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Amtlicher Anzeiger ^M^ für den Kreis Hersfeld

Bezugspreist vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei ,Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Äreisölntt

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder- ' holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags. ,

Nr. 12.

Sonnabend, den 1? Januar

1916

Amtlicher Teil

Hersfeld, den 7. Januar 1916.

In letzter Zeit sind wiederholt Anträge auf Er­teilung von Versicherungsfreikarten gemäß § 1239 Reichs-Versichetungs-Ordnung dahier gestellt worden, welchen nicht entsprochen werden konnte, weil die­selben mangelhast waren, d. h. nicht die nach der Vor­schrift erforderlichen Angaben enthielten.

Indem ich die Herrn Orts- und Gutsvorstände des Kreises auf die im Kreisblatt Nr. 21 vom Jahre 1900 veröffentlichte Bekanntmachung des Herrn Reichs­kanzlers vom 24. Dezember 1899 erneut Hinweise, er­warte ich, daß dieselben künftig genan beachtet werden. Alle Anträge auf Befreiung von der Versicherungs­pflicht und Ausstellung von Versicherungsfreikarten sind diesen Bestimmungen entsprechend in allen Fällen nach dem unten stehend abgedruckteu Muster einzu- reichen. Insbesondere darf die vorgeschriebene Be­scheinigung niemals fehlen. Für jede beantragte Ver­sicherungsfreikarte ist ein Gebühr von 5 Pfennig mit- einzusenden.

Königliches Versicherungsamt.

Der Vorsitzende:

J. V. Nr. 15. I. V.:

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 13. Januar 1916.

Dem Landwirt Konrad Schenk in Gershausen habe ich gemäß § 58 der Bundesratsverordnung über die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl vom 28. Juni 1 '45 das Recht der Selbstver­sorgung entzogen, weil er bei der Angabe der Ge­treidevorräte am 16. November 1915 größere Vorräte verschwiegen und sich dadurch als unzuverlässig er­wiesen hat. Die verschwiegenen Vorräte werden nicht bezahlt. Außerdem wird der gesamte Getreideüber­schuß fortgenommen.

K. G. 84. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Verzeichnis

derjenigen Personen, welche Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht für das laufende Jahr auf Grund des § 1239 R. V. O. gestellt haben.

Hersfeld, den 13. Januar 1916.

Dem Landwirt Justus König in Gershausen habe ich gemäß § 58 der Bundesratsverordnung über die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl vom 28. Juni 1915 das Recht der Selbstver­sorgung entzogen, weil er bei der Angabe der Ge­treidevorräte am 16. November 1915 größere Vorräte verschwiegen und sich dadurch als unzuverlässig er­wiesen hat. Die verschwiegenen Vorräte werden nicht bezahlt. Außerdem wird der gesamte Getreideüber­schuß fortgenommen.

K. G. 83. Der Landrat.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Bus der Heimat

* (Gewinne aus Kriegslieferungen > ind ebenfalls zur Einkommensteuer heranzu- ziehen.) Aufwendungen für wohltätige und gemein­nützige Zwecke (Vereine, Rotes Kreuz, Liebesgaben usw.) sind von dem Einkommen nicht abzusetzen. Die von vielen Steuerpflichtigen vertretene entgegen­stehende Ansicht ist irrig. Wir machen die Steuer­pflichtigen mit besonderem Nachdruck auf die jetzige Streuereinschätzung aufmerksam. Eine Verschweigung der Kriegsgewinne könnte sehr unliebsame Folgen nach sich ziehen.

Laucha, 11. Januar. Ein Lehrling der hiesigen Druckerei, der in Kirchscheidungen Gelder einkassiert hatte, sollte von zwei unbekannten Männern über­fallen, seiner Barschaft beraubt und im Gesicht ver­letzt worden sein. Wie sich aber herausgestellt hat, beruhen die Angaben des jungen Mannes aus Un­wahrheit. In die Enge getrieben, gab der Bursche der Polizei schließlich zu, die angeblich geraubten 43 Mark in der Nähe eines Kirschbaumes vergraben zu haben. Tatsächlich wurde das Geld wieder zur Stelle geschafft. Die nicht unbedeutenden Verletzungen hatte er sich durch Glasscherben selbst beigebracht.

