Ein englischer Kreuzer durch eine Zeppelinbombe vernichlel.
Mit großem Menschenverlust gesunken.
** Köl«, 6. Februar. (WTB.) Die „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze unterm 6. Februar: Beim letzte» Luftangriff auf England ist der englische kleine Kreuzer „Caroliue" auf dem Humber durch eine Bombe getroffen worden und mit großem Meuschenverlnst gesunken.
Der kleine Kreuzer „Caroline" war erst am 21. September 1914 vom Stapel gelaufen. Er hatte einen Was- serverdrang von 3800 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 30 Seemeilen. Bestückt war er mit 3 Geschützen von 15,2 Zentimeter und 6 von 10,2 Zentimeter. Er hatte zwei Torpedodoppelrohre. Seine Besatzung bestand aus 400 Mann.
Ueber die Wirkung des letzten Zeppelinangriffs berichtet nach der „B. Z." eine aus England zurückgekehrle Persönlichkeit: In Manchester und Liverpool sind etwa neun Einschlagstellen der Bourben festgestellt, alle in den äußeren Teilen der Städte, wo sich die Industrie befindet, so z. B. in Liverpool ut der Hafengegend. Einige Fabriken Manchegers haben starken Schaden erlitten, weil die Kraftleitungen mw Maschinen zerstört sind. Mehrere Abteilungen find außer Betrieb. In Nottingham und Sheffield sind fast aus- ichließlich Fabrikanlagen getroffen. Eine Bombe hatte in Nottingham die Straße aufgerissen, die Gasleitung zerstört und das ausströmende Estrs entzündet, wodurm eine Feuersbrunst entstand, die am nächsten Tage noch nicht gelöscht war. Bei Sheffield sind eine Anzahl Abwehrgeschütze in der Nabe der Munitionsfabriken anf- gestellt. Durch die herunterfallenden Geschotzteile wurden fast alle Fenster der Fabriken und Häuser zertrümmert und viele Mnescbun verletzt. Am Humber konnte man auch viele Zerstörungen bemerken, die sich besonders auf der Westseite des Flusses bei den Docks und den Lagerhäusern zeigtem An allen Plätzen herrschte während der Zeppelinfahrt eine unbeschreibliche Aufregung und Verwirrung. In London sucht man jetzt nach Abwehrmitteln, fühlt sich aber ziemlich machtlos und beschränkt sich aufs Fluchen.
Auf dem sinkenden „L 19."
Das Bekenntnis der englischen Kapitäns.
»-#= Rotterdam, 7. Februar. (T. II.) Die „Daily Mail" bringt Mittestungen des Kapitäns des Filch- dampfers „King Stephen", der die Mannschaft des heruntergeschossenen „L. 19" nicht aufnahm. Der Kapitärr erzählte: Als wir bei dem Zeppelin ankamen, konnterl wir 15 Mann darauf sehen. Einige saßen zusammengekauert. Auf meine Frage, was es gibt, wurde nur geantwortet: „Sendet mir ein Boot und Ihr werdet 5 Pfund erhalten." Der Kapitän des FifchdaHtpfers sah an der Uniform, daß er mit dem Kapitän des Zeppelin sprach. Dieser sah, so berichtet der Kapitän weiter, wie unsere eigenen Marineoffiziere aus. Er war ein junger Mann, etwa 30 Jahre alt, als Gentleman korrekt und höflich. Er sprach auch gut englisch. Ich hörte im Zeppelin hämmern und ab und zu tauchten Köpfe auf, bis ich ungefähr 30 Mann zählte. Ich dackste, wenn es nicht zuviel wären, wollte ich sie abholen, aber jetzt waren sie zu zahlreich. Der Offizier sagte, das mache nichts, die Deutschen wären wohl zahlreich, würden aber nichts gegen den Fischdampfer tun. Er sagte, wir könnten gutes Geld verdienen, wenn wir sie retteten, aber ich wollte es doch nicht wagen. Morgens «9 Uhr fuhren wir fort. Als der Kapitän des Zeppelins dies sah, rief er uns zu, daß sein Fahrzeug sinke und bat nochmals, sie aufzunehmen. Als wir uns entfernten, riefen erst einige der Teutschen: „Gnade!" als sie aber sahen, daß dies nichts half, ballten sie die Fäuste.
