präsent anten des GrütstestlärbeiierverSaltdes, des Babtr- arbeiterverbandes und des Transportarbeiterverbandes am 5. Januar abends eine langdauernde Sitzung ab, worin diese Verbände ein Uebereinkommen schlössen, das Wehrpflichtgesetz bis anfs Aentzerste mit allen Mitteln, die diesen wichtigen Arbeiterverbänden zur Verfügung stehen, zn bekämpfen.
Die Stimmung in Schweden und Norwegen.
Die Amsterdamer „Tod" bringt nach einer T. U.- Drahtung die Mitteilung einer Persönlichkeit, welche die schwedischen und norwegischen Völker nicht nür oberflächlich kennt und die eBen von einer Reise in diese Länder zurückgekehrt ist. Schweden, so wurde dem Blatt mitgeteilt, ist qanz prodeutsch teils infolge seiner Stammesverwandtschaft, vor allem jedoch aus Mißtrauen gegen Rußland. Man schreibt den Russen das Streben zu, sich am Atlantischen Ozean festzusetzen und als Vorbereitung dazu sieht man die Beherrschung der Ostsee. In einem Siege Deutschlands sieht man das sicherste Hindernis gegen dieses Streben. Es ist in Schweden eine starke Kriegspartei, die für das sofortige bewaffnete Eingreifen an der Seite der Zentralmächte eintritt. Zu der „Aktivistenpartei" gehören vor allem Konservative. Die Liberalen und Sozialisten treiben fast en blos „passi- vistische" Politik. Doch erklären sie, daß sie Bereit seien, ihr Mutterland mit dem Schwerte zu verteidigen, doch nur gegen eine angreifende Partei. Die Regierung versucht streng neutral zu bleiben. Ganz anders ist die Lage in Norwege n. Vor allem ist das Volk, weniger kriegslustig, weniger politisch und beweglich, vielmehr beschaulich veranlagt, es will in Ruhe gelassen werden. Dazu fühlt es sich, seit das Band mit Schweden durchschnitten ist, ganz isoliert und an eine Gefahr von der Seite Rußlands denkt es ebensowenig. Norwegen hat viel mehr Verbindungen mit England als mit Rußland. Schwedische Zungen flüstern sogar, daß die norwegische Schiffahrt viel mit englischem Geld arbeitet. Sicherlich fühlen sich die Norweger mit ihren Nachbarn an der anderen Seite, vor allem mit den Schotten, noch stark verwandt. Doch kann mau darauf rechnen, daß weder die Schweden noch die Norweger kämpfen, wenn sie nicht dazu gezwungen werden.
Kleine Kriegsnachrichten.
^ Lugano, 7. Januar. (T. U.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten Nelson Page hatte der „Bl. Mp." zufolge gestern eine Unterredung mit Sonnino aus der Konsulta. Der „Corriere" will wissen, daß dabei die Torpedierung des Dampfers ,Persia" und die diesbezügliche Aktion der amerikanischen Regierung besprochen wurde.
■e^ Kopenhagen, 7. Januar. (T. U.) Nach einer Petersburger Drahtmeldung wird nach dem „B. T." aus Riga gemeldet, daß die Stadt Bausk fast vollständig von den Einwohnern geräumt wurde. Die Stadt ist wie ausgestorben. (Bausk liegt südlich von Riga.)
w> Budapest, 7. Januar. (T. U.) „Az Est" erfährt nach der „Von. Ztg." aus Bukarest: An Stelle des früheren serbische» Kriegsministers Stefanowitsch, der zurückgetreten ist, wurde der General Terski zum Kriegsminister ernannt. Die übrigen Minister behalten ihre Portefeuilles bei.
Feste Haltung Rnmüuiens.