Durch die Lupe.

Ein Stückchen Zeitgeschichte in Versen.

Vor- u. Zu- S Zunahme (bei . Frauen auch A Geburts­nahme)

Wohnort

Haupt­beruf

Hersfeld, den 13. Jastuar 1916.

Dem Landwirt Bernhard Faulhaber in Gershausen habe ich gemäß § 58 der Bundesratsverordnung über die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl vom 28. Juni 1915 das Recht der Selbstver­sorgung entzogen, weil er bei der Angabe der Ge­treidevorräte am 16. November 1915 größere Vorräte verschwiegen und sich dadurch als unzuverlässig er wiesen hat. Die verschwiegen"" m-"-^»^^

Triumphierend muß empfinden es in Deutsch­land jedermann, daß man jetzt sogar in England sich auf das Rezept besann, das man zu Beginn des Krieges dort gelästert nnd geschmäht und erst jetzt erkennen lernte als es hierzu reichlich spät. Ach, wie hat beim Kriegsbeginne doch Herr As- quith prophezeit, daß man nicht an Frieden denke eh' die Welt man nicht befreit von dem deutschen

schütz fortgenommen.

K. G. 82.

Der Landwirt.

v. H edem'a n^n, Reg.-Assessor.

Urschriftlich dem

Königlichen Versicherungsamt in

Hersseld

mit dem Antrag auf Erteilung der Versicherungssrei- karten für die vorstehend bezeichneten Personen vor­gelegt. Die Gebühren im Gesamtbetrage von . . . Pfg. sind beigefügt.

Zugleich wird hiermit bescheinigt:

a) daß die Antragsteller in der Hauptsache ihren Lebensunterhalt als Betriebsunternehmer oder anderweit selbständig erwerben, bezw. ohne Lohn oder Gehalt tätig sind,

b) daß für dieselben nicht bereits 100 Wochenbeiträge entrichtet sind oder zu entrichten gewesen wären, wobei Krankheitswochen rc. anzurechnen sind,

e. daß anzunehmen ist, die Antragsteller werden im lfö. Jahr entweder zu bestimmten Jahreszeiten in nicht mehr als 12 Wochen, oder zwar zu be­liebigen Jahreszeiten aber nicht mehr als ins­gesamt an 50 einzelnen Tagen Lohnarbeit über­nehmen.

..........den..........191... .

Der. Bürgermeister: (Siege lj - ......,.............

Hersfeld, den 12. Januar 1916.

Ich habe die Schließung der Mühle des Müllers Heinrich Schornstein in Gershausen, die wegen Un- zuverlässigkeit schon einmal erfolgen mußte, ange- ordnet, weil sich der Inhaber in der Befolgung der ihm durch die kriegswirtschaftlichen Verordnungen auferlegten Pflichten erneut als durchaus unzuver-

lässig gezeigt hat. K. G. 77.

Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 12. Januar 1916.

Gemäß § 8 Absatz 3 des Reglements zur Ausfüh­rung des Reichs-Jmpfgesetzes vom 4. März 1875 Amtsblatt Nr. 18 ersuche ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises, mir das vorgeschriebene Verzeichnis derjenigen, noch nicht geimpften Kinder, welche in dem Gemeinde- oder Gutsbezirke nicht ge­boren sondern dahingezogen sind, bis zum 30. ds. Mts. bestimmt einzureichen.

Fehlanzeige ist erforderlich.

502. Der Laudrat.

^ B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Biebseuchenpolizeiliche Anordnung.

Auf Grund der §§ 18 ff. des Viehseuchen-Gesetzes vom 26. Juni 1909 Reichsgesetzblatt No. 519 wird mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen nnd Forsten folgendes bestimmt:

§ 1.

Die Biehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 11. 9tDt)ember 1915 Kreisblatr No. 268 wird auf­gehoben, nachdem die Maul- und Klauenseuche in Meklar und Tann erloschen ist.

§ 2.

Diese Anordnung tritt sofort in Kraft.

Hersfeld, den 13. Januar 1916.

