rolo" frag!: Warum sollen wir in Albanien vleiben? Wenn vom Vierverband nicht alle verfügbaren Mittel aufgeboten werden, um Albanien zu halten. würde die Regierung besser tun, dem Volke sofort die Wahrheit einzugestehen. Wenn ein Irrtum begangen wurde, solle man Albanien lieber aufgeben und nicht die Wiederholung der Mißerfolge aufs Spiel setzen.
Italienischer Wink an England.
< Aus Bern wird gemeldet: Abgeordneter Bifsolati teilte dem römischen Vertreter der Zeitung „Morning Post" mit, Italien werde den Krieg nicht fortführen können, da dre Engländer nicht verstünden, daß die nord- italienischen Fabriken schließen müßten und Tausende arbeitslos gemacht würden, wenn nicht England endlich Kohlen zu annehmbaren Preisen liefere.
L Der Eindruck in Frankreich.
Die Pariser Behörden enthielten nach dem „V. L.- Anz." den Blättern alle näheren Depeschen über Montenegro vor. Dadurch sollen allzu leidenschaftliche Artikel der Briands Presseburcau fernstehende Publizisten, wie der Senatoren Clemenceau und Humbert verhindert werden. Aber die genannten Leitartikler hatten in Voraussicht des Zusammenbruchs von Montenegro schon seit einigen Tagen den gefährlichen Rückschlag auf die Saloniki-Expedition höchst pessimistisch erörtert. Die düstere Stimmung teilte sich von den radikalen Kammerkreisen auch den als kräftigste Stützen der Regierung betrachteten Parteien mit, die Italiens höchst unklar gewordene Beziehungen zu Frankreich, England und Rußland mit schweren Besorgnissen erfüllen.
Neutrale Stimmen zur Unterwerfung Montenegros.
Die „Vasler Nationalzeitung" bemerkt: Die Nachricht von der Kapitulation wird überall einen starken Eindruck machen. Im Interesse der Menschlichkeit darf man es begrüßen, daß wenigstens irgendwo, und sei es auch nur auf einem eugbegreuzten Gebiete, einmal die Erkenntnis von der Zwecklosigkeit weiteren Blutvergießens die Oberhand erlangt hat,- wenn man nur hoffen dürfte, daß der vielgeschmähte Balkan damit bahnbrechend wirkt. Die „Neue Züricher Zeitung" schreibt: Unter allen Umständen hat Oesterreich einen glänzender! Sieg erfochten,- das tritt nicht nur in der Eroberung des früher wohl etwa als uneinnehmbar bezeichneten Loveen zutage, sondern noch mehr in der Niederwerfung Montenegros selbst, das früher den schon unter günstigeren Bedingungen fechtenden Türken stets harte Nüsse zu knacken gegeben hatte. Von den übrigen Staaten werden am stärksten die Italiener betroffen. Die Kapituta- tion Montenegros erhöht die gefährliche Lage, in der sich die Reste der serbischen Armee im südlichen Albanien befinden. Es ist daher zweifelhaft geworden, ob die Italiener auch nur den schmalen Küstenstrich, der in ihren Händen ist, gegen einen evtl. kombinierten Angriff der Oesterreicher und Bulgaren verteidigen könnten.
Konferenzen in Rom.
»-r- Lugano, 19. Januar. (T. u.) Der italienische Gesandte in Paris Tittoni ist, wie der „B. L.-A." berichtet, vorgestern abend von Rom abgereist, um nach Paris zurückzukehren. Sonnino empfing vorgestern früh den russischen Botschafter und später den Kriegsminister Zuppeli und hat dann mit Salandra konferiert.
»-» Lugano, 19. Januar. (T. U.) Die radikale Partei fordert nach dem „B. T." die Regierung auf, auf einen engeren wirtschaftlichen und finanziellen Ausbau des Vierverbandes zu dringen, insbesondere mit Eng- Kand Abmachungen zu treffen. Italien werde damit der im Interesse der ganzen Entente liegt.Es wäre besser gewesen, wenn Italien seine Intervention im Weltkriege an derartige wirtschaftliche Vorbedingungen - geknüpft hätte.
Die Drangsalierung Griechenlands.
Entente-Ultimat«m an Griechenland?
Nach einer Athener Meldung, die über Kopenhagen kommt, haben England und Frankreich am Montag der griechischen Regierung eine befristete Note überreicht, die verlangt, Griechenland solle binnen 48 Stunden allen diplomatischen Vertretern und Konsuln der Vierbundmächte die Pässe zustellen, widrigenfalls der Vierverband die zur Wahrung seiner Interessen für nötig erachteten Schritte unternehmen werde.
