Voraussichtliche Beilegung des „Lusilauia" - Streitfalles.
Der Gröberer von Warschau.
Zu seinem 70. Geburtstag am 9. Februar.
Der 70. Geburtstag des Prinzen Leopold von Bayern fällt in den größten Krieg aller Zeiten, an dem es dem Prinzen vergönnt war. einen ungewöhnlich ruhmvollen Anteil zu nehmen. Zum ersten Male hörten wir den Namen des Prinzen in diesem Kriege am 4. August 1915 erwähnen, also ungefähr ein Jahr nach Beginn des Weltkrieges. Es war die gewaltige Zeit, in die das Ringen der Riejcnhcerc um den Besitz der mächtigen Festung Warschau fiel. Am 4. August 1915 berichtete unsere oberste Heeresleitung, daß die Russen vor Warschau aus der Blonie- stellung geworfen worden seien, und daß die Armee des Prinzen Leopold von Bayern sich im Angriff aus -die Festung selbst befinde, Der Name dieses neuen Heerführers gewann sofort das allgemeine Vertrauen, hatte er doch im Heere auch während der Friedeuszeiten einen ungewöhnlich guten Klang. Die kommenden (Ereignisse zeigten, daß auch das hohe Alter der Tatkraft und Geiftesirische des Prinzen nichts hatte anhaben können. Schon am 5. August wurde von der Armee des Prinzen Leopold von Bayern die äußere und innere Fortlinie durchbrochen und genommen. Die Stadt wurde daraufhin am Vormittag von unseren Truppen besetzt. Eine der gewaltigsten Festungen der Welt wurde in verhältnismäßig sehr kurzer Zeit vom Prinzen durch Waffengewalt gebrochen. Trotz heftigen Widerstandes der Ruffen, der sich auch in einer Beschießung von Warschau zeigte, gelang es der Armee des Prinzen Leopold am 8. August das östliche Ufer der Weichsel zu gewinnen. Bei der Breite des Flußes und dem Mangel an verbindenden Brücken, die von den Ruffen in die Luft gesprengt worden waren, war auch dies ein bedeutender Erfolg. 9im 10. August war Prinz Leopold östlich von Warschau schon bis an die Bahnlinie Stanislawow-Nowo Minsk gelangt. Und nun ging der Siegeszug gen Osten unauf. haltsam weiter. Am 11. August wurde er der Führer einer besonderen Heeresgruppe, da die Größe des Unternehmens eine Teilung der Ostarmee in drei Heeresgruppen notwendig gemacht hatte. Am 12. August wurde Siedlco genommen und der Vormarsch gegen den Bug fortgesetzt. Am 14. August wurden _ bei Losice die feindlichen Linien durchbrochen und mehrere Tausend Gefangene gemacht, woraufhin in der Nacht von, 15. zum 16. August der Uebergang über den Bug von dem linken Flügel der Heeresgruppe des Prinzen erzwungen wurde. Die Mitte, die den Durchbruch bei Losice gemacht hatte, warf am gleichen Tage den Feind aufs Neue, der noch einmal Widerstand versucht hatte. Fast täglich konnten von nun an größere Erfolge des Prinzen berichtet werden, der auch viele Tausend neuer Gefangener machte. Am 24. Aug. näherte er sich bereits demBialowieska-Urwald, den sich die Ruffen zurückziehen mußten. „Der ichwer geschlagene Feind flüchtete sich in den Bialowieska-Forst," so meldet unser Heeresbericht. Es begannen nun die Verfolgungskämpfe in diesem Wald, die siegreich und schnell verliefen, trotzdem ein ungewöhnliches Schlachtfeld große Anforderungen an Führung und Mannschaften stellte. Am Sedantage war der Austritt aus dem Nordostrand des Urwaldes erkämpft. Er folgten nun siegreiche Kämpfe in Sumpf- und Flußgebiet der Rozanka und anderer Flüffe. Nachdem Prinz Leopold nun die deutschen Fahnen bis tief in das Innere Rußlands getragen hatte, begann der Stel. lungskrieg, in dem sich augenblicklich noch die Heere des Prinzen befinden. (Z.) •
Berichte der „Appam"-Paffagiere.
