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Hersfel-er Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be- # S IK zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei )}£I§|tlOBt

.Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld. 8

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für den Kreis Hersfeld

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im ' MulSulUll amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder- '

holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Nr. 33

Mittwoch, den 9. Februar

1916

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 4. Februar 1916.

Alle in Betracht kommende Verbraucher mache ich darauf aufmerksam, daß in den nächsten Tagen ein Faß Olivenspeiseöl für den Kreis Hersfeld durch die Versorgungsstelle der Stadt Hersfeld verteilt werden wird. Die Abgabe erfolgt nur in kleineren Mengen an Selbstverbraucher nach näherer Vorschrift der Ver­sorgungsstelle der Stadt Hersfeld.

I. J. No. 1377.

Der Landkat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 4. Februar 1916.

In der Gemeinde Kaltennordheim, Bezirk Derm- bach, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festge­stellt worden.

I. 1173.

Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

All der Kömgl Lehranstalt für Wein-, Obst- u. Gartenbau zu Geisenheim a. Ah. finden im Jahre 1916 folgende Unterrichtskurse statt:

1. OeffentlicherReblauskursus am 14.und18.Februar.

2. Obstbaukursus in der Zeit vom 14. bis 26. Februar.

3. Baumwärterkursns in der Zeit vom 14. bis

4.

8.

Februar.

Pflanzenschutzkursus in der Zeit vom 15. bis Juni.

Obstbaunachkursus in der Zeit vom 24. bis

26.

17.

29.

Juli.

6. Baumwärternachkursus in der Zeit vom 24. bis 29. Juli.

7. Obstverwertungskursus für Männer in der Zeit vom 31. Juli bis 10. August.

^^EWWWWUungs kuri us für FranWWWWWWW vom 14. bis 19. August.

Das Uuterrichtshonorar beträgt:

Für den Kursus 1: nichts.

Für den Kursus 2 und 5: Preußen 20 Mk., Nicht­preußen (auch Lehrer) 30 Mk. Preußische Lehrer sind frei. Personen, die nur am Nachkursus (Nr. 5) teilnehmen, zahlen 8 Mk., Nichtpreußen 12 Mk.

Für den Kursus 3 und 6 wird ein Honorar von 10 Mk. erhoben. Personen, die nur am Nach-

kursus (Nr. 6) teilnehmen haben 5 Mk. zn zahlen, rür den Kursus 4: Preußen und Nichtpreußen

Für

10 Mk.

Für den Kursus 7: Preußen 10 Mk., Nichtpreußen 15 Mk.

Für den Kursus 8: Preußen 6 Mk., Nichtpreußen 9 Mk.

Anmeldungen sind unter Angabe der Staatsange­hörigkeit zu richten an die Direktion der Königlichen Lehranstalt. Wegen Zulassung. zum Reblauskursus (Nr. 1) wollen sich Personen aus der Provinz Hessen- Nassau an den Herrn Oberpräsidenten in Cassel, Nicht­preußen an ihre Landesregierung wenden.

Weitere Auskunft ergeben die von der Lehran­stalt kostenlos zu beziehenden Satzungen.

Zum Schluß wird noch bemerkt, daß die unter 2, 3, 5 und 6 aufgeführten Kurse Veranstaltungen der Landwirtschaftskammer in Wiesbaden sind.

Der Direktor: Wortmann.

