Svstig Peter weilt "noch in Albanien.
sch»it nichts von einer nahe bevorstehenden Nebersiede- lung Ävuig Peters nach Italien bekannt sei. Dieser befinde nch krank in Tirana (nördlich Durazzv). Aerzte hatten ihm ein milderes Klima empfohlen, er habe aber erklärt, daß ei den Tod inmitten seines Volkes vorziehe.
Umschwung in der Stimmung Amerikas?
' Sem Privatbrief eines Deutsch-Amerikaners, der der „München-Augsburger Zlbendztg." zur Verfügung gestellt worden ist, entnimmt nach der „Boss. Ztg." das Blatt einige bemerkenswerte Stellen. In dem Schreiben heißt es unter ariderem: Mit Ausnahrne des Großkapitals, mitdem.unser Präsident und sein Anhang untrennbar verknüpft sind, und der englischen Partei, sieht es jent hier gar nicht mehr so schlimm au». Die meisten Zeitungen schreibet! ganz anders als vor einem Jahre und man fiefa allseits ein, daß das einzig Verläßliche die deutich-österrerchischen Berichte sind. Natürlich haben hierbei einen nicht geringen Anteil die unerhörten Erfolge der deutschen Waffen, denen gegenüber man garnicht aus dem Staunen herauskommt. In acht Staaten fanden vorige Woche Wahlen statt und das Gesamtergebnis fiel zugunsten der republikanischen Partei aus, ist also geradezu eine Kundgebung gegen Wilson, ein bezeichnendes Vorspiel für die 1916 stattfindenden Präsidentenwahlen. Zum Schluß des Briefes heißt es, Wilsou wisse nun, was er 1916 zu erwarten habe.
Wilsons neue dlrrconanote.
»-* Cöl« a. RH., 21. Dezember. (T. U.) Der Köln. Ztg. ging aus Washington auf funkentelegraphischem Wege folgender Bericht zu: Die zweite Note der Hiesigen an die Wiener Regierung gibt einige der Tatsachen an, die von Wien gewünscht werden, verweigert aber die Erörterung von Einzelheiten. Die amtliche Mitteilung be.s österreichisch-ungarischen Flottenkommandos werde als genügend sachliche Unterlage für die amerikanischen Forderungen angesehen. Danach stehe fest, daß die Wiener Regierung zugebe, bah die „Ancona" torpediert wurde, während sich noch FahWäste an Bord befanden. Dieses Zugeständnis genüge. Weitere Ergänzungen der Offiziere oder Ueberlebenden von der „Ancona" seien unnötig. i
SkieLsaslerlei.
Frühere russische Minister gegen den Krieg.
Laut „Köln. Ztg." veröffentlichen die Petersburger Blätter „Djen" und „Rjetsch" bemerkenswerte Worte des ehemaligen Justizministers Schtscherglowitow und des vorletzten Ministers des Innern Maklakow, die während ihrer erst kurze Zeit zurückliegenden Amtstätigkeit äußerten, es sei ihnen unbegreislich, warum Rußland mit Deutschland Krieg führe. Beide Länder seien aufeinander angewiesen und durch ihre geschichtliche Entwicklung dazu bestimmt, miteinander Frieden zu erhalten. Beioe Blätter weisen darauf hin, daß diese Anschauung seitdem in verantwortlichen Kreisen zahlreiche Anhänger gewonnen habe. Sie würden jedenfalls auch von dem Gedanken eines Sonderfriedens nicht zurückschrecken, da ein unglücklicher Krieg unfehlbar die Revolution bringe.
U Die AMm^mittelnot in Petersburg wächst, j^^
Die „Köln. Ztg." berichtet aus Kopenhagen: Die Lebensmittelnot in Petersburg nähert sich mit Riesenschritten einer Katastrophe. Während noch vor einigen Tagen das Petersburger Stadtoberhaupt erklärte, die Zufuhren seien derart knapp geworden, daß Petersburg von der Hand in den Mund leben müsse, hat sich der Zustand jetzt geradezu verzweifelt gestaltet.
Frenchs Abschiedsgruß an die Truppe».
Nit einer amtlichen Reutermeldung hat Feldmarschall French einen Tagesbefehl an seine Truppen erfassen, in welchem er sich von ihnen verabschiedet. Er gibt darin seiner festen Ueberzeugung Ausdruck, daß der vollständige Sieg der glänzenden und tapferen Armee nicht mehr fern sei. Der bisher erzielte Erfolg sei dem unvergleichlichen Geiste der Heldenhaftigkeit der alten und neuen Truppen zuzuschreiben, die überall ihre hervorragenden Fähigkeiten in gleichem Maße gezeigt hätten.