Der Kapitän erzählte weiter: Ich hätte sie ja ausge- rommen, wenn ich nicht zu bange gewesen wäre, daß man uns überwältigt hätte. Kurz nach Mittag erhob sich eine kräftige Brise aus Nordwest. Das Wetter wurde unsichtig, und übrigens begann es stark zu regnen. Gegen 11 Uhr abends wurde der Wind sehr heftig, und der Regen fiel so schwer, daß es uns nicht einmal möglich war, Raketen aufsteigen zu lassen. Als wir bei Anbruch des nächsten Tages einen Hafen anlaufen konnten, erstatteten wir sofort Bericht von der Begegnung mit den Schiffbrüchigen, und sofort fuhren zwei Torpedoboots- zemörer aus, um die Schiffbrüchigen zu suchen. Nach meiner Meinung ist es dem Zepoelin aber nicht möglich gewesen, sich bei diesem Wetter treibend z« erhalten, denn mein eigener, sehr fest gebauter Dampfer hatte die ganze Nacht zu tun, dem Wetter Trotz zu bieten."
Der» Pä^Ur von S$l$aa^.
Erzählung von Ludwig Blümcke.
12) (Nachdruck verboten.)
Gerade als Radeke das Haus verlassen hat, eilt der Lehrer Hansen, sein liebster Freund, auf ihn zu und fragt säst atemlos:
„Bruder, kannst Du mir helfen? Ich will nicht um die 20 Taler mahnen, die Du mir im Januar zurückgeben wolltest, Gott weiß es! — Denke Dir, dieser elende Mikkeffen, den ich für einen edle« Menschen gehalten, schickt mir heute um lmupige 15 Taler den Gerichtsvollzieher inS HauS, ohne mich darauf v«bereitet zu haben. Daß mir solche Blamage noch auf meine alten Tage passieren würde, hätte ich mir nicht trSrmren lassen. Dieser Triumph für die Dänen! — Nuu will ich bloß fragen, ob Du, ohne mit Deiner Pacht in Verlegenheit zu geraten, mir helfen könntest, damit ich diese Schmach von meinem Hause abwende."
Ein paar Sekunden nur bedachte sich Radeke, bann reichte der alte Radeke mit dem faltigen, verwitterten Gesicht und den große«, Harnt, blauen Augen dem Lehrer einem schmächtig«, Hübten Manne, dem aber Gei- KeSstärke und HeldemmU dt« Sehnen und Muskeln spannte, wenn »s dararff «ntw», seine harte, arbeitge- wühnte Hand und jagt«: ^ych kann Dir helfen, Bruder, wie Du mir fa oft «hoyev hast. — Da, hier nimm, das stnü zehn Taler und tat» «h tat» Haus und laß Dir die fiwf g<D«, die WilheLW bt seiner Börse hat. Ich muß dien, und Tu wirst auch keine Zeit haben. Guten Abend Mo."
Radeke schützt, so JÄMK er konnte, über die Heide dahin. ZeLri Taler ftMtai an der Pacht. Nun, mochte der unersättliche Gläubig« bafLr auch zehn Prozent verlan- »en, daS war immer «och nicht ein Hundertstel so schlimm.
Aus dem großen Hauptquartier
»-* Großes Hauptquartier, 6. Februar 1916. (Amtlich. WTB.) (Eingegangen 3,05 Uhr nachmittags.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Kleinere englische Abteilungen, die südwestlich vov Messines und südlich des Kanals von La Bassee vor- zustoßen versuchten, wurden abgewiesen.
Französische Sprengungen bei Berry-an-Bac, auf der Combreshöhe und im Priesterwalde verliefen ohne besonderes Ergebnis.
Bei Bapaume wurde ein englischer Doppel« decker zur Landung gezwungen. Die Insassen sind gefangen.
Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. 1
Keine Ereignisse von Bedeutung.
Oberste Heeresleitung.
I Dom österr.-ungar. Generalstab
....... ............ । . -..... e
Wie«, 6. Februar. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:
Der gestrige Tag verlief auf allen Kriegsschauplätze«
ohne besondere Begebenheiten.
Der Stellvertreter -es Chefs -es Generalstabes, v. Hoefer, Feldmarschallentnant.
