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Sng MV autzerdMAMNek Taffferkest auf Bett Awürfen swöen. Schmter an Schulter mit den : mtb ruhmgekrönten Truppen unserer Vervün- deten Deutschland und Oesterreichklugarn kämpfend, haben sie in weniger als zwei Moriaten einen hinter­listigen Feind vollständig geschlagen und ihn aus seinen Gebreten hinausgeworfen. Sie habet» sodann etwas noch Ruhmvolleres getan: Die TrmppeA, die zwei Monate England und Frankreich zur Schande der Zivilisation und ihrer eigenen Länder gegen hie gemarterte bulga- rische Nation gesandt haben, mn die serbische Tyrannei Über sie aufrechtzuerhalten, sind aus Mazedonien verjagt worden, und heute steht teilt einziger ferndlicher Soldat auf dem unseren Helden, den Märtyrern der Vergangen­heit und der ruhmreichen Gegenwart so teuren Boden.

Das GrotzbulMrie«.

or# Sofia, 29. Dezember. ^T. U.) In einer Ver- sammlung der Mitglieder der Regierungsmehrheit vor Ei'öffnung der Sobrattse hielt wach der „Boss. Ztg." Mi­nisterpräsident Radoslawow eine Rede, worin er sagte: „Bulgarien stehe im Begriff, groß zu werden. Dies sei das Werk des ganzen Volles, nicht nur der Regierung. Alle Gebiete, wohin der bulgarische Soldat seinen Fuß gesetzt habe, würden bulgarisch bleiben." Die Rede wurde mit großer Begeisterung ausgenommen.

Der Wunsch des Königs von Griechenland.

Der Sonderberichterstatter des „Carriere della Sera" drahtet aus Athen: Man betrachte den Besuch des Gene­rals Castelnan beim König als eine Höflichkeit, da er seitens der französischen Regierung weder neue Forde- rungen vorgebracht, noch neue Erklärungen »erlangt habe. Castemau soll dem König erklärt haben, die Alli­ierten seien entschlossen, jeden feindlichen Vormarsch auf Saloniki zu verhindern. Auch soll der General den König über die VerteidigungsmaßnahMen der Alliierten unterrichtet und öen Wunsch ausgesprochen haben, Grie­chenland möge weiterhin wohlwollende Neutralität be­wahren. König Konstantin habe Castelnan seinen Wunsch wiederholt, die Neutralität und Souveränität Griechen­lands möge nicht geschmälert werden.

i Griechenland soll seine Truppen in Saloniki lasse».

^ Budapest, 29. Dezember. (T. U.) Nach Sofia wird der „Tgl. Rdsch." zufolge aus Athen gemeldet, daß die Lage zwischen der griechischen Regierung und der Entente sehr kritisch sei. Die Verbündeten beharren aus ihrem Wunsche, daß (Wiechenland große Truppenmassen im Gebiet von Saloniki zusamnrenziehe. Die grcechiiche Regierung ist jedoch der Ansicht, daß sie mit dem Abzug der Truppen nur einem öfters geäußerten Wunsche der Verbündeten folge. Sie sei nicht geneigt, jeden St,m- mungswechsel unter den Verbündeten zu respektieren.

tw Budapest, 29. Dezember. (T. U.) „A Bilag" ver­öffentlicht nach der „Dtsch. Tgsztg." folgendes Athener

und der

öffentlicht nach der „Dtsch. Tgsztg." folgendes Athener Telegramm: Laut Mitteilungen aus der ruisischen Ge­sandtschaft in Athen habe die griechische Regierung an­läßlich des Abzuges der griechischen. Truppen aus Sa­loniki eine Anfrage an die englisch-französische Heeres­leitung in Saloniki gestellt und zwar, welchen Test Griechenlands eigentlich der Vierverband als Basis sei­ner Kriegsoperationen zu betrachten gewillt sei. Der russische Gesandte erklärte, er habe in Vollmacht des Ge­nerals Sarrail die Antwort der englisch-französischen Heeresleitung dem Ministerpräsidenten Skuludis über­reicht und mitgeteilt, daß der Bierverband seine Kriegs­operationen nicht nnr auf Mazedonien, sondern auch auf

Epirus ausöehuen würde.

