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Amtlicher Anzeiger ^^ für den Kreis Hersfeld
Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Duchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.
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Nr. 399.
Mittwoch, den 33. Dezember
1915
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 16. Dezember 1915. An die Ortspolizeibehörden des Kreises.
In Verfolg meiner Verfügung vom 5. Februar 1912 l. No. 1471, Kreisblatt No. 20, erinnere ich daran, daß dem Königlichen Kreisarzt hier am Schlüsse des Jahres das Verzeichnis über die in der Gemeinde vorhandenen außerhalb der Irrenanstalten in Privatpflege lebenden Geisteskranken, unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars, zu übersenden ist.
Fehlanzeige wird nicht gefordert.
I. I. No. 14416. Der Landrat.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Gemäß § 10 Absatz 2 der Bekanntmachung zur Einschränkung des Fleisch- und Fettverbrauchs vom 28. Oktober ds. Js. fR. G. Bl. S. 714) in Verbindung mit der Ausführungsanweisung der Landeszentralbehörden zu dieser Bekanntmachung vom 1. Oktober 1915 (Handelsministerialblatt Seite 660) genehmige ich hierdurch, daß am 24. und 31. Dezember ds. Js. Fleisch-, Fleischwaren und Speisen, die ganz oder teilweise aus Fleisch bestehen, gewerbsmäßig an Verbraucher verabfolgt werden dürfen. Bezüglich der Gast-, Schank- und Speisewirtschaften verbleibt es bei dem bestehenden Verbot des § 2 der Bekanntmachung.
Cassel, den 8. Dezember 1915.
Der Regierungs-Präsident. gez: Bernstorff. * * *
Hersfeld, den 18. Dezember 1915. Wird veröffentlicht.
1. 14398. Der Landrat.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Asfessor.
—-<- ;-^ Hersfeld, den 17. Dezember 1915.
Ich habe den Kriegsinvaliden Konrad Kälber zu Kirchheim zum Fleisch- und Trichinenbeschaner der Gemeinde Kirchheim bestellt und ihm den Bezirk des Fleischbeschauers Stang sen. übertragen.
1. 14419. Der Landrat.
v. Heöemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 20. Dezember 1915.
Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsoor- steher, welche s. Zt. Spirituskriegslichtbrenner hier bestellt haben, werden ersucht, dieselben alsbald bei dem Kupferschmiedemeister Herrn Schüßler hierselbst, am Marktplatz Nr. 31, abholen zu lassen.
Es empfiehlt sich, sofern die Herren Bürgermeister das Abholen nicht selbst besorgen wollen, eine andere erwachsene Person zu schicken, der die Handhabung des Brenners von Herrn Schüßler hier gezeigt werden kann. Im Geschäft des Herrn Schüßler sind auch die Zubehörteile zu haben.
I. 14545. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 16. Dezember 1915.
In der Gemeinde Rimmels, Kreis Hünfeld, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
I. 14388. Der Landrat.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Deutscher Reichstag.
Auf der Tagesordnung der Sitzung vom Montag stand die zweite Beratung der Kriegsgewinnsteuer. Dazu lagen außer dem fozialdemokratischen Antrag auf Erhebung eines Wehrbeitrages ein Beschluß des Ausschusses vor, die Fälle zu erforschen, in denen durch Kriegslieferungen unlautere Gewinne erzielt worden seien, und einen Gesetzentwurf auf Herausgabe solcher Gewinne vorzubereiten. In der allgemeinen Aussprache waren sich alle Redner einig, daß mit einer Erhöhung der Steuern gerechnet werden müsse, die gesamte Neuregelung der Finanzen aber erst nach dem Kriege erfolgen könne. Der jozialde- mokratische Antrag fand nicht die Zustimmung der Redner und wurde auch am Schluß der Beratung abgelehnt. Schatzsekretär Dr. Helfferich betonte insbesondere, daß während des Krieges die ^entungsmhig- keit des Volkes geschont werden müsse, daß man aber nach dem Kriege sich auf eine erhebliche Erhöhung der Stiern gefaßt machen müsse. Abg. Gotheim (Forichr.) meinte daß das Steuerzahlen in Zukunft etwas Keser Greifendes sein werde als bisher. Die Lebenshaltung werbe erheblich eingeschränkt werden müssen,- vielleicht komme eine Zeit, wo man sich wieder durchschlagen müsse m weiteren Verlaufe der Erörterung ergriff Stellv. Kriegsminister v. Wandel das.Wort un bemerkte daß es sich schwer feststellen lasse, ob bei oen Tausenden^ von' ^ilitnrliefW
Gewinne erzielt wurden. Zu Anfang oe.- «rüge.
