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Merk, M5 das KaNnett Salandra-Sohntnö, seitten Av- Med zu nehmen beabsichtigt. Damit häufte die sonst unerklärliche Rückkehr des Königs von der Front nach -er Hauptstadt zusammen. Als künftiger Ministerprä­sident wird in parlamentarischen Kreisen Luzzati be­zeichnet. Als Gründe der Remission werden angegeben: Meinungsverschiedenheiten im Kabinett, der Fehlschlag der Kriegsanleihe, der Zwiespalt mit England, die Un­zufriedenheit des Volkes, die sich gMnwärtig bis in hohe politische Kreise fühlbar mache. Weitere Gründe seien die Besetzung des Lovcen, die Kapitulation Montene­gros und die Gefahr einer österreichischen Offensive an der italienischen Front.

Italien geht nicht «ach Saloniki.

Der italienische Ministerrat, der in Rom in Ab­wesenheit Cadornas stattfand, ist nach einer Meldung derDtsch. Kriegsztg." aus Lugano nach stürmischen Er­örterungen zu dem Entschluß gelangt, entgegen dem Drängen des Dreiverbandes an dem SalonM-Unter- «ehmen nicht teilzunehmen.

- Der Krieg zur See.

r Die Verluste der feindlichen Handelsflotten.

' DieKöln. Ztg." bringt Zusammenstellungen, nach denen die Zahl der nachweislich verloren gegangenen Handelsschiffe englischer Nationalität auf 637, franzö­sischer auf 55 und russischer auf 30 Schiffe gestiegen ist. Das macht bei den Engländern 5,6 Prozent des Be­standes und etwa 6,96 Prozent des ganzen Laderaumes aus: bei den Franzosen beträgt der Prozentsatz des ver­nichteten Raumes nicht weniger als 11,7 Prozent, weil es sich meistens um große Transportschiffe gehan­delt hat.

König Lnöwig an der grent

Der erste Besuch König Ludwigs von Bayern im neuen Jahre bei seinen tapferen Truppen in Noro- frankreich! Im Hauptquartier des Kronprinzen faljen sich Vater und Sohn wieder. Begleitet vom Kron­prinzen, fuhr der König dann täglich zu den Standorten der Truppen und überreichte persönlich zahlreiche Aus­zeichnungen an Offiziere, Unteroffiziere und Mann­schaften. In seinen Reden, die er an die Soldaten hielt, sprach er ihnen in herzlichen Worten die Anerkennung und den Dank für ihre Leistungen aus, durch die sie der jahrhundertealten Geschichte des bayerischen Heeres neue Ruhmesblätter angefügt Hätten.

Es ist eine schwere Aufgabe, so schloß der König seine Reden, in monatelangen Kämpfen im Stellungs­krieg feindliche Uebermacht abzuwehren: Aber ihr habt diese Aufgabe glänzend gelöst, und ihr werdet, das er­warte ich von euch und dessen bin ich sicher, eure Pflicht auch tun, wenn es wieder vorwärts geht. Daß der Zeitpunkt, in dem es wieder vorwärtsgeht, recht bald komme, das wünsche ich euch von Herzen, und ich zweifle nicht, daß der Krieg, der siegreich begonnen Hat, auch siegreich enden wird.

Gegenüber den Landsturm-Bataillonen, die der König in den Etapen sah, gab er seiner Freude über ihre gute militärische Haltung Ausdruck. Er wies da­rauf hin, daß, obschon die Aufgabe des Landsturms darin bestehe, den Rücken der kämpfendell Armee zu decken und zu sichern, er doch auch schon wiederholt zum Kampfe gegen den Feind gerufen worden sei und daß auch diese Landsturmleute ihre Treue zum Vaterlands mit dem Leben besiegelt hätten. Er lobte ihr korrektes Verhalten gegenüber der Einwohnerschaft des Landes und mahnte sie, stets militärischer Zucht und Sitte ein- Jredenk zu sein, dam'1 ~ '

UM Zeebrügge und zu besichtigen. B01

begab sich der König nach Brügge, die Küstenbefestigungen bei Ostende da kam er naS Antwerpen. Am

Donnerstag traf der König in Brüssel ein, von wo er Freitag-Mittag die Rückreise nach München an- Sittreten gedachte.