Bus der Heimat

* ,Heiniat-Urlaub" diesen Vermerk werden von jetzt alle Militärfahrscheine tragen, welche für Urlaubsreifen ausgestellt sind. Haben die Urlauber die Fahrkarten aus eigenen Mitteln zu bestreiten, so wird der Urlaubsschein mit dem Vermerk:Fahrkarte lösen" versehen. Auf freie Eisenbahnfahrt haben nach einem Erlaß des Kriegsministers Anspruch Offiziere (Sänitäts-, Veterinär-Offiziere), die oberen Beamte« und deren Stellvertreter (als Kriegsteil­nehmer), die aus dem Felde, aus Lazaretten oder ~ " mtruppen usw. zur Wiederherstellung ihrer sit beurlaubt werden (bei Beurlaubungen aus anderer Ursache haben sie sie Fahrkost zu bestreiten), ferner allgemein: Ofsizrerstellvertreter, Unteroffiziere und Gemeine,- Unterbeamte und Stell­vertreter (als Kriegsteilnehmer) erhalten freie Fahrt nur bei Reisen zur Wiederherstellung der Gesundheit. Bei Entfernungen von mehr als 100 Kilometer rst Schnellzugsbenutzung gestattet. Offizieren und Ober­beamten kann die Benutzung des Schlafwagens er­laubt werden, falls die Notwendigkeit auf dem MUi- tärfahrschein bescheinigt ist.

von Ersa

Gesundhe

aubnngen sten selbst

Offizierstellvertreter,

meine Bur g." Noch nie- Scholle so hoch geschätzt, als in

*Mein Haus meine Burg." Noch nre- mals ist die eigene Scholle so hoch geschätzt, als in dieser KriegSzeit. Glücklich ist der Besitzer eines kleinen Eigentums gegenüber dem Besitzlosen. Für ihn gibt es feint Kartoffelnot, keine Gemüse- und

Fleischnot. Er, der Besitzer einerkleinsten Land­wirtschaft", eines halben Morgens (1250 Quadratmeter) mit einem kleinen Einfamilienhause darauf, hat seine Borratsräume gefüllt mit den Erzeugnissen seines Landes mit Kartoffeln, Gemüse, Obst für das ganze Jahr er hat Wintergemüse auf dem Lande stehen, hat Speck, Fett, Würste und Fleisch im Keller und Rauch,- seine Milchkühe, die Ziegen, geben ihm reich­lich gesunde Milch, und Hühner und Kaninchen harren ihres Berufes, das frische Fleisch in den Topf zu liefern. Frau und Kinder wetteifern in der Pflege der Tiere und des Landes, suchen alles zusammen, um aus wenig viel zu machen. Und wenn der Vater zum Heeresdienst einberufen ist und auch für die eigene Scholle kämpft, weiß er die Seinen in sicherer Hut des eigenen warmen Nestes, für die Aufbringung der Zinsen ist gesorgt, und er kann wenigstens ohne Sorge um seine Lieben den schweren Dienst im Felde versehen. Das Wortwenn du den Frieden willst, rüste den Krieg", kann man auch abändern:wenn du den Krieg hast, rüste den Frieden." Das gilt heute ganz besonders auf dem Gebiete der Wohnungs­fürsorge. Heute schon soll sich jeder rüsten, alles Er­forderliche vorbereiten, um sofort nach Friedensschluß an den Bau des eigenen Hauses gehen zu können. Vieles ist dazu vorher zu regeln. Selbsthilfe ist die allerbeste Hilfe. Wie das geschehen kann, zeigt jedem Interessenten kostenfrei die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins Arbeiterheim zu Bethel bei Bielefeld.

§ Hersfeld, 7. Februar. (Bekämpfung der Schundliteratur.) Das stellvertr. Generalkom­mando hat eine schon in Friedenszeiten von allen Freunden der Jugend erhobene und jetzt erst recht dringlich gewordene Forderung durch einen Erlaß vom 15. Januar 1916 verwirklicht: die Unterdrückung der Jugend-Schundliteratur. Die Aufgabe ist von größter Wichtigkeit. Vor allem der Jugend selbst wegen: Wurde schon bisher ihre Phantasie durch die Verherrlichung von Verbrechen, durch Schilderung der unmöglichenHeldentaten,, und Gruseligkeiten in um nachdem der Ges rleger die