mußte die Miltärverwaltung ja hohe Preise bewilligen, um nur schnell etwas zu bekommen. Später sei das anders geworden. Als Abg. Hoch (Soz.) darauf Hin- wies, daß eine Beunruhigung der Bevölkerung dadurch hervorgerufen würde, daß der Schatzsekretär indirekte Steuern nicht von sich gewiesen habe, erwiderte Staatssekretär Dr. Helfferich, daß im Gegenteile der Abg. Hoch die Beunruhigung hervorgerufen habe. Er — Redner — habe mit keinem Wort davon gesprochen, daß die notwendigsten Lebensmittel mit indirekten Steuern belastet werden sollten. Was bisher feststehe, sei die Kriegsgewinnsteuer, die eine verschärfte Ver- mögenszuwachssteuersei. Sicher sei nur,daß eineeinzige Steuerquelle nicht alle Bedürfnisse befriedigen könne, was befriedigt werden müsse. Zum deutschen Arbeiter könne man das Vertrauen haben, welches der Abg. Hoch nicht zu haben scheine, daß er sich den Staatsnotwendigkeiten nicht verschließen werde, daß er nicht nur im Schützengraben, sondern auch auf finanziellem Gebiete mitkämpfe. An die notwendigsten Lebens- mittek werde nicht herangegangen werden. Dafür müsse jedoch gesorgt werden, daß die Oeffentlichkeit den neuen Steuern ein unbefangenes Urteil entgegen- bringe. Das Haus stimmte diesen Ausführungen mit lebhaftem Beifalle zu. Auf Ausführungen des Abg. David (Soz.) wiederholte Schatzsekretär Dr. Helfferich, daß es nicht möglich sei, alle Ansprüche aus einer Steuerquelle zu befriedigen. Wenn die Vorlagen kommen, so erfordern sie eine gerechte Würdigung als Ganzes; der Bevölkerung müsse klargemacht werden, daß große Ansprüche an sie herantreten. — Schließlich wurde § 1 angenommen und in kurzer Einzelberatung das ganze Gesetz und der Ausschußantrag. Die 3. Lesung wurde gleich darauf vorgenommen und damit das Gesetz einstimmig und endgültig erledigt. Das Gesetz über dierKriegsabgaben der Reichsbank wurde in der Fassung des Ausschusses in 2. und 3. Lesung angenommen. Darauf vertagte sich das Haus auf Dienstag: Nachtragsetat.
