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Sttsfelbet Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Hmkeldn

für den Kreis Hersfeld

Äreisölatt

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittag».

Nr. 300.

Donnerstag, den 23. Dezember

1015

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 15. Dezember 1915.

Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorsteher er­innere ich an die Vorlage der Mahlkartenverzeichnisse.

Ich mache nochmals ausdrücklich darauf auf­merksam, daß die Verzeichnisse nach wie vor mir am 3. jeden Monats bestimmt vorzulegen sind.

K. G. 2216. Der Landrat.

3. V.:

______________________v. Hedemann, Reg.-Anessor.

Hersfeld, den 20. Dezember 1915.

In der Gemeinde Reichenhausen, Bezirk Dermbach, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

I. 14553. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 20. Dezember 1915.

In den Gemeinden Urnshausen, Kaiseroda, Neid- hartshausen und Föhlritz, Bezirk Dermbach, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

I. 14553. Der Landrat.

I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Bekanntmachung

betreffend die Nacheichung der Maße und Gewichte.

Gemäß § 11 der Maß- und Gewichtsordnung vorn 30. Mai 1908 müssen die dem eichpflichtigen Verkehre dienenden Meßgeräte, wie Längen- und Flüssigkeits­maße, Meßwerkzeuge, Hohlmaße, Gewichte und Wagen unter 3000 kg Tragfähigkeit alle 2 Jahre zur Nach­eichung vorgelegt werden.

Bei der Nacheichung werden die Meßgeräte auf ihre Verkehrsfähigkeit geprüft und dann neben dem Eichstempel mit dem Jahreszeichen versehen. Un=

, Fortsetzung auf der 4. Seite.

Sir lohn Steaks Glück «W Ende.

Nun hat der Krieg auch im verbündeten englisch- französischen Heere, wie schon vorher im russischen, einen Mann in hervorragendster Stellung zum Opfer ge­fordert, denn der Oberbefehlshaber der gesamten eng­lischen Streitmacht in Frankreich und Flandern ist seines Postens enthoben worden. Die bittere Pille, welche der freiwillige" Abschied Sir John Frenchs für diesen alten Offizier darstellt, wurde ihm zwar dadurch versüßt, daß er zumkommandierenden Feldmarschall der Truppen des Vereinigten Königreichs" ernannt wurde. Aber w lang wie dieser neue Rang Frenchs der Bezeichnung nach ist, so inhaltslos ist er. Der kommende Mann ist Sir Douglas Haig, ein jüngerer Offizier als French, und French selbst ist kaltgestellt. Darüber kann keine Rede der englischen Minister hinwegtäuschen, die ichon jüngst Gelegenheit nahmen, im Unterhawe aus die kommende Veränderung in der höchsten und wichtigsten englischen Kommandostelle schonend hinzu werfen. Der wahre Grund für diese ungewöhnlich tiesgrerferide Ver­änderung im englischen Heere wird wohl nie mal» be­kannt gegeben oder zugestanden werden. Auch hier wurde wie in Rußland ein Sündenbock gefunden, der für die Fehler der Mächtigeren und für dre deutschen

Sir^bn^ Alter von 63 Jahren

Er wurde im Jahre 1852 als Sohn eines engluchen Marineoffiziers geboren und trat selbst im Alter von 14 Jahren in die englische Kriegsmarine als Kadett ein. wo er auf derBritannia" seine erste Ausbildung er­hielt. Acht Jahre später trat er an Jahre 1874 in das englische Heer ein, wo er die höchste Stufenleiter der militärischen Würden erklimmen sollte. Als OfnMr des 19. Husarenregiments machte er 1884 80 den ^udan- Feldzug mit und zeichnete sich bei den Kämpfen von Abu Klea und Gubut aus. Im Jahre 1889 erhielt er das Kommando über dasselbe 19. Hularenregiment, c-n^ ei f M Jahre inne hatte. Im Jahre 1895 wurde er zum Stab Der Armee kommandiert und später zum Kmu- mandeur der 2. Kavallerie-Brigade ernannt. Im Jahre 1899 wurde er nach Natal versetzt, wo er das Komtimud einer Kavallerie-Division erhalten patte. <jN dieser Nellung hatte er Gelegenheit zunehmen. Er siegte ziwr. ersten Male am .1. Oktober 1899 über die Buren, entging der^Emsthlienung bei ^a dysmith und entsetzte durch den ^^ vom lo. Februar Ä enoHWerf W<«tS.Er Md- tofer oenn vveryuuv . hnifte Alt den begciltcrtlteil Ati- Hber uoch gut ! .^^' Militarismus" gehörte und

