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Anerkennung und zugleich 5er nahen freundschaft­lichen Beziehungen, die mich mit Eurer Majestät Hause persönlich verbinden, Ausdruck zu geben, ist heute mein lebhafter Wunsch. Eure Majestät bitte ich deshalb, die Würde eines Generalfeldmarschalls meiner Armee anzunehmen, die mit mir der tapferen Waffenbrüder in treuer Kameradschaft gedenkt."

Der Sultan hat ein Telegramm an den Deutschen Kaiser gerichtet, in dem er ihm für die Verleihung der Feldmarffchallswürde und ine ihm bei diesem Anlaß ausgedrückten Herzliche»» Gefühle seinen lebhaften Dank ausspricht und seiner Genugtuung über die hohe Wür­digung der Waffentaten der türkischen Armee Ausdruck gibt. Der Sultan unterzeichnete sein Telegramm als ergebenster, herzlichster Freund des Kaisers.

Rücktritt des russischen Ministerpräsidenten

Petersburg, 2. Februar. (WTB.) Die Peters­burger Telegrapheu-Agentur meldet: Ministerpräsident Goremykin ist auf sein Ersuchen hin in Anbetracht seines geschwächten Gesundheitszustandes von seinen Obliegenheiten als Ministerpräsident enthoben und zum Wirklichen Geheimen Rat erster Klasse ernannt worden. Das Mitglied des Reichsrates S t tt r m e r ist znm Mi­nisterpräsidenten ernannt worden.

Der italienischOberbefehl" in Albanien.

Italien hat sich, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben wird, zu einerTat" aufgeschwun­gen und hat den Oberbefehl in Albanien üübernom- men. Die Rolle, welche Italien hier zu spielen berufen ist, ist weder leicht noch besonders ehrenhaft. Augen­blicklich stehen in Albanien auf der uns feindlichen Seite nur die Italiener in Valona und zerstreute serbische und montenegrinische Truppen, die sich über Durazzo auf die italienische Hauptmacht vor Valona zurückgezogen haben. Der Entschluß, den Oberbefehl in Albanien zu übernehmen, ist der italienischen Regierung anscheinend nicht leicht geworden, denn sie weiß, datz sie einen sehr gefährliche»» Gang geht. Mit der Uebernahme des Oberbefehls hat Italien gleichsam die Verpflichtung übernommen, nach besten Kräften den Krieg in Al­banien gegen unsere verbündeten Truppen zu führen.

Mit der Truppenmacht, über die Italien augen­blicklich in Valona verfügt, wird Italien gegen die auserlesenen Kräfte unserer verbündeten Truppen, die in Montenegro und Serbien unvergänglichen Ruhm erworben haben, nicht sehr viel ausrichten können. Die Frage der Verstärkung der italienischen Truppen ist aber für Italien besonders aus mehreren Gründen eine ungewöhnlich schwierige. Einmal weigerte sich Cadorna hartnäckig, von der Jsonzofront Truppen abziehen zu lassen, da er weiß, welche schweren Folgen dies für sein Heer haben könnte, und fernerhin ist auch die Ueber- führung von Truppen aus Italien nach Albanien nicht sehr leicht. Wir haben schon aus der Klage Nikitas ent­nehmen können, daß die Truppen und Munitionstrans­porte, welche Italien zur Unterstützung Montenegros schickte, zum größten Teil das Ziel ihrer Fahrt nicht er­reicht haben, weil die bösen österreichisch-ungarischen Unterseeboote die Fahrt vorzeitig durch Torpeöierung der Transportdampfer abkürzen. Der Unternehmungs­geist der österreichisch-ungarischen Flotte, der in einem schönen Gegensatz an der Aengstlichkeit der italienischen Flotte steht, bedeutet für die beabsichtigte Verstärkung der italienischen Truppen in Albanien eine schwere _G.ekaür. . .

