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Griechenland gestattet keine Landung in Kavalla

ta* Sofia, 27. Dezember. (T. U.) Nach Juforma

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twnen, welche die bulgarische Regierung erhalten hat, wird das griechische Kabinett die Landung der Entente in Kavalla nicht zugeben. Den Beschluß teilte die grie­chische Regierung den Vertretern der Entente in Athen mit. Die Beziehungen Bulgariens zu Rumänien sind zufriedenstellend.

Wachsende Spannung zwischen Griechenland und der Entente.

o-»- Zürich, 27. Dezember. (T. U.) Die „Neuen Zürcher Nachrichten" berichten nach der „Bl. Mp.", daß in Athen soeben aus zuverlässiger Quelle Nachrichten ein- laufen, nach denen die Lage zwischen Griechenland nnd dem Vierverband sich immer mehr znspitzt. Die Gewalt­tätigkeiten des letzteren sind bis ins Unerträgliche und Entwürdigende gestiegen. Es ist nicht genug an der völligen Vergewaltignng der griechischen Nationalität, sondern sie tritt auch die staatlichen Hoheitsrechte Grie­chenlands mit Füßen. Die Erregung wächst von Tag zu Tag. Ein völliger Brnch mit dem Bierverdande sei nuansvleiblich, trotzdem die griechische Regierung mit eiserner Festigkeit an ihrer bisherigen Haltung festhält, Die Verantwortung treffe den Vierverband.

4s*> Wien, 27. Dezember. (T. U.) Die „Reichspost" meldet nach dem „Bl. L.-A." aus Saloniki: Bis jetzt sind rund 230 000 Engländer und Franzosen gelandet. Die Franzosen haben ihre Stellungen auf dem rechten Ufer des Barbar, die britischen auf dem linken. Nach 6 Uhr abends darf niemand mehr auf die Straße, der nicht Engländer oder Franzose ist.

Castelnans Aufenthalt in Saloniki.

Die Agence Havas meldet aus Saloniki: General Castelnau hat seine Besichtigungsreise beendigt. Nach zahlreichen Unterredungen mit General Sarrail und dem Oberbefehlshaber der englischen Truppen hat Castelnau Saloniki verlassen. Er begab sich nach Athen, wo er vom König empfangen werben wird.

Eine Mehrheit für die griechische Regierung.

oi* Athen, 27. Dezember. (T. U.) Gunaris be­nachrichtigte nach dem „B. L.-A." den König über den zufriedenstellenden Verlauf der Wahlen, der wie gemel­det, eine erhebliche Schwächung der Venizelistenpartei ergab. Als Führer der Mehrheit erklärte Gunaris, die Regierung unterstützen zu wollen, da die äußere poli­tische Lage erfordere, daß augenblicklich kein Kabinetts­wechsel stattfinde.

An der griechischen Grenze.

„Daily Chrouiele"erfährt aus Athen vom 22. b. M.: Die griechische Regierung hat neuerlich einen Protest gegen die Ueberschreitung der griechischen Grenze durch die Bulgaren verfaßt. Sie tat es, um dadurch ihre Uu- parteilichkeit zu beweisen. Andererseits hat die griechi­sche Regierung von den Mittelmächten entsprechende Versicherungen erhalten, daß das besetzte Gebiet nach der Einstellung der Feindseligkeiten unvermindert zurück- gegeben werden wird.

Die bulgarische Armee wartet.

Der frühere bulgarische Minister Malinow erklärte nach dem „B. L.-A." einem Vertreter der Agence Havas, einem Telegramm aus Saloniki zufolge: „Wir haben die Franzosen und Engländer bis über die griechische Grenze gejagt. Es hängt ausschließlich von Griechenlands Hal­tung ab, ob der serbischen Tragödie ein neues Drama oder eine Komödie folgen wird. Die bulgarische Armee wird die Haltung Griechenlands abwarten. Jedoch wer­den wir Bulgaren die Waffen erst mit dem allgemeinen Frieden niederlegen."

Ein Jubelgruß König Ferdinands.

