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> ( Der 'Erfolg bei Bimy.

Dis in den letzten Tagen von deutschen Trup­pen erfolgreich durchgeführten Vorstöße bei Bimy ver­folgten den Zweck und erreichten ihn vollständig, die uns bei der französischen September-Offensive verloren ge­gangenen, allerdings unbedeutenden Positionen wieder zurückzuerobern. Damals bildete die Höhe von Bimy eines der Hauptkampfziele des französischen Angriffs. Trotz allen Stürnrens blieb aber diese Höhe in unserem Besitz. Es wurdest nur einige nebensächliche Vorteile er­rungen, die jetzt durch unsere Vorstöße wieder völlig wettgemacht sind.

Abtransport von Indern nach Mesopotamien.

DemB. L.-A." zufolge meldet dieDaily Mail" aus Fao am Persuschen Golf, daß die Inder, die in Flandern gekämpft.haben, jetzt nach Mesopotamien über- geführt würden.

Wilson Aber dA nationale Ehre der Union.

Alle Neuyorker Blätter besprechen eingehend die aufsehenerregenden Worte Wilsons, mit denen er Maß­regeln für die Landesverteidigung forderte. In seinen Reden in Pittsburg und Cleveland legte der Präsident besonderen Nachdruck auf die rmtionale Ehre. In einer Rede sagte er: Sie können auf meine feste Entschlossen­heit, dem Lande den Krieg zu ersparen, rechnen, aber Sie müssen bereit fein, unsere Ehre zu verteidigen, wenn das nötig ist. Die Ehre eines Volkes ist kostbarer als sein Leben. Es gibt niemand in den Vereinigten Staaten, der sagen kamr, was der nächste Tag, ja selbst die nächste Stunde uns bringen wird. Ich weiß, daß es ernste Dinge sind, über die ich zu Ihnen spreche, aber ich würde meine Pflicht Vernachlässigen, wenn ich Ihnen die Lage nicht schildern würde, wie sie ist.

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Der englische Blockade-Bluff.

LautBerliner Abendpoist" hatte der Berliner Kor­respondent derUnited Preß" von Amerika, Carl W. Ackermann, eine Unterredung mit dem deutschen Ad- miralstabschef. Dieser erklärte u. a., eineeffektive Blockade" Deutschlands sei unmöglich. England könne unter keinen Umständen den Handel in der Ostsee zwi­schen Schweden, Dänemark und Deutschland unterbin­den. Der Admiral gab deutlich zu verstehen, daß Deutsch­land gegen jede Unternehmung von Seite« der engli­schen Regierung vorbereidet sei.Wenn ich sage, eine neue Blockade Deutschlands, wäre ein Bluff, mißver­stehen Sie mich nicht," sagte er,Deutschland sieht jedem Plan seiner Feinde, der bezwecken soll, daß seine Frauen und Kinder leiden, ernst aber furchtlos entgegen, aber eben, weil eine solche Blockade unnröglich ist, sag,e ich es ist ein Bluff." Der Admiral bestritt die im Aus- laude verbreitete Behauptung, daß von den deutschen Unterseebooten mehr als fünfzig Prozent zerstört wor­den wären. Nicht halb so viel wären vernichtet worden. Die Netze und Minen der Engländer hätten den U- Booten nichts anhaben können. Mehr als ein Untersee­boot habe diese Netze, ohne Schaden zu nehmen, passiert.

Krieg und Wirtschaftslebenin Feindesland.

Der englische Handelskrieg gegen Deutschland hat auch Englands Stellung im Welthandel auf das schwerste getroffen. Die Engländer glaubten, nach Ausschaltung Deutschlands vom Welthandel sich der ausländischen Märkte bemächtigen zu kötmen: sie haben Bvrteil von Amerika und Japan gearbeitet. Den Leu­ten, die seit mehr als -einem Jahrzehnt auf den Welt­krieg hingearbeitet haben, muß wahrlich bange werden.

