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Weg W W'Ä dK Kitischen Volksseele enthüllt, die uns Bn »baren so fremd war, daß wir lange brauch­ten, sie für möglich zu halten. Die „Voss. Ztg." sagt unter der UeberMrift: Gentlemen zur See: Die grausame und feige Ermordung der Unterseebootsleute durch die „Baralong" ist durch den Hinweis der britischen Regie­rung auf andere Fälle nicht aus der Welt geschafft. Ueberall wird man einig sein, daß der Fall „King Ste- Phen" ebenso wie der Fall „Baralong" einen Schand­fleck auf dem Schild der meerbeherrschensen Britannia bildet. Die „Kreuzzeitung" sagt: Die Mannschaft des King (Stephen hat sich ihrer Kollegen vom Baralong durchar ls würdig gezeigt. Nur grausamer war ihr Ver­fahren. Sie hat nicht, wie es die Leute vom Baralong taten, b em verhaßten Gegner ein schnelles Ende bereitet, sondern ihn hilflos den Qualen eines langsamen Todes in den i Diniert alten Fluten der Nordsee überlassen.

Weitere Opfer der „Möwe"?

r „Censtral News" meldet aus London: Nach einer Lloyddept'sche sind folgende Schiffe überfällig, einige schon über 15 Tage. Man befürchtet, daß sie deutschen U-Boote« oder dem geheimnisvolle« deutschen Hilfs­kreuzer zum Opfer gefallen sind. Es sind die englischen Dampfer „Glenariff" (490 Tonnen), „Hummersea" (539 Tonnen), „Initiative" (2058 Tonnen), „Benlliure" (2528 Tonnen), „Satrap" (2234 Tonnen), „Tynemouth" (2222 Tonnen.)

Fünf Schliffe im Indischen Ozean verschwunden.

- Nach der „Köln. Ztg." melden schweizerische Blätter aus Tokio: Im Indischen Ozean sind drei japanische und zwei Dampfer anderer Nationalität verschwunden.

, Ein holländisches Urteil über die Kapernng der „Appam".

Der Amsterdamer „Maasbode" schreibt: In dein jetzt bekannten Umfange ist die Tat an sich schon ein verwegenes Stück deutschen Seemannsmutes, ausge- Mhrt mit all der Unerschrockenheit, aber auch mit dem Edelmut, der den wahren Seehelden kennzeichnet. Solche unerschrockenen Taten untergraben das starke Ver­trauen der Jwieressenten an Englands Ausübung der Oberherrschaft zur See, was für England von großer Bedeutung ist. Sie schwächen es mehr und mehr, und sie können der demtschen Presse tatsächlich eine Quelle des Stolzes und der Freude fein."

BewafsneteHandelsschrffe gegen Tauchboote

Von zustärrdiger Seite erfahren wir über den An­griff eines unter holländischer Flagge fahrenden eng­lischen Hilfskreuzers auf ein deutsches Unterseeboot noch folgende Einzelheiten: Das Unterseeboot forderte einen unter holländischer Flagge fahrenden Dampfer durch Signal auf, zur Prüfung der Schiffspapiere ein Boot zu schicken. Das geschah nach einiger Zeit. Sicherheitshalber tauchte das Unterseeboot und besichtigte durch das Sehrohr den Dampfer. Es war ein etwa 3000 To. großer neutraler Frachtdampfer mit glattem Deck, erhöhter Back und Hütte. Nichts Verdächtiges war zu sehen, der Name „Melanie" am Bug deutlich zu lesen. Als das Unterseeboot neben dem Schiffsboot in etwa 1000 Meter Entfernung vom Dampfer auftauchte, eröffnete dieser unter holländischer Flagge aus zwei Geschützen mittleren Kalibers n»»d Maschinengewehren ein heftiges Fener; das U-Boot konnte sich gerade noch durch schnelles Tauchen retten. Der Dampfer versuchte dann »roch zweimal, das Unterseeboot zu rammen. Während der ganzen Aktion führte das Schiff die hollän­dische Flagge. Ein holländischer Dampfer „Melanie" ist nicht bekannt. Dagegen.findet sich in Lloyds Register