Zar Ferdinand richtete von Prisren, wo er sich am 15. Dezember auf seiner Reise durch die eroberten Ge­biete aufhielt, das folgende Telegramm an den Mini­sterpräsidenten Radoslawow: Vom Fuß der ungeheuren Mauern des schneebedeckten Schargebirges, aus dem wunderschönen Prisren, das fest in der Hand meiner Truppen ist, sende ich einen Jubelgrutz und preise Gott nnd den bulgarischen Ungestüm.

Die russische „Ueberraschung."

Eine ruhmredige Bekanntmachung des russischen Hauptquartiers.

Das russische Hauptquartier hat, wie der Korrespon­denz „Heer und Politik" geschrieben wird, wieder ein­mal gewaltige Vorschußlorbeeren gesammelt, und durch eine Verlautbarung über seine Rüstungen und Pläne Deutschland „erschreckt". In der Verlautbarung des russischen Hauptquartiers wird darauf hingewiesen, daß bt kurzer Zeit eine Ueberraschung kommen werde, durch

Ein kleines Mißverständnis,

Novelle von Ida John-Arnstadt.

B) (Nachdruck verboten.)

„Daran find Sie schuld, Herr. Hätten warten kön­nen, mit Ihren Redensarten, bis der Luxusgegenstand hinaus war..... Bis zum Ersten haben wir noch sieben Tage und da der Herr Landesbankdirektor morgen auf einige Tage zum Jagen fahren, so brächte man sich vielleicht gleich eine männliche Bedienung für Haus und Küche von den gräflich Belowschen Gütern mit. Wün- sche guten Abend, meine Herren."

Peter Paul junior hielt sich die Seiten vor Lachen über die empörte Alte, doch sein Onkel schob die rote Hausmütze verlegen hin und her und klagte: „Du, die macht Ernst," dann eilte er mit Riesenschritten hin­aus, das über ihn hereinbrechende Unglück womöglich noch in Gifte abzuwenden, doch schon nach zwei Mi­nuten kam er unverrichteter Dinge wieder, diesmal ernst­lich erregt, mit zornigem Ausdruck im Gesicht. „Da siehst Du's ja, Peterchen, wie die Frauenzimmer sind! Immer ohne Ueberlegung und Verstand in den Tag hineingeharrdelt. . . Just vor der Nase weg lief sie mir davon, zu Türe und Tor hinaus, wo ich doch mor­gen reisen will. So ein Unsinn!"

„Sie wird schon wieder kommen, Onkelchen."

„Freilich, das wird sie chon; für diese Nacht aber sicher nicht. Schon einmal hat sie solch' eine Komödie in Szene gesetzt und mich drei Tage im Stich gelassen, und das war wegen einer noch kleineren Sache. Man sollte seine Zunge doch ein bißchen mehr im Zaume hal­te«, wenn solche Greten in Hörweite herumstehen! . . . ist am besten, ich schließe die Bude zu und fahre gleich heute nacht."

& bewahre: das tust Du nicht, Onkel!! In Dei- MM Bahren muß man M die Mönche nicht mmütztzr-

[ Aus dem großen Hauptquartier

** Großes Hauptquartier, 26. Dezember 1915. (Amtlich. WTB.) (Eiugegangen 3,00 Uhr nachmittags.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei andauerndem Regenwetter war die Gefechts­tätigkeit auf dem größten Teil der Front nur gering, lebhafter in Gegend nördlich von Albert, an einzelnen Stellen in der Champagne und in den Bogesen nörd­lich von Sennheim.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Deutsche Patrouillen-Unternehmungen in Gegend von Dttnaburg waren erfolgreich. Stärkere russische Erkundungsabteilungen wurden nordwestlich von Czar-

torysk und bei Berestiany (südöstlich von Kolki) । gewiesen.

Balkankriegsschauplatz.

Die Lage ist im allgemeinen unverändert.

Oberste Heeresleitung.

ab

£ Dom österr.-ungar. Generalstab "

Wien, 26. Dezember. (WTB.) Amtlich wird ver= lautbart:

Russischer Kriegsschauplatz.