Rnhe au -er bessarabischen Front.
Au der bessarabischen Grenzfront ist nach einer Meldung der „Frkf. Ztg." aus Czernowitz ein totales Abflanen -er Kampftätigkeit zu konstatieren. Seit einiger Zeit herrscht an allen Frontteilen relative Ruhe. Die Minenkümpfe, Borpostengeplänkel und anderen Methoden des Stellung'skampfes sind nur ein leises Nachzittern der letzten Kämpfe. Der Witterungsumschlag macht sich fühlbar. Die Kälte wird immer strenger. In den letzten zwei Tagen herrschte an der ganzen Front dichter Nebel. Sein Dunkel nützten russische kleinere Abteilungen aus, um sich unbemerkt unseren Stellungen zu nähern. Als sie vor den Drahtverhauen waren, entwickelte sich ein kleines Geplänkel, in dessen Verlauf sich die Russen zurückzieheu mußten. Der Artilleriekampf hat fast vollkommen aufgehört.
Die „Lusitania"-Frage
Die „Frkf. Ztg." meldet aus Neuyork: Die Zeitungen sind im allgemeinen nicht davon überzeugt, daß die „L«sttauia"-Krisis sehr ernst sei. Im ganzen sind sie der Auffassung, daß ihre Lösung mehr eine Sache der Formulierung sei, da Amerika der Unterseekriegführung nicht feindlich gegenüberstehe, aber durchaus entschlossen sei, eine befriedigende Antwort in der „Lusitania"- Frage zu erhalten. Nach Washingtoner Berichten werden die Verhandlungen fortgesetzt. Die Lage gilt als unverändert und dürfte während der nächsten fünf bis sechs Tage so bleiben.
Der Berliner Berichterstatter der Associated Preß hatte eine Unterredung mit dem Unterstaatssekretär Zimmermann, in der dieser die Hoffnung äußerte, daß die neuen Vorschläge, die den vereinigten Staaten bereits vorgelegt seien, die Grundlage für eine endgiltige Regeluug geben würben. Die deutsche Regierung sei bereit, alles zu tun, um den Wünschen Amerikas ent- gegenzukommen, und habe dies auch schon getan. Deutschland und die Vereinigten Staaten hätten keine einander widersprechende Interessen. Deutschland hoffe sogar auf eine beventende Entwickelung des Handels zwischen -e« beiden Ländern nach dem Kriege, aber Deutschland könne nicht weiter gehen, als es bisher gegangen sei.
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Japanische U-Boote am Suezkanal?
«-* Genf, 7. Februar. (T. U.) Nach einer Meldung des Lyon er „Nouvelliste" trafen, wie die „Bl. Mp." ve- rnchtet, am Suezkanal elf japanische Unterseeboote unter dem Befehl eines japanischen Admirals ein, die an der Verteidigung des Kanals teilnehmen sollen.
als wenn die Kinder auf der Straße es sich riefen: „Beim Leherer Hansen war der Gerichtsvollzieher!"
8. Kapitel.
Gegen Abend war, wie gewöhnlich, Lauritz Nielsen nach Solgaard gekommen. Er befand sich heute in denkbar schlechtester Laune. Und die wurde keineswegs besser, wie Grothus ihm sagte, Maren hätte sich, da sie an Kopffchmerz leide, bereits zurückgezogen.
„Ja, sagen Sie mal, Schwiegerpapa," sprach er teils ironisch, tetts bitterböse, „was soll man eigentlich von mir und meiner Verlobung denken? Daß Maren ganz anders ist als sonst eine Braut, spröde, stolz, lieblos und was noch mehr alles, na, damit habe ich lange gerechnet. Aber, daß sie Verehrer besitzt, gegen die sie zärtlicher ist, als gegen ihren Bräutigam, das wußte ich noch nicht."
Grothus sprang auf, sein bläuliches Gesicht färbte sich dunkelrot, und Bestürzung und Verlegenheit waren gleich groß.
„Verehrer? — Das ist ja ganz undenkbar?" wußte er nur herauszustoßen.
