fchievungH ht VestaraNen ordnete Rumänien die Mk- Mprw^M^^na<n aut pn Rumänien glaubt man, SliuSS Rumamen gegenüber nicht solchen in Betracht ziehen würden, wie bei Griechenland. Rumaitien will feine Stärke geigen, um nicht der Schwache zum Opfer zu fallen. Auch heute noch ^rnichtung der serbischen Armee ist Rumänien «och entschlossen, seine Neutralität selbst mit den Sßaffen zu verteidigen.
Bittere griechische Klage über die Entente.
Der Berichterstatter des „Daily Telegraph", Don- choe, hatte eine Unterredung mit Skuludis, der sich mit besonders bitteren Worten über die Alliierten beklagte. 3n der letzten Zeit, sagte Skuludis, sind wir behandelt worden wie ein unterworfenes Volk. Die griechische Regierung ist bis zur äußersten Grenze der Freund- ichaft, die noch mit Neutralität vereinbar war, gegangen und trotzdem ist dieser Tage einer der Eutentegesandten z« Mir gekommen und hat mir in unverschämten Worten erklärt, daß die Regierung die Versprechungen, die unser König gegeben, gebrochen habe. Das ist unwahr. Ich fühlte seine Worte als Beleidign««, sagte ihm das und warf ihm seinen schriftlichen Protest vor die Füße. Jetzt stehen wir einer noch schrecklicheren Frage gegen- über. Wie sollen wir verhindern, daß unter Land mit Blut überstrvmt wird? Eine Partei der Kriegführenden ist schon da, die andere wird rasch kommen. Deutsche und Oesterreicher können jeden Tag einrücken. Genau genommen, haben sie das volle Recht, das zu tun, da den Alliierten der Zugang zum Lande gestattet worden ist. Die Mittelmächte können ihre Verbündeten, die Bulgaren, mit sich bringen. Ich sehe es kommen, daß Griechenland durch Kriegsgreuel verwüstet wird, nur weil die Alliierten grobe diplomatische und militärische Fehler begangen haben. Skuludis sprach sodann die Hoffnung aus, daß Griechenland ein Einfall der Bulgaren erspart bleiben würde.
Ein Kriegsrat der Verbündeten.
Italiens Interessen nach der Dardanellen-Niederlage.
^" Wien, 24. Dezember. (T. U.) Die „Wiener Allg. Ztg." erfährt der „Dtsch. Tgztg." zufolge, daß unter dem Eindruck der Niederlage an den Dardanellen sofort ein Kriegsrat der Verbündeten abgehalten worden sei, wobei es zu einem Zusammenstoß zwischen den Vertretern Englands und Italiens kam. Von englischer Seite wurde erklärt, daß das Dardanelleuunternehmen freiwillig eingestellt werde. Der italienische Vertreter stellte sich jedoch auf den gegenteiligen Standpunkt und verlangte die Fortsetznng des Unternehmens, da ein Freiwerden der türkischen Armee eine große Gefahr für Lybieu bedeute. Gleichzeitig teilte er mit, daß Lybien für die Italiener so gut wie verloren sei, da es von den Auf- ständischen bis auf einen schmalen Küstenstreifen vollständig erobert wurde. Unter diesen Umständen müßte Italien darauf bestehen, daß die türkische Armee gebunden bleibe.
Kitcheners Versprechen,
^ Zürich, 24. Dezember. (T. U.) Der „Neuen Zürcher Ztg." wird aus Amsterdam nach der „Voss. Ztg." gemeldet: Bei seinem letzten Besuch in Paris hat Kit- chener die Versicherung abgegeben, daß Mitte März 1^ bis 2% Millionen Engländer in Flandern stehen werden.