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Ueber König Nikita

schreibt Oberst Jmmanuel imTag": Er ist ebenso geübt in den Winkelzügen der großen europäischen Politik wie in der Verwaltung seines Ländchens. Er ist kein schlechter Organisator, auch Soldat, begabter Dichter, glücklicher Schwiegervater, ein Geldmann, der an der Londoner Börse durch Spekulationen bei Aus­bruch des Krieges 1912 Millionen eingeheimst hat. Man verspürt beim Bierverband durch die Vorgänge im Heilten Montenegro ein Unbehagen, wie in einem Ge­bäude, dessen Grundmauern zu wanken beginnen.

Auszeichnung des bulgarischen Kronprinzen.

Der Deutsche Kaiser hat dem Kronprinzen Boris die Kette zum Schwarzen Adlerorden verliehen.

Wachsende englische Bedrängnis in Indien.

Die holländische ZeitungHet Baderland" schreibt: Von Zeit zu Zeit erreichen uns Nachrichten, daß die Bevölkerung Britisch-Jndiens keineswegs der engli­schen Regierung treu bleibt. Die vielen Millionen Jsla- miten in Britisch-Jndieu sind in dem jetzigen Abschnitt des Krieges ein sehr gefährliches Element für England. England fühlt sich offenbar nicht in der Lage, die ver­hängnisvolle Entwicklung der Dinge in Indien aufzu- halten, und immer mehr kommt der Engländer, wenn auch mit großem Widerstreben, zu der Einsicht, daß es ohne weitgehende japanische Hilfe nicht weitergeht. Aber andererseits bringt der Brite dem Japaner ein großes Mißtrauen entgegen, und zwar mit gutem Grund: denn solche japanische Freundschaftsdienste müßte bann England sicher sehr teuer bezahlen.

Die Ueberlegenheit der netten deutschen Flugzeuge.

Die englische Presse widmet dem neuen Fokkerflug- zeug der deutschen Armee ihre volle Aufmerksamkeit. DieDaily Mail" sagt nach derDtsch. Kriegsztg.": Die englischen Flieger, die die besten der Welt (H) sind, sind jetzt von den deutschen Fokkerflugzeugen in ihrer Maschinengewehrausrüstung und ihrer Pferdekrast itbertroffen. Die Behörde glaubt, daß das neue Fokker- flugzeug, das ein Eindecker ist, mit einem 200pferdigen Merccdesmotor ausgerüstet ist. Vermutlich ist das neue Fokkerflugzeug mächtiger als das neue französische Newport-Morane-Flugzeug. Seit dem 16. Dezember- würden nach den amtlichen deutschen Meldungen 18 eng­lische und französische Flugzeuge zerstört. Die Ange­legenheit ist nicht nur für die Franzosen, sondern auch für die Engländer äußerst wichtig, weil dieses Flug­zeug zweifellos über See kommen werde, um England mit Bomben zu bewerfen.

Bezctchueube russische Gerüchte.

Nach einer Meldung der Master Nachr." aus Pe- terSbnrg wies der englische Bvtfclrafter Sir George Buchanan in einer öffentlichen Rede die in Rußland umlau klang wem; Somit Seite Worts

senden Gerüchte zurück, als ob England im Ein- mh Japan sehr schwere Repressalien androhe, Rußland einen Sonderfrieden schließen sollte. -

wird, bemerkt dieKöln. Ztg.", von neutraler unsere Amfassulig Über die großsprecherischen AS B»M Buchanan und M in REutd

herrschende wachsende Unzufriedenheit gegen England vollauf bestätigt. Aus begreiflichen Gründen hat die Havasagentur indes diese Stelle der Rede des englischen Botschafters unterschlagen.