Eine Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor.
„Daily Mail" erfährt aus Saloniki, daß die Engländer am 11. Januar in der Orphano-Bai östlich von Saloniki ansehnliche Verstärkungen gelandet hätten.
Einberufung des griechische« Landsturms?
Wien, 19. Januar. lT. U.) Wie dem „Neuen Wiener Tagblatt" aus Genf gedrahtet wird, sind dort Meldungen eingetroffen, daß der griechische Landsturm einberufen werden wird.
Englands Druck auf die Neutralen.
Holländische Ladungen von den Engländern beschlagnahmt.
Wi Rotterdam, 19. Januar. (T. U.) Die mit den Dampfern „Rhyndam", „Noordam", „Amsterdam", „Noorderdyk" und „Rotterdam" aus Minerita nach Holland bestimmten Ladungen Speck, Schinken, Pökelfleisch und dergl. wurden säurtlich auf Befehl der englischen Regierung an Bord der Dampfer beschlagnahmt, um vor ein englisches Prisengericht gebracht zu werden, obgleich die Waren mit Genehmigung derNiederländifcheu Ueberseetrustgesellschaft gekauft und verschickt wurden und der Speck zum größten Teile für die holländische Armee bestimmt war. Die holländische Regierung protestierte dagegen bei der niederländischen Gesellschaft und bei der englischen Regierung und rief auch die Ber- Mitteluug der amerikanischen Regierung an, um die Freigabe der Waren zu bewirken.
Beschlagnahmte dänische Post.
»-»- Kopenhagen, 19. Januar. (T. U.) Der Generaldirektor der dänischen Post teilt nach dem „B. T." mit, daß die gesamte für Dänemark bestimmte Paketpost auf dem amerikanischen Dampfer „United States" bei der Untersuchung des Dampfers beschlagnahmt wurde.
fitieasanedel
Rußland und das Dardanellenfiasko.
Die jetzt in Rußland bekannt werdende Nachricht von der Dardanellenrämnung, die von der russischen Zensur lange zurückgehalten worden war, macht, wie der „FrM Zta" gemeldet wird, den peinlichsten EindruckRieftch" schreibt, die Räumung Gallipolis bedeute eine ganz überraschend schwere Enttäuschung für das Publikum.
Die serbische Regierung geht nach Frankreich.
Die „Times" erfährt aus, Paris, daß die serbische Regierung sich binnen kurzem in Alx en Provence (etum 20 Kilometer nördlich Marseille) niederlassen wird.
Ueber das Explofronsunglück von Liste
dem das Munitionslager eines deutschen Pionierparks in der Umwallung zum Opfer fiel, berichtet Karl Rosner im „Lokalanzeiger": Um %5 Uhr morgens wurde ich mitsamt dem Bett emporgeschleudert und etwa spannen- breit weiter wieder hingesetzt. Ein Franzose rief mir auf der Straße zu: Ein englischer Flieger hat ein deutsches Munitionsdepot getroffen. Es handelt sich um ein in der Kasematte untergebrachtes Munitionslager einer Pionierabteilung. Aber alles, was im Mittelpunkte der Stadt sich an Zerstörung zeige, sei nichts gegen das grenzenlose Elend, das in den Arbeiterquartieren am alten Südbahnhof angerichtet sei. Der Berichterstatter begab sich selbst auf den Schauplatz der Katastrophe und fand, daß das, was am Tage zuvor noch eine Arbeiter- stadt am Rande Lillcs gewesen war, sich wie mit ungeheuren Schlägen zerstampft darstcllte. Mit Lebensgefahr bargen unsere Pioniere den jammernden Franzosen ihre armselige Habe. Karl Rosner schreibt über die Engländer: In dem schönen Lande haben sie gehaust und Hausen noch wie mißvergnügte, in verbissenem Aer- ger tobende Rohlinge, die nur einen Ehrgeiz darin mchen, Frankreich kein Entsetzen des Krieges zu ersparen.
Las Schicksal der Trabanten der Entente.