In diesem Zusammenhang ist auch eine Meldung der „Aaence Haväs" vom 28. Januar interessant, der zu­folge der bewaffnete französische Post-ampfer „Plata", ohne angegriffen zn fein, das Feuer auf ein Unterseeboot eröffnete und es versenkt haben will. In einer Be­sprechung über diesen Fall versicherte der französische Admiral Lacaze dem Korrespondenten des „Pestt Jour­nal", daß die französischen Handelsschiffe ausdrücklich Befehl hätten, auch wenn sie nicht angegrifsen,,eren, am jedes feindliche Unterseeboot das Feuer zu eröffnen öder­es zu rammen.

Bewaffnete italienische Haudelsdampfer.

$-> Zürich, 5. Februar. (T. U.) Aus Genua wird berichtet, daß achtzehn große italienische Handelsdampfer jetzt mit Kanonen ausgerüstet sind. Die Dampfer haben zum Teil mobile Deckpanzerung erhalten. Die Ar­mierung darf jedoch nur defensiv gebraucht werden.

Englandfeindliche Stimmen in Italien.

Der „Köln. Volksztg." wird übe-r. die stetig zu­nehmende englandfeindliche Stimmung in Italien un­term 4. Februar aus Zürich gemeldet: Dre über stalre- nische Verhältnisse gut unterrichteten „Neuen Zürcher Nachrichten"melden aus Mailand: Die fast täglich ein- ireffenden Hiobsbotschasten, teils von der italienischen Front, teils aus Albanien usw. haben einen neuen ümschwung der öffentlichen Meinung bewirkt. Im Publikum spricht man heute mit einem Freimut über das Unglück des Landes, der früher unmöglich gewesen --- - Vor der vor der Tür stehenden Not über die verfehlte Politik der Regie- Weiter meldet das Züricher Blatt von

wäre.

und der Mißmut u..----_ ,

runa sind groß. Weiter meldet ,„ besonderer Seite: Nach sicheren Informationen wissen wir daß England an das italienische Ministerium das Ansinnen gestellt hat, es müßteurmverzüglich 200 000 Mann italienischer Truppen «ach Saloniki gesandt wer­den da andernmlls von einer Regelung der englischen Kollleneinfuhr nicht die Rede sein könne. Die Ervitte- r««g gegen England ist in Italien so gewaltig gestiegen, daß die politischen Kreise offen von einer Verletzung des Londoner Vertrages (Sonderfrieden) sprechen.

KriegsaM«.

Gegenbesuch Zar Ferdinands.

Wie der Sofioter Berichterstatter der „Köln. Ztg." erfährt, beabsichtigt Zar Ferdinand demnächst den Besuch des Deutsche« Kaisers zu erwidern.

Ritssische Maßnahmen an der schwedisch-finnischen

Grenze.

Der Köln. Ztg." zufolge wird aus Kopenhagen ge- melZ: Las Stockholm „Aftonbladet" gibt eine Mel- binm aus Christtania wieder, wonach Rußland an der schwestisch-finnischeu Grenze umfassende militärische Wnahme« getroffeu habe. Es habe mehrere Reihen Schützengräben mit StacheldraMmd^M

•inen mehrere Kilometer breiten Streifen Wald abge- S 100 000 Mann Infanterie mit zahlreicher schwerer Artillerie aufgestellt und alle nach der Grenze führen­den Transportwege verbessert.

Das Achilleio« versiegelt.

Havas meldet aus Saloniki: Die fraiizösischen Be- Hörden haben das Achilleio», den Palast des deutschen Kaisers auf Korfu, versiegeln lasse», und beschlossen, öa- selbst in den Nebengebäuden ein serbisches Feldläsärett einrichten zu wolle»ü

Wer zahlt ä« Köttig Peter?

