W. der 7. Kompagnie des 5. Lothringischen Jnfante- rie-Regiments Nr. 144 bestehende Patrouille den Rand des vordersten Grabens, um die etwa 15 Meter enr- fernten Stellungen des Gegners zu erkunden. Die drei Tapferen gelangten an die Kante des gegnerischen Gra­bens, von wo aus sie die feindlichen Stellungen einsehen konnten. Mit dem Erfolge noch nicht zufrieden, pirscht sich der erste weiter. Da macht er einen Fehltritt. Er steht auf der Abdeckung eines feindlichen Postenstandes. Der laute Alarmierungsruf des gegnerischen Postens veranlaßte die Drei zur Umkehr. Trotz Handgranaten- unö Jnfanteriefeuer gelangten sie wohlbehalten zurück. Bei einem zweiten Patrouillengang wurde dieselbe Stelle wieder aufgesucht, der feindliche Posten jedoch im Bogen umgangen. Die drei Patrouillengänger ver­teilten sich: einer übernahm die Absperrung des Grabens, um das Herbeieilen feindlicher Reserven zu verhüten, einer nmchte den tiefen Graben durch Abnehnren der Sandsäcke zugänglich, während der dritte eine mitgeflihrte Kiste mit 25 Kilo Sprengstoff bereit hielt. Nach Ent­fernung einiger Sandsäcke stieg der Unteroffizier Rö­dicke in den Graben und ging auf den feindlichen Po­sten zu. Dieser wollte scheinbar, einen Vorgesetzten ver­mutend, feine Meldung machen, als der Unteroffizier ihm mit der Taschenlampe ins Gesicht leuchtete und mit einer Stielhandgranate einen derartigen Schlag versetzte, daß er zu Boden taumelte. Rödicke ritz ihm das Ge­wehr weg und schleuderte die Handgranate gegen die in unmittelbarer Nähe liegende Postenablösung. Gänz­lich irberrascht, gab diese verschiedene Schüsse ab, ohne Rödicke zu treffen, sodaß er Zeit fand, zusammen mit dem Unteroffizier Gottschalk die Sprengladung mit an­gezündeter Sprengschnur in den Unterstand der Ablö­sung zu werfen. Noch ehe die nun herbeieilenden Reser­ven des Gegners heran waren, waren Rödicke, Gott­schalk und Krämer aus dem feindlichen Graben heraus und auf dem Heimweg. Jetzt explodierte die Sprengla­dung und die verdutzten Reserven ließen die tapfere Patrouille unbehelligt bis in den deutschen Graben ge­langen. Die drei Patrouillengänger, welche das Eiserne Kreuz 2. Klasse bereits besaßen, wurden für ihre her­vorragende Tat vom Kommandierenden General öffent­lich belobt.

