Ei«« Alarmuachricht der Havas-Agentur.
Eine von der Agence Havas an Donnerstag verbreitete Meldung lautete: Die Verhandlung zwischen Oesterreich-Ungarn und Montenegro sind abgebrochen worden, da Montenegro erklärte, die österreichischen Bedingungen nicht annehmen zu können. Der eigentliche Ursprung der Havasmeldung erscheint recht zweifelhaft. „Temps" läßt sich von einem Genfer Vertreter die Nachricht aus Skutari geben, andere. Blätter bringen sie aus Brindisi. Jedenfalls begegnet die Meldung in der Pariser Presse selbst starkem Zweifel, den Blätter wie „Journal des Debüts", „Petit Journal" und „Echo de Paris" geben sie unter allem Vorbehalt wieder, zumal ste in geradem Widerspruch mit den in derselben Ausgabe enthaltenen Meldungen aus englischen Blättern über die Uebergabe des Degens Nikitas sowie über den Aufruf des Könis an fein Volk stehen, in dem gesagt werde, daß nur Ergebung oder Untergang übrig sei.
Ein aus Mailand übermitteltes Kommuniquee der Agencia Stefant besagt: Der montenegrinische Generalkonsul in Rom hat Donnerstag früh im Auftrage des in Brindisi angekommenen Ministerpräsidenten Musch- kowitsch mitgeteilt, daß König Nikita und dessen Regierung alle Bedingungen Oesterreich-Ungarns abgelehnt haben und daß der Kampf bereits auf der ganzen Front wieder begonnen hat. Der König und seine Söhne weilen inmitten der Truppen, um den letzten Verteidigungskampf zu leiten.
Hierzu wird uns mitgeteilt, daß an amtlicher Stelle über die oben gemeldeten Vorgänge nichts bekannt ist
Die Waffenstreckung geht rasch vor sich.
Zu der Nachricht über einen angeblichen Umschwung in Montenegro sagt der „Lokalans.", es erscheine berner- kenswert, daß in Paris und Rom gar nicht mehr daran gedacht werde, daß man den König Nikolaus noch 24 Stunden früher als einen Verräter an der Sache der Entente hingestellt habe, der schon seit langer Zeit mit Oesterreich-Ungarn im Einverständnis gewesen sei. — Den bereits aufgetauchten Meldungen gegenüber, die über Einzelheiten der Friedensbedingungen an Montenegro zu berichten wußten, betont ein Wiener Telegramm der „Kreuz-zeitung" mit Entschiedenheit, daß die Friedensverbandlungen noch garnicht begonnen haben. Nach zuverlässigen Meldungen geht die Waffenstreckung rasch und ohne Behinderung vor sich. Nach der Wiener „Retchspost" hatte König Nikita seinen Unterhändlern, die am 13. Januar bei den österreichisch-ungarischen Vor
ne am 13. Januar bei den österreichisch-ungarischen Vorposten erschienen waren, auch eine an Kaiser Franz Joseph gerichtete Depesche mit der Friedensbitte des Königs übergeben.
Die Wirkung des montenegrinischen Znsammenbrnches auf Rntzkand.
Eine Sofioter Meldung des „H. Ku." besagt u. a.: In rnssenfreundlichen Kreisen beginnt sich immer mehr der Glaube zu befestigen, daß nach der Einnahme von Montenegro in nicht allzu ferner Zeit Rußland als der nächste Friedensbittsteller auftreten werde. Schon deshalb, weil nicht anzunehmen sei, daß König Nikita seinen schweren Entschluß ohne Wissen Rußlands gefaßt haben könne, ferner weil Rußlands Ziele, Konstantinopel und die Meerenge, in aussichtslose Ferne gerückt erscheinen und Rußlands Verbündeten, namentlich in dieser Hinsicht, der russischen Oeffentlichkeit ihre militärische Ohnmacht deutlichst erwiesen haben. Da sich außerdem infolge der vielen herben Schläge in Rußland Kriegs- müdigkeit und Axathie in großem Umfange zu zeigen beginnen, so würde es schwer fallen, eine weitere Fortsetzung des Krieges durchzusetzen.