Die Kriegslage im neutralen Urteil.
s-k- Im „Berner Bund" äußerte sich der bekannte Militärschriftsteller Stegermann äußerst zuversichtlich
über die Gesamtlage der strategisch-militärischen Opera-
• sinnen der Zentralmächte. Er gibt eine Betrachtung über den-ime^v frausöf^^ rechten Flügel entlud uNd aus dem Fri
........ . -brx4üh- gut dein, rechten Flügel entlud und aus dem Frontabschurtt Tbann- Mezeral hervorgebrochen ist. Er richtete sich im wesentlichen gegen den Hartmannsweilerkopf, auf dessen Kuppe sich Deutsche und Franzosen auf wenige Meier gegenüber lagen, die Franzosen auf der kleineren nach Westen abfallenden Hälfte, nach der sie vom Molkenrain und vom Sattel her Zutritt hatten, die Deutschen auf der erhabenen östlichen Hälfte, welche die RHeinebene beherrscht. Zu gleicher Zeit stießen die Franzosen am Hirzstein und weiter nördlich am Hilsenfirst vor, wo die Front vorn Lauch- zum Fechttal hinübergreift. Der von den Deutschen schneidig durchgeführte Gegenangriff warf die Franzosen sofort wieder in ihre alten Stellungen zurück und erschütterte diese schwer. Wie es scheint, sind die Angreifer, die Franzosen, unter Ausnutzung des Ueberrafchungsmanövers vielleicht bei unsichtigem Wetter in die deutschen Linien eingedrungen und haben die Verteidiger teils über die Kuppe zurückgedrängt, teils gefangen genommen. Für die Deutschen bedeutet diese örtliche Schlappe indessen nichts. Sie haben sie bereits wieder mehr als ausgeglichen. Die verlorenen Hräven sind sämtuch znrückerooert. Eine weitere strategische Wirkung dieser französischen Teiloffensive ist infolge- dessen nicht sichtbar geworden, aber sie ist sehr bezeichnend, daß Joffre offenbar fühlen läßt, welche Steilen sich wohl für irgend einen französischen Offensivangriff geeignet erweisen. Die anderen Kämpfe an der Westfront, von denen wir lediglich durch die lakonischen Mitteilungen in den sehr gewissenhaften deutschen Heeresleitungsberichten dadurch unterrichtet werden, daß es heißt „Artilleriekämpfe im Gange", lassen erkennen, daß auch überall wo anders versucht wurde, Blößen bei dem Gegner zu erkennen, um hier mit einem Ofsenßvüoß einzusetzen. Dian darf schon jetzt sagen, daß das unentwegte Abtasten der deutschen Front seitens der Franzosen nirgends eine Stellung hat erkennen lassen, die sich für einen Angriff geeignet erweist. Das gleiche darf von der riesig langen Ostfront gesagt werden. Nirgendwo ist es den Russen gelungen, irgend etwas zu ftnden, wo sie mit Erfol angreifen könnten. Es muß deshalb gesagt werden daß die Stellungen sowohl im Weste« wie im Osten unverändert find. Das gleiche läßt sich von der großen, langen und schwierigen öüerreichlich-ungarischen Front sagen. Gegen Italien wie gegen fötoitluugro und die letzten Reste des zertrümmerten serbischen Heeres ist diese Linie Nicht nur vollständig intakt, sondern sie bewegt sich innner mehr in feindliches Gebrer hinein. Aus der großen und neuen Front der Deutschen, Oester- reicker Bulgaren und Türken auf dem Balkan und im nahen Orient ist die Lage derart ungünstig für die verbündeten Feinde geworden, daß zweifellos eingehend in dem von Rosste in Paris eingeleiteten allgemeinen Krieasrat die Lage erörtert worden ist, wie man am Westen' ^on den verlustreichen und blamablen Lpera- Z auf dem Balkan davon kommen kann, um die Mrt verstreut iurmerhin aber erheblichen Kräfte irgend vie zu sammeln und zweckmäßig etwa am Suezkanal
an der Westfront zu verwenden. Mall darf die EsamtlE überblicken wie man will, das Eine steht w bte Gegner vor April oder Mai au ei«e Df- rpLrJ^nnr itaonb welcher Stoßkraft nicht denken könne«. «KküsiÄ sich ob sw wollen oder nicht, lediglich ans den ^MMaZSanbintnft beschränken Jedenfalls sind
«ach jeder Richtung hin überlege«, ^Dentsch^l ihrer Mannschaften, als waS ^R Verlegenheit an technischem Kriegsmaterial
«gibt.
