Hersfelder Tageblatt
Amtlicher Anzeiger
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für den Kreis Hersfeld
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Nr. 10
Donnerstag. den 13. Januar
1916
Amtlicher Zeit
Hersfeld, den 22. Dezember 1915.
Nachstehend veröffentliche ich das Ergebnis der am 22. Dezember 1915 stattgehabten Kreistagssitzung.
Punkt 1 der Qagesoränung.
Die Prüfung der Verhandlungen über die diesjährigen Ergänzungs- und Neuwahlen für den Kreistag gab zu Beanstandungen keinen Anlaß.
Es wird einstimmig beschlossen, diese Wahlen für gültig zu erklären.
Punkt 2 der Tagesordnung.
Nachdem dem Kreistag von dem Ergebnis der Rechnungsprüfung Kenntnis gegeben war, insbesondere auch von der Erledigung der Revisionsbe- merkungen, soweit eine solche zu geschehen hatte, wurde die Kreiskommunalkassenrechnung vom Rech-
nungsjahr 1914 auf eine Gesamteinnahme von und Gesamtausgabe von
1.095625,61 Mk.
1.084230,58 „
mithin auf einen Kassenbestand von 11395,03 Mk- wörtlich: „Elftausenddreihnndertfünfundneunzig Mark 03 Pfg." festgestellt und dem Kreiskommunalkassen- rendanten Entlastung erteilt.
Die Ueberschreitung der Titel ll. lll. V. VII. VIII. x. XL xii. und XIV. der Ausgabe wird genehmigt, znmal in den Einnahme-Titeln 1. bis in. V. VI.. VIII. X. und XL Mehreinnahmen gegenüberstehen.
Von dem Kreisausschuß ist vorgeschlagen worden, die Betriebsüberschüsse aus dem Rechnungsjahre 1914 im Gesamtbetrage von 27108,06 Mk. wie folgt zu verwenden :
1) 3500 Mk. für Gründung einer Volksbibliotheks- Einrtchtung. Dieser Betrag sollte nach einem Beschluß des Kreistags vom 21. März 1914 bereits in den Etat für 1915 eingestellt werden. In Anbetracht des Kriegszustands und der Knappheit der Mittel ist aber vorerst davon Abstand genommen worden. ^M^M^WWM^^WWWUWMWMW bis auf Weiteres noch Abstand genommen werden, soll demnächst der Betrag für Kriegszwecke mit verwendet werden.
2) 1500 Mk. zur Bestreitung der Kosten, welche durch Beseitigung einer Böschungsrutschung am Landweg Kohlhansen-Roßbach entstanden sind.
3) 3800 Mk. für die Herstellung eiserner Geländer am Landweg Friedewald-Widdershausen undHeringen- Höhnebach, an Stelle der vorhandenen schadhaften Holzgeländer.
4) 1800 Mk. für teilweise Erneuerung des Bohlenbelags auf den Werrabrücken bei Lengers und Widdershausen.
5) 7000 Mk. für Erhöhung des ordentlichen Land- wegebau-Etats für das Jahr 1916.
6) 1000 Mk. als Zuschuß zur Kriegsbeschädigten- Fürsorge.
7) 3300 Mk. für Ausführung des Projekts zur Verbreiterung des Landwegs Goßmannsrode-Kirch- heim bezw. Reckerode-Hof Beiersgraben und
8) 5208,06 Mk. (als Restbetrag) für nnvvrherge- sehene Kriegsausgaben bereit zu stellen bezw. zunächst verzinslich bei der hiesigen Sparkasse anzulegen. Ueber die Verwendung soll der Kreisausschutz zu beschließen ermächtigt sein.
Dieser Antrag wurde vom Kreistag einstimmig angenommen.
Von einer nochmaligen Prüfung der Rechnung durch einen Beamten soll für diesmal Abstand genommen werden.
Punkt 3 der Tagesordnung.