In einem Berliner Telegramm der „Frkft. Ztg." heißt es: Montenegro, dieser Zaunkönig unter unseren Feinden, kapituliert bedingungslos und bittet um Frieden. Graf Tisza hat recht: Man darf das Er- eignjis nicht überschätzen,- aber als Symptom ist es wertvoll, abgesehen davon, daß sich im Augenblick nicht klar beurteilen läßt, ob und welche militärischen und eventuell politischen Folgen der Zusammenbruch des Reiches Nikitas haben kann. Ein Symptom ist es und ein immerhin weittragendes Kennzeichen dafür, was Englands und der beiden anderen großen Ententemächte Verbündete für ein Schicksal zu erwarten haben. Serbien, als Ausbruchstelle des Weltbrandes, ist erledigt. Sein König und seine Regierung weilen irgendwo im fremden Lande,- man streitet über den Ort, wo sie sich aufhalten. Belgien, von dem Deutschland nichts anderes verlangt hat als freien Dnrchzug gegen volle Entschädigung, ist seit den ersten Wochen des Krieges in unseren Händen, ein Opfer seiner Kurzsichtigkeit und der Umgarnung durch die englische Politik. So sieht es um die Verbündeten der Ententemächte aus. In den beiden Ländern aber, die sich mit festem und klarem Entschluß an die Seite Deutschlands und Oesterreich-Ungarns gestellt haben, Bulgarien und der Türkei, wehen die Fahnen des Sieges und verheißen Erfüllung nationaler Wünsche. So sprechen die Tatsachen und bedürfen keiner Erläuterung für den, der wissen will, wie es den Staaten geht, die sich auf die Seite unserer Feinde gestellt haben, und wie es denen geht, die ihre Waffen und ihr Schicksal mit uns und unseren alten Verbündeten vereint haben.
Mancher, der scharfsinnig und auf gutes historisches und an das Licht gekommenes geheimes Aktenmaterial gestützt, bewiesen hat, daß Belgien sein Schicksal der eigenen kurzsichtigen Politik und der eigennützigen Freundschaft Frankreichs und Englands verdankt, kann jetzt geradezu wie einer, der Ueberflüssiges getan hat, verlegen werden des miihelosen Nachweises wegen, daß England, dieser Beschützer der Selbständigkeit und Freiheit der kleinen Staaten, der rücksichtsloseste und räuberischste Verderber dieser Staaten ist. Zu diesem Eindruck konuM man ganz besonders, wenn man das Schick- MMMWMWWMMMMMMM
Englands an ihrer Kehle spüren, und wenn man aus den täglichen Nachrichten das Griechenland zugedachte Schicksal erkennt, dieses Landes, dessen König nur die eine so berechtigte Polstik gehabt hat, sich und sein Volk von dem Kriege fernzuhalten. Unter Englands Führung und Frankreichs Beistand wird Griechenland vergewaltigt. Der Einbruch in Saloniki und feine Umgebung war nur ein Vorspiel: es ist auf mehr abgesehen. Der König und die Regierung sollen gezwungen werden, sich auf die Seite der Entente zu stellen, oder es droht ihnen, daran ist kaum zu zweifeln, Staatsstreich oder Revolution, eine Revolution, bei der wohl auf die Hilfe und Führung von Veniselos gerechnet wird. Nach allem, was man aus den durch einen glücklich aufgefischten Depeschensack bekannt gewordenen englischen Briefen und Berichten erfahren hat, kann ja über die letzten Absichten, auch soweit sie den König Konstantin betreffen, kein Zweifel sein.
Etwas anderes ist es natürlich, ob diese Hoffnungen und Absichten der Ententemächte sich erfüllen werden. Da handelt es sich um Entwickluugeu, die mit einiger Sicherheit vorauszusehen wohl kaum möglich ist. Es läßt sich schwer beurteilen, was der König und die Regierung aus eigener Kraft tun können, und ebenso schwer beurteilen, nach welcher Seite durch revolutionäre Umtriebe das Land gerissen werden kann. Bis auf weiteres darf man annehmen, daß der König noch Herr- seiner Entschlüsse ist und sich auf seinen Generalstab und die Offiziere und wohl auch auf den größten Teil der Armee verlassen kann. Vor allen Dingen aber werden die militärischen Ereignisse, die sich, unabhängig von dem, was in Griechenland jetzt vorgeht, in absehbarer Zeit um Saloniki abspielen werden, einen entscheidenden Einfluß auf die weitere Entwicklung der Dinge in Griechenland haben. Es wird eine Seit kommen, wo es in den täglichen Berichten unserer obersten Heeresleitung nicht mehr lautet: „Vom Balkan, nichts Neues".
Vermischtes.
Bier Opfer von Gasvergiftungen. Der Inhaber des ersten Wiener Cafees in Chemnitz, Paul Gaedke, und seine Frau sind in ihrem Zimmer tot aufgefunden worden. Der Tod ist durch Gasvergiftung eingetreten. Eine andere schwere Gasvergiftung hat sich in Groß- Schachwitz bei Dresden zugetragen. Dort wurde die Frau des Fräsers Fischer nebst ihren beiden jüngsten Kindern durch Gas vergiftet aufgefunden. Die Mutter und das achtjährige Mädchen waren bereits tot, während der fünfjährige Knabe ins Leben zurückgerufen werden konnte. Wie das Unglück sich zugetragen hat, konnte bisher noch nicht aufgeklärt werden.