Aus London verlautet, daß die Regierungen des Vierverbandes schon wochenlang darüber streiten, wer Serbien die nötigen Vorschüsse leisten soll, da die ser- Msche Regierung außerstande ist, den dringendsten Be­dürfnissen nachzukommen. Frankreich und Italien haben der serbischen Regierung geantwortet, daß die Frage der Unterstützung unter den Alliierten nicht ge­regelt sei. Rußland und England gaben dagegen über­haupt keine'Antwort.

Der Schaden durch Zeppeline in England.

In englischen Zeitungen wird der Schaden, den die deutschen Zeppeline im englischen Industriegebiet an­gerichtet haben, nach privater Schätzung und mit Zen- mrduidnng auf 7 bis 9 Mill. Mark beziffert.

poWiWs Rundschau.

Die Frage der Schätzungsämter. In der nächsten Woche wird im Abgeordnetenhause der Gesetzentwurf über die Errichtung vor» Schätzungsämtern verhandelt. Zu diesem Entwurf hat der Bund der Charlottenburger Haus- und Grundbesitzervereine eine Entschließung dem Abgeordnetenhause übermittelt, in der es u. a. Heil : „Die Errichtung öffentlicher Schätzungsämter würde un­ter den gegenwärtigen Verhältnissen sehr schädlich, in geradezu verhängnisvoll wirken. Der Haus und Grund­besitz muß gegen Ausbeutung seitens der Hypotheken- gläubiger in der durch den Krieg entstandenen Notlage geschützt werden. Zu dem Zweck muß im Wege der Ge­setzgebung bestimmt werden, daß Rückzahlungen von Hypotheken während des Krieges und in den ersten drei Jahren nach dem Kriege von den Gläubigern nicht ge­fordert werden dürfen und die Hypotheken zum bisheri­gen Zinssatz belassen werden müssen.

Die Neuregelung der Zuckerpreise. Wie mitgeteilt wurde, hat der Bundesrat die neuen Preise für Roh­zucker und Zuckerrüben für das Betriebsjahr 1916/17 festgesetzt. Es handelt sich hier ausschließlich um die Preise, die vom 1. Oktober 1916 ab im Verkehr zwischen Landwirten und Rohzuckerfabriken einerseits und zwi­schen Rohzuckerfabriken und Raffinerien andererseits ge­zahlt werden. Für die Konsumenten kommt nach dem „B. T." die Neuregelung überhaupt nicht in Betracht, da die Verbrauchszuckerpreise keine Aenderung erfahren haben und niemand das Recht hat, setzt Preiserhöhungen für Zucker vorzunehmen. Die Behörden sind angewie­sen, darauf zu achten, daß der Kleinhandel die ihm vor­geschriebenen Grenzen nicht überschreitet. Zu irgend­welchen Angstkäufen von Zucker liegt keinerlei Anlaß vor, und eine Preissteigerung für Zucker ist einstweilen als ausgeschlossen zu betrachten.

«Wwiichse feindlichen Haffes.

Wie die deutsche« Großstädte dem Erdboden gleich­gemacht werden sollen.

