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Neue Kämpfe in Aegypten.

Reuter meldet amtlich aus Kairo: A» der westlichen Seite des Sneskanals haben am 13. Dez. abermals Ge­fechte zwischen britischen und arabischen Truppen statt- gefundem Diese zahtten etwa 1200 Mann und waren mit Geschützen und Maschinengewehren versehen. Etwa 42 Meilen westlich von Matruh stietzen die veiden Par­teien aufeinander. Der Feind griff mit großer Energie an, wurde zedoch zuruckgeschlagen. Die britischen Truppen hatten 8 Tote und 88 Verwundete, die Verluste des Feindes sollen 80 Tote und 30 Verwundete betragen haben.

Kitchener geht nach Aegypten.

$*? Amsterdam, 17. Dezember. (T. lt.) Aus Lon­don wird derVost. Ztg." zufolge mitgeteilt, daß Kitche­ner sich in der allernächsten Zeit nach Aegypten begibt, wo er die Oberleitung der Operationen übernehmen wird. Nach allen Anzeichen bereitet sich England auf einen längeren Feldzug in Aegypten vor.

^ Basel, 17. Dezember. (T. U.) Schweizer Blätter melden nach demB. T.": Die in Aegypten niedergelasse­nen Griechen erhielten die Aufforderung, unverzüglich in ihre Heimat znrttckzukehren.

Die türkischen Fortschritte in Mesopotamien.

Das türkische Hauptquartier teilt mit: Auf der Jrakfront zeitweilig aussetzender Infanterie- und Ar­tilleriekampf bei Kut-El-Amara. Als unsere Truppen sich einigen Teilen des befestigten Ortes nähenen, ent­deckten sie unterirdische Minen, die der Feind gelegt hatte und brachten sie zur Explosion, um sie wirkungs­los zu machen. Unsere Truppen eroberten am 14. De­zember bei Kut-El-Amara vier mit Bauholz beladene Leichter.

Die Versorgung der Kriegsbeschädigten.

Bei der Besprechung von Besoldungs- und Renten- fragen im Hauptausschutz des Reichstages erklärte der stellvertretende Kriegsminister, die unterstellten Kom­mandos seien allgewiesen, den Kriegsbeschädigten bei der Annahme einer Berufsarbeit nicht gleich die Rente zu kürzen, da bei manchen Soldaten eine zögernde Haltung gegenüber einer Wiederaufnahme der Arbeit beobachtet worden sei. Die Militärverwaltung nehme die bisher bei ihr beschäftigt gewesenen Krieger wieder in ihren Dienst,- auch solche Kriegsbeschädigte, die bisher nicht in militärischen Betrieben gewesen, sollten Aufnahme fin­den. Es würde ihn freuen, wenn viele sich meldeten. Gesetzentwürfe betreffend Versorgung und Ansiedelung von Kriegsbeschädigten seien in Vorbereitung. Gegen­über der Anregung einer Aenderung der Grundsätze bei der Rentenbemessung betonte der Staatssekretär des Reichsschatzamtes die Schwierigkeiten einer alsbaldigen Aenderung der Kriegsversorgungsgesetze und verwies auf seine früheren Aeußerungen hierüber. Die endgül­tige Ordnung könne erst nach Friedensschluß erfolgen, wenn die finanzielle Gesamtlage des Reiches sich einiger­maßen übersehen lasse. Die Reichsleitung fei sich da­rüber klar, wie wichtig die Unterbringung der Kriegs­beschädigten sei, die um jeden Preis wieder zu lebendigen Gliedert! unserer volkswirtschaftlichen Macht werden müßten, schon deshalb, weil es nach dem Kriege sehr an Arbeitskräften für die großen volkswirtschastlichenWieder- Herstellungsarbeiten fehlen würden. Weiter bemerkte der stellvertretende Kriegsminister, daß es nicht Grundsatz sei, den Unterstützungsschein an Mannschaften zu geben, aber er könne gegeben werden. Man wolle die Leute W nicht in die Beamtenlaufbahn hineindräugen, besonders angesichts der langen Wartezeit. Besser sei es, penn Die Kriegsbeschädigten in ihren alten oder einen ähnlichen Beruf zurückgehen.

