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k Der Iehnmilliardenkredit.

, ^ ^E Pewicht des Reichstagsbeschlusies, durch den der vierte Zehumillrardenkredrt bewilligt wurde, kann der Widerspruch eines Bruchteiles der Sozialdemokraten nach der übereinstimmen­den Ansicht der Berliner Morgenblätter nichts ändern. - Die » ® ermn 1 s°^> das; die widersprechenden Herren schänden sruheren Bewilligungen fremd gegenüber standen, wenn sie es auch damals vorzogen dasicht öffentlich zum Ausdruck zu bringen. In der »Deutsch. Ta g es ztg." heißt es: Den deutschen Volksgenoßen gegenüber ist und bleibt das Verhalten der kleinen Minderheit trotz seiner praktischen Bedeutungslosigkeit unentschuld- bar.DerVorwärts' schreibt:DiesozialdcmokratischeReichstags- fraktion halte gestern eine Aussprache über das Verhalten der Minderheit bei der Entscheidung über die neue Zehnmilliarden, forderung und nahm mit 63 gegen 15 Stimmen solgende Re­solution an: Die Fraktion erblickt in der Sonderaktion einen Disziplinbruch bedauerlichster Art. Die Sonderaktion zerstört die Einheit der parlamentarischen Aktionen in der schwierigsten politischen Lage und ist darum auf das schärfste zu verurteilen. Die Fraktion lehnt die Verantwortung für jede Sonderaktion und für alle sich daraus ergebenden politischen Wirkungen ab.

Steuerdämmerung.

In einem Berliner Artikel derCölu. Ztg." heißt es unter dieser Ueberschrift: Der Schatzsekretär kündigte im Reichstage neue Steuern für das übernächste Jahr an, Steuern, die, wie heute schon abzusehen ist, erforder­lich werden, um den Voranschlag in Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Diese Steuern sind die Vorbe­reitung. Welcher Art sie sind, das hat der Schatzsekretär noch nicht mitgeteilt, das steht ja auch wohl noch nicht fest. Sie werden groß fein, und m «Verbindung mit dem, was der Krieg, unbeschadet der Kriegsentschädigung, auf die wir rechnen, uns bringen wird, werden sie bedeutende Auflagen auf die geldliche Vvlkskrast darstellen. Nichts ist bezeichnender, als die Rückhaltlosigjeit, mit der der Minister rundheraus sagte, daß es ungeheure steuerliche Lasten seien, die sich am Horizont heraufwälzten. Wie ganz anders ist man sonst die rednerische Einführung von Anforderungen an das Volk vom Bundesratstische her gewohnt. Wie erstaunlich war oft die finanzpolitische und staatsmännische Weisheit und Kunst entwickelt, den Borlagen und Forderungen die schlimmsten Krallen ein- zubiegen und den Nachweis darüber, daß die Erträge ordentlich zu Buch schlagen würden, ebenso unerschrocken wie elegant zu verbinden mit der Beteuerung, daß der Steuerzahler die neue Last gar nicht spüren rverbe. Heute hämmert der Donner der Geschütze und das Trom­melfeuer an den Fronten die Beweisgründe in die Köpfe der Zensisten, und das Steuerzahlen wird zum vater­ländischen Dienste.

Kriegsallerlei.

A* Eine deutsche Zeitung in Belgrad.

DieGrazer Tagespost" meldet aus Belgrad: Am 15. Dezember erschien hier die erste Nummer der neuen deutschen ZeitungBelgrader Nachrichten". Das Blatt erscheint vorläufig dreimal wöchentlich. Es wird die amtlichen militärischen und politischen Verlautbarungen der Zentralmächte veröffentlichen.

Bulgarische Transporte über Rumänien.

Die WienerAllg. Ztg." läßt sich aus Budapest drahten: Die internationale Telegraphenagentur teilt aus Bukarest mit: Nach einem Bericht desArgus" haben am Dienstag die Verhandlungen zwischen den bulgari­schen Eisenbahngesanöten und der rumänischen Eisen- bahnötrektion über die Ermöglichung von Transporten über Rumänien nach Bulgarren und zurück begonnen. Bulgarien würde dafür gestatten, daß Rumänien die in Saloniki für seine Rechnung lagernden Waren über Bul­garien heimschaffen könnte.

Das basische Budget.

Die zweite badische Kammer hat in drei Sitzungen die Beratungen des Staatshaushaltes erledigt und die zwanzigprozentige Steuererhöhung unter Freilassung der Einkommen unter 2400 Mark bewilligt.