9-5= Kopenhagen, 8. Februar. (T. U.) „Daily Telegraph" gibt, wie das „B. T." berichtet, nach Berichten von „Appam"-Pafsagieren eine ausführliche Schilderung des deutschen Kaperschiffes. Es handele sich um einen deutschen Hilfskreuzer, der am Neujahrsmorgen T^i e t-wYrre^Tttr^np.r die Nord Witze SeimniaMS tit ven Atlantischen Ozean gelangte. Der Hilfskreuzer enthielt 3000 Tonnen, war mit zehn Kanonen armiert und hatte eine Besatzung von 350 Mann. Unterwegs begegnete er vielen englischen Kreuzern. Der Prisenkommandant der „Appam", Leutnant Berg, der mit seinen zwanzig Mann die Hunderte von Passagieren beaufsichtigen mußte, die auf der „Appam" zusammengebracht waren, war außerordentlich höflich und korrekt gewesen, gab aber bekannt, daß im Maschinenraum und unter der Kommandobrücke für den Fall der Unruhe Bomben gelegt seien.
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Rußland und Rumänien.
o-* Bukarest, 8. Februar. (T. U.) Der eigentliche Zweck der Rette Filipeskus nach Rußland soll der „Voss. Ztg." zufolge ursprünglich gewesen sein, festzustellen, ob die russische Armee überhaupt noch zu einer Offensive fähig ist. Der „Universul" meldet indessen, Filipesku werde nach dem Badeorte Jalta auf der Krim abreifen, um dort zehn Tage lang auszuruhen. Wie es scheint, wünscht die ruffische Heeresleitung doch nicht, die Armee und ihre Lffensivfahigkeit der Kontrolle Filipeskus preiszugeben.
Aus dem großen Hauptquartier k . -..... " "— ■ ■ ■ w
»-»■ Großes Hauptquartier, 7. Februar 1916. (Amtlich. WTB.) (Eingegangen 2,10 Uhr nachmittags.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heftige Artilleriekämpfe zwischen dem Kanal von La Bassee und Arras sowie südlich der Sommc. Die Stadt Leus wurde in den letzten Tagen vom Feinde wieder lebhaft beschossen.
In den Argonnen sprengten und besetzten die Franzosen auf der Höhe 285 (La Fille Morte) nordöstlich von La Challade einen Trichter, wurden aber durch einen Gegenstoß sofort daraus vertrieben.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Eine in der Nacht zum 6. Februar von uns genommene russische Feldwachstellung auf dem östlichen Szara- Ufer au der Bahn Baranowitschi-Ljachowitschi wurde erfolglos angegriffen. Der Gegner urnßte sich unter erheblichen Verlusten zurückziehen.
Südwestlich Widsy fiel ein russisches Flugzeug, dessen Führer sich verflogen hatte, unversehrt in unsere Hand.
Valkankriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Friedliche Wendung im Lusitania-Fall?
Die „Frkf. Ztg." meldet durch Funkspruch aus Neu- york: Ich höre aus guter Washingtoner Quelle, daß der „Lusitania"-Streitfall als so gut wie beigelegt betrachtet werden kann.
»-* Berlin, 8. Februar. (T. U.) Das „B. T." schreibt: Auch gestern sind aus Washington keinerlei Nachrichten hier eingegangen, aus denen sich Bestimmte Schlüsse für den Weitergang der Verhandlungen ziehen lassen. Die Stimmungsberichte des Renterschen Bureaus und englischer Korrespondenten sind selbstverständlich mit Vorsicht aufzunehmen. Es ist indessen immer wahrscheinlicher, daß die amerikanische Regierung die letzten deutschen Mitteilungen nicht sofort, als zum mindesten nicht schon in den nächsten Tagen beantworten wird. Man dürfte in Washington zunächst die Rückkehr des Obersten House abwarten.
Kommentare der Neuyorker Presse.
te*. Rotterdam, 8. Februar. (T. U.) Eine Privat- depesche Reuters meldet aus Neuyork: Sämtliche Blätter kommentieren die deutsche Note, deren Inhalt noch nicht bekannt ist. Allgemein behauptet man, daß der Wortlaut nicht ganz befriedigend sei und eine Verständigung von der Frage der Gesetzmäßigkeit der Versenkung der „Lusitania", welche Deutschland zur Rechtfertigung des U-Bootsangriffes anführt, abhängen würde. Vermutlich wird eine Entscheidung erst Mitte dieser Woche fallen.