Im Sumpfgebiet der Polesie wurden an mehreren Stellen starke feindliche Aufklärnngsabteilnngen znrück- geworsen. Sonst nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Annäherungsversuche gegen den Sttdteil der Hoch­fläche von Doberdo wurden leicht abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschallevtnant.

die die ganze Welt in Erstaunen gesetzt werden werde. Die Munitionsversorgung sei in glänzendster Weise ge­löst worden. Rußland verfüge über weit mehr Reser­ven, als jemand ahne und sei jetzt vollauf gegen Ueber- raschungen geschützt, die das Russenheer von Mackensen bei Tarnoiv-Gorlice erleben mußte.

Rußland hat schon früher bei dem völligen Mangel an wesentlichen Erfolgen stets drohend darauf hingemie- sen. daß es über ein gewaltiges Millionenheer verfüge und Deutschland zerschmettert! wolle. Das russische Hauptquartier hat aber anscheinend aus der Geschichte dieses Krieges nichts gelernt, denn sonst wäre ihm zum Bewußtsein gekommen, daß diese große zahlenmäßige Ueberlegenheit, von der es in früheren Erlassen ruhm­redig sprach, auf das Ergebnis der Kämpfe keinen Ein- fluß gewinnen konnte. Trotz der Ueberlegenheit an Menschen hat Rußland ganz Polen und einen groß Teil von Rußland selbst eingebützt. Wenn jetzt oi russische Hauptauartier davon spricht, daß die Mnnitions- versorgnng nun gesichert fei, so rechnet es mit der all­gemeinen irrtümlichen Anschauung, daß das russische Heer früher nur aus Mangel an Munition geschlagen worden sei. Diese Anschauung, die nicht nur in den feindlichen und neutralen Staaten, sondern auch bei uns Verbreitung gefunden hatte, war nichts destoweniger trotzdem falsch. Es wurde bereits mehrfach von maß­gebendster Stelle erklärt, daß von einem Mangel an Munition im Laufe der Kämpfe mit Rußland keine Rede

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sein konnte. Die Niederlagen, durch die das russische Heer zum Rückzug gezwungen wurde, hat es vielmehr lediglich durch die moralische Ueberlegenheit unseres Heeres und die geistige Ueberlegenheit unserer Führung erlitten. Die Stärkung durch den NUmitionsüberflutz, der jetzt in Rußland herrschen soll, ist darum nur sehr fraglich. Auch an dem Beispiel der letzten Offensive im Westen, wo Engländer und Franzosen die ungeheuerste Munitionsverschwendung betreiben konnten, kann man erkennen, daß der Hinweis des russischen Hauptquar­tiers auf seine Munitionsversorgung nur ein Trost im Unglück für den so vielfach geschlagenen Vierverband ist.

Ueber die weiteren Worte des russischen Haupt­quartiers, welche die ungeahnt großen Reserven betref­fen, schweigt man am besten völlig. Zwar hat auch der eben abgesetzte russische General Rntzki vor einigen Ta-

weise abbrechen,' so etwas rächt sich. . . . Denke doch nicht, daß Trinchen so leichtsinnig wäre, Dich, ihren angebeteten Herrn, in Verlegenheit zu bringen; übri­gens hast Du ja noch über zwei dienstbare Geister zu verfügen: Spülmädchen und Laufbursche werden doch unten sein und wenn Dn's wünschen solltest, so bleib ich eben bei Dir."

„Nein, nein, geh' Du nur; sannst mir ja doch nicht helfen . . . Und da ich ich Dich nach menschlicher Berech­nung vor Steujahr nicht wiedersehe, und Dir den Christ­baum nicht eigenhändig anzünden kann, so erlaube mir, mein Junge, daß ich Dir Dein Weihnachtsgeschenk schon jetzt überreiche/'

Der alte Herr hielt seinem Neffen eine Banktlote hin, doch der junge Mann prallte erschrocken zurück. „Onkel Peter! Tausend Mark! Das ist — ist doch wohl nur ein Scherz.

„Mein völliger Ernst. Zier' Dich doch nicht wie ein Backfisch. Ich dächte, Du wärest es gewohnt, solche Zettel an den Ntann zu bringen! Denke nur an Deine Studienjahre und die Militärzest."