Eine gute Auregung findet sich in einer der letzten Nummern der bekannten „Dorfkirche". Man bat viel über die Ehrung der gefallenen Helden nachgedacht. Für kleinere Ortschaften dürfte die sinnigste Ehrung folgende sein: An dem Hause, aus welchem der Gebliebene ausgezogen ist, bringt man aus haltbarem Material an sichtbarer, aber möglichst geschützter Stelle ein Kreuz an, das die Form eines eisernen Kreuzes hat. In dieses Kreuz setzt man eine Inschrift, kurz, aber zureichend, etwa so: Aus diesem Hause starb 1915 den Heldentod fürs Vaterland Karl Müller geboren am......gest am . . . - in ... . Diese Kreuze haben, was fürs Vaterland besonders micOtta ist. etwas Persönliches an sich.
Deutsche Heldenlaien.
Ende September 1914 führte Jäger Kunze aus Hohnstadt, Amtshauptmannschaft Grimma, von einem sächsischen Jägerbataillon eine Patrouille gegen den etwa 400 Meter vom eigenen Schützengraben entfernten Feind. Mit zwei Begleitern entfernte er eine Strohfeime,- gerade in dem Augenblick, als die eigene Artillerie die feindlichen Gräben unter wirksames Feuer nahm. Von der Feime aus streckte er mehrere flüchtende Franzosen sowie einen Radfahrer nieder. Von dem erhöhten Punkte aus bemerkte er etwa 200 Meter vorwärts hinter einem Kleehaufen eine Gestalt, die er für einen toten Franzosen hielt. Nachdem er zunächst bei feinem Bataillon die Erlaubnis zur Feststellung der Regimentsnummer jenes vermeintlichen Franzosen eingeholt hatte, kroch er in Heftigem feindlichen Gewehrfeuer unter Ausnutzung von Wasserfurchen und eines verlassenen Schützengrabens vor. Statt des erwarteten Franzosen fand er jedoch einen schwer verwundeten deutschen Infanteristen, der dort, wie sich Herausstellte, Bereits drei Tage hilflos gelegen hatte. Durch kräftige Massage ge« laug es Kunze, den Bewußtlosen so weit zu ermuntern, daß er sich mit seiner Hilfe bis zu unserm Graben zurückschleppen konnte. So rettete Kunze einen Kameraden vor sicherem Tode. Als wohlverdienter Lohn für sein unerschrockenes Verhalten ward ihm außer seiner Ernennung zum Oberjäger das Eiserne Kreuz 2. Klasse zuteil.
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Am 7. 9. 1914 im Gefecht bei Vitry wurde die 3. Kompagnie aus ihrer vom Feinde unaufhörlich mit schwerem Artilleriefeuer belegten Stellung herausgezogen, um weitere Verluste zu vermeiden. Die Kompagnie bezog eine neue Stellung 200 Meter weiter rückwärts. Die französische Infanterie folgte und besetzte den gegenüberliegenden Rand einer Anhöhe. Zwischen der eigenen und der feindlichen Linie lagen noch einige deutsche Verwundete. Jeder Versuch, sie zu bergen, wurde durch das feindliche Feuer verhindert. Da erbot sich Soldat Kurt Fröhlich aus Leipzig freiwillig zu dem Versuch, die leibenden Kameraden in Sicherheit zu bringen. Bei Beginn der Abenddämmerung kroch er mit dem ersten Verwundeten, der einen Kopfschuß erhalten hatte, zurück. Sofort machte er sich ein zweites Mal auf. Es war ein lebensgefährliches Unterfangen, an den nächsten Verwundeten heranzukommen, da das Gelände dauernd unter Feuer lag. Plötzlich hörte Fröhlich leise Stimmen. Es war eine sich nahende französische Patrouille. Er blieb ruhig liegen und stellte sich tot. Er bewegte sich nicht. Schließlich nahm ihm die feindliche Patrouille seine Uhr ab, ließ ihn liegen und entfernte sich wieder nach dem französischen Schützengraben zu. Fröhlich wartete noch eine Zeit und k.och dann weiter vor. Nachdem er weitere 200 Mtr. mühsamen Weges zurückgelegt hatte, fand er den Kamera- den, nach dem er gesucht hatte, schon tot vor. Auf demselben gefahrvollen Wege gings dann zur Kompagnie zurück. Fröhlich, der sich auch sonst während des Feld- zuges wiederholt ausgezeichnet hat, ist inzwischen zum Unteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden.