o-» Kopenhagen, 21. Januar. (T. u.) Sämtliche dänische Blätter besprechen, wie der „B. L.-A." berichtet, die Meldung, daß der mit Lebensmitteln beladene Dampfer „Kiew" auf der Fahrt von Kopenhagen nach Liverpool von einem deutschen Torpedoboot aufgebracht und nach Swinemünde geführt wurde, und knüpfen daran die besorgte Frage, ob dies bedeuten solle, daß die bisher stillschweigend geübte Praxis, keine dänischen Schiffe auf- zubringen, selbst wenn sie Lebensmittel nach England bringen, damit eine Aenderung erleiden solle.
Unsere Tanchbootflotte im Mittelmeer unversehrt.
Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die Zeitschrift „Popolo d'Jtalia" brächte am 15. Dezember die Mitteilung, daß in den letzten zwei Monaten bereits neun deutsche und österreichisch-ungarische Unterseeboote versenkt worden feien. Um diese Nachricht glaubwürdig gu machen, enthielt sie Angaben, wo und durch wen diese Unterseeboote vernichtet worden sein sollen. Daran war die Vermutung geknüpft, daß die amtliche Verlautbarung dieser Erfolge seitens der Ententemächte wahrscheinlich nur aus Zweckmäßigkeitsgründen unterblieben fei. Dem entgegen fei festgestellt, daß die „versenkten Unterseeboote" eines der in der Ententepresse nicht seltenen Phantasiegebilde sind, da die deutschen und österreichisch-ungarischen Unterseeboote im Mittelmeer seit »Monaten vollzählig blieben nnd sich des besten lseins erfreuen.
Die Neugestaltung der
Familienunterstützungen.
nuar
Man
Man schreibt uns: In seiner Sitzung vom 20. Ja- ::u^r hat der Bundesrat eine Verordnung zu dem Gesetz über die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften beschlossen, die diese Fürsorge für die Kriegerfamilien abermals nach verschiedenen Richtungen wesentlich erweitert. Einmal ist der Unterschied in der Höhe der Unterstützungen während der Sommer- und Wintermonate beseitigt worden. Auf diese Weise erhalten die Kriegerfrauen auch während der kommenden Sommermonate den für den Winter geltenden Satz von 15 Mark und von 7,50 Mark für jedes Kind. Ferner ist das Gesetz ausgedehnt auch auf die Angehörigen der aktiven Mannschaften, die während des Krieges ihrer aktiven Militärpflicht genügen und infolgedessen bisher Familienunterstütznngen nicht erhielten. In Zukunft werden nun die Angehörigen aller im Heere stehenden Mannschaften die Rechte aus dem Gesetz vom 28. Februar 1888 (4. August 1914) gleichmäßig genießen. Eine Ausnahme machen lediglich die Kapitulanten, für die als Berufssoldaten ^andere Bestimmungen in tei
zua auf die Versorgung der Familien gelten. _________.e Erweiterung des Gesetzes besteht m der Aus- §ehmrng seiner Geltung auf Pflegekinder und Pflegeeltern. Und schließlich trägt die Bundesratsverorbnung in bezug auf die Feststellung der BedüM den Wünschen Rechnung, die der Reichstag m December in einer Resolution zum Ausdruck gebracht hat. Danach werten in Zukunft die Familtennnterstützungen stets gewährt, wenn nach der Tteuerveranlagultg das Ein- kommen M den Orten der Tarifklasse e weniger als 1.000 Mark, in den Orten der Tarifklassen C und V weniger als 1200 Mark und in den Orten der Tarif, klassen A und B weniger als 1500 Mark betragt.
ine dritte
Kleine Kriegsnachrichten.