Offensive der Ententetruppen bei Salonikis?
** Bern, 7. Februar. (WTB.) „Corriere della Sera" meldet aus Saloniki, daß englisch-französische Kolonnen am 4. d. Mts. gegen die griechische Grenze vor- gingen, wo Scharmützel stattfanden.
Millionenschaden in Saloniki durch Zeppelinangriff.
Ans gut unterrichteter Quelle verlautet, daß bei dem letzten Zeppelinangriff auf Saloniki Waren im Werte von drei Millionen Franken vernichtet wurden, von denen nur 100 000 Franken durch Versicherung gedeckt sind.
Die Frage der Aegäischen Inseln.
9-5= Athen, 8. Februar. (T. U.) In der Besprechung des türkischen Gesandten Galib Kenral Bei mit dem Ministerpräsidenten Skuludis wurden verschiedene Fragen, die zwischen Griechenland und der Türkei schweben, geregelt, darunter die heikle Frage der Aegäischen Inseln, die seit dem Balkankrieg offen war. Der neuernannte griechische Gesandte in Konstantinopel Kallergis führte seinerseits Verhandlungen darüber mit den Mitgliedern des türkischen Kabinetts.
Bot den neuen »ampsen. ।
Ehe die Ruhe, die im Augenblick noch auf den Kriegsschauplätzen herrscht, ihr Ende findet, ist es wie der „B. L.-A." hervorhebt, vielleicht angebracht, einen Blick auf die von unseren tapferen Truppen bisher gewonnenen Kriegstrophäen 8u werfen, die eine gewaltige und deutliche Sprache reden und aller Welt darzu- tun vermögen, was deutsche Waffen bis jetzt geleistet haben.
Ein Millionenheer erschien in früheren Kriegen als etwas Enormes. Wieviel gewaltiger müssen die Heere unserer Feinde gewesen sein, denen wir 1429171 Gefangene abzunehmen vermochten'. Dabei sind in diese gewaltige Zahl die Gefangenen nicht eingerechnet, die wegen des kürzeren Transportes von uns Oesterreich- Ungarn überlassen wurden. Da nun alle unsere Feinde sich als tapfere Gegner bewährten, können wir ungefähr ahnen, wie schwer die blutigen Verluste der Armeen sein müssen, denen wir 1^ Millionen Gefangene abnehmen konnten. Kein Zweifel, die Lücke, die wir einschließlich der Gefangenen in die feindlichen Reihert rissen, ist eine gewaltige, und die Kopfzahl der Gesamt- verluste unserer Gegner dürfte mit 3 Millionen nicht zu hoch geschätzt sein.
Auch die Zahl der Geschütze, 9700, und der Militär- fahrzeuge, 7700, zeugt von der Größe unserer Erfolge. Dabei dürfen wir nicht vergessen, daß zahlreiche Geschütze zerschmettert auf den Schlachtfeldern liegen blieben, und daß Massen von Geschützen sind Maschinengewehren, soweit sie mit Munition erbeutet wurden, von unseren Armeen selbst in Gebrauch genommen werden konnten. .Wenn wir daher hören, daß 3000 feindliche Maschinengewehre ihren Weg nach Deutschland fanden, so können wir ohne Zweifel den feindlichen Verlust an diesen wichtigen Waffen beträchtlich höher schätzen. Die Zahl der erbeuteten noch brauchbaren Gewehre kommt mit 1300 000 der Zahl der Gefangenen merkwürdig nahe. Daß unzählige Gewehre zerschmettert auf deu Schlachtfeldern liegen blieben, ist selbstverständlich, da die Gewehre immerhin leicht beschädigt werden, zumal in Kämpfen, die wie die heutigen so oft zum Handgemenge kommen. Dies mag ganz besonders zutreffend sein für die russischen Gewehre, deren Schäfte nach vielen Berichten aus zu leichtem Holz gefertigt sind und bei Hieb und Stoß leicht zersplittern.
Daß das Aufflackern des neuen Frühlingskrieges unsere Kriegsbeute noch beträchtlich steigern wird, ist wohl kaum zu bezweifeln, wenngleich die Größe dreier Beute alles übertrifft, was man bisher für möglich hielt.
Prinz Oskar leicht verwundet.