Aus der Heimat
* (Weihnachtsbüume und Feuersgefahr.) Der Verband öffentlicher Feuerversicherungs-Anstalten in Kiel gibt folgendes bekannt: Um die Weihnachtszeit finden sich in den Tageszeitungen häufig Berichte über durch Weihnachtsbäume verursachte Brände. Rechnet man zu diesen Bränden noch die weit zahlreicheren hinzu, von denen die Oeffentlichkeit nichts erfährt, so ergibt sich eine erschreckend große Zahl von Bränden, die ganz abgesehen von dem materiellen, zum Teil eine bedeutsame Höhe erreichenden Schaden, auch Leben und Gesundheit zahlreicher Personen in ernstliche Gefahr bringen. Es ist daher dringend geboten, zu Beginn der Weihnachtszeit die Aufmerksamkeit auf die Gefahr der Verursachung von Bränden durch Weihnachtsbäume zu lenken und einige einfache und doch wirksame Vorsichtsmaßregeln in Erinnerung zu bringen. Weihnachtsbäume dürfen nicht in der Nähe von Fenster- und Türvorhängen aufgestellt werden, denn der geringste Luftzug, der durch Oeff- nen einer Tür, eines Fensters, durch rasches Vorbeigehen u. dergl. verursacht wird, genügt, um die Vorhänge in die brennenden Kerzen hineinzuwehen. Als Baumschmuck sollten nur solche Sachen Verwendung finden, die schwer entzündlich sind. Die Kerzen am Baume selbst müssen so angebracht werden, daß sie senkrecht stehen und über ihnen liegende Zweige nicht anzünden; die Kerzen dürfen auch nicht so dicht über einander angebracht werden, daß die unteren die oberen erwärmen, zum Verbiegen und zum Herausfallen aus dem Lichthalter bringen. Kindern sollte das Anzünden oder Auslöschen von Kerzen nie gestattet werden. Für alle Fälle ist — besonders wenn die Bäume längere Zeit stehen und ausgetrocknet sind — ein Eimer mit Wasser, noch besser eine Gießkanne, bereit zu halten, um einem entstehenden Brande sofort und energisch zu Leibe gehen zu können. Werden diese wenigen Vorsichtsmaßregeln befolgt, so lassen sich zahlreiche Brände um die Weihnachtszeit mit Leichtigkeit vermeiden. Es wäfe dies in der jetzigen Zeit um so erfreulicher.
* (Die Hüte werden teurer.) Kaum irgend ein anderer Erwerbszweig ist von dem großen Weltkriege so schwer betroffen worden wie die Hutfabrikation und der Huthandel. Nicht allein, daß die meisten Kunden der Hutläden im Felde stehen, wird der Bestand dieser Geschäfte dadurch arg bedroht, daß fast sämtliche Hauptrohstoffe der Hutfabrikation, wie Wolle, Baumwolle, Hafen- und Kaninchenfelle von der Heeresverwaltung im Interesse der Landesverteidigung beschlagnahmt wurden, so daß sie selbst gegen höchste Bezahlung nicht erhältlich sind. Es steht fest, daß die Regierungen von Deutschland und Oesterreich-Ungarn Hand auf acht Millionen Kaninchenfelle gelegt haben. Andere Rohstoffe, wie Farben, Säuren, Schellack, Leder, Bänder und, was die Strohhutfabrikation angeht, die Geflechte haben ungeheuerliche Steigerungen der Preise erfahren. Die Lage wird noch verschärft durch den Mangel an geschulten Arbeitskräften und die dadurch bedingte Steigerung der Löhne. Es ist also einerseits durch die Beschlag
nahmen die Fabrikation nahezu unmöglich gemacht, anderseits stellen sich die wenigen Hüte, welche überhaupt noch erzeugt werden können, in den Selbstkosten weit teurer als im Frieden. Leider nun zeigt die große Oeffentlichkeit kein Verständnis für diesen un- glücklichen Zustand, indem sie die Nodwendigkeit einer Preissteigerung in den Hutläden nicht anerkennen will, häufig sogar zu „Kriegspreisen", d. h. in diesem Falle „billiger" kaufen will. Durch den Kriegsausschuß der deutschen Hutindnstrie, welcher sämtliche wirtschaftlichen Verbände des dentschen Hutfaches umfaßt, werden unsere Leser auf; diese Verhältnisse aufmerksam gemacht, mit der dringenden Bitte, das schwer bedrohte Dasein der deutschen Huthändler nicht noch mehr dadurch zu gefährden, daß man die Zahlung der auch heute noch in sehr mäßigen Grenzen gehaltenen aber unvermeidlichen Preisaufschläge verweigert.