Artilleriekampf an den Dardanellen.

Konstautinopel. 28. Dezember. (WTB.) Das Haupt­quartier teilt mit: An der Dardanellenfront wurde eines von drei feindlichen Flugzeugen, die Ari Burun über- flogen hatten, durch das Feuer unserer Artillerie beschä­digt und fiel in das Meer-. Zwei Schiffe schleppten seine Trümmer gegen Jmbros. Bei Sedö ül Bahr dauert der gewöhnliche Kampf mit allen Arten von Bomben und Lufttorpedos an. Ein Panzerschiff der Agamemnon- klasse beschoß unter dem Schutze von zwei Kreuzern, zwei Monitoren und acht Torpedobooten eine Zeitlang mit Unterbrechungen unsere Stellungen. Unsere Artillerie erwiderte und traf mit zwei Haubitzen das Panzerschiff und einen der Kreuzer. Am 27. Dezember feuerte ein hinter der Insel Merkeb aufgestellter Monitor aus Hau­bitzen 80 Schuß aus die anatolische Küste der Meerenge. Unsere anatolischen Meerengenbatterien nahmen die Landungsstelle von Tekke Burun und Sedd ül Bahr ver­schiedene Mal unter Feuer, verhinderten und störten einen feindlichen Transport, versenkten bei Tekke Bu­run ein Boot und zerstörten einen großen Schuppen durch zwei Treffer. Eines unserer Wasserflugzeuge warf nachts mit Erfolg vier Bomben auf ein Zeltlager. Sonst nichts Neues.

KriegSzustand iu ganz Aegypteu.

Ueber Mailand wird aus Alerandrierr gemeldet: Der Kriegszustand, der bisher nur für den Suezdistrikt und für das Küstengebiet des Mittelmeers erklärt war, wurde neuerdings auf ganz Äegypten ausgedehnt.

«rleasallerlel.

Die serbischen Dokumente.

AuS Sofia wird gedrahtet: Der Sobranje ist eine Zusammenstellung von Dokumenten aus dem. serbischen Staatsarchiv in Nisch zugegangen. Sie umfaßt u. a. etw 20 Akten des serbischen Ministeriums, des Aeutzern, der serbischen Offizierliga und des KroilprinzenAlexan- der über die Vorbereitungen zur Ermordung des Erz­herzogs Franz Ferdinand und der Herzogin von Hohen- verg tm Juni 1914.

Lord Derbys Erfolg genügt nicht.

Lloyd George erklärte in einer Ansprache inGlas- gow im dortigen Industriellen Verein: Lord Derbys Werbeergebntsie seien sehr beachtenswert, aber noch nicht genügend für die Gewinnung des Krieges durch Engmud.

Täglich für 8 Millionen Mark Kriegsmaterial.

Die „New Yorker Staatsztg." veröffentlicht eine Statstttk 5er Nanonal City Bank, aus der hervorgeht, daß von den VÄettttgten Staaten täglich für acht Mil- lionen Mark Kiegsmaterial an die Vierverbanösmachte geliefert wird.

Italiens wirtschaftliche Schädigung.

Eine düstere Darstellung des Niederganges der ita- lievlickeu Hotelindustrie und des gesamten, vom »Frem­denverkehr lebenden italienischen Handels entwirft nach zuverläsiiaen Daten die vom Semstor Doumer redigierte »zuverlasst^n^arerr Verluste betragen Hunderte

tHtonen Lire. In Weibnochtsbriefen aus Nom Oberitalien, Sizilien usw. an'Pariser Wohltäter ttalie- «mms* ss® &

»«szeichnnns rat Postveamnnne».