Einem VorschlagedesKreisausschnffes entsprechend wurde beschlossen:
1. zu der nach Beschluß des Kreistags vom 31. März ds. Js. außerhalb der Tagesordnung bewilligten Anleihe in Höhe von 200.000 Mk. und ferner zu den bis jetzt bei der Landeskreditkasse in Eassel gegen Zahlung von 5'v Zinsen und vierwöchigen Kündigungsfrist auf- genommenen weiteren Vorschüssen von zusammen 150.000 Mk. nachträgliche Zustimmung zu erteilen;
2. zu genehmigen, daß der voraussichtliche Bedarf an Geldmitteln für Familienuntersttttzungen für die nächsten 6 Monate im Betrage von 500.000 Mk. unter möglichst günstigen Bedingungen ausgenommen wird.
Punkt 4 der Tagesordnung.
Der von dem hiesigen Landesbauamt ausgestellte Kostenanschlag über Unterhaltung der Landwege im Jahre 1916 schließt ab mit einem Gesamtbetrage von 44.000 Mk. Zur Deckung dieses Betrages sollen nach Ziffer 2 Nr. 5 der Tagesordnung 7000 Mk. aus den Betriebsüberschüssen vom Rechnungsjahr 1914 verwendet werden.
Gegen den Kostenanschlag wurde nichts zu erinnern gefunden.
Punkt 5 der Tagesordnung.
Dem Kreistag wurde von den vorliegenden Ent- würfen zur Verbreiterung des Landweges Asbach und Solms in den Gemarkungen Kerspenhausen, Mengs- Hausen und Solms Kenntnis gegeben. Es fand sich gegen dieselben nichts zu erinnern. Es wurde beschlossen, die Bauarbeiten demnächst zur Ausführung bringen zu lassen, sofern aus Mitteln des Bezirks-
Verbands zu den auf 3600 und 9100 und 7200 Mk. veranschlagten Baukosten eine Unterstützung in Höhe der Hälfte dieser Kosten bewilligt wird und die beteiligten Gemeinden Zuschüsse leisten in einer Höhe von ' * der Baukosten.
Punkt 6 der Tagesordnung.
Dem Kreistag wurde über das Projekt zum Ausbau des Verbindungswegs Sorga—Kathus als Landweg Bortrag gehalten und insonderheit auch von der Dringlichkeit der Ausführung dieses Wegebaues Kenntnis gegeben. Es wurde an dem Entwurf nichts zu bemängeln gefunden.
Zugleich wurde beschlossen, nachdem der Bezirksverband mittelst Beschlusses des Landesausschusses vom 20. September 1915 eine Unterstützung in Höhe der Hälfte der Baukosten bis zum Betrage von 12150 Mark bewilligt hat, auch der Forstfiskus sowie die besonders am Wegebau interessierten Gemeinden Sorga^ und Kathus entsprechende Baubeihilfen bewilligt haben, den noch fehlenden Kostenbetrag aus den durch dem Kreishaushaltsetat für 1915 bereitgestellten Mitteln zuüestreitenund die Arbeiten möglichst bald ausführen zu lassen.
Zur Aufnahme der auszubauenden Wegestrecke in die Klasse der Landwege wird die erforderliche Zustimmung erteilt.
Punkt 7 der Tagesordnung.
Nachdem der Bezirksverband zu den auf insgesamt 11600 Mark veranschlagten Baukosten für Verbreiterung der Landwege Heddersdorf-Rotterterode und Reckerode-Goßmannsrode in der Gemarkung Goß- mannsrode eine Unterstützung in Höhe der Hälfte dieser Kosten, mithin 5800 Mk. bereits bewilligt, auch der Forstfiskus und die Gemeinde Goßmannsrode von Baubeiträge von je 1250 Mk. zu zahlen übernommen haben, soll der Fehlbetrag von 3300 Mk. behufs baldiger Ausführung der frl. Wegebauarbeiten aus Krei" Mitteln, und zwar aus dem Betriebsüberschuß für das
Hersfeld, den 12. Januar 1916. Gerste bringe ich hierdurch ten zugeteilte Quantum
Den Bestellern von <
Kenntnis, daß das ihnen zugeteilte
zur
von
morgen ab bei der Firma A. Löwenberg, Getreidehandlung, hier gegen sofortige Zahlung in Empfang genommen werden kann. Falls Abholung bis zum 25. ds. Mts. nicht geschehen ist, erfolgt Zustellung auf Kosten der Besteller.