^ffärS^ to -pw° »er °°-M«--

Armee zu treten Nachfolger Frenchs, bat, sich

Sir ^o^^^^ ^1, besonders im letzten Miege m der englichnn Arrm^ A öic Mißerfolge der einen guten Namen gemuan. . bte Festung als englischen Truppen 5?er weniger tragen des vielmehr anr. unsere Uevenegenm diese Fehler *® * -ur» eil«» neuen Mann

Bus der Heimat

* (Die Befähigung zum einjährig-frei- willigen Dienst.) Nach dem Erlaß vom 22. Juni 1915 kann Zöglingen der zur Ausstellung von Zeug­nissen über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst berechtigten Volksschul- lehrerseminare von der Klassenstufe ab, für die nach den Aufnahmebedingungen in der Regel die Vollen­dung des 17. Lebensjahres gefordert wird, das Zeug­nis über die Befähigung für den einjährigen Dienst ausnahmsweise vor Erlangung eines zum Lehramt an Volksschulen befähigendenZeugnisses erteilt werden, soweitdieseSchüler während des gegenwärtigenKrieges bereits in den Heeresdienst eingetreten sind und beim Eintritt das 17. Lebensjahr vollendet haben. Gleich­zeitig ist bestimmt, daß künftig während des Krieges das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung nur dann vorzeitig verliehen werden darf, wenn Seminaristen vor Ablegung der Schlußprüfung ge­mäß § 97 der Wehrordnung ausgehoben und einge­stellt werden. Namentlich zn Anfang des Krieges sind nun vielfach Lehrerseminaristen in das Heer ein­gestellt, auf die an sich nach der von ihnen erreichten Klassenstufe der Allerhöchste Erlaß vom 22. Juni 1915 Anwendung finden könnte, die aber zur Zeit des Eintritts das 17. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten und deshalb mit ihren Anträgen abgewiesen werden mußten. Durch einen Erlaß vom 5. Dezbr. 1915 ist jetzt genehmigt worden, daß auch solchen Leh­rerseminaristen das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nach Maßgabe des Allerhöchsten Erlasses vorn 22. Juni 1915 erteilt werden kann, die bei ihrem Eintritt in das Heer das 17. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten..

* sUeberführung von Leichen gefallener oder im Felde gestorbener Kriegsteilnehmer.) Für die Heimberfördeung von Leichen gefallener oder im Felde gestorbener Kriegsteilnehmer werden von den Angehörigen bei den Eisenbahnverwaltungen häufig Anträge aus Frachtermäßigung gestellt. Es

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beseitigen lassen, jo Dürfte mit Der ueoertragung des Oberbefehls auf Haig nur wenig geändert werden. (Z.)

Saloniki als Heilung.