„Aber Petersen, der Gastwirt, hat mir sein Ehrenwort darauf gegeben, daß er Maren heute mit Wilhelm Radeke,dem — Gardisten aus Berlin, Hand in Hand rm Walde gesehen und ihr Gespräch mit angehört habe. Von Sprödigkeit hat er da nichts bemerkt. Es soll zum Weinen rührselig gewesen sein. Na, ich habe mir etwas Aehnluhes lange gedacht. So ein bunter Rock hat ia eine furchtbare Macht."
Mit Grothus' Besounenhett ivar es zu Ende. In maßloser Wut stürmte er die Treppe hinauf in Marens Zimmer, um sich Gewißheit zu verschaffen. — Da die Tür verriegelt war und auch auf seinen Befehl nicht sofort geöffnet wurde, so stieß er mit dem Fuß dagegen, dav es dröhnte und spektakelte, daß das Gesinde her-
40 Millionen Verluste durch die „Move".
w= Amsterdam, 7. Februar. (T. U.) Dem „Daily Telegraph" wird dem „B. T." zufolge der Wert der sechs von der geheimnisvollen „Dtöve" in Grurid gebohrten Dampfer und der beschlagnahmten „Corbrtöge" auf 40 Millionen Mark geschätzt. Bet Lloyds, der Londoner Schiffsversicherungszentrale, hat die Kunde von den Taten der „Avpani" iticht geringe Aufreguiig her- vorgerufen, umsvinehr, als man Befürchtungen hegt wegen des Ausbleibens von vier weiteren Dampfern, die ebenfalls die gefährdete Zorie der kanarischen Inseln passiert haben. Da schlechtes Wetter die Ursache nicht sein samt, glaubt man, daß sie ebenfalls ein Opfei des Feindes geworden sein können.
Aus Neuyork wird gemeldet: Die Passagiere und die Besatzung der „Appam" sind in Neuyork angckom- men. Der Kapitän der „Corbridge" erklärte, daß das Schiff, das die „Corbridge" zum Sinken brächte, die „Ponga" gewesen sei. Diese besitze eine Geschwindigkeit von 25 Knoten und hatte eine große Besatzung. Die Passagiere erzählten, die Deutschen Hütten berichtet, das neun Schiffe dieses Typs gebaut worden seien. Augenblicklich kreuze ein Teil davon auf dem Atlantic.
Das Vorwärtsdringen in Albanien.
Der Vormarsch der österreichisch-ungarischen Truppen in Albanien ist, wie der Korrespondenz „Heer uni Politik" geschrieben wird, in den letzten Tagen erfolgreich gediehen, trotzdem die schlechten Straßen und die ungünstige Jahreszeit die kriegerischen Maßnahmen unliebsam behindern. Am 2. Februar war bereits die Gegend westlich von Kruja gewonnen, und ant 3. Februm war Kruja und der Jschmiflutz erreicht. Von Kruja aus geht eine Straße nach Tirana, das geradenwegs südlict von Kruja gelegen ist. Von hier aus biegt der Wec nach Südwesten ab und führt dann direkt nach West« auf Durazzo zu. Aus diesem Grunde war die Besetzung von Kruja für den Vormarsch gegen Durazzc von erheblicher Bedentnng. Auch die Erreichung des Jschmiflusses hat aus den gleichen Gründen für dir Lage in' Albanien Wert gehabt. Der Jschmifluß, in dessen Tal ein Pfad zum Gestade des Adriatischen Meeres sührt, fließt unweit der gleichnamigen Stadt Jschmi in dieses Meer, Die Stadt Ischnli selbst ist aber ein wichtiger Knolenpunkt der großen Straße Skutari-Alessio- Ischmi-Schjak-Durazzo, die in den Niederungen des am Meere liegenden Geländes durch Sumpf und Sand hin- durchführt. Jschmi ist wegen der gradlinigen Verbindung mit Durazzo, das südlich liegt, für ein Heer von erheblichem Wert,, da der Besitz dieser Stadt den Wex nach Durazzo erschließt. Wir ersehen also aus diesen einzelnen Tatsachen, daß sich die österreichisch-ungarischen Truppen schon bei Beginn dieses Monats in Bezug auf den Vormarsch gegen Durazzo in sehr günstiger Lage befanden. Zwar sind die Straßen, die hier an das Ufer des Meeres führen, auch nuht