Verblüffen belgischer Franktireure.
Unteroffizier Arno Weller, 2. ESkadr. eines Re- ferve-Dragoner-Regiments aus Wi:.an bei Zwickau i. S. wurde Ende August 1914 bei einem Patrouillenritt in Mecheln, nachdem ihm teilt Pferd unter dem Leibe von Bewohnern des Ortes erschossen worden war, gefangen genommen. Er wurde aller Waffen entblößt und unter Schlägen und Beschimpfungen in ein Haus gesperrt. In dem Zimmer fand er zwischen verschie- $ir»Ä« »»^^ durch die Hintertür zu suchen. Auf dem Flur stürzten ihm sofort Männer entgegen, auf die er die Pistole richtete. Erschreckt ließen sie von ihm ab und es glückte ihm, durch die leicht verschlossene Hintertür, die er ein- stieß, zu entkommen. Draußen ang'.lang., rannte er durch die Gärten zum Kanal. Passieren war aber un- nwalich, da ein feindlicher Posten am jenseitigen Ufer Wache hielt. Er mußte zwei Stunden in einem Graben versteckt ausharreu, bis er unter dem Schutze der Dunkelheit den Graben durchschwimmen konnte. Die Unaufmerksamkeit eines zweiten Postens ließ ihn nun völlig die Freiheit erlangen. Tags daraus kehrte er zur Truppe zurück. Die Meldung über sein Entfliehen gab dem Regiment die erste Kunde von der Besetzung Mechelns,- sie brächte außerdem als Belohnung dem Wackeren das Eiserne Kreuz ein.
Eine mutige Tat.
Die 2. Batterie Feldartillerie-Regimerst Nr. 68 stand unter starkem Feuer feindlicher Artillerie schwersten Kalibers. Eine der 28 Zentimeter-Granaten des Gegners ging blind und blieb dicht hinter einem Geschütz liegen. Die Geschützbedienung geriet hierdurch in große Gefahr, von den Geschoßieileu zerrissen zu werden, denn das Geschoß hätte durch Austreffen einer anderen Granate 'zur Explosion gebracht werden können. In diesem Augenblick sprang Unteroffizier Rock aus Kramsk, der über besonders große Kö'werkräste verfügt, herzu. Er stemmte das zentnerschwere Geschoß auf die Schulter, lies zum Ufer des in der Näge vorbeifließenden Flusses und warf die gefährliche Last ins Wasser.
Weitere Drahtnachrichten.
Haeselers 80. Geburtstag.
Berlin, 19. Januar. (Privattelegr.) Aus allen Artikeln, die dem Feldmarschall Grafen Haeseler an seinem heutigen 80. Geburtstag gewidmet werden, geht hervor, daß Haeseler zu den volkstümlichsten Erscheinungen gehört. Ein gutes Geschick hat ihm, wie der „Lokalanzeiger" schreibt, gestattet, die Ernte zu sehen, die er während feiner langen Dienstzeit in das Heer gesät bat. Er war der Abgott seiner Soldaten. Die Franzosen pflegten ihn seit seiner Lothringer Zeit nicht ohne Grübeln zu nennen. In der „Freist Ztg." beißt es: Der Organisator unserer Jugendwehr, die mit tiefster Verehrung zu ihrem Meister aufblickt, hält mit Worten höchsten Lobes für die im Kriege bewährte Tapferkeit der Jung Mannschaften nicht zurück. Es ist der höchste Wunsch des greisen Helden, noch viele ruhmreiche Taten der jungen Generation miterleben zu können.
Von der Kaukasusfront.
Konstantinopel, 18. Januar. (WTB.) DaS Hauptquartier teilt mit: Mit der Kankamsfront wurden die Russen, die bedeutende Verluste erlitten haben, gezwuu- aeu, ihre Angriffe auf der ganzen Front einzttstelle«. Die Lage ist günstig. Sonst nichts Neues.
Eine neue Note an Oesterreick-Ungar«.
t-^ Rotterdam, 19. Januar lT. UK Der „New- Nork Herald" erfährt nach dem „B. L.-A." aus Washington die amerikanische Regierung bereite eine Note an Oesterreich-Ungarn vor, worin dagegen protestiert wird, daß ein U-Boot von dem amerikanischen Peiroleumschifs „Petrolia" im Mittelländischen Meer sich Vorräte f Oel geholt habe.