Machwerke durch Umhängung eines vaterländischen Mäntelchens zeitgemäß gestaltet hat, durch diese Schundliteratur die Großtaten unseres Heeres und Volkes der Jugend unter dem Gesichtswinkel der verrücktesten und gefährlichsten Abenteurerphantasie geschildert. So wird die jugendliche Unternehmungs­lust auf falsche Bahnen gelenkt und den Bestrebungen, die eine Verwilderung der Halbwüchsigen verhindern wollen, entgegengearbeitet. Daneben kommt noch eine andere Seite in Frage: Die großen Summen von Geld und Arbeitskräften, die durch die Herstellung, den Vertrieb und den Kauf der Schundliteratur besseren uud nötigeren Zwecken entzogen werden. Der Erlaß ist mit dem Tage der Verkündigung in Kraft getreten. Die Ministerien und Regierungen des Korpsbezirks sind gebeten, das stellvertretende Generalkommando in seinen Bestrebungen mit allen Mitteln zu unterstützen. Insbesondere werden die Prüfungsausschüsse für Jugendschriften und ähnliche Bereinigungen, sachverständige Buchhändler und andere geeignete Stellen zur Mitarbeit bei der Durch­führung der Anordnung aufgefordert.

§ Hersfeld, 8. Februar. (Postanweisungen an Zivilgefangene in Rußla nd.) Die königlich schwedische Postdirektion im Malmö-Distrikt, durch deren Vermittlung Postanweisungen an Kriegsge­fangene in Rußlaud versandt werden, hat bekannt ge­macht, daß die russische Postverwaltung nunmehr auch Postanweisungen an Zivilgefangene zuläßt, was früher nicht der Fall war. Postanweisungen zu empfangen steht nur solchen Zivilpersonen feindlicher Nationali­tät zu, die aus militärischen Gründen oder auf Be­fehl der Militärbehörden in Gefangenenlagern oder Gefängnissen interniert sind.

):( Hersfeld, 8. Februar. DenEisernen Halb- mond" erhielt: Oberleutnant Georg Braun im Jnf.-Regt. 167, Adjudant der 50. Res.-Brig., Inhaber desEisernen Kreuzes" 1. und 2. Klasse.

Bebra, 7. Februar. (Tötliche Eisenbahnunfälle.) Auf der Bahnstrecke BebraEisenach, in der Nähe des Hönebacher Tunnels, wurde in verstümmeltem Zustande die Leiche des Landwirts Heinrich Thiel aus Bosserode (Kreis Rotenburg an der Fulda) aufge­funden. Vor einigen Tagen geriet auf der Eisen­bahn bei der Kaligewerkschaft Hetmboldshausen der Vorarbeiter Peter Rosenthal zwischen zwei Puffer. Er wurde sofort getötet.

Cassel, 8. Februar. Sitzungen des Landesaus­schusses werden im Jahre 1916 stattfinden alsbald nach Schluß des Kommunallandtags, etwa am 8. März, am 1. Mai, am 26. Juni, am 26. September, am 27. Nov.

Cassel, 7. Februar. (Durch die Decke gestürzt.) Ein schwerer Unglücksfall hat sich vorgestern nachmit­tag auf der Brandstätte des Grundstücks Nr. 9 in der Langestraße' im Stadtteil Wahlershausen ereignet. Der Schreinerlehrling Georg Sch. von hier war auf dem Boden des Hinterhauses mit Ausräumuttgsar- beitcn beschäftigt, plötzlich gab die Decke nach und der

18 Jahre alte Jüngling stürzte in das Untergeschoß hinab. Dabei stürzte er noch unglücklicherweise auf einen eisernen Ofen, so daß er sich lebensgefährliche Verletzungen am Unterleib zuzog.

Cassel, 5. Februar. Zum stellvertretenden Vor­sitzenden der am Montag den 14. Februar beginnenden ersten diesjährigen Schwurgertchtsperiode des Landge- richtsbezirks Cassel ist Landgerichtsdirektor Rospatt, der Vorsitzende der Strafkammer 1, ernannt worden.