Einen ehrenvollen Auftrag führten am 8. 10. 15 in früher Morgenstunde die Gefreiten Johann Bayer aus München, Arnold Käser aus Psersee-Angsburg, Josef Konrmer aus Kesfel-Ostbeim und der Infanterist Mi­chael Kurzrechner aus Dingolfing, sämtlich der 5. Kom­pagnie eines bayerischen Jnfanterieregtments angehö­rend, aus. Nachdem die hart am serbischen Donauufer gelegenen feindlichen Stellungen schon am vorhergehen­den Tage unter schweres Artilleriefeuer genommen wa­ren, erhielten die genannten Mannschaften den Auftrag, den etwa 200 Meter breiten, uns noch von Serbien tren­nenden Donauarm zu durchschwimmen, um zu erkun­den, in welcher Stärke das jenseitige Ufer noch vom Feinde besetzt war. Die vier Mann, die sich zu diesem schwierigen und gefährlichen Auftrag freiwillig gemel­det hatten, mußten zunächst, um an das Wasser zu gelan­gen, das vom Feinde eingesehene, an dieser Stelle völlig flache, versandete Donanufer überschreiten. Nur mit Hemd und Unterhose bekleidet, das Gewehr auf dem Rücken und Munition unter der Miitze, schwarnmen sie ^»dMllL-MdLLtkLitcm__Wumm_mnü._LLrade an dieser Stelle rasch strömenden Donanarm bis aus etwa 8 bis 10 Meter an das jenseitige Ufer heran, wo sie von den dort noch eingegrabenen, serbischen Postie- rungen plötzlich heftiges Jnfanteriefeuer bekamen. Da das serbische Donanufer während der ganzen Zeit unter eigenem schwerem Artilleriesener lag, waren sie auch noch von den Sprengstücken unserer eigenen Geschosse sehr gefährdet. Nachdem sie in diesem Feuer eine Strecke stromabwärts getrieben worden waren und sich überzeugt hatten, daß die serbischen Stellungen nur durch schwächere Sicherungstruppen bssetzt waren, war ihr Auftrag erfüllt. Unter fortgesetztem Feuer der Serben kehrte die Patrouille ohne Verluste zur Kompagnie zu­rück, wo sie von ihren Vorgesetzten und Kameraden zu ihrem mit Mut und Entschlossenhesi durchgeführten Un­ternehmen beglückwünscht wurden. Das Eiserne Kreu; 2. Klasse war der Lohn sämtlicher Teilnehmer für ihre wertvollen Meldungen.

Am 8. 10. 15 hatte ein bayerisches Infanterieregi­ment bei der Insel T. die Donau überschritten und eine Brückenstellung ausgehoben. Vizefeldwebel Anton Hall- rveger der 7. Kompagnie, aus Rosenheim, erhielt den Auftrag, als Feldwachhabender ein kleines Wäldchen in der linken Flanke des RegimeMs zu besetzen. Er fand es vom Gegner frei und ging sofort daran, seine 27 Mann zu verteilen. Die notwendigsten Sicherungen waren kaum ausgestellt, als schon Schüsse fielen und die vorge­schobenen Posten eiligst zur Verteidigungsstellung zu- rückkarnen, mit der Meldung: Die Serben kommen. Und in der Tat, etwa 100 Mann hatten sich in den Hohen Maisfeldern bis auf 50 Meter vor die Stellung heran­geschlichen, wo sie plötzlich auftauchten und alte serbische Stellungen und Gräben besetzten. Die Feldwache er­öffnete sofort ein wohlgezieltes Schnellfeuer auf die An­greifer, die trotz ihrer vierfachen Ueberlegenheit nicht wagten, der tapferen kleinen Schar auf den Leib zu rük- ken. Plötzlich erschienen auch in der Flanke und im Rücken der Verteidiger Serben, die sich vermutlich von den Angreifern unter dem Schutze der Maisfelder los­gelöst hatte:! und einen Unmehnngsversuch nnternah-- men. Fast schien es, als ob die kleine Feldwache einge­schlossen werden sollte. Doch dank des entschlossenen Ver­haltens Hallwegers, dem es gelang, einen Teil seiner Leute gegen die neuen Gegner in Stellung zu bringen, erlahmten bald die Angriffe der Serben, die sich, nach­dem sie aus allen Seiten auf leidesten Widerstand gesto­ßen waren, unter erheblichen Verlusten zurückzogen. Für das entschlossene Aushalten mit seinen Leuten, das das Vorgehen des Regiments bedeutend erleichterte, erhielt Hallweger das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Weitere Drahtnachrichten.

Beschlagnahmte holländische Post.

w- Amsterdam, 9. Februar. (T. U.) Hoüäudiichc Blätter berichten derVoll. Ztg." zufolge: Die Post an Bord des DampfersHollandia". der von Südamerika in Amsterdam eintraf, wurde am 1. Februar von den Engländern in Falmouth beschlagnahmt.

Das gestrandete englische U-BootH. 6" verloren.

w* Rotterdam, 9. Februar. (T. 11.) Wie der Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet sind die Ver­suche, das bei den friesischen Inseln gestrandete englische UnterseebootH. 6" z» retten, gescheitert, da das Schiff zu hart ausgelaufen war.