So liegen die Dinge für Italien in Albanien und sind nicht nur jetzt, sondern auch für die Zukunft wenig aussichtsreich. Zwar hat eine französische Zeitung jüngst erklärt, daß Valona im Lause der letzten Wochen zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut worden ist. Seit Lüttich und Namur, seit Antwerpen, Kvwno und Warschau wissen wir, was uneinnehmbare Festungen sind. Aber selbst wenn Valona tat­sächlich uneinnehmbar sein sollte, so ist dies auch ohne Belang, denn eine ewige Verteidigungsstel- tung in Valona kann doch unmöglich das ganze recht geringe Ziel des italienischen Heeres sein, wenn wir auch schon mehrfach in diesem Kriege feststellen konn­ten, daß die kriegerischen Ansprüche der Vierverbands- mächte recht gering sind. Die Möglichkeit, irgend wo sich zu halten, wird bereits als höchstes Ziel und die Notwendigkeit, sich fluchtartig sich von einem Kriegs­schauplatz zurückzuziehen, als unvergängliches Ruhmes­blatt bezeichnet. Als Verteidigungsstellung hat Valona insofern geringe Bedeutung, als durch eine reine Ver­teidigung ein Kriegsziel nicht gefordert wird. Als Stutz­punkt von dem Vormarsch des italienischen Heeres dürfte es aber aus mehreren Gründen nicht dienen. Wir ha­ben bisher auf der einen Seite ein frisches und kühnes Vorwärtsdringen unserer verbündeten Truppen uber Montenegro hinaus tief nach Albanien hinein, wodurch diejenigen Landstrecken erobert wurden, die Italien stets heiß begehrte. Auf der anderen Seite haben wir ein bängliches Zaudern und Schwanken, das sein Ziel nicht zu verfolgen wagt, weil es für die Folgen fürcksiet. Wäh­rend unser Vormarsch das lebendige Bild der Kraft zeigt, bietet der Vierverband nur ein unentschlossenes Abwarten.

In der feindlichen Presse wird berichtet, daß der alte albanische Abenteurer Essad Pascha mit seiner Trup­penmacht den Italienern zur Hilfe kommen »volle Run, dieser furchtbare Feind bedeutet nicht eine besondere Verstärkung des Vicrverbandes. Seme Truppenmacht dürfte aus wenigen tausend schlecht bewaffneter und feiger albanischer Küstenbewohner bestehen, die eher ein Last- als ein Kraftzuwachs sind. Italien geht einen sehr gefährlichen Gang, die Zukunft wird lehren, dast es die­sen Schritt nicht freiwillig, sondern nur durch harre Notwendigkeit gezwungen getan hat. (A)

SkleMllerlei.

Russische Truppen i« Persieu zurückgeworselt.

Der Konstantinopeler Berichterstatter derBoss. Ztg." erfährt von der türkisch-persischen Grenze: In der nächsten Umgebung von Saweh griffe« 14 »VN persische Krieger die russischen Kräfte au, warfen sie in die Flucht und erbeutete« einige Kanonen, 860 Gewehre, acht Auto­mobile sowie sehr viel Sanitätsmaterial.

Japanische Unterseeboote im Suezkaital?

Die Athener ZeitungEmbros" meldet einem -Pester Telegramm derNationalztg." zufolge, daß sich an der Verteidigung des Suezkanals japanische Unterseeboote beteiligen werden. Bisher sollen elf japanische Unter­seeboote im Snezkanal cingetroffen sein. Die Japaner werde»» unter einem japanischen Admiral als selbstän­diges Detachement operieren.