Die „Frkf. Ztg." meldet aus Budapest: Das Scheitern der Mission Schebekows wird nach einer Bukarester Meldung auch dadurch unterstrichen, daß die russische Presse sofort nach der Abreise Schebekows aus Bukarest jedes weitere Umschmeicheln Rumäniens aufgab und erklärte, der Zar habe beschlossen, keine Strafexpeisttion gegen das verräterische Äulgarie« zu senden. Nach der Abreise Schebekows begann auch der Abzug der in Bassarabien angesammelten russischen Truppen nach anderen Fronten.
Italiens Lohn für den Beitritt zum Londoner Abkommen.
Zürich, 7. Januar. (T. U.) Zu der Beitrittserklärung Italiens zum Londoner Abkommen wird aus guter Quelle nach der „Bl. Mp." mitgeteilt, daß im Londoner Abkommen noch ein zweiter Punkt enthalten ist, in dem Italien für seinen Beitritt zu öem Abkommen von England 2 Milliarden Lire, etwa 1 Milliarde 600 000 Mark, erhält.
Die Duma unter strenger Zensur.
ös* Kopenhagen, 7. Januar. (T. u.) Nach einer Meldung des „Rutzkoje Slowo" verlautet, wie das „B. T." berichtet, in russischen Regierungskreisen, daß die Veröffentlichung der künftigen Reden in der Duma schärfster Zensur unterworfen sein werden, da die bisherigen Reden Panik und Verwirrung im Volke verursachen. Nur ganz wichtige Beschlußfassungen der Plenarsitzungen würden zur Veröffentlichung kommen.
Eiustihrung der Wehrpflicht in China.
Wie die „Frkf. Ztg." dem „Ostasiatischen Lloyd" entnimmt, hat die chinesische Regierung beichlossen, in vier aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten, die sich auf insgesamt zehn Jahre verteilen, mit der Einführung der allgemeine« Wehrpflicht tu Chrnazu beginnen. Zunächst wird die Neuerung in den Provinzen Tschili, Honan und Schantung eingeführt.
I „Zivilisierte Barbaren."
Die Veröffentlichungen aus den abgesangenen Briefen englischer Anstspersonen riefen in Athen das größte Aussehen hervor. Die Presse ist entrüstet. Der „Ernbros,, schreibt, es gäbe nichts Schlimmeres als diese zivilisierten Barbaren, die die Stimme der von ihnen Erwürgten ersticken wollen.
Der Jahrgang 1917 in Frankreich.
Wie die Pariser Blätter nach der „Köln. Ztg."-' urelden, hat die Einziehung der Jahresklasse 1017 am 5. Januar planmäßig begonnen. Bis zuni 11. Januar wird der gesamte Jahrgang eingezogen sein. Die Blatter widmen den jungen Rettuten wehmütige paircotische Leitworte mcd ermutigende Bilder.
Jntcreffante Kritik an Joffres Armeebefehl.
Der „Vorivärts" beschäftigt sich mit dem Armee- SH Joffres und meint, es wäre klüger gewesen, sich in Ueberschwänglichkeiten zu ergeben, deren Hohlheit den französischen Truppen peinlich zum Bewußt- fetn kommen müsse. Wenn der Krieg von der Elitente so lange geführt werden solle, bis die Armeen der Zen- trasmathte zusammengeschmolzen seien, so könne Joffrc mit einer Kriegsdauer von einigen Jahrzehnten rechnen und Frankreich in einen Amazoneustaat verwandeln,' denn von der männlicheil Bevölkerung würde dann außer Krüppeln nicht yiel mehr übrig sein.
Mit amerikanischer Bankmann Wer etc Kriegsflnanze«.