Italien muß jetzt für englische Steinkohle 180 Lire (144 ,//.) für die Tonne bezahlen und für Koks 200 Lire (160 .M In Berlin kostet die Tonne Steinkohle 42 .// die Tonne Koks 43 .^ Der Grund für die hohen Preise in Italien liegt nicht nur in den gestiegenen Ar­beitslöhnen und Erzeugungskosten der englischen Kohle, sondern hauptsächlich in der ungeheuerlichen Fracht, die auf das Zehn- bis Fünfzehnfache der gewöhnlichen Sätze gestiegen ist. Für Werzenladungen von Buenos Aires nach England beträgt die Fracht jetzt nicht weniger als 120 Schilling für die Tonne. Vor dem Kriege war der Satz 10 bis 15 Schilling.

Zu der Höhe der Frachten trägt wiederum bei, daß es in den englischen Häfen an Arbeitskräf­ten zum Laden und Entladen der Schiffe fehlt. Der Dampfer Arabis hat in Hull in 25 Tagen von einer La­dung von 4646 Tonnen nur 2780 löschen können: 1866 Tonnen waren noch ungelöscht an Bord: so schreibt ein Parlamentsmitglied an dieTimes".

Man sieht auch an diesen Zahlen, daß die Bewohner der feindlichen Länder durch den Krieg wirtschaftlich mehr leiden als wir.

Kleine Kriegsnachrichten.

Nach demB. L.-A." soll der Schaden, den die bei­den Zeppelinangriffe in Paris anrichteten, zwischen drei und vier Millionen Francs schwanken.

Wie aus London gemeldet wird, hat man dort aus Angst vor Luftangriffen neue Schutzmaßnahmen gegen niederfallende Bruchstücke von Granaten in Aussicht ge­nommen.

In Berliner Blättern wird daran erinnert, daß, während Freiburg eine Stadt ist, die nach den aner­kannten Regeln des Landkrieges (Haager Abkommen von 1907) garnicht beschossen werden darf, Paris alle Welt als Festung kennt und als eine der am großartig­sten verteidigten Städte des Erdballs.

Srieisallerlei.

Beschränkung der Konserven- und Wurstfabrikation.

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am Montag eine Verordnung über die Beschränkung der Herstellung von Fleischkonserven und Wurstwaren erlassen: Da- nach ist die gewerbsmäßige Herstellung von Konserven aus Fletsch und unter Zusatz von Fleisch, die durch Er- hitzung haltbar gemacht sind, verboten. Zur gewerbs- mäßigen Herstellung von Wurstwaren darf nicht mehr als ein Drittel des Gewichts der ausgeschlachteten Rin­der, Ähiveine und Schafe verarbeitet werden. Ausge­nommen davon ist die Herstellung von Fleischkon erven und Wurstwaren zur Erfüllung von Vertragen, die un- mittelbar mit den Heeresverwaltungen oder der Manue- verwaltung abgeschlossen sind. Für f^rikmaßige Her­stellung von Wurstwaren ist eine andere Berechnung des zulässigen Drittels der Verarbeitung vorgesehen. Für die Herstellung von Frischwurst können die Landes­zentralbehörden Ausnahmen zulassen. Die Verordnung tritt am 4. Februar in Kraft.

Oesterreichisches Fluggeschwader über Dnrazzo.

Ein österreichisches Flugzeuggeschwader erschien nach derFrkf. Ztg." am 25. Januar über Durazzo und warf Bomben undAufruse an die Serben herab mit der Auf- sor-WM »M KLtMM, ^ M Ä»W ZMM M

tervrackk die amtliche österreichische Darstellung des Her­gangs der montenegrinischen Kapitulation und des Ver­haltens des Königs Nikolaus.

Die vergebliche« Stürme der Russen.