Deutsche Heldentaten.

Auf dem Vormarsch Anfang September 1914 befand ach das n. Bataillon eines Sächsischen Infanterie-Re­giments an einem Rasttage im Ortsbiwak bei St. Mar- hn für le Pr<>. Bei dem herrlichen Wetter ordnete der Kompagnieführer mittags das zugweise Abrücken nach der Marne zum Baden an. Mehrere Freischwimmer durchichwammen den Fluß zur Erkundung der Wasser- tiefe. Etwas stromabwärts sah einer von ihnen auf dem Ufer im Unterholze versteckt französische Soldaten. Die sich bereits im Wasser tummelnden Soldaten kamen ichleunigst heraus und liefen zu den am Ufer zurückge- lasienen Gewehren. Nackt wie sie waren, stürzten sie mit dem Gewehr in der Hand hinter dem zur Sicherung ausgestellten Züge her, der bereits begonnen hatte, das Gelände abzusuchen. Die Franzosen nahmen zunächst eine feindliche Haltung ein, begriffen aber bald das Zwecklose ihres Vorhabens und warfen die Gewehre in die Marne. Sie tarnen mit erhobenen Händen an, er­gaben sich, nicht wenig überrascht über ihre eigcuarug uniformierten Bezwinger. Es waren 1 Sergeant, 2 Un­teroffiziere und 12 Mann, die nach beendetem Bade zum Biwikplatz gebracht werden konnten.

Eine Patrouille der 10. Kompagnie des Sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 134 sollte feststellen, ob der dem Graben gegenüberliegende Gegner Sappen vor- treibe. Zu diesem Zwecke hatte die Patrouille eine Strecke von ungefähr 500 Mtr. dicht am feindlichen Gra­ben entlang zu kriechen.

Unteroffizier der Res. Walter Peterhänsel aus Saaldorf, Kreis Schleiz, Soldat Paul Eichhorn aus Plauen, Amtsh. Plauen und Soldat Franz Rohrmann aus SchöNheide, Amtsh. Schwarzenberg, meldeten sich so­fort freiwillig zu diesem Unternehmen.

Abends 10 Uhr machte sich die Patrouille aus den Weg. Bald gelangte sie an hinderliches hohes Gras. Unteroffizier d. R. Peterhänsel ging einstweilen allein vor und schnitt eine Gasse durch das Gras. Dann zog er seine Leute nach. Da stießen sie an ein großes Loch, von dem aus ein ausgetretener Weg nach dem feindlichen Graben führte. Die Patrouille erkannte es sofort als ein feindliches Horchpostenloch. Unbemerkt gelangte nun die Patrouille aus feindliche Drahtver- 6au, an dem sie, ihrer Aufgabe gemäß, entlang kroch. Nach einer Weile vorsichtigen Kriechens entdeckte sie eine feindliche Tretmine, um die Peterhänsel seine Leute geschickt herumführte. Schon lag die Hälfte der Strecke, die sie abzukriechen hatten, hinter ihnen, da wurde eine Leuchtkugel abgeschossen, die in unmittelbarer Nähe der Patrouille ins Gras fiel und dasselbe in Brand steckte. Die Patrouille kam durch das lichterloh brennende Feuer in Höchste Bedrängnis. Auch konnte sie jeden Au­genblick von den Gegnern gesehen werden. Sogleich führte Peterhänsel seine Leute auf eine leidlich ge­sicherte Erhebung. Doch der Gegner hatte die Patrouille schon erspäht und setzte Maschinengewehrfeuer auf sie an. Die Patrouille lag regungslos im heftigsten Feuer. Bei Morgengrauen erst kroch sie weiter am Drahtver­hau entlang und gelangte glücklich wieder in den eigenen Graben. Peterhänsel konnte melden, daß er innerhalb der Strecke von 500 Mtr., die er am englischen Graben entlang abgesucht hatte, auf keine vorgetriebene Sappe gestoßen war.