Die Hilfstruppen des Bierverbandes haben sich, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben wird, gegen Saloniki zurückgezogen, um im Schutze dmes be­festigten Stützpunktes ihre weiteren Operationen zu un­ternehmen. Saloniki ist eine uralte Festung, deren Werke zum Teil noch aus venezianischer Zeit stammen. Be­sonders die Zitadelle auf dem nordöstlichsten Punkte der Stadt, ist ein uraltes Gebäude, das den Anforderungen moderner Kriegstechnik in keiner Weise Stand halt. Mud) der Wall' und Graben und die Türme der Be e- stigungsmaucr sind veraltet. Es handelt sich hier bei die­sen Befestigungswerken um die Anlagen, welche die Stadt im engsten Gürtel umgeben. Schon aus diesem Grunde sind sie in Anbetracht der modernen weittragen­den Geschütze recht belanglos. Zu diesen Anlagen gehört auch die kleine Zitadelle im Osten der Stadt und der Turm im Südosten. Der Hafen wird von einem alten Fott beim Zollamt und dem Fort Platamona ge­schützt, das im Westen der Stadt gelegen ist. Hier Ge­sinden sich auch die Gebäude des Arsenals, die m näch­ster Nähe des Forts gelegen sind. Bei der Wichtigkeit, welche Saloniki für den Seehandel früher der europäi­schen Türkei und jetzt Griechenlands hat, ist es erklär­st ch, daß die Befestigungswerke in der jüngsten Zeit den gesteigerten Anforderungen der modernen Kriegskunst entsprechend und in beträchtlichem Umfange modernisiert und verstärkt worden sind. Es wurden eine Reihe we,t vorgeschobener Werke, Erdschanzen und Befestigungen geschaffen, welche die Festung selbst von Osten, Norden und Westen gegen einen feindlichen Angriff decken. Die Schanzwerke liegen in einem Kreisbogen um ^aloniti herum und erstrecken sich von einem Ufer des Gestades bis zum anderen. Die Geschützauslustungen dieser Werke sollen in den letzten Jahren durch moderne und weittragende Waffen vervolUommnet worden sein. Die­sen Zustand trafen die Hilfstruppen des Vrerverbandev hier an, als sie durch eine Vergewaltigung Griechenlands von hier aus ihren Vormarsch nach Norden anzutreten gedachten. Anfangs war Saloniki für.den Vierverband nur der Hafen, wo sie Truppen und Kriegsmaterial aus- schisften, denn es kam ihnen nie 111 den Linn, daß ihr Vormarsch sehr bald zu einem fluchtartigen Rückzug umgewandelt werden würde. Als aber allmählich dem Leiter der Truppen klar wurde, daß gegen den bulgari­sche Riegel ein An drängen viel schwieriger sei, als ste es sich jemals hätten träumen laßen, und als noch außer­dem unsere Heere im schnellen und siegreichen Vormarsch das serbische Heer vernichteten, wurden sie sehr schnell von ihrer Sorglosigkeit geheilt und trafen Maßnahmen, um für alle Fälle bei einem ungünstigen Ausgaug der Schlacht am Wardar gesichert zu Je in. General L-arrail gab darum schon vor mehreren Wochen die Anweuung, daß im Norden von Saloniki starke Befestigungswerke ganz neu angelegt werden sollten. Besonders die Bahn­linien die nach Dviran und nach Gewgheli führen, sollen durch Schanzarbeiten aller Wrt geschützt worden fern. Magrini, der bekannte italienische Kriegsberichter,tatter, erzählt auch bereits, daß der Bierverband eine Belage rung Salonikis erwarte und oagegen nbon iciiie Maß­nahmen getroffen habe. Saloniki, um dessen Besitz in früheren Jahrhunderten oft und blutig wegen seiner Be­deutung für den Seehandel gerungen wurde, erlebt zum ersten Mal einen Kampf, in dem es sich nicht um den Besitz dieses Hafens handelt, denn es ist bekanntlich nur das Bestreben der Bulgaren. auch diesen Teil Grieche li­

nst rd deshalb darauf hingewiesen, daß der für das Vaterland Gefallene am ehrenvollsten im So l daten- grab ruht inmitten seiner Kameraden, mit denen er stritt und fiel und deren Ruhe nicht um Eines willen gestört werden darf. Dort haben Kameraden­hände an vielen Grabstätten bereits harmonisch wirkende Anlagen geschaffen, die erhalten bleiben sollen. Unter Würdigung dieser Verhältnisse darf angenommen werden, daß die Rückführung von Leichen Gefallener auf Ausnahmefälle beschränkt bleibt. Um die Rückführung von Leichen auch in diesen Fällen nach Möglichkeit bis zur Beendigung des Kriegs zurückzustellen, wird auf diejenigen Leichen- sendungen, die erst nach dem Kriege aufgegeben und befördert werdeu, während eines angemessenen, später festzusetzenden Zeitraums eine Frachtermässigung von 50"/o gewährt. Während des Krieges ist für die Leichenbeförderung die volle tarifmäßige Fracht zu entrichten.

):( Hersfeld, 22. Dezember. Der Offizierstellver treter I. K noth von hier wurde zum Feldwebel- leutnant befördert.

Erfurt, 20. Dezember. In der Wohnung des zur Zeit im Felde stehenden Arbeiters Löser in der Teichstraße zu Erfurt-Nord hatte die auf Arbeit ab­wesende Mutter die beiden 6 und 3 Jahre alten Söhne allein in der verschlossenen Wohnung zurück­gelassen. Der ältere Junge hat wahrscheinlich Feuer anmachen wollen, wobei die Kleider des jüngsten Bruders Feuer fingen. Als die Hausbewohner auf den Brandgeruch aufmerksam wurden und gewaltsam in die Wohnung drangen, fanden sie den 3 jährigen Jungen vollständig verbrannt und tot vor. Der ältere Knabe war dem Ersticken nahe, konnte aber noch ge­rettet werden.