SriessaSeriei.

Der-Milliardeu-Kredit im Ausschuß bewilligt.

Der Nachtragsetat, der den Reichskanzler ermächtigt, 10 Milliarden im Wege des Kredits flüssig zu machen, wurde am Donnerstag im Hauptausschuß des Reichs­tags ohne Widerspruch angenommen.

Einstimmige Annahme des bayerischen Militäretats.

Bei der Beratung des Militäretats in der bayeri­schen Kammer der Abgeordneten zollten Redner allerPar- teten der deutschen Armee, ihren Verbündeten und ins­besondere auch der Tapferkeit der bayerischen Truppen Worte der Anerkennung und des Dankes. Darauf wurde der Militttretat einstimmig, auch von den Sozialdemo- kraten, angenommen.

Verordnung über die Bereitung von Kuchen.

Der Bundesrat hat am 16. Dezember eine Verord- nung über die Bereitung von Kuchen sowie über die Her­stellung von Süßigkeiten und Schokolade erlassen. Die Verordnungen bezwecken eine Vorratsstrecknng von Eiern, Speisefetten, Zucker, Milch und Sahne. Für die gewerbliche Herstellung von Kuchen, Torten und Ma- kronen werden Vorschriften über die Zusammensetzung der Teige und Masten gegeben. Die gewerbliche Her­stellung von Backwaren in siedendem Fett, von Baum­kuchen, Fettstreutzel, Eiweiß-, Fett-, Milch- und Sahne­creme wird verboten. Als Triebmittel ist Backpulver gestattet, Hefe verboten. Die Hausbäckerei wird an sich von der Verordnung nicht betroffen: das Ausbacken von Teigen und Massen, die nicht in gewerblichen Betrieben hergestellt find, wird aber für gewerbliche Betriebe ver­boten. Der Bundesrat hat ferner eine Verordnung über Zeitungsanzeigen erlassen, nach der in periodischen Drucksthriften Angebote über Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere über Nahrungs- und Futtermittel aller Art sowie rohe Naturerzeugniste, Heiz- und Leucht­stoffe, Düngemittel oder Gegenstände des Kriegsbedarfs nicht angezeigt oder eingefordert werden dürfen.

Der Nachfolger des Feldmarschalls French.

General Sir Douglas Haig, der neue englische Ober­befehlshaber an der Westfront, ist im Jahre 1861 ge­boren. Seine militärische Laufbahn hat sich m der Haupt­sache in Afrika und Indien abgespielt. Während des Burenkrieges gehörte er zum Stäbe des spateren Feld- marschalls French. Im Jahre 1898 nahm er auch an dem Feldzug im Sudan, teil. Wahrend des Krieges wurde Sir Haig zum Führer einer der von Küchener neu aufgestellten Armeen ernannt und zum General ^French ist, wie gemeldet, von seinem Posten zurück­getreten und zum Marschall der Truppen des Je reinig­ten Königreichs ernannt worden.

Französische Kriegsfitte«.

Die Bulgarische Telegraphenagentur meMt: Bul­garische Blätter bringen eine Depesche des Reuterver- Beters in Saloniki, in der berichtet wird, daß der ^ber- kommandarit der französischen Orienttruppen an feine Breis von 5 Francs für I^dengemn- wn 3 Francs für jeden getöteten Francs für jeden getöteten Deutschen titteilung, die eine ganz entidnedene von unseren Feinden 2t, wurde von der englischen Presse ltlich, um die französische Kriegsmoral

ItaliensBarkanvilfe^.

DieBasksL Nachrichten" melden indirekt aus Athen: Die italienische Regiernug stationierte zwei Kriegsschiffe in den griechischen Gewässern, was in Athen und ganz Griechenland außerordentliche Erregung hervorruft.

Steigende Abnahme der Sterblichkeit unsere r Vetisundeleu.