Os£ Berlin, 7. Februar. (Amtlich. WTB.) Oberst Prinz Oskar von Preußen, Königliche Hoheit, ist an der Ostfront durch Granatsplitter am Kopfe und einem Oberschenkel leicht verwundet worden.
Prinz Oskar ist der zweitjüngste Sohn des Kaiserpaares. Er steht im 28. Lebensjahre und ist bekanntlich seit dem 31. Juli 1914 mit Gräfin Ina Marie von Bassewitz vermählt. Der Ehe ist em Sohn entsprossen.
Die Berliner Blätter erinnern zur glücklicherweise nur leichten'Verletzung des Prinzen Oskar daran, das er am 24. September 1914 bei Verdun mit seinem Regiment schwere Kämpfe gegen die Turkos zu bestehen hatte unB mehrere Offiziere an seiner Seite fielen, aber das Regiment einen vollen Sieg erfocht. Die „Bert N. Nachr." sagen: Die alte ehrenhafte Ueberlieferung unserer Herrschergeschlechter will, daß deutsche Prinzen am Feinde stehen. Die Pflicht zu kämpfen und Wunden zu tragen und zu sterben, wenns nötig ist, ist selbstverständlich für unsere Kaisersöhne wie für jeden schlichten Soldaten.
Salandras Schwierigkeiten.
Der letzte italienische Ministerrat befaßte sich nach einer T. U.-Drahtung aus Lugano hauptsächlich mit der Erörterung der Frage, welche Konzessionen Italien von England in der Frage der Frachten für Getreide und Kohlen verlangen soll. Die Besprechungen Bee Gegenstandes in der italienischen Presse lassen erkennen daß England noch immer Nicht gewillt ist, seinem Verbündeten in dem Sinne zu helfen, wie man es in Italien erwartet. Aus diesem Grunde herrscht zwischen beiden Regierungen eine dauernde Spannung, rvelche wahrscheinlich zum Rücktritt Salandras führen wird, wenn es nicht Bern demnächst eintreffenden Briand gelingt, in letzter Stunde einen Ausgleich herbeizuführen. Die großen Blätter stimmen darin überein, daß man „Erklärungen" nun nachgerade genug gehört hat, und daß man endlich Handlungen sehen will.
Der Vä^ter von S-lgerard.
Erzählung von Ludwig Blümcke.
M) (Nachörr^l verboten.)
Guten Muts ging der alte Mann heim, und sein argloses Herz ahnte nichts von dem, was ihm bevorstand.
Da bringt ihm am nächsten Mittag Sörensen, der auf Solgaard bei der Kartoffelernte helfen muß, einen Brief folgenden Inhalts:
„An den Pächter Radeke. Da Sie den Kontrakt wieder gebrochen haben, indem Sie mir bis gestern abend nicht die volle Pachtsumme ausgezahlt, so kündige ich Ihnen hierdurch mein Pachtland. — Nach dem Wortlaut des Kontraktes könnte ich Sie schon heute aus der Wohnung verweisen. Ich habe aber Mitleid und erlaube Ihnen, bis zum 1. Januar zu bleiben. Irgendwelche Widerrede würde Ihnen nichts nützen, denn 'oeben habe ich mit dem Landwirt Swen Hostrup aus Estjerg einen Pachtvertrag abgeschlossen.
Hans Peter Grothus, Hofbesitzer." Was nun?
Frau Radeke fiel in Strümpfe, und dem alten Mann perlten die Hellen Tränen in den grauen Bart.
Wilhelm allein verlor den Kopf nicht. Im ersten Augenblick packte ihn eine wilde Wut, so daß er am liebsten sofort nach Solgaard gelaufen wäre, um dem gemeinen Grothus den Kragen umzudrehen. Nun aber iberlegte er klar und besonnen, was zu tun wäre.
Sein Rittmeister hatte ihm gelegentlich gesagt, daß rr für ihn, falls er gezwungen sein sollte, seine mi- fftärische Laufbahn aufzugeben, einen Verwalterposten rder eine Stellung als Kastellan in einem Schlosse wüßte.
