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Die ÄerahWf der kriegsiatsorge.

Siebte Friedens,zeit erweist so viel Liebesrätig- ken, beißt so umfassend die Pflichten der Kameradiwast erfüllen, wie der Krieg. Seine große Kamerabschasi wi­derlegt die unselige Lehre, daß die Ichsucht die Liebe nur zum eignen Leben and die Sorge bloß für das persönliche Wohlbefinden, dem Menschendasein als einzige natür­liche Kunssetzung zugrunde liege. Grundfalsch ist das. Die Millionen unsrer Feldgrauen, die auf den Schlacht­feldern Blut und Leben einsetzen, und die Millionen der Daheimgebliebenen, die in der Kriegsfürsorge miteinan­der wetteifern, bezeugen das Gegenteil jener Lehre. Was draußen und daheim geleistet wird, geschieht nicht aus Ichsucht, allein um per änlicher Zwecke willen, son­dern aus Kameradschaft, aus Liebe zu den andern, zu den Kameraden. Das winzige Ich verschwindet in- nüttcn der heiligen Liebe, die des Krieges Kameradschaft entzündet. Die Sorge um das Wohl der Mitmenschen, die Gemüt wie Geblüt fest vereinen, ist etwas ebenso Ursprüngliches und Naturgemäßes wie die liebevolle Rücksicht, die der einzelne selbstverständlich auch der eigenen Wesenheit widmet.

Kameradschaft ist Nächstenliebe. Sie trägt heute in Gestalt der Kriegonirsorge allenthalben ihre Früchte. Nie sonst wird in der Sorge für andre so viel gearbeitet als jetzt inmitten des Krieges. Rastlos wird kamerad­schaftlicher Sinn betäcigt. Das edle Vorbild, das die Gesellschaft Krupp gegeben hat, indem sie ihre Kriegs- gewinne freiwillig in den Dienst der Kriegsfürsorge stellte, steht nicht vereinzelt da. So hat, um ein weiteres Beispiel Hervorzubeben, der Verein Deutscher Eisen- und Stahlinönstrielter im ersten Kriegsjahre etwa 95 000 Fa- milien mit 40 Millionen Mark unterstützt. Als kürzlich die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Bezüge der Angehörigen der Kriegsteilnehmer erhöhte, geschah dies unter der Begründung, es den Kriegern im Felde schuldig zu sein, sie von der Sorge um Frauen und Kinder zu befreien. Es sei Ehrenpflicht, dafür zu sorgen, daß die Krieger draußen wissen, ihre Familien daheim seien geborgen durch die Opferwilligkeit der All­gemeinheit.

Die Zurückgebliebenen sehen ein, daß die Taten auch der wirksamsten KriegShilfe, die sie daheim als Tank dafür abstatten, daß sie von des Krieges Grausen unmittelbar verschont werden, hinter den unvergleich­lichen Taten der Krieger im Felde weit zurückbleiben. Solche Einsicht spornt zu regem Wetteifer in der Sorge für die Kriegsbeschädigten, für die Angehörigen der Feld­grauen und deren Hinterbliebene an. Die Kameraden im Felde können daher sicher sein, daß die Lieben zu Hause nickn verlassen und hilflos sind. Die Kriegskame­radschaft lebt und waltet auch in der Heimat. Denn sie ist ja eben dort verankert, wo auch die Kameradschaft der Krieger ihre Wurzeln hat: in der Gemeinsamkeit der Herzen, in der Liebe und Treue, die aus der Blut- und Schicksirlsgemeinschaft stammt.

Erfolge der SWikälshNnde.

Immer wieder kommt die Kunde aus dem Felde von dem schönen Erfolg, den unsere deutschen Sanitäts-

| DititOc da haben, wo eben noch die Granaten krepierten und Freund und Feind im Geschoßhagel zu Boden sanken. Es liegt wieder eine Anzahl neuer, offizieller Berichte vor, von denen der folgende ein besonderes In­teresse beansprucht, weil in ihm zum Ausdruck kommt, wie der Hund vermöge seiner um so viel schärferen Sin- neswerkzeuge weit besser als der Mensch imstande ist, den völlig leblosen und scheinbar Toten vom Lebenden zu unterscheiden. Es heißt da:Im Morgengrauen des 4. iRuwft wurden gleichzeitig mit den Kranken­trägern der Sanitätslompagnie sechs Sanitätshunde zur Verwundetensuche angesetzt. Die Hunde bewährten sich in diesem Gelände gut. Besonders aus den Korn­garben stöberten sie mehrere Verwundete auf. Als Ge­genstand brachten sie meist Helm, Mütze, auch Taschen- tuch der Verwundeten mit. Gegen Schluß der suche brächte ein Hund seinem Führer den abgerissenen Filz- bezug einer Feldflasche. Beim ^jurückführen fand der Führer einen regungslos dalMenden Soldaten vor, dessen Oberkörper mit Mantel und Zeltbahn ungedeckt war. Offenbar hatten Kameraden den Mann für tot g> halten und ihn so zurückgelassen. Muth der Hunde- sührer konnte zunächst kein Lebenszeichen an dem Sol­daten wahrnehmen und entfernte sich wieöer, wurde je­doch durch den Hund nochmals an die Stelle znrttck- ppführt und stellte jetzt nach längeren Bemühungen fest, daß es sich nicht um einen Toten, sondern um einen Ver- wanderen gehandelt hatte. Nach dem Gefecht der Dr- vision bei D . . . am 7. August erhielten sechs Hunde- führer Seit Auftrag, das von den Russen geräumte Ge­fechtsfeld abzusuchen. Nach längerer Streife brächte ein Hund einen Fetzen einer russischen Jnfanteristenjacke. Der Hund führte zu einem zerschossenen russischen Unter­stand. aus dessen Schutt ein Stück Waffenrock und der Fuß eines Mannes herausragte. Der Hundeführer hielt den Mann, der vollständig eingeklemmt, regungslos da- lag und auf Zurufe nicht reagierte, für tot und wollte sich anschicken, weiterzugehen. Da der Hund den Platz je­doch nicht verließ, vielmehr dort scharrte und bellte, räumte der Führer schließlich den Schutt und Trümmer bei Seite und brächte einen zwar bewußtlosen, aber nicht toten Stuften zutage. Das Wesentliche der beiden genannten Falle, so schließt der Bericht, besteht darin, daß die Sanitätshunde sich nicht nur bei der Suche nach Verwundeten bewähren, sondern auch da gute Dienste leisten, wo es zweifelhaft erscheint, ob jemand tot oder nur verwundet ist