Die belgische Kriegskontribution.
Der Generalgouverneur von Belgien hat genehmigt, daß eine Summe von ungefähr 45^ Millionen Franken in das belische Budget für 1916 eingestellt wird zur Deckung der Zinsen und des Moratoriumdienstes, der von den neuen Provinzen zwecks Zahlung der Kriegskontributionen aufgenommenen Anleihen.
734 feindliche Handelsfahrzenge versenkt.
Vom Beginn des Krieges bis Ende November dieses Jahres sind, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, insgesamt 734 feindliche Haudelsfahrzeuge mit einem Tonnengewicht von 1447 628 Tonnen versenkt worden.
Der Hauptausschutz des Reichstages
beriet einen Zentrumsantrag, ob nicht die Postbeförde- rungsgebühren für Soldatenpakete in Operations- und Etappengebiete bis 500 Gramm herabgesetzt oder die Gewichtsgrenze erhöht werden kann. Der Staatssekretär des Reichspostamtes bezeichnete den Antrag als undurchführbar, der Antrag wurde jedoch vom Ausschuß angenommen.
Deutsche Kriegsausstellungen.
Wie amtlich mitgeteilt wird, soll demnächst in Berlin und in anderen Städten des Reiches erbeutetes Krregs- rnaterial aller Art öffentlich ausgestellt werden Dre Vorbereitung und die Aussiihrung dieser Ausstellungen die der Bevölkerung die Waffen des Krieges, dre Art ihrer 28irkung usw. vor Augen führen werde, erfolgt durch das Zentralkomitee des deutschen Vereins vom Roten Kreuz. Der Reingewinn der Ausstellungen wird für die Verwundetenpflege Verwendung finden.
Deutsche Heldenlaleu.
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nnntohpi^n1Cslii§ die Sturmkolonnen dann noch einen |" gM Ä’» B£Ä»«feÄ“®
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lung herskellen sollten. Trotz des Schießens der Minen- werfer empfing die ersten Stürmenden starkes feindliches Maschinengewehrfeuer. Einige fielen, und das Herauskommeu der Sturmkolonnen stockte. Kurz entschlossen ritz der Unteroffizier Blank aus Rotteuacker, Oberamt Ehingeu, der 2. Feldpionier-Kompagnie des 1. Württembergs scheu Pionierbataillons Nr. 13 das Kommando an sich, sprang mit einer Handgranate vor dem feuernden Maschinengewehr in den ersten feind- lichen Graben, und traf den französischen Mafthiueu- gewehrschützen so gliicklich mit der Handgranate, daß er schwer verwundet von feinem Sitz heruntersank. Kurz darauf war die feindliche Stellung in den Händen der Deutschen. Unteroffizier Blaut ist im Besitze der Würt- tembergischeu Militärverdieust-Medaille und des Eiser- nen Kreuzes 2. Klasse.
Aehnlich tapfer verhielt sich Unteroffizier Schirle aus Bühlerzell, Oberamt Ellwangen, der 2. Feldpionier- Kompagnie 1. Württembergischeu Pionier-Bataillons Nr. 13, der in einer anderen Sappe unter Nichtachtung des gerade gegenüber feuernden Maschinengewehrs dieses solange allein von der offenen Sappenspitze aus mit Handgranaten bewarf, bis es schwieg mtb dem Sturmtrupp so der Weg in die feindliche Stellung geebnet war. Leider hat der Brave später durch eine feindliche Mine den Heldentod gefunden.
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Es war am 17. 9. 1915 bei Tartak au der Wilja. Die 6. Kompagnie eines sächsischen Infanterieregiments lag in vorderster Linie gegenüber einem etwa 60 Meter entfernten Bauernhof. Letzterer bestand aus einem stet- nernen Wohnhaus und drei Strohhäuseru. In bett Strohhäusern hatten sich russische Scharfschützen festgesetzt, die aus den Fensterluken und aus schnell angelegten Schietzschlitzen heraus auf die Schützenlinie ein wohl- gezieltes Feuer abgaben. Zur Besettignug dieser gefährlichen Gegner sprang der Unteroffizier der Reserve Kurt Winkler aus Breslau am Hellen lichten Tage über freies Gelände hinweg an die Strohhäuser und zündete diese, trotz heftiger Beschießung durch die bann befindlichen feindlichen Schützen, an. Nun flohen die Russen: zahlreiche Munstionsexplosionen in den Strohhäuseru verrieten, daß der Feind sich schon gut eingerichtet hatte. Winkler wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse belohnt.