Skiegsallerlei.
Die Schweiz lehnt eine Friedensvermittelung zurzeit ab.
Im schweizerischen Nationalrat fragte der sozial- demokratische Abgeordnete Greulich (Zürich) an, ob der Bundesrat allein oder mit anderen neutralen Ländern gedenke, den .Kriegführenden seine guten Dienste für die Erreichung eines Waffenstillstandes und die Einleitung von Friedensverhandlungen anzubietem Bundesrat Hoffmann antwortete: „Wir achten die Gefühle, aus denen die Anfrage der Interpellanten hervorging. Soweit sie jedoch darauf zielt, eine direkte Friedensaktion des Bundesrates herbeizuführen, müssen wir Vorbehalte machen. Ein solcher Schritt ist zum voraus dem Mißerfolge geweiht und der Mißdeutung ausgesetzt, solange nicht auf beiden Seiten der kriegführenden Parteien das Friedeusbedürfnis die ihm entgegenstehenden im Gang der Ereignisse begründeten Widerstünde durch eine im eigenen Lande vollzogene Wandlung der öffentlichen Meinung ohne fremdes Zutun, überwunden hat. Dessen dürfen wir Sie versichern, daß wir mit gespannter Anf- merksamkeit die Entwicklung der Dinge verfolgen und uns glücklich schätzen würden, wenn unser kleines Land dazu beizutragen vermöchte, den ersehnten bacierhaften Frieden herbeizuführen."
Znm Tode Emmichs.
Der Kaiser hat den stellvertretenden kommaudieren- ben General des 10. Armeekorps von Linde-Suden mit seiner Vertretung bei der Beisetzung des Generals v. Emmich beauftragt. Der Bruder des Kaisers, Prinz Heinrich von Preußen, und dessen ältester Sohn, Prinz Waldemar, lassen sich bei der Beisetzung durch den Hofmarschall des letzteren, Kammerherrn von Usedom> vertreten.
Feiertagsruhe in den Staatswerkstätte«.
Eine erfreuliche Weihnachtsüberraschung ist, wie amtlich mitgetettlt wird, den in den Staatswerkstätten mit der Herstellung von Waffen, Geschützen und Munition beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen zuteil geworden, die zugleich die bisher erzielten Leistungen auf diesem Gebiete erkennen läßt. Während nämlich im vorigen Jahre an den Weihnachts- und Neujahrsfesttagen in diesen Werkstätten zur Deckung des überaus großen Heeresbedarfs gearbeitet werden mußte, ist es, wie wir hören, der Heeresverwaltung in diesem Jahre möglich gewesen, die Staatswerkstätten während der Feiertage stillzulegen und die Arbeit ruhen zu lassen.
Die Stimmung in Paris.
Ich glaubte zu Hause Freude und Hoffnung, ein starkes, unerschütterliches Vertrauen vorzufinden, heißt es in einem Brief eines Urlaubers, der sich in Paris aufhielt, im „Petit Mousgasguö" vom 12. Dezember, und finde statt dessen nichts als Klagen, Verwünschungen und Zähneknirschen, höre, daß diese Stunden der sittlichen Erneuerung nicht wert sind, gelebt zu werden. Sogar die Kunst schweigt. Paris gleicht einer elegischen Trauerweide, einem Aschermittwoch. Schönheit und Geist scheinen die Stadt verlassen zu haben. Die Luft ist mit einem Gemisch von Wachs, Buchsbaum und Zypressen getränkt. Die Gedanken selbst scheinen sich in düstere Florschleier zu hüllen. Die Männer klagen über die Abwesenheit ihrer Freunde, die Frauen über die Trennung von ihren Gatten. Bald wird man sie händeringend, mit aufgelöstem Haar und verdrehten Augen ans der Straße sehen. Und da nichts ansteckender ist, als schlechte Laune, Angst und Trauer, freue ich mich, daß mein Urlaub zu Ende geht und daß ich bald meine Höhle wiedersehen werde.