Der Sonderberichterstatter desB. T.", Ave Ma- delung, meldet über die vergeblichen Stürme der Russen an der bessarabischen Front, daß er als Gast bei der dlrmee Pflanzer-Baltin feststellen könne, daß trotz der zwölstägigen Massenangriffe der Russen die Höhen östlrch und nordöstlich Czernowitz fest in den Händen der k. uns k. Armee sind und daß die Russen sich hier nur blutige Schädel holen werden. Die vorgehenden Russen hätten keinen leichten Stand. Sie hätten in einzelnen Ab­schnitten ein Artilleriefeuer von hundert Einschlägen in der Minute zu ertragen, hinter ihnen das eigene Sperr­feuer, vor ihnen rieselten die österreichischen Gewehr­kugeln durch die Leiber der Stürmenden. Vor den Hin­dernissen, die Czernowitz decken, liegen noch ganze Reihen gefallener Russen. Jetzt herrscht Ruhe, aber es scheint, als wäre es die Ruhe vor einem neuen Sturme.

Flucht des Lausauner Fahuenschäuders nach Frankreich.

Den Neuen Zürcher Nachrichten wird zu den Vor­kommnissen in Lausanne aus Bern geschrieben:Be­stätigt sich die glaubwürdige Meldung, daß der Faynen- nhänöer nach Frankreich entkommen ist, so würde sie recht ernste Indizien für das Hintermännertum des so bedenklichen Vorkommnisses liefern. Um nach Frank­reich au gelangen, hätte der Täter Hunziker vor der Tat mit einem entsprechenden Patz versehen sein müssen: es ist bekannt, mit welchen Schwierigkeiten die Erlangung eines solchen verbunden ist. Man fragt sich, wie uns durch wen Hpnzikcr dann zu dem Passe gekommen ist. Wenn er ohne Patz über die Grenze kam, war dies nur möglich, wenn eine äußerst mächtige und hohe fran­zösische Protektion Hinter ihm stand."

Ein Deutscher auf Kreta verhaftet.

Der Athener Berichterstatter desCorriere della Sera" drahtet: Am Sonnabend nachmittag schiffte sich in Rethymo auf Kreta eine kleinere Abteilung fran­zösischer Marinesoldaten aus, die den früheren deut­schen Koirsul in Kanea Walter Masseter, jetzigen Ver­treter der Firma Krupp, verhafteten und auf einem Kriegsschiff wegführten.

Wgetleutat Hölle bei der Arbeit.

Ein Luftkampf, den der kürzlich ebenso wie Leut­nant Jmmelmann mit dem Pour le Meri ie ausge­zeichnete deutsche Fltegerleutnant Bölke mit englischen Fingern siegreich bestand, schlldeN aus dem Felde ein Augenzeuge anschaulich in dem folgenden Brief, den derB. L.-A." veröffentlicht:

Ich ging um 9 Uhr von Zeche L nach H. und be­obachtete zwei feindliche Flieger, die von unserer Ar­tillerie beschossen wurden. Dem einen gelang es zu ent­kommen. Der zweite dagegen, ein riesiges Kampfflug­zeug mit drei Maschinengewehren, versuchte vergeblich, durch das vorgelegte Sperrfeuer hindurch zu entschlü­pfen. Immer wieder mußte er wenden und suchte durch Manöverieren aus dem Bereich der Schrapnelle heraus- zukommen. Das ganze Militär stand auf den Straßen, auch die Zivilisten beobachteten mit sonderbaren Ge­fühlen das Manöver. Jetzt ging der Zweidecker mit einem Male etwa 500 Meter herunter, um unter den platzenden Schrapnellen durchzufliegen. Nun erkannte man auch die englischen Abzeichen unter den Trag- flächen. Natürlich

Da tauchte am Horizont, in der Richtung aus L. . . ein schwarzer Punkt auf, der in rasendem Tempo näher kam. Plötzlich verstummte unsere Artillerie: ein deut- Der Engländer mit dem Streifschuß sprach ziemlich flott deutsch und entgegnete, daß es keine Schande sei, von einem Gegner wie Jmmelmann" zur Strecke gebracht worden zu sein, worauf der deutsche Flieger- offizier lächelnd zu ihm sagte:Nee, diesmal war's bloß Bölke!" Als die Umstehenden diesen Namen hörten, erhob sich wieder unendlicher Jubel.