Die erfreuliche Erscheinung, daß infolge unserer hervorragenden Verwundetenpflege der größte Teil der Verwundeten wieder dienstfähig wird, ist, wie der Kor­respondenzHeer und Politik" geschrieben wirdz wäh­rend aller Kriegsmonate ständig in immer günstigerer ©nlwitfehtng gewesen. ES ist nämlich die bemerkens­werte Tatsache festznstellen, daß nicht nur die Dienst- tauglichkeit der Verwundeten von Monpt zu Monat wuchs, sondern daß anch die Sterblichkeit gleichfalls von Monat §u Monat regelmäßig abnahm. Es liegen da­rüber die in Betracht kommenden Zahlen des ersten Kriegsjahres vor. Während schon im ersten Kriegs- monat August 1914 von wo Verwundeten die erstaun­lich hohe Ziffer von 84,8 Dienstfähigen, 3,0 Gestorbenen und 12,2 Dienstuntauglichen und Beurlaubten festzn- stellen war, hat dieses schon an sich recht günstige Er­gebnis unserer Verwnndetenbehandlung ein Jahr später im August 1915 bereits ein ganz anderes Bild ange­nommen. Scholl im September 1914 stieg nämlich die Zahl der dienstfähig Gewordenen auf 88,1, also fast um 4 Mann auf 100. Ein ungewöhnlich glänzender Erfolg! Dieser wird dadurch noch größer, daß gleichzeitig mit der Zunahme der Dienstfähigen die Anzahl der Todes­fälle von 3 Prozent auf 2,7 Prozent sank. Wieder einen Monat später int Oktober 1914, war die Zahl der Dienst­fähigen auf 88,9 gestiegen und die Anzahl der Todes­fälle auf 2,4 gesunken. In den Monaten November bis März schwankte die Zahl der Dienstfähigen zwischen 87,3 und 88,9, sodaß im März die gleiche Zahl von Verwnn- deten wieder dienstfähig geworden war, wie im Oktober. Erfreulich ist aber auch in diesen Monaten die Tatsache, daß die Anzahl der Todesfälle weiter ständig sank. Im November betrug sie nur noch 2,1 von hundert Mann. Im Dezember 1914 sank sie bereits sogar unter die Zahl 2 und betrug nur noch 1,7 Prozent. Im Januar 1915 war eine weitere Abnahme der Todesfälle festznstellen, denn in diesem Monat betrug die Zahl nur noch 1,4, um im nächsten Monat Februar weiter auf 1,3 zu sinken. Aber auch diese Zahl ist noch nicht die kleinste, nachdem sie im April und Mai wiederum auf 1,4 gestiegen war, also eine ganz geringfügige Verschlechterung erfahren hatte, fiel sie von da ab im Juni und Juli auf 1,2 Pro­zent und erreichte damit fast die niedrigst denkbare Zahl überhaupt. Im Zusammenhang damit ist noch zu er­wähnen, daß in den Monaten von April bis Juli unsere Verwundetenpflege noch dadurch ein bedeutend günsti­geres Bild erhält, daß die Anzahl der Dienstfähigen wiederum ganz beträchtlich stieg. Nachdem im Monat März, wie oben mitgeteilt, 88,9 Prozent als dienstfähig entlassen werden konnten, stieg die Zahl im Monat April auf 91,2, im Monat Juni auf 91.7 und im Monat Juli und im Monat Mai auf 91,8. 7 Prozent waren dienst- unbrauchbar oder beurlaubt. Von den Beurlaubten ist wiederum eine beträchtliche Anzahl dienstfähig gewor­den, sodaß die Gesamtzahl der Dienstfähigen dadurch noch erhöht wurde. Wir haben zuletzt also das erstaun- lich günstige Bild, daß nicht weniger als 98,8 Mann vom Hundert dienstfähig oder zum Teil dienstuufähig gewor­den waren und daß nur 1,2 Prozent mit dem Tod ab- ging. Die Durchschnittszahlen für das ganze Jahr er- gaben 89,5 Dienstfähige, 8,8 Dienstnnbranchbare und Beurlaubte und nur 1,7 Todesfälle. Keine Armee der Welt hat ähnlich günstige Ergebnisse aufzuweisen. tZ.)

Vermischtes.