Zur Beschlagnahme der Textilftoffe schreibt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung: Unsere Vorräte an Rohstoffen für das Textilgcwerbe und die Konskttipusindustrie reichen füx die Bedürfnisse des

Heeres und der Zivilbevölkerung noch auf Jahre hin­aus. Wenn jetzt eine weitgreifende Beschlagnahme vor- genommen wird, so soll dadurch die Sicherheit dafür ge­wonnen werden, daß unter allen Umständen, auch wenn der Srieg nach dem Wille,» unserer Feinde noch jahre­lang dauern sollte, durch eine weise Bewirtschaftung der vorhandenen Borräte und deren Verarbeitung und Ver­brauch richtig eingeteilt wird. Immerhin greift die am 1. Februar 1916 verfügte Beschlagnahme und Vestanös- erhebung von Web-, Wirk- und Strickwaren nicht un­wesentlich in das wirtschaftliche Leben ein. Insbeson­dere wird die Konfektionsindustrie getroffen, und es können mit der Zeit vornehmlich in größeren Städten, wo sich Massenkonfektionsbetriebe befinden, Konfekti- vnsarbeiter in größere Zahl beschäftigungslos werden. Soweit diesen Arbeitern anderweitige Arbeitsgelegenheit nicht beschafft werden kann, muß eine gemeindliche Erwerbslosenunterstützung ein­treten. Es werden von der Reichsregierung Maß­nahmen eingeleitet, wie einer eintretenden Arbeits­losigkeit und ihren Folgen begegnet werden kann. Ins­besondere sollen, wie für die Angestellten und Arbeiter der Textilindustrie, erhöhte Beihilfen den Gemeinden und Gemeindeverbänden auch zugunsten der Erwerbs­losenunterstützung für die von der neuen Beschlagnahme betroffenen Aegestellten und Arbeiter zugänglich gemacht werden.

Jn Midien und tatnen.

Von den hervorragenden Leistungen der verbündeten Truppen in Galizien und Serbien gibt folgender Feld­postbrief eines Münchener Ingenieurs, der einer öster­reichischen Pionier-Abteilung angehört, ein anschauliches Bild:

Zufällig habe ich Gelegenheit, ein wenig von meinen Erlebnissen im vergangenen Jahre zu erzähle»». Das Tätigkeitsgebiet unserer Pioniere war in diesem Kriege unendlich groß: unsere Leistungen, das habe»» wir oft von unseren deutschen Kameraden hören müssen, waren großartig. Wir haben aber auch Kerls dabei, wie herausgewachsen aus dem Boden, gar nicht umzubringen. Einer erhielt durch einen Schrapnellschutz 84 Verwundun­gen, nach acht Wochen kämpfte er an der Front am San.

Nun ein kleiner Rückblick auf das vergangene Jahr: Die ersten Monate verbrachten wir am Dunajec bei Tarnow. Kleine Schießerei, Jagd, sonst nichts von Be­deutung. Gegen Ende April war Hochwasser und zer­störte die Brücken am Dunajec gerade vor der großen Offensive, von der wir aber nichts wußten. Da kamen wir in die Beskiden, auf die grundlosesten Straßen von der Welt. Da begann die Arbeit. Besonders in Trobic ging es heiß her. Tag und Nacht ohne Unterbrechung wurde gearbeitet, da die deutsche Garde schon im An­marsch war und übergesetzt werden mußte. Genau auf die Stunde war die Brücke fertig. Von dort ging es, bis an die Waden im Kot, Tag und Nacht, nach Pisknpice am unteren Dunajec in den Schützengraben. Das Leben dort war tadellos, alles unter der Erde. Feine Woh­nungen, aber diese Herrlichkeit dauerte nicht lange. Was ich dort erlebte, werde ich nie vergessen, so lange ich atme.