König Peters Zuflucht.

Nach einer Meldung derJöea Nazionale" aus Neapel ist König Peter in Begleitung von Pantsch und anderer Mitglieder der Regierung in Caserta euige= troffen, wo er von Prinzessin Natalie von Montenegro empfangen wurde. Der König habe einen völlig ge­brochenen Eindruck gemacht.

Fliegerbombe« auf Skutari.

Die Agence Havas meldet aus Cetinje: Ein öster­reichisches Flugzeug überflog am 17. Dezember Skutari und warf drei Bomben ab, die zwei serbische Flüchtlinge töteten.

Griechischer Gesandter in Koustantinopel.

^ Athen, 22. Dezember. (WTB.) Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des früheren Ministers des Aeußern Kallorghis zum Gesandten in Konstantinopel.

Aus dem englischen Unterhause.

London, 22. Dezember. (WTB.) In der gestri­gen Unterhaussitzung fragte Beyles, ob die Regierung den neuen Reichstagsverhandlungen und den Reden des Reichskanzlers Anzeichen entnehme, daß bei dem Haupt- gegner Stimmung dafür vorhanden fei, dre Ansimgung der Frage, die den Krieg veranlaßt hatte, vom Schlacht, selbe i«s Konferenzzimmer zu verlegen, und ob dre Re­gierung ein Eingehen auf solche Stimmung ang^^ch^ fände.' Premierminister Asquith erwiderte: Der Frage­steller könne seine Schlüsse aus den Reichstags ^rhand- lunaen ebenso gut ziehen, wie die Regierung.. .Tohorne <Arbeiterpartei) fragte, ob die Beleuchtungobeichrankun- gen in London vom Ä. bis 27. Dezember aufgehoben wer- den könnten. Simons lehnte das ab wegen der Zeppe- linaefah' Lloud George sagte: Wir brauchen für die ^brtfen 80 000 gelernte und 200 000 bis 300 000 unaelerÄe Arbeiter Davon hängt unser Erfolg im K^ieaeab Wir erreichten trotz umerer Anstrengungen nicht die Produktion Deutschlands oder Frankreichs.

Deutsche Heldenlaleu.

-vni 1915 zeichnete sich der Sergeant Schulze avs^andenbura a. d. Havel der Maschinengewehr- Kwm^aante sinfanterie-Regimerlts Graf Barfuß (4.

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hatte. Im Feuer der Maschinengewehre räumte der Gegner den Graben, und die unseren konnten den Fluß durchivateri. Als einer der Ersten erreichte Schulze im feindlichen Feuer das jenseitige Ufer, seine Leute, die teils ihr erstes Gefecht erlebter!, mit sich fortreißend. Bald waren die Höhen genommen. Hier erkannte Schulze sofort, daß die links kämpfende 6. Kompagnie ein Wweres Vorgehen gegen Schloß und Park B. hatte. Er verstand es, seine Gewehre so aufzustellett, daß die im Gehöft sich mit einem Ntaschiuengeivehr tapfer ver­teidigenden Feinde unter Flankcnfeuer genommen wur­den. Dadurch trug er dazu bei, daß sich die Compagnie bald in den Besitz des Gehöftes setzen konnte. Schulze wurde für seine tapfere Tat zum Vizefeldwebel be­fördert.

*

ES ist am 2. Oktober nachmittags. Erwartungsvoll liegt die zweite Kompagnie eines Kgl. Sächs. Fuf.-Rgts. in vorderster Linie, an der Stelle, wo nur eine Sand- Mckbarrikade Freund und Feind trennt. Ein etwa 300 Meter langes Stück halten die Engländer noch besetzt und daraus sollen sie vertrieben werden. Drei Mann melden sich freiwillig, als erste den Handgranateukampf, der für die Kompagnie noch etwas ganz Neues war, zu wagen,- Utffz. Angermann aus Neustadt i. Böhmen, Soldat Otto aus Niederlauterstein bei Marienberg und Soldat Sonntag aus Leipzig. Nachdem ein Minenwer- ter dem Gegner die ersten Willkommensgrütze gesandt hatte, schreitet der Handgranatentrupp zum Angriff. Zu­nächst wird der Feind aus dem hinter der Barrikade liegenden erreichbaren Stück herausgeräuchert. Hierauf wird diene eingerissen und vorwärts gehts. Bald fängt der Gegner an, sich seiner Haut zu wehren. Die kleinen Eier" kommen geflogen und platzen dicht vor den dreien, die sich aber dadurch nicht stören lassen. Draus gehts und eine Schulterwehr nach der anderen wird dem zäh sich verteidigenden Feinde entrissen. Da ertönt ein Schrei: Eine feindliche Handgranate ist mitten unter unseren Handgranatenwerfern geplatzt. Unteroffizier Angermann ist sofort getötet; die beiden Soldaten schwer verwundet. Aber sofort greifen neue Leute zn den Hand­granaten, um die Wackeren zu rächen und das Begon­nene zu vollenden. Bald weicht der Feind libers freie Feld, seine Stellung zu erreichen: doch nur wenigen ge­lingt es. Drei Maschinengewehre und eine Anzahl Ge­fangene hat er als Beute zurücklassen müssen. Soldat Otto und Sonntag haben das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. Unteroffizier Angermann ruht dicht hinter der Stellung, wo er den Heldentod gestorben ist.