Ein französischer Dampfer vor Archangelsk nnter- gegangen. DerNationalztg." wird von der russischen Grenze geschrieben: Die drahtlose Station in Archangelsk erhielt von dem französischen Dampfer Bretagne" die Nachricht, daß er im Weißen Meere einen Zusammenstoß mit einem großen Eisblock gehabt habe und sich in höchster Gefahr befinde. Sofort wurden zwei Eisbrecher und drei Schlepper nach der vermutlichen Un­fallstelle abgesendet, die den Dampfer aber nicht mehr vorfanden; ein großes Wrackstück war noch vorhanden. Der Dampfer ist zweifellos zwischen riesige Eisblöcke geraten, zerquetscht worden und schließlich unterge­gangen. Wie hierzu berichtet wird, hatte der Dampfer eine große Menge von alten französischen Gewehren, System Chassepot, für die russische Armee an Bord.

Fleischergesellen mit Monatseinkommen bis 4000 Mark. In derDeutschen Schlacht- und Viehfachztg." befaßt sich der Obertterarzt am Berliner städtischen Schlacht- und Viehhof, Dr. M. Junack, mit der gegen­wärtigen Fleischversorgung. Er empfiehlt, die Wurst­herstellung auf möglichst wenige Arten zu beschränken. Aus diese Weise könnten große Mengen des wertvollen rohen Schweinefleisches in den Verkehr gelangen. Wei­ter tritt Dr. Junack für eine Beschränkung der Konser- ven-Lurmsindustrie ein, die das Fleisch sehr verteuere. Im Oktober und November wurden durch die Konser­venfabriken in Berlin 53 000 Rinder geschlachtet gegen 98 000 im ganzen vergangenen Jahre. Weiter weist der Sachverständige nach, daß der Zwischenverdienst bei der Herrichtung und Schlachtung außerordentlich groß sei. Erste Gesellen von Großsthlttchtern hätten jetzt ein mo­natliches Einkommen von 3000 bis 4000 M<rk. Es sei bekannt, daß auf dem Vieh- und Schlachthos der Fleischer­geselle meistens täglich 30 bis 35 Mark erhalte.

Ein Lehrer in der Schule Überfällen. Als der Lehrer Hardrath in Matzdorf lMecklenb.) während des Unter­richts einen Schüler bestrafen wollte, wurde er von der Mutter des Jungen überfallen und durch Kratzwunoen verletzt, auch die Frau des Lehrers wurde von der Mutter des Schülers mißhandelt, so daß der Lehrer sich schließlich veranlaßt sah, auf die Rasende mit seiner Pistole zu feuern. Die Verletzung ist allerdings un­gefährlich.

Helden der Tat, nicht des Wortes! Ein Mitarbeiter schreibt derDtsch. Tgsztg." aus Frankreich: Wie ich kürzlich von Roubaix nach Lille fahre, treffe ich auf der Elektrischen einen blutjungen Feldwebel, dessen Brust mit dem Eisernen Kreuz zweiter und auch mit dem er­ster Klasse geschmückt ist. Neugierig frage ich ibn, bei welchen Waffentaten er sich die beiden Auszeichnungen geholt habe. Der junge Feldwebel entgegnet:Lieber Kamerad! Die Frage tit mir schon so häufig gestellt wor­den, daß ich nicht mehr darauf antworten mag. Erspare mir also auch diesmal die Antwort." Bravo, dachte ich im Stillen. Das ist ein echter deutscher Zug, nicht in Worten, sondern in der Tat ein Held zu sein. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich kürzlich auf einer Fahrt durch Belgien. Mit niir im Abteil saß ein ergrauter Landsturlumann, der im Knopfloch das Band des Ei­sernen Kreuzes 2. Klasse trug. Auf meine Frage, bei welcher Gelegenheit er mit dem Kreuz ausgezeichnet worden sei, entgegnete er kurz, nachdem er aus seiner Pfeife noch einige bedächtige Züge geholt hatte:Bei einem Fliegerangriff!" Das war alles. und ich merkte

sofort, daß ich ihn mit weiteren Fragen nur in W- legendelt gesetzt hätte. Unsere Gegner zeichnen sich mei­stens durch das Gegenteil aus: sie sind Helden in Wor­ten, lassen es aber an den Taten fehlen. Wir wollen ihnen diesen zweifelhaften Ruhm nicht mißgönnen!