Nun wollte er denn schon morgen nach Berlin zu- Lckreisen, feinen Abschied zu erbitten und sich um eine Stelle zu bewerben, die er zum Januar womöglich an-
6. Kapitel.
„Famoses Wetter heute," dachte der Gastwirt Pe- terfen, wie er am Abend zum sternenklaren Herbsthimmel emporschaute. „Da hole ich mir sicher einen Rehbock aus dem Königlichen. Paßt ja vorzüglich; der Schröder geht zur Stadt, Hildebrand torkelte eben betrunken heim, der Oberförster selber kann seiner Gicht wegen nicht mehr abends hinaus, ein Narr also, wer die Gelegenheit nicht wahrnimmt. Unten an der Waldwiese steht bestimmt ein strammer Bock. Der soll uns am Sonntag gut schmecken."
Aus dem Geheimschranke nahm Petersen dann eine kurz, leicht zerlegbare und unter dem Mantel bequem zu verbergende Doppelbüchse, lud beide Rohre mit Spitzkugeln, zog den weiten Regenmantel an, versteckte das Gewehr unter demselben und machte anscheinend seinen üblichen Abendspaziergang. In der (Mststube war es leer und öde; Karen saß mit einer Häkelei am Tisch, und Magd und Knecht verzehrten ihr Abendbrot. —
Wilhelm hatte auch soeben seinen Koffer gepackt und eilte der in einer IjalBeii Stunde leicht erreichbaren Station zu, um für die Rückreise den nächsten Nachtzug zu benutzen. Er sah nichts von den Wundern des herrlichen Oktoberabends, er hörte nicht das leise Rauschen in den Wipfeln der Buchen, das Schlumnrerlied eines einsamen Vögleins, das Zirpen des Heimchens. Er hörte und sah nur das große Elend, dessen tiefe Kluft ihm entgegengähnte. Verwirkt war sein Leben, Not und Entbehrungen harrten der armen, allen Eltern.
Wie er plötzlich aufschaute, da gewahrte er an der Grenzscheide einen Mann mit einem Gewehr im Arme. Der trug einen weiten Mantel und konnte nach seiner Meinung niemand anders sein als Grothus. Er irrte sich tatsächlich nicht. Auch diesen Nimrod hatte der schöne Abend auf den Anstand gelockt. Er mußte Wilhelm E «Mm HMn, das EAytgestrüpp, welches den
Weg zu beiden Seiten einfaßte, hatte ihn offenbar vor seinem Blicke verborgen.
„Der Mensch hat doch zweifellos die Absicht, hier im Königlichen zu wildern," dachte der Ulan und machte halt, um Marens Vater einen Augenblick zu beobachten.
Da krachte von der entgegengesetzten Seite in gar nicht weiter Entfernung ein Schuß. Das hatte zur Folge, daß Grothus nach kürzern Besinnen sein Gewehr auf die Schulter hängt und langsam davongeht. Aber noch sind nid)t zwei Minuten vergangen, da kracht es wieder, und gleich darauf zum dritten Male. — Eill Schimpfen unö Spektakeln, ein Fluchen und Verwünschen aus rauher, Wilhelm rricht unbekanuter Männerkehle folgt darauf. — Hans Schröder muß dabei sein! Sicher ein Zusammenstoß mit Wilderern! ---Nun eilte da eine Gestalt, der des Solgaarders nicht unähnlich, mit flatterndem Mantel über den Weg, schwerfällig und unbeholfen. — Das muß der Wilddieb fein! —.Jetzt macht derselbe Halt, bückt sich zur Erde, als wolle er etwas auf- heben, das ihm entfallen. Da springt Wilhelm aus seinem Versteck hervor, um den Mann dingfest zu machen. Aber kaum hat der ihn erblickt, da ist er auch schon in den Tamruen znr linken Hand verschwunden. Wäre die Zeit nicht so fehr knapp gewesen, so würde er die Verfolgung gewiß ausgenommen haben. Aber er darf nicht säumen, muß vielmehr laufen, was er kann, um die Statimi noch rechtzeitig zu erreichen.
Was ist das? Da stößt er mit 6cm Säbel an einen klingenden Gegenstand! Ein Waidmesser, ein sogenannter Nicker ist es. Er hebt es auf nnd denkt: „Das ist es, was der Wilderer soeben verlor! Ich werBe es einstweilen gut anfheben, vielleicht ist es von Wichtigkeit."
Mit genauer Not erreichte er den Zug, vergaß das eben Erlebte und sah wieder nur das eine trübe Bild der Zukunft vor Augen.
GEMtUg WM