Einige Kameraden hatten nun Befehl erhalten, die beiden Verwundeten in ein herbeigerufenes Sani­tätsauto zu tragen, das sie nach unserem Verbandsplatz fuhr. Der schwer verwundete Engländer wurde in ein Lazarett gebracht, der andere trat, als er einen Kopf- verband erhalten hatte, die Reise nach Deutschland an." scher Flieger in Sicht. Jetzt versuchte der Engländer mit Volldampf zu entweichen. Aber zu spät! Wie ein Adler auf seine Beute, so stürzte der Deutsche mit seinem kleinen Eindecker auf den Engländer los. Der Kampf, der sich nun hoch in den Lüften entspann, war ner- venerregend. In einer Höhe von etwa 1000 Meter be­gannen sich beide Gegner mit Maschinengewehren zu bearbeiten. Der Deutsche war bald über, bald zur Seite des Engländers, der sich vergeblich bemühte, dem kleinen, energischen Feinde beizukommen. Plötzlich stürzte der Engländer in steilem Gleitfluge bis auf zirka 200 Meter herab, mit ihm auch unser Flieger. Wir glaubten alle, daß im nächsten Augenblick beide Maschinen zwischen den Häusern von H . . . landen würden. Aber beide Flieger hatten ihre Apparate in der Gewalt, und es entspann sich ein furchtbarer End- kampf. Unbeweglich stand alles in den Straßen, In­fanterie, Artillerie und Kavallerie, Weiber und Mnder, alle den Blick nach oben. Jetzt waren beide Flugzeuge ganz niedrig über den Häusern, au Mut uns Tapferkeit gleich, bekämpften sich beide Gegner. Der Deutsche be­ginnt langsam zu steigen, den Engländer mit sich lockend.

Da mit einemmal, in einer Höhe von ungefähr 400 Metern, versetzt ihm der Deutsche den Todesstoß, indem er mit furchtbarer Gewalt von der Seite an- greift. Der Engländer schwenkt herum und bietet dem Deutschen die ungeschützte Vorderfront, zwar nur auf Sekunden. Dies hatte aber genügt, und unter nicht endenwollenden Hurrarufen der Zuschauer ging der Eng­länder über die Häuser hinweg auf ein Ackersrück zur Erde nieder, wo zwei Kompagnien Jnsamerie tibten. Ich lief nach dem Landungsplatz und sah noch mit an, wie der Deutsche 100 Meter von dem Engländer landecc. Als ich hinzukam, entstieg gerade der Deutsche seinem Apparat, ohne Fliegeriacke und ohne Sturzhelm, eilte auf die Insassen der englischen Maschine, zwei englische Offiziere, zu und reichte beiden in ritterlicher Weise die Hand. Beide Engländer waren verwundet. Der Führer hatte einen Streifschuß am Kopf, der Beobachter drei Schlisse in der linken Schulter und Brust und lag kreidebleich in seinem Sitz. Alles eilte herbei, Offiziere und Mannschaften: ein Major erklärte beiden Eng- landern, daß sie sich als Gefangene zu betrachten hätten.

Vermischtes.

Ein erschütternder Vorgang spielte sich ant Sonn­tag bei Konitz ab. Beim Schlittschuhlaufen auf einem Bruch ertranken zwei Knaben im Alter von 15 und 13 Jahrem Beim Versuch, ihren Sohn zu retten, ertrank die Mutter des einen, die Schaffnerfrau Ladwig aus Konitz, und deren 16jühAge TEer. Zwei Leichen konnten aebomen werden.