den guten Heeresstratzen Mitteleuropas zu vergleichen. Aber bei dei allgemeinen Unwegsamkeit, durch die sich Albanien besonders in dieser Jahreszeit auszeichnet, bedeuten sie mehr als einen Notbehelf. Wie weit sie ausreichen, um schweres Geschütz darauf ;u befördern, ist unbekannt. Das österreichisch-ungarische Heer hat aber in dem Kriege mit Serbien und besonders erst jüngst mit Montenegro gezeigt, daß in dieser Beziehung Schwierigkeiten bon unseren verbündeten Truppen lercht üöermmtden werden. Die Eroberung des Lowtschen war ein Musterbeispiel dafür. Der Widerstand, der angeblich von den „Truppen" Essad Paschas ausgehen sollte, ist bisher noch nicht sehr fühlbar in Erscheinung getreten. Man kann aber schon jetzt der Hoffnung Ausdruck geben, daß die zu- sammenaewürfelten Truppen Essad Paschas nicht ebenbürtige Gegner für die österreichisch-ungarischen Truppen sind und kaum Gelegenheit haben dürften, den siegreichen Vormarsch unserer Verblindeten erfolgreich auf- zühalten. Nicht anders wird es mit den italienischen Truppen bestellt sein, die um Valona versammelt sein sollen. Die nächste Zeit wird in dieser Beziehung manche wünschenswerte Klärung bringen. (Z.)
Von der Mestfront.
Neue feiudliche Offensive im Weste«?
Der Kriegsberichterstatter der „Voss. Ztg." meldet:
Aus Offensivabstchte« des Gegners scheint in jüngster Zeit seit Aufhören der Regenperiode eine erhöhte feind-, liche Angriffstätiakeit auf der ganzen Front im Artois und i« Frattzöstsch-Flan-er« yttizudeuten. Mehr und mehr ist man darauf aufmerksam geworden. Zu den Anzeichen, die dafür sprechen, gehört auch die dauernde Beschießung von Lens und /anderen Orten hinter unserer Front nicht minder als die gesteigerte Tüiiakeit der Flieger und die Unruhe, die sich bei den Engländern bemerkbar macht: so die Sprengungen, die sie bei Hüllnch
Plötzlich steht Maren groß und flammenden Auges vor ihrem Vater. Seine Beschuldigungen und feine erregten Fragen, sein Drohen und Schelten, alles läßt sie kalt. Sehr kurz erwidert sie endlich: „Vater, bisher habe ich meinem Verlobten die Treue nicht gebrochen und zu Gott gefleht, mir Liebe und Stärke zu verleihen, daß ich ihm einmal ein gutes Weib werden könnte. Der Wilhelm Radeke ist mir nichts weiter als ein treuer Freund. Aber das ist er, das leugne ich nicht."
Da lachte Grothus höhnisch auf und brüllte dann mit geballten Fäusten: „Ich werde Dich lehren. Dir solche Freunde zu halten! Warte nur, Du Nichtsivürdige! — Jetzt ist Radekes Schicksal besiegelt!"
Damit ging er.
Gerade in diesem Augenblick betrat der alte Mann das Haus, um seine Pacht zu bezahlen und zugleich Grothus' geheime Hoffnung, das heute nicht mebr möglich machen zu können, zu zerstören.
„Ist aber auch die höchste Zeit? brummte dieser. '
„Es fehlen leider zehn Taler. Ich hoffe, die aber noch in dieser Woche bringen zu können und will Euch gern Zinsen für den Monat Oktober dafür bezahlen." sagte Radeke.
Da leirchtete es triumphierend in des ©olgaaidcrö Augen auf, und Lauritz Nielsen, d^ ar^ tm Neben, zimmer mit angehört, stürzte herbst, -rv- fem»lt .„sonstigen Schwiegervater den weisen VM int Ohr zu slll- stern: „Rede kein Wort, sonst Mtori « vielleicht doch heute noch das Geld. Morgev tm,^ Du ihm film digen."
Grothus nahm daß Geld war l«w»t?g still Auf Ra- detcs Frage, ob er damit ctnverfwvv» w^tt das; der Rest in einigen Tagen sebrachc ;Krj^ «nmir; 7 fr: „Es ist möglich. Habe augenblicklich kebx Zeit. Guten Abend!"
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