Als sich am 6. September das Ulanen-Regiment Nr. 18 auf dein Vormarsch befand, hörte man gegen 10 Uhr vormittags starken Kanonendonner von Süden her. Bizewachtmeister Berger von der 1. Eskadr., aus Pötnitz bei Dessau, der mit einer Patrouille vorgeschickt war, meldete durch Meldereiter nach kurzer Zeit, daß die Artillerie des Nachbarkorps im Kampf mit der feind­lichen Artillerie stände. Er selbst ritt mit 4 Ulanen weiter, um die feindliche Artilleriestellung zu erkunden. Bald stieß er auf abgesessene Kavallerie, durch deren Feuer ein Pferd seiner Patrouille angeschossen wurde. Er brach mit seinen 4 Ulanen im Galopp durch und ritt weiter. Nach Umgehung eines feindlichen Bataillons gelang es ihm, die Artilleriestellung zu beobachten. Nun trat er mit seiner Patrouille den Rückweg an, um seine Beobachtungen zu melden. Plötzlich befand sich Berger auf 20 Schritt Entfernung einem ganzen Ba­taillon gegenüber, das in den Straßengräben ruhte. Er machte sofort kehrt und galoppierte weg, bis er auf etwa 600 Mtr. Entfernung Deckung für feine Patrouille fand, die er angesessen halten ließ. Er selbst saß ab und feuerte mehrmals mit seinem Karabiner in das Bataillon hinein. Doch bald war sein Versteck bemerkt, kaum 5 Schritt von ihm entfernt krepierte eine Granate. Ich gleichen Augenblick begann auch die feindliche In­fanterie zu schießen. Berger schickte sofort seine tuet Ulanen im Galopp fort, so daß sie sämtlich bis auf einen einzigen Streifschuß unverwundet in Sicherheit kamen. Da er selbst nicht mehr äussren konnte, lief er neben seinem Pferde her. Bald streifte ihm ein feindliches Geschoß die Hose, er war in dem heftigen Feuer gezwungen, sich hinzuwerfen, gelangt« dann aber sprungweise zu seiner Patrouille in Deckung. Jetzt schickte er Meldung an sein Regiment und ritt selbst nach dem Artillerie-Regiment, dem er genau die Ar- tilleriestelüntg des Gegners bezeichnete. Nach kurzer Zeit wurde danu die feindliche Batterie zum Schweigen gebracht, und auch das Bataillou wurde unter Feuer genommen. Berger erhielt für sein tapferes Verhalten und die umsichtige Führung der Patrouille die silberne St. Heinrichs-Medaille und das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Die 1. Kompagnie des Anhalt. Jnf.-Regts. Nr. 93 hatte den Auftrag bekommen, die Stellung soweit vor- zulegen, daß das vorliegende Gelände erugesehen und oeschosseu werden konnte. An einem Abend pirschten sich drei Gruppen bis an die zu erlangende Linie vor und gruben sich hier unter ständigem Artillerie- und Jnfanteriefeuer mit solcher Ausdauer ein, daß es möglich war, schon bei Tagesbeginn in dieser augefangelien neuen Stellung Besatzung zu belassen und Verbindung mit dem Hauptgraben berzustellen. Bei der von dem Gefr. Behrenbeck aus Reppich, Kreis Dessau, geführten Grikppe warert die Herstellungsarbeiten des neu her­zustellenden Verbindungsgrabens jedoch durch feindliches Fener so gestört worden, daß erhebliche Verluste ein- traten und die Arbeiten nicht durchgeführt werden konnten. So lnußte die Slblösung am anderen Morgen über freies Gelände versuchen, die angefarlgene Stellung zu erreichen. KaitlN war sie aus der Hauptstellung heraus, als sie mit sehr starkem Jnfanteriefeuer über­schüttet wurde. Die Gruppe Behrenbeck, welche dies von der norgeschobeuen Stellung aus beobachtete und Verluste eintreten sah, rief ihnen zu:Versucht die alte Stellung zu erreichen, wir bleiben auch den Tag über noch in dieser Stellung." Ohne Essen und Srittfen verharrte die laviere Gruppe in der voraetchobenen

Stellung, die es ihr zu halten gelang. Sie bewahrte tgri Kameraden vor schwerem Unheil und gab hierdurch ein bewundernswertes Beispiel von treuer Kamerao- schaftsliebe.

vermischtes.