Ein bedeutender Neuyorker Bankmann schreibt nach der „Köln. Ztg." dem „Ecouomist" vom 25. Dezember: Eine englische amtliche Schätzung gab die täglichen Kriegsausgaben auf 25 Millionen Dollar an, und kürzlich wurde ein führendes englisches Blatt als Quelle für die Feststellung angeführt, daß die Ausgaben sich täglich auf 27 500 000 Dollar belaufen. Ich bin häufig gefragt worden, wie lange das so weitergehen kann, ohne England in den Bankerott zu stürzen. Natürlich habe ich den Leuten erzählt, daß der Bankerott Englands eine Unmöglichkeit ist und habe ihnen Tatsachen und Zahlen über Englands Reichtum angegeben. Ob ich nun andere überzeuge oder nicht: mich selbst zu überzeugen fällt mir außerordentlich schwer, weil mir scheint, daß eine sman- zielle Krisis nach nicht gar zu langer Zeit eintreten muß. Die Kriegsaufträge haben natürlich unseren geschäftlichen Wohlstand erheblich vermehrt, aber das Element der Ungewißheit läßt uns nicht aus dem Raten herauskommen und hindert unser Geschäft im allgemeinen, sich zn erholen, wie es unzweifelhaft tun würde, hörte der Krieg auf. Lassen Sie uns hoffen, daß er bald zu Ende ist.
fliinenlrieg im Prieslerwald.
Rastlos Tag und Nacht treiben deutsche Pioniere, unterstützt durch Bergarbeiter der Infanterie, tief in steinigem Boden ihre Stollen dem Femde entgegen. Aus zwei Stollen kommt die Wtelöunrj: „Feind ist vor Ort zu hören." Nun gilt es, sich nahe an ihn herauznarbetten und durch eine Sprengung seine Stollen zu zerstören. Auch der Feind hat meist die gleiche Absicht. In beiden Stollen gelingt es, je eine Ladung anzubringen und mit Sandsäcken gut zu verdammen.
Im ersten Stollen wird die Ladung zur Detonation gebracht. Kurz darauf sprengt auch der Feind. Die Ventilatoren werden besetzt und sangen die giftigen Spreng- gase ein. Pioniere mit Gasschutzapparaieu dringen ein und räumen die Verdammung wieder aus. Da setzt feindliches Minenwerferfeuer ein. Die ersten Treffer zeigen, daß der Feind den Stolleneingang erkannt hat aufsteigender Rauch nach der Sprengung) und ihn zu- sammenschießen will. Die Pioniere müssen zurück. Kaum sind sie in Sicherheit, als ein Volltreffer den Stollen- eingang völlig verschüttet. Nach mehrstündiger Arbeit ist der Stollen wieder befahrbar. OsWierstellvertreter Bätz (aus Steinach, Sachsen-Meiningen), Unurofügier Gumprich (aus Trier), Gefreiter Müller (aus Traar bei Crefeld), Pionier Palizewsto (aus Blumental bet Kiel) und Pionier Zumpf (aus Altenwalö bei Saarbrücken), sämtlich von der 1. Reserve-Kompagnie eines Pionier-Bataillons, dringen ein. , Wenige Meter vom Eingang entfernt, stellen sie eine feindliche Sandjackwand fest/ Erfahrungsgemäß wird in dem festen Gestein durch Sprengungen häufig nur eine standfeste Höhlung hergestellt. Eigener und feindlicher Stollen stehen dann oft in Verbindung. So auch hier. Während der Beschießung war der Franzose in : nsern Stollen emgcdrun- gen, hatte unsere Berdämmung weggeräumt und den Stollen mit seinen Sandsäcken wieder verbaut. Dahinter war eine feindliche Ladung anzunehmen. Diese Ladung konnte jederzeit vom Feinde gezündet werden, sobald er Geräusch in unserem Stollen Borte, sie könnte aber auch beim Wegnehmen der Sandsäcke, die meist mit Reitz- zündern verbunden sind, losgehen. Beseitigt werden mußte die Ladung, denn sie bildete eine Gefahr für un-wH ^Müncnarabcn. Unter Leituna des £ffWer=
langer Arbeit Sandsack für Sandsack vorsichtig und lam- los abgebaut. Sie mußten jeden Augenblick daraus bedacht sein, durch eine Sprengung zerrissen zu werden. Langsam wird so unser Stollen wieder frei. Die Ueberraschung des Feindes, der ein so schnelles Vordringen nicht erwartet hatte, wird ausgenutzt. Die genannten Pioniere reißen nun die französische Ver- dämmung auseinander, dringen weit m seinen Stollen vor und bringen dort eine starke Ladung an. Dort ruht sie noch — dem Feind zur Drohung, uns selbst zum Schutz.