Der Landrat.

drum gebieten wo gleich für alle Zeit ein Halt. Jetzt, nach kaum zwei vollen Jahren, ist man schon so weit gediehn, daß sich Englands Staatenlenker selbst um diesen Geist bemühn. Allerdings nach Britenweise nimmt das Maul man wieder voll, ohne viel daran zn denken wie die Sache klappen soll; vor der Welt nnr will man zeigen, daß man Herr im eignen Haus, hinter den Kulissen freilich sieht die Sache anders aus. Ruhig und mit kaltem Blute sieht in Deutschland jedermann sich Herrn Asquiths Wehr- pflichtsposse beinah mit Vergnügen an. Denn es ist doch selbstverständlich und bedarf der Worte nicht, daß, wenn England dadurch wirklich einige Soldaten kriegt, diese kaum zu Heldentaten große Lust verspüren täten, wären sie nicht sonst schon lange als freiwillig angetreten? Helden­mut und Heimatliebe müssen angeboren sein, niemand trichtert durch Gesetze sie den Landes­kindern ein, England mag sich noch so mühen, es wird doch ins Unglück laufen; selbst derganz neutrale" Wilson kann ihm sowas nicht verkaufen!

Walter-Walter.

Verzeichnis

der bei L. Pfeiffer Depositenkasse Hersfeld zu Hers­feld weiter eingegangenen Spenden, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:

Zahlung

Für das Rote Kreuz

von K. H.

aus Sammelbüchsen

von Herrn Joh. Fink, Gershausen

Mk.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 10. Januar 1916.

Dem Vernehmen nach soll Scharlach und Diphtherie im Kreise epidemisch aufgetreten sein.

Ich nehme Veranlassung, den Haushaltungsvor- stünden die sofortige Anzeige der ansteckenden Krank­heiten bei der Ortspolizeibehörde nachdrücklich zur besonderen Pflicht zu machen.

Wer die Anzeige unterläßt, wird gemäß § 35 des Gesetzes betreffend die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten iwm 28. August 1905 mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit entsprechender Haft bestraft.

i. 290, Der Landrat.

V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 12. Januar 1916.

Unter Hinweis auf § 89 der Landgemeinde­ordnung veranlasse ich die Herren Bürgermeister der Landgemeinden des Kreises, den Gemeindevoranschlag umgehend aufzustellen und mir bis spätestens zum 1. März 1916 in zwei Ausfertigungen mit einer Abschrift des Gemeindebeschlusses über die znr Erhebung ge­langenden Umlagen vorzulegen.

Icherwarte auf das Bestimmteste, daß die Auf­stellung des Voranschlags Sachgemäß und genau er­folgt. Wesentliche Abweichungen gegenüber den Be­trägen des vorjährigen Voranschlags sind in Spalte Bemerkungen zu begründen.

Trotz des alljährlichen besonderen Hinweises dar­auf, daß der Voranschlag erst nach erfolgter Offen- legung durch die Gemeindevertretung bezw. Gemeinde- Versammlung festzustellen ist, ist diese Bestimmung in den letzten Jahren nicht überall beachtet worden. Ich erwarte, daß ich bei der demnächstigen Prüfung Verstöße gegen diese Bestimmung nicht zu rügen brauche.

Der Vorsitzende des Kreisansschnsses.

J. A. No. 349. J. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Ungenannt Telefongebühren

Ungenannt, Heimboldshausen

Herrn Dr. Abraham, Viersen Loßdörfer, Hillartshausen

Erlös aus Postkarten durch Herrn Apotheker

//

o. 45.19

3. 20. 18. 37

50.

//

Becker

Aehrenlesen der Schulkinder in Schenklengsfeld

21.60

30.-

»tt. 234.79

bisheriger Bestand 2 241.33

davvon weiter verausgabt heutiger Bestand

Für die Krieger im Felde Zahlung von Frau Oberlehrer Wettberg, Hersfeld

Herrn Bürgermeister in

Kerspenhausen

Ungenannt

Uebertrag von Konto Rotes Kreuz

bisheriger Bestand

davon verausgabt heutiger Bestand

Mk. 2 476.12

1289.

Mk. 1187.12

Mk.

10.

20.

5.- 250.

2 518.03 Mk. 2 798.03 2074.01 Mi7"' 754.02