Hausstauen, achtel aus eure Ksrtsffelvsuäle!

So glaubt die Gesellschaft zur Förderung des Baues und der wirtschaftlich zweckmäßigen Verwendung der Kartoffeln in Berlin jetzt ganz besonders den Hausfrauen in den Städten zurufen zu müssen,- liegt es doch tm eigensten Nutzen eines jeden Käufers von Kartoffeln, daß auch er bei seinen kleinen Vorräten recht wenig Verluste erleidet. Aber auch wegen der Allgemeinheit ist es dringend geboten, daß möglichst jede geerntete Kartoffel auch zweckmäßig verwertet wird.

Schon jetzt werden vielfach Klagen laut, daß die

Haltbarkeit der diesjährigen Kartoffeln sehr mangelhaft ist. Um so mehr muß darauf geachtet werden, daß die Kartoffelvorräte derartig aufbewahrt werden, daß mög­lichst kein Gramm der in ihnen enthaltenen Nährstoffe verloren geht, was bei mangelhafter Aufbewahrung und nachlässiger Verwertung nur zu leicht der Fall ist. Verbraucher, die keinen geeigneten Aufbewahrungs­raum haben, schädigen sich und die Allgemeinheit in gröbster Weise, wenn sie trotzdem Kartoffeln aufbewah­ren wollen: Speisekammer, Küche und Zimmer sind auf jeden Fall ungeeignet zur Aufbewahrung. Als ge­eigneter Ort bleibt also nur der Keller übrig, voraus­gesetzt natürlich, daß er kühl, luftig und dunkel ist. Ist Zentralheizung im Hause, so sind auch die besten Kelter- räume häufig nicht zur Aufbewahrung von Kartoffeln tauglich, da nicht selten die Rohre der Zentralheizung durch die Keller gezogen sind. Vor dem Einbringen in Seit Keller müssen alle auf dem Transport beschädigten sowie angefaulten Knollen ausgelesen, und soweit es augeht, sofort verbraucht werden. Angestoßene Knollen verderben leicht und können, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden, noch andere Knollen anstecken. Nach Möglichkeit muß Werfen und Stoßen der Kartoffeln vermieden werden. Kleinere Mengen werden am besten in eine Kiste gebracht, deren Boden durchbrochen ist und den Zutritt der Luft von außen her zu läßt. Es empfiehlt sich daher, die Kiste auf untergelegte Ziegelsteine zu stellen. Handelt es sich um größere Mengen, so wird der für die Aufbewahrung in Aussicht genommene Raum mit einem sogenannten Rost bedeckt, der aus 2 bis 3 starken Holzpfosten mit auf ihnen festgenagelten Latten besteht, damit die Kartoffeln nicht unmittelbar auf dem Kellerboden lagern. Kübel, Fässer und Säcke sind für die Daueraufbewahrung nicht geeignet. Darauf zu achten ist, daß die Kartoffeln nicht zu hoch aufge­schüttet werden. Da die Kartoffeln am besten bei einer Temperatur von 3 bis 6 Grad überwintern, ist dafür Sorge zu tragen, daß die Temperatur im Keller nicht unter 0 Grad und nicht über 10 bis 12 Grad liegt. Wer­den die Kartoffeln dem Frost ansgesetzt, so können sie je nach der Stärke und Dauer des Frostes entweder süß werden, gefrieren oder sogar erfrieren. Als mensch- liche Nahrungsmittel werden erfrorene Kartoffeln sich kaum noch verwenden lassen. Sind die,Kartoffeln nur süß geworden, so müssen sie in ein warmes Zimmer ge­bracht werden, in dem sie 12 Tage stehen, bevor sie verwendet werden. Das Sützwerden macht sich nicht selten schon bei Temperaturen unter 6 Grad be­merkbar.

Aeußerste Sparsamkeit ist auch beim Zubereiten der Kartoffeln "in der Küche notwendig,- es sollen nicht mehr KartoffeKl/Gekocht werden, als für die einzelnen Mahlzeiten unkkeöingt erforderlich sind. Auch ivllten die Kartoffeln ausnahmslos nur in der Schale gelocht werden. Die in dem Schälen der rohen Kartoffeln lie­gende Verschwendung menschlicher Nahrungsmittel ver­stößt unter den jetzigen Verhältnissen gegen die vater­ländische Pflicht. Wenn diese Gesichtspunkte berücksich­tigt werden, so können unsere Hausfrauen mit dazu bei­tragen, daß wir mit den uns zur Verfügung flehenden Vorräten durchhalten.

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