Im zweiten Stollen räumen Pioniere nach der Sprengung ebenfalls wieder auf. Sie gelangen in die Sprengkammer und stellen fest, daß der feindliche Stollen durchschlagen ist. Er liegt etwas seitwärts und etwas höher als der unselige. Vom Feind ist nichts zu hören. Da klettert Musketier Dürrenbecher (aus Jllingen bei Saarbrücken), ein den Pionieren zugeteilter Bergarbeiter eines Infanterie-Regiments, mit der Pistole bewaffnet, kurzentschlossen in den feindlichen Stollen und schleicht sich.durch ihn hindurch bis in den feindlichen vorgeschobenen Schützengraben. Dort sieht er zwei feindliche Posten. Der eine geht auf und ab, der andere schreibt. Letzterer hat seine Kopfbedeckung gegenüber dem Stolleneingang -ungelegt. Dörrenbecher greift sie als gute Beute, zieht sich in den Stollen zurück, schneidet noch 2 Leitungsdrähte durch und verbaut dann mit Hilfe der Pioniere im Handumdrehen den feindlichen Stollen. Dahinter kommt eine Ladung, die nun sorgfältig verdämmt wird. Kaum ist diese Arbeit beendet, da detoniert die Ladung. Der Feind hat wohl in seiner Bestürzung und in Unkenntnis, wie rasch und entschlossen deutsche Mineure handeln, die Sandsäcke ohne Vorsichtsmaßnahmen auseiuandergerissen und sich sowie den Stollen vernichtet.
Vermischtes.
Ueber 6000 Ritter des Eiserne« Kreuzes Erster Klaffe. Auf dem öst- und westlichen Kriegsschauplatze kämpfen untere Truppen bereits im sechzehnten Monat. Ebenso haben unsere Feldgrauen auf den übrigen Plätzen im Verein mit unsern Verbündeten ihren Mann gestanden, wie es auf den Meeren unsere Marine vollbringt. Den Tapfern wird als Anerkennung das schlichte Eisenkreuz verliehen, und die Zahl der Inhaber der zweiten Klaffe ist bereits sehr groß. Aber auch die Zahl der Ritter der ersten Klaffe wächst, wie die Tägliche Rundschau berichtet, mit jedem Tage, und ihre Zahl erreicht schon über 6000. Mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse sind außer 53 fürstlichen Heerführern noch 242 Generale und 7 Staatsminister bezw. Staatsbeamte ge- schnrückt. Die Zahl der Offiziere beläuft sich auf 4068, die beide Klassen des Ehrenzeichens tragen, und von den dem Unteroffizier-stande angehörenden Personen sind 631 im Besitz der hohen Auszeichnung. Auch 173 dem Mannschaftsstande angehörende sind Ritter und Inhaber, wogegen sich Bei 253 dem Militärstande angehörenden Personen der Dienstgrad nicht ermitteln läßt. Bei der jüngsten Waffengattung, der Fcldiliegertruppe und Luftschifserabteilungen, tragen (außer den Vorgenannten) 263 die erste Klasse, und in der Marine sind es 214. Vom SanitätS- und Veterinärkvrps sind nicht weniger als 63 mit der ersten Klasse ausgezeichnet worden, und bei dem Jnteudantnnvesen sind es 21. Je
St Angehörige der Feldpost und des Freiwilligen omobillows und ein solcher des Freimilliaert Mo
torbootkorps sind im Besitze der ersten Klaffe des Eisernen Kreuzes.