Vermischtes*

Ein merkwürdiger Treffer. Aus der Nähe von Npern wird derKölnischen Bolkszeitung" geschrieben: Vor einigen Sagen erhielt unsere Kompagnie Zuwachs. Es waren frische junge Rekruten. Die Leute rücken aus zum Arbeitsdienst, es geht nach vorne. Eine Helle Mond­nacht ist's. Seltene Ruhe an der Front. Der Feind, der scharf lauert, schießt heute nacht auffallend wenig. Seine Artillerie schweigt gänzlich. Wir bringen allerlei Material für den Grabenansbau. Unsere Neulinge hel­fen recht fleißig, es geht flott voran. An einer gefähr­lichen Stelle arbeitet man etwas schneller. Da hören wir den Abschuß und gleichzeitig den Aufschlag eines feindlichen Geschosses. Wir glaubten, die singet sei im nahen Wassertümpel verschwunden. Da meldet sich einer unserer Rekruten. Die erste feindliche .ungel, die er pfeifen hörte, hatte ihn getroffen, doch glücklicherweise nicht verletzt. Seine Uhr hatte das Geschoß aufgehalten, die Uhr selbst war plattgedrückt. Eine Fügung, wie sie selten ist, zumal da der feindliche Schütze noch nicht 400 Meter entfernt war. Beim Anskleiden zum Baden fiel das Geschoß dem Manne aus den Kleidern.

Die 42-Zentimeter-Granate als Kriegswahrzeichen. Die Stadt Unna beabsichtigt, bei dem neuen Rathause ein Wahrzeichen zur Nagelung aufzustellen. Sie wandte sich an die Firma Krupp mit der Bitte, ihr eine Hülle einer Granate für die Dicke Berta zu diesem Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die Firma Krupp hat sich bereit erklärt, eine naturgetreue Nachbildung einer solchen 42- Zentimeter-Granate zu stiften. Dieses eigenartige Wahrzeichen wird im Monat Januar aufgestellt werden.

Eine Warnung möge ein Gerichtsurteil sein, das in Leipzig ergangen ist. Zu einer Fleischermeistersfrau kam ein Dienstmädchen und verlangte Talg, da solches im Schaufenster lag. Die Frau erklärte aber, sie könne Talg nur verkaufen, wenn noch etwas anderes mitge- nommen würde. Und da das Mädchen noch etwas an­deres zu kaufen nicht beauftragt war, meinte die Schlächtersfrau, dann möge sie, das Mädchen, nur dort­hin gehen, wo sie sonst ihre Fleischwaren kaufe. Die Herrschaft zeigte daraufhin die Frau an, und diese wurde nun wegen Vergehens gegen die Bundesratsverordnung vom 23. Juli 1915 zu 60 Mark Strafe verurteilt.