Das „B. T." meldet aus Königsberg i. Pr.: Im Namen des Kaisers verlieh Staatssekretär Kraetke vier Postbeamtinnen in Ostpreußen je ein goldenes Armband mi goldener Uhr. Auf dem Jnnendeckel befindet sich die Inschrift „Für Mut und Treue im großen Kriege auf Allerhöchsten Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Kö­nigs 1915".

Zur sogenannten Haager Friedenskonferenz wird aus den, Büro des sozialdemokratischen Parteivor­standes dem „Vorwärts" geschrieben: In der Presse werden allerlei Mitteilungen gemacht über eine im Haag abgehaltene sozialistische »Friedenskonferenz. Richtig ist daran nur, daß die Genossen Ebert und Schetdemann am 22. Dezember im Haag mit den holländischen Mitglie­dern des Exekutivkomitees des internationalen svziali- ftifd)en Büros eine informatorische Aussprache gehabt haben.

Kriegssahrlen unter Dem Halbmond.

II.

Doch zurück zu unserem Transport! Als ich etwa eine Stunde später an Bord des Torpedobootes kam, lag bereits alles fein geordnet und gegen überkommende See geschützt auf dem Achterdeck. Da Mr. Jacques im Kriegsministerium als sehr zuverlässig bekannt war, hatte das Büro ihm eine Anzahl von Paketen für Seine Exzellenz Marschall Liman von Sanders Pascha und andere Herren des Hauptquartiers mitgegeben; eine Ehre, die er hoch zu schätzen wußte!

Aeutzerst interessant zu beobachten war für den Abendländer die türkische Besatzung des Bootes. Außer­dem deutsche» Kommandanten, der dem türkische» Kom­mandanten zur Seite steht, befand sich nur noch eine ganz kleine Anzahl deutscher Maschinisten und Matrosen an Bord. — Der bei weitem größte Teil der Besatzung bestand aus Türken. Alles ging in einer geradezu ver­blüffenden Ruhe vor sich, kein Hetzen und Hasten, kein Schreien ward gehört. Die wachefreien Leute standen auf Deck und bereiteten sich auf das Abendgebet vor. Auf ihren Gesichtern lag der Ausdruck einer Gemütsruhe, die für den Abendländer fast zu den Unverständlichkeiten zählt. Aber verfolgten nicht ihre Augen in versteckter innerer Unruhe alle auf der weiten Wasserfläche der Marmara auftauchenden Pünktchen? Die mglis Tacht- el-ba-hir (U-Boote) machten sich ja leider noch recht breit in diesem Meeresteil und manches heiße Gebet zu Allah um seinen Schutz wird von ihren Lippen ge= flossen sein, als sie gen Mekka gewandt, mit Fußspitzen, Knieen, Hände und Stirn den eisernen Schiffsboden berührend, ihm ihre fromme Verehrung darorachten.