16* Koustanttnopel, 21. Januar. lT. UZ Gerücht- ÄÄ&A ÄÄM''"*
o* Kopenhagen, 21. Januar. (T. U.) Henry Dül- ziel brächte nach dem „B. T." im englischen Unterhause eine Vorlage ein, die befürwortete, einer Kommission von 7 Mitgliedern Vollmacht zu erteilen, geeignete Maßnahmen zur Verschärfung der Blockade gegen Deutsch - land zu treffen.
SriensonefleL
Die Konsnln auf Korfu wieder frei.
Eine Athener T. U.-Meldung besagt: Die von den Ententemächten auf Korfu gefangen gehaltenen deutschen und österreichisch-ungarischen Konsuln sind auf den energischen Protest der griechischen Regierung hin am 14. ö. M. auf freien Fuß gesetzt worden. In Athener politischen Kreisen wird dieses Zurückweichen der En- tenteregierung allgemein als ein politischer Erfolg aufgefaßt, der dahin gedeutet wird, daß die Ententemächte es nicht zu einem Bruch mit Griechenland kommen lassen wollen.
In 6 Tagen fünf feindliche Flieger abgeschossen.
Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, ist der in den letzten Berichten des türkischen Hauptquartiers mehrfach, aber mit verschiedenem, augenscheinlich verstümmelten Namen genannte Kampfflieger, der in den Tagen vom 6. bis 12. Januar d. J. fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen hat, der Oberleutnant der Reserve des Leibgarde-Regiments Nr. 115 Buddecke, der als Hauptmann der deutschen Militärmission angehört.
Eine Rechtfertigung Fords. *
In „Berlingske Tidende" vom 17. 1. schreibt ein in Kopenhagen ansässiger Amerikaner über die Ford- Expedition folgendes: Ford versuchte erst ein ganzes Schiff zu chartern, was ihm nicht glückte. Um sich eine gute Presse zu verschaffen, hatte er zahlreiche amerikanische Reporter eingeladen. Außer seinen Gästen aber befanden sich zahlreiche andere Amerikaner auf dem Schiff, unter ihnen ntebrere bezahlte Repräsentanten der Munitionsfabriken. Diese hatten nur eine einzige Aufgabe, nämlich die Expedition lächerlich zu machen, und diesen Auftrag führten sie vorzüglich aus. Ihrer Tätigkeit verdankt man alle die über Ford und seine Leute ausgesprengten Gerüchte, während die Wahrheit. Nämlich daß eine große Anzahl ernster und aufrichtiger Menschen an der Expedition teilnahmen, verschwiegen wird.
Salandras Angst und Sorge.
Eine Ansprache Salandras in Florenz ist recht
be- der des
zeichnend für die jetzige Lage Italiens. Wer sich kapitolinischen Rede und anderer Kundgebungen Sommers erinnert, kann folgende Sätze aus dem Munoe
Salandras würdigen: Unsere Angst und unsere Sorge sind groß. Nie glaubten wir an einen kurzen, leichten Krieg, stets sind wir uns der furchtbaren Verantwortung bewußt gewesen. Das Land muß Opfer und Ent- behrungen tragen. Lange noch, wer weiß wie lange, bis zum Siege. Das Land muß sich auf die Armee stützen. Ich nehme Euren Beifall nur als Kundgebung für Euren Entschluß zum Ausharren an.
Politische Rundschau.
Die Notwendigkeit des Ausbaues der Wasserstraßen. In der bayrischen Kammer der Abgeordneten wurde bei Beratung des Etats der Staatsbauverwaltung von verschiedenen Rednern auf die Notwendigkeit des Ausbaues der Wasserstraßen hingewiesen. .Es wurde ^matTu^^ .,. ..... .—. —----.---. ohne daß dabei einseitige bayrrsch-parttkulartsttsche Wasserstraßenpolitik getrieben werden solle. Aufgabe des Reiches sei es, die deutschen Wasserstraßen finanziell zu unterstützen.
Nach dem Aasfcheiden Maaleaegros.