Eine Verschwörung gegen Yuauschikai. Nach einer Meldung derKölnischen Zeitung" von der Holländi­schen Grenze ist nach einer Pekinger Drahtung der Ex­change Telegraph Company eine Verschwörung zur Er­mordung Nuanschikais entdeckt worden. Die Verschwo­renen legten Bomben und Sprengstoffe an den Palast in der Absicht, dessen Gebäude zu sprengen und den Kaiser zu ermorden. Es sind viele Leute verhaftet worden.

Kriegsfreiwillige Pariser Frauen. In Paris sank laut demEclair" kürzlich eine Kundgebung von Frauen statt, die sich freiwillig zum Heeresdienst melden. Sie tragen schon Uniform und sind schon Unteroffiziere. Die Redaktion bemerkt dazu: Zwar ist jeder patrioti­sche Eifer löblich, aber hier handelt es sich doch wohl um eine Verirrung. Die Frauen haben im Kriege nur dir Aufgabe, Werke der Nächstenliebe zu leisten.

Feldgrauer Humor.Det muy man ja sagen, die Fixigkeit in den Truppenverschiebungen macht uns keener nach! Essen tut man manchmal im Westen . . . und verdauen im Osten!" Polens Machthaber. Un­sere Minna hatte große Sehnsucht nach ihrem Schatz, der da irgendwo als Landsftirmer in der Gegend von Warschau stand. Sie schrieb ihm also, er mochte doch mit seinem Hauptmann reden, damit er 'mal Urlaub bekäme. Neulich langte seine Antwort auf einer Feld­postkarte an: Geliebtes Herz! Ich kann leider nicht deinen Wunsch nachkommen, weil ich nicht abkommen kann, indem das ich Polen verwalten muß. Dein Jo­hann. Im Zweifel. Rentner Bliemchen lauf Vor­posten am Tigris):Horch! Js das mf e- Maschinen­gewehr oder e' Glabberschlange?!" Monolog.Im­mer neue Kriegsschauplätze! Jeden Augenblick muß man sich eine andere Karte anschaffen: wenn das so weitergeht, dann kaust man sich am besten einen ®(o= bus."____________________________(Fliegende Blätter".)

$o66iels!i im Kriege 1870/71.