Ueber Weihnachtsvorbereitungen im Große« Hactpiquartier
meldet der Kriegsberichterstatter Scheuermann ben Blättern aus dem Großen Hauptquartier: Bei den hier ivei- lenden Truppenteilen sind die Festvorberettungen in vollem Gange. Seit einigen Tagen treffen Liebesgaben- züge ein, welche erkennen lassen, daß das Volk tu der Heimat seiner kämpfenden Männer mit eben so freigebiger Dankbarkeit gedenkt, wie beim ersten Kriegsweihnachten. Ueberatl prangt schon das Tanuecigrün auf frisch geweihten Wänden. In den Turnhallen und Reitbahnen werden die Vorkehrungen für die großen gemeinsamen Feiern getroffen. Bei Berliner Truppenteilen war heute großes Schweineschlachten, ah* Schweine sind von den Kompagnien mit den Abfällen und dem Ertrage der in den verlassenen französischen Gärten betriebenen Laubenkolonien gemästet worden. Für jeden Mann ist ein zwei Pfund schwerer Berliner Stollen gebacken worden. Außerdem gibt es Würste, Aepfel, Nüsse und Zigarren, sowie ein hübsches Andenkell an die Kriegszeit. Viele innige und nützliche Gaben haben die Stadt Berlin und die Redaktionen der großen Zeitungen gesandt, so daß jeder Mann reich beschenkt werden kann. Den Christbaumschmuck haben zwei große Elektrizitätsfirmen gestiftet. Eine thüringische Landsturmkompagnie, deren Kantine an einem großen Eisen- Sahnkreuzungspunkt günstig gelegen ist, hat der Frau jedes einzelnen aus den Kantinenüberschüssen ein Geldgeschenk übersandt und dabei die ehemaligen kriegsbe- nhädigten Kameraden und die Kriegswitwen besonders bedacht.
deutsche Heldentaten.
Uuerschrockener Patrouillengang,
Der 3. Oktober 1915 war im allgemeinen ein ruhiger Tag. Doch scharf spähen die Posten der vorgeschobenen Feldwache nach dem feindlichen Graben. Wie kommt es, daß sich das lange Gras dort bei der Windstille manchmal bewegt? Mehrere Gestalten schleichen gewandt von Granatloch zu Granatloch heran. Nur ab und zu verrät die Bewegung der Gräser ihr Kommen. Als aber einer, sicher geworden, spähend sich erhebt, streckt ihtt ein wohlgezielter Schuß einer der Posten nieder. Von den anderen sieht man nichts mehr. Doch die Waffen des (gefallenen sind wichtig und seine Papiere könnten manches erzählen. Lanösturmmann Wellmann und Wehrmann Nagerl, beide von der 5. Kompagnie, schleichen an den toten Feind heran. Gewehre sind beim Kriechen lästig; also beivaffnen sich die beiden mit Pistole und Handgranate. Plötzlich springen vier braune Gesellen dicht vor ihnen aus und stürzen sich mit großem Geschrei aus die beiden Leute, die sich nicht beirren lassen. Sausend fliegt Nagerls Granate unter die Inder. Wellmann feuert mit der Pistole und die Feinde weichen. Nun können auch die Posten, die in atemloser Spannung dem Kampfe zugesehen, wieder zum Schutz kommen. Einen der Feinde ereilt nod) dre tödliche Kugel. Für unsere beiden Leute aber ist der Kampf rwch nicht zu Ende. Aus einem nahen Graben wollen drei andere Inder ihren Kameraden Hilfe bringen. Wellmann schießt den ersten mit feiner letzten Patrone nieder. Nagerl aber kommt, nun ohne Waffen, ins Handgemenge. Der geschmeidige Gegner entwindet stch den würgenden Griffen und nur der Turban bleibt als Beute in Nagerls Händen. Beim Zurückkriechen durch den Drahtverhau wurde wider der brave Wellmann durch eine Kugel tödlich verletzt. Nagerl. der bereits
MB Eiserne Kreuz trägt, wurde zum Gefreitem VesVräeü unb vom kommandierenden General durch eine öffend liche Belobigung geehrt.