Der an Wahnwitz grenzende Haß unserer Feinde, der psychologisch am einfachsten aus ihrer gründlichen Enttäuschung über den Verlauf des Krieges zu erklären ist, überschlägt sich förmlich in den tollsten Purzelbäu­men, wenn es gilt, Methoden auszudenken, wie über uns die Schale der Vergeltung für unsere „Barbarei" am vollsten ausgegossen werden kaun. Darüber scheint man sich in Frankreich und England ziemlich einig zu fern, daß unsere großen Fabrikmittelpunkte, vor allem natürlich die gewaltige Waffenschmiede in Essen, mit vollständiger Zerstörung heimgesucht werden nnrtzten, wenn die Verbündeten erst „die deutschen Horden" aus drängt hätten und das gänzlich besiegte Deutschland ihnen ohne Gnade ausgeliefert wäre. Aber wenn es nach dem Wunsch einiger gallischer Heißsporne ginge, sollen dann auch die deutschen Großstädte daran glauben, und zwar am liebsten dem Erdboden gleichgemacht wer­den, an erster Stelle, wie es sich von selbst versteht, Ber­lin, das von der irdischen Bildfläche verschwinden könnte, ohne daß die Kunst der deutschen Reichshaupt- stadt auch nur eine einzige Träne nachzuweinen brauche. Originalität können die französischen Federhelden frei­lich nicht für sich in Anspruch nehmen, bemerkt dazu die „N. G. C.", wenn sie unsere großen Städte auf dem Papier in die Luft fliegen lassen, dem» der wildgewor­dene Maeterlinck hat schon vor ihnen der rächenden Ne­mesis einen ähnlichen Weg gewiesen, wenigstens unter gewissen Voraussetzungen. „Stein für Stein" hätten Berlin, Hamburg, Nürnberg nud München für jeden Schaden in Brüssel, Antwerpen, Brügge und Löwen zu büßen. Im Zusammenhang damit darf wohl daran er­innert werden, was die englische Fachzeitschrift „En- gineer" am 25. September 1914 wörtlich schrieb: „Die Besetzung von deutschem Gebiet durch die verbündeten Truppen sollte begleitet sein von der Zerstörung aller großen Industrien innerhalb des Okkupationsgebietes." — Und solche Leute haben die Stirn, uns als die greu­lichsten Barbaren zu brandmarken, die je unsere Erde mit ihrer Zerstörungswut heimgesucht Hütten. Es gibt eine Heuchelei, die mir in Frankreich und England pa­tentiert zu werden verdiente.

Wunderliche Blüten französische»» Zeppelinhasses.

Der „Petit Paristen" bot der Stadt Paris ein Denk­mal für die Opfer der Zeppelinangriffe und „zur Ver­ewigung des Hasses gegei» Deutschland" an. Das Denk­mal soll in dein am meisten verwüsteten Stadtviertel Aufstellung finden. — Der englische Reeder Comen hat eine Prämie von 20 000 ,/Z für die Besatzung eines Schif­fes oder eines Flugzeuges ausgesetzt, die zum ersten Male über englischen» Gebiet einen Zeppelin hcrnnter- schießt.

Vermischtes.

Der richtige Ebender erwischt. Wie wir berichtet haben, war von der holländischen Grenze gemeldet rvor- den, daß der Zigeuner Wilhelm Ebenster in Sittard in Holland verhaftet worden sei. Seit vier Jahren wird der Ebender jetzt gesucht. In der Zwischenzeit sind in ver­schiedenen Orten Deutschlands Zigeuner verhaftet wor­den, auf die die Beschreibung des Ebender einigermaßen paßte. Es stellte sich aber später immer wieder heraus, daß die Festgehaltenen mit Ebender nicht identisch waren. Jetzt hat man aber den richtigen Ebender ver­haftet. Ueber die näheren Umstände wird aus Fulda gemeldet: Bei dem Amtsgericht Fulda lief ein Tele­gramm ein, wonach in dem »iahe der holländischen Grenze gelegenen Orte Sittard ein Zigeuner namens Ebender festaenommerl sei. Auffallenderweise stimmte das in dem Telegramm angegebene Geburtsdatum mit dem feit vier Jahren steckbrieflich verfolgten Wilhelu» Ebender genau übereilt. Um nun ganz sicher zu gehen, begab sich ein Beamter des Amtsgericht Fulda selbst nach Sittard zur Feststellung des genauen Signalements. Die angestellten Ermittelungen ergaben, daß man es tatsächlich mit dem schon seit vier Jahren steckbrieflich verfolgte»! Zigeuner Wilh. Ebender zu tun üat. der dringend verdächtig ist, am 15. Februar 1912 im Wal in­zwischen Kümmerzell und Riesig nahe der HummelS- luvve die tödlichen Schüsse auf den Königlichen Förster