Der Vorsitzende des Kreisausschusies.
J. A. No. 190. J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Bus der Heimat«
* (Die Tage werden länger.) Der Januar bringt eine merkliche Verlängerung der Tageshelle mit sich, die nachmittags bereits sehr angenehm empfunden wird. Die Tageslänge nimmt von 7 Stunden 39 Minuten bis auf 8 Stunden 52 Minuten, das heißt um eine Stunde 13 Minuten zu.
* (Kaisers-Geburtstagsfeier 1916.) Ueber die kirchliche Feier des Geburtstages unseres Kaisers hat das Kgl. Konsistorium in Eassel folgenden Erlaß an die evangelischen Gemeinden gerichtet: „In dem Bewußtsein, daß es in dieser ernsten Zeit dem Bedürfnis aller Kreise unseres Volkes entspricht, der Zusammengehörigkeit von Fürst und Volk erneut Ausdruck zu geben, ordnen wir an, daß der Geburtstag unseres Kaisers am 27. Januar wie im Vorjahr durch einen festlichen Gottesdienst gefeiert wird, der an die Stelle der beiden Kriegsbetstunden der Geburtstagswoche treten soll. In den größeren Orten mit mehren Kirchen und Gemeinden können die Gemeinden sich zu einer gemeinsamen kirchlichen Feier zusammenschließen.
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1914 be
* Es mehren
elöbeeres an
das stellt). Generalkommando gerichtet werden. Dies
Die ausscheidenden Mitglieder der Einkommen- steuer-Veranlagungskommission:
1. Kaufmann Karl Schimmelpfeng in Hersfeld
2. Fabrikant Jakob Seelig in Hersfeld sowie die Stellvertreter:
1. Apotheker L. Becker in Hersfeld
2. Landwirt M. Licht in Oberlengsfeld werden wiedergewählt.
Für das verstorbene Mitglied Rentner George Gliemeroth sen. und den verstorbenen Stellvertreter G. H. Gesing in Hersfeld werden:
1. Bürgermeister Hermann in Heimboldshaufen,
2. Rentner H. Gesing in Hersfeld neugewählt.
Punkt g der Tagesordnung.
Als Stellvertreter für die Mitglieder des Wasserschauamts werden gewählt:
1. Landwirt Aug. Braun hier
2. Rentner G. Gliemeroth hier
3. Bürgermeister Hermann in Heimboldshausen,
4. Mühlenbesitzer A. Krapf in Rohrbach.
Den Mitgliedern und Stellvertretern des Wasserschauamts soll bei der Ausführung von Reisen ein Tagegeld von 7 Mark vergütet werden, neben Erstattung der ihnen entstehenden baren Reisekosten.
Punkt 10 der Tagesordnung.
An Stelle des von Wilhelmshof verzog mänenpächters Rabe von Pappenheim wird herige Stellvertreter, Domänenpächter H. Eschstruth in Wilhelmshof als Taxator und Gutsbesitzer Hold in Kirchheim als Stellvertreter in die Pferdeaushebungskommission einstimmig gewählt.
enen Do^ der bis^
Die bisherigen Schiedsmänner und Stellvertreter für die aus mehreren Gemeinden zusammengesetzte Schiedsmannsbezirke wurden für die Jahre 1916 bis einschließlich 1918 wiedergewählt mit folgenden Aenderungen :
1. für den verstorbenen Bürgermeister Budesheim und Schöffe Ullrich, der Bürgermeister Brod und Schöffe Wilh. Hofmann in Friedewald.
2. für den früheren Bürgermeister Gebauer der Bürgermeister Drücke in Heringen.
3. für den Bürgermeister Heuer der Bürgermeister Seelig in Kalkobes.