Selbsta«fopfer«ttg.
Am 5. August wurden der Unteroffizier Fink, 2 Kompagnie Jnf.-Regts. Nr. 131 (2. Lothringisches) am Düsseldorf und nod» 10 Mann von ihrem Kompagnie, führet auf Erkundung geschickt. Es dauerte nicht lange ,v stießen sie aus eine feindliche Patrouille von etwa 40 Mann. Der Utffz. Fink selber lag als Führer vorne etwas zurück, rechts und links von ihm, mit Zwischen räumen seine Leute. Er sagte seinen Leuten: „Wem die Patrouille nahe genug herangekommen ist, gebe ick den ersten Schuß ab, damit das Feuer auf mich geleite wird." Als die Feinde, welche gestaffelt hintereinandei auf dem Barrche heraugekrochen waren, nahe genug waren, gab Fink den ersten Schilb ab. Von einem mör dorischen Feuer, das sich nur auf ihn richtete, wurde el jetzt überschüttet. 93ou 5 Kugeln wurde er getroffen Doch das Glück war ihm hold. Die erste Kugel zer« schmetterte sein Fernglas, die zweite zerriß sein Koppels swei andere Kugeln riefen nur blutunterlaufene Stellen am Bauche hervor und die fünfte schlug ihm als Querschläger ein Stück Fleisch aus dem Arm. Trotz der Ber. wunditng feuerte der Unteroffizier weiter, während er seinen Leuten den Befehl gab, sich zurückzuziehen, denn ein Teil der Gegner versuchte nunmehr, der Patrouille Fink den Rückweg abzuschueiden. Als der Unteroffizier glaubte, seine Leute seien in Sicherheit, ging auch er zurück. Dies war das dritte mal, daß der tapfere Mann verwundet wurde.
VermiMites.
Kugel« im Herzen. Seit etwa 20 Jahren sind mehrfach glückliche Operationen an dem feinsten Sitz des Lebens, am Herzen ausgeführt worden, dessen Verletzungen früher stets als unmittelbar tödlich galten. Die Zahl dieser Operationen ist während des gegenwärtigen Krieges gestiegen, und mehrfach ist über solche Fälle sowohl in deutschen, wie in ausländischen Blättern berichtet worden. Es hat sich auch gezeigt, daß ein Geschoß, welches das Herz getroffen hat und in der Herzwand stecken geblieben ist, nicht unter allen Umständen entfernt werden muß. Die Zahl dieser merklvürdiaen Fälle ist jetzt wiederum um einige vermehrt worden. Hw Aerzteverein zu Halle wurde, wie in der „Mlilichenei Medfzinischell Wochenschrift" berichtet wird, ein Patient vorgeführt, der eine Schrapnellkngel oberhalb des Herzens hatte, und ein zweiter, dem eine Gewehrkugel direkt in der Herzwand stecken geblieben war. In diesem Falle machte das Geschoß, wie auf dem Röntgenbild deutlich zu ersehen war, Die Bewegungen des Herzens mit. Der Patient hatte ebenso wenig Beschwerden, wie der zuerst vorgeführte; beide sollen demnächst ohne weitere Operation als garnisondiensttnuglich entlassen werden.
Zwei Mouate Gefängnis für Nahrnngsmittelfäl- schung. Vor der Dresdener Strafkammer hatte sich der Bäckermeister Ernst Franz aus Klotzsctie wegen Nah- rungsmittelfälschung zu verantworten. Franz hatte zur Streckung des Brotes in das Mehl 10 bis 15 Prozent völlig unverdauliches Holzmehl gemischt. Der Bäckermeister wurde zu zwei Moliaten Gefängnis und 500 JL Geldstrafe verurteilt. Das Urteil wird in allen Dresdener Zeitungen veröffentlicht werden; das Geschäft des Bäckermeisters wurde geschlossen.
