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Zahresklaffe 1917 in Frankreich.

In der Zeit vorn 5. bis zum Januar wird jetzt, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben wird, in Frankreich bereits die Jahresklasse 1917 zur Vorbereitung dergroßen Offensive" einbernsen. Es sind dies die im Jahre 1897 Geborenen, deren Zahl be­kannt ist. Insgesamt hat Frankreich im Jahre 1897 eine Anzahl von 818 000 Geburten anfznweisen gehabt, von denen 367 000 Knaben waren. Wenn man die Sterblich­keit in Frankreich bis zum 18. Lebensjahre berücksichtigt, nach der von 1000 lebend geborenen Knaben nur 730 die Altersgrenze von 18 Jahren überschreiten, dann ergibt sich daraus, daß die Jahresklasse 1917 ungefähr 355 000 Mann stark ist. Auf große Abgänge durch Un­taugliche und für Hilfsdienste Eingezogene wird man nicht mehr rechnen können. öa die Grundsätze des neuen Kriegsministers General Galliern derartige Berminoe- rungen -esHeeresersatzes nicht begünstigen. Schon früher war die Grenze der Unmöglichkeit im französischen Heere sehr weit gesteckt worden, und jetzt, bei dem großen Mangel an Mannschaften, gibt es nach Ansicht der sran- zösischen FachIeukeUrrta»gliche fast überhaupt nicht mehr. Da auch alle Begünstigungen durch Abgeordnete und w weiter angeblich fortfallen, so dürfte die Jahresklasse 1917 das französische Heer um rund 250 000 Mann vermehren. Es ist ein kleiner Ersatz, der kaum die Verluste der letzten großen mißglückten Offensive Frankreichs ausgleicht. Es kommt dazu, daß das französische Offizierkorps bisher Gesamtverluste von fast 35100 Mann erlitten haben soll. Mit der Einberufung der Jahresklasse 1917 macht die völlige Verblutung Frankreichs weiter reißende Fort­schritte, da Frankreich nicht in Wm Maße von Bevölke­rungszuwachs begünstigt ist, w e Rußland und sogar England. Man bedenke, daß die Bevölkerungszunahme in Frankreich seit dem Friedensschluß im Jahre 1871 kaum 1 Millionen Mewcben berrug, während die Be­völkerung in Deutschland um 35 Millionen Meirichen im selben Zeitraum zutiabm. Da die Verluste Frank­reichs bisher 1 Million Menschen bei weitem über- steigen, so ist die Bevölkerung Frankreichs heute bereits wieder auf dem Standpunkte angelangt, auf dem sie im Jahre 1870 war. Diese Berblnnmg des Landes kann durch keinen Sieg wieder gut gemacht werden, von dem heute der Vierverband vielleicht noch zu träumen wagt.______________________________ (&>

Beginns vor Salomki ein Zlelluvgskmg?

Der französische General Cherfils erklärte jungst, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben wird, daß vor Saloniki mit dein Beginn eines Stellungs­krieges zu rechnen sei. Die Franzosen und Engländer beabsichtigen darum, vor Saloniki allmählich eine Front zu schaffen, die völlig luiüberwhiiüidi sei. Die eigenar­tigen politischen Verhältnisse, die ourw den Einfall der Vierverbandstrupven in ein völlig neutrales Land ge- schaften wurden, haben, vie wir schon ausführten, mit sich gebracht, dar; untere verbündeten Truppen den gro­ßen Sieg von Toiran nicht nur durch eine unerbittliche Verfolgung der flüchtenden Engländer und Franzosen ausnutzen konnten. Die Rücksichten, welche unsere Trup- pen auf Griechenlands Neutral'.tüt nahmen, brachten den Vierverbandstruppen einen so beträchtlichen Zeit­gewinn zur Erneuerung ihrer Streitkräfte, wie ihn sonst nur der Schutz einer befestigten Front oder eines Fe- ünngSraurrres gewährt. Nun wckien wir, daß die Englän­der und Franzosen die Zeit gut ausgLnutzt haben, um sehr starke Befestigungswerke am Laufe des Warsarflusses