Die Waffenstreckung Montenegros hat, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, int Vierverband eine nicht geringe Unruhe verursacht, denn alle fühlen klar, daß der moralische Eindruck dieses Ereignisses ganz beträchtlich ist. Welche Folgen nun die Einstellung der Feindseligkeiten gegen Montenegro in militärischer Beziehung haben wird, läßt sich augenblicklich noch nicht in vollem Umfange übersehen. Eins erscheint aber ziemlich sicher, daß die beabsichtigte Wirkung der Massenangriffe Rußlands in Bessarabien und Ostgalizien auf Rumänien ebenso sehr durch die Waffenstreckung Montenegros wie durch die Niederlage, welche die Russen hier erlilten haben, vernichtet wird. In erster Reihe wird das Ereignis für den Balkan bedeutungsvoll werden. In französiichen Blättern, besonders im „Figaro" wird darauf hingewiesen, daß eine Waffenstreckung Montenegros für die Lage in Saloniki von verhängnisvoller Wirkung sein würde. Damals wußte das Pariser Blatt noch nichts davon, daß das Ereignis, welches es beiürchtete, bereits eingetreten sei, da die sranzösische Regierung die Veröffentlichung der Nachricht unterdrückt hatte. Sicherlich wird aber die Unterwerfung Montenegros auch noch aus diejenigen Kreise Griechenlands, die als Anhänger des Venizelos noch mit dem Gedanken eines Krieges gegen die Mittelmächte spielten, sehr stark dämpfend wirken.
Die ganze Hoffnung, welche diese griechischen Kreise hatten, stützten sich bekanntlich auf die angebliche große Kraft des Vierverbandes, der noch bis in die letzte Zeit von der Selbstverständlichkeit seines Sieges fabelte. Hat doch selbst Lord Kitchener bei seinem Aufenthalt in Griechenland mit verächtlicher Gebärde erklärt, daß es Torheit wäre, überhaupt au einem Siege des Vierverbandes zu zweifeln. Nun sehen die Balkanvölker, daß trotz der gewaltigsten Anstrengungen des Merverbandes von Saloniki aus und von Albanien aus das Schicksal Montenegros sich sehr schnell erfüllt habe. Die gefürchteten Großmächte mußten völlig tatenlos zusehen, wie Montenegro unterworfen wurde. Endlich hat die Unterwerfung Montenegros auch noch aus Albanien aller Voraussetzung nach eine recht erhebliche Bedeutung. Bekanntlich sind an der Westküste Albaniens mehrfach italienische Truppen gelandet worden, um den bedrängten Serben und Montenegrinern zur Hilfe zu kommen. Diese Kräfte haben aber nicht im Geringsten Einfluß auszuüben vermocht. Die Landung der italienischen Truppen an der albanischen Küste war eine Demonstratlon, die tatsächlich bisher ohne jede Wirkung blieb. In der italienischen Presse ebenso wie in der französischen und englischen wird darauf hingemieien, daß zu wenig Mannschaften nach Albanien gegangen seien. Cadorna ist sich aber seiner Verantwortung, die er an der Isonzofront aus sich genommen hat, zu sehr bewußt, daß er in die Absendung weiterer Kräfte willigte. Der leichte Siegeszug nach Wien und Triest erscheint ihnen schoil jetzt recht schwierig und er glaubt trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit der öfter- reichischen Verteidigungskräfte keinen Mann entbehren zu können, wenn er nicht die Isonzofront gefährden wolle.
Nun siild gegcnAlbanien schon vor mehreren Wochen bulgarische Truppen siegreich vorgedrungen. Die Entwickelung der Kriegslage brächte es mit sick, daß wichtigere Aufgaben als der Vormarsch in Albanien zn lösen waren. Bet dem Mangel an Stoßkraft, der die Truppen des Vierverbandes auszeichnet, die sich stets auf die Defensive beschränken, hören wir seit Wochen nichts mehr von Vorgängen in Albanien. Was aber auch immer die künftige Entwickelung des Krieges nach der Niederwerfung Montenegros bringen müsse, so ist doch stets zu beachten, daß ein mutiger Feind weniger zu bekämpfen ist, und daß auf unserer Seite die in Montenegro sreigewordenen österreichisch-ungarischen Trup- «ett eine beträchtliche Verstärkung herbeiführen. (Z.)