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Am 5 ... 1.. hatten 2 Züge der 12. Kompagnie Jn- fant.-Regiments Nr. . . abends allein eine vorgeschobene Stellung besetzt und waren beschäftigt, diese auszubauen, als plötzlich ein rechts aufgestellter Horchposten den Anumrfch von starken russischen Abteilungen meldete. Sofort lief alles an die Gewehre und eröffnete das Feuer. Aber gleich darauf gelang es den Russen, den rechten Flügel zu umgehen und von der Seite unb von hinten in den rechten Teil des Graben zu bringen. Der Telephonist, Gefreiter Schneider, der schon dein Bataillon nach hinten gemeldet hatte, daß eine starke russische Schützenlinie ankäme, meldete noch „jetzt sind die Russen im Graben" und machte bann den Apparat, den er nicht mehr retten konnte, unbrauchbar und geriet so bei treuer Pflichterfüllung in russische Gefangenschaft. Der Führer befahl nun, den rechten Teil des Grabens zu räumen, schickte die Maschinengewehre weiter zurück uud besetzte einen uach hinten führenden Verbindungsgraben, um deu von rechts gekommenen Russen das weitere Vordringen zu verwehren. Trotz der dunkeln Nacht vollzog sich diese Bewegung mit der größten SchuLllmkAt und Ordnung,.mG ein rasendes Schnell- feuer hielt die Russen auf. Nur Teile des linken Flügels der 12. Kompagnie hatten den Befehl, daß der Verbindungsgraben besetzt werden sollte, nicht gehört und bürgten sich unter Führung des braven Unteroffiziers Stenzel auf die eingedrungenen Russen, aber es empfing sie ein höllisches Feuer, besonders auch mit Handgranaten. Unteroffizier Stenzel fiel und die wenigen Unverwundeten mußten in den Verbindungsgraben zurück. Nun lagen sich Teutsche und Russen auf nächste Entfernung gegenüber. Ein russisches Bataillon hatte angegriffen mtb im Gefühl ihrer Ueberlegenheit forderte der russische Führer die kleine Zahl der Deutschen zur Uebergabe auf, aber ein verstärktes Feuer war die Antwort und der russische Führer, ein Fähnrich, würbe tödlich getröffen. Nun war es um ihre Haltung geschehen. Ihr Feuer schwieg und da alles sich in Deckung zurückzog, hatten unsere Leute kein Ziel zum Feuern. Da sprang beherzt Musketier Wengatz (aus Berlin-Reinikendorf) aus dem Graben hervor, auf die Russen zu und forderte sie zur Uebergabe auf. Wie ein Erlöser wurde er von den Russen ausgenommen und nun erzählt Wengatz: „Wie die Bienen kamen sie den Berg herunter und jeder wollte mir die Hand drücken. Bei dieser Menge wurde es mir doch ein Nischen unheimlich zu Mute, denn soviele Russen, es 'varen ja bald 600, hatten wir denn doch nicht vermutet, und wirklich, es waren 750 Russen, die sich den Deutschen ergeben hatten. Dabei Hatten die Russen ein Maschinengewehr in die Stellung eingebaut, das uns auch in die Hände fiel und das uns bei der weiteren Verfolgung schon gute Dienste geleistet hat. Vergebens wurde unter der großen Zahl der Gefangenen nach Offizieren gesucht und als man die Russen danach fragte, sagten sie, daß die Offiziere sie nur bis zu einer Höhe begleitet und ihnen dann das Angriffsziel angegeben hätten, selbst aber zurückgeblieben wären.
Vermischtes.