Wie man in England die Rekruten macht. Die fol­gende in derDaily News" veröffentlichte Geschichte wirft ein bezeichnendes Licht auf die Moral des eng­lischen Rekrutierungswesens: Ein 30jähriger Arbeiter, der sich bereits einmal bei der Werbekommision seines Stadtviertels gemeldet hatte und als untauglich abge­wiesen worden war, wurde eines Nachts durch heftiges Pochen an seiner Wohnungstür geweckt. Er öffnete und ließ drei Werbesoldaten ein, die ihm erklärten, daß er sich am nächsten Morgen sofort bei der Werbekommis- sion einfinden müsse. Trotzdem der Mann sehr krank war und in ärztlicher Behandlung stand, ging er am nächsten Tage auf das Werbeamt. Er wurde in die Rekrutenliste eingetragen und ohne die geringste ärzt­liche Untersuchung kurzerhand dem Steilst übergeben. Zu jener Zeit litt der so glorreich gewonnene Rekrut an nicht weniger als drei lebensgefährlichen Krank­heiten, nämlich an Bronchitis, Lungenschwäche und hef­tigen Herzkrämpfen. Er konnte nur mit Mühe atmen und starb wenige Tage nach seiner Einreihung in die Rekrutenkolonne . . . Die Geschichte ist, so unglaublich sie klingt, wortwörtlich wahr und wurde aktenmäßig er­wiesen. So geschehen in einem Lande, das seiner Be­hauptung nach in den Krieg zog, umdie Ungerechtig­keiten des deutschen Militarismus aus der zivilisierten Welt zu verbannen!....."

Der jetzt 4000 Mitglieder zählende Bund deutscher Offiziersfrauen, Berlin, Halleschestr. 20, welcher auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege für Offiziersangehörige bereits sehr segensreich gewirkt hat, sucht für seine Ab­teilungAdoption und Erziehung" Mitteilung von Adressen von Offizierskindern und -Waisen, deren Er­ziehung den Eltern und Hinterbliebenen finanzielle Schwierigkeiten bereiten, da zahlreiche Angebote wohl­habender Familien zur kostenlosen Erziehung solcher Kinder vorliegen.

Butter vom Rahm gekochter Milch. ImFrkst. Ge- neralanL." schreibt eine Leserin: Ich bekomme täglich

1 Liter Milch und habe von 7 Tagen Rahm zirka 100 Gramm Butter bekommen. Unkosten verursacht die Buttergewinnnng gar nicht, denn ein Topf, ein Quirl oder Schneeschläger find wohl in jedem Haushalt vor­handen. Ich koche die Milch ab, lasse sie einen Tag stehen, nehme den Rahm ab und dies 7 Tage lang, dann tue. ich den gesammelten Rahm in einen Topf und guirle zirka 1015 Minuten und die Butter ist fertig. I Es sollte sich jede Hausfrau diese kleine Mühe machen, die gar keine ist.

Feldgrauer Humor. England und Amerika.Ich habe 50 000 Pfund Mitgift. Heiraten Sie mich Mister, ehe der Sterlingskurs auf Null sinkt!" Pariser Katzen- jammer.Ich mag die deutsche Sprache nicht, aberGott strafe England!" ist ein herrliches Wort. Ein aus einem vorgeschobenen Gefechtsstand befindlicher Regi- mentS-Kommandeur war abends beim Lichte einer Pe­troleumlampe mit dem Kartenstudium beschäftigt, als plötzlich der Lampenzylinder sprang. Da keine Beleuch-- tungSmittel vorhanden waren, wurde in aller Eile zum Quartier zurücÜelephvniert:Sofort einen netten Zy­linder herschicken." Der verdutzte Bursche ruft zuriick: Zu Befehl, welche Kopfweite?"

SIMtlliniie im Sumpf mit Wölfen.