nrnd östlich ? da von bis ymauf rmch Dolrani auzr'legeu. .Von Topciu west-norörvestlich von Saloniki bis nach Langaza, nordöstlich von Saloniki, bildete sich eine sehr starke französische Front, die bereits in geringer Em- fernung nördlich von Saloniki errichtet worden ist. Eine zweite,-Front befindet sich weiter nörDlich, die von Karasnli, das gradenwegs nördlich von Topciu liege, nach Osten bis ungefähr in den Scaum von Nigrita führt. Das ganze Zwischengelände zwischen diesen beiden Li­nien ist gleicherweise stark befestigt worden. Die Eng­länder und Franzosen sollen sogar die Absicht haben, hier in diesem langgestreckten Rectneck ein umfangreiches strategisches Eisenbahnnetz zur Verschiebung der Truppen sanzulegen. Wir hören auch, daß in Orphani weitere Truppeumassen gelandet worden sein sollen. Diese Truppen, die südlich das Tachino-Sees an Land ge­schafft wurden, kommen für die Verstärkung der rechten Flanke der Vierverbandstruppen in Betracht. Wenn tat­sächlich vier von den Vierverbnidsmächten die Durch­führung eines Stellungskrieges beabsichtigt ist, so läßt sich der Zweck dieses ganzen Unternehmens jetzt überhaupt : nicht mehr einsehen. Der Versuch, über Saloniki Serbien zu Hilfe zu kommen, war durchaus verständlich. Nach­dem aber dieser Plan an dem Widerstände der Bulgaren scheiterte, war schon in dem größten Teile der neutralen Presse die Frage aufgetaucht, was die Vierverbands- trnppen nun noch in Griechenland sollten, da niemand aunehmen konnte, daß die Rücksichtslosigkeit des Bier- verbandes soweit ginge, ein neutrales Land länger als durchaus notwendig zu belästigen. Mit der Eröffnung eines Stellungskrieges verzichtet der Bierverband selbst auf ein weiteres Vordringen noch Norden zur Be­freiung Serbiens. Es bleibt also nur noch jetzt allein als Absicht zu erkennen, das neutrale Griechenland auch weiterhin ohne jede innere Notwendigkeit als Kriegs­schauplatz zu behandeln. Denn wenn der französische General darauf hinrveist, daß die Front vor Saloniki niemals von den Bulgaren werde erobert werden können, so können wir nur ohne die Frage der Be­rechtigung dieser Behauptung überhaupt zu prüfen - darauf entgegnen, daß unsere verbündeten Truppen nie­mals die Absicht gehabt haben. gegen Saloniki vor- zurücken, da es sich hier um ein befreundetes Land handelt. DieVerteidigung" von Saloniki durch Engländer und Franzosen ist darum ebenso unverständlich wie die Vor­stellung des französischen Generals, daß sich der Vier­verband hier wird behaupten können, (Z.)

£ 111,111 " '" ' ' II. ................... .............

Unsere Zugendwehr.

Die Notwendigkeit einer Jugendwehr wird heute niemand bestreiten wollen oder bestreiten können. Sie hat die Aufgabe, die Jugend körperlich tüchtig und leistungsfähig zu machen, Selbstvertrauen, Mut, Ent­schlossenheit, Selbstverleugnung zu entwickeln und zur umsichtigen, beharrlichen Ausdauer, zu Gehorsam zu. er­ziehen und den Sinn für Kameradschaftlichkeit und Hilfs­bereitschaft zu wecken und zu pflegen, mit einem Wort, die Grundlagen zur allgemeinen Tüchtigkeir und zum Dienste fürs Vaterland zu legen. So soll die Jugend- wehr eine unmittelbare Vorbereitung stir den Dienst im Heer und in der Marine werden.

Als die Hauptausgabe für die militärische Vorberei­tung der Jugend durch die Jugendwehr bezeichnet das Kriegsministerium die sorgfältige Durchbildung aller Kräfte des Kriegers und damit zugleich die Stählung des Willens.