Der Zopf im Tormster. Don russischen Helderff Mädchen, denen keine Strapaze, keine Gefahr zu groß war, die ihr Elternhaus heimlich verließen, um für ihr Vaterland zu kämpfen, ist in den Zeitungen der Al­liierten schon oft genug die Rede gewesen. Nun aber kommt doch die Achillesferse der Heldinnen zum Vor­schein.Alles habe ich und meine Gefährtinnen gut er­tragen," äußerte sich nach einer Meldung desJournal" letzthin eine der russischen Amazonen,nur einen gro­ßen Verlust konnten wir nicht überwinden: den unserer Haare. Die meinen waren lockig und sehr lang. Als sie mir von einer Kameradin abgeichnttten wurden, brach ich in Tränen aus. Von meinem Zopf konnte ich mich nicht trennen, ich trage ihn immer in meinem Tornister."

Aus derJugend". Am Schietzstand.Nur koa Aufregulkg net, Angermoser: auf zwoahundert Meter schießt ma ja no mit Leichtigkeit a Fliegn d' Aua'n aus!" Der Chefarzt eines Reservelazaretts, ein bekannter Chirurg, liebt es, sich mit den Verwundeten und Kran­ken leutselig zu unterhalten. Bei seinem täglichen Rundgang durch das Lazarett trifft er einen Neuan- kömmliM, den er u. a. nach seinem Zivilberuf fragt. Herren- und Danienschneider," sagt dieser treuherzig in unverfälschtem niederbayerischem Dialekt.So, dann sind wir ja Kollegen," erwidert ihm der Arzt jovial.

»rüttelt in Stellung.

Aus einem Feldpostbrief.

Nicht weit von der Lorettohöhe. Abends neun Uhr. Wir werden alarmiert. Wie immer. Dann marschieren wir bis Mitternacht und beziehen Alarmquartier. Ge­stern kampierte unser Zug in elfter kleinen Scheune: in der Nacht knabberten die Gäule an unseren Decken und schnupperten nach Stroh, heute Hausen wir in der ver­lassenen Vorstadt von L. ,

Mit dem Abenddämmern tritt die Kompagnie au. Sturmgepäck ist befohlen. Zeltbahn gerollt, Komgeschirr aufgeschnallt, Gewehr, Mütze, Brotbeutel: Tornister und Helm blieben in einem halbzerstörten Laden einer zerschossenen Häuserreihe in L. Die Kompagnie steht dicht an den Häusern, möglichst gegen Sicht gedeckt: denn die Flieger beanspruchen stets besondere Aufmerksamkeit. Täglich kreisen sie, stolzen Vögeln gleich, in den Lüften: ständig zwei bis drei, oft ein halbes Dutzend. Hoch oben in den Lüften sümpfen sie; dreist und frech wagen sich manche auf hundert Meter hernieder, ja, landen hinter unserer Front und steigen wieder attf.

Der Leutnant kommt.Rücken jetzt in Stellung. Kerls, aufgepaßt. Sind am weitesten vorn. Ihr habt Handgranaten. Schmeißt die Dinger gut!" Die Kompag­nie rückt ab. Wir kommen nach dreiviertel Stunden nach L. . . . teilweise zerstört, gänzlich verlassen. Böse sieht es im nächsten Dorfe aus. Kein Haus, dem der Krteg nicht wenigstens die Ziegel vom Dache gerollt. Hier war­ten wir einige Minuten auf einen Führer, den uns daö in Stellung liegende Regiment entgegenschickt. Der Mond steht hell am Himmel: eine wnnderbare Nacht. Leuchtkugeln steigen auf: gespensterhaft tanzen unsere Schatten in den Trümmern von A. Patsch, patsch! Jetzt stapfen wir durch schlammigen, kalkigen Lehm: möglichst lautlos, ein Mann hinter dem andern, der Führer vor­auf: eine Reihe rechts, eine Reihe links zwischen zer­schossenen Wohnstätten hindurch, bis auch mein Vorder­mann plötzlich verschwindet. Aha, dort, wo der dunkle Schatten hinfällt.tastet er mit beiden Händen unter dem IlM1ÜIJüi__tMMMMW^WMMMMMM.WgjM<n~ gelängt, den Lauf vor dem Leibe. Einer nach dein an­dern verschwindet unter dem -Hause, jeder macht es dem Vorhergehenden nach. Das Dorf ist längst hinter uns. Du, .Kamerad, wo liegen die Franzmänner?"Der Feind ist vorne!" Der fragt nicht wieder, Feuchtkalter Nebel umfängt uns.