Au» 1. Mai um 12 Uhr Mitternacht fing dieses Höllenkonzert an, aus allen erdenklichen Kalibern, vor» der windigsten Feldkanone angefangen bis zum 42er Mörser, daß einen» Hören und Sehen verging. Das Maschinen- und Gewehrfeuer, Kartätschen, das brodelte nur so wie siedendes Wasser. Die Leuchtkugeln surrten wurde gesungen und Hurra-Rufe ertönten. Daneben die Deutschen, oben die Honved, hier die Tiroler Kaiser- jäger, rückwärts die deutschen Haubitzen, die österrei­chische schwere Gebirgsartillerie und Mörser, wir mitten drinnen: ich glaubte, die Welt müsse untergehen. Die Russen schössen wie wahnsinnig, die wußten nicht was los sei, setzte»» ihre sämtliche»» Batterie»» in Betrieb. Da ging die Sonne auf, blutrot mit der ganzen Pracht eines jungen Frühlingmorgens und hier liegen sich Hun­derttausend unserer beste»» Männer in» Kampfe gegen­über auf Leben und Tod. Da sahen wir die Wirkungen unseres 42er@ über Tarnow. Riesige Erdfontainen stäubten bis zum Himmel vor» den fürchterlichsten Ge­schossen, die einschlugen. Am dritten Abend erreichte dieses Höllenfeuer seinen Höhepunkt. So etwas hat die Welt noch nicht gehört.

Da wurden die Pontons ins Wasser gelassen, lautlos ohne Kommando. und schor» waren sie besetzt, gelandet, Hindernisse gesprengt, die russischen Vorposten, die diesen Ueberaang verpatzt, tot, und schon ging es zum Sturm! Das ging alles schneller als ich's beschreiben kannMDie Russen wehrte»» sich verzweifelt, aber unsere Tikoler haben sie mit dem Bajonett aus dem Schützengraben herausgeholt, dann ging die wilde Jagd los. Am linke»» Flügel die Honved: dreimal setzten sie zum Sturm auf die erdrückende Uebermacht an und jedesmal ging's wieder zurück. Da setzten rechtzeitig die Reserven ein und mit wunderbarem Mut, mit der größten menschlichen Energie wurde diese Riesenmauer der Russen eingedrückt. Die Russe»» flüchteten wild durcheinander in riesigen Massen, gerade in die Maschinengewehre unserer Tiroler. Heiliger Gott, da gab es Scherben! Das Schlachtfeld sah aus. Acht Tage lagen die Leichen haufenweise herum, bis sie beerdigt wurden. Das war der Sturm am Dunajec, dem später noch viele folgten.

Es dürfte von Interesse sein, wenn ich erwähne, daß wir über die Weichsel feste Brücken herstellten, mit 1140 Meter Länge, über die Donau eine eiserne Kriegs- brücke, auf der man die schweren Mörser transportieren konnte, 1000 Meter lang, in 2« Tagen! Ueber die Save eine feste Brücke von 3400 Meter Länge. Das waren Glanzleisinngeu, die kaun» ihresgleichen finden!

Unsere Leute damit sind die deutschen und österreichischen Truppen gemeint, wir kennen im Felde keinen Unterschied mehr - sind an Stürme gewöhnt, das hat die Offe»»sive gegen die Serben gezeigt. Der Donau- Uebergang war schwierig, aber dann ging es flott vorwärts. Nur» komme ich zum Schlüsse mit dem Wunfche, daß wir im neuen Jahre den siegreichen Frieden erleben mögen, um wieder zu neuem Schaffen herantreten zu können, das Versäumte nachzuholen. Es wird viel Arbeit geben, aber arbeiten sind wir ja gewöhnt mit Zirkel und Büchse, mit Beil und Säbel, alles aus einem -Handgelenk, da kann kommen, was will. (Mit. R. N.)

Vermischtes.

Verurteilung eines jugendliche« Raubmörders. Vor dem außerordentlichen Kriegsgericht in Saar­brücken hatte sich der erst 16« Jahre alte Johann Nau wann aus Obertheuben bei Merzig (Saar) zu verant­worten, der am 15. Dezember 1915 auf dem Wege von Spittel nach Karlingen den 18jährigen Rudolf Lauter mit einem Knüppel die Schädeldecke zertrümmert hatte, um in Besitz von 12 Mark zu gelangen. Das Opfer des iuaendlichen Verbrechers wurde erst nach drei Tagen im

Tannenwald durch Gendarmen gefunden. Das Urteil gegen Naumann lautete wegen Mordes auf 12 Jahre Gefängnis.