Für 700 000 Mark Heringe an einem Tage. Von einem erstaunlich großen Heringsfang wird demSvens- ka Dagblad" aus Gotenburg berichtet: Nach mehreren sehr stürmischen Tagen haben die Fischer an einem Tage einen Fang von etwa 14 000 Hektolitern gemacht. Der Preis für ein Hektoliter beträgt 46 -50 Kronen, so daß dieser große Heringsfang einen Gesamtwert von 600 000 bis 700 000 Kronen repräsentiert. Davon sollen nur 50 Hektoliter im Lande verbleiben.

Eine Gans auf Wachtposten. Gar treu ist die Sol- datenliebe wcnigneuD wenn wir die Liebe zu den Sol­daten so nennen dürfen, und manch weibliches Wesen ist von ihrer eigenen Treue zum Feldgrauen ihres Herzens überzeugt. Aber kaum eine ist so treu in der Soldaten­liebe. wie die Gans war, die im Jahre 18^3 in Eßlillgen bei einem bei der Kaserne wohnhaften Bäcker aus dem Ei schlüpft?. Sobald sie flügge war, wählte sie sich einen Platz neben, dem Posten. Sie davon abzubringen, war vergeblich. Ihre Zuneigung zu dem Posten war so groß, daß sie ihm durch einen Flug über das Hoftor folgte, als er ins Innere des Kasernenhofes verlegt wurde. Schließ­lich kaufte ein Offizier das Tier vom Bäcker und ließ ihr eine Hütte neben de mSchilderhaus errichten. Den Soldaten, die Posten standen, leistete sie gute Dienste, indem sie alle Runden und Patrouillen rechtzeitig durch Schnattern an meldete. Als das Regiment von Eßlingen nach Ludwigsburg verlegt wurde, nahm es die Gans natürlich mit. und sie leistete auch dort dem Posten Ge­sellschaft. Während der Manöver mußte die Gans im Kasernenhof zurückbleiben, als aber das Regiment mit klingende mSpiel in die Stadt zurückkehrtL, eilte ihm das treue Tier in freudiger Erregung aus hundert Schritt entgegen und blieb wieder ununterbrochen an der Seite des Postens. Als sie sechzehn Jahre alt war, wurde das Regiment von Ludwigsburg nach Ulm ver­legt. Selbst verständlich machte sie den Garuifonwcchfcl wieder mit. Im Januar 1853 beschloß die Gatts ihre militärische Laufbahn. Sie starb auf ihrem Posten.

Witze vom Tage. Zeitgemäß. (Standesbeamter: Und wie soll der Neugeborene beißen? Vater: n. 7. Stan­desbeamter: Das ist kein Rufname. Vater: Für mich schon,' ich heiße Urbatl, und es ist mein siebenter Junge.

Der Heldenvater. Ein Ostpreuße, dessen Sohn in Rußland steht, wird von einem Bekannten nach dem Be­finden seines Sprößlings gefragt. Mit stolzer Freude antwortet er:O, unserm Karl geht's gut, der hat sicher die meisten umgebracht!"Wieso denn?"Ja, der ist schon seit vier Monaten Heizer im Lausvlenm."

(Saftige Blätter.)