Wie der Laudwehrmaun wieder ms Feld rückte. Aus Camburg schreibt man der „Hall. Ztg.": „Lieb Vaterland, magst ruhig sein!" dachten dieser Tage alle, die einen beurlaubt gewesenen Landwehrmann aus der Umgebung zum Bahnhof wandern sahen. Auf dem Rücken trug er selbstverständlich den mit Weihnachtskuchen und sonstigem Eßbaren vollgestopften Rucksack, damit aber auch der äußere Mensch nicht zu kurz komme, hing ihn, vor der Brust eine sogenannte Waschrumpel. „Nun wüte man mal in den Argonnen ihre weiße Wäsche anstau- ueu," meinte er. Von der linken Schulter hing ihm ein großer Sack voll kleiner Petroleumlampen, für die wir feiner Meinung nach bei der Petroleumnot zu Haus ja doch keine Verwendung hätten, und an der rechten Schulter hatte er 25 Rollen Tapeten aufgehängt. Wandtapeten, Karten und Deckentapeten hatte er bei einem hiesigen Maurermeister mitgenommen, „denn ihre Unterstände in den Argonnen müßten Weihnachten so fein aussehen, wie die gute Stube des Kriegsministers," hätte ihr Leutnant gesagt. Das Seltsamste aber trug der fürsorgliche Wehrmann in der Hand, nämlich einen grauen Rerfekosfer, in den er verschiedene Luftlöcher geschnitten hatte. Darin befand sich ein Paar munterer Stallkaninchen mit dem nötigen Futter. „In den Argonnen," meinte ihr Besitzer, „müßte die Viehzucht wieder gehoben werden, und die Franzosen müßten doch auch toten, daß
wir keine Fletschnok hätten." So ausgerüstet wandern er, vergnügt schmunzelnd, dem Bahnhof zu.
Der Fahrplan der Balkanzüge liegt jetzt dem Minister der öffentlichen Arbeiten zur Genehmigung vor. Die Fahrtdauer von Berlin nach Konstantinvpel beträgt danach 53, zurück 58 Stunden, sie gleicht also ungefähr bei Fahrtdauer der früheren Orientexpreßzüge.
Ueber 40 Jahre im Zuchthaus. Ein „Zuchthaus- veteran" hatte sich in der Person des 74jährigen Barbiers Jakob Sekulla vor der Strafkammer in Ratibor zu verantworten. Der Angeklagte hat nicht weniger als 14 Jahre, also über die Hälfte seines Lebens, hinter Zuchthansnnruern verbracht. Als er im August nach Verbüßung seiner letzten Freiheitsstrafe von 4 Jahren aus dem Zuchthause entlassen war, verübte er schon im darauffolgenden Monat wieder einen neuen Einbruch Die Strafkammer verurteilte den unverbesserlichen Verbrecher zu weiteren vier Jahren Zuchthaus.
„Nicht amtlich". Bei Tisch liest, so wird der Frkk Ztg." erzählt, meine Frau deu Kindern einen Artikel vor, in dem zu zweckmäßiger Verwertung der Lebens- mittelreste gemahnt wird. Sie knüpft daran eine kleine Moralpredigt an, welche Klein Tildchen, die noch von Friedenszeiten her die Unart, Brotkrusten übrig zu lassen, beibehalten bat. nicht gerade angenehm empfindet. Man hat aber durch den Krieg sogar im Kinderzimmer das Zeitunglesen und auch manches von der Technik des Nachrichtendienstes gelernt. So reißt denn Tildchen das Blatt an sich und ruft zum größten Erstaunen aller: „Was da steht, Mutter, gilt nicht: es ist nicht amtlich!"
Aus serbischer Kriegsgefaugenschaft. Das „Präge» Tageblatt" veröffentlicht einige bezeichnende Aufzeichnungen aus dem Tagebuch, das ein Präger Soldat (seines Zeichens Mediziner) wäbrenb seiner mehr als einjährigen Kriegsgefangenschast in Uesküb führte: Die llngezieferplage ist entsetzlich. Neulich fand ich eine schöne feldgrüne Bluse aus der Erde liegen. Da die Serben sonst jedes Uniformstück. uud wenn es noch so zcrluinpt ist, fruktifizieren und die Bluse noch sehr gut ausfah, sah ich sie mir näher an. Unb da erkannte ich, daß es eine alte, blaue, österreichische Vanbwebrblufe war, auf der abertausende Läufe krochen, die sie mit ihrem dichten Gewimntel feldgrün färbten. Serbische Offiziere halten etwas auf gute Adjustierung. Ganz besonders elegant waren die beiden Offiziere, ein Oberleutnant und etu Oberstleutnant, die am Herüber Spital oorbeigingen: Lackstiefel, tadellose Uniformen, ganz neue Glaceehandschuhe. Im Gespräch zieht der Oberleutnant den rechten Handschuh ab, schueuzt sich in die bloße Hand und zieht den Handschuh wieder an. Ein paar Schritte weiter tut der Oberstleutnant dasselbe. — Serbische Spitäler. Ich lag flecktophuskrank int Ues- küber Spital, einer alten Kavalleriekaserne. Neben mir zusammengepfercht Hunderte Leidensgenossen. Alle in Uniformen ober vielmehr in jenen Fetzen, die frither ihre Uniformen waren. Stunde für Stunde gab es Tote, da die Rezepte der serbischen Aerzte — Rizinusöl und Aspirin — nichts ntttzteu. Die Toten ließ man liegen, einen Tag auch zwei Tage lang. Dann warf man sie unter eine kleine Stiege in einen dunklen Raum, den die Serben „Kapelle" nannten. Hub wie sie so waren, stetfgefroren in den schrecklichsten Krümpfen des Todes, packte man sie dann in Särge, wobei man ihnen freilich oft mit der Scl-aufel auf Kopf und Beine schlagen muhte, um sie in die schmalen Särge zu bringen. Und weint dann ein kleiner serbischer Wagen so eine Sargfuhrc in die Erdlöcher des Friedhofes befördert hatte, fuhr er gleich zur nahen Intendantur, um für die gesunden Kriegsgefangenen Brot zu fassen.