An dem Morgen des nächsten Tages erreichten wir eine Gegend, in der sich die feindlichen U-Boote ganz besonders gern zu betätigen pflegten, und darum hielt es der Kommandant für angebracht, für die Dauer des Tages mit seinen Schutzbefohlenen einen versteckten Schutzplatz aufzusuchen, um erst in der Dunkelheit der Nacht weiter zu fahren. Gerne hörten mir diese Bot­schaft, denn etwas Bewegung tat uns allen not. So ver­lebten wir einen angenehmen und gleichzeitig sehr interessanten Tag, der uns außerdem »och i» die engste Berührung mit dem Landvolk brächte. Sind) hier waren, wie fast allerorts, der gesunden und kräftigen Meeresluft wegen zahlreiche Verwundete und kranke Soldaten untergebracht. Und wie in allen Lazaretten, wo sie auch seien, so gab es auch hier die schrecklich­sten Bilder des Jammers und Elends. Doch schienen sie mir hier gemildert und auf einen trostreich ver­söhnenden Ton gestimmt zu sein. Das lag an der Tat­sache, daß eine Anzahl hilfsbereiter, blondhaariger Krankenschwestern aus dem fernen verbündeten Deutschland nach hier geeilt war, um mit helfender, lin­dernder weicher Frauenhand das traurige Los der ar­men Verwundete» zu mildern. Zumeist der gesellschaft­lichen Oberschicht der Nation angehörend, taten sie unver­drossen selbst die niedrigsten und schmutzigste» Dienste und Handreichungen bei den armen Auatolteru. Bild- sauber und ordentlich, hell und luftig und praktisch war das an und für sich erbärmliche Gebäude von ihnen her­gerichtet worden, und auf den Gesichtern der Kranken lag ein tiefes Gefühl des Dankes, der wohligen, Ge­nesung bringenden Ruhe. Rührend war es, sie zu be­trachten, diese armen Kerle mit ihren treuen, zuverläs­sigen, unbestechlichen Gesichtern. Diese auatolischen Bauern, die von allen türkischen Stämmen am meisten an Menschenopfern, Gut und Zukunft haben hingeben müssen. Fast alle diese aus der Provinz kommenden „Asker" (Soldaten) sind verheiratet: wenn auch noch jung an Jahren, so sehen sie doch schon recht alt aus. Die Sonne und schwere Arbeit hat ihre Haut zu Leder gedörrt und tiefe Falten in die Gesichter geschrieben. Ge­rade der Anatolier hat stets die besten und treueftett Soldaten gestellt. So lagen sie auch hier zu vielen und zu»! Teil elenden Atenschenbruchstücken in den weißen Betten,- die Fortgeschritteneren saßen darauf mit unter- geschlagenen Beinen und mären so weit ganz glücklich und zufrieden. Einen größeren Grad der Genügsain- keit kann man kaum finden, wie bei ihnen. Alle Tage das gleiche abwechslungslose Essen, das sie aber immer wieder mit dem gleichen Appetit genießen. Dazu ein Stück Brot,- und wenn mächtige Freunde aus dem Ort, ihre Vorgesetzten oder gar der Padtschah ihnen etwas Tabak zur» Geschenk machen, dann ist der Gipfel der Zu­friedenheit erreicht. Nie hört man lautes Sprechen oder Streiten, selbst der Leidende unterdrückt herosich laute Schmerzensäußerungen, und das Messer des türkischen Arztes ist beim Verbandwechsel recht schnell und gründ­lich zur Hand und Chloroform recht teuer und rar. Stundenlang können sie schweigend auf dem Bette sitzen und rauchen, in die Ferrce sehen, ohne ein Wort zu sagen — aber auch ohne sich zu langweilen. So wie die tür­kischen Kinder keine Spiele und Spielzeuge in der Art unserer Kinder lernten, so kennt der Soldat auch nicht den schönen, meist etwas sentimentalen Gesang unserer Leute, der sofort auhebt, wenn 3—4 Leichtverwundete irgendwo in einer Lazarettstube zusammen sind. Auch auf den Märschen durch die Straßen hört man nie Ge-

»wie bei uns! Wie freuen wir uns alle, die wir als sche Soldaten hier auf Posten sind, auf den hoffent­lich einmal kommenden Augenblick, wo wir deutsche Re­gimenter strammen Schrittes unter den eisernen Klän­gen ihrer Soldatenlieder von „Gloria und Viktoria", „von den Böglein im Walde, die so wunder- wunder­schön sangen," und vom „Aushalten im Sturmgebraus" durch die Peraftraße ziehen sehen werden! Daß dieser Tag einst und nicht in 3» ferner Zeit kommen möge — Jnschallah! Und so sehr ich mich auf die erstaunten Ge­sichter der Türken lnicht der „Peroten") freue, so sicher bin ich dessen, daß die türkischen Jungens sehr bald alle mitsingen werden! Vielleicht im Stillen auch mancher würdige ältere Effendi.