Romanus aus Ntesig abgegeben zu haben. Wie besannt hatte die Ebender'sche Zigeunerbande an jenem Tags bei Käminerzell ein Rekontre mit dem Gendarmerie- Wachtmeister van Bürck-Fulda und Landleuten von Kümmerzell, wobei der Landwirt Wehner von Känrmer- zell von einem Ebender durch Schüsie verletzt wurde. Auf ihrer Flucht durch den Wald trafen sie den auf einem Dienstgange befindlichen Förster Romanus, hielten ihn für einen Verfolger und feuerten mehrere Kugeln auf ihn ab.

132 000 Mark unterschlagen. Vor der Straffnmmer in Detmold hatte sich der verheiratete 36jährige Buch­halter Heinrich Kaiser aus Bad Salzuflen wegen Un­terschlagung und Urkundenfälschung in 28 Fällen zu verantworten. Als Inhaber eines Vertrauenspostens fertigte er in den Jahren 1911 bis 1915 falsche Post- zahltarten an und verstand es auf diese Weise,, die Fubrik um rund 132 000 Mark zu schädigen. Die un­terschlagenen Gelder deckte der Angeklagte in den Büchern der Fabrik durch fingierte Liefercrugen. Als er im Herbst 1915 zum Heeresdienst eingezogen wurde, traten die Straftaten zutage. Er war in vollem Umfange ge­ständig. Die Strafkammer verurteilte ihn zu vier Jahren Zuchthaus.

Däs kanadische Parlament niedergebrannt. Don­nerstag abend entstand, wie aus Ottawa gemeldet wirst, im Lesesaal des Parlaments ein Brand. Die Abgeord­neten retteten sich unter Schwierigkeiten. Der Schaden wird auf Millionen Dollar geschätzt. Wie die „Times" aus Ottawa meldet, befürchtet man, daß beim Brande des kanadischen Parlarnentsgebäudes Menschenleben verloren gegangen sind. Es fand gerade eine Sitzung statt, als das Feuer ausbrach. Der Ackerbauminister erlitt schwere Brandwunden, der Premierminister mußte ohne Hut und Mantel flüchten.

Witze vom Tage. Praktisch. Herr (zum neuen Die- »ier): „Und wenn ich so manchrnal einen Herrn zu Be­such habe und bestelle Zigarren, da bringst du immer Virginia . . . ., bei denen müssen s' fleißig zieh'n, daß sie nicht ausgeht, und können »richt so dummes Zeug schwätzen!" — Ganz flüchtig. „Gestern kam mein Man») aus Urlaub!" — „Ach — da haben Sie sich gewiß ge- freut?" — „Riesig — aber ich habe ihn nur ganz flüchtig begrüßen können, denn die Schneiderin war gerade bei mir, da habe ich ihn gleich ins Kinderzimmer gesteckt!" — Mißverständnis. Ein Kunde kommt in ein Delika­tessengeschäft und möchte für eine Mark Zervelatwurst taufen. „Wünschen Sie die Wurst im ganzen oder ge- chnitten?" fragt die Verkäuferin. — „Im ganzen." be- tinrmt der Kunde. Die Verkäuferin nimmt die Wurst n die linke Hand, prüft Sänge und Dicke derselben und etzt dann das Messer an. Bevor sie aber dazu kommt, den verhängnisvollen Schnitt zu tun, schreit der Kunde: „Aber Fräulein, bitte, doch im ganzen und nicht auf- schueiden." Da blickt ihn die Verkäuferin gekränkt an und erwidert: „Na, das ist doch im ganzen."