Eine abenteuerliche FahN

hat nach demB. T." ein junger Seemann, M. Th. aus Zwickau, zusammen mit einem Kameraden zurückgelegt. An: 3. August v. I., also kurz nach Kriegsausbruch, stach der gegenwärtig in Newport News internierte deutsche HilfskreuzerKrottprinz Wilhelm", auf dem Th. als Matrose diente, von Nenyvrk aus in See und bohrte auf feinen Kreuzfahrten 13 feindliche Schiffe in den Grund. Bei der Sprengung eines dieser Schiffe wurdeTH., der sich wie gewöhnlich beim Sorengtommando befand, durch einen Splitter an der Hüfte verwundet und des­halb am 18. März 1915 mit noch vier Kameraden in Rio de Janeiro an Land gesetzt, um sich in einem dortigen unter brasilianischer Leitung stehenden, im übrigen aber gut deutschen Lazarett auszuhetlen. Des einförmigen untätigen Lebens nach erfolgter Heilung schließlich müde, faßte Tb. den Entschluß, den Versuch zu unter- nelnneu, nach Deutschland zu entkommncn. Gedacht, getan. Er verschaffte sich zusammen mit einem norddeutschen Kameraden Zivilkleider und fuhr auf einem schwedischen Schiff alsblinder Passagier" zunächst nach Buenos Aires, und von dort, da das Schiff zunächst nicht nach Europa fuhr, auf einem englischen Dampfer in gleicher Eigenschaft wieder zurück nach Rio de Ja­neiro. Von hier aus ging dieblinde" Reise auf einem holländischen Schiff, derHollandi", weiter nach Bahia, Pernambneo, Lissabon, Vigo, FlamoutH und Dil (bei Dover), wo das Schiff von den Engländern auf Kon­terbande und nach deutschen oder österreichtscheu Fahr- gästen durchsucht wurde. Sie holten auch richtig zwei Deutsche, die auf spanische Papiere gereift waren, herun­ter und schleppten sie in Gefangenschaft. Unsere beiden wackeren Seeleute aber fanden sie nicht. Ihr Versteck war so eng und ungewöhnlich, daß die Engländer nicht einmal einen, geschweige denn zwei Menschen darin ver­muten konnten. Den beiden Helden kostete es auch über­menschliche Uxberwindung, in ihrem engen, kalten und ständig feuchten und zeitweilig sogar völlig nassen Loche während der ganzen langen Fahrt auszuharrem Ihre ganze Nahrung bestand aus weiter nichts als Hartbrot und Wasser. In FlamoutH war auch diese mehr als be­scheidene Kost zu Ende, aber die beiden Wackeren blieben standhaft und hungerten bis zu ihrer Ankunft in Amster­dam viereinhalb Tage lang! Als sie dort aus ihrem Versteck herauSstiegen, waren sie so schwach, daß sie sich kaum auf den Beinen halten konnten. Sie wandten sich ans deutsche Konsulat in Amsterdam, wo sie freundlichste Aufnahme und beste Verpflegung fanden. Dieser Tage traf der junge Mann bei seinen in Zwickau wohnhaften Eltern ein. Die beiden Seeleute hatten einen Weg von insgesamt 12 600 Kilometern zurückgelegt.

Weisere Drahtnachrichten«

Frankreich besteuert die Kriegsgewiune.

»-» Paris, 17. Dezember. tWTB.) Die Kammer setzte die Beratung über die vorläufigen Kredite für das erste Vierteljahr 1916 und die Ermächtigung zur Er­hebung der Steuern im gleichen Zeitabschnitte fort. Ft- nanzminister Ribot sprach über die Gründe der un­erhörten Vermehrung der Kriepsausgaben, die von 1500 Millionen Francs zu Anfang des Krieges jetzt auf 2500 Millionen monatlich angewachfen feien. Die Re­gierung werde im Januar einen Gesetzentwurf zur Be­steuerung der Kriegsgewinne vorlegen. Im übrigen müsse man auf die Anleihe zurückgreisen. Der Anleihe­betrag werde nicht begrenzt sein.

Rußlands Lebensmitteluat.

»-r Petersburg, 17. Dezember. tWTB.)Rjetsch" erklärt in einem Leitartikel: Ueber die Veryorgung mit Lebensmitteln, Holz, Zucker und Mehl herrsche in Ruß­land größere Aufregung als über die Kriegsereignifse. Die Zersetzung des wirtschaftlichen Lebens wirke nieder­drückend. Das Schicksal Rußlands sei davon abhängig, wie weit es möglich sein werde, diesem Zustand ab» zuhelfen.

Auch Cadorna oberster Befehlshaber Basel, 17. Blättern soll, wie Oberbefehlshaber nannt werden, um ein Gegenstück zu

Dezember. (T. U.) Nach Schweizer dasB. T." berichtet, Cadorna znm sämtlicher italienischer Streit fräste er- g der überragenden Stellung Joffres