4. für den Beigeordneten Johs. Möller 7. der Bürgermeister Fey in Meckbach.
5. für den Landwirt Bieder der Bürgermeister Schnchhardt in Niederaula.
6. für den Weißbindermeister Heinrich Pfromm der Bürgermeister Ritz in Petersberg als Schiedsmann und Pfromm als Stellvertreter.
Punkt 12 der Tagesordnung.
Für den Domänenpächter C. Eschstruth in Wilhelmshof wird der Rentner C. Bürger in Hersfeld als Mitglied der Körungskommission gewählt. Die Amtszeit läuft bis 1. April 1917.
Der Vorsitzende des Kreisausschusies:
I. A. Nr. 13202. I. BU
v. He bemann, Reg.-Assessor.
ist unzulässig und zwecklos, da allein dem Truppenteil im Felde die Beurlaubung zusteht und daher die Gesuche unmittelbar an diesen zu richten sind. In zahleichen Fällen werden Beurlaubungen auf drahtlichem Wege erbeten. Diese Drahtungen müssen der „Prüfungsstelle für Drahtungen ins F " stellvertretenden Generalkommando" brieflich unter Beifügung der Gebühren — 50 Pfennige für die Anschrift, 5 Pfennige für jedes Textwort — übersandt werden. Eine drahtliche Uebermittelung solcher Ge-
eld beim
suches an das stellvertretende Generalkommando zur Weitergabe an den Truppenteil ist unzulässig. Eine Weiterbeförderung solcher Drahtungen wird künftig nicht mehr stattfinden.
* (Der Volksschulunterricht wäh Krieges.) In den Volksschulen Preußen augenblicklich statistische Erhebungen darüber veran- staltet, wie weit es durch Heranziehung von Vertretern und Vertreterinnen, durch Zusammenlegung von Klassen, durch Kürzung der Stundenzahl und
rend des
reußens werden
andere Maßnahmen, möglich gewesen ist, den Betrieb des Unterrichts in der Kriegszeit aufrecht zu erhalten. Die gewonnene Uebersicht soll dem Haus der Abgeordneten für die Beratnng des Unterrichtsetats vorgelegt werden.
):( Hersfeld, 12. Januar. Infolge Steigerung der Benzolerzeugung- und Ersparnis von Betriebsstoffen steht jetzt Benzol auch für landwirtschaftliche Zwecke reichlicher zur Verfügung. Wie lange dies der Fall sein wird, läßt sich jedoch nicht übersetzen. Die Landwirte werden daher ihren Bedarf für nächstes Frühjahr am besten schon jetzt decken. Ferner empfiehlt es sich, daß sie zur Beschleunigung der Lieferung den betreffenden Lagerhaltern die erforderlichen Fässer einsenden, da es zur Zeit an Kesselwagen und Fässern fehlt.
):( Hersfeld, 12. Januar. Befördert zu Leutnants d. R. wurden: Offizier-Aspirant Wölbing im Feld-Art.-Regt. 47, Hersfeld, Vizefeldwebel Rudolf im Res.-Jnf.-Regt. 235, Hersfeld.
):( Hersfeld, 12. Januar. Mit der Hessischen Tapferkeits-Medaille wurde der Gefreiter H. Hofmann Res.-Jnf.-Regt. Nr. 83, früher Postbote in Hersfeld, ausgezeichnet.
Bad Bildungen, 9. Januar. Ein junges Mädchen aus einem Nachbardorfe, das seit kurzer Zeit bei einer hiesigen Familie in Stellung war, hat sich in vergangener Nacht mit einem Handtuch am Bettpfosten erhängt. Das unglückliche Mädchen soll Nervenleidens gewesen sein.
Göttinge«, 11. Januar. Professor Dr. theol. Wilhelm Bouffet in Göttingen ist als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Geh. Kirchenrats Prof. Baldensperger vom 1. April 1916 ab zum ordentlichen Professor der neutestamentlichen Theologie an der Universität Gießen ernannt worden. Prof. Bouffet wurde 1865 zu Lübeck geboren.