Breckerfeld, 20. Dez. Einen bitteren Tod fand der Arbeiter Grunewald von hier. In der Dunkelheit ist der Mann eine hohe Böschung hinunter gefallen und hat sich hierbei in den Drähten eines Zaunes ver­fangen. Er vermochte sich dann scheinbar nicht weiter zu helfen und ist infolge Kälte und Schwäche gestorben.

lanos von Den pteulrakttarsprecyern Eilglatlo und Frank­reich zu säubern. Wenn man auch den Zweck nicht mehr einsehen sann, warum England und Frankreich Saloniki durchaus in die Wirren des Krieges hineinziehen wollen, da (Serbien dadurch doch nicht mehr geholfen werden kann, so muß man sich trotzdem bei der hartnäckigen Zer­fahrenheit der englisch-französischen Führirng auf einen starken Widerstand in den befestigten Stellungen vor Salorciki gefaßt machen. (3-)

Set Sueifanal. 1

England zittert für einen Platz, aus dem es ein gut Teil seiner Stärke nimmt um Suez. Aegypten ist das Wort, das Eugland auf einmal so kriegsregsaw machte. Wiirde es aus illegypten vertrieben, müfite es seine Hand vom Suezkanal zurückziehen, so bedeutete das einen Stoß ins Herz des stolzen Seeherrschers. So ist es auch schon seit langem bestrebt, die Gebiete des Suezkanals in Verteidigungszustand zu setzen. Die Kölnische Zeitung" bringt aus der Feder eines Neu­tralen folgende Schilderung über die Arbeiten der Eng­länder an dem Suezkanal:

An beiden Ufern des 160 Kilometer langen Kanals sind mehrere hunderttausend Eingeborene und englische Soldaten eifrig Tag und Nacht mit Spaten und Pickel beschäftigt. Mit größter Eile werden hier im Sande Schützengräben in sechs- und siebenfachen Reihen aus­gehoben, Stacheldrahtfelder und Wolfsgruben angelegt. Besondere Aufmerksamkeit wendet man der westlichen Seite des Kanals zu, die am stärksten befestigt ist oder uoch wird. Port Said, El Kantara, Jsmailia, Serapeum, Schaluf, Argroud und Suez sind zu starken Festungen ausgebaut worden. Dazwischen werden gegenwärtig noch viele kleinere und größere Forts errichtet, die sämt­lich miteinander durch unzählige Gräben und Feldeisen- bahnen vrbunden sind. Man hat aber noch weitere Vor­richtungen getroffen, um im allerletzten Falle, wenn es dem Gegner trotzdem gelingen sollte, über den Kanal in die Hauptbefestigungen einzudringen, die Graben- stellungen in den meistgefährdeten Abschnitten nollkom- men unter Wasser zu setzen und so den Feind am wei­teren Vordringen zu verbinden!. Auf der östlichen Seite des Kanals werden meist nur große Anlagen errichtet, um gegebenenfalls die sandige Gegend auf weite Strecken hin zu überschwemmen, damit es dem Gegner nicht ge- lsiigt, schon auf den ersten Anlauf sich aus dieser Seite des Kanals festzusetzen.

Zur Verteidigung des Kanals sind aber auch noch eine große Anzahl Kanonenboote und schnelle, stark ar­mierte Monitore bestimmt, die gegenwärtig im Kanal an mehreren Punkten verankert liegen. Zur weitereu Verteidigung hat man in Port Said eine Anzahl schwe­rer gepanzerter Züge ausgeladen, die mit weittragenden Geschützen versehen sind. Die Panzerzüge machen täg­lich Fahrten auf der Strecke Port Satd Suez längs des Kanals. Der Personenverkehr auf dieser Strecke ist schon längst eingestellt: sie dient nur mehr den Material- und Munitionstransporten.

Auch in Aegypten selbst bereitet man sich auf die Verteidigung vor. So hat man vor kurzem mit der Errichtung von Erdwerken im großen Umkreis um Kairo begonnen, ebenso weist die südliche und westliche Grenze viele neuerrichtete kleinere und größere Forts auf. Die in Aegypten zurzeit versammelte Truppenmacht wird auf 240 000 Mann angegeben. Es werden aber in Alexandria beinahe täglich englische Truppen gelandet, dre^^ofort ins Innere und an den Suez-Kanal geschasir