Mst herzlichem Dank waren wir bei Eintritt der Dunkelheit von der Schwesternschar wieder geschieden: auch ihnen hatte in ihrer Abgeschiedenheit der Tau wohl

eine kleine Avwemselung uno nnregung aevracyt. Dann olUien wir langsam auf der Marmara wester gen Süden. Der Ptond beleuchtete wundervoll Küste und Meer und alles schien so friedlich und ruhig, daß man sich mit Ge« malt immer wieder in die rauhe Wirklichkeit versetzen mußte Wer nicht so sehr begeistert war von dem hellen Licht des Mondes, das war unser verehrter Komman­dant: denn es galt um so /schärferen Ausguck nach den N-Booten zu halten, die vielleicht die Helle der Nacht zu ihren schlimmen Taten ausnutzen wollten. Gegen Mor­gen sollten wir in die Meerengen, die Dardanellen ein» laufen, und da niemand von uns diesen wichtigen Augen­blick verpassen wollte, so machte alles frühzeitig seinen Schlafplatz auf. Wind und Wellen waren uns wohl ge- sinnt, und so trafen wir schon kurz nach Sonnenaufgang am Eingang der Dardanellen ein.

(Schluß folgt.)

Vermischtes. 1

Der Kaiserin Dank an die Angehörigen der frei«- willigen Krankenpflege. Der Kaiserliche Kommissar und Militär-inspekteur der freimütigen Krankenpflege bei der Armee im Felde, Fürst zu Solms-Baruth, gibt nach­stehendes Allerhöchstes Handschreiben der Kaiserin be­kannt: „Beim Herannaheu des Weilmachtsfestes ist es Mir Bedürfnis, den Angehörigen der freiwilligen Kran­kenpflege, insbesondere allen Schwestern und weiblichen Hilfskräften, die nun schon zuni amciten Male das Fest in Feindesland feiern, einen herzlichen Gruß aus der Heimat zu senden und dabei zum Ausdruck zu bringen, mit wie stolzer Freude es Wich erfüllt, daß die sreiivil- lige Krankettpflege sich iu vollem Maße den Anforderun­gen gewachsen gezeigt hat, die die ernste Zeit, die unser Vaterland durchlebt, au ihre hingehende Pflichttreue stellt. Je länger der Krieg dauert, desto größer sind die Opfer, die er von jedem draußen und in der Heimat verlangt, desto fester aber ist auch Mein Vertrauen, daß alle, die dazu berufen sind, seine Leiden zu lindern, aus­harren werden. Mit unerschütterlicher Treue, bis der Sieg erstritten ist, den mir von Gott erbitten. Er wird auch diese Liebesarbeit segnen."

Eine Weihnachtsgabe des Kaisers. Eine unverhoffte Weihnachtsfreude hat der Kaiser der Familie des Schneidesägenarbeiters Strand in Zwiesel (Bayern) bereitet. Nicht weniger wie neun Söhne des ^t. stehen im Felde, einer ist verwundet, drei be­sitzen das Eiserne Kreuz. Vor einiger Zeit mareu alle neun Feldgraue zum Besuch bei den Eltern und ließen sich mit diesen photopraphieren. Da das Ehepaar in bescheidenen Verhältnissen lebt, be­richtete der Bürgermeister von Ziviesel über die Betei­ligung der Familie Sträub am Kriege und fügte eine der Familieuausnabmen bei. Jetzt hat der Kaiser zu Weih­nachten dem Ehepaar ein Geldgeschenk von 300 Mark überwetsen lasse».

Schwere Sturmschäden in England. Aus London meldet Reuter: Ein gewaltiger Sturm, wie er seit Fah­ren nicht vorgekommen ist, hat Ellgland hetmgesncht und großen Schaden angerichtet. Die telegraphischen und telephonischen Verbindnngen sind unterbrochen. Fm ganzen Lande sind vielen Hlinderten von Häusern die Dächer weggefegt worden. Berichte von zahlreichen Schiffbrüche» sind eingelaufen. Die Küste ist mit Wrack­holz über sät.