Die Stellung führt durch Aecker und Wiesen. Teil­weise sind die Gräben überdeckt und fast zwei Meter tief. Es geht noch ziemlich gut, dachte ich, und hatte ein Dutzend Schritte getan, ohne daß das eine Bein zu weit vom andern rutschte. Patsch, da steht der Stiefel fest, wie angesogen, in Waßer und yehm; mit dem linken Bein knie ich in dem schönen Kleister. Die Stiefelschchte haben wir mit Riemen fest um die Waden geschnallt. Mit kräftigem Ruck reiße ich mit los und trotte weiter. Hände, Brotbeutel, Mantel, kurz alles, was die Grabenwände berührt, unnvickelt sich mit dicken Lehmlappen. Was tut's. Wir sehen alle gleich schön aus.

Ueber uns pfeift es ganz hell in klingendem Ton hui, hui: sitt . . . ss . . saust es zweimal dumpfer nach. Nur einige ducken sich noch völlig. Man hört schon am Pfeifen nd Sausen, wohin der Gruß fährt. Wir fühlen uns so sicher in den tiefen Gräben. Die Reihe stockt einen Augenblick. Einzeln Mann für Mann laufen wir imMarsch, Marsch" über die zerschossene Stelle im Graben. Ntsterstände, Drahtgeflechte, Sandsäcke, alles zerschossen und zerwühlt, Granaten und Minen wüteten hier. Es ist dies nicht die einzige Stelle, die bet Tage ungangbar bleibt. Wir stehen im vorderen Graben. Die Wände größtenteils eingeebnet, einige Meter dazwischen wieder sind unbeschädigt geblieben. Arr der Stelle, wo die Stellung eine scharfe Biegung macht, ein Trichter neben dem andern, der Kalkboden mit Minen gepflügt. Unsere Stellung.

Gegen Mitternacht endlich steht jeder auf seinem Platze. Nun geht's an die Arbeit. Vier Mann jeder Gruppe stehen Posten, die andern vier ergreifen den Spaten und die Pike. Während der Nacht wird wieder ausgebaut, was die Franzmänner tags zuvor mit hölli­schem Trommelfeuer umpflügten. Wir sehen aus wie Ziegeleiarbeiter, die den Tag über ychmbatjen geknetet haben. Vielleicht iffS morgen fertig, vielleicht nie be­stimmt bis zur Ablösung. (DerTag".)

Weitere Drahtnachrichten.

Der türkische Bericht.

Konstantinopet, 31. Januar. (WTB.) Das Haupt­quartier teilt mit: An der Jrakfront Infanterie- und Artilleriefeuer mit Unterbrechung. An der Kaukasus, front bedeutungslose Gefechte. An der anatolische« Küste des Mittelmeeres landete in der Nacht zum 27. Jarmar ein feindliches Kriegsschiff gegenüber der Insel Castellorico eine Truppenameilung. Diese umzingelte unter dem Schutze des Kriegsschiffes das Dorf Endcfli, machte einige Beamte und einen Teil der Bevölkerung zu Gefangenen und schleppte sie an Bord des Schiffes. Auch Lebeusmittel und Möbel wurden geraubt.

Haussüchuttge« bei Dumaabgeordnete«.

Wien, 1. Februar. (T. U.) Wie dasNeue Wiener Journal" derDtsch. Tgsztg." zufolge indirekt aus Petersburg erfährt, wurden von der rußischen po­litischen Polizei bei zahlreichen Dumaabgeordneten Haussuchungen vorgenommen, zu dem Zweck, die in letzter Zeit aufmuchende Friedenspropaganda zu durch­kreuzen. 3n Petersburg wurden 80 Personen verhaft^.