(Fliegende Blätter.)

Bergeltofl.

Die Uhr schlägt zehn. Da hüllt Paris

Auf einmal sich in Finsternis,

Und durch die Straßen jagt daher

Im Dauerlauf die Feuerwehr:

„Ins Haus, ins Haus, löscht aus das Lichk,

Es ist ein Zeppelin in Sicht!" Da hallt auch schon ganz aus der Nähe Ein Schlag, ein Krach, und durch das „Wehe!" Durch all das Ja»mnern, Heulen. Fluchen.

Das irre Hasten, Eile»», Sueben xont es von oben wie ein Schrei durch: Vergeltung für die Schmach von

Freiburg!

Und wiederum eine Nebelnacht.

In schwerer Sorge England wacht;

Denn unablässig muß es schaffen, Um Deutschlands Söhne hinzuraffen.

Da sieht man hoch am Himmel segeln Ein stolzes Volk von Niesenvögeln, Und durch das ganze Britenland Zieht lodernd sich ein Feuerbrand, Als sprängen abertausend Minen.

Und durch das Chaos der Ruinen

Hallt's machtvoll dröhnend wie ein Gong: Den Mordgesellen des Baralong!

Im fernen Süd bei Salonike Ist ebenfalls die Luft recht biete; Denn Deutschlands Heer ist nah genug, Zu fürchten seinen Rachezug. Der Morgen naht, im Osten graut's, Da, was ist das? Bumm, paff, pardauz!

Ein Zeppelin hat »»»»galant Sein Riesenei herabgesandt

Auf E»lglands Schiffe, Frankreichs Lager, Und, Gott sei Dank, nicht ein Versager. Und höhnisch aus den Stiften krächzt's: Für den Verrat des Völkerrechts!

W. Tilgenkamp.

Weitere Drahtnachrichten.

Die FriedensVerhandlungen in Cetrnje.

Budapest, 5. Februar. (T. II.) Ja Cetinj« dauern die Friedensverhandlungen fort. Zwischen den Delegierten der Mouarchie und Montenegros gelang es bereits in mehreren Punkten Uebereinstim- mutig zu erzielen. Die Delegrerteu stehen in regem Verkehr mit dem Mirristeriurn des Acnßcrn in Wie« und erstatten über jeden wichtigen Punkt «nverzüglich Bericht. Die Stimmung der Bevölkerung ist im all- aerucinen gut. Zahlreiche serbische Flüchtlinge leben noch im Gebirge. Viele sterbe,» infolge Hnngers. Die österreichisch-urtgarische»» Militärbehörden habe« die Notwendigen Maßregeln getroffen, um die in den Bergen hernmirrcuöcn Serbe», einznfangen und sie in Gefangenenlager an schaffen.

Einstellung der Serben ins russische Heer.

Alle in Rußland wohnhaften Serben im Alter von

18 bis 45 Jahren sind, wie Berliner Blättern über Stockholm gemeldet wird, auf Grund eines vorn PeierS- burger serbischen Gesandten erlassenen Ufab zum Waf­fendienst im russischen Heere einberufen worden.

Ein Genosse Liebknechts.

>»^ Berlin, 5. Februar. i T II.) Wie der „B. L.-A." erfährt, hat auch der Abgeordnete Rühle seinen Austritt aus der sozialoemokratifchen Reichstagsfraktwn erklärt. .. . „

Sasanow vor dem Rücktritt?

Kopenhagen, 5. Februar. lT. Uü In Peters­burger Nachrichten wird, wie das „B. T." berichtet, der Rücktritt Sasauows angekündigt. Auch Finanzminister Barck werde zurücktr-eten. Der neue Ministerprüsident Stürmer habe sich mit der Tätigkeit der beiden Minister nicht einverstanden erklürt. Als Nachfolger SasanowS wird der frühere Botschafter in Wien Schebekow ge­nannt.