Ueber das Elend, das in den Familien der russischen Flüchtlinge herrscht, wird derIns." geschrieben: c;ng auf Zug ist unterwegs, Frauen und Kinder, Männer und Greise sind aus ihrer! bisherigen Wohnorten aus- gewiesen, um Platz zu machen, damit der Feind, der tn daS Gebiet eindringen kann, nicht Menschen finde. Die Kälte, die augenblicklich in den Gebieten des russi­schen Reiches herrscht, lockt die wilden Tiere hervor, die die Beute wittern. In der Gegend von Dünaburg wanderte auf der Strecke des Laudes, auf der sein Haus und keine Hiitte steht, ein Zug Flüchtlinge, ihre Glieder schlagen in Kälte aneinander, der Hunger schaut aus ihren Äugelt. Sie wollten bleibem sie fürchteten den Feind nicht, bebten nur vor dem Hunger und vor der Kälte, die sie unterwegs erwartete. Aber uulmrmheraig jagte der Arm des Gesetzes sie hinaus, und ohne Obdach wanderten sie weiter, immer weiter. Die Nacht nahm sie auf, aber es war keine mitleidige Stacht, kalt blies der Wind, und das Zeltdach gab ihnen nur ungenügend Schutz. Doch cnganetnandergefcbmiegt erwarteten die Unglücklichen den Morgen, in der Hoffnung, daß der neue Tag eine neue Aussicht bringen könne. Da er­tönte, als der Mond helleuchtend am Himmel stand, ein furchtbares Geheul, Entsetzen kam über die Männer, die Frauen ahnten nicht, was es zu bedeuten habe, und bald pflanzte sich von Mund Alt Mund der schreckensvolle Ausrufdie Wölfe, die Wölfe". Ein Rudel der Raub­tiere fam heißhungrig, die Beute witternd und ahnend auf das Zelt zu, in dem vierzig Menschen nntergebrachl waren. Keine Möglichkeit, ihnen zu entfliehen. Die Frauen warfen sich schützend vor die Kinder, um sie a« bewahren, die Männer nahmen die Wanderstöcke in die Hand, es war ihre einzige Waffe gegen diesen schlimm­sten aller Feinde. So gingen sie den vierbeinigen Un­geheuern zu Leibe, jedoch vergebens. Die Wölfe, die sich taum jemals in die Nähe der menschlichen Wohnungen wagten, schienen zu ahnen, daß sie hier Opfer hatten, die wehrlos ihnen preisgegeben waren. Nicht alle Kinder sonnten nun deu^.Eltern beschützt werden, zuival auch Kinder dabei waren, deren Eltern in der flucht zurück­geblieben und untergegangen waren. Die Raubtiere holten die wehrlosen Kinder und schleppten sie fort, kla­gende und weinende Mütter folgten ihnen, versuchten, das Entsetzliche abzuwehren, den Wölfen die Beute zu entreißen. Niemand hatte eine Schußwaffe bei sich, denn die Waffen werden den Flüchtlingen angenommen, ehe sie aus dem eigenen Hause, vom eigenen Herde verjagt werden. Eine Mutter, der von den Ungeheuern zwei Kinder geraubt wurden, verfiel in Wahnsinu und warf sich dem einen Wolf entgegen, um ihn mit ihren Händen zu erwürgen. Der Morgen kam und beleuchtete ein schreckliches Kampffolö. Das Todesfeld der russischen Flüchtlinge, die von Haus und Heim verjagt, dem Eleuo, der Kälte und den wilden Tieren preisgegeben sind.

Weisere Drahtnachrichten«

Aus der sozialdemokratischen Fraktion.

w Berlin, 22. Dezember. (T. U.) Die Zahl der Abgeordneten, die in der Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion oder, weil sie am Erscheinen in der Fraktions- sitzuna verhindert waren, durch schriftliche Erklärung dem Fraktionsv"rstande gegenüber gegen die Kriegs­kredite stimmten, betrügt, wie derVorwärts" meldet, 44. In der Fraktion stimmten 66 sozialdemokratische Ab­geordnete für die Kredite. Mithin haben % für, % sich gegen diese erklärt.

»-*- Genosse Hoch hat nach demVorwärts" tm An­schluß an den Rücktritt des Genossen Haase von seinem Amte als Fraktionsvorsitzender seinen Posten als Mit­glied im 93erstaube der sozialdcmvkratischeu Fraktion nie. oergelegt.

Der türkische Heeresbericht.

Konstantinopel, 22. Dezember. (WTB) Das Hauptquartier teilt mit: Au der Jrakfront bei Ant ei Amara dauern die örtlichen Kämpfe fort. An der Kau­kasusfront wurde an unserm Zentrum im Abschnitt von Ab ein feindlicher Angriff gegen unsere Vorposten- stellungen leicht angehalten. An der Dardancllenfront ist die Zählung des bei Art Burnn'von, Feind? zurüct- gelassenen Kriegsmaterials nnd der Militärauörttstnngs- gegeustände aller Slrt noch nicht ubgeschlosien. Unter der bei Art Bnrnn gemachten Beute befinden sich zwei schwere Geschütze und ein Schneider-Feldgeschütz, groß? Mengen von Munition, eine große Anzahl Maultiere, Munitionswagen, Zelte, Lebensmittel, Fernfprech- und Pioniermaterial. Die feindlichen Schiffe beschossen gestern bis zum Abend mit Heftigkeit ihre verschiedenen Lager- stellungen, um die von ihnen preisgegebene Bente 'zu vernichten, was ihnen aber nicht gelang. Bei Sedd ül Bahr aus dem linken und dem rechten Flügel nichts von Bedeutung. Der Feind nnternimmt hin und wieder Angriffe, die jedesmal zurückgeschlagen wurde«.