Ei» Kriegsschwindler verurteilt. Der vielfach vorbestrafte Schiffskoch Hans Rodig, der bei Kriegsausbruch freiwillig Bei einem Truppenteil eintrat und wieder entlassen wurde, als seine Zuchthausstrafen bekannt wurden, überbrachte in Uniform Grütze an Angehörige von Kameraden, deren Familienverhältnisse er ansge- kundschaftet hatte. Er erzählte dabei, daß er auf Urlaub in Berlin weite, in wenigen Tagen aber wieder zur Front zurückkehre und gern bereit sei, einige Liebesgaben mit- zunehmen. Dieie Gelegenheit wurde freu tag begriffst und die Familienglieder Übergaben dem Angeklagten allerlei Gaben für ihre Lieben im Felde. Er wurde wegen dieser Betrügereien von der Strafkammer des Landgerichts in in Berlin zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt.
Ei» viertausend Jahre alter Tontopf wurde bei den Banarbeiten auf der Berliner Museumsinsel gefunden. Er wurde vermutlich mit dem Spreeschlamm weiter flutzaufwärts mitgefülirt und an der Fundstelle abgesetzt, da an der versumpften Stelle eine so weit zurückliegende SieMung nicht für möglich zu halten ist. Der Topf ist mit breiten, von Hals bis Bauchmstte hcrabge- henden Bändern verziert,' darin sind Linien mit einem eigenartigen Zickzacksaum eingekratzt.
Feldgrauer Humor. Allerdings. „Glaubst du, daß Frauen als Straßenbahnschaffnerinnen mit Lust und Liebe bei der Sache sind?" „Unbedingt! Die Beantwortung der Frage „Wohin, bitte?" befriedigt doch un- gemein die weibliche Neuqier." — Hängt nach. Besucher (zum Theaterdirektor): „Ihren Souffleur sollten Sie ermähnen, daß er seine Stimme bester bändigt, man hört ihn ja fortwährend!" „Das wird schon wieder nachlassen, es hängt ihm nur nach: er war ein paar Monate als Unteroffizier eingezogen!" — Mein Sprachschatz. Herr (zu einem Urlauber von der Westfront): „Also französisch kannst auch schon ein wenig, Sepp: laß 'mal hören!" „Freist', daß S' mi' nachher wegen Beleidigung anzeig'n." —
(Meggenoörfer Blätter.)
Deutsche tzeldenlaten.
Im Januar 1915 besetzten zwei Kompagnien eines sächsischen Infanterie-Regiments ein Grabenstück in der Champagne, dessen rechter Flügel nur 30 Meter vom Feinde entfernt war. Eines Morgens griffen die Fraii- zoien nach äußerst heftiger Artillerievorbereicung die Stellung des Bataillons an. Es gelang ihnen,' den Graben des rechten Flügels zu uehmen. Die Referven des Bataillons, die hinter einem Waldstück ausgestellt waren, wurden sofort entwickelt und sollten zum Gegenstoß antreten. Die Schützenlinien gingen mit größter Todesverachtung vor. Als sie aber die Zone des feind- ttchen Sperrfeuers durchschreiten mußten, traten so starke Verluste ein, daß die Vorwärtsbewegung zeitweise ins Stocken geriet. Da entrollte der Fahnenträger Unteroffizier Arno Kunath „us Borna (Sachsen) die Fahne, stellte sich hochaufgerichtet auf einen Erdoniwurf und schwenkte weithin sichtbar die Fahne. Ob auch viele tn seiner nächsten Nähe tödlich getroffen worden, er wankte nicht. Und als Hornist Alfred Göhler aus Dresden zu ihm trat und zum Sturme bließ, da erhob sich die Schützenlinie wie ein Mann und stürmte unaufhaltsam vorwärts über das freie Gelände. Unter dem Gelange: „Deutschland, Deutschland über alles" wurde der Graben wieder genommen, und gegen 1M Franzosen zu Ge- ÄRSWSÄ^ und der Hornist die silberne St. Heinrichs-Mror