Vermischtes
ein Familienvater im Alter von 48 Iah gleich zu Anfang des Krieges freiwilli oienst. Er wurde bei einem Landsturm
Vater und Sohn beieinander im Heldengrabe. Der Landsturmmann Geffken in Dannenberg (Hannover), ein Familienvater im Alter von 48 Jahren, meldete sich gleich zu Anfang des Krieges freiwillig zum Heeresdienst. Er wurde bei einem Landsturmbataillon eingestellt. Vor einigen Monaten traf ihn der harte Schlag, seinen Sohn zu verlieren, der bei einem Gefecht in den Vogesen den Heldentod starb. Der Vater meldete sich nun freiwillig zum Frontdienst und wurde auf seinen Wunsch in dieselbe Kompagnie eingestellt, in der sein Sohn gedient hatte. Vor einigen Tagen ist die Trauer- botlchaft eingetrossen, daß auch der Vater im Kampf für das Vaterland gefallen ist. Vater und Sohn ruhen nun nahe beieinander im Heldengrabe.
Ein Dienstmädchen als Giftmischerin. Die ^jährige Dienstmagd Anna Pürsche aus Oelnitz im Bogt- land wurde vom Freiberger Landgericht zu 4% Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie ihrer Dtenstherrin, einer Oberlehrerswitwe, Gift in den Kaffee geschüttet hatte, weil diese ihr Borwürfe wegen eines Diebstahls gemacht hatte.
Witze vom Tage. Erklärung. Vorübergehender: „Eine nette Trinkerheilanstalt,' da stehen ja verschiedene Maßkrüge am Fenster?" — „Na, auf dieser Seite wird wohl die Abteilung für Unheilbare sein!" — Schlechter Trost. Tante: „Mache dir doch nicht so große Sorgen, .Kind, daß du mit deinen fünfunzwanzig Jahren noch keinen Mann hast! Sieh doch, ich bin bereits fünfzig und habe auch noch keinen!" — Kunst im Hause. „Sie haben aber da eine schöne gehämmerte Tischplatte, das ist gewiß das Allerneueste?" „Ach nein, die haben nur meine Buben so zugerichtet beim Nüsse aufklopfen."
(„Meggendorfer Blätter".)
Ein Loblied aus die deutsche Frau
„Die Deutsche Frau im Kriege". Unter diesem Titel bringt die holländische Wochenschrift „De Toekomst" einen Artikel, der Worte warmer Anerkennung für die großartige Rolle findet, die die deutsche Frau in diesem Krieg spielt, Worte, die in vielen holländischen Familien ein lautes Echo finden, weil der Holländer uns in der Schätzung der „Hausfrau" am nächsten steht. Der Schreiber des Artikels hält dafür, daß die von Franzosen und Engländern so viel verspottete „deutsche Hausfrau" in diesem Krieg viel größer dasteht als ihre Schwestern in den feindlichen Ländern und daß das deutsche Volk es in erster Linie seinen Frauen verdankt, wenn der schöne englische Plan, Deutschland durch Hunger zu besiegen, gescheitert ist. »Die deutsche Frau hat England", schreibt er, »seine stärkste Waffe aus der Hand geschlagen", und wenn Deutschland stolz fein könne auf sein Volk in Waffen, das so bereitwillig Gut und Blut für seine Ideale opfere, und auf seine eingeborene Disziplin, die ihm seine enorme Wehrkrast verleihe, so könne es nicht weniger stolz fein auf seine Frauen, »die mutig und kundig eine übermenschliche Last von Leid und Arbeit tragen zum Wohle ihres Volkes."