Der Schatz i« der Räucherkammer. Einen seltsamen Aufbewahrungsort für ihr Geld hatte sich eine in der Ziegelstratze in Königsberg i. Pr. wohnende Rentiere ausgesucht. Aus Furcht vor Einbrechern hatte sie einen Teil ihres Vernwgens in Bankrwten und Silber in einer schon lange nicht mehr benutzter» Räucherkammer aufbewahrt. Sie hatte ihren Schatz gut mit Papier und alten» Zeug versteckt und glaubte ihn wohlgeborgen. I»» ihrer Abroesenheit käme»» andere Hausbewohner auf den Gedanken, den Räucherschornst«n zum Räuchern zu benutzen. Das nichtsahnende Dienstmädchen der Rentiere hatte dagegen nichts einzuwenden, so daß beim Anzünden des Feuers der aufbewahrte Betrag voll­ständig verbrannte: nur 35 Mark in Silbergeld wurden nach dem Verlöschen des Feuers vorgefunden.

DieNichtrauchertage", die dem Raucher nur eine einmalige eintägige Entbehrung zumuten, sind bis Ende Dezember 1915 von 31 Städten, worunter sechs ganz kleine Orte find, verunstaltet worden. Dabei sind 471 106,43 JZ in bar und in Waren etwa 200 000 Zigar­ren, 180 000 Zigaretten und 20 000 Pfund Tabak ein- gegangen: außerdem finden in 34 weiteren Städten Vor- berciturigeu statt. Die Tabakindustrie hat keinen Scha­den, sondern nur Vorteile, da für die Eingänge zum größten Teil Rauchwaren eingekauft werden und oft »ehr viel über den Tagesverbrauch gezeichnet wird.

Lebensmittelkrawalle in Lissabon. Havas meldet aus Lissabon: Infolge der Lebensmitelteuerung brache»» in mehreren Stadtvierteln Unruhen aus. Auf eine Fabrik wurden vier Bomben geworfen, wodurch die Fabrik ernstlich beschädigt wurde. Mehrere Personen wurde»» verletzt. Kavallerie mußte eingreifen. Einige Verhaftungen sind vorgenommen worden. Weitere ex­plodierende Bomben verwundeten eine Anzahl Solda­ten. Militärpatrouillen durchziehe»» die Stadt.

Was den Soldaten verdrießlich macht. Der»» Briefe eines Offiziers an der Front entnimmt dieKriegs- korrespondenz" des Evangelifchen Pretzverbandes für NEtzllnld folgende Zeilen:Auch das Ausharren bei schlechtem Wetter und mangelhafter Verpflegung neh­men die Leute hin. Mai» schimpft und nachher ist alles wieder gut. Nur eins gibt es, das sie des Krieges über- drüssig macht, das weder Sieg noch Sonnenschein noch gute Verpflegung auslöscht. Das sind die Jammer- briefe von zuhause. Gewiß mag in kinderreiche»» Fa- . mitten, wo anstelle des fleißiger» Ernährers die kärg­liche Unterstützung getreten ist, Not sein. Bei den weit­aus meisten ist dies aber, wie ich auf Grund näherer Nachfragen weiß, nicht der Fall, oder zum mindesten steht die Slot in keinem Verhältnis zu dem Gejammere. Viele Frauen würden es aus Liebe zu ihren Männern lassen, wenn sie wüßten, was sie damit anrichten. Erst kürzlich las ich:So schlimm ist es ja nicht. Hätte ich gewußt, daß Du DU darüber solche Gedanken machst, so hätte ich es garnicht geschrieben, denn eigentliche Not habe ich ja nicht, ich muß mich nur sehr einschränken." Also immer wieder, fährt die genannte Korrespon­denz fort, das alte Lied von den leidigen Klagebriefen! Es wäre lächerlich, behaupten zu wollen, wir lebten jetzt im Frieden. Jeder von uns allen spürt am eigenen Leibe, daß es an allerlei fehlt, was man nicht eben gerne entbehrt. Aber wo herrscht dennNot"? Müsse»» wir daheim uns wirklich erst von denen im Felde darüber belehren lassen, wie mit wenig man auskommen kann, wenn es fein »nutz? Dort draußen vor dem Feinde, wo nicht in erster Linie Essen und Trinken, sondern Patronen MMWWWMWWWMWWM schränkung ist noch lange keine Not.

der Marsch nach Lurazzo.