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Etwa 500 Meter vor dem Abschnist eines sächsischen Infanterie-Regiments war eine Feldwache bis dicht an die feindliche Hauptstellung vorgeschoben. Sie war in einem zerschossenen Schleusenhaus am Kanal umer- gebracht. Die Lage der Feldwache, nur durch den etwa 10—12 Meter breiten trockenen Kanal von der Haupt- verteidignngslinie der Franzosen getrennt, war äußerst gefährlich. An einem Septemberabend versuchte der Gegner die Posteu am linken Flügel von ihrem Aufstellungsort zu verdrängen. Er brächte ein Maschinengewehr auf seinem Kanaldamm in Stellung und befeuerte das Geläude zwischen Feldwache und linkem Flügel. Der Gcfr. Wilhelm Noack aus Speicherow (Kreis Lübben) stieg rasch entschlossen mit einigen Kameraoen auf das Dach seines Unterstandes und warf Handgranaten nach dem nur 20 Meter entfernten Maschinengewehr, und er traf gut. Man hörte Beim Gegner Jammern und Stöhnen. Das feindliche Ltaschineugcwevr setzte mehrmals aus und schwier nach kurzer Zeit gänzlich. Zwei Tage später griffen die Franzosen die Feldwache erneut mit stärkeren Kräften an. Sie hatten bereits das Kanalbett durchschritten, hatten auf dem von den deutschen Posten besetzten Damm ein Maschinengewehr in Stellung gebracht und suchten unter der» Schutze dieses Feuers die Drahthiubernisse zu entfernen. Wiederum war es Soldat 9bxuf, der sich bei der Bekämpfung des Maschinengewehrs rühmlich hervortat. Nur fünf Meter von dem Gewehr entfernt, dessen Feuer- strahl ihm entgegenschlug, warf m Handgranaten nach der Bedienungsmannschaft. Da das Maschinengeweyr zu hoch schoß, wurde er nicht getroffen. Bevor es richtig eingestellt werden konnte, war ein Teil der Bedienunas- mannschaft von ihm verwundet. Der Rest baute das Maschinengewehr ab und 30a sich eilt-'" zurück. Nuu wurden die über den Tarnm borgeörungenen Franzosen niedergemacht oder zurückgeworfen. Als Anerkennung für sein tapferes Verhalten erhielt Noack das Eiserne Kreuz I. Klaffe.
Weitere Drahtnachrichten.
Die englische Wehrpflichtvorlage angenommen.
** London, 7. Januar. WTB.) Mit 403 gegen 105 Stimmen nahm das Unterhans in erster Lesnng die Wehrpflichtvorlage an. Die drei Minister Henderson, Brace nnd Robert sind zurückgetreten.
«-#> London, 7. Januar. (WTB.) Die Arbeiterkonferenz hat sich gestern nachmittag gegen die Wehr. pflichtvorlagc ausgesprochen.
Mißerfolg der letzten russische» Kriegsanleihe.
s»^ Kopenhagen, 7. Januar. (T. 11.) Den Mißerfolg der letzten russischen Kriegsanleihe beweist nach dem „B. T." die Tatsache, daß sämtliche Moskauer ReichS- sparkassen und die größte Privatbank Rußlands, die Moskaner Kaufmanusbank, zusammen nur 18 Millionen Rubel zeichneten.
Die verhafteten Konsnln in Freiheit gesetzt.
Rom, 7. Januar. (WTB.) Laut Blättermel» dünge« aus Achen haben die Ententegesaudten der griechischen Regierung mitgeteilt, daß die i« Saloniki verhafteten Kovknln in Freiheit gesetzt morden seien.