Die Frau zu Tode mißhandelt. Der Kutscher Mi- schok aus der Weser strafe in Berlin, der mit seiner Frau in ständigem Unfrieden lebte, wurde verhaftet, da man in der Wohnung seine Frcut tot im Bett liegend fand. Ihr Gesicht war blutuntertanfen und am Halse hatte sie Male, die Würgemale zu fein scheinen. Wahrscheinlich ist die Frau infolge der Mißhaiidlungen durch ihren Mann gestorben.
Das tragische Schicksal einer Deutsch-Türkin. Der türkische Kriegsbericht vom 21. Dezember brächte die Mitteilung, daß an der Tardanelleusront die deutsche Frau eines türkischen Militärarztes durch eine englische Fliegerbombe getötet worden sei. Hierzu wird dem „B. T." von besonderer Seite geschrieben: Die Getötete ist die Gattin des stellvertretenden Armeearztes der Armee des Marschalls Liman von Sanders, Dr. Raghib Bei. Sie war eine geborene Wienerju. Ihr Gatte hat in Deutschlarrd studiert und mehrere Jahre hindurch in ver- schiedetien Berliner Krankenhäusern als Assistent ae- wirtt. Frau Dr. Raghib Bei hat während sieben Monaten, das heißt vom Mai bis November d. I., der Deutsch-Osmanischen Sanitätsmission (v. Trlitzschler) als ordentliches Mitglied angehört und in einem Lazarett dieser Mission als Pflegerin und insbesondere als Dolmetscherin wertvolle Dienste geleistet. Es liegt ein tragisches Geschick, darin, daß diese Frau, die infolge der Kriegsereignisse in der Türkei und durch Abkommandierung ihres Manlles diesen in den letzten vier Jahren insgesamt nur wenige Monate hatte sehen können, in dem Augenblick getötet wurde, als sie sich in die Kriegszone nach der Tardanellenfront versetzen liest, um ihrem im Hauptquartier des Marschalls Liman von Sanders wirkenden Gatten endlich näher zu sein.
Feldgrauer Humor. Der nervöse Mischen er. Mit* ebener (in der Bar): „Was haben Sie zu trinken?" — Kellner: „Tee, Syphon ..." — Kitchener: „Ktesiphon? Danke, davon hab' ich schon -genug" (ab). — Poin- caree an Liebknecht. „Mon eher lerviteur! Ihre Haltung im Deutschen Reichstag, wo Sie allein als weißer Rabe für den gallischen Hahn tätig sind, hat meinem Herzen sehr wohlgetan. Ich ernenne Sie in dankbarer Anerkennung Ihrer Dienste zum Korporal in der französischen Ehrenlegion und fordere Sie auf, Ihren Dienst sofort anzutreteu. Verspätetes Erscheinen wird zu rechtfertigen sein. Desertion wird mit dem Tode bestraft. Vive la libertee! Poincaree m. p." Boshafter Druckfehler. General Joffre wurde zum Operkomman- danten sämtlicher französischer Armeen auf sämtlichen französischen Kriegsschauplätzen ernannt. (Kikeriki.)
Weitere Drahtnachrichten.
Die Kaiserin bei den Verwundeten.
^ Berlin, 24. Dezember. lWTB.) Die Kaiserin wohnte gestern einer Weihnachtsfeier im Orangerie- lazarett in Potsdam bei. Nach einer zu Herzen gehenden Ansprache des Geistlichen überreichte die Kaiserin jedem Verwundeten außer einem Kaiserbildnis, einen Notizblock sowie ein Sträußchen blühender Veilchen und Maiglöckchen. Die Kaiserin unterhielt sich mit allen Anwesenden, besonders auch mit den Aerzten und Schwestern. An der Weihnachtsfeier der reichsdeutschen Flüchtlinge aus Frankreich nahmen etwa 800 Flücht- linge teil.
Große Kälte i« Schwede«.
»■t Stockholm, 24. Dezember. (T. U.) In Schweden herrscht nach dem „B.„ T." augenblicklich eine gewaltige Kälte. Alle Zeitungen berichten ausführlich darüber. In Norrland ist das Quecksilber zu festem Metall gefroren. Die Ortschaft Askot t hatte einen Frost von mindestens 53 Grad Celsius, Stockholm hatte 20 o-rad Kälte.