Viktor von Podbielski, der in Berlin einem Herz- schlag erlegen ist, hat sich, wie derJnf." geschrieben wird, nicht nur als Staatsmann bewährt, sondern hat auch als Soldat, besonders im Felde, in geradezu vor­bildlicher Weise seinen Mann gestanden. In der Ge­schichte des ruhmreichen Feldzuges gegen Frankreich werden stets die Heldentaten unvergessen bleiben, die der junge Podbielski öanmls als Premierleutnant, der dem Generalstabe des X. Armeekorps zugewiesen war, verrichtete. An dem glorreichen Ausgange der Kämpfe bei Vionville und im Loirekriege hat Podbielski ve- derckenden Anteil. Bertthnu geworden sind besonders feine Adjutantenritte, durch die er für den Aufklürungs- dienst dem Generalstabe seines Korps unschätzbare Dienste leistete. Der Vormarsch der 2. Armee auf Metz ist ganz wesentlich durch Meldungen Podbielskis von höchster Wichtigkeit beeinflußt worden. Wie sehr matt auch von offizieller Seite den hohen Wert der Podbiels- ki'schen Leistungen während des Feldzuges einschützte, be­weist der Umstand, daß das große Generalstabswerk über den französischen Krieg ganz besonders den Er- kundungsritt vom 10. August 1870, den Premierleutnant von Podbielski ausführte, rühmend hervorhebt und feine Bedeutung für den Vormarsch aus Aietz anerkennt. Noch Rttbrnt iweres verrrcbtete der junge Offizier in den Tagen des 15. und 16. August durch seine kühnen Ritte und Meldungen. In der Schlacht bei Mars la Tour bewies Podbielski trotz seiner Jugend die grüßte Um­sicht. Als sich die Truppen auf dem Marsche von Pont a Mousson in der Richtung auf Verdun befanden, hörte man von dem Plateau von Vionville her starken Ka­nonendonner. Leutnant von Podbielski wurde zur Er­kundung ausgesandt. 9iicf)t nur gelang es ihm dabei, aufs Genaueste die besten Wege zur Annäherung an den Feind, sondern auch die Lage und Stellung zu bezeichnen. Zlnch war es seiner scharfen Beobachtung nicht entgangen, daß auf dem ganzen Schlachtfelde seht Tropfen Wasser zu finden war. Als General von Voigts-Rhetz deut m. Korps zu Hilfe zu eilen sich em- schloß, ließ er aus diese Meldung Podbielskis hin alle vorhiindenen Geschirre mit Wasser füllen, so daß den Truppen die gervaltigen Eilmärsche unter der furcht­baren Sounenglut unendlich erleichtert wurden. Ebenso zeichnete sich Podbielski in hervorragender Weise tat Verpflegungswesen aus. Einer der bekanntesten Mt- litärschnftsteller, Hoeuig, nennt ihn für das Ver- Pflegungswefeti und seine Organisation als geradezu hervorragend begabt. In der Tat leistete der junge Premierleutnant in der selbständigen Durchfülirung der Verpflegungsmatznahmen für fein Korps geradezu Mustergültiges. Ein prachtvolles Heldenstückchen war Podbielskis bertihmter Gewaltritt zur 20. Division, dessen General von Lessing ausdrücklich Erwähnung tut. Die 20. Division mußte unter allen Umständen Hcran- geholt werden und diese schwere Aufgabe fiel Podbielski zu. Mit Aufbietung aller seiner Kräfte ritt er damals so scharf, daß sein Pferd völlig zusammenbrach und er den Ritt auf einem Dragonerpferd fortsetzen mußte. Sind) sein heldenhaftes Verhalten in der Schlacht von Becrune la Rolande am 28. November verdient all­gemein bekannt zu werden. Das Generalkommando war bereits der Meinung, daß der Ort verloren sei. Podbielski aber ritt mit Todesverachtung bis hinter die feindliche Gefechtslinie und konnte dem General­kommando als Erster die Nieldung bringen, daß Beaune im Gegenteil von der S8. Brigade gehalten werde.

Weitere Drahtnachrichten.

Fliegerbomben auf Rancy.

o-& Genf, 22. Januar. (T. II.) Ueber das Dienstag Nacht erfolgte Bombardement von Nüney durch eine Taube berichtet nach demB. T." dasPetit Journal": Die Einwohner der Stadt wurden in der 97adn durch den Donner der Abwehrgeschütze aus dem Schlafe ge­schreckt. Es war einer Taube gelungen, Naney zu über­fliegen und vier Bomben abznwcrfe«. Ein Haus wurde in Brand gesteckt.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 21. Januar. iWTB.) Das H<mpt- quartier berichtet: An der Dardanellenfrom schleuderten ein Kreuzer und ein Monitor gestern nachmittag etwa dreißig Geschosse in die Gegend von Attschi Tepe und 5esc Burun, entfernten sich aber, als unsere Artillerie das Feuer erwiderte. Sonst nichts neues.

Neuer Brand in Norwegen.

»-»7 Aalesnnd, 21. Januar. Gestern nachmittag brach in Molde in zwei Holzlagern Feuer aus, das n$ m- folge des herrschenden Gewittersturmes sehnen auS- brettete. Der ganze innere Stadtteil und die Telegra« pheustatjon sind nievergebraunt.