„Das war doch etwas anderes, Onkel,' Du bist ja auch jetzt noch mein väterlicher Spender .... 's ist eigentlich eine Schande für mich und soll auch anders werden. . . Aber einen Tausendmarkschein als Weih­nachtsgeschenk! . . . Nem, das ist entschieden zu viel."

„Mach' kein Geschrei, Peter Paul! Ich verfolge mit dieser Gabe nur einen besonderen Zweck. Du sollst eine Studie machen, das heißt einen Teil des Geldes auf Deine Art für irgend eine sogenannte Wohltat zu ver­wenden, und mir dann berichten, wer von uns beiden recht hat, Du mit Deineur Humanstätsdusel oder ich. Trinchens Ansicht wird wohl die beste sein, natürlich nur das „Geben" betreffend... Was die dumme Person sich jetzt herausgenommen hat, fortzulaufen, ist einfach unverzeihlich. Es soll mir aber eine Lehre fein.. *

gen erst dem Mitarbeiter der französischen Zeitung „Petit Parisien" erklärt, daß derjenige den Krieg gewirrten werde, der die meisten Soldaten haben werde. Da der ganze Verlauf des Krieges aber gezeigt hat, daß die Anbetung der Zahl ein ungeheurer Irrtum ist, so gcht man am besten über diese lächerlichen Mitteilungen ome Kritik hinweg. Der einzige Einwand, den maii mache, könnte, wäre der, daß auch wir und unsere Verbündeter wohl noch über starke Reserven verfügen, wie sich daS russische Hauptquartier eigentlich selbst sagen könnte. Wenn das russische Hauptquartier seinen Erlaß damit schließt, daß jetzt eine so gewaltige Ueberraschung kom- \ men werde, daß die ganze Welt darüber in Erstaunen geraten werde, so hoffen wir zuversichtlich, daß dieses wirklich der Fall sein wird, aber in ganz anderer Weise, als das russische Hauptquartier hofft. (Z.)

Die zweite Ancona-Note Amerikas

spricht die Ansicht aus, daß in der Frage der Versen­kung der „Ancona" weder das Gewicht und die Art der ergänzenden Zeugenaussagen, durch welche der Be­richt des Flottenkommandos bestätigt wird, noch die Zahl der Amerikaner, die getötet oder verwundet wurden, die zu behandelnden Hauptpunkte bilden. Die Schuld des Kommandanten! steht in diesem Falle fest!. Es ist eine unleugbare Tatsache, daß Bürger der Bereinigten Staaten durch sein ungesetzliches Auftreten getötet, ver­wundet oder in Gefahr gebracht wurden. Die Bestim­mungen des Völkerrechts und die Grundsätze der Hu­manität, die so durch deu Kommandanten des U-Bootes verletzt wurden, sind seit so langer Zeit und so allgemein anerkannt und vom Standpunkt des Rechts und der Ge­rechtigkeit so klar, daß die Regierung der Vereinigten Staaten sich nicht veranlaßt sühlt, sie zu besprechest und nicht begreift, daß die Kaiserliche oder Königliche Re­gierung sie in Zweifel zieht oder bestreitet. Die Regierung der Vereinigten Staaten sieht sich deshalb genötigt, die Kaiserliche und Königliche Regierung für die Tat ihres Sommanbanten verantwortlich zu machen und die entschiedenen, aber ehrerbietigst gestellten For­derungen ihrer Note vom 6. Dezember zu wiederholerr. Die Regierung der Vereinigten Staaten hofft von Her­zen, daß die obige Erklärung ihrer Haltung die Kaiser- lich und Königliche Regierung von der Rechtmäßigkeit ihrer Forderungen überzeugen und daß diese in dem­selben Geiste von Offenherzigkeit und mit demselben Wunsche nach Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zustimmen wird, wie sie jetzt zwischen den Vereinigten Staaten und Oesterreich-Ungarn bestehen, Beziehungen, welche die Vereinigten Staaten veranlaßten, die Forde­rungen zu stellen.

Don der Westfront.