Wir entnehmen dem Artikel folgende Stellen: „Die deutsche Frau gibt das Liebste, was sie hat; sie erfüllt mit Willenskraft ihre Pflicht; sie fühlt und weiß, um was es sich in dieser schweren Zeit handelt. Die Deutsche, der ich so oft „Gefühlsduselei" zu- schrieb, unterwirft sich mutig und begreifend dem harten Gesetz der Notwendigkeit. Sie stützt den Krieger, wenn auch ihr Herz blutet, sie macht ihn durch keine Klagen wankelmütig. Sie begreift das Gemeinwohl und trägt ihr Teil, so schwer es sein mag.
für das Gemeinwohl, und man vergleiche dieses Bild mit England und Frankreich.
Beim Abschied von ihrem Sohn fiel eine Mutter in Ohnmacht. Sie hätte zu Hause bleiben sollen, wenn sie nicht den Mut und die Kraft in sich wußte, ihrem Jungen diesen Schmerz zu ersparen, schrieb eine gute Mutter, die zwölf Söhne au der Front hat.
Sie stellt sich in den öffentlichen Dienst wie keine andere und sie beweist dabei ein erstaunliches Anpassungsvermögen. Im öffentlichen Dienst, im Handel, Industrie, Landbau, überall sucht sie schweigend Mannesarbeit auf sich zu nehmen — und sie tut es gut uud standhaft.
„Es geht schwer, aber es muß gehen. Schließlich geht es auch, wenn man nur will. Obendrein verlangt man ja nicht von uns, daß wir es so gut leisten wie unsere Männer — wir wollen aber, daß er weiter marschiert und unsere Streiter ihre Arbeit geordnet wiedersinden," schrieb eine Deutsche. Und eine andere, die sich mit einer großen Familie mit einem viel kleinerem Einkommen als sonst durchschlagen muß: „Man muß allerdings rechnen, rechnen! Alle sollen satt werden, schließlich geht es doch. Und wenn ich an unsere braven Jungen im Felde denke, dann verstehe ich nicht, womit wir es eigentlich verdient haben, hier so ruhig und gesichert sitzen zu dürfen, während die ganze Welt über uns herfällt."
Womit sie es verdient haben? Sie haben es verdient durch ihren Mut, „Mütter" zu sein; sie haben es dadurch verdient, daß sie ihren.Kindern ein Vorbild von Pflichtgefühl sind. Sie haben es verdient dadurch, daß sie Haushälterinnen sind, über die man lächelte.
Weitere Drahtnachrichten
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, -20. Januar. (WTB.) An der Kaukasusfront kein wichtiger Vorgang. Ein feindliches Kavallerieregiment, das gegen unsere Stellungen vorgehen wollte, mußte sich infolge unserer Gegenmaßnahmen zurückziehen. An der Dardauelleufront warfen ein Kreuzer und ein Monitor einige Geschosse auf die Umgegend von Teke Burun und Sed ul Bahr. Unsere Artillerie erwiderte. Sonst nichts Neues.
Erweiterte Dienstpflicht in Oesterreich-Ungarn.
Wien, 21. Januar. (WTB.) Heute gelangen in beiden Staaten der Monarchie gesetzliche Bestimmungen zur Verlautbarung, wodurch die persönliche Kriegs- Pflicht bis zum 55. Lebensjahr erstreckt wird. Die im Alter von über 50 Jahren Herangezvaeuen dürfen nur in außerhalb der Kriegsgebiete liegenden Gebieten und ununterbrochen höchstens sechs Wochen in Anspruch genommen werden. Eine neuerliche Heranziehung der« selben Personen kann erst nach ein- bis zweimonatiger Unterbrechung ihrer Dienstleistung erfolgen. Das Gcietz hat nur für die Dauer des gegenwärtigen Krieges Wirksamkeit.
Der Baltanzug in Berti«.
a* Berlin, 21. Januar. Der erste Balkanzug aus Konstantinopel traf nachts um S2 Uhr mit einer unwesentlichen Verspätung in Berlin ein. .Das auf dem Bahnhof anwesende Volk bereitete dem mit den Fahnen der Verbündeten geschmückten Zug und den iam entsteigenden deutschen und türkischen Offizieren eine herzliche Begrüßung.