Die Eiusitbruttg der Butterkarte steht im König­reich Sachsen für den 10. Jannar 1910 bevor. Butter darf dann innerhalb Sachsen,5 an Verbraucher gewerbs­mäßig nur dann abgegeben werden, wenn sich der Em­pfänger im Besitze von Butterkarten oder ähnliche» Ausweisen befindet. Die Inhaber von Gastnnrtschaste», Pensionen, Krankenhäusern und ähnlichen Anstalten stehen im Sinne dieser Verordnung den Verbrauchern gleich. Sie erhalten die dem Umfang ihres Betriebes entsprechende Anzahl von Butterkarten. Die Gültigkeit der Butterkartelk ist nicht auf die Wemelnbe, die sie aus­gestellt hat, beschränkt. Genreinden, die durch Zuschuß öffentlicher Mittel eine Verbillignug der Butter für ihre Gemeindeallgehörigen erzielen, können in dessen den Be­zug dieser verbilligten Butter für die Angehörigen an­derer Gemeinderr ansschlteßen.

Aus der Juftrnktiousstunde. In der Kri-gszeitung des 15. Armeekorps findet sich das folgende hübsche Frage- und Antwort spiel „aus der guten alten Zeit": Was ist Disziplin? Disziplin ist das unangenehme Ge­fühl, das den Soldaten in Gegenwart seines ÄMrge^'y- ten beschleicht. - Was ist der Parademarsch? Der Pa­rademarsch ist nicht nur die Reinheit des Leder-zeuges, die Sittsamkeit der Hosen und die Aufrichtigkeit uer Ge­wehre, sondern namentlich der Hinblick an, den Vor­gesetzten. Wo hat der Soldat feine Lunge? Die Lunge ist da, wo der Herr Feldwebel das Buch hat. Wo sitzt das Herz? Das Herz sitzt zwischen dem Eisernen Kreuz erster und zweiter Klasse.

Zum Eisenbahttttngltick in Bentschen wird den Ber- liner Blättern noch mitgeteilt: Hilfe war sofort zur Hand. Die Landsturmkompagnien eilten im Laufschritt nach der Unfall stelle. Die Aerzte der Umgegend wurden alarmiert. Die Bevölkerung strömte hinzu und legte hilfreich Hand an. Der Korpsarzt traf mit dem ersten Lazarettzuge aus Posen ein. Den Verwundeten wurden alle Erleichterungen zuteil: sie wurden im Bentschener Krankenhause und einer schnell hergestellten Unterkunft untergebracht.

Eine gescheiterte Katzensteuer. Die Stadtverord­netenversammlung in Gaben wollte eine Katzensteuer eins übten. Im letzten Moment aber fiel sie, da die Vor­lage mit drei Stimmen Mehrheit abgelehnt wurde, ob­gleich die Bürgerschaft sich in «erfammlungen und Ver­einen für diese Steuer erklärt hatte. Ein Stadtverord­neter meinte, statt der jetzigen Katzenplage würde Guben nach der Einführung eine Ratten- und Mäuseplage er­leben. Der Tierschutz verein hatte sich für die Katzemleuex erklärt, während besonders Frauen dagegen waren.

Weisere Drahtnachrichten«

AuS dem griechischen Kabinett.

** Lugano, 29. Dezember. (T U.) Ein Tele­gramm des „Carriere della Sera" aus Athen will, wie die „Boss. Ztg." berichtet, wissen, daß im griechischen Kabinett eine Krise ausgebrochen sei, weil Gunaris nach dem Aus­fall der Wahlen den Vorsitz im Mintsterimn beansprucht hätte, worauf Skuludis und Rballis ihre Entlassung ge- fordert hätten. Auf den Wunsch den Königs hätten beide jedoch ihr Gesuch zurückgezogen und sei die Einigkeit des Kabinetts wieder hergestellt worden.