Der Pariser Abendbericht

vom 25. Dezember meldet: In Belgien war die Tätig­keit der Artillerie im Laufe des Tages auf beiden Seiten in der Gegend von Lombartzyde andauernd sehr lebhaft. Im Artois beschossen unsere Batterien die deutschen Werke südlich von Angres und in der Gegend von Arras mit Erfolg. In der Champagne zerstreuten wir einen feindlichen Transport auf dem Wege von Tahure nach Somme Py. In den Vogesen ziemlich lebhafter Ar- . tilleriekampf. Der Feind beschoß ohne Erfolg unsere Stellung an der Hirzsteinfront und aurbem Nordhang des Hartmannsweilerkopfes.

Belgischer Bericht. Die letzte Nacht und der heutige Vormittag verliefen ruhig. Am Nachmittage zeigte der Feind vor dem mittleren Teile der Front einige Tätigkeit. Seine Batterien wurden von unserer Artillerie bald zum Schweigen gebracht, die hierauf gegen die deutschen Arbeiten bei Vieogne und gegen ein wich­tiges Werk des Feindes nördlich von Dixmuöe ein zer­störendes Feuer richtete.

Ein Tagesbefehl des englischen Königs.

Reuter meldet: Der König erließ am Weihnachis- morgen an das Heer und die Flotte einen Tagesbefehl, in dem er feinen Dank und sein Vertrauen für die Zu­kunft ausspricht. Wiederum gehe, so schließt der König, ein Jahr zu Ende, wie es begonnen habe, unter Mnh- seligkeiten, Blutvergießen und Leiden. Aber es tue ihm wohl, zu wissen, daß das Ziel, nach dem sie strebten, näher rücke.

• * *

Rußland denkt nicht an Frieden.

In dem Budgetausschuß der Duma erklärte Mi­nister des Aeutzeren Sasonow auf eine Frage Mtljukows über die Gerüchte betreffs Verhandlungen zugunsten des Friedens, daß diese Gerüchte unbegründet und sinn-

Leutnant Paul vernahm in Wirklichkeit kein Wort von dem, was der äffte Herr über feine abtrünnige Wirtschafterin sagte; er nickte nur mechanisch dazu, starrte auf das braune Papier in seiner Hand und überlegte, was alles sich mit einer solchen Summe an- fangen lasse. Daß er dabei an Würfel und Karte nicht dachte, muß zu seiner Ehre gesagt sein. „Dank, lieber Onkel, großen Dank!" sagte er bewegt und drückte des Alten Hände ein um das anderemal an die Lippen, „ich will meine Mission schon zu Deiner Zufriedenhett er­füllen,' Du wirst Dich freuen . . . Glückliche Reise und vergnügte Feiertage! .... Nach dem Theater komm' ich wieder vorüber: seh ich noch Licht bei Dir, so schell ich noch an und mache Dir eine Mitternachts- visite. Darf ich?"

„Gewiß, mein Junge, wenn die Ungetreue nicht zurückkehrt, ist's möglich, daß ich noch auf hin....."

„Sie kommt schon wieder, verlaß Dich darauf. Sollt' ich sie auf der Straße treffen, werd' ich ihr den Trotzkopf ein wenig zurechtsetzen. . . . Grüß Gott, Onkel Peter!"

ßeutnant Paul warf noch ein paar zärtliche Blicke und Kußhände nach dem gedankenvoll nickenden alten Herrn hinüber, rief seinen Hunden und befahl dem mtt= heraufspringenden Laufjungen in der Nähe seines Herrn zu bleiben. „Sollte mein Onkel mich wünschen, so fin­dest Du mich im Theater, Loge rechlS, oben/ schärfte er ihm noch ein, bann durchschritt er HauSflur und Garteu.

Schimmernder Schnee knirschte unter seinen fügen, sonst regte sich nichts,' nicht einmal der Wind strich unter dem wolkenlosen, sternbesäten Himmel dahin. Die Bogenlampen rechts und links warfen ihre weiße Licht- flut weit umher, auf schneebedeckte Tannenreiserhügel, darunter die Hyazinthen und Rose« schliefen.

(Fortsetzung folgt)