*(Das Alkohvlverbot in den Bahnhofs^ wirtschaften.) Der Chef des Feldeisenbahnwesens hat das Gesuch der Vereinigten Bahnhofswirte um Aufhebung des Verbots des jSchnapsausschanks an Zivilpersonen abgelehnt. Es heißt in der betr. Antwort u. a.: „Das Verbot ist im Einvernehmen mit der Obersten Heeresleitung, dem Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten und den Stellvertretern der Generalkommandos erlassen, weil es ausgeschlossen sein muh, daß sich jede Zivilperson beliebig Likör und Schnaps kaufen kann, der daneben an demselben Schenktisch stehende Soldat aber abgewiesen werden muß. Das Ansehen unseres Heeres und die Gerechtigkeit gegen unsere reisenden Offiziere und Soldaten erfordert es, daß sie nicht anders behandelt werden, wie das Zivilpublikum in der Heimat; auch dieser an den Kämpfen nicht teilnehmende Teil unseres Volkes wird sich ebenso wie wir Soldaten Beschränkungen seiner gewohnten Lebensführung auferlegen müssen."
* fRegierung 8 maßnahmen zur Fleisch- Versorgung.) Die „Deutsche Parlaments-Korre- spondenz" berichtet: Für die von der preußischen Staatsregierung vorgesehene Mästung von 500 000 Stück Schlachtschweinen ist ein Vertetlungsplan nach den einzelnen Provinzen aufgestellt und die erforderlichen Verhandlungen zum vertragsmäßigen Abschluß sind bereits allgemein im Gange. Für die Mästung kommen hauptsächlich nur solche Schweine in Betracht, die schon jetzt ein Gewicht von mindestens 120—180 Pfund haben und in einem Zeitraum.von 100 Tagen auf über 220 Pfund gebracht werden sollen. Außer den nach dem Gewicht zu berechnenden Fleischpreisen erhalten die Züchter noch für Schweine im Gewicht von 220—240 Pfund 10 M., von über 240 Pfund 15 Mark Mastprämie. Für jedes Schwein werden zur Mästung 5 Zentner Futtermittel fWeizen-, Roggen- schrot, Mais, Fischmehl und Futterzucker) zu dem Ausnahmspreise von 14.75 M. für den Zentner gegen die Verpflichtung der Lieferung des vertragsmäßigen Gewichtes hergegeben. Schweine unter 205 Pfund sollen nicht abgenommen werden. Für die Abnahme ist das Gewicht an der Verkaufsstelle maßgebend. Als Vermittler zwischen Züchter und Staat sind die Landwirtschaftskammern unter Mitwirkung der landwirtschaftlichen Vereine und der Gemeinden vorgesehen. Bezüglich etwaiger Zweifelsfragen, besonders über den Gewichtsverlust während des Transports, rechnet man noch auf einen Ausgleich. Ueberall gibt sich in den landwirtschaftlichen Kreisen volle Bereitwilligkeit kund, an der Beschaffung der Schlachtschweine mitzuwirken, und es sind in allen Provinzen bereits eine große Zahl von Anmeldungen erfolgt. Für das Frühjahr steht sonach eine bedeutende Versorgung des Fleischmarktes in Aussicht, zumal auch im übrigen die Aufzucht von Schlachtschweinen einen größeren Aufschwung genommen hat.
Verzeichnis
der bei L. Pfeiffer Depositenkasse Hersfeld zu Hersfeld eingegangenen Spenden für die Weihnachts- bescheerung in den hiesigen Lazaretten, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:
Zahlung von Frau Major Döring „ „ Ungenannt „ „ S. W. „ „ Ungenannt "„ " Frau Oberlehrer Wettberg zz zz F- „ „ Ungenannt „ „ Herrn Carl Post „ „ zz Frdr. Lorenz Wolfs „ „ „ Carl Schimmelpfeng „ „ Frau Apotheker Drnbe „ „ „ Dr. Wittich „ „ „ Professor Wende
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Bestand M. 126.—
Ferner
für die Organisation des Roten Kreuzes.
Zahlung des Herrn Pfarrer Scheffer von einer Hochzeitsfeier M 8 —