Es handelt sichj wie wir hieraus ersehen, bei der Jugendwehr nicht nur um eine sportliche Veranstaltung,

sondern um ein allgemeines vcueriMMsMs unternehmen, das die ganze Station angehen muß. Wer darum sein Vaterland lieb hat, wer es nicht wünschen rann, daß unsere Feinde über uns triumphieren, und Deutschland zerschmettern, wer ein Interesse hat an unserem end­gültigen Sieg, der muß auch ein Interesse an der Er- tüchtigung unserer Jugend und an der Organismen, die diese Ertüchtigung herbeiführen soll, haben. Jeder Dentsche müßte in sich eine Verpflichtung zur Mitarbeit an den Aufgaben der Jugendwehr fühlen. Insbesondere müssen sich die Eltern, die Lehrherren, die Lehrer, die Arbeitgeber und alle, die einen Einfluß auf ine Jugend haben, sich ihrer Pflicht, die Jugendwehr tatkräftig zu Unterstufen, stets bewußt sein.

Die hohen Aufgaben oer Jugendwehr lassen sich nicht von heute auf morgen lösen. Wie auf anderen Gebieten, so gibt es auch hier ohne Mühe und Arbeit keinen Erfolg. Notwendige Voraussetzung hierfür ist, daß alle Be­teiligten von einer heiligen Begeisterung, die zu den höchsten Opfern bereit ist, von einer heiligen Be­geisterung für das Vaterland durchdrungen sind.

Vor allem muß auch die Jugend zeigen, daß sie den Ernst der Zeit erfaßt hat und zu Opfern bereit ist. Wer die sonntägigen Uebungen der Jugendwehr regel­mäßig besucht, verdient unsere Anerkennung. Es ge­nügt aber nicht, wenn nur 1520 Prozent der reiferen Jugend der Jugendwehr angehören und 8085 Prozent mit dem Ton zier stock in der Hand und der Zigarette im Mund durch die Straßen schlendern, während die Alreis- geuoffen zur Uebung ins Gelände hinausziehen. Wenn man nach den Gründen forscht, die diese jungen Leute von dem Eintritt in die Jugeugwehr abhalten, staunt man über ihre Unkenntnis und die Oberflächlichkeit ihres Denkens. Einen triftigen Grund zu seinem Fernblei­ben vermag auch nicht ein einziger anzugeben. Der erste befürchtet, es kostet rabei 31t viel Schuhe, der zweite will seine Vergnügen am' Sonntag nicht entbehren, der dritte weiß nicht, worum es sich handelt und wo er sich an­melden soll, und der vierte hat keinen Spaß an Wnbcn Dingen. Den meisten fehlt es an der nötigen Einsicht. und an dem guten Willen.

Daraus ergibt sich für alle, die einen Ein; ruß aus die Jugend haben, eine Verpflichtung, die Jugend zu be­lehren, aufzuklüreu und mit allen Mitteln auf sie eiuzn- wirken, daß sie ihre Aufgabe in dieser ernsten Zeit er- kennt, der Jugendwehr oeitritt und alle Kräfte des Körpers und des Geistes übt und misbildet, damit die deutsche Wehrkraft das höchste Maß der Vervollkomm­nung und der Leistungsfähigkeit erreicht.

Niemand sollte sich dieser Verpflichtung entziehen. Die Jugendwehr beruht auf der Freiwilligkeit. Das sollte unsere Jugend zu schätzen wissen und sich freiwillig einer großen und schönen Sache hingeben, anstatt zu sagen: wenn ich einmal oazn gezwungen werde, dann ist es noch Zeit. Wer sich ganz auf den Zwang verläßt, der verkennt den Zweck der Jugendwehr. In den eben erwähnten Erläuterungen des Kriegsministeriums heißt es ausdrücklich:Auf keinen Fall darf die mili­tärische Vorbildung der Jugend der eigentlichen Mkru- tenausbildung des Heeres vorgreifen." Die Jugeno- wehr soll nur die allgemeinen notwendigen Grundlagen liefern, und jeder, der der Jugendwehr angehorr hat, wird sicher beim Eintritt in den militairifchen D enn den Vorteil einer guten KöHerausbildung enStiidan

Unsere Jugend bedeutet unsere Zukunft. Auch nach diesem Kriege muß unsere Jugend leistungsfähig sein, damit sie in dem wartschaftlicheu Kampfe der Nationen bestehen und zu brauchbare» Staatsbürgern werden, oc- neu Deutschland über alles in '»er Welt geht.

6ÄS Zwangsoerftelgerung.

Bitte um rechtzeitige Be­stellung.

J. H. Otto.

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M 13. März 1916, hormitla^ 9 M durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Zimmer Nr. 5 versteigert werden.

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