Witze vom Tage. Ersatz: Kellnerin: „Ohne Brotkarte darf ich kein Brot abgeben! Aber wissen S' wa3?l Essen S' zu Ihrem Gulasch einen Hackbraten oder ein paar Fleischpflanzeln — da ist sowieso fast lauter Brot drin'!" Gemütlich. Frau: „Ich muß midi beschweren! Mein Mann hat Ihr Mittel gegen rote Nasen gebraucht, nun ist die Nase blau geworden!" Erfinder (freundlich,: „Was hätten Sie denn gerne für ne Farbe gehabt?" Aus der Kriegszeit. Wie der Einödbauer Simmerl es anstellt, um bet hohem Schnee sich die Mühe des Weg- ausschaufelns zu ersparen: Er schreibt einfach in der Zeitung aus, bei ihm gäbe es für eine Mark zehn Eier.
(„Fliegende Blatter".)
Weisere Drahtnachrichten«
Aus der sozialdemokratischen Fraktion. i
** Berlin, 21. Dezember. (T. U.) Wie die „Bl. Mp." hört, hat in der gestrigen Sitzung der sozialdeino- kratischen Reichstagsfraktion eine Anzahl von Mitgliedern der Minderheit angekündigt, daß sie bei der heutigen Abstimmung über die Kriegskreditvorlage die Forderung ablehneu und ihre Ablehnung durch eine Erklärung begründet würbe. Damit würbe die schon lange bestehende latente Spaltung -der Fraktion auch nach außen vollzogen sein.
Genosse Haase hat nach dem „Vorwärts" am Schluß der gestrigen Fraktionssitzung sein Amt als Fraktions- vorsitzender niedergelegt. Bereits am 4. August 1014 hatte er einen dahingehenden Entschluß der Fraktion bekannt gegeben, blieb aber auf ihr dringende- Verlangen damals im Amt. Selbstverständlich behält Genosse Haase sein Amt als Vorsitzender der Partei.
Urteile zur türkische» Offensive.
«m Berlin, 21. Dezember. Zur Vertreibung der Engländer von Gallipoli sagt das „Bert. Tagcbl.": Dank der glänzenden Tapferkeit der türkischen Truppen ist nunmehr das endgiltige Scheitern der Dardanellen- Expedttion eingetreten. In dem Augenblicke, in dem der Landweg über Oesterreich-Ungarn, Serbien und Bulgarien uns zur Verfügung stand, war es nur eine Frage der Zeit, bis die nötige Versorgung der Türkei dieser ein machtvolles Vorgehen an den Dardanellen gewährleisten konnte. Das Prestige Englands hat in der ganzen Welt eine ungeheure Schädigung erlitten und es wirkt nicht gerade ernhaft, wenn im Unterhause erklärt wird, daß es sich um btc Aussiihrung eines bereits früher gefaßten Beschlusses handle. Im „Lokalauz." heißt es: Die Harkptsache ist, daß die ganze große Dar- danellenaktion ein unrühmliches Ende nimmt. — Die „Bost. Ztg." sieht in der Z,urückztehung der englischen Truppen von Gallipoli das Eingeständnis der völligen Niederlage. — In der „Dt. Tagesztg." wirb ausgeführt, daß die türkische Offensive gerade jetzt einsetze, wo zu Saloniki und in Grtechtsch-Mazedouien die Dinge milttä. risch nicht nur, sondern auch politisch auf bem Krisispunkte sich befinden, erscheine von hoher Bedeutung, und es könne nicht ausbleiben, daß das Ergebnis seine Schatten nach Saloniki herüberwirft.