Die Besetzung von Alessto und San Quote di Medua ist, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrie­ben wird, ein weiterer Schritt auf dem siegreichen Vor- wärtsdrüngen der österreichisch-ungarischen Kräfte gegen Durazzo und Valona. Die Bedeutung Aleffios für den Besitz Albaniens geht schon aus der Taffache hervor, daß dieser Platz eine Hcruptstation der Eisenbahn werden sollte, die von Skutari her in Albanien gebaut werden sollte. Wie weit diese Pläne bereits in Wirklichkeit um- gesetzt worden sind, ist nicht bekannt. Es handelt sich hierbei um einen großzügigen Plan, das unwegsame und unbekannte Albanien dem Verkehr zn erschließen. Die Eisenbahn sollte von Skutari aus nach Süden gehen. Ein Strang sollte die Verbindung mit Alessio herstellen und von hier aus nach Dibra mitten durch albanisches Land hindurchgeführt werden, während der andere Strang südlich von Skutari sich nach Osten abzweigen sollte, um eine Verbindung einerseits mit Djakova und andererseits mit Prizren zi» schaffen. Alessto hat ferner- hin durch seine Lage in der Nähe des Meeres in dem flachen und unwegsamen Küstenstrich für das Vordrin­gen eines Heeres erheblichen Wert. Es ist der Schlüssel zu dem Wege, der gradlinig auf Durazzo führt. Bei der Bedeutung, welche die Hauptstadt des Landes Du­razzo hat, ist es selbstverständlich, daß zwischen den grö­ßeren Städten und der Hauptstadt die verhältnismäßig besten Wege bestehen. Wenn auch die Bahnlinie nicht bis Durazzo geführt werden sollte, so schließt diese Tat­sache die Bedeutung der Stadt nicht aus. Der Grund dafür ist darin zu erblicken, daß Durazzo sowohl durch das Meer als auch durch die im Flachland der Küste ge­führten Straßen schon über soviel Verkehrswege ver- fügt, daß größere Notwendigkeiten für die Verbindung des inneren Landes durch Eisenbahnstränge sprachen, da nur dadurch die Erschließung dieses Landstriches er- möglidft werden konnte. Durazzo wird augenblicklich noch von Essad Pascha und seinenGetreuen" angeb­lich verteidigt. Andere feindliche Mitteilungen wollen wissen, daß Durazzo dagegen nicht verteidigt werden soll. Diese Frage wird bald durch die Tatsache gelöst werden. Es erscheint aber ausgeschlossen, daß hier ein ernster Widerstand gegen das siegreiche österreichisch- ungarische Heer geleistet werden kann. Weder sind die Streitkräfte desFeindes den sieggewohnten österreichisch­ungarischen Truppen gewachsen, noch ist die Führung im entferntesten als ebenbürtig au bezeichnen. Die von der feindlichen Presse als bevorstehend angekündigte Räumung" von Durazzo dürfte wohl nicht zum gering­sten dieser Erkenntnis unserer Feinde von ihrer Unter- legenbeit entsprungen sein. Auf dem Wege von Alessio nach Durazzo sind militärische Stützpunkte ebensowenig vorhanden, wie größere Städte.

Weitere Drahtnachrichten.

Eisenbahtmnglück in Frankreich. '

St. Denis, 2. Februar. (WTB )., Der Schnell­zug von EalaiS ist gestern um dem hie,»gen Bahnhof entgleist. Mehrere Wagen verbrannten. B»er Personen »vnrdcn getötet, 15 verletzt.