Fulda, 5. Februar. Nach einem Zeitraum von beinahe vier Jahren ist es, wie jetzt als sicher anzu- nehmen ist, gelungen, wieder einen der Mörder des Försters Romanus von Riesig festzunehmen. Die Gegenüberstellung des in dem holländischen Grenzort

Die

Sittard Der

Grenzort

hafteten Zigeuners mit einem Beamten des Fuldaer Amtsgerichts hat ergeben, daß der In­haftierte der gesuchte Zigeuner Wilhelm Ebender ist, der dringend verdächtig ist, den tödlichen Schuß auf den Förster abgegeben zu haben. Die Festnahme des gewalttätigen Burschen ruft wieder die aufregenden Vorgänge ins Gedächtnis zurück, die sich am Nach­mittag des 15. Februar 1912 im Walde zwischen Kämmerzell und Niesig, in der Nähe der sogen. Hummelskuppe abgespielt und einen so traurigen Ausgang genommen haben. An dem genannten Tage hatte der Gendarmeriewachtmeister van Burck von

Fulda den Auftrag erhalten, eine bei Kämmerzell lagernde Zigeunerbande, unter denen sich auch die Gebrüder Ernst, Hermann und Wilhelm Ebender be­fanden, nach der hessischen Grenze abzuschieben. Diesem Vorgehen widersetzten sich die Zigeuner und eröffneten auf den Gendarmen und den zu seiner Unterstützung herbeigeeilten Bauersmann Franz Wehner ein regelrechtes Feuergefecht, in dem der letztere durch einen Schuß in die Hand verwundet wurde. Nachdem den Bedrängten einige mit Gewehren ausgerüstete Mitglieder des Kämmerzeller Krieger­vereins zu Hilfe geeilt waren, flüchteten die Zigeuner in den Wald, in dem sie dann den ihren Weg kreuzenden Förster niederschossen. Wie das Drama

Geschworenen über baä ihnen zur Last gelegte 83er brechen Rechenschaft ablegen müssen. Die Aus­lieferungsverhandlungen gegen Wilhelm Ebender sind bereits eingeleitet, nach Abschluß derselben wird dieser vorerst nach Fulda überführt werden, wo die Vor­untersuchung gegen ihn geführt wird. Ernst Ebender ist, wie wir schon berichtet haben, wegen seiner Teil­nahme an der Schießerei bei Kämmerzell in einem gegen ihn anhängig gemachten, aber unabhängig von dem Morde an dem Förster Romanus durchgeführten Verfahren, von dem Hanauer Schwurgericht bereits abgeurteilt worden. Von dem dritten der Brüder, dem Zigeuner Hermann Ebender, fehlt noch jede Spur.

Verzeichnis

der bei L. Pfeiffer Depositenkasse Hersfeld zu Hers­feld ferner eingegangenen Spenden für das Rote Kreuz, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:

Für das Rote Kreuz für Zinsen von L. Pfeiffer, Depositenkaffe Hersfeld (bis 31. 12. 15.) M.

Zahlung von L. A. für Privatstunden

aus

Obergeis Herrn Hch. Komp Ungenannt Sammelbüchsen Herrn Herz Kastenstein, Schenklengsfeld v. G.

Bestand

verausgabt

123.75

20.-

3.

2.-

2.

15.17

5.-

50.

^2202

1.187.12

M. 1.408.04 1.201.74

heutiger Bestand Für die Krieger im Felde für Zinsen von L. Pfeiffer, Depositenkasse

M 2000

Hersfeld Zahlung

von Frau Wagner, 621 Maple «Street, Manchester N. H.

Scatkasse n 377

aus Sammelbüchse Balt. Otto, Kalkobes

für Zinsen von Hersfeld

M.

27.15

100.

10.28

Bestand heutiger Bestand "M Für die notleidenden Hinterbliebenen L. Pfeiffer, Depositenkaffe M.

für Zinsen von Hersfeld

Bestand heutiger Bestand Für die Marine L. Pfeiffer, Depositenlasse

Bestand heutiger Bestand

12.38

M 14061

724.02

878.88

6.65

189.31

M. 6.55 , 41.40

Mö